Leitfaden für Konsum-Strategen (1)

Was kann strategischer Konsum?


Von Peter Unfried

Geldanlage bei sozial und ökologisch orientierten Banken, Teil-Ausstieg aus dem Verbrauch fossiler Energien,Strom per Photovoltaikanlage selbst produzieren oder als Teilhaber von Windkraftanlagen produzieren lassen?

Die Veränderung kommt nicht primär aus der Erkenntnis, den Klimawandel erträglich gestalten zu wollen oder dass wir "eine Welt" sind. Hintergrund ist das Ende der Herrschaft des Lebensglücksmodells nach 1945 in Deutschland und in anderen Industriestaaten. Es ist kein äußeres Ereignis wie 9/11, es sind individuelle Entwicklungen, die dazu führen, dass Menschen sagen: Ich will anders leben, arbeiten und auch genießen. Das Selbstinteresse ist nicht verwerflich, sondern nötig: Es ist der Motor der Veränderung.

Wie groß die individuelle Veränderung wird, sein kann oder sein soll, muss jeder individuell klären. Es kann dann auch einer individualisierten Lebensstilveränderung bleiben. Es kann aber auch der erste Schritt eines weitergehenden gesellschaftlichen Prozesses sein, an dessen Ende neue Produkte, eine neue Wirtschaft, eine echte Klimawandel-Politik und die Energiewende stehen.

Die Weiterentwicklung der individuellen Bereiche – etwa das persönliche Verhalten im Alltag, die Ernährung, der bewusste Umgang mit Energie, der Konsum – ist wichtig, weil sie das Bewußtsein und vor allem das Wissen vergrößert. Der Konsum ist wichtig, weil er die Veränderung im Alltag positiv erlebbar macht.

Der strategische Konsum kann bei den Anteilen des Einkaufs, die nicht unmittelbar Kosten-Nutzen orientiert sind (also nicht durch Preissignale geleitet werden), neue gesellschaftliche Trends schaffen und so diesen Bereich in die gewünschte Richtung leiten. Er kann also beispielsweise Biolebensmittel, Plusenergiehaus und Superenergie-Auto als gesellschaftliche Leitbilder aufbauen. Und er kann, das ist mindestens genauso wichtig, unökologische und damit unsoziale Produkte ächten. Zum Beispiel nicht nur SUV, sondern Autos, die heute gesellschaftlich noch weitgehend als "normal" empfunden werden. Oder er kann es zum kulturellen Standard machen, dass Häuser gedämmt sind. Der strategische Konsum kann auch das Image von Konzernen relativieren und damit der Realität näher bringen. Er kann in besonderen Fällen auch kleinen, modernen, vorbildlichen Unternehmen zu einem echten Durchbruch auf dem Mainstreammarkt verhelfen.

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    VerFlixT
    schrieb am 17.10.2011 um 18:21
    Wichtig ist, zu erkennen, dass strategischer Konsum auch konsumieren bedeutet. Wer die totale Konsumverweigerung probt, wird den Markt nicht verändern, weil er für den Markt nicht existiert. Wer aber geziel die richtigen Produkte kauft, kann damit den Markt bewegen.
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    FukuokasWorld
    schrieb am 27.10.2010 um 09:11
    Etwas zum Thema strategischer Konsum Vor zwei Jahren habe ich mich bewusst entschieden mein Konsum als meine Politische Haltung zu betrachten. Es ist ganz einfach. Die Politik hat ihre Glaubwürdigkeit verloren, die letzten Zweifler müssen auch erkennen dass Politik und die politischen Vertreter...
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