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Fundstück der Woche

Das Hanf-Auto


Fundstück Hanf-Auto VancouverDas kanadische Unternehmen Motive Industries entwickelt eine Hanfkarosserie, die für ein hauseigenes Elektroauto zum Einsatz kommen soll. Das Hanf-Elektroauto soll bereits bei der 2010 VE Conference and Trade Show in Vancouver präsentiert werden.

Bereits in den 1930er Jahren entwickelte Henry Ford das so genannte Hemp Car, dessen Karosserie aus Hanffasern hergestellt wurde und das mit Methanol, das ebenfalls aus Hanf gewonnen wurde, betankt werden konnte. Nach der Verabschiedung des Mariihuana-Verbotsgesetzes 1937 wurde der politische Druck auf Ford aber zu groß und die Entwicklung eingestellt.

Gemeinsam mit TM4 Electrodynamic Systems will Motive Industries mit der Hanfkarroserie aber jetzt im Rahmen des Project Eve den Automarkt revolutionieren. Hanfkarosserien sind ähnlich wie Carbonkarosserien extrem leicht aber trotzdem stabil und könnten auch in Rennautos zum Einsatz kommen. Der große Vorteil gegenüber Carbon ist aber, dass Hanf ein schnell nachwachsender Rohstoff ist und in seiner Verarbeitung keine Chemikalien benötigt.


Einen weiteren Vorteil sieht Nathan Armstron von Motive Industries auch in der derzeitigen Gesetzeslage in den USA:" Es ist illegal in den USA Nutzhanf anzubauen, daher haben wir in Kanada einen kleinen Marktvorteil.“

Eine kurze Video-Impression sehen Sie hier:



Hier gibt es ein Video zu Henry Fords Hanf-Auto von 1941:



Was meinen Sie? Schräg, schön, genial oder überflüssig: Hier finden Sie mehr Details über das Hanf-Auto.


Fotos: © Motive Industries

Text von Gillout-Mitarbeiterin Nadine Kupka: Gillout







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Im Utopia Produktguide finden Sie mehr Modelle und Tipps.


Stand: 12.10.2010 von

Kommentare (31)   abonnieren

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    schrieb am 12.10.2010 um 11:26
    In Österreich gibts auch eine Hanfstadt, naja, nicht ganz, es ist ein Rundangerdorf: http://www.hanfthal.at/
    Aber dort gehts mehr um andere Verwertungen von Hanf: Textilien, Kosmetik und kulinarisches. Gleich mal anschreiben, vielleicht gefällts denen ja als Ergänzung. Im Weinviertel sind die öffentlichen Verkehrsmittel eh nicht so dicht und für viele ists zu hügelig zum Radfahren.

    Aber schön. Kann ich nur empfehlen.

    :-) werner
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    schrieb am 12.10.2010 um 14:12
    Sehr schön !! Auch wenn ich glaube, dass uns der individuelle Verkehr ob elektrisch oder fossil nicht wirklich weiterbringen wird.

    Übrigens brauchen gar nicht so weit in´s Ausland zu schauen. Seit Jahren sind wir in Deutschland dran an den Materialien. 2006 habe ich bei Recherchearbeiten für mein Buch Michel Made in Germany Kontakt zu Four Motors und Smudo gehabt. Siehe LINK:

    http://www.fourmotors.com/2_bioconcept-cars/0_megane/

    Und wie Smudo es zeigt, sind im Rennwagenbau ebenfalls schon längst ganze Karosserieteile daraus gefertigt.

    Auch für die Normalos unter den Herstellern sind Bio Teile keine Seltenheit mehr: Sitze, Kopfstützen, Türverkleidungen u.v.m. (tja, wenn Motor, Elektrictric, Tankinhalt und Karosserie immer größer werden, dann muss ja irgendwo an Gewicht gespart werden. )

    Die Autos von heute sind auf jeden Fall schon lange von gestern.
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    schrieb am 12.10.2010 um 21:10
    JBM hat zum Teil recht, v.a. für städtische Gebiete sind Straßenbahnen oder Fahrräder ressourcensparender (Rohstoff 'Platz' inklusive, vgl. Parkplätze etc.)

    Aber auch für Karosserien von Straßenbahnen oder evtl sogar Flugzeugen sind nachwachsende Rohstoffe interessant, auf jeden Fall auch für Tricycles mit Wetterschutzkarosserie wie Aerorider und viele andere

    Sparsamer Umgang der Rohstoffe ist natürlich auch gut, wenn es sich um nachwachsende handelt, z.B. wegen des Flächeverbrauchs des Anbaus. Aber eine pauschale Verurteilung von Nawaro (Nachwachsenden Rohstoffen) wegen des Flächenverbrauchst, z.B. wegen Konkurrenz zu Nahrungsmittelanbau, lässt sich nicht gut begründen, vgl. dazu http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/bio-kunststoff-welthunger
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    schrieb am 14.10.2010 um 06:57
    ja kanda ist eh ideal für grosse hanfflächen.. eautos sind aber sicherlich keine lösung zumindest nicht so lang wir noch überall atomkrafwerke brauchen um den heutigen strombedarf denken zu können, anderseits wären eautos ein guter zwischenspeicher für windkraftenergie und co.. wo bei man hier auch die problematik von der herrschenden windkraft nicht ausser acht lassen sollten ,, sichwort: windparkproplematik

    wenn sich jetzt noch eine firma finden würde die aus hanf gescheite windumwandlungsgeräte entwickeln würde dann wäre dies wohl ideal :)
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    schrieb am 14.10.2010 um 09:37
    "so lang wir noch überall atomkrafwerke brauchen um den heutigen strombedarf denken zu können,"

    schreibt TraumSpinner: habe mir erlaubt Deinen Satz in meine Antwort zu kopieren, weil ich genau hier einen großen Fehler sehe. (Du schilderst eine Annahme die in der Bevölkerung wohl weit verbreitet ist)

    Atomkraftwerke decken eben nicht den heutigen Strombedarf. Weltweit tun sie es gerade mal zu 2 %. Aber sie werden geschickt durch Kampagnen der Werbeindustrie dazu hochstilisiert. Auf Deutschland bezogen exportiert Deutschland seit 2003 sogar Strom weil wir hier weniger verbrauchen. (Quelle Münchner Umweltinstitut)

    Wir sollten hier also mit den Aussagen vorsichtiger umgehen, damit wir die Stellung der Atomindustrie nicht versehentlich weiter festigen.
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    schrieb am 14.10.2010 um 09:44
    ok 2 % klingt recht wenig, da würd ich gern mal genauere zahlen haben, was macht dann den grossanteil aus kohlekraft oder wasserkraft ?

    damit wollte ich nur ausdrücken so lange wir uns vom atomstrom nicht gelöst haben und e autos bauen, geben wir der atomlobby die möglichkeit zu sagen "wir brauchen den ganzen strom eben ohne atomstrom gehts nicht"
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    schrieb am 14.10.2010 um 15:34
    Du möchtest Zahlen ?
    Hier sind sie:

    Der dt. Durchschnittsautofahrer fährt im Jahr 12.000 km.
    Elektroautos verbrauchen je nach Bauweise zwischen 6 bis 25 kWh auf 100 km.
    Die meisten Fachleute gehen von einem Durchschnitt von rund 16 kWh über alle Fahrzeuge aus.
    Multiplizieren wir nun die Kilometerleistung mit dem Verbrauch, kommt man auf einen Jahresverbrauch von 1920 kWh.
    Dies wiederum multipliziert mit den, von der Bundesregierung geplanten eine Mio. E-Autos bis zum Jahr 2020, ergibt einen Jahresstrombedarf von 1,92 TWh.

    Im Jahr 2009 hatten wir bereits eine Energiemenge von 94 TWh bei der regenerativen Stromerzeugung, hieraus lassen sich die besagten rund 2% ableiten.

    An der gesamten Stromerzeugung von rund 583 TWh hätten eine Mio. E-Autos gerade mal ein Anteil von noch nicht einmal 0,4% !

    Das dann als Argumentationshilfe für Atomkraftwerke herzunehmen wäre schon mehr als lächerlich !

    Und noch ein paar Zahlen:
    Schon 20m² Fotovoltaikfläche reicht um den Jahresenergiebedarf des durchschnittlichen Autofahrers zu decken, sofern er ein E-Auto fährt. Um ein Dieselwagen die gleiche Strecke mit Biotreibstoff fahren zu lassen, bedarf es 5000m² Anbaufläche.
    Schon rund 160 moderne Windkraftanlagen würden ausreichen um die Energiemenge für eine Mio. E-Autos bereitzustellen.

    Mit den 100.000 Schwarmstrom Blockheizkraftwerken von Lichtblick könnte man ebenso den Energiebedarf dieser 1 Mio. Elektroautos abdecken.
    In diesen Kleinkraftwerken sitzen Verbrennungsmotoren von VW, die in Autos verwendet also lediglich 100.000 Autos betreiben könnten.

    Man könnte also 10 mal so viele E-Autos mit der selben Energiemenge betreiben wie bei konventionellen Autos und würde mal so nebenbei noch 100,000 Häuser heizen und mit warmen Wasser versorgen.

    Und jetzt kommt der Clou, zwei Atomkraftwerke würden auch noch überflüssig werden !
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    schrieb am 27.10.2010 um 18:02
    @ 'TraumSpinner': Große Kohle- und Atomkraftwere sind extrem inflexibel und bremsen daher den Ausbau erneuerbarer Energien. Davon abgesehen haben Studien z B ein Wissenschaftsteam um Jacobson und DeLucchi mittlerweile nachgewiesen, dass aus technischer Sicht schon im Jahr 2030 eine 100%ige Versorgung mit echtem Ökostrom möglich wäre, in ganz Europa und auch anderen Kontinenten (eigentlich sogar weltweit) - mit einer Fortsetzung verfehlter Energiepolitik etc natürlich nicht
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    schrieb am 14.10.2010 um 07:57
    da wird wohl die Stahlindustrie begeistert sein ;-)
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    schrieb am 14.10.2010 um 10:30
    Babysteps. Aber alles fängt so an. Vielleicht erlebe ich es ja noch, das CO2-neutrale Auto. Obwohl ich dann sicher zu alt sein werde, es fahren zu können/wollen. Es sei denn, das Geriatromobil für Hochbetagte ist bis dahin auch schon erfunden. LOL
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    schrieb am 14.10.2010 um 12:39
    warum die wunderpflanze 1937 verboten wurde, kann man hier sehr ausführlich nachlesen:

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/05/warum-die-wunderpflanze-hanf-verboten.html
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    schrieb am 14.10.2010 um 16:49
    Sehr gut finde ich den Artikel, aber eine deutlich kritische Note muss ich loswerden: Henry Ford hat nicht das Hemp Car entwickelt, sondern Ingenieure etc die bei ihm angestellt waren.

    Im übrigen hat Henry Ford - und in diesem Fall persönlich - Anfang der 1930er die NSDAP unterstützt. Nachzulesen in Suzanne Pool et al: Who financed Hitler? , ebenso wie er gefälschte antisemitische Dokumente hat verbreiten lassen, die eine jüdische Weltverschwörung beweisen sollten. Ein trauriges Kapitel der Firmengeschichte von Ford.
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    schrieb am 14.10.2010 um 20:22
    hübsches Ding, sehr empfehlenswert ;-)

    nebenbei haben die deutschen Agraringenieure und Chemiker, die den THC-Gehalt des deutschen Nutzhanf auf unter 0,2% drückten, die Faserqualität immens beeinträchtigt, weshalb diese einen sehr minderwertigen Rohstoff darstellen. Es lebe die Wissenschaft die alles besser macht...
    aber wir können ja auch importieren und davon dann hochwertige Produkte erzeugen...
    armes Deutschland

    huch, jetzt bin ich wieder abgeschwiffen... ;-)
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    schrieb am 16.10.2010 um 22:20
    und trotzdem, den hanf bekommt man nicht tot. Und hoffentlich wird das anerkannt.
    PS zu henry ford.er hat die Weichen gestellt und hatte die idee., und wie viele haben die Nsdap anfangs unterstützt, bis sie merkten, um was es da geht. ist heute nicht anders als früher.
    Viel wichtiger war es, das damals Hanf eine verdammt wichtige Faser war, was wir leider vergessen haben.
    Hoffentlich denken wir bald mal um.Mein kleiner Beitrag dazu-im Moment ,ich trage seit über 10 jahren nur Hanfkleidung ,
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    schrieb am 02.11.2010 um 12:27
    @cannafee:
    einer meiner Bekannten hatte einen Hanfladen - leider ist sowas im Odenwald völlig uninteressant, weshalb er trotz vollständigem Programm (ausser Autos) und sehr moderaten Preisen Baden ging.
    Ich hab mir damals auch ein Paar Schuhe von Hanfhaus gekauft - nach 3 Monaten war der Stoff an den Falten durch...
    Zwar bin ich Hanffan aber die Qualität muss stimmen und die gibt es mit dem deutschen Hanf nicht mehr.
    Die Kosmetika vom Franzosen im Odenwald sind sehr gut.
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    schrieb am 17.10.2010 um 11:14
    Auch die Firma Lotus fertigte mit dem Eco Elise im Jahre 2008 bereits ein Hanf-Auto. Es ging wohl bisher nicht in Serie.
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    schrieb am 17.10.2010 um 14:22
    Der Trabi war zwar nicht aus Hanf, die Idee dahinter ist aber sehr vergleichbar !

    Vielleicht gerade deshalb eignet sich wohl der Trabi zum Umbau zu einem E-Auto sehr gut.
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    schrieb am 17.10.2010 um 15:45
    Ah ja - die fahrzeugtechnologische Zukunft begann bereits in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der sozialistischen Planwirtschaft, unter Zugaben von Alexander Lloyd. Stürzen wir uns auf gebrauchte Trabis, die haben auch nicht so lange Lieferzeiten. Auf in die Zukunft! ;-)
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    schrieb am 02.11.2010 um 11:49
    Das war, soweit ich weiß, keine Idee, sondern man hatte aus der Not eine Tugend gemacht.
    Es gab einfach keinen Stahl, was natürlich nichts daran ändern, dass er dafür geeignet sein könnte.
  • gelöscht am 17.10.2010 um 15:45 von inaktiver User 41328
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 19.11.2010 um 21:49
    Die Trabbi Idee ist nicht so einmalig, immerhin gab es in der Türkei früher Kleinfahrzeuge ähnlich unseren nachkriegsfahrzeugen, deren Karosserie häufig verfressenen Ziegen zum Opfer fiel.

    Mein Auto hat die Ziege gefressen, ich habe jetzt ein Cabrio , oder so....

    Ernsthaft habe ich mich bei der Suche nach einem brauchbaren Material für ein Kabinendreirad für schlichtes in Schichten gekleistertes Zeitungspapier interessiert, erstaunlich stabil bei geringer Dicke, an allen nötigen Stellen durch z.B. Glasfaservliese / Hanfmatten verstärkbar, durch einen kräftigen Anstrich mit einer ölbasierten Farbe und vorherige Formung durch aufpressen auf einen Karrosserieblock, dessen spezielle Form die Karosse zusätzlich stabilisiert selbsttragend gemacht. Ein Designerleckerbissen für Ziegen, die vor allem die Aromen der Naturlacke besonders goutieren...
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    schrieb am 23.12.2010 um 02:40
    ich hatte auch schon das Storchennest von MZ im Auge, es sollte bei Übernahme der Firma ein Dreirad neu aufgelegt werden - mit E-Antrieb und evtl. Gyroskop/Kreisel als Stabi - leider sind uns Geldgeber abgesprungen und das Schlitzauge wollte zu viel... (der hatte leider auch schon die ganzen Subventionen abgegriffen und nix geleistet).

    für einen Zweisitzer sollte man ein Gyroskop einbauen, das wird sonst zu wackelig.



    Es gibt kein Tier auf Erden für das so viel getan wird wie für die KATZ!

    ;-)
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    schrieb am 20.11.2010 um 13:11
    Ja das ist auch eine Möglichkeit Altpapier zu verwerten und wenn die Ziegen das Material fressen, muss wohl der Kleister zwischen den Blättern auch umweltverträglich sein.
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    schrieb am 20.11.2010 um 13:15
    Ich bin für eine neue Initiative:
    "Maulkörbe für Ziegen und Ziegenartige!"
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    schrieb am 21.11.2010 um 20:18
    Zumindest ist die Aussenhaut des Fahrzeugs einfach recyelbar... ;-)
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    schrieb am 10.12.2010 um 21:21
    In Zukunft werden Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zwangsläufig eine große Rolle spielen, da Erdöl als bisheriger Ausgansstoff für Kunststoffe nicht mehr in den Mengen und zu den heutigen Preisen verfügbar sein wird. Insofern sind entsprechende Entwicklungen zu begrüßen.

    Ich halte es aber für verkehrt, Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen von Vorneherein als ökologisch vorteilhaft zu betrachten. Folgende Aspekte müssen bewertet und verglichen werden:

    1. Welchen Energieverbrauch verursacht die Produktion der für die Erfüllung eines Zweckes erforderliche Menge des Materials. Nach den allgemeinen Erfahrungen mit nachwachsenden Rohstoffen sollte nachwachsenden Rohstoffen dabei kein Bonus zugerechnet werden oder die darin gespeicherte Energie als CO2-neutral bewertet werden, sofern nicht belegt ist, dass keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln besteht und der gesamte Weg "vom Feld" bis zum Werkstoff erheblich geringere ökologische Wirkungen hat. Ich vermute, dass bei Weglassen des CO2-Bonusses für nachwachsende Rohstoffe in Etwa ein Patt eintreten dürfte.

    2. Werden giftige Stoffe in den Kunststoffen gebunden oder bei Produktion oder Entsorgung frei gesetzt? Bei modernen Herstellungsverfahren sollte dies weder bei fossilen, noch bei nachwachsenden Kunststoffen in relevantem Außmaß der Fall sein. Aber wir erfahren nicht alles.

    3. Können die Werkstoffe die Aufgaben ohne Gewichtsnachteile oder Einbußen an Haltbarkeit erfüllen. Andernfalls können durch kürzere Lebensdauer oder höheren Energieverbrauch im Betrieb Vorteile aufgezehrt werden. Es mag möglich sein, dass nachwachsende Kunststoffe mit fossilen Kunststoffen gleichziehen können.

    4. Haben die Werkstoffe in der Entsorgung Vorteile? Verrottbar werden nachwachsende Rohstoffe wohl in der Regel nur dann sein, wenn auch Haltbarkeitsnachteile inkauf genommen werden (siehe 3.)
    Verbrennung von Kunststoffen mit modernen Verbrennungsmethoden dürfte in den Umweltwirkungen wenig Unterschiede bieten. Bei Fahrzeugen dürfte sich mittelfristig die Verbrennung als eine der sinnvollsten Nutzungen gebrauchter Kunststoffkomponenten (insbesondere bei Composites) herausstellen, da Composites und Bauteile aus mehreren Schichten nach langer Gebrauchsdauer nur mit extremem Downcycling wiederverwendbar sind.

    Aus dem Bauch heraus würde ich erwarten, dass bei ganzheitlicher Betrachtung kein wirklicher ökologischer Vorteil für nachwachsende Kunststoffe herausspringt.
    So besteht der Gewinn für die Zivilisation vor allem in der Perspektive, Kunststoffe auch nach dem Erdölzeitalter nutzen zu können. Das ist meine Vermutung.

    Nebenbei: Kunststoffe sind wegen falscher Entsorgung und deren Umweltauswirkungen zuletzt sehr negativ bewertet worden. Ich halte es aber für verkehrt, deswegen Kunststoffe allgemein zu meiden. Sofern eine ordentliche Entsorgung gewährleistet werden kann (und darauf gilt es hinzuwirken), dürfte es viele Anwendungen geben, bei denen Kunststoffe gesamtökologisch vorteilhaft sind.
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    schrieb am 10.12.2010 um 21:31
    Hallo Ulrich,
    darf ich Dir nachfolgendes, artverwandtes Thema nahe legen:

    http://www.utopia.de/blog/der-gruene-weg/natuerliche-verpackungen-endlich#comment-483057

    Gruß, Wilhard
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    schrieb am 11.12.2010 um 09:19
    Ja Ulrich,

    sicher sind diese Aspekte zu bewerten, will man bei den nachwachsenden Kunststoffen nicht die selben Fehler machen wie sie bei den fossilen gemacht wurden. Ob sich die erhebliche Umweltbelastung, die der -auch normgerechte- Abbau fossiler Rohmaterialien allerdings so weit runterrechnen lässt wie der entsprechende Anbau von z.B. Mais zur Herstellung eines Kunststoffs und z.B. Faserhanf zur Verstärkung des selben, bleibt zu errechnen. Ein entscheidender Vorteil wäre, dass die Komponenten aus dem aktuellen Kohlenstoffkreislauf genommen würden und nicht aus der Lagerhalde Jahrmillionen alter ehemaliger Kreisläufe. Immerhin kann uns das Klima aus dem Karbon relativ egal sein. Das heutige Klima aber nicht.
    Ich gebe dir aber insofern Recht, dass ein Composite aus Kohlefasern und einem hochproblematischen Kunstharz, der diverse Entsorgungsprobleme mit sich bringt kaum ökologisch verbessert wird, wenn man die Kohlefasern durch Hanffasern ersetzt und als Binder das selbe problematische Harz benutzt. Dies wäre im Sinn der Ökologie Augenwischerei.
    Mein Fahrradhändler hat mir erzählt, dass er auf einer Messe vor kurzem einen Fahrradrahmen aus Hanffasercomposite gesehen hat.
    Der Vorteil der Erneuerbaren Rohstoffe ist der, dass man mit ihnen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft betreiben kann. Dabei müssen aber die Produktionsverfahren ebenfalls eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Schließlich kann man auch aus erneuerbaren Rohstoffen Sondermüll produzieren.
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    schrieb am 11.12.2010 um 21:39
    Es ging mir weder darum, Kunststoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen ("Nawaro") schlecht zu reden, noch darum, alles präzise zu bewerten (was ich kaum machbar halte). Anhand der Aufzählung von Kritierien wollte ich aufzeigen, dass ich bei Nawaro-Kunststoffen keinen klaren bonus erkennen kann.

    Solange das alles in Europa auf Konversionsflächen abgeht, können wir es gerne dabei belassen. Auch liegt heute der Ölverbrauch zur Kunststoffherstellung meineswissens wesentlich niedriger, als der zur Energiegewinnung. So will ich hoffen, dass aufgrund des Kunststoffverbrauches in der Zukunft dieser nicht Haupttreiber für Nahrungsmittelengpässe sein wird. Dass das alles auf "überflüssigen" europäischen Flächen abgeht, das halte ich dennoch für etwas optimistisch, nicht nur wegen des noch enorm wachsenden Bedarfs, sondern auch, weil diese ja vielfach ungenutzt verbleiben, weil wir gleichzeitig Billigst-Nahrungsmittel zur Viehfütterung importieren. Irgendwie hängt doch alles wieder zusammen.

    Nichts destotrotz bleiben Kunststoffe wertvolle Materialien und jedes andere Material, sei es Stahl, Glas, Ton, Stoffe oder was auch immer, muss auch als begrenzte Ressource betrachtet werden.
    Entscheidend wird sein, dass Rohstoffe gegenüber dem Gut "Arbeit" in Zukunft höher bewertet werden und nicht mehr so verschwendet. Und natürlich ist ein sorgsamer Umgang bei Herstellung und Entsorgung vonnöten.

    Die Welt wird nicht besser, weil wir auf einmal Nawaro-Kunststoffe verwenden. Aber vielleicht kriegen wir viele Probleme in den Griff, wenn wir von allen Ressourcen weniger verschwenden und diese länger und bedachter nutzen.
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    schrieb am 11.12.2010 um 22:31
    Klar ich habe auch nicht geschrieben um dich zu belehren, schließlich kann ich das auch nicht alles berechnen. ich wollte nur deutlich machen das man auch aus nachwachsenden Rohstoffen Sondermüll herstellen kann. Aber selbst wenn dies passiert wurden die ressourcen dafür dem aktiven Stoffekreislauf entnommen und nicht einem sseit lange schlummernden Lager ehemaliger kreisläufe. Ich finde zum Beispiel Erdöl ist ein zu wertvoller Rohstoff als das es in Motoren verbrannt wird oder zu Einwegplastiktüten verarbeitet.
    Und ich stimme mit dir darin überein, dass jeder Rohstoff, egal ob fossil oder nachweachsend mit Klugheutit und sparsam genutzt werden soll.
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