„Fleischloses, faires Essen wird immer wichtiger“
14Hinter dem Utopist „ich-will-fair-essen“ steckt der Österreicher... mehr
Wer das Gelände der Premium in Berlin betritt, versteht schnell, welcher Gedanke hinter dem
Konzept der “Fashion-Fabrik“ steht: Es ist die schlichte Eleganz, die stilvolle Präzision und die
einladende Atmosphäre, die in Architektur und Raumgestaltung besticht und mit der Mode- und
lifestyle-bewusste Menschen hier, direkt neben der U-Bahn-Trasse Gleisdreieck Berlin, einen
Raum zum Informieren, Vernetzen und Einkaufen finden. Der Kopf über alledem ist Anita Tillmann.
Ihr kam Ende 2002 zusammen mit Geschäftspartner Norbert Tillmann die Idee, etwas völlig Neues
zu erschaffen, das Marken und Kunden zusammenbringt und mit grauen, tristen, lauten
Messehalllen nichts mehr zu tun hat. “Uns geht es bei den Premium-Messen nicht mehr um die
reine Flächenvermarktung, sondern um die Inhalte. Unsere Besucher sollen einen Mehrwert
erhalten. Wir zäumen das Pferd von hinten auf – was brauchen Verbraucher, was brauchen
Kunden, was brauchen Hersteller, was ist gut für Aussteller. Das ist eine völlig neue Denkweise in
der Messe- und Modebranche.“
Anita Tillmann ist in der Modebranche fest verwurzelt. Nach dem Abitur studierte sie Textil- und
Bekleidungstechnik, arbeitete als Model und legte noch ein Marketingstudium obendrauf.
“Fashion is my profession“, das sagt sie lächelnd über sich, fügt hinzu: “Und Öko war
ich auch schon immer.“ Es wirkt wie eine logische Konsequenz, mehr noch wie eine Wohltat, dass
sich in Anita Tillmann diese beiden Leidenschaften vereinen. Fashion, Öko und Premium –
daraus machte die 35-Jährige die “Green Area“, die Premium-Messe für Eco Fashion. “Mir war es
einfach ein großes Anliegen, die Weiterentwicklung von Öko-Mode zu zeigen und unseren
etablierten Namen zu nutzen, um dieses Thema voranzubringen. Wir versuchen mit der Green
Area, die zu unterstützen, die in diesem Bereich überhaupt mal anfangen, also im Bereich
Fairtrade, Öko-Baumwolle oder nachhaltige Produktionstechniken aktiv sind. Wir möchten
unterstützen und transportieren, was alles möglich ist.“
In den Wochen rund um die zweimal im Jahr stattfindende Green Area zieht sich das grüne
Denken auch durch die Bürofläche des Premium-Office. Wo gibt es Bio-Jeans, wie kann ich
Wasser sparen, welche Materialien sind naturfreundlich, wer fliegt wieviel? Unter den
Mitarbeitern ist Bio und Öko plötzlich Gesprächsstoff. Anita Tillmann ist es gelungen, das
Thema auch in den Unternehmen zu platzieren. “Da entstehen Gespräche, da entstehen
Diskussionen, da passiert auch hier bei uns was, das ist toll.“
Was ist im Leben der Anita Tillmann passiert, dass sie “immer schon öko war“? Die gebürtige
Düsseldorferin hat ihre familiären Wurzeln in Kroatien. Als Kind hat sie dort ihre Ferien mitten auf
dem Land verbracht. Kartoffeln sammeln, Salat pflücken, auf dem Feld mitarbeiten. Der Bezug
zur Natur ist immer dagewesen. “Bei mir hat es im klassischen Sinne überhaupt nicht Klick
gemacht – ich bin einfach öko-bewusst aufgewachsen und erzogen worden.“ Bis heute bekommt
sie von der über 80-Jährigen Großtante noch Tipps, was sie beachten und bedenken soll, was für
ihre Kinder gut ist und was sie besser lassen sollte. Für sie ist das ganz normal. Bei aller
Verbundenheit zu Bio und Natur spielte für die Fashion-Frau Ästhetik aber auch immer schon eine
große Rolle. Lachend erinnert sie sich noch heute: “Natürlich haben meine Eltern mir peinliche
Birkenstocks gekauft. Aber ich wollte dann wenigstens die mit Glitzer haben. Und die habe ich
auch bekommen.“
Heute hat das ökologische Leben und Handeln der Wahlberlinerin besonders mit Lebensqualität
zu tun. Im Kleinen wie im Großen versucht sie sich ihren Alltag gesund und nachhaltig zu
gestalten. Das gelingt der Geschäftsfrau nicht immer, aber in vielen Bereichen ist es das Bedürfnis
nach bewusstem Genuss, das sie antreibt. “Wer sagt, er macht das einfach nur, um die Welt zu
retten, dem glaube ich das nicht. Bei mir ist das ein völlig egoistischer Grund: Ich möchte gerne
gesund leben und gesund essen und mich und meine Kinder möglichst wenig mit Chemie
zumüllen. Warum sollte ich gespritzte Tomaten essen, wenn ich auch Ungespritzte essen kann?
Das macht doch einfach keinen Sinn.“
Das kanadische Magazin „Adbusters“ machte ihn 2008 zur „Person des Jahres“: Herman Daly, ...
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Kommentare (3)
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Rudolf Heinrich Ende
überzeugter Genießer
Rudolf Heinrich Ende
schrieb am 02.07.2009 um 20:03Adriano
begeisterter Zufußgeher
Adriano
schrieb am 02.07.2009 um 19:02Chappeau
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