Biofach 2012 – Lebensbaum
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zeo2: Herr Asbeck, wo ist eigentlich Ihre Goldene Nase geblieben? Nach langem Höhenflug erlebt Ihre Branche den Absturz an der Börse. Wie geht es Solarworld?
Frank Asbeck: Wir haben im letzten Jahr trotz weltweiter Wirtschaftskrise unser Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz erreicht. Darauf sind wir stolz. Es war mein Traum, dass in meinem 50. Lebensjahr Solarworld mit sauberer Energie eine Milliarde umsetzt. Und unsere Aktie ist in Sachen Performance die Nummer eins der letzten Dekade.
Und die goldene Nase?
F. A.: Mit einer goldenen Nase sieht man nicht wirklich gut aus. Sie war im letzten Jahr gewiss nicht zu verdienen. Wir mussten ein Drittel mehr produzieren, um den Umsatz von 900 Millionen auf eine Milliarde zu steigern. Das zeigt den starken Preisverfall.
Ab Juli soll die Vergütung für Solarstrom um 16 Prozent gekappt werden. Haben Sie das schon verdaut?
F. A.: Wir hatten schon Anfang des Jahres eine Senkung der Einspeisevergütung von im Schnitt zehn Prozent, jetzt nochmal 16 und zum Jahreswechsel kommt schon die nächste Kürzung, dazu noch eine mengenabhängige Zusatzdegression von zwei bis sechs Prozent. Das sind innerhalb eines Jahres rund 40 Prozent. Für landwirtschaftliche Freiflächenanlagen ist es ganz aus. Einziger Silberstreif am Horizont ist der Eigenverbrauch. Der zur Eigenversorgung genutzte Solarstrom wird von dem Gemetzel ein wenig ausgenommen. Das lindert den Schmerz aber nicht wirklich.
Sie behaupten, die Kürzungen brechen deutschen Herstellern das Genick.
F. A.: Die Absenkung ist zu massiv, und sie kommt zu früh. Das überleben nur die Besten, in Deutschland kostet das vermutlich 20.000 Arbeitsplätze. Die Hersteller müssen ja noch den Preisverfall des letzten Jahres verdauen.
Wer sich eine Solaranlage aufs Dach baut, musste zuletzt 30 Prozent weniger zahlen als Anfang 2009. Warum soll dann die Einspeisevergütung nicht entsprechend zurückgehen?
F. A.: Eine Einmalabsenkung in dieser Höhe drückt die deutschen Hersteller, die ihre Preise ja schon massiv gesenkt haben, an die Wand. Würde man die Kürzungen auf mehrere Jahre verteilen, gäbe es eine Überlebenschance, so werden die meisten aufgeben müssen.
Sie waren doch einer der ersten, der im vorauseilenden Gehorsam signalisiert hat: Jawohl, wir sind dafür, die Vergütung zu senken.
F. A.: Im Sommer letzten Jahres habe ich gesehen, dass es Spielräume gibt. Die muss man auch nutzen. Schließlich ist der Umbau der Energiewirtschaft nur mit der Akzeptanz aller – auch der Verbraucher – zu schaffen. Dazu stehe ich. Man darf es nur nicht so hauruckartig machen. Verteilt man die Kürzungen auf mehrere Raten, können sich Betreiber, Handwerker und Unternehmen darauf einstellen, und es verschwinden nur diejenigen vom Markt, die technologisch nicht mithalten können.
Kommentare (6)
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Mario_Sedlak
schrieb am 17.05.2010 um 19:07 ¶aceatack
schrieb am 17.05.2010 um 17:09 ¶Kommentar schreiben
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