Berlinale 2010 – Green Me Gala

„Grüne Filme sollten unterhaltsam sein“


Von Julia Schoon

Swingmusik perlt über Stimmengewirr, hinaus auf die Terrasse und in den frostigen Berliner Nachthimmel. Das poppig beleuchtete Dach des Sony Center am Potsdamer Platz ist hier zum Greifen nah und das Berlinale-Gewusel, das auch am späten Sonntagabend nicht nachlässt, schwindelerregend weit unter uns. Donald Houwer und Nicolai Nieman, Regisseure und Initiatoren der Green Me Lounge (wie Utopia berichtet hat), haben in den neunten Stock des Filmhauses zur Gala geladen und statt der erwarteten hundert Gäste sind fast doppelt so viele gekommen. Ihr Thema scheint erfreulich viele Filmschaffende zu interessieren: Natur, Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Film.

In ihrem dritten Jahr ist die umweltpolitische Filminitiative Green Me bereits tüchtig gewachsen. Da gibt es die Green Me Filmtipps, in diesem Jahr für 13 Berlinale-Filme mit ökologischen Themen, Podiumsdiskussionen mit Regisseuren wie auch Umweltaktivisten von Nabu oder Greenpeace, und nicht zuletzt die Drehbuchförderung Green Me Story. Die Gala ist der krönende Abschluss des diesjährigen Wettbewerbs. „112 Drehbuchideen wurden eingereicht“, erzählt Donald Houwer begeistert, „vergangenes Jahr waren es nur 28.“ Auch qualitativ hat der Wettbewerb im zweiten Jahr der Ausschreibung einen Sprung gemacht: „Es gab tolle Beiträge aller Genres und einige waren so professionell und ausgearbeitet, dass man sofort mit dem Dreh loslegen könnte.“

In einem fünfstündigen live Pitch wurden bis in den Sonntagnachmittag hinein die acht besten Ideen präsentiert, der Gewinner wird jedoch erst Anfang März bekannt gegeben. Eines aber sickerte auf der Gala bereits durch: Die Filme wurden lebhaft von Publikum und prominent besetzter Jury – darunter die Schauspieler Jessica Schwarz und Hannes Jaenicke, Professor Peter Henning, Vorstand des Verbandes der Drehbuchautoren, und der Nabu Berlin Vorsitzende Torsten Hauschild – diskutiert und fiel so schwer, dass nun mehrere Konzepte gefördert werden. Ein Kinderfilm mit dem Arbeitstitel „Operation Fledermaus“ ist mit großer Wahrscheinlichkeit unter den Gewinnern. „Das Thema hat mir am besten gefallen, weil es ganz nah dran ist an der Arbeit des Nabu, gerade hier in Berlin“, erklärt Torsten Hauschild und auch für Hannes Jaenicke gehört das Konzept zu den Favoriten. Aber auch ein Beitrag über Ölförderung in Nigeria und die damit verbundenen ökologischen und sozialen Folgen fand großen Anklang.

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