Klimafreundlich Wohnen: Utopias Architekten

Matthias Bjørnsen, München

Matthias Bjørnsen würde sich nicht als grünen Architekten bezeichnen. "Sagen wir lieber umfassend planender Architekt". Beim Bauen ist die Planungsphase das Entscheidende." Das klingt jetzt eigentlich selbstverständlich, ist es aber nicht. Bei vielen Neubauten, sagt Björnsen, wird immer noch Potenzial verschenkt. Auf die Planung kommt es an. Seine erste nachhaltige Planung bezog sich auf ein Großbauprojekt. Ein Bürohaus, bei dem die Frage gestellt wurde, wie man bestmöglich Energie einsparen könnte. Die vielen kleinen Lösungen erschienen einfach, und sind doch bis heute immer noch viel zu selten Standard: Eine natürliche Luftzirkulation durch Aufwindtürme zum Beispiel oder ein einfacher Universalschalter für die Lichtanlage. „Man macht dann wirklich immer alle Lichter aus, wenn man das Haus verlässt und spart damit eine Menge Energie ein.“

Nach der Geburt seines Sohnes hat sich Matthias Bjørnsen aus der Agenturarbeit zurückgezogen und sich einem ganz anderen privaten Projekt gewidmet: dem Bau des eigenen Hauses. Kein reinrassiges Passivhaus, wie Bjørnsen sagt, da die Familie auf schöne Details wie minimierte Decken- und Wandstärken, rahmenlose Fenster und größere Glasflächen auch nach Norden hin nicht verzichten wollten. Dennoch erfüllt das Haus den kfW 40 Standard. Das heißt, der Gesamtprimärenergieverbrauch liegt bei weniger als 40 kWh/qm und Jahr. Das funktioniert unter anderem dank einer CO2-minimierten Komfortzusatzheizung mit Holzpellets. Neben der Architektur gestaltet Matthias Bjørnsen mittlerweile auch Möbel. Noch nicht alles so nachhaltig, wie er sich das wünscht. Es reicht jedoch für Holz aus regionalem Anbau und ökologisch korrekten Lacken. Am Rest arbeitet er noch.

Matthias Bjørnsens Utopia Profil
http://matthiasbjoernsen.net




Joachim Dettki, Berlin

Joachim Dettki, ökologischer Architekt

„Die Unwirklichkeit der Städte“ von Alexander Mitscherlich war ein Buch, das Joachim Dettki beeinflusst hat. Das Buch des Psychoanalytikers Mitscherlich aus dem Jahre 1965 dokumentiert die sozialen Spannungen, die durch Architektur entstehen können. „In einem Haus voller gestapelter Wohnungen zu leben, kann einem schon das Gefühl von Verlorenheit geben.“ Der Weg von sozialer zu ökologischer Architektur war dann für Dettki nur noch ein kleiner Schritt. „Eine der Aufgaben von Architekten ist es, die gebaute Umwelt umweltfreundlicher zu gestalten, also auch ökologischer,“ so Dettki. Das bedeutet für den Architekten vor allem eine Einsparung der Energiekosten. Die wichtigen Hebel dafür? Die Heizungstechnik und die Wärmedämmung.

"Natürlich ist Wärmedämmung immer auch eine Kostenfrage, aber es lohnt sich auf lange Sicht. Und: Energie zu verschwenden kann sich auf die Dauer bald sowieso niemand mehr leisten,“ sagt Joachim Dettki. Er bietet als freischaffender Architekt das Komplettpaket von der Planung und bis zum Bau ökologischer Häuser an. Dabei setzt er vor allem auf Lehmputz. „Das Material ist fast unendlich verfügbar, es ist ökologisch, als Baustoff zudem atmungsaktiv und schafft durch eine natürliche Regelung der Luftfeuchtigkeit ein angenehmes Raumklima.“ Den einzigen Nachteil am Lehmputz sieht Dettki beim Preis, der etwas höher liegt als viele andere Baustoffe, wenn er ihn nicht gerade selbst aus der Erde holt: „Die Industrie ist hier einfach noch stärker und bietet konventionelle Baustoffe günstiger an.“ Ein Misstand, der durch strategischen Hausbau hoffentlich bald behoben sein wird.

Joachim Dettkis Utopia-Profil
www.dettki.info

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Was ist ein Klimahaus? Klimahaus Agentur Dirketor Norbert Lantschner im Interview.



Woran erkenne ich Greenwashing?

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  • Turbomeitli
    schrieb am 25.09.2008 um 10:46
    Auch sehr zu empfehlen sind die Trockenbauplatten in Lehm. Da zeitsparend noch günstiger.
    http://www.made-in-clay.de/Lehm/Lehmbaustoffe/Lehmbauplatte_22mm/K239.htm
  • Burnie
    schrieb am 18.01.2008 um 10:41
    Wie Joachim Dettki schon schreibt, ist die Lehmgrube eine Möglichkeit günstig an den natürlichen Baustoff Lehm zukommen. Dies natürlich auch die mühsamste Art der Lehmgewinnung. Das Ausgraben von Lehm aus der Grube, das Einsumpfen, die Aufbereitung ist sehr zeitintensiv und erfordert auch einen gewissen Kraftaufwand (oder Maschineneinsatz). Auch ist die Anwendungweise dann nur wenig standardisiert, da ja jedes Vorkommen unterschiedliche Zusammensetzungen aufweist, so dass jeder Lehm für sich erst getestet werden muss, will man Rissbildung, herabfallen, etc. vermeiden. Dies ist aber keineswegs die einzige Alternative zu den Lehm- Fertigputzen, deren Preise teilweise wirklich saftig sind..... Gerade junge Familien und Bauherren, die sich das Fertigprodukt im Sack und die Arbeit mit dem Naturlehm nicht leisten können, sollten aber dennoch die Vorteile des Lehmputz nutzen können. Meinen kostensensiblen Bauherren, egal ob bei Neubau oder Sanierung, empfehle ich immer eine Mischung aus Kaufen und Selber machen, um gutes Material zum günstigen Preis zu ermöglichen.

    Ich gehe eigentlich grundsätzlich davon aus, dass ökologische Gebäude nicht teurer als Konventionelle sein müssen und es gibt dafür genug gebaute Beispiele, wie schon der erste "Ökologische Architekturwettbewerb" 1994 gezeigt hatte, an dem ich als Student erfolgreich teilnahm.
    Lehm ist eine Mischung aus Ton und Zuschlagsstoffen. Wir beziehen Tonpulver von einer Tongrube in Pulverform, abgesackt oder grössere Mengen im BigPack. Dieses wird nun, wie andere bekannte Bindemittel auch, mit den nötigen Zuschlägen gemischt, normalerweise Sand, genauer eine passende Mischung unterschiedlicher Qualitäten. Mittels unserer Mischanleitung kann man sich sehr einfach ideale Mischungen für Unterputze, Dämmputze, Oberputze, Lehmmörtel, Hinterfüllungen und vielen andere interessante Mixturen herstellen.

    Das Mischen selbst kann eimerweise mit einen normalen Rührgerät erfolgen, dabei wird das Material trocken vorgemischt. Auch Materialreste können einfach aufgehoben werden, und bei der nächsten Mischung wieder vollständig genutzt werden. Selbst die Maschinen müssen nicht wie bei anderen Bindemittel üblich, sofort gereinigt werden, - eine nicht zu unterschätzende Zeitersparnis bei Eigenleistungen, gerade denen nach Feierabend. So gibt es weitere Vorteile gegenüber den Kalk/ Gips und Zementputzen, nicht nur wegen dem Raumklima und der Ökologie. Die Kosten der eigenen Mischungen sind deutlich unter den der Fertigmischungen (ja es stellt sich bei einem konkreten Vergleich wirklich die Frage nach der Preiskalkulation mancher Hersteller) und oft kann auch ein enormer Transportaufwand eingespart werden, da man ja nur das Bindemittel Ton beziehen muss und mit lokal vorhandenem Sand, Stroh etc. arbeiten kann. Doch selbst der pulverisierte Ton ist vielleicht lokal verfügbar, wir sind hier im Bereich Nordbayern/ Südthüringen und für viele lohnt sich sogar eine Selbstabholung direkt ab Tonwerk. So kann man wie so oft mit etwas eigenem Engagement das Gute günstig ermöglichen.


    Eine Musterwand in historischer Fachwerkbauweise für traditionellen Lehmbau ist übrigens gerade auf der Grünen Woche in Berlin zu sehen. (Halle 23A Regionen mit Zukunft).
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