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Text: Horst Hamm
Europa im Jahr 2050. Die Kernkraftwerke sind seit etlichen Jahren vom Netz, Kohlestrom gehört einer längst vergessenen Vergangenheit an. Und die Bürger des alten Kontinents genießen dennoch die angenehmen Seiten der Zivilisation – Internet und moderne Kommunikationstechnik genauso wie Klimaanlage, Wäschetrockner, Spülmaschine, Kühlschrank und Gefriertruhe. Den Strom dafür liefern zu 100 Prozent alternative Energien – große Sonnenkraftwerke aus Spanien und Nordafrika, Windparks am Roten Meer, vor Marokko und an der Nordseeküste, Wasser kraftwerke in Skandinavien undBiomasse-Anlagen im Herzen Europas. Und das Besondere: Die Strompreise sind nicht ins Unermessliche geklettert, wie das im Jahr 2008 zu erwarten war, als Energie in jeder Form teurer und teurer wurde. Strom ist nach wie vor bezahlbar. „Das ist absolut keine realitätsferne Zukunftsvision übereifriger Befürworter der Energiewende“, sagt Gregor Czisch vom Institut für Elektrische Energietechnik der Universität Kassel, „sondern sowohl wirtschaftlich als auch technisch machbar. Wir müssen es nur wollen.“ Der Physiker und promovierte Elektrotechniker hat die zukünftige Stromversorgung Europas untersucht und ist zu einem beeindruckenden Ergebnis gekommen: In einem riesigen Gebiet, das vom Nordkap bis zur Sahelzone und vom Ural bis nach Portugal reicht, kann der gesamte Strombedarf mit Hilfe alternativer Kraftwerkstechnik gedeckt werden.![]()
Das alternative Potenzial im Überblick
Europa und seine Nachbarn können sich vollständig ohne fossile und atomare Stromerzeugung versorgen.
In einem großräumigen Netz werden Schwankungen leicht kompensiert.
Von Island bis nach Saudi-Arabien und von der Ostseeküste bis nach Nordafrika stehen ganz unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Norwegen hat schon heute in seinen Speicherseen so viel Wasserkraft gespeichert, dass damit Deutschland drei Monate lang komplett mit Strom versorgt werden könnte. Mit der Schneeschmelze füllen sich die Seen jedes Frühjahr. Vor Marokko bläst der Nordwestpassat kontinuierlich, mit besonderer Stärke aber in den Sommermonaten – gerade dann, wenn an Nord- und Ostsee, vor England und der Bretagne Flaute angesagt ist. Dort wiederum ist im Herbst und Winter ein besonders hoher Windstromertrag zu erwarten. Das gesamte nördliche Afrika, Südspanien, Sizilien und Griechenland zählen zum so genannten Sonnengürtel der Erde. Dort lohnt es sich, mit solarthermischen Kraftwerken Strom zu erzeugen – und ins Zentrum Europas zu leiten. Biomasse kann vor allem in Zentral- und Osteuropa einen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Photovoltaik deckt in Deutschland derzeit nur 0,3 Prozent des Strombedarfs. Geothermie ist eine Option für die Zukunft, die momentan intensiv erforscht und gefördert wird.
Foto: Photocase / froodmat
Grafik: Natur + Kosmos
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Zuerst erschienen bei unserem Medienpartner:


















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