Diskussion

Macht Konsum glücklich?


"Die größte Bedrohung für eine Gesellschaft, die das Glück zur höchsten Maxime erklärt hat, ist ein wunschlos glücklicher Kunde. Er kauft ja nichts mehr ein". So lautet der letzte Satz des SZ-Interviews mit Zygmunt Bauman.

Konsum soll unsere Bedürfnisse befriedigen, Konsum soll uns glücklich machen. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt oder für eine gewisse Zeit. Nur kurz sollen wir uns über das neuste iPhone freuen und so schnell wie möglich vom Folgemodell träumen.  Das Glück des Konsums ist unmittelbar, aber währt nicht lange. Oder in den Worten Baumans: „ Sie [die Konsumgesellschaft] verspricht das sofortige Glück im Diesseits“.

Gegenüber den Heilsversprechen diverser Religionen ist das ein Vorteil. Diese versprechen bisweilen ein paradiesisches Glück im Jenseits. Insofern sind sie dem strategischen Konsum nicht unähnlich. Als dessen Endziel gilt das Verhindern des großen Kollaps. Dieser wird zwar nicht in der Ewigkeit, aber auch nicht in der unmittelbaren Zukunft verortet. Zudem funktionieren die Grundsätze des strategischen Konsums gegensätzlich zum konventionellen Konsumglück: Jemand, der nichts – oder realistischerweise wenig – kauft, ist ein guter strategischer Konsument. Die Güte des Glücks liegt auch nicht der Masse, sondern in der Qualität des Konsumierten, die vor allem von dessen Produktionsbedingungen (ökologischen und sozialen Standards) abhängig ist. Qualität kostet: der strategische Konsument zahlt oft mehr, zudem ist er angehalten, auf die ein oder Sache zu verzichten.

Sofortiges Glück im Diesseits scheint damit schwer zu erreichen.
Darum fragt Utopia: Macht es Sie glücklich, strategisch zu konsumieren?

Foto: .marqs / Quelle : photocase


Strategisch konsumieren in Ihrer Stadt


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    madt
    schrieb am 20.07.2011 um 18:54
    Ich kann nur sagen: Protect me from what I want! http://lib.haifa.ac.il/collections/art/modern_art/artists-h/images/mod4_hol_5.jpg
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    Richard-Burgenlandler
    schrieb am 10.02.2011 um 20:48
    @lukita Im Großen und Ganzen verstehe ich das was du meinst als Will ich das was ich will oder will ein anderer in oder außerhalb von mir das was ich will. Am schlimmsten ist es wenn andere glauben zu wissen was ich wollen soll.
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