Simons Suche nach der vegetarischen Wurst
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besser: wissen - machen - kaufen
Vor zehn Jahren war die Welt noch in Ordnung: Am Arbeitsplatz tranken die Deutschen Kaffee aus der Warmhaltekanne. Zuhause gab es mit Freunden zusammen zu Kaffee auch Kuchen und die lieben Gäste dürften die neuen Espresso-Tässchen oder den Luxus-Milchschäumer begutachten. Heutzutage, bei den stressigen Zeiten, ist das etwas anders. Beliebt macht sich, wer den Kollegen aus der Mittagspause einen schnellen "Coffee to Go" mitbringt. Mit extra viel Schaum oder süßem Geschmack. Schnell muss es auch am Samstagnachmittag bei Starbucks gehen - mit der Freundin einen Frappuccino (Espressomix mit Eis) holen und ab damit durch die City zum Shoppen, bevor die Läden schließen. Und so türmen sich die Pappbecher Tag um Tag.
Etwa 1500 "Coffee to go"-Shops gibt es deutschlandweit. Starbucks eröffnete 2002 die erste Filiale in Berlin. Sieben Jahre später ist der amerikanische Konzern mit rund 140 Kaffeeläden in Deutschland vertreten. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Die Fast-Food-Kette Mc Donald's baut ihr "Coffee to go"-Angebot sukzessive aus und unterbietet Starbucks mit Niedrigpreisen. Und auch deutsche Unternehmen haben längst begriffen, dass die Idee mit den Bechern zieht.
Vanessa Kullmann war mit der ersten deutschen Kaffeekette sogar schneller auf dem deutschen Markt als Starbucks. Vor zehn Jahren gründete die Deutsche die ersten "Coffee to go"-Shops in Hamburg und Berlin. Die Idee brachte sie damals aus New York mit. Inzwischen betreibt Kullmann in der Hansestadt 20 Filialen, und weitere in Hannover und Lüneburg. Ähnlich erfolgreich ist die bayerische "San Franciso Coffee Company", mit 27 Filialen in München. Die Firma "Black Bean" mit Sitz in Eggenfelden bietet sogar Biokaffee im Pappbecher - und verkauft diesen in Nürnberg, Passau, Regensburg, München, Weiden, Jena und Hamburg. Die Liste mit "Coffee to go"-Läden ließe sich deutschlandweit fortsetzen.
Doch was bedeutet die Umstellung von der Tasse auf den Pappbecher für die Umwelt? Oder besser gefragt: Wie viele Becher und Plastikdeckel werfen die deutschen Kaffeetrinker im Schnitt am Tag in den Müll - von den vielen Plastikdeckeln einmal ganz zu schweigen?
150 Liter Kaffee trinkt der Deutsche nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes im Jahr im Durchschnitt (macht 0,41 Liter am Tag und somit etwa zwei Tassen Kaffee). Etwa 40 Prozent unserer täglichen Kaffeedosis konsumieren wir außer Haus, wie etwa die Wirtschaftswoche recherchiert hat. 40 Prozent von 150 Litern macht 60 Liter im Jahr, die der Durchschnittsdeutsche außerhalb seiner eigenen vier Wände trinkt. Von den 60 Litern können wir wohl getrost zwei Drittel abziehen - wer kann schon einen ganzen Büro-Tag lang mitgebrachte "Coffee to gos" trinken? Auch in vielen Restaurants und Café wird schließlich immer noch Kaffee in der Tasse serviert.
Bleiben also etwa 20 Liter Kaffee, die der Deutsche im Durchschnitt im Jahr aus Pappbechern schlürft. Umgerechnet auf das Durchschnittsvolumen eines "Coffee-to-Go"-Bechers, nämlich 0,25 Liter, landen somit 80 Pappbecher plus Plastikdeckel je Person im Jahr im Müll. Diese Zahl auf 82 Millionen Einwohner hochgerechnet, lässt die Becherzahl samt der Deckel in schwindelerregende Milliardenhöhe schnellen: 6.560.000.000 werden demnach im Jahr von Deutschen verbraucht.
Pappbecher werden aus Hartpapier gemacht. Nicht auszudenken, wieviel Energie und Wasser für die Herstellung der Minikartons aufgewendet werden. Zum Vergleich: Für ein Blatt weißes Papier wird so viel Energie benötigt, wie eine herkömmliche Glühbirne braucht, um eine Stunde lang zu brennen. Damit die Becher Wasser abweisen, sind sie innen zudem mit dem Kunststoff Polyethylen beschichtet. Wer jetzt noch den Plastikdeckel mitrechnet, kommt auf Unmengen an Müll, der sich nicht recyceln lässt.
In Bildern gesprochen sähe das so aus: Alle Becher aufeinander gestapelt - ein 0,25 Liter-Becher ist normalerweise neun Zentimeter hoch - enstünde ein 590.400 Kilometer hoher Müllberg. Zum Vergleich: Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, ist 2.962 Meter hoch.
Bevor wir den Bechermüll jetzt noch in gefällte Bäume umrechnen, sollten wir für den nächsten "Coffee to go" besser gleich mit dem Thermosbecher losziehen. Denn bei einem Äquatorumfang von rund 40.000 Kilometer könnten wir Deutschen unsere Coffee-to-go-Becher mit den Deckeln jedes Jahr etwa 14 Mal um die Erde wickeln. Fazit: Dieser Trend ist einer, den die Welt nicht braucht!
FC: flickr / SanFranAnnie, powerbooktrance
Kommentare (17)
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Pflanzenzora
schrieb am 13.02.2011 um 00:13 ¶goldy007
schrieb am 07.01.2010 um 22:15 ¶Kommentar schreiben
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