Von Peter Unfried
Es gibt große und auch berechtigte Zweifel daran, dass strategischer Konsum tatsächlich sein ambitioniertes Ziel erreichen kann: Wirtschaft und Politik zu einer ökosozialen Wende zu bringen. Ein immer wieder angeführtes Argument ist, dass verfeinerte Konsumentscheidungen eines kleinen Milieus die Klimabilanz eines Landes nicht voranbringen kann, geschweige denn die des Planeten. Es sei schon den umweltbewussten und informierten Konsumenten nicht möglich, jede Kaufentscheidung tatsächlich anhand einer ökologischen Leitlinie zu treffen und tatsächlich durchzublicken. Wie solle die Masse damit umgehen, dass ihr im guten Glauben gekaufter Ökostrom faktisch betrachtet Kohlestrom ist, der durch Zertifikatkauf von, sagen wir, norwegischem Wasserkraftstrom umdefiniert wird - wodurch aber in Norwegen die gleiche Menge Wasserkraftstrom nun als Kohlestrom ausgewiesen wird?
Das ist eine schwierige Situation. Selbstverständlich geht es darum, einen globalen, demokratischen und möglichst breiten Diskussionsprozess zu organisieren, um die Grundlage für eine ökosoziale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. In einem ersten Schritt indes handelt es sich um einen gesellschaftlichen Bildungsauftrag, der sich primär an die Verantwortlichen richtet: Die Elite, die verantwortlich ist. Und wir Bürger, die wir verantwortlich sein wollen oder müssen.
Unter die verantwortliche Elite fallen auch speziell die Verantwortlichen in den meinungsbildenden und meinungsmachenden Medien. Wichtigste Erkenntnis ist, dass das Thema nicht nur in den Politik-, Wirtschafts- oder Wissenschaftsteil gehört. Es ist nicht mit "Wissenschaftler warnen"- oder "Gabriel droht mit..."-Beiträgen abzuhandeln. Es kann vor allem in seiner gesellschaftlichen, kulturellen und konsumistischen Dimension neue Leser erreichen. Dafür braucht es in den Redaktionen eine neue Struktur, eine neues Know-how und neue Kreativität.
Selbstverständlich gehört die Wissensvermittlung von nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz in die Lehrpläne. Das heißt aber nicht, dass wir den Kindern damit gleich die Verantwortung für das Problem aufdrücken und - toi, toi, toi - alles Gute für ihre Zukunft wünschen. Die politische und gesellschaftliche Verantwortung für Klimaschutz und Konsum ist Sache der Erwachsenen. Unsere Konsumentscheidungen prägen und formen maßgeblich die Welt der Kinder. Und die unserer neidischen Nachbarn. Übrigens auch die der Chinesen.
Es gibt große und auch berechtigte Zweifel daran, dass strategischer Konsum tatsächlich sein ambitioniertes Ziel erreichen kann: Wirtschaft und Politik zu einer ökosozialen Wende zu bringen. Ein immer wieder angeführtes Argument ist, dass verfeinerte Konsumentscheidungen eines kleinen Milieus die Klimabilanz eines Landes nicht voranbringen kann, geschweige denn die des Planeten. Es sei schon den umweltbewussten und informierten Konsumenten nicht möglich, jede Kaufentscheidung tatsächlich anhand einer ökologischen Leitlinie zu treffen und tatsächlich durchzublicken. Wie solle die Masse damit umgehen, dass ihr im guten Glauben gekaufter Ökostrom faktisch betrachtet Kohlestrom ist, der durch Zertifikatkauf von, sagen wir, norwegischem Wasserkraftstrom umdefiniert wird - wodurch aber in Norwegen die gleiche Menge Wasserkraftstrom nun als Kohlestrom ausgewiesen wird?
Das ist eine schwierige Situation. Selbstverständlich geht es darum, einen globalen, demokratischen und möglichst breiten Diskussionsprozess zu organisieren, um die Grundlage für eine ökosoziale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. In einem ersten Schritt indes handelt es sich um einen gesellschaftlichen Bildungsauftrag, der sich primär an die Verantwortlichen richtet: Die Elite, die verantwortlich ist. Und wir Bürger, die wir verantwortlich sein wollen oder müssen.
Unter die verantwortliche Elite fallen auch speziell die Verantwortlichen in den meinungsbildenden und meinungsmachenden Medien. Wichtigste Erkenntnis ist, dass das Thema nicht nur in den Politik-, Wirtschafts- oder Wissenschaftsteil gehört. Es ist nicht mit "Wissenschaftler warnen"- oder "Gabriel droht mit..."-Beiträgen abzuhandeln. Es kann vor allem in seiner gesellschaftlichen, kulturellen und konsumistischen Dimension neue Leser erreichen. Dafür braucht es in den Redaktionen eine neue Struktur, eine neues Know-how und neue Kreativität.
Selbstverständlich gehört die Wissensvermittlung von nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz in die Lehrpläne. Das heißt aber nicht, dass wir den Kindern damit gleich die Verantwortung für das Problem aufdrücken und - toi, toi, toi - alles Gute für ihre Zukunft wünschen. Die politische und gesellschaftliche Verantwortung für Klimaschutz und Konsum ist Sache der Erwachsenen. Unsere Konsumentscheidungen prägen und formen maßgeblich die Welt der Kinder. Und die unserer neidischen Nachbarn. Übrigens auch die der Chinesen.


Kommentare (17)
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Kinder sind neugierig, sie experimentieren, sie denken mit und SIE ÄNDERN sehr schnell, sie sind noch nicht träge, weder gedanklich noch körperlich. Dies müssen wir uns unbedingt zunutze machen.
Auf in die Schulen (hier wird dann gleich wieder geschrien, berechtigterweise, dass nicht mehr Personal eingestellt wird...und um was sie sich schon alles kümmern müssen; was ja wahr ist!!)
Also wir können schon rufen, die Schulen sollen machen. De facto wird sich da nix ändern, nach meiner Meinung.
Wie wärs mit einem Eltern-Führerschein. Nicht nur zum Gynäkologen als Mama zur Ultraschalluntersuchung, nein auch zum Fortbildungskurs "wie ernähre ich mein Kind", "wo rauche ich in Anwesenheit von Kindern", "welches Spielzeug kaufe ich meinem Kind", "welche elektronischen Medien stelle ich in welcme Alter in welchem Umfang zur Verfügung" vieles ließe sich da vielleicht vermeiden, viel ADHS usw. vermeiden - vom Müll von Verpackung von Fehlernährung sag ich jetzt gar nichts....Sensibilisierung muss her. Presse, Vereine, Verbände, Politische Vorgaben. mehr weniger
Bei uns kam irgendwann der Faire Handel in Klasse 6 und 11 auf den Stundenplan.
Die Lehrer hatte keine Ahnung und baten mich im Hilfe.
Solche Unterrichtsthemen mögen ja gut sein,
aber die Lehrer müssen die Themen auch ausreichend und spannend behandeln können!
Vielleicht in Form einer Exkursion in den nächsten gut ausgestatteten, einigermaßen modernen Weltladen?
Genauso der Ökounterricht... wie wäre es mal mit dem Besuch eines Biobauernhofs?
Oder auch mal als Abschreckung einem Besuch bei Wiesenhof?
Es muss sich immer die Waage halten bzw. angemessen sein.
Manche brauhen den Schock,
andere schreckt dieser dann total ab... mehr weniger
Dort wird Öko-Unterricht in "Natura" umgesetzt. Diese Schulen haben größtenteils einen neigenen Garten
und alles was dazu gehört wird den Kinder theoretisch und praktisch nahe gebracht. Ist schon eine
wunderbare Sache, wenn so etwas möglich ist. Auch haben diese Schulen mehrere Praktika, unter
anderem auch das Forstpraktikum in der 7.Klasse. Auch die anderen Fächer werden nicht aus Büchern
gepaukt. Hier muss richtig mitgearbeitet und ausgearbeitet werden. Ein Unterricht, den Kindern Spaß
macht.
Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern. Damals gab es noch Kochunterricht und wenn eine
Schule Platz hatte, sogar ein kleiner Garten. Wurde alles abgeschafft. Wie auch der Musikunterricht und
Sportunterricht an vielen Schulen nicht mehr praktiziert bzw. nur noch notdürftig angeboten/gelehrt wird.
Ich bin ganz glücklich damit, dass mein Kind eine Schule hat, wo das Leben gelernt wird. mehr weniger
Entscheident scheint mir, dass Kinder & Jungendliche selbstständig, kreativ problemlösend und empathiefähig (1) sein wollen und (2) sein können.
Dann werden sie sich nämlich im Laufe der Zeit von selbst die entscheidenden Kenntnisse aneignen, die ökologisch wichtig sind
;`)
Für (1) ist v.a. Charakterbildung nötig (Stichwort: demokratische bzw. sozial-integrative Erziehungspraxis), für (2) grundlegende Fähigkeiten des lernens, einschließlich, wie gesagt einiger Grundkenntnisse über die Welt ... mehr weniger
Oft liegt es wirklich den Politikern,Eltern und Medien bei, vorallem den Medien, denen viele Kinder bedingungslos vertrauen... Leider. Da sollten die Eltern einsetzten. Und das sollten Politiker unterstützen.
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http://fashionfairvegan.blogspot.com/ mehr weniger