Kommentar: Geo-Engineering
"Denkverbote bringen nichts"
In Sachen Klimawandel ist die Beweisaufnahme abgeschlossen:
Der Mensch verändert das globale Klima. Jetzt können wir noch das Strafmaß – das Ausmaß der Schäden – beeinflussen. Wir müssen deshalb jetzt handeln und eine Doppelstrategie verfolgen: Das Unbeherrschbare vermeiden und das Unvermeidbare beherrschen.
Ob dabei Geo-Engineering das Mittel der Wahl ist – ich stehe den verschiedenen Techniken skeptisch gegenüber. Allerdings bringen Denkverbote nichts. Man sollte alle Vorschläge nüchtern analysieren – was in der Regel heißt: Man sollte sie verwerfen. Wichtig ist dabei, dass diese Prüfung von Wissenschaftlern vorgenommen wird, die etwas von der Sache verstehen, und nicht von Spinnern oder Despoten. Wenn man sich vollständig aus der Debatte heraushält, wäre dies nicht möglich.
Also gilt für alle kompetenten Wissenschaftler: Sie müssen mitdiskutieren um auszumisten. Und um es vorneweg in aller Deutlichkeit zu sagen: Noch bin ich der Meinung, dass wir den galoppierenden Treibhauseffekt mit „konventionellen“ Verfahren – insbesondere durch beschleunigte technische und institutionelle Innovation ohne jegliche Planetenklempnerei – vermeiden können. Falls wir allerdings in den nächsten Jahren keinen weltweiten Vertrag zum Schutz des Klimas zustande bringen sollten, muss neu nachgedacht werden. Unter all dem, was derzeit unter dem Begriff „Geo-Engineering“ diskutiert wird, scheinen mir Techniken, Kohlenstoff zu extrahieren und sicher zu lagern, das erste Mittel der Wahl.
Professor Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
Zum Artikel "Geo-Engineering - Fantastische Ideen, um die Welt zu retten"


Kommentare (2)
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Looki
schrieb am 19.02.2009 um 09:21 ¶JBM
schrieb am 13.12.2008 um 09:09 ¶Kommentar schreiben
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