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Ökosex-Kolumne

Kosten-Tsunami frisst Haare vom Kopf


Lese ich in diesen Tagen deutsche Zeitungen, spüre ich die heftigen Emotionen. Warum nur hassen so viele Spiegel und FAZ Redakteure die Erneuerbaren? In den letzten Tagen haben diese angeblichen Leitmedien mal wieder die hysterischen Jammerlappen gegeben und nachgeplappert, was die altbekannten Gegner der Energiewende – Brüderle, Kauder, Rösler etc. - vorgekaut hatten: „Energiewende gescheitert! Leitungsbau kommt nicht voran! EEG viel zu teuer!“. Viele Atomfreunde von früher werden hier witziger Weise zu Technikskeptikern, die sich schwer tun, an den technischen Fortschritt in Sachen Erneuerbare, Speicherung und dezentrale Netze zu glauben.

Dahinter lauert ein hanebüchener Mythos: ohne Energiewende wäre alles locker und easy und wir hätten keine Kosten und gesellschaftliche Konflikte. Das ist natürlich völliger Quatsch: die Leitungsinfrastruktur muss sowieso erneuert werden, weil die Konzerne jahrelang zu wenig in den Bau investiert hatten. Und natürlich wäre ein weiterer jahrzehntelanger Kampf um Kohlekraftwerke und Atom wesentlich heftiger gewesen. Da sind die lokalen Debatten um Windmühlen eher überschaubar.

Noch ein weiterer Mythos steckt hinter der heutigen Energiewende-Hysterie: demnach wäre es sowieso locker und easy, altersschwache Atomkraftwerke jahrzehntelang sicher zu betreiben. Das ginge ohne Störfälle und ungeplante Abschaltungen und wäre super preisgünstig. Daraus folgt: „Erst die Energiewende frisst uns die Haare vom Kopf!“ Ich muss zugeben, dieser Spin wurde in den letzten Monaten sehr erfolgreich gestreut.

Noch toller ist, was seit letzter Woche plötzlich als Gemeingut gilt: es seien die Erneuerbaren Energien, die schnurstracks zur Verelendung der deutschen Haushalte führen. Sogar die Tagesschau hat mit einem Bericht über Stromabschaltungen bei Hartz IV Familien kräftig mitgemischt. „Rettet die sozial Schwachen vor der Energiewende!“ riefen nämlich die Beschützer der Armen und Waisen. Merkwürdig nur, dass die Koalition erst noch im Jahr 2011 die Heizkostenkomponente beim Wohngeld wieder abgeschafft hatte, heute aber ihre Protagonisten behaupten, der hohe Strompreis führe Hartz IV Bezieher direkt ins Verderben.

 

Diese kleinen Ungereimtheiten haben in den letzten Tagen beim medialen Erneuerbare-Bashing nicht gestört. Auch nicht der Blick auf eine verhältnismäßig reiche Gesellschaft als Ganzes, die für ihre Neuwagen im Schnitt 25 000 Euro ausgibt. Natürlich können sich die meisten Privathaushalte bisher die Stromerhöhungen leisten. Dass diese im Vergleich zur Industrie ungerecht hoch ausfallen wegen der technischen Berechnungsgrundlage der EEG-Umlage ist ein anderes Thema.

Aber eine allgemeine Stromarmut in Deutschland? Die Energiewende in Zusammenhang mit Stromabschaltungen verschuldeter Haushalte zu bringen ist ziemlich abgezockt, das sagen sogar die Verbraucherverbände. Höhepunkt der Geschmacklosigkeit: Es komme ein „Kosten-Tsunami“ auf uns zu, meldet FAZ online. Kosten-Tsunami? Das Bonmot stammt von einem „seriösen“ Berater der Bundesregierung, Professor Justus Haucap, Chef der Monopolkommission und Gegner des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Die Wortschöpfung ist interessant beim Verständnis des Kulturkampfs, den die Skeptiker der Energiewende im Moment führen. Herr Haucap missbraucht also die Opfer des Tsunamis, um die „echte“ Katastrophe auszumalen. Die rollt nämlich durch die Förderung der Erneuerbaren Energien auf Deutschland zu. Ein solches Hijacken von Begriffen nennt man glaube ich Guerilla-Kommunikation. Das zischt nicht schlecht. Energiekommissar Oettinger verwendete letzte Woche ebenfalls einen bereits eingeführten Begriff und deutete ihn um. Er sprach sich für ein Tempolimit aus. Allerdings nicht auf der deutschen Autobahn, sondern beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Das fand ich fast noch origineller.


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Stand: 18.06.2012 von

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    schrieb am 23.06.2012 um 23:27
    Es dürfte bekannt sein das wir weit mehr Recourcen verbrauchen als wir sollten .Insofern haben wir zum Erergiesparen und zur Energiewende keine SAlternative Die Bemwerkung von Minister Altmeier wenn der Strom 3% teurer wird kann man ja 3 % Strom sparen ist für einen Politiker geradezu revolutionär. Wenn wir jetzt nicht Gegensteuern und radikal weniger Energie verbrauchen müssen wir und vor allem unsere Kinder die Konsequenzen tragen. Die sind wahrscheinlich heftiger als wir uns das denken können. Irgendwann muß die Zeche gezahlt werden. Ich hatte 1981ald das Waldsterben begann mal einen Aufkleber auf meinem Audi 50 . Ich bin Energiesparer. Das wäre mal eine Kampagne die die Leute zum nachdenken anregt. mehr weniger
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    schrieb am 23.06.2012 um 23:27
    Es dürfte bekannt sein das wir weit mehr Recourcen verbrauchen als wir sollten .Insofern haben wir zum Erergiesparen und zur Energiewende keine SAlternative Die Bemwerkung von Minister Altmeier wenn der Strom 3% teurer wird kann man ja 3 % Strom sparen ist für einen Politiker geradezu revolutionär. Wenn wir jetzt nicht Gegensteuern und radikal weniger Energie verbrauchen müssen wir und vor allem unsere Kinder die Konsequenzen tragen. Die sind wahrscheinlich heftiger als wir uns das denken können. Irgendwann muß die Zeche gezahlt werden. Ich hatte 1981ald das Waldsterben begann mal einen Aufkleber auf meinem Audi 50 . Ich bin Energiesparer. Das wäre mal eine Kampagne die die Leute zum nachdenken anregt. mehr weniger
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    schrieb am 23.06.2012 um 22:50
    Schaut doch mal in meinen Blog hier auf utopia. Dort komme ich zu ähnlichen Schlüssen wie Martin Unfried.

    http://www.utopia.de/blog/christina-fuer-nachhaltigkeit/rio-und-mehr

    gruss
    Christina
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    schrieb am 22.06.2012 um 19:45
    Ich bin dafür, dass sämtliche Subventionen eingestellt werden. Für Atomkraft, für Kohlekraft, für Industrie und Handel, erst recht für Banken und Wirtschaft und natürlich auch für erneuerbare Energien. Warum sollen Stromerzeuger mehr Geld für ihren eingespeisten Strom bekommen, als der bezogene kostet. Und warum war es solange Pflicht, den Strom teuer einzuspeisen, anstatt ihn selbst zu verbrauchen. Jetzt wird gejammert.

    Also Schluss mit dem Unfug, immer alles subventionieren und kontrollieren zu wollen. Letzten Endes bezahlen doch sowieso die Bürger. Und so würden endlich nur noch die Dinge bestand haben, die wir selbst durch unsere bewusste Wahl unterstützen. mehr weniger
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    schrieb am 21.06.2012 um 15:21
    @ HolK: Beim Strom kann man dann aber (auch als Mieter) statt der Jammerei über Preissteigerungen anfangen, sich Gedanken zu machen, wo und wie man sparen kann. In einem Jahr 100 Euro einzusparen ist absolut machbar, wenn man vom angeführten Durchschnittsverbrauch ausgeht. Der zitierte 3-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh könnte wahrscheinlich locker 500-1.000 kWh einsparen. mehr weniger
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