Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Diskussion

Macht Konsum glücklich?


"Die größte Bedrohung für eine Gesellschaft, die das Glück zur höchsten Maxime erklärt hat, ist ein wunschlos glücklicher Kunde. Er kauft ja nichts mehr ein". So lautet der letzte Satz des SZ-Interviews mit Zygmunt Bauman.

Konsum soll unsere Bedürfnisse befriedigen, Konsum soll uns glücklich machen. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt oder für eine gewisse Zeit. Nur kurz sollen wir uns über das neuste iPhone freuen und so schnell wie möglich vom Folgemodell träumen.  Das Glück des Konsums ist unmittelbar, aber währt nicht lange. Oder in den Worten Baumans: „ Sie [die Konsumgesellschaft] verspricht das sofortige Glück im Diesseits“.

Gegenüber den Heilsversprechen diverser Religionen ist das ein Vorteil. Diese versprechen bisweilen ein paradiesisches Glück im Jenseits. Insofern sind sie dem strategischen Konsum nicht unähnlich. Als dessen Endziel gilt das Verhindern des großen Kollaps. Dieser wird zwar nicht in der Ewigkeit, aber auch nicht in der unmittelbaren Zukunft verortet. Zudem funktionieren die Grundsätze des strategischen Konsums gegensätzlich zum konventionellen Konsumglück: Jemand, der nichts – oder realistischerweise wenig – kauft, ist ein guter strategischer Konsument. Die Güte des Glücks liegt auch nicht der Masse, sondern in der Qualität des Konsumierten, die vor allem von dessen Produktionsbedingungen (ökologischen und sozialen Standards) abhängig ist. Qualität kostet: der strategische Konsument zahlt oft mehr, zudem ist er angehalten, auf die ein oder Sache zu verzichten.

Sofortiges Glück im Diesseits scheint damit schwer zu erreichen.
Darum fragt Utopia: Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?


Strategisch konsumieren in Ihrer Stadt


Stand: 31.01.2011 von

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    schrieb am 31.01.2011 um 17:43
    Hmm. Hatte vorhin grad strategisch konsumiert: lecker Bauernbrotschnitten mit lecker Sauerrahmbutter und lecker Petersilie auf leckerem Ziegengouda, alles aus dem Grünen Laden, der glücklicherweise ein paar hundert Meter entfernt ist. Und tatsächlich. Ich war glücklich. Seeeehr glücklich. Danach konsumierte ich mit viel strategischer Neugierde das Interview mit dem Herrn Zygismund Baumann. Und ich muss sagen: Ne, das ist ja kulturpessimistischer Käse!. Der schmeckt mir nun gar nicht. Hätte ich mir sparen sollen. Tscha. Und nun? Wo bleibt nun mein Glück? Ah... da ist es wieder :-). An die Arbeit!
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    schrieb am 31.01.2011 um 18:19
    "Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?"

    Nein, strategischer Konsum macht mich nicht glücklich.
    Glücklich macht mich, wenn ich Zeit habe für meine Lieben, für Bewegung in der Natur, wenn ich gesund bin und meine Arbeit mir Freude macht ect...

    Aber es würde mich unglücklich machen, so zu konsumieren, daß es sich unstimmig anfühlt.
    Wenn ich Geld, daß ich mühsam verdient habe, für Dinge ausgeben würde, die mir hinterher ein schlechtes Gefühl machen.
    Sorum wird für mich ein Schuh draus...
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    schrieb am 02.02.2011 um 13:42
    Da oben steht doch "Macht Konsum glücklich?", oder habe ich das falsch verstanden?

    Strategischer Konsum heißt Verbrauchen wie ein Feldherr oder Kommandant. Das ist in der Überschrift, wie ich sie verstanden habe, nicht gemeint, aber im Schlusssatz. Das passt nicht.
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    schrieb am 02.02.2011 um 13:48
    Der Artikel endet mit dem Satz:
    "Darum fragt Utopia: Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?"
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    schrieb am 02.02.2011 um 14:01
    Es geht in dem Artikel um die Frage, ob Konsum glücklich macht. Utopia fragt aber, ob Strategie (beim Konsumieren) glücklich macht. Deshalb passt das für mich nicht zusammen. Den Titel finde ich interessant, aber nicht das Thema, das darunter abgehandelt wird. Enttäuschung.
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    schrieb am 31.01.2011 um 18:57
    "Die Güte des Glücks liegt auch nicht der Masse, sondern in der Qualität des Konsumierten, die vor allem von dessen Produktionsbedingungen (ökologischen und sozialen Standards) abhängig ist."

    Neben dem Verzicht, finde ich den strategischen Konsum ebenso wichtig.

    Dabei darf man allerdings nicht blindlings auf irgendwelche Zertifizierungen vertrauen.

    Wenn ich dann "ganzheitlich und verantwortungsvoll" konsumiere, also in tiefenökologisch produzierte Ware investiere durch die Umwelt / Tiere / Produzenten unterstützt werden,

    doch so gesehen macht mich das durchaus ein bisschen glücklich.

    ist es doch ein wichtiger Teil der nötigen Veränderung.

    Zerstörerisches meiden, Aufbauendes / Verbindendes durch den Kauf fördern.

    Dabei muss es sich nicht nur um Konsumgüter handeln.
    Das sehe ich bei Dienstleistungen aller Art ganz genauso.
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    schrieb am 31.01.2011 um 20:16
    Gibt es nicht ein besseres Wort für "Verzicht", oder Stategie des Konsums? Ich möchte nicht vornehmlich mit jedem Einkauf eine Firma, eine Art des Wirtschaftens Bekämpfen, oder Fördern.
    Leider sind wir in dieser entkoppelten Welt darauf angewiesen unsere Macht als Konsumenten zu Nutzen. Aber soll kaufen immer nur zum Ausdruck der Macht werden, oder wollen wir später wieder auf eine natürlichere Form zurückfinden?

    Ich hätte Lust auf die Suche nach einem besseren Wort für unsere Art zu Leben und zu konsumieren zu gehen. Alle Worte die mir einfallen sind "maßvoll", "verhältnismäßig" und "angemessen". Alle diese Worte beziehen sich auf das rechte Maß. In der Natur nimmt sich kein Teil "zu viel", nichts wird "verschwendet" , alles lebt im Gleichgewicht. Das klingt zwar erst mal esoterisch, aber es ist für auch ein Weg zum Glück, so zu leben. Davon möchte ich Menschen überzeugen. Defür möchte ich sie begeistern.

    Vielleicht noch ein bisschen weiter gefasst kann man auch sagen, dass wir "fair" und "gerecht" konsumieren wollen.

    Den strategischen Konsum sehe ich vor allem als Reaktion, nicht als eigenständige Idee. Er ist Mittel zum Zweck. Wenn man sich der prekären Situationen in den meisten Branchen bewusst ist, ist es natürlich eine befreiendes Gefühl, sich nicht mehr verantwortlich für soziale, ökologische oder ökonomsiche Probleme fühlen zu müssen, weil man sich bewusst für ein Produkt entschieden hat, was die meisten negativen Folgen des Konsums minimiert.
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    schrieb am 31.01.2011 um 20:37
    Zu einem anderen Wort für Verzicht gabs hier vor einiger Zeit 16 Antworten auf eine ähnliche Frage:
    http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/welcher-audruck-koennte-den-begriff-verzicht

    Wenn ich den Sinn von strategischem Konsum erkläre, spreche ich meistens von Konsum und seine Folgen und Veränderungs-Möglichkeiten bewusst machen.

    :-) werner
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    schrieb am 01.02.2011 um 10:27
    eliasunbekannt schrieb am 31.01.2011 um 20:16;

    "Leider sind wir in dieser entkoppelten Welt darauf angewiesen unsere Macht als Konsumenten zu Nutzen.Aber soll kaufen immer nur zum Ausdruck der Macht werden, oder wollen wir später wieder auf eine natürlichere Form zurückfinden?"

    Macht ist doch nur das Vermögen, etwas machen können. Ob sich das gegen den Willen anderer richtet oder ein gemeinsames Vermögen ist, ist noch einmal eine andere Frage. Da (öko-)kommunistisches Aushandeln des Wie-Wer-Wann-Womit-Wofür des Wirtschaftens auf einer umweltbewussten Vernunftbasis derzeit nicht infrage kommt, bleibt z.B. Bemühen um eine Vorbildwirkung eines relativ verantwortlichen bzw. umweltbewussten Konsumierens.

    Diejenigen, die aufgrund ihrer relativ priveligierten Situation, Bildung usw. schon ein wenig in der Lage sind, sich einen Kopf darüber zu machen, können ein wenig was gegen das Gefühl der eigenen Ohnacht machen. Relativ verantwortliches bzw. umweltfreundliches Wirtschaften bekommt so eine gewisse Machtbasis bestehend aus Absatz, Arbeitsplätzen, Wählerwillen, Steuern und entsprechenden Medienberichten.

    Nützt aber alles wenig, solange die staatlich gesetzten Grundlagen des Machenkönnens (und die sozialen Abhängigkeiten) so sind, dass das Falsche das Vermögendere bleibt weil es für die Meisten meistens wenig Anlass oder Möglichkeiten gibt, sich die hinter (oder auch unter) ihren Rücken vollziehenden Machterhältnisse (Ermächtigungen, das Falsche zu tun), durch den Kopf gehen zu lassen. Es wäre also gut, wenn die relativ Gebildeten nicht den Fehler begingen, sich auf ihr kleines Vermögen, kleine Spielräume zu nutzen, so viel einzubilden, dass ihnen das Gefühl, edlerer Menschen als die anderen zu sein, wichtiger wird, als gesetztliche Regeln (bzw. soziale Behauptungsbedingungen), die das richtige Streben im Falschen fördern.

    "In der Natur nimmt sich kein Teil "zu viel", nichts wird "verschwendet" , alles lebt im Gleichgewicht. Das klingt zwar erst mal esoterisch, aber es ist für auch ein Weg zum Glück, so zu leben."

    Künstlich "die Natur" bzw. ein romantisierendes Bild der Natur zum Vorbild zu nehmen halte ich für keine gute Idee. Außerhalb des Menschen ist die Natur definitiv unmenschlich. Was keineswegs bedeutet, sich von unmenschlichen Ausbalanzieren der Kräfte nicht inspirieren zu lassen. Aber mir scheint es gerade angebracht, eine Machtbasis für eine kultiviertere Art des menschlichen Zusammenwirkens zu schaffen (und damit zur neuen Natur des menschlichen Zusammenwirkens zu machen), die es uns ermögicht, das - unter den gegebenen, kapitalistischen Umständen - als eine unbeherrschbare Naturgewalt wirkende ungeheure Bereicherungsvermögen in den Griff zu bekommen.

    Weitere Gedanken zur Natur: http://hhirschel.wordpress.com/was-ist-natur/

    Gruß vom Topisten
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    schrieb am 31.01.2011 um 23:19
    nein, strategischer konsum macht nicht glücklich. es gibt aber auch für mich keine alternative. solange es noch atomstrom gibt, muss ich mir gedanken über meinen strom machen. solange banken mit geld so handeln wie sie es tun, muss ich mir strategische gedanken machen usw usf.
    glücklich machen: gelingende soziale beziehungen, achtsamkeit, müßiggang und natürlich sinnengenuss. wobei ich natürlich zugeben muss, dass ich da manches kaufe und das auch bewusst tue, um mir was gutes zu tun. und natürlich realisiere ich durch den kauf, sagen wir eines bio-weines, auch ein werte-konzept. und in übereinstimmung mit seinen werten leben, macht wohl auch glücklich....kompliziert. im kapitalismus gibts wohl keinen ausweg aus seiner dialektik, aber immerhin ein besseres leben im falschen :-)
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    schrieb am 31.01.2011 um 23:35
    "... ein besseres leben im falschen :-)"

    :-)

    Richtiges Streben im falschen ist möglich.

    Anders kann sich ja irgendwann kein neues Zusammenleben herauskristalisieren, das uns erlaubte, über richtiges Leben weltweit glücklich zu sein.
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    schrieb am 01.02.2011 um 10:50
    "es waere gut wenn die Gebildeten nicht den Fehler begingen,sich auf ihr kleines Vermoegen,kleine Spielraueme zu nutzen, so viel einbilden,dass ihnen das Gefuehl ,edlere Menschen als die anderen zu sein,wichtiger wird,als gesetzliche Regeln.."
    (Bourdieu,der feine Unterschied?)

    Auf jeden Fall stimme ich Dir darin zu!
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    schrieb am 01.02.2011 um 13:51
    Das hängt einfach vom Bewusstsein-Zustand an und wie man Glück definiert.
    Ist man egoistisch, unreflektiert auf die Bedürfnisse anderer, hat nur das Ziel des materiellen Glücks (mein Haus, meine Frau, meine Auto, meine Jacht) vor Augen, dann ist diese Art von Heilversprechen das Absolute, die Maxime für diesen Menschen.

    Hat man ein soziales Gewissen, will sich einbringen in die Gesellschaft, wird man vermutlich die Gemeinschaft ohne grosses Nachdenken, ob sie das "Richtige" vertritt, annehmen, sich wohlfühlen, aber auch dem dort doch intensiven Konsumdenken anhängen.

    Ist man nachdenklich, kritisch gegenüber Standards, der Gewohnheit, denkt man über Grenzen hinweg, ist man unangepasst in der Gesellschaft, dann wird man sicherlich mit viel Engagement sich dagegen stemmen, also auchgegen den Konsum in seiner vorhandenen Konsistenz.


    Was kann man noch anderst sein, mitfühlend mit allem Leben, dann wird man versuchen Beispiel zu sein, nicht seiner selbst Willen, sondern anderen Hilfe anbietend. Dann wird Konsum nur eine untergeordnete Rolle spielen, das Glück findet sich darin, anderen zu helfen. Das hat nichts mit Religion zu tun, sondern mit einem erweiterten Bewusstsein, es ist da, es entwickelt sich weiter, man hat Freude daran.
    Das ist z.B. Glück!
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    schrieb am 01.02.2011 um 16:41
    Wer Glück immer nur im Außen sucht oder gar in materiellen Dingen, der wird nach dem kurzen Vergnügen der Bedürfnisbefriedigung immer wieder enttäuscht und unglücklich sein.
    Glück ist nur in einem und bei einem Selbst zu finden.
    Gleichwohl ist "strategischer Konsum" sinnvoll und Ausdruck eines sich entwickelden Bewußtseins. Aber auch "strategischer Konsum" führt nicht zum Glück.
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    schrieb am 01.02.2011 um 16:53
    "Glück ist nur in einem und bei einem Selbst zu finden...."

    Solcherart Dogmen scheinen jedenfalls die glücklich zu machen., die sie aussprechen.
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    schrieb am 01.02.2011 um 17:27
    was ist daran auszusetzen, zumindest ist der Glückliche auch immer stimulierend für andere.
    Oder glaubst du Glück per se verordnen zu können, also von aussen auf den einzelnen einwirkend?
    Oh je, jetzt habe ich wieder eine Vorlage gebracht
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    schrieb am 01.02.2011 um 23:26
    "...was ist daran auszusetzen"

    Nichts. Wems glücklich macht. Ist halt die katholische Sicht der Dinge. Das Glück der Welt kommt als Jungfrauengeburt, deren Herkunft von keinem Außen befleckt sein darf. Konsequenterweise sollte man allerdings die Luft anhalten.

    Passend dazu Marx Kritik der Deutschen Ideologie:

    "Wir müssen bei den voraussetzungslosen Deutschen damit anfangen, daß wir die erste Voraussetzung aller menschlichen Existenz, also auch aller Geschichte konstatieren, nämlich die Voraussetzung, daß die Menschen imstande sein müssen zu leben, um »Geschichte machen« zu können. Zum Leben aber gehört vor Allem Essen und Trinken, Wohnung, Klei-
    dung und noch einiges Andere. Die erste geschichtliche Tat ist also die Erzeugung der Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse, die Produktion des materiellen Lebens selbst, und zwar ist dies eine geschichtliche Tat, eine Grundbedingung aller Geschichte, die noch heute, wie vor Jahrtausenden, täglich und stündlich erfüllt werden muß, um die Menschen nur am Leben zu erhalten.

    (...)

    Das Zweite ist, daß das befriedigte erste Bedürfnis selbst, die Aktion der Befriedigung und das schon erworbene Instrument der Befriedigung zu neuen Bedürfnissen führt (...) Hieran zeigt sich sogleich, wes Geistes Kind die große historische Weisheit der Deutschen ist, die da, wo ihnen das positive Material ausgeht und wo weder theologischer noch politischer noch literarischer Unsinn verhandelt wird, gar keine Geschichte, sondern die »vorgeschichtliche Zeit« sich ereignen lassen, ohne uns indes darüber aufzuklären, wie man aus diesem Unsinn der »Vorgeschichte« in die eigentliche Geschichte kommt - obwohl auf der andern Seite ihre historische Spekulation sich ganz besonders auf diese »Vorgeschichte« wirft, weil sie da sicher zu sein glaubt vor den Eingriffen des »rohen Faktums« und zugleich, weil sie hier ihrem spekulierenden Triebe alle Zügel Das dritte Verhältnis, was hier gleich von vornherein in die geschichtliche Entwicklung eintritt, ist das, daß die Menschen, die ihr eignes Leben täglich neu
    machen, anfangen, andre Menschen zu machen, sich fortzupflanzen - das Verhältnis zwischen Mann und Weib, Eltern und Kindern, die Familie. Diese Famiie, die im Anfange das einzige soziale Verhältnis ist, wird späterhin, wo die vermehrten Bedürfnisse neue gesellschaftliche Verhältnisse, und die vermehrte Menschenzahl neue Bedürfnisse erzeugen, zu einem untergeordneten (ausgenommen in Deutschland) und muß alsdann nach den existierenden empirischen Daten, nicht nach dem »Begriff der Familie«, wie man in Deutschland zu tun pflegt, behandelt und entwickelt werden."

    Marx/Engels: Die deutsche Ideologie. Marx/Engels, MEW Bd. 3, S. 28-29
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    schrieb am 01.02.2011 um 23:34
    "...was ist daran auszusetzen, zumindest ist der Glückliche auch immer stimulierend für andere. Oder glaubst du Glück per se verordnen zu können, also von aussen auf den einzelnen einwirkend?"

    Wer sich vom Glücklichen stimmulieren lässt, lässt von außen kommendes Glück herein, oder?.

    "Oh je, jetzt habe ich wieder eine Vorlage gebracht"

    Genau. Hast mich echt glücklich gemacht, Gerfie .-)))

    Im Übrigen: Sein Weltnest aufhüpschen ist doch immer wieder eine nette Erfahrung, oder?
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    schrieb am 02.02.2011 um 01:51
    es ist unsinnig, sich beklagen zu wollen, weil ja nichts fremdes darüber entschieden hat, was wir fühlen, was wir leben oder was wir sind.

    sartre - das sein und das nichts

    nachtrag 2.2.11 um 14.30 h

    schade, dass du sartre nichts abgewinnen kannst, topist. für mich steckt darin die aussage, dass zufriedenheit und glück eine frage der inneren einstellung sind. nichts von außen kommende kann dich glücklich machen, wenn du es nicht zuläßt.

    aber hier geht es ja nicht um gewinnen oder verlieren, oder wer recht hat, sondern um die frage, ob konsum glücklich machen kann. ich denke nicht. das wollen einem die werbestrategen einreden, und sie tun alles, damit man es ihnen abkauft. das ziel der werbung ist, begierden zu wecken. und die dürfen nie zum stillstand kommen, es muß ständig etwas neues her, damit dem kunden suggeriert wird, er sei ohne produkt xy unvollkommen.
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    schrieb am 02.02.2011 um 02:10
    "es ist unsinnig, sich beklagen zu wollen, weil ja nichts fremdes darüber entschieden hat, was wir fühlen, was wir leben oder was wir sind.

    sartre - das sein und das nichts"

    Kann in dem Spruch keinerlei Sinn entdecken. Es ist schließlich nichts außergewöhnliches, dass Fremdes über das eigene Fühlen und Leben entscheidet. Und warum soll man sich darüber nicht beklagen?
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    schrieb am 02.02.2011 um 14:02
    Zwei Zitate von Jiddu Krishnamurti für H.H.:

    "Ein Mensch, der glücklich ist und liebt, sehnt sich nicht nach Besitz. Er lässt sich nicht durch Macht, Status oder Autorität verführen. Nur die Unglücklichen, die Leidenden, streben nach Macht und Erfolg, um ihrer eigenen Unzulänglichkeit zu entfliehen."
    Jiddu Krishnamurti - Freiheit und wahres Glück"

    "In Momenten vollkommenen Alleinseins, das sich nur dann einstellen kann, wenn alle Fluchtmöglichkeiten und deren eigentliche Bedeutung wahrhaft erkannt worden sind, tritt das Glück des Augenblicks zutage."
    Jiddu Krishnamurti - a.a.O.

    Lieben Gruß! ;-) Annette
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    schrieb am 02.02.2011 um 14:07
    Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause (Demokrit)

    Das Ende der ökonomischen Kette ist nicht der Konsum, sondern das Leben selbst, auf das alle Aktivitäten hinzielen (John Ruskin)

    Halte nie einen für glücklich, der von äußern Dingen abhängt. Auf Zerbrechliches stützt sich, wer seine Freude an Dingen hat, die von außen kommen; jede Freude, die von dort eingezogen ist, wird auch wieder hinausziehen. (Seneca)

    Die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten. (Sigmund Freud)
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    schrieb am 03.02.2011 um 08:48
    Dann müsste ich ja ein glücklicher Mensch sein.

    Naja, bin ich ja auch ... :-)

    A pro Po Alleinsein:

    "Der Mensch vereinzelt sich erst durch den historischen Prozeß. Er erscheint ursprünglich als ein Gattungswesen, Stammwesen, Herdentier- wenn auch keineswegs als ein zôon politikon im politischen Sinn. Der Austausch selbst ist ein Hauptmittel dieser Vereinzelung. Er macht das Herdenwesen überflüssig und löst es auf. Sobald die Sache sich so gedreht, daß er als Vereinzelter nur mehr sich auf sich bezieht, die Mittel aber, um sich als Vereinzelter zu setzen, sein sich Allgemein- und Gemeinmachen geworden sind.

    In diesem Gemeinwesen ist das objektive Dasein des einzelnen als Eigentümer, sage z.B. Grundeigentümer, vorausgesetzt, und zwar unter gewissen Bedingungen, die ihn an das Gemeinwesen ketten oder vielmehr einen Ring in seiner Kette machen. In der bürgerlichen Gesellschaft steht der Arbeiter z.B. rein objektivlos, subjektiv da; aber die Sache, die ihm gegenübersteht, ist das wahre Gemeinwesen nun geworden, das er zu verspeisen sucht und von dem er verspeist wird."

    Marx: Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen, MEW Bd. 42, S. 404

    Die Zerlegung der Natur in ihre einzelnen Teile, die Sonderung der verschiednen Naturvorgänge und Naturgegenstände in bestimmte Klassen, die Untersuchung des Innern der organischen Körper nach ihren mannigfachen anatomischen Gestaltungen war die Grundbedingung der Riesenfortschritte, die die letzten 400 Jahre uns in der Erkenntnis der Natur gebracht. Aber sie hat uns ebenfalls die Gewohnheit hinterlassen, die Naturdinge und Naturvorgänge in ihrer Vereinzelung, außerhalb des großen Gesamtzusammenhangs aufzufassen; daher nicht in ihrer Bewegung, sondern in ihrem Stillstand, nicht als
    wesentlich veränderliche, sondern als feste Bestände, nicht in ihrem Leben, sondern in ihrem Tod.

    Und indem, wie dies durch Bacon und Locke geschah, diese Anschauungsweise aus der Naturwissenschaft sich in die Philosophie übertrug, schuf sie die spezifische Borniertheit der letzten Jahrhunderte, die metaphysische Denkweise.

    Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, MEW Bd. 20, S. 20
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    schrieb am 03.02.2011 um 13:25
    Ich hoffe, Du bist ein glücklicher Mensch - zumindest vorwiegend.:-)
    Krishnamurti spricht von *Momenten* des Alleinseins, der Konzentration auf sich selbst, der gute Karl meint da etwas anderes.
    Öffne Dich doch einfach mal auch gegenüber anderen als den Marx/Engelschen Sichtweisen.
    Wäre sicherlich eine Bereicherung. Natürlich nur meine Meinung aufgrund eigener Erfahrungen.
    Nimm`s aber bitte nicht allzu ernst - so ist es nämlich nicht gemeint.:-)
    Jeder auf seine Weise!
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    schrieb am 03.02.2011 um 13:50
    Nun, zumindest scheint es, das @topist nicht prinzipiell unglücklich ist, also auch er Momente erfährt, die ihm ein derartiges Gefühl vermitteln. Auch wenn er es einfach ausschliesslich auf seine Reaktionen über die Neuronen-Bewegungen im Gehirn bezieht.
    @topist,
    Deine doch wieder etwas dialektischen Abhandlungen von Marx und Engels begrifflich das Glück zu definieren, das wollte ich eigentlich nicht wissen, sie sind oft genug abstrakt.
    Aber so zwischen den Zeilen zulesen, soweit ich es verstehe, denke ich, dass zumindest das Gefühl "Glück" oder "Zufriedenheit" auch von Dir nicht ausschliesslich auf rationalen Bewegungen fusst, sondern vielleicht auch z.B. wenn Du jemanden mit Deinen Ansichten jemanden geholfen hast, wie auch immer. Ein solches Gefühl darf man ja nicht als egoistisch bezeichnen wollen, denn sonst wäre Emphatie im menschlichen Zusammenleben nur noch als mechanisch zu nennen.
    Aber vielleicht irre ich mich bei meiner Bewertung Deines Geschriebenen ja völlig, kann ja auch sein.
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    schrieb am 03.02.2011 um 14:22
    Gerfi schrieb:

    "Nun, zumindest scheint es, das @topist nicht prinzipiell unglücklich ist..."

    Man muss sich den Topisten als einen glücklichen Menschen vorstellen :-)).


    "... also auch er Momente erfährt, die ihm ein derartiges Gefühl vermitteln."
    Oooooh ja! Einige davon habe ich hier ja schon beschrieben.


    "Auch wenn er es einfach ausschliesslich auf seine Reaktionen über die Neuronen-Bewegungen im Gehirn bezieht."

    Hä? Wie kommst denn darauf?

    "@topist,Deine doch wieder etwas dialektischen Abhandlungen von Marx und Engels begrifflich das Glück zu definieren, das wollte ich eigentlich nicht wissen..."

    Auf deine Fragen habe ich am 02.02.2011 um 13:50 geantwortet. Wäre nett, wenn du darauf konkret eingehen könntest. Soviel Achtsamkeit sollte sein. Hat mir einiges an sehr wertvoller Zeit gekostet.

    " sie sind oft genug abstrakt."

    Bitte weniger Bewertungen abgeben und mehr und bitte auch möglichst konkret auf das Gesagte eingehen.

    "Aber so zwischen den Zeilen zulesen, soweit ich es verstehe, denke ich, dass zumindest das Gefühl "Glück" oder "Zufriedenheit" auch von Dir nicht ausschliesslich auf rationalen Bewegungen fusst, sondern vielleicht auch z.B. wenn Du jemanden mit Deinen Ansichten jemanden geholfen hast, wie auch immer."

    Wenn es mich glücklich macht, jemanden geholfen zu haben, ist der Grund der Freude doch sehr rational. Warum soll Glück irrational sein?

    "Ein solches Gefühl darf man ja nicht als egoistisch bezeichnen wollen"


    Warum nicht? Egoismus ist doch nicht per se schlecht. Blöd wirds doch nur, wenn's schadet.

    "... denn sonst wäre Emphatie im menschlichen Zusammenleben nur noch als mechanisch zu nennen."

    Das ist mir jetzt zu abstrakt, heißt. ich vverstehe es nicht.

    "Aber vielleicht irre ich mich bei meiner Bewertung Deines Geschriebenen ja völlig, kann ja auch sein."

    Wie gesagt: besserals Bewerten ist, ist, konkret aufeinander einzugehen.


    Schönen Tag noch
    Gruß vom Topisten
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    schrieb am 03.02.2011 um 14:42
    "Krishnamurti spricht von *Momenten* des Alleinseins, der Konzentration auf sich selbst, der gute Karl meint da etwas anderes."

    Karl meint, dass diese Momente meist als etwas Quälendes empfunden werden, weil das innnere Band zur Gemeinschaft entweder unsichtbar scheint oder als ein fremdes, äußeres, zerschnippeltes oder unterdrückendes erlebt wird und dass wir das ändern müssten, wenn wir uns in der Einsamkeit nicht unwohl fühlen wollen.

    Krishnamurti hab ich mit Anfang 20 gelesen. Hab nix dagegen, innerhalb meiner selbst umher irrendende Glückmomente zu würdigen. Weiß aber auch, dass es nicht verkehrt ist, ab und zu auch mal über deren soziale Bedeutung nachzudenken (zum Beispiel, wenn mich diese Glücksmomente von der Beendigung einer Arbeit abhalten und mich das daran hindert, meinen Schreibtisch zu verlassen um einen wissbegierigen kleinen Kerl vom Kindergarten abzuholen und dabei mit einem Geschenk zu beglücken)

    Naja, dann halt morgen. Steigert die Vorfreiude :-)

    "Öffne Dich doch einfach mal auch gegenüber anderen als den Marx/Engelschen Sichtweisen.Wäre sicherlich eine Bereicherung."

    Denke dass ich schon recht offen und reich bin.
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    schrieb am 03.02.2011 um 14:47
    Ja, da ist es wieder, das Zerpflücken von Meinungen, Wusste Du lässt mich nicht im Stich.
    Das ist es, mein lieber Topist, was es so schwierig macht, mit Dir zu diskutieren, Du zerlegst die Anmerkungen Deines Gegenüber derart, dass zu mindest bei mir der Eindruck entsteht, es geht Dir nicht um das geäusserte Anliegen, sondern immer um Prinzipielles. Kann doch nicht sein, dass ich , vielleicht auch andere, eine derart fremde Sprache sprechen, dass man darauf nicht auch konkret darauf eingehen kann. Manchmal kommt mir das vor, als ob du Fragen einfach mit Fragen beantworten willst.
    Es wäre wohl zu schwer für mich diesen Dialog weiter zu führen. Mich reizen zwar ab und zu Deine Kommentare, aber Erwiderungen meinerseits würden ins Nirvana führen.

    Dennoch möchte ich Deine Einstellungen im Allgemeinen nicht vermissen, sie zeigen mir zumindest, dass Du ein nachdenklicher, wenn auch dialektisch geschulter und daran orientier Zeitgenosse bist.
    Manches davon ist mir nicht unsympatisch.

    Glückliche Momente wie immer und wo immer!
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    schrieb am 03.02.2011 um 15:01
    Gerfi, merkst du denn gar nicht, dass du derjenige bist, der auf Argumente, Einwände Nachfragen nicht eingeht? Lese dir doch mal alles noch einmal in Ruhe durch und frage danach dein Innerstes, was dich davon abhält, konkret darauf einzugehen?

    Ich finde dichauch symphatisch, aber jetzt hast du mir Anlass zum Ärger über sehr viel verplemperte Zeit gegeben. ...
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:29 von YouMe
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    schrieb am 03.02.2011 um 18:37
    @ H.H.:

    "Denke dass ich schon recht offen und reich bin. "

    Dann ist es ja gut! :-)
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    schrieb am 08.02.2011 um 14:53
    Nichts gegen das Glück des Augenblickes (zum Beispiel beim Schokoladengenuss)!

    Aber ich finde den Blick auf mögliche (und möglicherweise zu beeinflussende) Verlaufsformen von Glück und Unglück interessanter.

    "Der reiche Mensch ist zugleich der einer Totalität der menschlichen Lebensäußerung bedürftige Mensch. Der Mensch, in dem seine eigne Verwirklichung, als innere Notwendigkeit, als Not existiert. Nicht nur der Reichtum, auch die Armut des Menschen erhält gleichmäßig - unter Voraussetzung des Sozialismus - eine menschliche und daher gesellschaftliche Bedeutung. Sie ist das passive Band, welches den Menschen den größten Reichtum, den andren Menschen, als Bedürfnis empfinden läßt."

    Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, MEW Bd. 40, S. 544

    Siehe auch: http://www.future-on-wings.net/konsum/kakao.htm
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    schrieb am 10.02.2011 um 21:08
    hallo annette !

    das sind sehr schöne zitate...werde gleich mal google, was ich noch so von jiddu krishnarmuti finden kann...

    gruß,
    mammutbaumhaus
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    schrieb am 10.02.2011 um 21:29
    Ich finde auch, dass es lohnenswert ist, Krishnamurti mal wieder zu lesen. Ich hatte ihn in meiner Jugend schon mal gelesen, aber das Verständnis für ihn als lebenserfahrene Erwachsene ist doch ein tieferes, als das, welches ich damals hatte.
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    schrieb am 01.02.2011 um 17:27
    Die Frage, die Utopia stellt, lautet doch:"Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?"

    Das ist eine andere Fragestellung, als nach dem "reinen" unkritischen Konsum zu fragen!

    Die Frage, die Utopia gestellt hat, kann ich mit einem eindeutigen Ja beantworten. Es macht mich froh, gesunde, pestizidfreie, gentechnikfreie Biolebensmittel zu kaufen, es macht mich sogar sehr glücklich biologische und faire zart schmelzende Schokolade zu konsumieren :-))
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    schrieb am 01.02.2011 um 18:25
    "es macht mich sogar sehr glücklich biologische und faire zart schmelzende Schokolade zu konsumieren"
    Stimmt..ssogesehen habe ich oben glatt gelogen ;-)
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    schrieb am 01.02.2011 um 22:53
    Sorry lieber BAda

    Aber die Frage lautet

    Macht Konsum glücklich?

    lg martin
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    schrieb am 01.02.2011 um 23:01
    Martin_Tillich am 31.01.2011: "Utopia fragt, ob uns strategischer Konsum glücklich macht...".

    Im Übrigen denke ich, dass mehr von einem gelungenen Zusammenleben als von einem gelungenem Leben die Rede sein sollte.
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:06
    ich hab krishnamurti mit 17 gelesen, bemerkenswert an ihm fand ich ,das er der einzige mir bekannte philosoph war ,ausser montaigne, der sihc gegen gewalt gegen kinder(und explizit fuer respekt vor dem kind)ausgesprochen hatte. es gibt ein buch von ihm zum thema liebe und kinder.
    ab gesehen davon kommt mir vieles im nachhinein ziemlich sinnlos und fast schon deridamaessig vor.ich krieg da kopfweh von.

    aber ich verstehe schon dass du dich angezogen fuehlst ,aber ich finde man muss aufpassen das man nicht in passivitaet verfaellt, das ist ja eine seiner hauptthesen. pasivitaet und gleichmut.
    ich bin der ansicht das emotionen und gefuehle zwar beherrscht aber nicht aufgeloest werden sollten. innere leere ist depression.
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    schrieb am 08.02.2011 um 14:41
    Genau. Was wären wir ohne Leidenschaft?

    "Der Mensch als ein gegenständliches sinnliches Wesen ist daher ein leidendes und, weil sein Leiden empfindendes Wesen, ein leidenschaftliches Wesen. Die Leidenschaft, die Passion ist die nach seinem Gegenstand energisch strebende Wesenskraft des Menschen".

    Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, MEW Bd. 40, S. 579
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    schrieb am 01.02.2011 um 22:49
    Macht Konsum glücklich ?

    Wenn ich eine Tomate aus meinem eigenen Garten vom Strauch strategisch (nur die aller Reifste)konsumiere dann ergibt sich für mich ein Glücksgefühl.
    Der strategische Konsum ergibt sich aus der Tatsache, dass ich Erzeuger und Verbraucher zur gleichen Zeit bin.
    Etwas biologisch erzeugtes , fair gehandeltes zu konsumieren gehört für mich zu einer Selbstverständlichkeit, und alles was selbstverständlich ist, ist mit Glück nicht in Einklang zu bringen.

    Konsum schlechthin kann nur eine vorüber gehende Befriedigung erzeugen.
    Befriedigung hat mit Glück wenig zu tun.
    Und in den meisten Fällen erzeugt Konsum nur eine Ersatzbefriedigung, das ist dann das aller schlimmste.

    Echtes Glück bedeutet für den Menschen:
    Die Drei elementaren Grundbedürfnisse:
    Schlaf
    Liebe und Zuneigung
    Essen

    Alles andere sind Auswüchse unseres Zivilisationswahns, zwar bequem aber im Ernstfall verzichtbar.

    Um zu Verstehen wie das gemeint ist kann ich die Lektüre von Viktor Frankl empfehlen

    lg martin
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    schrieb am 01.02.2011 um 22:55
    "Zivilisation ist die ständige Vermehrung unnötiger Notwendigkeiten..."

    http://www.utopia.de/gruppen/besondere-musik-355/diskussion/kleingeldprinzessin-immer-die-anderen-193261
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    schrieb am 01.02.2011 um 23:10
    Und noch was

    Wenn mich strategischer Konsum glücklicher machen würde wäre es dasselbe wie wenn ich glücklich darüber bin, dass ich darauf gekommen bin, dass physische Gewalt an Kindern kein rechtes Erziehungsmittel ist.
    Das würde bedeuten ich müsste jedes Mal glücklich sein wenn bei einer Verfehlung meiner Kinder mir die Hand nicht ausrutscht.

    Das ich meine Kinder nicht schlage ist selbstverständlich und so sollte auch der Bewusste Konsum selbstverständlich sein, denn bei jeder Misachtung schlage ich meine Umwelt (Natur, Ökologie ect.)
    das anders zu Denken hat für mich etwas arrogantes.

    lg martin
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    schrieb am 01.02.2011 um 23:45
    Macht strategischer Konsum glücklich?

    das kann doch jedern nur für sich selbst beantworten, niemandem absprechen oder verordnen.

    Es gibt da nicht EINE richtige Antwort.

    Aber es ist keine Selbstverständglichkeit strategisch zu konsumieren.
    Solange man sein Gewissen damit nicht reinwäscht, darf man ruhig auch ein gutes Gefühl dabei haben.

    Ich denke alle die hart an einer besseren Welt arbeiten und etwas produzieren, dass ihnen dann auch abgekauft wird und dies sogar mit Freude. Ich denke das sind "kleine Glückswellen" die sich ausbreiten und gegenseitig verstärken können.

    Ich fände es schade, wenn man sich daran nicht freuen kann oder darf ...
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    schrieb am 02.02.2011 um 00:17
    Es sind zwei veschiedene Dinge
    "Selbstverständlich strategisch zu Konsunieren" oder
    "Strategisch zu Konsumieren weil es selbstverständlich ist"

    Aus einer Notwendigkeit würde ich sagen werden wir langfristig gezwungen sein strategisch zu Konsumieren, dann ist es gut wenn es selbstverständlich ist.

    Wenn ich mein Glücksgefühl aus dem generiere das ich, weil ich meine Tomaten biologisch anbaue, damit die Welt rette dann ist es für mich arrogant. Wenn ich sie desalb so anbaue und mein Glücksgefühl in dem finde weil sie schön wachsen und gut gedeien und ich sicher bin das ich keinen Mist esse dann ist es für mich berechtigt. Und wenn sich ein andere über den Genuss meiner Tomaten freut, freue ich mich natürlich mit. was gibt es schöneres ?

    lg martin
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    schrieb am 02.02.2011 um 01:02
    "Wenn ich mein Glücksgefühl aus dem generiere das ich, weil ich meine Tomaten biologisch anbaue, damit die Welt rette dann ist es für mich arrogant"


    Naja, ich würde sagen, dass das eine grandiose Selbstüberschätzung wäre. Und darauf gebautes Glück kann natürlich nicht nachhaltig sein :-)
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    schrieb am 02.02.2011 um 00:57
    "Es gibt da nicht EINE richtige Antwort"

    Genau, und deshalb ist die folgende falsch: "Glück ist nur in einem und bei einem Selbst zu finden."

    :-)
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    schrieb am 02.02.2011 um 13:11
    @topist,
    da Glück für Dich , wenn überhaupt, eine andere Bedeutung hat oder sogar nicht unbedingt ein Gefühl ist, sondern ein religiöser Zustand (falls ich Dich richtig verstanden habe) und von Dir wohl auch sehr gering eingestuft wird,
    würde mich dann schon interessieren, was für Dich Glück bedeutet, wie Du es definierst.
    Ist zwar jetzt am Thema vorbei, aber vielleicht kannst du ja in eigenen wenigen Sätzen dies formulieren, ohne Marx oder Engel zu zitieren.
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    schrieb am 02.02.2011 um 13:22
    Den guten Topisten, lieber Gerfi, scheint es nachhaltig glücklich zu machen, auf alle Fragen des Lebens genau bei diesen beiden Herren eine Anrwort zu finden.
    Solange es ihn nicht in wahnhafte religiöse Verzückung versetzt, sei ihm das doch gegönnt!
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    schrieb am 02.02.2011 um 13:50
    "@topist, da Glück für Dich , wenn überhaupt, eine andere Bedeutung hat ..."

    Eine andere Bedeutung? Von was anders?

    "oder sogar nicht unbedingt ein Gefühl ist, sondern ein religiöser Zustand (falls ich Dich richtig verstanden habe) und von Dir wohl auch sehr gering eingestuft wird.."

    Wenn ich schreibe, dass ich Glauben für keinen sehr zuverlässigen Weg der Erkenntnisgewinnung halte, dann heißt das noch lange nicht, dass ich antireligiös wäre oder Religion "gering einstufen" würde. Für mich ist diese ganze dogmatische Einstuferei sowieso größtenteils unsinnig. Glück kann (!) ein religiöses Gefühl sein. Ob das für den so Fühlenden oder seine Umwelt auch wirklich ein Glück ist, sei genau so dahin gestellt, wie ganz anders gewonnene Glücksgefühle ganz anders "tickender" Zeitgenossen. Ohne, dass der jeweilige Kontext bekannt ist, lässt sich darüber wenig Sinnvolles aussagen.

    Ich sehe Glücklichsein als mehr oder weniger temorären Zustand des Belohntseins, das eine soziale Funktion hat auf die es letztendlich (auch beim "strategischen Konsumieren") ankommt.

    Das innere Belohnungszetrum lässt Hormone ausschütten, die positive Gefühle auslösen, nachdem z.B. irgendeine Arbeit zufriedenstellend erledigt wurde, man ein Lob erfahren oder einen gelungenen Witz gemacht hat. Das ist schön, aber auch ganz schön gefährlich, wenns zum Selbstzweck wird und das Belohnungszentrum ganz und gar verschaltet.

    Zum Beispiel veranlässt es mich immer wieder, hier locker herumzuphilosophieren statt endlich meine überfällige Projektabrechnungen fertig zu stellen und andere wichtige Dinge zu erledigen. Aber es macht so einen Spaß und ist schwupps erledigt :-)).

    Aber wenn es einem z.B. gelingt, nur noch Bio-Fair Schokolade zu essen, und das vielleicht auf einmal Monatlich zu begrenzen, dann darf man darüber schonmal glücklich sein, finde ich. Inwieweit das ein Glück für die Kakaobauern ist, steht auf einem anderen Blatt. Ist aber nicht unwichtig.

    Griuß vom Topisten
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    schrieb am 08.02.2011 um 10:55
    @Gerfi. Naja, ich versuche es mal Punkt für Punkt:

    "@topist, da Glück für Dich , wenn überhaupt, eine andere Bedeutung hat ..."

    Eine andere Bedeutung? Von was anderes?
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    schrieb am 02.02.2011 um 16:11
    JA!!!

    Strategischer Konsum macht eindeutig glücklich.
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    schrieb am 03.02.2011 um 08:29
    Leider Nein! Ich finde strategischen Konsum anstrengend,tu es aber trotzdem weil es notwendig ist ,finde ich. Es beruhigt das Gewissen.
    Gluecklich macht mich schenken und geschenkt bekommen.Schenken ist ja auch eine Art von Konsum(hierzu gibt es angeblich sogar Ergebnisse in der Hirnforschung)

    Ab gesehen davon (Konsum)ist das Glueck etwas sehr individuelles.
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    schrieb am 03.02.2011 um 09:11
    Glück ist ja auch egoistisches Mittel zum sozialen Zweck. Daher ist der Verdacht, dass Unglückliche diesen Zweck verfehlen könnten, nicht unbegründet. Totalitäre Geister ziehen daraus allerdings den Schluss, eine Pflicht zum Glücklichsein einzufordern. Wer die Wonnen des Egoismus dagegen vom sozialen Zweck trennt, könnte sich selbst dazu verdammen (oder verdummen?) , wie Onkel Dagobert in seinem häuslichen Glück herumzuschwimmen und das Gefühl dafür zu verlieren, was es heißt, Unglück zu verbreiten.

    Mich macht im Übrigen grad die Tasse Kaffee glücklich. Hmmm. Herrlich!
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:31 von YouMe
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    schrieb am 03.02.2011 um 10:51
    "Mit Banane? :-)"

    Leide nicht griffbereit :-) Aufs Buttermilchbrot mit Tilsitter kam Senf, was den Glücksfaktor allerdings so sehr steigerte, dass ich doppelt so viel davon genoss, als es wohl gut gewesen wäre. Wenns so weiter geht werde ich noch zum Butterbudda. Was ich eigentlich nicht so ideal fände.

    Tscha, das Glück schein ne ganz verzwickte Sache zu sein.
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    schrieb am 03.02.2011 um 10:39
    mich grad Baguette mit Rucola und Bergkaese! Himmlisch!

    Oh gott,wahrscheins komplett unkorrekt!
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    schrieb am 03.02.2011 um 10:58
    also wenn ich da jetzt so nachspuere..sind Lust und Glueck indentisch...oda?
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    schrieb am 03.02.2011 um 11:06
    Naja, nicht ganz. Manchem macht Lust ja auch unglücklich. Oder gar das Unglück Lust!

    So und nun an die Arbeit, sonst gibt´s argen Verlust.
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:31 von YouMe
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    schrieb am 03.02.2011 um 19:02
    (Überschrift)
    "Macht Konsum glücklich?"

    In dieser Ursache-Folge-Hypothese halte ich das für unmöglich.

    (Frage)
    "Darum fragt Utopia: Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?"

    Konsum kann mir Glückserlebnisse verschaffen, strategischer K. nicht automatisch mehr, nur weil er zielgerichteter erscheint, bewusster angegangen wird. Glück stellt sich, lässt sich m.M. nicht anstreben.

    (aus dem SZ-Interview, Teil 1)
    "Konsum macht einsam"

    Tendentiell teile ich diese Meinung, die Beschäftigung mit einem Konsumgut war früher weniger zeitaufwendig, viele heutige Güter sind technisch anspruchsvoll und stehlen die Zeit für Begegnungen mit Menschen. Umgekehrt haben sich viele Hobbies um technische Geräte entwickelt, die Menschen begegnen sich dort und beschäftigen sich GEMEINSAM mit den Konsumgütern.

    Beispiel Motorclubs. Wären frühere Landwirte um ihre Milchkuh herumgestanden und hätten ihre Euter (der Kuh) bewundert ? Oder die Schnelligkeit ihrer Pferdekutsche bzw. Größe deren Räder ?
    Zweifelsohne, ich kann mir das vorstellen wie auf Viehmärkten aus dem Lebensunterhalt des Kaufens und Verkaufens eine Kultur des gepflegten (Meinungs)Streites ihren Höhepunkt auf jährlichen Märkten findet. Diese Form des Konsums macht keineswegs einsam, weil diese Märkte mit ihren vielfältigen Angeboten sehr selten waren und DESHALB sogar sozial förderlich.

    Unsere gegenwärtige Wirtschaft scheint fast ausschließlich aus Kaufgelegenheit zu bestehen, dank Internet und privaten Verkaufsbörsen bis hinein in unsere Wohnzimmer und Abstellkammern. "Konsum" hat den Charakter der Schnelllebigkeit, der raschen Endlichkeit, die Perspektive des Recyclings angenommen, beim Kauf mache ich bereits Gedanken zum ENTSORGEN der Ware. Ohne sie ein einziges Mal benutzt zu haben.

    Da musste ich von meinen Verwandten früherer Generation lernen, die anders aufgewachsen sind und ihre natürliche Wegwerfmentalität von ungefährlichen Gegenständen auf moderne Chemiecocktail-Konglomerate übertragen haben: Recycling war und ist für sie nur grenzwertig nachvollziehbar, warum, wieso, weshalb ist Atommüll ein Problem ? Da wird der Menschheit schon was einfallen, die haben schon soviel Wunder vollbracht. Die Grenzen des Wachstums oder der Wissenschaft bleibt dieser Wirtschaftswunder-Generation wohl in ihrer Bedeutung verschlossen.

    (aus dem SZ-Interview, Teil 2)
    "Wenn Menschen die Zeit für die Familie fehlt, weil sie für den Lebensunterhalt aufkommen müssen, suchen sie nach Kompensation. Hier offeriert der Markt materiellen Ersatz für Sorge, Freundschaft und Liebe"

    Tiefsinnig und analytisch weitreichend. Das Wohnzimmer auf Rädern ist so eine Kompensation, in der fast alle Aspekte des Lebens zusammenfallen, der motorisierte Wohnwagen könnte wie bei nomadisierenden Völkern (resp. ethnischen Gruppierungen) die logische Konsequenz unseres moderen Lebens sein, auf zweierlei Weise: (1) als Arbeitsnomaden verzichten wir entweder auf Familie oder nehmen sie gleich mit Sack und Pack mit uns, feste Wohnsitze scheinen obsolet. (2) Elektronische Mobilgeräte ersetzen und befriedigen alle Funktionen der menschlichen Existenz: Arbeitszusammenhang, Zugang zu Finanzen, Speicherung von Lebenserinnerungen, Kommunikation mit echten oder virtuellen Existenzen bis zum Liebesersatz.

    Noch scheint Familie und Zuhause ein Hort, der vor Konsum und der damit einhergehenden Ersatzbefriedigung geschützt werden muss. Vielleicht weil uns genetisch/hormonell Familie mehr als rational erstrebenswert bleibt. Hoffentlich gelingt es uns, unsere Vorstellungen von Familie unabhängig von der Werbung aus der Konsumwelt zu entwickeln und zu gestalten.

    Zumindest verbinden die meisten Menschen mit Glück vor allem "Familie", nicht aber Konsum.
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    schrieb am 08.02.2011 um 07:46
    oh ja, danke youme,wie nett!
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    schrieb am 03.02.2011 um 19:42
    Hallo Robinson

    Du sprichst hier viele Aspekte an, vor allem das Glück in der Familie, jetzt gibt es aber unzählige Menschen denen das Glück einer intakten Familie, vieleicht sogar einer Großfamilie mit Oma, Uropa usw. gänzlich fremd ist, die können dann wahrscheinlich mit dieser Qualität von Glück nicht viel oder nur wenig anfangen, dass dann eine Kompensation durch Konsum stattfindet ist möglich. Und das diese Kompensation das vermisste Glücksgefühl einer Familie ersetzen kann ist für mich unwahrscheinlich.

    Ein weiterer Aspekt in Bezug auf Konsum ist die Unmittelbarkeit. Heute bestellt im Internet, morgen geliefert (und über Kredit also noch nicht erarbeitetes Geld bezahlt, wenn der Kredit dann ausgelaufen ist, ist das Ding schon lange im Müll, so viele zur Entsorgung).
    Früher brauchte es einige Zeit wenn man zum Beispiel eine neue Küche haben wollte. Ansparen, suchen, Tischler, Montage usw. Mit der Länge des Wartezustandes stieg auch die Erwartung und das damit verbunden Glücks- und Zufriedenheitsgefühl.

    Das was wir heute erleben an Schnelllebigkeit " Alles und das sofort" nennt man Frustrationstoleranz und die lernt ein Kind im allgemeinen im Alter zwischen 2-4 Jahren. Und nach dem wir in einer Generation des Wirtschaftswunders und den ständigen Wirtschaftswachstums aufgewachsen sind und keinerlei Entbehrungen erleiden mussten ist es für mich selbstverständlich, das die heutige "Konsumgesellschaft" so ist wie sie ist.

    lg martin
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    schrieb am 04.02.2011 um 11:10
    Nein, Konsum macht nicht glücklich. Konsum heißt Verbrauch. Ver-brauchen heißt meines Erachtens, dass man etwas, das man braucht, in einen unbrauchbaren Zustand versetzt oder es verzehrt, es nach dem Gebrauch also nicht mehr da ist, jedenfalls nicht mehr so wie vorher. Das macht nicht glücklich. Auch nicht das Brauchen selbst. Wenn man etwas braucht, aber nicht bekommt, merkt man sicher, dass nicht das Brauchen glücklich macht.

    Es ist die Befriedigung des Bedürfnisses, das hinter dem Brauchen und Konsumieren steht, die glücklich macht.

    Die Frage, ob strategischer Konsum glücklich macht, also ob Strategie glücklich macht, möchte ich auch mit nein beantworten. Denn nicht die Anwendung einer Strategie befriedigt bereits das Bedürfnis, das hinter dem Handeln steckt, sondern erst, wenn die Strategie die erwünschte Befriedigung eines Bedürfnisses als Ergebnis hat, entsteht das Glücksgefühl.

    Wenn Holz im Lagerfeuer brennt, macht das den, der es entfacht hat, glücklich. Das Holz verbrennt bei diesem Vorgang und danach ist es für den selben Zweck, nämlich zu brennen, nicht mehr zu gebrauchen, es ist gewissermaßen verbraucht oder konsumiert. Aber nicht das Verbrauchen des Holzes macht glücklich, sondern die Wärme, das Licht oder der Anblick des Feuers sind das erwünschte Ergebnis. Wenn das Holz beim Brennen nicht verbraucht würde, wäre das Ergebnis - das Glücksgefühl - das gleiche.

    Das Holzverbrennen (=Konsum) kann ich strategisch angehen. Ich kann wohl überlegt das Feuer erst mit Nadelholz - natürlich biologisch und regional - entfachen und dann erst ökologisch korrektes Hartholz nachlegen, das schwerer zu entflammen ist, aber besser heizt. Ich kann das Brennholz geschickt aufschichten, damit es besser und schöner abbrennt.

    Aber nicht die Strategie macht glücklich, sondern das Ergebnis - Wärme, Licht, Schönheit.

    Anderes Beispiel. Der Verbrauch von Kraftstoff macht nicht glücklich, auch nicht wenn er strategisch geschieht, sondern das Erreichen des Ziels mit Hilfe des Kraftfahrzeugs. Natürlich könnte man darüber nachdenken, ob man das Ziel (z.B. einen fernen Ort zu erreichen oder einen Beischlafpartner für sich zu gewinnen) nicht auf andere Weise erreichen kann. Dieses Nachdenken hat die beste Kosten-Nutzen-Relation von allen ökologischen Bemühungen, finde ich.

    Manchmal ist mir ein unvollkommenes Ergebnis lieber als das endlose Warten auf ein perfektes. Natürlich war das jetzt keine wissenschaftlich philosophisch korrekte Abhandlung. Aber ich will nicht alles sofort selbst semantisch zerspanen und pulverisieren, das können andere U topisten besser.
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    schrieb am 04.02.2011 um 13:19
    Schön geschrieben!
    Aber wenn ich mich für das Nadelholz entscheide, macht das schon einen Unterschied, weil es eben noch zusätzlich noch mehr glücklich macht, zu wissen, dass ich dieses für das Feuerchen verwendet habe. ;-)
    Auch das mit dem Ergebnis ("Aber die Strategie macht nicht glücklich, sondern das Ergebnis - Wärme, Licht, Schönheit.") haut nicht ganz hin. Wenn ich z.B. Schokolade kaufe, dann weiß ich mittlerweile, worin der Unterschied liegt, wenn ich Bio- und/oder Fair Trade Schokolade kaufe oder ganz normale. Und weil ich das weiß, schmeckt mir erstere besser. Wüsste ich es nicht, würden mir beide gleich gut schmecken. Die Strategie kann also zum Glück beitragen.

    Insofern wäre meine Antwort, wie schon von jemand anderen genannt, dass strategischer Konsum zwar nicht glücklich macht wie andere, wichtigere Dinge, aber schon ein bisschen glücklich und vielleicht glücklichER und vor allem auch länger glücklich als nicht strategischer. Aber eben nur, weil ich weiß, warum ich strategisch einkaufe.
    ("Zufrieden" wäre eigentlich die bessere Bezeichnung, statt "glücklich".)

    Man könnte es daher auch ganz einfach formulieren: Strategischer Konsum kann nur dann glücklich machen, wenn der Konsument sich dafür entscheidet. Alle anderen sind aber trotzdem glücklich, auch wenn sie nicht strategisch einkaufen, denn sie denken sich ja nichts dabei.

    Auf alle Fälle bin ich froh, die Wahl zu haben und mir darüber bewusst zu sein. Traurig macht mich oft jedoch, dass so wenig andere Menschen darüber nachdenken und sich dessen bewusst sind. Für mich wäre es aber auch nie ein Argument, deshalb aufzugeben und in alte Gewohnheiten zurückzufallen, denn ich könnte über all das gar nicht mehr hinwegsehen, das würde gar nicht funktionieren.
    Und deshalb kann ich auch z.B. keine normale Schokolade mehr 1. kaufen und 2. essen, weil sie mir einfach nicht mehr schmeckt, mit all dem Hintergrundwissen im Kopf.
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    schrieb am 07.02.2011 um 18:02
    "Nein, Konsum macht nicht glücklich."

    Das kann man so nicht sagen, finde ich. Jedenfalls wenn man Wert darauf legt, dass das Gesagte stimmig ist. Also ich habe grad wunderbare GEPA Bio-Schokolade konsumiert und ich muss sagen: ja, dieser wunderbare Konsum hat mich wirklich glücklich gemacht. Gut, dass mich diese Diskussiion ermahnt hatte, dieses Glück auch gebührend zu genießen. Jetzt warte ich mintestens einen Monat auf die nächstem und freue mich schon drauf. Schön ist auch, dass steigende GEPA Umsätze auch die Kakaobauern glücklich machen, die davon profitieren.

    "Konsum heißt Verbrauch. Verbrauchen heißt meines Erachtens, dass man etwas, das man braucht, in einen unbrauchbaren Zustand versetzt oder es verzehrt, es nach dem Gebrauch also nicht mehr da ist, jedenfalls nicht mehr so wie vorher."

    So what? Wenn man das nicht will, müsste man sofort aufhören zu essen, zu trinken und zu atmen. Kein wirklich empfehlenswerter Weg zum Glücklichsein!

    Nicht die Strategie sondern deren Ergebnis macht glücklich? Bis du sicher? Wenn gilt, dass es in Sachen faire und ökologisch verantwortbare Wirtschaftsbeziehungen ohne Strategie zum Glück kein Glück gibt, dann gilt, dass Strategie zumindest im Ergebnis glücklich macht.
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    schrieb am 07.02.2011 um 18:53
    Hallo topist, ich habe ja geahnt, dass so etwas kommt, deshalb habe ich im letzten Absatz geschrieben:

    Manchmal ist mir ein unvollkommenes Ergebnis lieber als das endlose Warten auf ein perfektes. Natürlich war das jetzt keine wissenschaftlich philosophisch korrekte Abhandlung. Aber ich will nicht alles sofort selbst semantisch zerspanen und pulverisieren, das können andere U topisten besser.
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    schrieb am 08.02.2011 um 01:23
    Ich will ja nichts zerspanen (was man grad daran sieht, dass ich manchmal sehr ungehobelt rüberkomme). Im Übrigen denke ich, dass der tiefere Grund des Unbehagens das System der lohnabhängigen Existenz ist. Zu der gehört, dass die durch Vermietung der eigenen Arbeitskraft erworbenen Existenzmittel stets aufs Neue verbraucht werden müssen.
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:31 von YouMe
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 08.02.2011 um 12:33
    @YouMe: Wo steht geschrieben, dass Präzision verwerflich sei?
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:32 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:05
    @ YouMe: Ich lese das, was da steht. Da steht nicht "Präzision ist verwerflich".

    Wenn man unbedingt eine Aussage über "Präzision" zwischen die Zeilen interpretieren will, dann könnte habito gemeint haben, dass andere präziser seien als er selbst. Ich lese eher heraus, dass habito Präzision überhaupt nicht für verwerflich hält, sondern ganz im Gegenteil selbstkritisch einen Mangel an Präzision bei sich selbst feststellt.
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:33 von YouMe
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    schrieb am 04.02.2011 um 13:02
    Nun strategischer Konsum macht mich persönlich zumindest länger und stärker glücklich als der "normale" Konsum. Denn zusätzlich zu der Freude über das Produkt kommt das gute (oder bessere) Gewissen.
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    schrieb am 04.02.2011 um 14:23
    Nicht das Haben macht glücklich, sondern das Sein. Anstatt hinter dem neuesten Handymodell hinterherzulaufen, sollte man die Zeit, die man noch hat, sinnvoll gestalten und das Leben genießen.

    Hier noch mehr geistiger Input:

    http://www.youtube.com/watch?v=CAH0pIUVVyU
    http://www.youtube.com/watch?v=hZUXNpbR6g8&feature=related

    Meine Empfehlung: Erich Fromm (1976): Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft
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    schrieb am 04.02.2011 um 14:30
    Ja klar, sowieso. Danke für die Erinnerung.
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    schrieb am 07.02.2011 um 17:51
    um zu sein muss ich erstmal haben:ein Dach ueber dem Kopf, Brot im Schrank..etc
    Bedingungen die das reine "sein" den Genuss am Dasein ermoeglichen.Muehsal und Not koennen es einem schon vergaellen.
    Ich denke die grossen Philosophen haben fuer die obren 10tausend gegruebelt,zumindest fuer die Mittelschicht.
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    schrieb am 07.02.2011 um 18:13
    So ist es. Ein Dach über den Kopf HABEN ist besser, als obdachlos SEIN.
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    schrieb am 07.02.2011 um 19:35
    Geborgen zu SEIN ist besser als ein Dach über dem Kopf zu HABEN. Ein Dach kann undicht sein und es kann einem auf den Kopf fallen.
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    gelöscht am 08.02.2011 um 01:37 von topist
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:33 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 09:39
    "So kommen wir nicht weiter. Das ist eine hübsche Spielerei mit den sprachlichen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, aber keine Argumente."

    Sei doch nicht so streng. Arbeit UND Spieltrieb machen den Menschen aus :-).
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:32 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:19
    Hallo SILKY,
    "um zu sein muss ich erstmal haben:ein Dach ueber dem Kopf, Brot im Schrank" - wirklich? Der Embryo kann nur SEIN, weil der die Mutter HAT. So könnte man argumentieren. Andererseits: wer hat da wen? Und kann der Embryo tatsächlich etwas oder jemanden HABEN? Oder soll man davon ausgehen, dass WERDENDES Leben ja noch nicht SEIEND SEIN kann? Der Säugling kann nur SEIN, weil er ein Dach über dem Kopf hat und Brot im Schrank? Ich bin mir da nicht so sicher. Wie ist es damit:

    Hunger zu HABEN ist besser als satt zu SEIN. Oder ist das Hunger HABEN die Grundlage dafür, das satt SEIN danach überhaupt wahrnehmen zu können? Ist der erlebte Mangel vielleicht die Voraussetzung für das empfinden Können von Glück oder Glücklichsein? Macht das NICHT HABEN erst empfänglich für das Gefühl von glücklich SEIN?
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    schrieb am 04.02.2011 um 19:14
    Habe Fromm vor kurzer Zeit mal wieder gelesen - lohnenswert, wie ich finde!
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    schrieb am 07.02.2011 um 17:41
    Sicher: lieber satt sein als Hunger haben! Aber auch: lieber noch auf etwas hungrig sein als es satt haben. Oder?

    Übrigens liebe ich meinen Flachbildschirm und dass ich deshalb keinen separaten Fernseher mehr brauche. Und dass Fernsehgucken auch in meiner hinterhäusigen Paterrewohnung richtig Spaß macht, seit der Empfang digital funktioniert. Früher bekam ich nur DDR 1 in einigermaßen Qualität zu sehen. Objektiv gesehen wäre das Glück allerdings größer, wenn die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Montagefabriken menschenwürdiger, alles umweltgerechter gestaltet wäre usw.
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    schrieb am 07.02.2011 um 19:36
    Lieber genug als zuviel.
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    schrieb am 08.02.2011 um 01:36
    Ok, nicht genug haben können, ist in jedem Fall ein trauriges Dasein.
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    schrieb am 08.02.2011 um 12:52
    Hallo topist, der Kommentar "nicht genug haben können, ist in jedem Fall ein trauriges Dasein" als Widerspruch zu "Lieber genug als zuviel" ist kaum hilfreich und konstruktiv, sondern klingt eher boshaft und verletzend.
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    schrieb am 08.02.2011 um 14:36
    "Hallo topist, der Kommentar "nicht genug haben können, ist in jedem Fall ein trauriges Dasein" als Widerspruch zu "Lieber genug als zuviel" ist kaum hilfreich und konstruktiv, sondern klingt eher boshaft und verletzend. "

    Da hast du mich gründlich missverstanden. War sowohl Zustimmung als auch Relativierung. Ein Versöhnungsangebot. Dass in deinen Ohren Ermahnungen zum Mitbedenken des Unglücks derer, die zu wenig zum Leben haben und zum Sterben zu viel, nach Boshaftigkeit und Verletzung klingen stimmt mich traurig. Und dass du das in der Form einer Tatsachenbehauptung vorbringst, hat für mein Gefühl durchaus das Potenzial, verletztend zu sein.

    Aber ist ok. Es stimmt schon, dass mich bestimmte Dinge böse machen. Dazu gehört ein von mir empfundenes Zuviel an Selbstgerechtgkeit.
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    schrieb am 04.02.2011 um 16:24
    Normaler Konsum in der heutigen Zeit ist wie in einem Hamsterrad zu laufen und dabei immer mehr zu beschleunigen. Das bedeutet für den Konsumenten: Immer mehr zu kaufen und das in immer kürzeren Abständen..... und das mit allen schlimmen Folgen für den Konsumenten: Das Geld ist schneller futsch...die Kaufbefriedigungsphase wird immer kürzer und schlussendlich wird man vom "Jäger" zum Gejagten.
    Durch strategischen, bewussten Konsum kann man dieses Verhältnis wieder umkehren und zum "Beherrscher" seiner Kaufentscheidungen werden!
    serpentina
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    schrieb am 04.02.2011 um 19:19
    Das Problem: es befidet sich nicht nur ein Hamster im Rad sondern Millionen oder gar Milliarden. Wenn 10 Prozent andersrum laufen (allso ungefährt 10 x soviel wie der Anteil an Fair Trade Waren), dann läuft das Rad vielleicht eine Idee, weniger schnell, aber durchaus nicht in die von den glückichen Trotzköfen gewünschte Richtung. Und die Hamsterradbetreiben wissen sehr gut, was zu tun ist, damit das so bleibt., wie sie das Hamsterfutter wählen, wo sie es ausschütten usw. Wobei ihnen allerdings auch die "Ein Hamster entscheidet alles Theorie" zugute kommt, die wohl daher rührt, dass Hamster auch ihren Stolz haben und sich nicht gern als Konsumtrottel sehen mögen.

    Natürlich ereichert das Andersrumlaufen die Suche nach Möglichkeiten, an die großen Stellschrauben zu kommen wo niccht nur über die Wahl des Futters entschieden wird, sondern auch i Fragegestellt wird, ob das Hamsterrad eine wirklich artgerechte Tierhaltung ist. Keine Frage. Aber ....

    Gruß vom Topisten
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    gelöscht am 07.02.2011 um 17:41 von topist
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    schrieb am 08.02.2011 um 07:50
    lieber zuviel als zuwenig.,das zuviele kann man dann ja abgeben,herschenken,gluecklich machen und gluecklich werden durchs altruistische TUN.

    war das jetzt eine neue variante?
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    schrieb am 08.02.2011 um 09:52
    Was wir brauchen ist jedenfalls die Fähigkeit, den kapitalistischen Quatsch abzustellen, dass grad weil für zu viel Unsinn zu wenig Arbeitsafwand nötig ist, zu viel Zeit für die Herstellung von zu viel Unsinn verschwendet werden muss. Das ändern geht nur durch einen gemeinsamen Hamsteraufstand. Hamster aller Länder entscheidet euch: Wir sollten die Möglichkeit HABEN, (also imstande SEIN), das Rad der Geschichte so zu drehen, wie es nach gemeinsamer Beratschlagung am sinnvollsten scheint.

    Gruß vom Topisten
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    schrieb am 08.02.2011 um 12:37
    "Lieber zuviel als zuwenig" - wirklich? Ist diese Verallgemeinerung sinnvoll? Lieber Überschwemmung als Dürre? Lieber Fettsucht als Magersucht? Lieber totgearbeitet als arbeitslos?
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    schrieb am 05.02.2011 um 10:12
    Konsum, im Verständnis der Werbenden und Anbieter verstanden, kann nie zu wirklicher, heißt nachhaltiger Zufriedenheit oder sogar Glück führen. Weil jedes Neue Morgen von dem dann Neuen ersetzt und abgelöst wird. Zudem verliert der ständig Verführte die Freiheit unabhängiger Entscheidungen. Nachhaltiges Glück und andauernde Zufriedenheit wird in seltensten Fällen von materiellem Konsum sichergestellt. Dabei gilt selbstredend, daß die Grundbedürfnisse des Menschen erfüllt sind.
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    schrieb am 06.02.2011 um 21:36
    Lieber topist, liebe/r vorbildlich,
    ich habe das Gefühl, dass ihr mein Bild vom Hamsterrädchen sehr gut verstanden habt (Zitate: lieber noch auf etwas Hunger haben als es satt... oder: weil jedes Morgen von dem dann Neuen ersetzt...wird).

    Ich denke, die Werbeindustrie (die Werbenden, bei vorbildlich) ist eine ( mathematisch ausgedrückt) Hilfsfunktion derer, die in Nachhaltigkeit und Bescheidenheit eine Gefahr für ihre eigenen Interessen sehen, weshalb die Anstrengungen der Menschen, die auf Nachhaltigkeit setzten, permanent von der Industrie und ihrer Hilfsfunktion (der Werbung) unterlaufen werden. Siehe "Greenwashing"!

    Ich denke weiterhin, dass die Menschen, die die Fähigkeit zur Bescheidenheit in einer Welt des
    Überflusses sich erarbeitet haben, nicht umhin können, die wirtschaftlichen und medialen Realitäten in ihren jeweiligen Ländern zu erkennen und ihr Augenmerk auf diese Dinge zu legen. Denn, warum sollten wir es nicht tun in einer Welt, die uns Minimalstandards gewährt. Müssen wir erst Ägypter oder Tunesier werden, bevor wir für unsere Interessen arbeiten?

    Schlussendlich denke ich, dass es bereits von einer Art von Verführung zeugt, wenn Menschen in Europa einräumen, "dass die Grundbedürfnisse des Menschen" erfüllt sein müssen.( Dieses Zitat ist kein Angriff auf das Denken von "vorbildlich", sondern ein Anstoß zum Weiterdenken.) Warum verlangen wir einen solchen Mindeststandard der Existenz, an den vor 30 Jahren noch niemand in Europa gedacht hat, obwohl Europa zwei schreckliche Weltkriege hinter sich hatte????
    Weil wir akzeptieren, dass wir in der Sprache des Neoliberalismus vergleichbar geworden sind mit dem 9-jährigen Jungen, der als 13. Kind einer Familie in Indien ,Pakistan, China oder irgendwo in Afrika zur Welt gekommen ist.
    Wenn wir diesem Jungen helfen wollen, dann sollten wir alles daran setzen, die heutigen Konsumbedingungen zu begreifen und ihnen selbstbewusst und wissend entgegentreten.

    Um zu wissen, empfehle ich folgende Lektüre: Norbert Häring: Markt und Macht (Was Sie schon immer über die Wirtschaft wissen wollten, aber bisher nicht erfahren sollten). Verlag Schäfer/Poeschel.
    Hoch bildsame Lektüre für Gutmenschen, Trotzkis und Vorbilder wie mich.
    Serpentina
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    schrieb am 07.02.2011 um 13:09
    ich finde es immer wieder eine Herausforderung nachhaltig zu konsumieren. Das fängt bei Informationen an, die wirklich helfen ein Produkt ehrlich zu bewerten. Da macht es schon mal glücklich sich zu sagen, das brauch ich gar nicht - also kann ich die ganze Inforechche bleiben lassen.

    Und die Belohnung für Nicht-Konsum? Auch nicht ganz einfach. Aber: mit der Zeit lohnt es sich wirtschaftlich. Es ist wie mit dem Abnehmen. Wenig essen und viel bewegen kostet weniger und hilft trotzdem - wow. Wieso verkaufen die nur all diese Schlankheitsmittelchen? Genau: wär viel einfacher was zu schlucken und die Verantwortung beim Hersteller zu lassen.

    Das ist es mit dem Glück auch - man ist schon ein bißchen dafür mit verantwortlich was eine/e glücklich macht. Man kann es sogar lernen - darin sind wir Menschen nämlich richtig gut.

    Schwierigstens dabei ist, dass es einsamer macht, solange das Umfeld sooo glücklich mit "Immer-wieder-das Neueste-haben" ist.
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    schrieb am 07.02.2011 um 17:21
    Die Frage ist jetzt an anderer Stelle beantwortet worden:

    Valentins-Geschenke - Machen Sie Ihre Liebsten damit glücklich.

    http://www.utopia.de/magazin/mit-liebe-die-welt-verbessern-alles-liebe-valentinstag-geschenk-ideen-liebeskarten-reise-gewinnen
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    schrieb am 07.02.2011 um 20:11
    er_LEBST Du schon oder be_SITZT Du noch?
    Ich weiß auch nicht, wie ich da grad drauf komme ;-)

    Und dann fällt mir wieder der schöne Satz ein, den meine Mutter mir immer vorschlug, wenn ich nicht wußte, was ich in die Poesie-Alben schreiben sollte:
    "Nicht wer viel hat, sondern wer wenig bedarf ist reich"

    Damals habe ich den Satz gehasst.
    Zu Teenager-Zeiten hätte mich der Konsum einer neuen, modischeren Hose von Zeit zu Zeit durchaus glücklicher gemacht als die alte, aus der meine Schwester rausgewachsen war.

    Heute kann ich nur sagen, so ist es.
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    schrieb am 07.02.2011 um 20:59
    "er_LEBST Du schon oder be_SITZT Du noch?"

    Scheint, als taumelte das utopistishe Engelsbewusstsein unaufhörlich dem himmlichen Lebenslustwandel entgegen. Kein Wunder, dass der Gedanke, die IKEA Stiftung auf Gemeinwohl zu trimmen, so gar keinen Widerhall findet.

    "Nicht wer viel hat, sondern wer wenig bedarf ist reich"

    Schönes Motto für die nächste Tarifrunde :-)
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    schrieb am 08.02.2011 um 06:46
    Schönes Motto für die nächste Tarifrunde :-)
    Neee...Topist, so einfach kamen m e i n e Chefs nicht weg.
    Ich wollte immer mehr Zeit statt mehr Geld.
    Das hat sie vollkommen aus der Fassung gebracht ;-)

    Aber Scherz beiseite...an dem Satz habe ich seit damals schon so manchesmal gekaut.
    Und habe heute zum Glück keine Scheu mehr, für Leistung auch einen entsprechendenen monetären Wert zu fordern.
    Das war in der Tat mal anders.
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    schrieb am 08.02.2011 um 08:20
    @Maria-L: Ha, der Forderung nach Arbeitszeitverkürzung würde glatt entgegen gehalten werden: "Nicht wer viel Freizeit hat, sondern wer wenig Freiizeit bedarf ist reich" ;-)

    Aber, naklar: dass die große Mehrheit der Menschen Produktivitätsfortschritte nicht ausreichend in Zeitsouveränität verwandeln können, ist eines der Hauptprobleme des kapitalistischen Wirtschaftens.
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    schrieb am 08.02.2011 um 08:27
    @ Maria L:

    "Ich habe heute zum Glück keine Scheu mehr, für Leistung auch einen entsprechendenen monetären Wert zu fordern."

    Und wenn deine Kunden genug Geld HABEN, können sie glückliche Besitzer eines wunderbaren Stücks Käse SEIN. (Und ihr strategischer Kunsum würde dich vermutlich auch happy machen).
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    schrieb am 08.02.2011 um 07:22
    Wenn ich so die Kommentare auf mich einwirken lasse, bewegt sich das Spektrum zwischen Verzicht und Genuss.
    Wir können doch gar nicht leben ohne Konsum.
    Nur - es ist für mich wichtig, meine Konsumentscheidungen (zumeist sind es ja Kaufentscheidungen) bewusst und reflektiert zu treffen.

    Ein schönes Harris-Tweed-Sakko kann für einen Englandfan eine nicht nur kurzfristige Freude bedeuten.
    Es ist handgewebt, gibt Menschen Arbeit und Geld, es ist ein langlebiges Produkt (also nachhaltig) und es ist ein überaus schönes und nützliches Bekleidungsstück.

    "Denn an der Farbe [der Kleidung] läßt sich die Sinnesweise, an dem Schnitt die Lebensweise des Menschen erkennen." (Johann Wolfgang von Goethe)
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    schrieb am 08.02.2011 um 07:38
    [gelöscht]
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    schrieb am 08.02.2011 um 07:52
    ja es gibt sicher eine politik der kleidung,da stimme ich dir gerne zu.
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    schrieb am 08.02.2011 um 09:05
    "Erst muss der Begriff "Konsum" definiert werden."

    Hihi, eine typische Philosophinnenantwort! :-))))

    Ist aber längst geschehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Konsum

    Leider fehlt dort die Marx'sche Sicht die ökonomisch wertproduktiven Konsum von Arbeitskraft durch die Unternehmen und den für die Unternehmen ökononmisch nicht wertproduktiven eigenen Konsum der Arbeitskräfte unterscheidet. (Wobei der ökonomische Wert der Arbeitskraft grad vom Wert der Konsumgüter abhängt, die zu deren Reproduktion gebräuchlich sind. Ein zu hoher ökonomischer Wert der Arbeitskraft mindert aus Sicht der Arbeitskraft Konsumierenden allerdings deren Gebrauchswert.

    "Die Verwendung der Produkte wird bestimmt durch die sozialen Verhältnisse, in welchen sich die Konsumenten befinden, und diese Verhältnisse selbst beruhen auf dem Gegensatze der Klassen.

    Die Baumwolle, die Kartoffel und der Branntwein sind Gegenstände des allgemeinsten Gebrauches. Die Kartoffeln haben die Skrofeln erzeugt; die Baumwolle hat zum großen Teil die Schafwolle und das Leinen verdrängt, obwohl Leinen und Schafwolle in vielen Fällen von viel größerem Nutzen sind, sei es auch nur in hygienischer Beziehung. Endlich hat der Branntwein über Bier und Wein gesiegt, obwohl der Branntwein als Genußmittel allgemein als Gift anerkannt ist. Während eines ganzen Jahrhunderts kämpften die Regierungen vergeblich gegen das europäische Opium; die Ökonomie gab den Ausschlag, sie diktierte dem
    Konsum ihre Befehle.

    Warum aber sind Baumwolle, Kartoffeln und Branntwein die Angelpunkte der bürgerlichen Gesellschaft? Weil zu ihrer Herstellung am wenigsten Arbeit erforderlich ist und sie infolgedessen am niedrigsten im Preise stehen. Warum entscheidet das Minimum des Preises in bezug auf das Maximum der Konsumtion? Vielleicht etwa wegen der absoluten Nützlichkeit dieser Gegenstände, wegen der ihn en innewohnenden Nützlichkeit, wegen ihrer Nützlichkeit, insofern sie auf die nützlichste Art den Bedürfnissen des Arbeiters als Mensch und nicht des Menschen als Arbeiter entsprechen?

    Nein - sondern weil in einer auf das Elend begründeten Gesellschaft die elendesten
    Produkte das naturnotwendige Vorrecht haben, dem Gebrauch der großen Masse zu dienen.

    (...)

    In einer künftigen Gesellschaft, wo der Klassengegensatz verschwunden ist, wo es keine Klassen mehr gibt, würde der Gebrauch nicht mehr von dem Minimum der Produktionszeit abhängen, sondern die Produktionszeit, die man den verschiedenen Gegenständen widmet, würde bestimmt werden durch ihre gesellschaftliche Nützlichkeit"

    Marx: Das Elend der Philosophie, MEW Bd. 4, S. 92-93
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:30 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 10:30
    Ja, da muss der Soziologielehrling neidlos erkennen: Philosophie kann zu großer Pfiffigkeit verhelfen. (Oder Pfiffigkeit zu großer Philosophie?)

    Allerdings würde ich nicht nach "der" Definition des Begriffs "Konsum" fragen sondern danach, was die einzelnen Diskutanten (und Diskuonkel?) darunter jeweils verstehen. Denn ich möchte mich doch relativ autonom entscheiden können, was ich mit dem Begriff "Konsum" verbinde.

    Alles ist ja auch vom Kontext abhängig. Wenn in kritischer Absicht von "Konsum" oder "Konsumismus" die Rede ist, (was m.E. die angemessenere Wortwahl wäre), dann drückt das m.E. ein Unbehagen an einem Zustand von Entfremdung aus, also dass die Lebenszusammenhänge nicht bewusst hergestellt werden können, dass sich diese "hinter den Rücken der Menschen" vollziehen ohne dass sie sich deren Voraussetzungen und Folgen durch den Kopf gehen lassen müssen. Was eine der menschlichen Art gerecht werdende Haltung naturgemäß schwer macht, weil man schließlich hinterher nicht für das eigene Tun gerade stehen braucht. Um diesen, die menschliche Vorgeschichte kennzeichnenden Zustand aber zu beenden ...

    Hier gehts weiter ;-) http://hhirschel.wordpress.com/damit-die-entfremdung-eine-unertragliche-macht-wird/


    Gruß und nen schönen Tag wünscht der Topist
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:30 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 11:49
    Konsum ist nicht Besitz, sondern Verbrauch. Man kann auch verbrauchen, was man nicht besitzt - zum Beispiel die Geduld der Mitmenschen oder diesen Planeten.
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:30 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:36
    @ YouMe: Anschaffen und Liegenlassen kann auch Verbrauchen sein. Egal ob Käse oder modische Kleidung oder dergleichen: das wird schlecht, auch wenn es nicht verwendet wird.
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:53
    "Konsum ist nicht Besitz, sondern Verbrauch. Man kann auch verbrauchen, was man nicht besitzt"

    Genau, Besitz ist nur das Recht, etwas mit etwas zu tun, das den Besitzer vielleicht ein wenig glücklich macht, also z.B. es zu konsumieren. Mietet ein Geldbesitztum dessen Existenzberechtigung die Verglößerung seines Geldbesitzes ist, zum Beispiel Arbeitskräfte, hat es das Recht erworben, diese für die verabredete Zeit produktiv zu konsumieren, d.h. zur Herstellung von irgend etwas nutzen zu dürfen, das es hinterher allein und allein deshalb besitzt um es durch Verkauf an Geldhaber, (die davon ausgehen, dem Hergestellen zu bedürfen), in mehr Geldbesitz verwandeln zu können.

    Und insofern Menschen mit dem Erwerb des Rechts, das Erworbene zu nutzen, zu Geldhabenichtsen werden, und nun gewahr werden, dass ohne Mos nix los ist und ohne Geld zu haben nicht einmal das Nötigste zum Überleben zu haben wäre, müssen sie schauen, was sie denn nun an Brauchbaren besitzten, das sie gegen Geld verkaufen oder vermieten ließe. Schließlich sind Menschen Naturwesen, die essen und trinken müssen, ein dach über den Kopf brauchen usw.. Und...

    ".... aus der Naturbedingtheit der Arbeit folgt, daß der Mensch, der kein andres Eigentum besitzt als seine Arbeitskraft, in allen Gesellschafts- und Kulturzuständen der Sklave der andern Menschen sein muß, die sich zu Eigentümern der gegenständlichen Arbeitsbedingungen gemacht haben. Er kann nur mit ihrer Erlaubnis arbeiten, also nur mit ihrer Erlaubnis leben."

    Marx: Kritik des Gothaer Programms, MEW Bd. 19, S. 15

    Was erklärt, warum so viel Unsinn produziert und als Ausgleich für die Pein des sinnlosen Schuftens schließlich auch verlangt wird.

    Die Frage nach dem Glücklichmachen von strategischem Konsum geht allerdings von Menschen in Regionen, Schichten oder historischen Entwicklungsstufen aus, die auch als Arbeitskraftvermieter, Dienstleistungsverkäufer oder gar kleine Geldvermehrrungstümler so viel Geld übrig haben und so gebildet und sozialisiert sind, dass sie ein wenig Spielraum genießen können bei der Wahl der Subsistenzmittel (Lebensmittel oder Arbeitsplätze). Und die erzwungene Kopplung von persönlichem Glück und dem Unglück anderer (oder umgekehrt) als Quelle des eigenen Unglicklichseins sehen (können). Das Glücklichsein, nach dem gefragt wurde, ist also, insofern Gefühl, die nach dem gefühlten Bewusstsien, Spielrräume zur Minimierung dierser Quelle des Unglücks zu nutzen.

    " - zum Beispiel die Geduld der Mitmenschen oder diesen Planeten."

    A pro Po Planetenbesitz:

    "Vom Standpunkt einer höhern ökonomischen Gesellschaftsformation wird das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so abgeschmackt erscheinen wie das Privateigentum eines Menschen an einem andern Menschen. Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen."

    Marx: Das Kapital, MEW Bd. 25, S. 784
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    gelöscht am 08.07.2011 um 18:30 von YouMe
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    schrieb am 08.02.2011 um 11:28
    Lieber Alfred, dem Beispiel mit dem Harris-Tweed-Sakko kann ich absolut zustimmen. Mein Mann besitzt zwei dieser Exemplare seit über 20 Jahren. Ob ihn das aber zu einem glücklicheren Menschen macht, wage ich zu bezweifeln. :-)) Aber ich weiß, was Du meinst. Dieser "Konsum" ist sicherlich nachhaltiger als der eines billigen und der Mode unterworfenen Artikels.
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:33
    @ YouMe: Anschaffen und Liegenlassen kann auch Verbrauchen sein. Egal ob Käse oder modische Kleidung oder dergleichen: das wird schlecht, auch wenn es nicht verwendet wird.

    Das ist jetzt in die falsche Ebene gerutscht. Ich versuche es nochmal.
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    schrieb am 08.02.2011 um 13:44
    Die Frage war doch eigentlich, ob STRATEGIE glücklich macht und nicht ob Konsum glücklich macht.

    "Darum fragt Utopia: Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?"
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    schrieb am 08.02.2011 um 15:01
    Ohne jetzt hier alles gelesen zu haben: Natürlich kann Konsum an sich und auch in strategischer Form glücklich oder zumindest zufrieden machen.

    Wenn ich mir ein tolles Biosteak zubereite oder mir etwas neues aus den Bereichen CD, Vinyl oder Buch gönne, dann freue mich darüber :-))

    Der strategische Konsum an sich erzeugt aber wohl eher eine Grundzufriedenheit, besondere Anschaffungen können glücklich machen. Wenn ich also in den nächsten Monate eine neue Gitarre erwerbe, dann bin ich definitiv glücklich!

    Irgendwie erscheint mir "Glück" auch nicht der richtige Ausdruck zu sein, dass hat immer so etwas von kurzfristigem Gefühl. Daher finde ich im Zusammenhang mit strategischem Konsum (vor allem bezogen auf den Alltag und die persönlichen Lebensumstände) Zufriedenheit viel passender.
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    schrieb am 08.02.2011 um 15:06
    Glück und glücklich sein ist relativ, oder: "Jeder ist seines Glückes Schmied".
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    schrieb am 10.02.2011 um 18:50
    Vor wunschlos glücklichen Kunden brauchen wir uns nicht fürchten: Die Wünsche der Menschen sind unbegrenzt.

    Bei den Utopisten richten sich die Wünsche vielleicht weniger auf Konsumartikel und mehr auf ideelle Werte wie eine nachhaltigere Welt. Wenn wir im Einklang mit unseren inneren Antrieben handeln, werden wir glücklich. Das gilt bei strategischem Konsum genauso wie beim üblichen Konsum. Die Herausforderung ist, unsere Mitmenschen so "umzuprogrammieren", dass sie den inneren Antrieb verspüren, mitzumachen. Das geschieht am besten durch erfolgreiche Vorbilder, denke ich.

    http://www.utopia.de/blog/sedl/wie-koennen-wir-die-welt
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    schrieb am 10.02.2011 um 18:59
    "Wenn wir im Einklang mit unseren inneren Antrieben handeln, werden wir glücklich."
    Was genau meinst Du mit Deinen "inneren Antrieben"?

    "Die Herausforderung ist, unsere Mitmenschen so "umzuprogrammieren", dass sie den inneren Antrieb verspüren, mitzumachen. Das geschieht am besten durch erfolgreiche Vorbilder, denke ich."
    Solange Du bei Dir selbst bleibst und Dich auf Deine eigene Vorbild-Funktion konzentrierst, kann ich mit dieser Aussage leben. Das Wort "umprogrammieren" löst bei mir aber innerliche Abwehr aus. Ich möchte nicht umprogrammiert werden und auch nicht missioniert!

    Je mehr wir bei uns selbst bleiben können, desto glaubwürdiger sind wir. Und vielleicht auch desto glücklicher ;-)
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    schrieb am 11.02.2011 um 08:03
    Da hab ich wieder ein Reizwort verwendet. ;-) Selbstverständlich möchte niemand umprogrammiert werden. Das macht die Weltrettung ja so schwierig. Die "inneren Antriebe" sind die Gefühle, und die wurden von der Natur dazu erfunden, dass wir genau das tun, was *für uns* am besten ist (Ausnahmen sind selten). Wär blöd, wenn uns irgendjemand darauf "programmieren" könnte, das zu tun, was für *ihn* am besten ist (guten Rednern gelingt das dennoch). Dann würden wir das Ziel, warum uns Mutter Natur in die Welt gesetzt hat, nicht erreichen.

    Vor allem auch das soziale Umfeld "programmiert" uns. Der soziale Druck auf Abweichler kann enorm sein. Deswegen müssen ein paar mutige Utopisten vorangehen.
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    schrieb am 11.02.2011 um 13:37
    "Selbstverständlich möchte niemand umprogrammiert werden."

    Genau, das verbietet sich.

    "Das macht die Weltrettung ja so schwierig."

    Wie bitte? Die Welt retten?

    Omnipotenzfantasien sind ja meist Zeichen größter Ohnmacht. Und die Gründe dafür gilt es wohl aufzuspüren.

    "Die "inneren Antriebe" sind die Gefühle, und die wurden von der Natur dazu erfunden, dass wir genau das tun, was *für uns* am besten ist."

    Die Evolution, hat uns zwar das Belohnungszentrum geschenkt http://de.wikipedia.org/wiki/Belohnungszentrum. Aber schon die Frage, wer mit dem "uns" gemeint ist, das das Wohlgefühl voranbringen will, wer im welchem Umfang unter welchen Umständen und welcher Hinsicht dazu gehört usw. ist keine Frage der Natur mehr sondern der historischen Umstände, Aufgaben, Handlungsbedingungen usw. also von gesellschaftlicher Natur.

    Bei menschlichen Interaktionen sind "Außen" und "Innen" zudem nicht einfach Gegensätze. Menschen verinnerlichen äußere Umstände, Anforderungen, Rechtfertigungsgelegenheiten usw. Machen sich diese zu eigen. Es kann deshalb nicht schaden, soziale (bzw. ökologische) Bedeutungen von persönlichem Glück im Blick zu haben.

    "Dann würden wir das Ziel, warum uns Mutter Natur in die Welt gesetzt hat, nicht erreichen."

    Huch?

    Was soll das für ein Ziel sein? Vater Natur zu werden, damit sie nicht so einsam ist und sich weiter fortpfanzen kann?

    "Der soziale Druck auf Abweichler kann enorm sein. Deswegen müssen ein paar mutige Utopisten vorangehen."

    Und sozialen Druck ausüben? Wie genau? Wo? Wann?

    Vielleicht muss auch die Möglichkeit her, Ökoziele weltgemeinschaftlich zu ermitteln. Und die, die ermittelten Ziele auch verwirklichen zu können. Die Taz berichtete unlängst von einem interessanten Ansatz, der mir in genau diese Richtung zu gehen scheint:

    http://taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/diaet-fuer-die-fetten-und-reichen/
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    schrieb am 10.02.2011 um 19:33
    @lukita: was genau heisst fuer dich "bei sich selbst bleiben"? Fuer mich sagt das nichts aus.
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    schrieb am 10.02.2011 um 20:27
    @SILKY:

    Für mich heißt das, dass ich lerne, auf meine elementaren Bedürfnisse zu achten. Konkret: Wieviel Schlaf brauche ich? Wieviel Ruhe, wieviel frische Luft, wieviel Bewegung, wieviel und welchen sozialen Kontakt und welche Nahrung? Alles weitere geht dann ja schon in den Konsum-Bereich rein. Und da ist es für mich wichtig, dass ich mir bewusst bleibe, wofür ich etwas brauche. Ist es vielleicht Kompensation für eines der elementaren Bedürfnisse, die ich anders gerade nicht befriedigen kann?
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    schrieb am 10.02.2011 um 20:30
    Ich verstehe das mit dem "bei sich selbst bleiben" so, daß ich in der Regel genug zu tun habe, wenn ich versuche, nach meinen eigenen Wertvorstellungen zu leben.
    Und zwar so zu leben, daß andere Menschen anfangen sich dafür zu interessieren, warum ich in vielen Punkten nicht Mainstream lebe...weil ich offensichtlich einen zufriedenen Eindruck mache.

    Umprogrammieren möchte ich auch niemanden und ensprechende Versuche anderer, m i c h umzuprogrammieren, sind kläglich gescheitert.

    Was nicht heißt, daß ich mir nicht gerne von anderen was abgucke, wenn es für mich einen Sinn macht und wenn es mir einleuchtet...
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    schrieb am 10.02.2011 um 20:48
    @lukita
    Im Großen und Ganzen verstehe ich das was du meinst als Will ich das was ich will oder will ein anderer in oder außerhalb von mir das was ich will.
    Am schlimmsten ist es wenn andere glauben zu wissen was ich wollen soll.
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    schrieb am 10.02.2011 um 21:07
    Bloß: Wer bin ich überhaupt? Und wer sind die anderen?
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    schrieb am 10.02.2011 um 22:52
    Lukita ein süßes Schweinchen ? .-)) .... Richard-Burgenlandler ein Erntedankkorb ?
    Das ist eine gut Frage die man glaube ich nur mit sich selbst ausmachen kann, aber dabei stellt sich die Frage erneut. Wir drehen uns halt alle im Kreis.
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    schrieb am 11.02.2011 um 08:44
    @lukita: danke fuer deine erklaerung,ich denke:
    .Um bei sich zu sein,muss man erstmal genau wissen wer man ueberhaupt ist, fuer mich heisst das zu wissen(spueren) was die eigenen,authentischen beduerfnisse und echten (moralunabhaengigen) gefuehle sind.und dann auch dazu zu stehen; sich selbst verstehen ist eine wichtige grundlage,denke ich, um andere zu verstehen und um gegen manipulation gewappnet zu sein. aber mir scheint ,das es fuer die meisten leute (das warum ist in meinen augen ein thema fuer sich) sehr schwierig ist, sich nicht selbst zu verraten.
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    schrieb am 13.02.2011 um 19:16
    im Vorwort des Buches "Gedächtnis" vonLarry R. Squire und Eric R. Kandel (Nobelpreisträger) steht: "Wir sind,wer wir sind,weil wir uns an das erinnern können,was wir gedacht haben.Wie wir in den folgenden Kapiteln zeigen möchten,verdanken wir jeden Gedanken, den wir haben, jedes Wort, das wir sprechen, jede Handlung, die wir ausführen-sogar unser Gefühl für uns selbst und unsere Verbundenheit mit anderen-, unserem Gedächtnis, der Fähigkeit unseres Gehirns, unsere Erfahrungen aufzuzeichnen und zu speichern. Erinnerungen sind der Kitt,der unser geistiges Leben zusammenhält, das Gerüst, das unsere persönliche Geschichte trägt, und sie sind es, die uns ermöglichen, im Laufe des Lebens zu wachsen und uns zu verändern."Und:"In den letzten beiden Jahrzehnten hat eine Revolution stattgefunden,was unser Verständnis des Gedächtnisses und jener Vorgänge angeht, die ablaufen, wenn wir lernen und uns erinnern."
    gruss
    silky
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    schrieb am 14.02.2011 um 22:31
    @Silky
    Das Vorwort aus dem Buch klingt als Ansatz schon mal ganz gut, ist mir aber ein wenig zu eindimensional. Wenn ich das richtig verstehe entwickelt sich die Persönlichkeit aus der Form der Gedanken und Erinnerungen im Laufe des Lebens zu dem was sie gerade ist.
    Ich gehe davon aus das Talente, Charaktereigenschaften all das was bei einem Menschen individuell bereits bei oder vor seiner Geburt vorhanden sind. Mir gefällt dabei der Ansatz besser " Ich bin der ich werde" ... wenn ich die vorbehaltlose geistige Fähigkeit dafür entwickeln kann.


    Das Buch steht auf jeden Fall auf meiner Liste
    lg martin
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    schrieb am 14.02.2011 um 22:44
    Zu dem Buch gibt es übrigens auch einen Film: http://www.youtube.com/watch?v=aTTAW2UBtw8
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    schrieb am 14.02.2011 um 22:53
    Apropos: In der BBC Dokumentation the "The Century of the Self" von Adam Curtis geht es um psychologische Aspekte und um Manipulation im Dienste von Regierungen und Firmen... den Link zum Film und ein paar interessante Gedanken dazu gab es mal in einer guten Frage: http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/was-steckt-dahinter
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    schrieb am 20.07.2011 um 18:54
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