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Franz Alt über den neuen Papst

Franziskus war arm, Ökologe und Pazifist – und die Kirche?


Ist der neue Papst verrückt oder nur verwegen, mutig oder einfach naiv?

In den ersten Tagen wird von allen Beobachtern seine Bescheidenheit gelobt. Das ist schon viel bei einem solchen Amt in dieser außenorientierten Zeit. Aber der Heilige aus Assisi war nicht nur bescheiden, er war geradezu revolutionär, sein Vorbild war Jesus in aller Konsequenz. Der Radikalität des Heiligen Franz ist geradezu zum Fürchten. Geht so was noch im 21. Jahrhundert?

Im frühen 13. Jahrhundert war Franziskus Gottes grüner Krieger. Er predigte den Vögeln, umarmte den Wolf, griff leidenschaftlich Papst und Kirche an, war der Heilige der Armut und pries in seinem unsterblichen Sonnengesang Sonne und Mond als unsere Geschwister.

Es steckt also ein gewaltiger und sehr moderner Anspruch im Namen des neuen Papstes, sozusagen ein ökosoziales Zukunftsprogramm. Franziskus tritt aber damit ein äußerst  gefährliches Erbe an.

Die Vatikan-Bank ist in kriminelle Machenschaften verstrickt. Beim Thema Bewahrung der Schöpfung war die Stimme der Kirche kaum vernehmbar so wie tausend Jahre lang bei fast allen Kriegen. Kann also jetzt alles anders werden?  Ökosozial und konsequent pazifistisch statt marktradikal und angepasst?

Franziskus war konsequenter Jesus-Nachfolger, Gottes-Menschen- und Tierfreund. Doch die Kirche hat aus Jesus das „liebe Jesulein“ und aus Franziskus den komischen Heiligen und verkitschten Tierliebhaber gemacht.

Tatsächlich ist Franziskus aber der Jahrtausendheilige

Und erstmals wagt ein Papst, sich nach ihm zu nennen, ihn als Vorbild zu preisen. Es wird sich zeigen, ob der neue Name nur ein populärer PR-Gag ist oder ein aufregendes, die Welt veränderndes Programm und Abenteuer.

Es ist zum Beispiel unvorstellbar, dass Franz von Assisi anderen Menschen vorgeschrieben hätte, wie sie sexuell orientiert zu sein haben. Aber genau das hat der Kardinal Jorge Mario Bergoglio bisher getan, wenn er die Homo-Ehe als „Teufelswerk“ bezeichnet hat.

Wer wie Franziskus Liebe predigt, darf die Homo-Liebe nicht diffamieren. Und wer von Gerechtigkeit spricht, darf Frauen nicht von Kirchenämtern ausschließen. Jesus wusste, warum er gesagt hat: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

Auch Papst Franziskus wird an seinen Taten gemessen werden. Sein Pontifikat kann die Welt verändern.  

zuerst veröffentlicht auf sonnenseite.com


Wird Franziskus I. seinem Namenspatron gerecht werden? Wird die katholische Kirche ihre Sexual-Politik ändern? Wird sie sich glaubhaft für Nachhaltigkeit einsetzen – oder wird alles beim alten bleiben?

Stand: 18.03.2013 von

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