Neue nachhaltige Start-ups

Grüne Ideen und gutes Geld



Kurierplattform Tiramizoo

Der Auftrag: Das Lieferwesen revolutionieren und den Stadtverkehr entlasten.

Ganze sieben Fahrräder musste der passionierte Rennfahrer Michael Löhr in Schuss halten. Das war 2005 und Löhr arbeitete in Vancouver als Ingenieur in der Brennstoffzellenforschung. Der Job war stressig und das Verkehrschaos nach Feierabend groß. Wie also Ersatzteile bekommen? „Weißt du was? Ich schicke dir einen Kurier“, schlug ihm sein Stammhändler eines Tages vor. 10 Dollar kostete das. „10 Dollar, um sich den ganzen Stress zu sparen?“, erinnert sich Löhr. „Ab dem Zeitpunkt war ich von der Idee erfasst Kurierdienste besser zugänglich und transparenter zu machen.“

Suchen, vergleichen und buchen – was bei Flugreisen längst üblich ist, will Löhr mit seinem Unternehmen Tiramizoo nun für innerstädtische Kurierservices etablieren. Der Öko-Faktor ist enorm: „Der Transport von Waren mit dem Auto erzeugt 24 mal mehr Kohlendioxid pro Mengeneinheit als etwa mit einem Containerschiff“, erfuhr Löhr aus einer Studie. Und: „Nur 0,2 Prozent des Treibstoffes werden tatsächlich zum Bewegen der Ware benötigt“. Kaltstart und Kurzstrecken sorgen für unnötige Emissionen, Berufsverkehr und verstopfte Straßen außerdem für Stress und Emissionen. Die Web-Plattform Tiramizoo.com soll Kurierdienste demnächst so transparent und zugänglich machen, das selbst private Besorgungen unnötig werden.


„Erstens machen wir die Preise vergleichbar und lassen Nutzer im Netz per Rating über den Service urteilen. Zweitens können Kunden über eine Online-Map den nächsten Kurier aufspüren oder ihren aktuellen Auftrag per GPS in Echtzeit verfolgen. Drittens machen wir mit der Plattform trotz der transparenten Konkurrenzsituation auch für die Kuriere das  Geschäft besser: Sie finden über unseren Marktplatz mehr Aufmerksamkeit und machen ihren Service besser zugänglich“, erklärt Löhr. Derzeit gibt es auch Gespräche über die Anbindung lokaler Einzelhändler, die von den Kurieren angefahren werden und so ihre Waren besser vertreiben könnten – lokales Online-Shopping statt Großhändler mit hohen Transportemissionen.

Freilich werden nicht nur saubere Radkuriere, sondern auch ganz normale Benzintransporter aufgeführt. Über die Echzeit-Suche sollen aber auch Rück- und Leerfahrten ausgenutzt werden – günstig für den Kunden und als Zusatzeinnahme für den Kurier. „Dann braucht die Mutter ihre drei Kinder nicht mehr in den Wagen stopfen, wenn sie mal den Schlüssel bei der Oma vergessen hat“, nennt Löhr sein Lieblingsbeispiel. Losgehen soll es mit einer offenen Betaversion Ende Juli in Berlin.

Mehr unter www.tiramizoo.com


 

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Changemaker: Neue Deutschland AG
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    Tarantula
    schrieb am 17.06.2010 um 19:33
    Klasse Idee. Hoffe das etabliert sich in Zukunft in allen größeren Städten.
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    Tarantula
    schrieb am 17.06.2010 um 19:32
    Klasse Idee. Hoffe das etabliert sich in Zukunft in allen größeren Städten.
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