Das kanadische Unternehmen Motive Industries entwickelt eine Hanfkarosserie, die für ein hauseigenes Elektroauto zum Einsatz kommen soll. Das Hanf-Elektroauto soll bereits bei der 2010 VE Conference and Trade Show in Vancouver präsentiert werden.
Bereits in den 1930er Jahren entwickelte Henry Ford das so genannte Hemp Car, dessen Karosserie aus Hanffasern hergestellt wurde und das mit Methanol, das ebenfalls aus Hanf gewonnen wurde, betankt werden konnte. Nach der Verabschiedung des Mariihuana-Verbotsgesetzes 1937 wurde der politische Druck auf Ford aber zu groß und die Entwicklung eingestellt.
Gemeinsam mit TM4 Electrodynamic Systems will Motive Industries mit der Hanfkarroserie aber jetzt im Rahmen des Project Eve den Automarkt revolutionieren. Hanfkarosserien sind ähnlich wie Carbonkarosserien extrem leicht aber trotzdem stabil und könnten auch in Rennautos zum Einsatz kommen. Der große Vorteil gegenüber Carbon ist aber, dass Hanf ein schnell nachwachsender Rohstoff ist und in seiner Verarbeitung keine Chemikalien benötigt.
Einen weiteren Vorteil sieht Nathan Armstron von Motive Industries auch in der derzeitigen Gesetzeslage in den USA:" Es ist illegal in den USA Nutzhanf anzubauen, daher haben wir in Kanada einen kleinen Marktvorteil.“
Eine kurze Video-Impression sehen Sie hier:
Hier gibt es ein Video zu Henry Fords Hanf-Auto von 1941:
Was meinen Sie? Schräg, schön, genial oder überflüssig: Hier finden Sie mehr Details über das Hanf-Auto.
Fotos: © Motive Industries
Text von Gillout-Mitarbeiterin Nadine Kupka: 
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Kommentare (31)
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Und ich stimme mit dir darin überein, dass jeder Rohstoff, egal ob fossil oder nachweachsend mit Klugheutit und sparsam genutzt werden soll. mehr weniger
Solange das alles in Europa auf Konversionsflächen abgeht, können wir es gerne dabei belassen. Auch liegt heute der Ölverbrauch zur Kunststoffherstellung meineswissens wesentlich niedriger, als der zur Energiegewinnung. So will ich hoffen, dass aufgrund des Kunststoffverbrauches in der Zukunft dieser nicht Haupttreiber für Nahrungsmittelengpässe sein wird. Dass das alles auf "überflüssigen" europäischen Flächen abgeht, das halte ich dennoch für etwas optimistisch, nicht nur wegen des noch enorm wachsenden Bedarfs, sondern auch, weil diese ja vielfach ungenutzt verbleiben, weil wir gleichzeitig Billigst-Nahrungsmittel zur Viehfütterung importieren. Irgendwie hängt doch alles wieder zusammen.
Nichts destotrotz bleiben Kunststoffe wertvolle Materialien und jedes andere Material, sei es Stahl, Glas, Ton, Stoffe oder was auch immer, muss auch als begrenzte Ressource betrachtet werden.
Entscheidend wird sein, dass Rohstoffe gegenüber dem Gut "Arbeit" in Zukunft höher bewertet werden und nicht mehr so verschwendet. Und natürlich ist ein sorgsamer Umgang bei Herstellung und Entsorgung vonnöten.
Die Welt wird nicht besser, weil wir auf einmal Nawaro-Kunststoffe verwenden. Aber vielleicht kriegen wir viele Probleme in den Griff, wenn wir von allen Ressourcen weniger verschwenden und diese länger und bedachter nutzen. mehr weniger
sicher sind diese Aspekte zu bewerten, will man bei den nachwachsenden Kunststoffen nicht die selben Fehler machen wie sie bei den fossilen gemacht wurden. Ob sich die erhebliche Umweltbelastung, die der -auch normgerechte- Abbau fossiler Rohmaterialien allerdings so weit runterrechnen lässt wie der entsprechende Anbau von z.B. Mais zur Herstellung eines Kunststoffs und z.B. Faserhanf zur Verstärkung des selben, bleibt zu errechnen. Ein entscheidender Vorteil wäre, dass die Komponenten aus dem aktuellen Kohlenstoffkreislauf genommen würden und nicht aus der Lagerhalde Jahrmillionen alter ehemaliger Kreisläufe. Immerhin kann uns das Klima aus dem Karbon relativ egal sein. Das heutige Klima aber nicht.
Ich gebe dir aber insofern Recht, dass ein Composite aus Kohlefasern und einem hochproblematischen Kunstharz, der diverse Entsorgungsprobleme mit sich bringt kaum ökologisch verbessert wird, wenn man die Kohlefasern durch Hanffasern ersetzt und als Binder das selbe problematische Harz benutzt. Dies wäre im Sinn der Ökologie Augenwischerei.
Mein Fahrradhändler hat mir erzählt, dass er auf einer Messe vor kurzem einen Fahrradrahmen aus Hanffasercomposite gesehen hat.
Der Vorteil der Erneuerbaren Rohstoffe ist der, dass man mit ihnen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft betreiben kann. Dabei müssen aber die Produktionsverfahren ebenfalls eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Schließlich kann man auch aus erneuerbaren Rohstoffen Sondermüll produzieren. mehr weniger
Ich halte es aber für verkehrt, Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen von Vorneherein als ökologisch vorteilhaft zu betrachten. Folgende Aspekte müssen bewertet und verglichen werden:
1. Welchen Energieverbrauch verursacht die Produktion der für die Erfüllung eines Zweckes erforderliche Menge des Materials. Nach den allgemeinen Erfahrungen mit nachwachsenden Rohstoffen sollte nachwachsenden Rohstoffen dabei kein Bonus zugerechnet werden oder die darin gespeicherte Energie als CO2-neutral bewertet werden, sofern nicht belegt ist, dass keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln besteht und der gesamte Weg "vom Feld" bis zum Werkstoff erheblich geringere ökologische Wirkungen hat. Ich vermute, dass bei Weglassen des CO2-Bonusses für nachwachsende Rohstoffe in Etwa ein Patt eintreten dürfte.
2. Werden giftige Stoffe in den Kunststoffen gebunden oder bei Produktion oder Entsorgung frei gesetzt? Bei modernen Herstellungsverfahren sollte dies weder bei fossilen, noch bei nachwachsenden Kunststoffen in relevantem Außmaß der Fall sein. Aber wir erfahren nicht alles.
3. Können die Werkstoffe die Aufgaben ohne Gewichtsnachteile oder Einbußen an Haltbarkeit erfüllen. Andernfalls können durch kürzere Lebensdauer oder höheren Energieverbrauch im Betrieb Vorteile aufgezehrt werden. Es mag möglich sein, dass nachwachsende Kunststoffe mit fossilen Kunststoffen gleichziehen können.
4. Haben die Werkstoffe in der Entsorgung Vorteile? Verrottbar werden nachwachsende Rohstoffe wohl in der Regel nur dann sein, wenn auch Haltbarkeitsnachteile inkauf genommen werden (siehe 3.)
Verbrennung von Kunststoffen mit modernen Verbrennungsmethoden dürfte in den Umweltwirkungen wenig Unterschiede bieten. Bei Fahrzeugen dürfte sich mittelfristig die Verbrennung als eine der sinnvollsten Nutzungen gebrauchter Kunststoffkomponenten (insbesondere bei Composites) herausstellen, da Composites und Bauteile aus mehreren Schichten nach langer Gebrauchsdauer nur mit extremem Downcycling wiederverwendbar sind.
Aus dem Bauch heraus würde ich erwarten, dass bei ganzheitlicher Betrachtung kein wirklicher ökologischer Vorteil für nachwachsende Kunststoffe herausspringt.
So besteht der Gewinn für die Zivilisation vor allem in der Perspektive, Kunststoffe auch nach dem Erdölzeitalter nutzen zu können. Das ist meine Vermutung.
Nebenbei: Kunststoffe sind wegen falscher Entsorgung und deren Umweltauswirkungen zuletzt sehr negativ bewertet worden. Ich halte es aber für verkehrt, deswegen Kunststoffe allgemein zu meiden. Sofern eine ordentliche Entsorgung gewährleistet werden kann (und darauf gilt es hinzuwirken), dürfte es viele Anwendungen geben, bei denen Kunststoffe gesamtökologisch vorteilhaft sind. mehr weniger