"Weil wir es ernst meinen!"

Moderator: Hallo und herzlich willkommen zum heutigen Utopia-Chat mit dem Vorstandsvorsitzen den Deutschen Telekom AG René Obermann. Wir haben bereits viele spannende Fragen vorab zugeschickt bekommen und freuen uns auf weitere interessante Fragen und Anregungen. Es handelt sich wie immer um einen moderierten Chat, das heißt: Alle Fragen werden von einem Moderatoren-Team verwaltet und an die Chat-Hauptperson nach und nach weitergeleitet. Um 11:30 Uhr geht es los. Sie können jetzt schon Ihre Fragen stellen.
Es ist 11:30 Uhr, der Chat beginnt.
Wie immer die Startfrage: Lieber Herr Obermann, sind Sie bereit?

René Obermann: Ja, herzlich willkommen, kann losgehen!

Moderator: Bevor wir zu den Chatfragen kommen, möchte ich noch auf den bisherigen Tag eingehen. Sie, Herr Obermann, haben das Utopia Changemaker-Manifest unterzeichnet, das wir auch auf dem Telekom-Profil auf Utopia eingestellt haben. Warum haben Sie sich dazu entschieden, das von Utopia entwickelte Manifest zu unterzeichnen?

René Obermann: Weil wir es ernst meinen und das auch zeigen wollen. Wir wissen, dass wir uns damit einer öffentlichen Beobachtung noch stärker als bisher unterziehen.

Moderator: Was sind die wichtigsten Ziele der Telekom im Changemaker-Manifest?

René Obermann: Die Ziele sind uns alle wichtig. Ein zentrales Thema ist natürlich der Klimaschutz und die CO2-Reduktion.

Moderator: Strom ist ein absolut wichtiger Hebel im Bezug auf Nachhaltigkeit. Die Frage mit den meisten Nutzerbewertungen bezieht sich auf das Thema Ökostrom:

René Obermann: Um uns vom Stromeinkauf unabhängiger zu machen, haben wir mit Pilotprojekten zur dezentralen Versorgung begonnen. Wir betreiben schon an zehn Standorten Photovoltaikanlagen, die sind allerdings noch teuer und wir können sie nicht überall einsetzen, jedenfalls noch nicht.

Bernd: Warum benutzt die Telekom keinen Ökostrom von einem der vier reinen Ökostrom-Anbieter? Wenn diese nicht genug Strom liefern können, könnte die Telekom doch durch die Investition in erneuerbare Energien dafür sorgen, dass sich das ändert?

René Obermann: Das Thema ist komplex. Wir haben keinen einzelnen Stromanbieter. Wir beziehen den "Deutschland-Mix" mit rund 17% Ökostrom. Strom kommt hauptsächlich aus bestehenden Wasserkraftwerken, perspektivisch wollen wir den Öko-Stromanteil steigern. Hierfür beobachten wir Technologie-Entwicklungen wie die Brennstoffzelle, Blockheizkraftwerke und Geothermie

werner: Was braucht weniger Strom: Festnetz oder Mobilfunk? (eigene Geräte und Netzwerk, wie Sendemasten, Vermittlungsstellen, etc.)

René Obermann: Hierauf gibt's keine generelle Antwort. Die Netze muss man im Verbund sehen, mobile basiert zu einem grossen Teil auf Leitungsanbindung. Physikalisch braucht Funk mehr Energie als Festnetz-Kupferkabel.

Moderator: Mobilfunk ist ein gutes Stichwort.
Die Nutzer bewegt das Thema Sendemasten sehr stark:

Boris Langer: Wie lässt sich der massive Ausbau Ihrer Mobilfunknetze und WLAN-Hotspots mit Nachhaltigkeit vereinbaren? Es gibt zahlreiche Hinweise auf gesundheitliche Risiken und Umweltrisiken durch diese Funknetze (gepulste Hochfrequenzstrahlung).

René Obermann: Sicherheit und Umweltverträglichkeit hat für uns höchste Prio, wir stützen uns auf Expertenurteile der anerkannten Gremien (z.b. WHO).
Das gilt auch für Wlan, alle unsere Produkte und unsere Mobilfunknetze halten die Grenzwerte und Sicherheitsstandards ein. Ausserdem unterstützen wir die Forschung, um weitere Klarheit darüber zu bekommen

XTina: Wie stehen sie persönlich und privat zum Thema Nachhaltigkeit? Stichwort Nachhaltigkeit zu Hause?

René Obermann: Ich achte auf eine energieeffiziente Nutzung von Geräten, nehme nicht für jeden Weg das Auto und fahre auch selber kein allzu grosses Auto mehr, sondern achte auf den Verbrauch und CO2-Ausstoss. Ausserdem engagiere ich mich für soziale Belange z.b. im Bereich der Jugendarbeit.

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  • visionaerin
    schrieb am 24.04.2010 um 21:27
    bada hat mir bereits alles vorweggenommen; so viele nichtssagende Äußerungen von Herrn Obermann habe ich nicht erwartet!
  • alsterbro
    schrieb am 23.04.2010 um 17:48
    Die im Pre-Chat auf Platz 1 gelistete Fragen nach Ökostrom bezog sich sicherlich auf die Tatsache, dass die Telekom mit RECS-Zertifikaten arbeitet, um den bezogenen Atom- und Kohlestrom als 100% erneuerbar deklarieren zu können.
    Diese Frage war Herrn Obermann sicherlich vorher bekannt und es ist inakzeptabel, wenn er dieses Thema als komplex kennzeichnet und dann ausweichend antwortet. Auch hätte der Moderator nachfassen müssen. So entsteht der Eindruck, dass Utopia.de das Greenwashing der Telekom unterstützt.
    Der von René Obermann genannte 17% Ökostrom-Anteil entspricht ziemlich genau dem erwarteten Ökostrom-Anteil im Netz in 2010, also wird die Telekom auch 2010 den normalen Graustrom aus Atom- und Kohlestrom beziehen. Aber Herr Obermann will "perspektivisch den Öko-Stromanteil steigern". Und er "beobachtet Technologie-Entwicklungen wie die Brennstoffzelle, Blockheizkraftwerke und Geothermie".
    Kein Kommentar.
    Hier der Link zum Telekom Corporate-Responsibility Report 2009:
    http://www.cr-bericht.telekom.de/site09/de/daten-fakten/kennzahlen/oekologische-kennzahlen-/index.php?page=4
    Zu RECS: http://de.wikipedia.org/wiki/RECS
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