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Das Netz gegen Lebensmittelverschwendung

Foodsharing


Das Prinzip von Foodsharing ist denkbar einfach. Privatpersonen, Händler und Produzenten können auf der Internetplattform ihre überschüssigen Lebensmittel zur kostenlosen Abholung anbieten – natürlich bevor sie schlecht werden. Nach Städten sortiert werden die angebotenen Lebensmittel dann auf der Internetseite angezeigt und können nach dem Prinzip wer zuerst kommt, mahlt zuerst von jedermann mit wenigen Klicks gesichert und anschließend abgeholt werden. Wer keinen Fremden zu sich einladen möchte, kann seine überschüssigen Lebensmittel auch an einem Foodsharing-Hotspot abgeben. Dazu wurden öffentliche Plätze mitten in der Stadt mit einem (Kühl-)Schrank ausgestattet, wo Menschen die Lebensmittel hinbringen und abholen können.

Geld soll beim Foodsharing bewusst nicht fließen. Das Foodsharing-Team will der Wegwerfgesellschaft entgegenwirken und den Lebensmitteln damit wieder einen ideellen Wert geben, „denn sie sind mehr als bloß eine Ware“. Zu den Initiatoren von Foodsharing gehört der Filmemacher Valentin Thurn. Sein Film „Taste the Waste“ brachte 2011 das Thema Lebensmittelverschwendung nicht nur in die deutschen Kinos, sondern auch auf die öffentliche Agenda. Dafür kann man Valentin Thurn kaum dankbar genug sein. Dass bei uns tonnenweise Lebensmittel auf dem Müll landen, während in anderen Ländern Menschen verhungern ist kein tragbarer Zustand.

Das Foodsharing-Netz wächst mit seinen Nutzern

Ob Foodsharing ebenso aufrüttelnd und erfolgreich sein wird wie „Taste the Waste“, wird sich noch zeigen. Die Idee klingt ebenso einfach wie sinnvoll. Aber Foodsharing steht noch am Anfang und der ist bekanntlich schwer. Als sich die Utopia-Redaktion auf der Internetplattform umgesehen hat und nach angebotenen Lebensmitteln im beheimateten München suchte, fanden wir insgesamt: 2 Stück Knollen Knoblauch, eine Cappucino Creme samt Backmischung, ein Paket mit Weihnachtsüberbleibseln und 7 Löffelbiskuits. Das klingt noch ziemlich dürftig – und genau das sollte Sie dazu motivieren mitzumachen! Nach Ihrer nächsten Party, vor Ihrem nächsten Urlaub oder einfach im Alltag – bestimmt haben Sie Lebensmittel zu Hause, von denen Sie wissen, dass Sie sie nicht mehr essen werden. Je mehr Menschen ihr Essen teilen, desto nützlicher wird das Netzwerk.

Foodsharing Etikette – Keine Angst vor Ekelpaketen

Eine weitere Schwierigkeit für den Erfolg von Foodsharing könnte eine soziale Barriere sein. Lebensmittel von Fremden nehmen wir doch üblicherweise nur im Rahmen professioneller Beziehungen an: im Restaurant, am Imbiss, im Supermarkt, beim Lebensmittelhändler. Aber würden Sie beispielsweise einen mayonnaiselastigen Nudelsalat essen, den ein Wildfremder im Internet als Partyüberbleibsel anbietet? Wer weiß schon, wer da alles seine Finger drin hatte und wie lange er wirklich schon ungekühlt herumsteht? Dafür fehlt uns das Vertrauen. Und genau das versucht Foodsharing mit Verhaltensregeln aufzubauen. Wer sich bei Foodsharing anmeldet ist angehalten, sich an die Etikette zu halten. Diese baut auf Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und  Zuverlässigkeit. Verstöße sollen gemeldet werden – wer welche begeht, wird aus der Foodsharing-Community ausgeschlossen. Zudem bietet die Webseite viele nützliche Tipps für den korrekten Umgang mit Lebensmitteln. Also: keine Angst vor Ekelpaketen und mitmachen!

Thema: Teilen, Tauschen & Leihen, Stand: 29.01.2013 von

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    schrieb am 25.05.2013 um 17:32
    Hier ein paar weitere Schnipsel zum Thema:
    http://www.utopia.de/blog/luas/foodsharing-de-schluss-mit-der
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    schrieb am 03.04.2013 um 09:33
    Wir haben nächste Woche Kommunion. Da bleibt mit Sicherheit einiges über und irgendwann kann meine Familie Resteessen nicht mehr sehen. Aber das sind die Ausnahme. Dafür ist eine solche Idee gut, also wer Kuchen will ab Dienstag immer her zu mir :-)
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    schrieb am 21.02.2013 um 16:30
    Dolle Sache - ich warte seit 3 Wochen darauf, freigeschaltet zu werden und mitspielen zu dürfen...

    Bin sonst zwar auch Herr meiner Küche und esse alles auf, aber wenn man z.B. krankheitsbedingt plötzlich keinen Appetit mehr hat, aber schon einkaufen war, eben gerade all den frischen Kram besorgt hat, dann ist das eine gute Lösung.

    Wenn man sie halt nur nutzen könnte... mehr weniger
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    schrieb am 01.02.2013 um 19:26
    Wenn ich denn einen Foodsharing-Hotspot bei mir vor der Tür hätte, der auch noch näher als der nächste Supermarkt ist, würde ich den gerne nutzen. Aber so ist das leider nicht. Wir versuchen durch gute Planung nicht zu viele Reste zu haben und mal ganz ehrlich: Auch abgelaufene Sachen schmecken oft noch gut. Kurz nach den Weihnachtsferien habe ich einer Kollegin drei Tüten Saft abgenommen, die diese, weil ca. 3 Monate abgelaufen, einfach entsorgen wollte. Wir leben alle noch, selbst die Kinder mochten den Saft! mehr weniger
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    schrieb am 01.02.2013 um 10:57
    Der Link zum Foodsharing-Hotspot führt leider ins 'Nichts'. Bitte ändern…
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