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ENTEGA versorgt Konsumenten mit CO2-neutraler Energie. Seit dem Jahr 2008 garantiert das Unternehmen, keinen Atomstrom einzukaufen und bietet seit diesem Jahr klimaneutrales Erdgas an. "Wir möchten Utopisten unser Konzept der nachhaltigen Daseinsvorsorge vorstellen", sagt Holger Mayer, Vorstand von ENTEGA. Laut eigener Auskunft habe das Unternehmen seine Verantwortung für den Schutz des Klimas erkannt und sich daher aufgemacht, das gesamte Geschäftsmodell nachhaltig auszurichten. Das ist mit ein Grund dafür, dass sich ENTEGA nun bei Utopia mit einem eigenen Unternehmensprofil vorstellt und der ENTEGA-Vorstand das Gespräch mit den Utopisten sucht. ENTEGA möchte sich ganz bewusst dem Dialog mit kritischen Konsumenten stellen.
Es gibt aber sicherlich noch viele Fragen für Außenstehende: Was bedeutet etwa die EON-Beteiligung für die Kunden von ENTEGA? Finanzieren die Produkte von ENTEGA auch den EON-Konzern mit? Wie kann die Qualität von Ökostrom gewährleistet werden? Macht es Sinn, die durch die Verbrennung von Erdgas entstehenden CO2-Emissionen zu neutralisieren? Wie nachhaltig kann ein Energielieferant überhaupt sein? Wie "grün" ist der ENTEGA-Strom? Fragen dieser Art konnten Utopisten in einem Live-Chat mit Holger Mayer stellen. Er ist der für Entega verantwortliche Vorstand der HEAG Südhessische Energie AG (HSE).
Der Chat zum Nachlesen (Teil 1):
Moderator: Hallo liebe Utopisten. Die letzten Vorbereitungen für den Chat mit Herrn Mayer werden getroffen. Wir freuen uns auf viele Fragen.
Zeit für die letzte Tasse Kaffee und dann geht es los...
Herzlich Willkommen beim Chat mit Holger Mayer, dem für Entega verantwortlichen Vorstand der HEAG Südhessische Energie AG (HSE). Wir freuen uns nun auf eine spannende Stunde mit Herrn Mayer und den Fragen der Utopisten. Herr Mayer, sind Sie bereit?
Holger Mayer: Go ahead.
Moderator: Schön. Kommen wir gleich zur ersten Frage, die auf ein Thema eingeht, welches viele Utopisten in Bezug auf Entega beschäftigt: die Unabhängigkeit vom E.on Konzern, der 40% der Anteile am Mutterkonzern von Entega, der HSE, hält. Die erste Frage geht auf die grundsätzlichen Eigentumsverhältnisse ein:
Dude: Wem gehört das Unternehmen?
Holger Mayer: Das Unternehmen gehört zu 74,9 Prozent der HSE und zu 25,1 % den Stadtwerken Mainz. Die HSE wiederum zu 60% südhessischen Kommunen, zum Teil gebündelt über eine Zwischenholding und zu 40% THÜGA/E.ON Ruhrgas.
Moderator: Als nächstes eine Frage, die von den Utopisten als eine der zehn wichtigsten bewertet wurde:
Wie unabhängig kann der Mutterkonzern der Entega, die HSE, wirklich vom Einfluss durch Eon agieren? Kann Eon nicht über Investitionen und Gewinnausschüttung mit entscheiden?
Holger Mayer: Die HSE ist eine AG, Gewinnausschüttung und Investitionen werden in eigener Verantwortung vom Vorstand, dem Aufsichtsrat vorgeschlagen der Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern, davon 10 Arbeitnehmervertreter, 6 Kommunalvertreter und 4 Vertreter der THÜGA/E.ON Ruhrgas. In der Vergangenheit hat auch THÜGA/E.ON Ruhrgas unseren Vorschlägen stets zugestimmt.
Moderator: Eine weitere Nachfrage zum Thema Beteiligung Dritter:
Welche Energiekonzerne/Stadtwerke sind an der Entega beteiligt? Ist Entega auch ein absolut unabhängiges Unternehmen, was die direkte Beteiligung einer der vier großen Energiekonzerne oder die indirekte Beteiligung dieser Konzerne über ein Stadtwerk betrifft?
Holger Mayer: Wie gerade erläutert sind wir als Vorstand einer AG unabhängig.
Moderator: Wir leiten mal über zum nächsten Bereich. Das Thema Ökostrom ist ein wichtiger Hebel beim Kampf gegen den Klimawandel. Allerdings spielt dabei der Ausbau der erneuerbaren Energien eine große Rolle. Stichwort RECS-Zertifikate. Wie steht Entega dazu? Eine Nachfrage dazu aus der Pre-Chat-Phase:
StromerBodo: Labelt Entega nicht einfach nur Kohle-/Atomstrom mit Zertifikaten aus norwegischen Wasserkraftwerken, die sowieso Ökostrom erzeugen, oder investiert es wirklich in neue Ökostromprojekte ?
Holger Mayer: Nein...
1.) Wir sind bereits seit 2008 atomstromfrei...
2.) Bei fossilen Brennstoffen bezieht Entega ausschließlich KWK-Strom auf Basis Gas...
3.) Die HSE als Mutterkonzern investiert bereits seit 1999 in regenerative Energien und wird in den nächsten 5 Jahren rund 1,2 Mrd. Euro in den Ausbau regenerativer Energien investieren.
Moderator: Im Blog von Entega auf dem Unternehmensprofil ist folgende Aussage eines Utopisten zu lesen: „Grünen Strom als Alternative bietet doch inzwischen jeder Regionalversorger an, aber immer wieder auch aus umzertifiziertem Strom, der keinen Zusatznutzen bringt. Insofern ist ein TÜV-Siegel und in Grenzen auch das ok-power-label nicht.“ Trifft diese Aussage zu? Was sagt das Ok-Power-Label dem Verbraucher?
Holger Mayer: Das Ok-Power-Label wird vom Ökoinstitut Freiburg vergeben und garantiert, dass durch entsprechende Investitionen in Neuanlagen ein Zusatznutzen generiert wird.
Moderator: Wie bereits erwähnt spielt der Ausbau der erneuerbaren Energien eine wesentliche Rolle beim Thema Ökostrom. Dazu eine Frage aus dem Pre-Chat:
Dude: Wie fördere ich als Kunde den Ausbau der erneuerbaren Energien?
Holger Mayer: Meines Erachtens am besten dadurch, dass darauf geachtet wird, dass grüner STrom nicht nur gehandelt wird, sondern die Lieferanten auch in den Ausbau regenerativer Energien investieren.
PS: Und zwar mit eigenen unternehmerischen Risiko- und nicht nur durch sogenannte Ansparmodelle.
olli: Ich habe gehört, entega INVESTIERT Gewinne in regenerative Energien. Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Holger Mayer: Ein konkretes Beispiel: Offshore-Windpark in der Nordsee, Investvolumen HSE ca. 250 Mio. Euro; Inbetriebnahme im Jahr 2013, erzeugter Strom für ca. 115.000 Haushalte!
olli: Sind "Dumping-Preise" auf dem regenrativen Energiemarkt sinnvoll? Nützt oder schadet man damit der Branche?
Holger Mayer: Grüne Energie muss für jeden erschwinglich sein.
User:Andrej: Warum ist der Kohlestrom von Entega teurer als der Ökostrom »NaturPur« (Quelle: Verivox)?
Holger Mayer: Weil wir unseren Auftrag der Daseinsvorsorge so verstehen, dass nachhaltiges Handeln unserer Kunden belohnt werden muss, außerdem bieten wir KWK-Strom auf Gas- und NICHT Kohlebasis nur noch in der gesetzlichen Grundversorgung an.
Moderator: Entega schreibt in ihrem Blog, dass ca. 400.000 Haushalte bereits mit Ökostrom versorgt werden, weitere 400.000 allerdings im Rahmen der Grundversorgung noch mit Graustrom versorgt werden. Woher bezieht Entega diesen Strom?
Holger Mayer: Dieser Strom kommt im Wesentlichen aus der Gas-Turbine (KWK) in Mainz
Moderator: Was wird getan, um auch die restlichen 400.000 Kunden vom Ökostrom zu überzeugen?
Holger Mayer: Indem wir auch diesen Kunden immer wieder unseren Grünen Strom anbieten und sie zum Wechseln auffordern.
It's a long, long way to go.
Tine: Wie sieht der Strom Mix in 5 Jahren aus?
Holger Mayer: Mehr Wasser, mehr Sonne, mehr Wind, weniger Gas und sicher kein Atomstrom, Ausstieg hin, Ausstieg her.
Gustav G.: Wie stellen Sie die Kundenzufriedenheit in Ihrem Unternehmen sicher?
Sonnenschein: Gabriel hat viel in Solarstrom investiert - zu unrecht wie viele Kritiker meinen - wie viel Anteil hat Solarstrom bei ihnen?
Holger Mayer: Zu Gustav: Mit den üblichen und bewährten Qualitätssicherungsinstrumenten, die Stiftung Warentest und Verivox haben uns hier erst kürzlich sehr erfreuliche Noten gegeben.
Zu Sonnenschein: Der Solarstromanteil beträgt meines Wissens ca. unter einem Prozent im Ökostrombereich.
Moderator: Nun kommen wir zu den Gründen, zu wechseln. Die Utopisten wollen es genau wissen:
biobauer: Können Sie mir einen Grund nennen, warum ich von einem der vier reinen Ökostromanbieter zu Entega wechseln sollte?
Holger Mayer: Weil wir investieren und nicht nur Händler sind.
olli: Wie einfach ist es zu entega zu wechseln? Übernimmt entega ähnlich wie lichtblick die Abmeldung beim bisherigen Stromanbieter?
Holger Mayer: Lieber Olli, jetzt ohne Logo im Hintergrund: Die Antwort lautet ja, im Übrigen sind diese Prozesse gesetzlich für alle gleich geregelt.
kingfisher77: Wodurch unterscheidet sich die Marke ENTEGA von anderen ambitionierten Marken. Was ist das Besondere?
Holger Mayer: Auch hier gilt: Grüner Strom für alle und wir investieren.
Moderator: Fast die Hälfte der Zeit ist um. Gehen wir zum nächsten Bereich über. Das Spannende ist, dass Entega nicht nur Ökostrom anbietet, sondern ihren Kunden auch ermöglicht, ihren Gasverbrauch CO2-zu neutralisieren. Dazu erstmal eine Definitionsfrage: Was heißt denn für Entega CO2-Neutralität?
Holger Mayer: Nach unserem Verständnis bedarf es zur Lösung der Klimakrise eines Dreiklangs:
1.) Wo möglich Energieerzeugung ohne CO2-Emission, beispielsweise Windkraftanlagen.
2.) So weit CO2-Emissionen (noch) unvermeidbar sind, z.B. bei Gasheizungen, CO2-Absorption durch Aufforstung.
3.) Energieeffizienz.
Auf allen Feldern sind wir tätig.
Moderator: Eine Nachfrage von Dude:
Dude: CO2-neutrales Gas, wie kann das funktionieren?
Holger Mayer: Vereinfacht: Durchschnittliche CO2-Emission je kwh Gas wird durch Aufforstungsprojekte absorbiert, mehr Info: entega.de
Moderator: Und gleich noch mal eine Nachfrage zur Aufforstung...
Dude: Die Aufforstung der Wälder in Kanada als CO2 Reduktion, ist das nicht ein Gebiet in dem der Wald auch so nachwachsen würde? Wäre es nicht effektiver z.B. Wüsten aufzuforsten?
Holger Mayer: Aufforstungsprojekte müssen sich in die jeweiligen Ökosysteme einfügen. Deswegen haben wir uns z.B. für Kanada entschieden.
Moderator: Zwei Fragen zum Projekt Desertec:
Trouper: Wie steht Entega zu dem "Desertec" Projekt?
Trude: Sind Sie desertec Investor oder daran interessiert?
Holger Mayer: Zu Trouper: Wir glauben, dass Desertec zu langfristig angelegt sein könnte und wir über ausgereiftere Technologien verfügen, die vorrangig genutzt werden sollten.
Zu Trude: Wir sind kein Investor.
Kommentare (16)
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Utopia-Team
schrieb am 26.10.2009 um 16:10 ¶Stephan Rieping
schrieb am 12.10.2009 um 23:42 ¶Kommentar schreiben
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