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Meereschutz in Nord- und Ostsee

Mit Stolpersteinen gegen Schleppnetze


Es ist besser als jeder Schildbürgerstreich. Die Stellnetzfischerei in den NATURA 2000-Schutzgebieten der Nord- und Ostsee verursacht den qualvollen Tod einer großen Zahl von Schweinswalen, die sich darin als so genannter Beifang verheddern. – Das muss verhindert werden. Soweit so gut. – Man könnte nun die Stellnetzfischerei ganz einfach verbieten, aber das liefe (kurzfristigen) wirtschaftlichen Interessen zuwider. Deswegen spricht sich das Bundeslandwirtschaftsministerium für akustische Scheuchvorrichtungen aus, die Schweinswale von den Netzen fern halten sollen.

Gar nicht komisch, findet Greenpeace, denn das Signal verjagt die Tiere ja letztlich aus den eigens für sie festgelegten Schutzgebieten. "Der Vorschlag ist absurd", sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. "Erst richtet man Schweinswalschutzgebiete ein, um die Tiere zu schützen und dann will man sie von dort vertreiben. Schutz sieht anders aus." Auch Grundschleppnetzfischerei soll weiter in den Schutzgebieten erlaubt bleiben. Sie zerstört seltene Steinriffe und Sandbänke, die neben Schweinswalen Hauptgrund für die Einrichtung der Schutzgebiete sind.

Dagegen wirft Greenpeace fleißig Stolpersteine in die Nordsee. Im Meeresschutzgebiet 'Sylter Außenriff’ wurden in der letzten Woche wieder hunderte Felsblöcke versenkt. "Unsere Natursteine schützen das Gebiet wirksam vor Schleppnetzfischerei, Sand- und Kiesabbau", sagt Thilo Maack.

Obwohl das 5300 Quadratkilometer große Steinriff vor Sylt und Amrum schon im Jahr 2004 als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, werfen Fischer dort ihre Schleppnetze aus und pflügen den Meeresboden um. Beim Fang von Schollen, Seezungen und Krabben landen auch junge Fische und andere Meerestiere in den Maschen, die als toter Beifang über Bord geworfen werden. Das Gebiet gilt zudem als die deutsche Schweinswalkinderstube. Es ist eines von zehn NATURA 2000-Meeresschutzgebieten, die Deutschland an die Europäische Union gemeldet hat.

Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur das könnte eine Erholung für die überfischten Bestände und ein langfristiges Überleben des Fischereisektors sichern.

Quelle: Greenpeace

Stand: 12.08.2011 von

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    schrieb am 16.08.2012 um 14:43
    Es ist schon eine Sauerei wie gerade mit den marinen Schätzen unserer Erde umgegangen wird. Und die Symbol- und Beschwichtigungspolitik der Bundesregierung schreit ja gerade zum Himmel! Da dachte man gerade, dass sich in Sachen Meeresschutz politisch einges verändert und dann rudern sie mit derlei fadenscheinigen, von Lobby-Interessen durchsetzten Vorschlägen wieder zurück! Echt zum Kotzen! mehr weniger
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    schrieb am 22.08.2011 um 10:44
    Genauso wie man sich Gedanken darüber macht, wie man noch besser ausbeuten kann, solllte man sich mal Gedanken machen, wie man so etwas regeln könnte. Aus Jägern könnten auch Schützer werden. Jetzt kommt wieder der Aufschrei, wer das bezahlen soll. ist doch einfach, aber auf den Gedanken müßen die schon selber kommen. Aber andererseits-wann hat ein Politiker schon mal was intelligentes gedacht? Aber es gibt ja andere kluge Köpfe, man müßte sie nur mal fragen. mehr weniger
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    schrieb am 17.08.2011 um 14:47
    "Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur das könnte eine Erholung für die überfischten Bestände und ein langfristiges Überleben des Fischereisektors sichern."

    Ja, das wär ein schönes Ziel. Aber wie so oft haben wir dann das Problem: Wer hält sich dran? Wer überwacht das? Setzten wir es überhaupt durch???
    Schon schlimm, das gesunder Menschenverstand nicht ausreicht, um sich angemessen zu verhalten.
    Offensichtlich denkt keiner darüber nach, daß nicht nur den Meeresbewohnern Schaden entsteht, sondern daß wir unsere eigene Lebensgrundlage zerstören und die Schwachköppe auf Dauer auch keinen Job mehr haben... mehr weniger
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