Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Glühbirnen

Kein Weltuntergang am 1. September!


Glühbirnen-Verbot führt zu Hamsterkäufen

Der Heimwerker-Riese Hornbach verzeichnet nach einem Bericht der “Rheinischen Post“ Absatzsteigerungen um bis zu 50 Prozent, Ikea kommt nicht nach, die Regale wieder aufzufüllen, und selbst kleine Lampengeschäfte müssen Glühbirnen nachordern. Was treibt die Menschen dazu, sich gerade mit Glühbirnen einzudecken und um den Verstand zu kaufen? Es ist die große Verunsicherung, die angesichts des angekündigten EU-Verbots der Glühbirne herrscht. Und da trägt die Europäische Union ihre Mitschuld dran.

Nach wie vor steht die Energiesparlampe im Ruf, ein kaltes, hässliches Licht zu produzieren, mit Quecksilber verseucht und überteuert zu sein. Wie harmlos dagegen ist doch die gute alte Glühbirne. Etwas Elektrizität, und schon sorgt der Edison’sche Glühdraht für Erleuchtung im Kämmerlein wie vor hundert Jahren. Politik, Wissenschaftler, Umweltschützer und selbst Hersteller sind sich aber längst einig, dass die Abschaffung der Glühbirne eine sinnvolle Umweltschutzmaßnahme ist, die nicht nur die Umwelt, sondern auch den Verbraucher entlaste – zumal die neueste Energiesparlampen-Generation in Sachen Licht und Design keine Wünsche mehr offen lässt.


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rechnet vor, dass Glühbirnen nur in der Anschaffung günstiger sind. Da eine Energiesparlampe eine wesentlich längere Laufzeit hat und weniger Strom verbraucht, amortisiert sich der Kauf schon nach einem Jahr: “Wer jetzt panikartig Glühlampen hamstert, könnte sich – besonders wenn die Strompreise weiter steigen – später ärgern. Über die Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren sparen Energiesparlampen richtig Geld". Das Öko-Institut in Freiburg wertet den ökologischen Nutzen gegenüber konventionellen Lampen trotz des – geringen – Quecksilber-Anteils höher, wie die Energieexpertin Dietlinde Quack vom Freiburger Institut bestätigt.

Bislang hat die EU es aber trotzdem nicht geschafft, die Verbraucher von ihrer Entscheidung zu überzeugen. Verbote werden in der Regel skeptisch aufgenommen, zumal das Parlament als überregulierend, bürokratisch  und gängelnd wahrgenommen wird. Pressemitteilungen im beinahe kommandierenden Tonfall á la “Kommission verabschiedet zwei Verordnungen zur schrittweisen Abschaffung ineffizienter Glühlampen“ verstärken diesen Eindruck nur und verleiten nicht nur “Bild“-Journalisten dazu, in altbekannte Denkmuster zu verfallen. Dass das tendenziöse Energiesparlampen-Urteil der Zeitschrift “Öko-Test“ eine breite Öffentlichkeit fand, müssen sich die Medien in diesem Zusammenhang ankreiden lassen. Öko-Test hatte der Energiesparlampe jeglichen Umweltnutzen abgesprochen. Das pressewirksame Urteil trug zur weiteren Verunsicherung bei, obwohl “Öko-Test“ mittlerweile wegen journalistischer Unsauberkeiten eine Rüge des Presserates einstecken musste.

Wir fassen zusammen: Das Glühbirnen-Verbot der EU ist kein Grund zur Panik sondern ein längst fälliger Schritt zur wirksamen Energieeinsparung. Die Welt wird am 1. September 2009 nicht untergehen. Glauben Sie uns! Und überzeugen Sie bitte auch ihren Nachbarn davon. Die EU hat‘s leider nicht geschafft.

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Stand: 05.05.2009 von

Kommentare (8)   abonnieren

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    schrieb am 05.05.2009 um 16:37
    Batterien werden eingesammelt, ESL nicht? Warum ist das so?
    Bis jetzt steht nur die durchgekreuzte Mülltonne drauf und das Hg-Zeichen für Quecksilber. Ich nehme an, die wenigsten wissen noch, was Hg ist.

    Es wird allerhöchste Zeit, eine wirksame Rückgabe für ESL einzurichten.
    Die muß aber anders funktionieren, eher so wie bei Glaspfandflaschen: Jede ESL braucht ein kleines Fach in einem Kasten, damit sie bei Lagerung & Transport nicht aufplatzt.
    Hilfe, das wird aufwändig!

    Wie wäre es mit 5€ Pfand für eine unbeschädigte ESL?
    Dann kommt sehr bald das Thema, wie diese Sammlung gegeneinander verrechnet werden muß, also alles wieder mindestens so schlimm wie beim Einwegpfand.

    Wer weiß etwas Besseres? Das klingt mir schon wieder alles zu "deutsch"...

    Jan

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    schrieb am 05.05.2009 um 22:25
    "Was treibt die Menschen dazu, sich gerade mit Glühbirnen einzudecken und um den Verstand zu kaufen?" fragt Jan Abele.
    damit die leutchen sich um den verstand kaufen, müssten sie erst einmal denselben haben. wer aber das auslaufmodell unbedingt horten will, muss etwas wichtiges nicht verstanden haben. die schuld dafür liegt nicht bei der eu-kommission. gleichgültigkeit herrscht vor, übrigens auf allen etagen der gesellschaft.
    wer zum beispiel hat sich den namen "Energiesparlampe" ausgedacht? und warum sind fast alle auf den etikettenschwindel reingefallen? denn ökologisch ist das zeugs mit dem quecksilber bestimmt nicht. darum auch nicht sparsam.
    led's sind die lichtquellen der zukunft. die sind wirklich sparsam. überhaupt kein vergleich mit dem übrigen geleuchte. das angebot ist da.
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    schrieb am 06.05.2009 um 08:46
    Am Beispiel der Glühbirne wird deutlich wie komplex die Problematik ist - die EU wird als gängelnd empfunden wohl auch weil unsere Politik uns keine aktive Beteiligung zu billigt (Volksentscheide etc.) - also verhält sich der Bürger und eben auch Konsument so wie es ihm passt - Andererseits wird vieles nicht deutlich Angesprochen wie eben das E nergie S par L euchten => ELS ´s Hg = Quecksilber enthalten und der Umgang damit dem entsprechend sein muß !!
    Wir verbraucher können dann nur energisch reagieren und durch strategischen Konsum unsere Meinung kund tun - bitter an der ganzen Sache empfinde ich nur, dass die Industrie uns weiterhin im "Griff" hat - das sieht man zBsp besonders schön bei der Lebensmittelindustrie -
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    schrieb am 06.05.2009 um 11:08
    Unser Physik-Professor diskutiert in letzter Zeit häufiger mit uns über den Sinn und Unsinn dieses Verbots.
    Natürlich bin ich dafür, dass keine Energie vergeudet wird. Aber ist die Herstellung von Sparlampen nicht energetisch viel aufwendiger? Und beinhaltet so eine Sparlampe nicht viel mehr elektrische Bauteile, die dann hinterher auf der Müllkippe landen? Von dem bißchen Quecksilber ganz abgesehen, dass sich bei Unmengen von Birnen auch summiert.
    Und wie soll die TV-Branche ohne Glühbirnen auskommen? Es war ja schon ein Riesenevent, als Johannes B. Kerner mal für nur eine Sendung Sparlampen verwendetete. Wie sieht's aus mit Operationssälen?
    Man sollte schnell die LEDs weiterentwickeln, damit sie Licht in alle Richtungen streuen und auch günstiger werden...
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    schrieb am 07.05.2009 um 12:08
    ...sollte man die Kritik an Stromsparlampen schon ernst nehmen.

    Denn egal, ob sie nun 2 oder bis zu 15 mg Hg enthalten - solange die Dinger eine besondere Entsorgung benötigen und der NABU rät, bei einem Zerbrechen der Birne u.a. den Raum gründlich zu lüften, etc. bleiben bei der Unbedenklichkeit einige Fragezeichen.

    Darüber hinaus gibt es medizinische und baubiologische Untersuchungen, die sich mit versch.Lichtwellenspektren und den Auswirkungen auf auf den menschlich-biologischen Organismus beschäftigen. Auch da schneiden die SSL's nicht sonderlich gut ab.

    Öko-Test ist kein Öko-, sondern ein Print-Unternehmen und dem Markt verpflichtet. Dementsprechend einzuordnen sind deren "Untersuchungen"...

    Stromsparen ist wichtig und richtig - doch diese Birnen sind keine gute Zwangslösung.
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    schrieb am 07.05.2009 um 12:27
    ich werde hamstern. auf jeden fall. hier geht es um meinen geldbeutel, der durch die erneute arb.losigkeit vom mann (in 4 monaten mal wieder hartz iv) absolut leer ist. ich habe alle möglichen lampen mit den neuen, seeeeeehr teuren energiespardingern bestückt. bin absolut unzufrieden! es dauert ewig, bis ich was lesen kann - bzw. wenn wir fast fertig sind mit dem essen, hat die esszimmerlampe endlich ihr volles licht entfaltet. insgesamt kann ich sagen, dass die lebensdauer jedenfalls der von mir bisher benutzten neuen lampen keinesfalls länger währte! eher im gegenteil. in den keller/bodenräumen ist der einsatz gar nicht diskutabel, dort brennen regelmäßig (schlechte elektrik) alle 2-3 monate lampen durch, egal ob glüh- oder sparding! also billig vorrat. grüne einsicht? oder licht haben.
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    schrieb am 07.05.2009 um 19:23
    Der Billig-Mist aus dem Baumarkt bringts wirklich nicht: Oft hat er immer noch eine grausliche Lichtfarbe, ein grottiges Design, und halten tuts, wie BirgitKing richtig bemerkt hat, eher begrenzte Zeit. Aber: *Gute* Energiesparlampen halten sehr lange, haben eine schöne Lichtfarbe (auf Lichtfarbe "warmweiß" bzw. "warmwhite" achten, oft durch den Code "827" verschlüsselt), haben ein dem Einsatzzweck angepasstes Design und sind in der Regel von Osram bzw. Megaman. Bei Osram sollte man auf die Produktbezeichnung "Dulux EL Longlife" bzw. "Dulux EL Facility" achten - letztere sind speziell auf sehr häufiges An- und Ausschalten getrimmt. Wichtig: Auf der Packung ist eine Lebensdauer von 15.000 Std. angegeben. Andere Typen, auch von Osram, halten nicht ganz so lang (aber auch lang)
    Gruß, organics
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    schrieb am 10.05.2009 um 13:16
    Vielen Dank organics für diesen Kommentar. Hier zeigt sich ein weiteres Problem der Regulierung durch die EU. Die "Billigenergiesparlampen" sind tatsächlich nicht besser sondern eher schlechter als eine normale Glühbirne. Man hätte also zur Entscheidung die alte Glühbirne durch Energiesparlampen zu ersetzen strenge Qualitätskriterien für die Energiesparlmpen festsetzen und kontrollieren müssen, um den gewollten Effekt für die Umwelt zu erreichen.
    Ich schreibe bewusst auch kontrollieren, da eine Vorschrift ohne Kontrolle und Strafen wertlos ist. Siehe telefonieren mit dem Handy im Auto ohne Freisprecheinrichtung. So lange man keine (abschreckende) Strafe fürchten muss, ist das Verbot wirkungslos.
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