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Selbtsverpflichtung gegen Bearbeitungstechnik

H&M und Levi's: Keine Sandstrahl-Jeans mehr!


So heißt es in der Pressemitteilung vom 8. September 2010 aus Stockholm und San Francisco:
"As a commitment to the health and safety of workers across the apparel industry, Hennes & Mauritz AB (H&M) and Levi Strauss & Co. today announced plans to implement a global ban on sandblasting in all of their future product lines. The two companies are encouraging others to join this ban in a move toward eliminating sandblasting as an industry practice."

Auf Nachfragen von Utopia erklärt der Direktor für Unternehmensangelegenheiten Amber McCasland von Levi Strauss, dass bereits jetzt 99 Prozent der Produkte nicht mehr mit Sandstrahlern behandelt würden. Und in Europa werde es ab dem 31. Dezember 2010 kein einziges Stück mehr aus seinem Hause geben, welches mit dieser Technik bearbeitet wurde. "Wir entwickeln neue, industrielle Techniken, um moderne Looks anbieten zu können – und wenn, dann setzen wir Sand in Handarbeit ein." Tatsächlich habe sein Unternehmen bisher etwa ein Prozent der weltweiten Produktion mit Sandstrahlern behandelt, jedoch unter rigorosen Gesundheits- und Sicherheitsauflagen.

Des weiteren erklärt Amber McCasland: "Up until now, we required any supplier conducting sandblasting to use aluminum oxide, aluminum silicate, copper slag or any other material containing less than 1% crystalline silica, as recommended by the United States Occupational Safety and Health Administration (OSHA) to help eliminate the health risks associated with silica. We also require proper ventilation for workers and our requirements call for all workers conducting sandblasting to wear masks as added protection against dust inhalation. They are also required to wear hooded, full-body coveralls and boot or shoe covers to keep dust from getting into their clothes. In addition to requiring protective gear for those who finish our products, we insist that those who maintain the equipment or work in the blasting areas wear protective gear as an additional safety precaution."
 
Zur Erklärung: Mit dem Sandstrahler-Verfahren, welches bereits im April 2009 vom türkischen Gesundheitsministerium untersagt wurde, werden Jeans unter Hochdruck mit Sand bestrahlt, um ihnen ein modisch abgewetztes Aussehen zu verleihen – das nennt sich dann used, stone washed, Vintage, distressed... Dabei tritt Silizium aus, es setzt sich in den Lungen der Arbeiter fest und verursacht eine Berufskrankheit namens Silikose, die unheilbar und im fortgeschrittenen Stadium tödlich ist, weil sie die Lungen zerstört. Denn die Sandstrahler sollten nur in geschlossenen Kabinen eingesetzt werden, in denen der Arbeiter über einen Belüftungsschlauch und eine Atemschutzmaske mit Frischluft versorgt wird. Doch in der Regel ist dies nicht der Fall, sondern sie tragen keinerlei Schutz bis auf kleine Mundmasken. Dutzende Jeans-Arbeiter sind bereits gestorben, fast alle im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Hunderte weitere Krankheitsfälle sind bekannt. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, weil die Arbeiter beim Sandstrahlen überwiegend schwarz beschäftigt waren. Experten gehen davon aus, dass insgesamt Tausende junge Männer erkrankt sind. 

Mit dem Untersagen dieser Technik im Frühjahr des vergangenen Jahres reagierte die Türkei erstmals auf die Forderungen von Ärzten und den geschädigten Textilarbeitern selbst, die seit Jahren das Verbot des Sandstrahlens fordern. Mit dem "globalen Ächten" durch die Großen der Jeansbranche könnte ein Meilenstein gesetzt worden sein, wenn ihnen weitere Jeanshersteller folgen, umso besser. Oder der Konsument verweigert den Kauf von Jeans im Used-Look – das ist strategischer Konsum.

Ökorrekte Jeans finden Sie auch im Utopia-Produktguide:

Produktdguide

 

 

 

 

Stand: 08.09.2010 von

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