Schule soll fürs Leben und die Zukunft bilden, aber von den Fächern nachhaltiger Konsum, Verbraucherbildung und Umweltschutz ist nach wie vor nichts auf Deutschlands Stundenplänen zu sehen. Studien zeigen, dass Jugendliche in puncto Verbraucherfragen erschreckend uninformiert sind. Gerade einmal 40% der 11 – 17jährigen wissen, was das Kürzel CO2 bedeutet.
„Die Welt ist für Verbraucher derart komplex geworden, dass wir die Bildung kritischen Konsumbewusstseins nicht mehr allein den Eltern aufbürden können. Beispiel Altersvorsorge: Wer bewahrt da noch den Durchblick? Wir müssen dieses Thema in die Schule tragen und dort den Kindern beibringen, die richtigen Fragen zu stellen,“ meint Tatjana Bielke, Projektleiterin und Redakteurin des Materialkompasses Verbraucherbildung. Dieser ist ein Angebot des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Er stellt laut Frau Bielke einen Baustein auf dem Weg zur Etablierung von mehr „Verbraucherbildung“ in den Lehrplänen dar. Wer jedoch auf diese Umstrukturierung nicht warten wolle, der könne schon jetzt, mit dem Materialkompass, seinen Unterricht und seine Erziehung entsprechend gestalten.
Der Materialkompass Verbraucherbildung ist eine Sammlung von Unterrichtsmaterialien zu den Themen Nachhaltiger Konsum, Verbraucherrecht, Finanzen, Gesundheit & Ernährung sowie Medien. Er ist nach Themen, Schulfächern und Klassenstufen geordnet. Leider wird derzeit nur die Sekundarstufe (ab 5. Klasse) bedient, Frau Bielke stellt jedoch in Aussicht, dass ab Herbst 2012 auch Materialien für die Primarstufe hinzukommen sollen. Die Unterlagen stehen sowohl Lehrern als auch ambitionierten Erziehern, Eltern, usw. größtenteils gratis zur Verfügung.
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Ratgeber: Die besten Tipps für den Schulbeginn Foto: Photocase/FloKu |
Gewinnspiel mit dem Blauen Engel: Schluss mit der Papierverschwendung! Illustration: Miro Poferl |
Wichtiges Detail: Alle Publikationen werden von Experten nach einem eigens entwickelten, wissenschaftlichen Schema bewertet So erhalten Lehrkräfte einen schnellen Überblick über die Qualität der Materialien und deren Einsetzbarkeit im Unterricht. Diese Funktion sollte auch genutzt werden, denn es gibt durchaus ein paar mangelhafte „schwarze Schafe“ in der Sammlung. Frau Bielke erwähnt nebenbei, dass bei einer Auswertung der Materialien die aus der Wirtschaft stammenden signifikant schlechter abgeschnitten hätten als jene aus Institutionen der öffentlichen Hand, Verlagen, NGOs, etc. Da können die Firmen wohl noch einiges in puncto Objektivität und Pädagogik lernen.
Schule soll unsere Kinder fürs Leben bilden. Doch erst wenn aus unseren Bildungsanstalten mündige Verbraucher hervorgehen, die die richtigen Fragen stellen – erst dann ermöglichen wir ihnen die Gestaltung einer wahrhaft glücklichen Zukunft. Angebote wie der Materialkompass sind ein wichtiger Baustein für das Projekt „Verbraucherbildung an den Schulen“.
Uns hat übrigens besonders die top-bewertete, sehr aktuelle und hoch informative Oxfam-Unterrichtssequenz „Menschen im Klimawandel“ beeindruckt. Die dort enthaltenen Daten sind sicherlich nicht nur für Schulkinder interessant. Für das nächste Schuljahr haben wir auch einen Stundenplan mit 10 ökorrekten Tipps für Sie entworfen. Einfach auf das Bild rechtsklicken und "Speichern unter..." auswählen!




Kommentare (2)
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Zudem sollte man in der Lehrer(aus)bildung ansetzen: Ich studiere im 6. Semester Lehramt und tagtäglich sehe Verhalten, das einem das Grausen lehrt. Angefangen vom täglichen Kaffee-to-go im Plastik- oder Papierbecher, Rauchen vor und nach jeder Vorlesung, übermäßiger Fast-Food-Konsum, hellerstrahlten Räumem bei Sonnenschein bis zu der Aussage, dass Recyclingpapier die Kopierer kaputt mache. Von Bio-Gerichten in der Mensa kann man nur träumen. An vielen meiner Mitstudierenden und meiner Hochschule ist rein gar nichts öko und vorbildhaft für die Kinder und Jugendlichen, die wir unterrichten werden. Das ist echt traurig.
Da ist ein solches Material zumindest ein Lichtblick. mehr weniger