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Im Interview

Das Klimaprogramm der Kleinstlebewesen


Wie kommt ein Journalist dazu, ein Buch über Kleinstlebewesen zu schreiben?

Ich bin völlig unbefleckt an die Sache heran gegangen. Ich bin weder Meeresbiologe, noch Wissenschaftsjournalist. Eher ein Generalist. Als ich im letzten Jahr für ein regionales Wirtschaftsmagazin über die Fisch- und Algenzuchtindustrie recherchiert habe, bin ich auf Dr. Kroons neue Plankton-Technologie gestoßen. Das war interessant, also habe ich mit der Recherche begonnen, um daraus ein Thema zu machen.

Wie dürfen wir uns denn die Recherche vorstellen? Hatten Sie die ganze Zeit einen Neoprenanzug an?

Nein, eher nicht. Ich bin auch überhaupt kein Kaltwassertyp. Mit den einzelnen Planktonarten hatte ich nicht viel zu tun. Natürlich habe ich die Zuchtanlagen besucht, jedoch beschränkte sich meine Recherche eher auf die Experten. Ich habe Fachleute befragt, unter anderem natürlich auch Dr. Kroon. Ich war am Anfang eher skeptisch, aber dann nahm das Ganze doch ein Thema an.

Was war denn Ihre Skepsis?

Die Skepsis bestand darin, dass Dr. Kroon in großen Dimensionen denkt. Und an diesen Dimensionen habe ich gezweifelt. Er spricht von einer großen Planktonzucht, die große Umwälzungen vorantreiben wird.  

Wie klimaneutralen Sprit, Strom und Gas für die ganze Menschheit. Was genau kann denn Plankton überhaupt?

Plankton betreibt wie jede Landpflanze Photosynthese, kann also C02, Kohlendioxid, aufnehmen und Sauerstoff wieder abgeben. Der große Vorteil gegenüber Landpflanzen besteht jedoch darin, dass Plankton zehn bis hundert Mal schneller wächst und demnach schneller in größeren Mengen produziert werden kann. Das ist der springende Punkt. Plankton hat zudem, Stichwort Biodiesel, gegenüber Raps den Vorteil, dass es als Biomasse eine bessere Ökobilanz hat.

Klingt interessant. Warum ist die Industrie noch nicht darauf gekommen?

Den Ansatz gibt es eigentlich schon seit den 20er Jahren. Schon damals hat man versucht, Plankton in Beuteln zu züchten. Bis vor kurzem war es jedoch zu teuer. Die neue Technologie von Dr. Kroon setzt auf eine kostengünstige Variante.

Was ist das für eine Technologie?

Das kann ich leider nicht verraten. Dr. Kroon hat darauf ein Patent angemeldet. Nur soviel, das Plankton wird in Massen in Beuteln gezüchtet. Das ist kostengünstiger als zum Beispiel Plankton, das in Rohren herangezogen wird. Die Rohre müssen gereinigt werden, das ist ein erheblicher Kostenfaktor.

Wann wird es den ersten Planktonstromanbieter geben?

Der erste Strom aus Plankton wird in zwei oder drei Jahren durch unsere Netze fließen. Mit Planktonkerosin wird aber bereits 2008 ein Flugzeug von Air New Zealand abheben. Und auf Hawaii arbeitet Shell an der ersten Biodiesel-Anlage auf Plankton-Basis.  

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Stand: 20.12.2007 von

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