Im Treibhaus der Social Entrepreneurs

Von Kerstin Müller

Eng ist es, wenn der Aufzug aus den 60ern zwei Personen auf einer kleinen Bank sitzend in den 3. Stock des Portal 1 fährt. Wer diese nostalgische Reise dennoch genossen hat, dem begegnet hinter der Türe von Selfhub das Gegenteil: Weite und Gemütlichkeit strahlen einem entgegen. Eine komplette Fabriketage, voll mit Menschen, Tischen, Pflanzen, Schildern, Pinnwänden, und Platz zum Denken präsentiert sich einem als Kreativschmiede der ganz besonderen Art. Ein Foto-Baum zeigt an, wer heute im Büro ist. Wiebke Koch ist auch dabei.

Sie ist die Gründerin und Geschäftsführerin des Hub in Berlin. Schon früh gab es den roten Faden im Leben von Wiebke Koch, der sie dorthin brachte, wo sie heute steht. Im Osten aufgewachsen, hat sie erst fürs Lehramt studiert, dann BWL und startete schließlich in eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn. Im Mittelpunkt stand immer ihr Interesse an Gemeinschaft, sozialer Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Besonders das BWL-Studium hat Wiebke Koch deutlich gemacht: Es gibt so viel, das auf unserer Welt im Unternehmertum passiert und schief läuft – das muss doch auch anders machen gehen. „Ich hatte ein sehr negatives Bild von Unternehmen. Ich wollte verstehen, was da schief läuft und mein Wissen, darüber, wie Unternehmen auch funktionieren können, in die Entwicklung von sozialen Geschäftsideen und Non Profit Unternehmen tragen. Das war ein bisschen naives Weltverbesserer-Denken, aber ich habe es dann gemacht.“

Wiebke Koch machte sich auf ihren Weg. Erst arbeitete sie in der freien Wirtschaft, dann für NGO´s, dann buchte sie ihr Ticket nach Australien – und lernte die Bewegung des Social Entrepeneurship kennen. „Als ich diese Bewegung kennengelernt habe, habe ich das erste Mal gesehen: wow – das geht! Soziale, gesellschaftliche und umweltbezogene Probleme mit unternehmerischen Mitteln zu lösen, das geht. Das hat bei mir ganz viel ausgelöst. Ich habe mich bis dahin in der Non-Profit-Welt nicht zu Hause gefühlt, da es nicht wirtschaftlich genug war und in der Wirtschaft bin ich auch nie richtig angekommen, weil es zu kurz gedacht war. Plötzlich war da die Lösung!“

 

Mit dem Wort Macherin könnte sie umschrieben werden. Als sie 2004 nach Deutschland zurückkehrte, wollte sie mehr über Social Entrepeneurship erfahren und nach vorhandenen Netzwerken suchen. „Ich war schockiert. Zwei Treffer in der Suchmaschine. Da habe ich mich auf die Socken gemacht und eben mein eigenes Netzwerk gegründet.“ 2005 lernt sie die Social Entrepeneur Leadership Foundation (self) kennen. Das war der Zug, auf den sie aufspringen konnte.

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