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Elisabeth Höller gründete 1982 die nach ihr benannte Vermögensverwaltungs-AG und 2005 die Ethik-Rating-Agentur Invera AG.
natur + kosmos: Frau Höller, Sie haben sich schon in den 90er Jahren auf ethische Anlagen fokussiert. War es schwierig, die Kunden seinerzeit davon zu überzeugen, gezielt auf soziale und ökologische Kriterien zu achten?
Elisabeth Höller: Nein, es war gar nicht schwierig. Die Zeit war reif für das Einbeziehen der extrafinanziellen Anlagekriterien, also der Sozial- und Umweltverantwortung der Unternehmen. Einige Ökofonds gab es damals schon, aber die von uns angestrebte ganzheitliche Lösung, auch Ethik-Kriterien in den Investmentprozess einzubeziehen, war noch ziemlich neu.
Der von Ihnen aufgelegte „Dr. Höller Prime Value Income“ wurde von “Ecoreporter“ als Fonds des Jahres 2008 ausgezeichnet, weil er selbst im schwierigen Börsenjahr 2008, in dem die Aktienfonds in Deutschland im Schnitt 44 Prozent verloren haben, nur um 6,8 Prozent gefallen ist. Wie war dieses gute Ergebnis möglich?
Es liegt zum einen daran, dass bei nachhaltigen Unternehmen wegen der besseren Transparenz und Verlässlichkeit das Anlagerisiko tendenziell kleiner ist. Zum anderen hat das Management frühzeitig die drohende Gefahr erkannt und die Aktienquote stark reduziert. Übrigens war dieser Fonds nicht nur Fonds des Jahres 2008, sondern wurde, was vielleicht noch bedeutsamer ist, auch als bester konservativer Mischfonds über zehn Jahre hinweg ausgezeichnet – gegen die Konkurrenz konventioneller Fonds, was mich besonders stolz macht.
Bringen nachhaltige Anlagen grundsätzlich mehr Rendite als konventionelle?
Auf einen längeren Zeitraum gesehen, das heißt über sieben oder mehr Jahre betrachtet, ja. Aber nur unter der Bedingung, dass die Verwaltung in professionellen Händen liegt. Die Anlagen an sich, auch die nachhaltigsten, garantieren per se noch keine optimale Rendite.
Was raten Sie Anlegern, die ihr Geld in nachhaltige Aktien oder Fonds investieren wollen?
Wenn jemand Zahnweh hat, geht er zu einem Spezialisten seines Vertrauens. Deshalb rate ich allen, die nachhaltig investieren wollen, sich nach gründlicher Prüfung den Vermögensverwalter ihres Vertrauens auszusuchen. Der muss fachlichen Durchblick und charakterliche Integrität haben. Diesem sollte man auftragen, die passenden Einzeltitel, Fonds oder Zertifikate zu erwerben. Es bleibt ja letztlich die Verantwortung des Investors, es ist sein Geld – aber er braucht die Unterstützung des Fachmanns. Beides muss sich harmonisch ergänzen.
Können Anleger mit ihrem Geld die Welt verändern?
Ja, und wie! Ein Investor, und sei sein Kapital zunächst noch so klein, hat eine ganze Menge Macht; er kann ein Unternehmen boykottieren oder es unterstützen, so wie als Konsument auch. Die Investoren sollten sich dieser Macht stärker bewusst sein und sich bei den Unternehmen mit Kritik oder Lob zu Wort melden. Sie werden erstaunt sein, wie genau man auf Sie hört! 
Der Artikel ist zuerst bei unserem Medienpartner natur + kosmos erschienen.
Kommentare (5)
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hexandthecity
schrieb am 30.03.2011 um 01:12 ¶HerrOschmann
schrieb am 28.12.2010 um 10:17 ¶Kommentar schreiben
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