Die besten guten Fragen
2Utopia zeigt die besten guten Fragen aus dem Jahr 2011.mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Matthias Bjørnsen, München
Matthias Bjørnsen würde sich nicht als grünen Architekten bezeichnen. "Sagen wir lieber umfassend planender Architekt". Beim Bauen ist die Planungsphase das Entscheidende." Das klingt jetzt eigentlich selbstverständlich, ist es aber nicht. Bei vielen Neubauten, sagt Björnsen, wird immer noch Potenzial verschenkt. Auf die Planung kommt es an. Seine erste nachhaltige Planung bezog sich auf ein Großbauprojekt. Ein Bürohaus, bei dem die Frage gestellt wurde, wie man bestmöglich Energie einsparen könnte. Die vielen kleinen Lösungen erschienen einfach, und sind doch bis heute immer noch viel zu selten Standard: Eine natürliche Luftzirkulation durch Aufwindtürme zum Beispiel oder ein einfacher Universalschalter für die Lichtanlage. „Man macht dann wirklich immer alle Lichter aus, wenn man das Haus verlässt und spart damit eine Menge Energie ein.“
Nach der Geburt seines Sohnes hat sich Matthias Bjørnsen aus der Agenturarbeit zurückgezogen und sich einem ganz anderen privaten Projekt gewidmet: dem Bau des eigenen Hauses. Kein reinrassiges Passivhaus, wie Bjørnsen sagt, da die Familie auf schöne Details wie minimierte Decken- und Wandstärken, rahmenlose Fenster und größere Glasflächen auch nach Norden hin nicht verzichten wollten. Dennoch erfüllt das Haus den kfW 40 Standard. Das heißt, der Gesamtprimärenergieverbrauch liegt bei weniger als 40 kWh/qm und Jahr. Das funktioniert unter anderem dank einer CO2-minimierten Komfortzusatzheizung mit Holzpellets. Neben der Architektur gestaltet Matthias Bjørnsen mittlerweile auch Möbel. Noch nicht alles so nachhaltig, wie er sich das wünscht. Es reicht jedoch für Holz aus regionalem Anbau und ökologisch korrekten Lacken. Am Rest arbeitet er noch.
Matthias Bjørnsens Utopia Profil
http://matthiasbjoernsen.net
Joachim Dettki, Berlin

Foto: privat
„Die Unwirklichkeit der Städte“ von Alexander Mitscherlich war ein Buch, das Joachim Dettki beeinflusst hat. Das Buch des Psychoanalytikers Mitscherlich aus dem Jahre 1965 dokumentiert die sozialen Spannungen, die durch Architektur entstehen können. „In einem Haus voller gestapelter Wohnungen zu leben, kann einem schon das Gefühl von Verlorenheit geben.“ Der Weg von sozialer zu ökologischer Architektur war dann für Dettki nur noch ein kleiner Schritt. „Eine der Aufgaben von Architekten ist es, die gebaute Umwelt umweltfreundlicher zu gestalten, also auch ökologischer,“ so Dettki. Das bedeutet für den Architekten vor allem eine Einsparung der Energiekosten. Die wichtigen Hebel dafür? Die Heizungstechnik und die Wärmedämmung.
"Natürlich ist Wärmedämmung immer auch eine Kostenfrage, aber es lohnt sich auf lange Sicht. Und: Energie zu verschwenden kann sich auf die Dauer bald sowieso niemand mehr leisten,“ sagt Joachim Dettki. Er bietet als freischaffender Architekt das Komplettpaket von der Planung und bis zum Bau ökologischer Häuser an. Dabei setzt er vor allem auf Lehmputz. „Das Material ist fast unendlich verfügbar, es ist ökologisch, als Baustoff zudem atmungsaktiv und schafft durch eine natürliche Regelung der Luftfeuchtigkeit ein angenehmes Raumklima.“ Den einzigen Nachteil am Lehmputz sieht Dettki beim Preis, der etwas höher liegt als viele andere Baustoffe, wenn er ihn nicht gerade selbst aus der Erde holt: „Die Industrie ist hier einfach noch stärker und bietet konventionelle Baustoffe günstiger an.“ Ein Misstand, der durch strategischen Hausbau hoffentlich bald behoben sein wird.
Joachim Dettkis Utopia-Profil
www.dettki.info
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Kommentare (2)
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Turbomeitli
schrieb am 25.09.2008 um 10:46 ¶Burnie
schrieb am 18.01.2008 um 10:41 ¶Kommentar schreiben
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