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Wo Licht ist, gibt's auch Schatten

Energiesparlampe, LED & Co.


Wir haben uns mittlerweile damit abgefunden, dass die Zeiten der Glühbirne vorbei sind. Doch so richtig an die Energiesparlampen können wir uns auch nicht gewöhnen. Grund dafür ist ganz klar ihre Umstrittenheit. Die einen loben ihre stromsparenden Eigenschaften, die anderen warnen vor höchster Gefährlichkeit. In den Augen der Macher des Films „Bulb Fiction“ werden die Energiesparlampen sogar nur „als notwendiges Übel akzeptiert, als Tribut, den man dem 'Wohl des Planeten' zu zollen hatte.“

Problem Energiesparlampe?

Zuerst die guten Nachrichten: Energiesparlampen sparen wirklich Strom. Im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen verbrauchen sie etwa 80 Prozent weniger Strom, halten sechs bis 15-mal länger und können 300.000 mal geschaltet werden. Damit gehören alle Energiesparlampen den höchsten Energieeffizienzklassen an. Sie sind nicht teuer, brennen bis zu 15.000 Stunden, doch nicht jeder ist von Ihrem Licht angetan. Denn Energiesparlampen können die Farben verfälschen, da ihr Licht nicht gleichmäßig über alle Wellenbereiche verteilt ist. Und wie wir alle wissen, sind die Leuchten nicht ganz ungefährlich. Sie enthalten Quecksilber. Mit maximal 3,5 Milligramm vielleicht nicht viel. Trotzdem können aus der Lampe austretende Quecksilber-Dämpfe giftig sein, wenn sie eingeatmet werden, und zum Beispiel zu Schäden an Nerven, Nieren und Leber führen. Vorsicht ist also geboten, sollte Ihnen eine Ihrer Energiesparlampen herunter fallen und kaputt gehen.

Energiesparlampe kaputt - Was tun?

  1. Vorsicht bei Schwangeren und Kindern

    Verlassen Sie am besten sofort den Raum.

  2. Öffnen sie umgehend das Fenster!

    Schließen Sie die Türen zum Zimmer, lüften Sie für etwa eine halbe Stunde kräftig und betreten sie den Raum in der Zeit nicht.

  3. Verwenden Sie keinen Staubsauger!

    Dieser würde die Quecksilbertröpfchen nur noch feiner in der Luft verteilen. Damit können sie auch leichter in die Atemwege gelangen. Um die Scherben zusammenzukehren und aufzusammeln benutzen Sie ein Blatt Papier. Anschließend sollten Sie noch feucht durchwischen.

  4. Scherben gehören auf keinen Fall in den Hausmüll!

    In einer luftdichten Verpackung können die Reste auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Dazu zählen neben den Scherben auch das benutzte Papier und der Lappen.

  5. Die korrekte Entsorgung

    Energiesparlampen müssen fachgerecht entsorgt werden. Nur so können Materialien wiederverwertet werden und das giftige Quecksilber gelangt nicht über die Müllverbrennung in die Umwelt. Energiesparlampen gehören also nicht in den Hausmüll! Geben Sie Ihre Lampen auf dem Wertstoffhof ab oder bringen Sie sie zurück zum Händler. Rückgabestellen für LED- und Energiesparlampen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

  6. Umsteigen

    Wem trotz allem die Gefahr der Quecksilber enthaltenden Energiesparlampe zu hoch ist, der sollte sie durch andere Lampen ersetzen. Gute Alternativen sind hier zum Beispiel der Halogenstrahler oder (noch besser) die LEDs.

Alternative Halogenstrahler

Halogenlampen als Alternative zu Energiesparlampen sind durchaus denkbar. Sie sind für ein paar Euro zu haben und halten um einiges länger als die herkömmliche Glühlampe. Doch verglichen mit Energiesparlampen, die bis zu 15.000 Stunden brennen können, kann der Halogenstrahler mit 2.000 Stunden nicht mithalten. Auch die Stromersparnis von gerade mal 30 Prozent ist im Vergleich zur Energiesparlampe mit 80 Prozent sehr gering. Manche Halogenstrahler können sogar mehr Strom verbrauchen als die herkömmliche Glühbirne. Als Pluspunkt ist allerdings die gute Farbwiedergabe der Halogenlampe zu verzeichnen.

Zukunftsleuchte LED

Als wirkliche Alternative zu Energiesparlampen und Halogenleuchten sind LEDs zu sehen. Aus wenig Strom können sie viel Licht erzeugen und sind dabei äußerst energieeffizient. Bei gerade mal 1,2 bis 8,6 Watt können einige LEDs sogar heller leuchten als herkömmliche Glühbirnen. Die niedrigen Wattzahlen und die hohe Lichtausbeute haben außerdem zur Folge, dass sich LEDs außen kaum erwärmen und (im Gegensatz zu Halogenstrahlern) keine Verbrennungsgefahr besteht. Sie enthalten kein Quecksilber, sind also völlig unbedenklich, ihre Lebensdauer wird mit bis zu 100.000 Stunden angegeben und vielfältige Lichtfarben lassen ihre Farbwiedergabe besser erscheinen als bei Energiesparlampen. Einziges Manko: LEDs sind sehr teuer, können 40 bis 85 Euro pro Stück kosten. Doch dank der hohen Stromersparnis amortisieren sich die Kosten der LED im Laufe ihres langen Lebens. Dafür ist es aber wichtig, die Lampe an einem Ort einzusetzen, wo sie oft und lange betrieben wird.

Fazit

Alte Glühbirnen durch Sparlampen zu ersetzen lohnt sich. Bis zu 100 Euro und 450 Kilowattstunden Strom lassen sich jedes Jahr einsparen. Gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel. Dass dabei aber Energiesparlampen ein Gesundheitsrisiko darstellen können, klingt fast unglaublich. Das in ihnen enthaltene Quecksilber ist gesundheits- und umweltschädlich, keine Frage. Deshalb müssen Energiesparlampen vor allem fachgerecht entsorgt werden. Nur so können entweichende Dämpfe und Umweltbelastungen vermieden werden. Wer aber absolut kein Risiko eingehen will, der muss umsteigen, am besten auf LEDs. Noch sind diese zwar sehr teuer, ihre positiven Eigenschaften gleichen die Anschaffungskosten aber aus. Wir haben für Sie einige der besten LEDs aufgelistet.

Tipps und Warnungen

Zusatzhülle
Um der Gefahr eines Bruchs bereits im Vorfeld entgegenzuwirken, kaufen Sie nur Energiesparlampen, die mit einer bruchsicheren Glashülle geschützt sind, die als zusätzliche Ummantelung dient.
Licht löschen
Auch Energiesparlampen müssen nicht unnötig brennen. Wenn Sie einen Raum verlassen, schalten Sie das Licht aus.
Wo soll’s leuchten?
Berücksichtigen Sie beim Kauf von Lampen den Ort, wo diese brennen sollen. Einige Leuchten eignen sich speziell für das Treppenhaus, wo es wichtig ist, schnell hell zu werden oder den Garten, wobei die Lampen hier kälte- und feuchtigkeitsunempfindlich sein sollten.
Zu optimistisch
Oftmals wird die Lebensdauer (z.B. bei LED-Leuchten) zu hoch angegeben. Bewahren Sie also am besten den Kassenzettel der teuren LED auf, um sie gegebenenfalls reklamieren zu können.
Thema: Energieeffizienz, Stand: 23.05.2012 von

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    schrieb am 10.01.2013 um 14:36
    @Hurz53 Das ist gut, dass die allmählich in den Läden auftauchen.

    Ich habe vor kurzem die hier beim Pollin Versand gesehen:

    3 Stück, 10W, 810lm, sollen 60W-Glühlampen entsprechen. Hätte ich etwas gewartet, hätte ich mir nicht die von Ebay geholt, auch wenn die nicht schlecht sind!

    http://www.pollin.de/shop/dt/NjkzOTc0OTk-/Lichttechnik_Leuchtmittel/LED_Technik/LED_Leuchtmittel/LED_Lampe_DAYLITE_G_E27_810_10_W_810_lm_3_Stueck.html mehr weniger
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    schrieb am 10.01.2013 um 13:54
    Hab 2 tolle Hinweise für den dm-Drogeriemarkt:

    1. Es gibt dort jetzt (Januar 2013) High-Power-LEDs, die vergleichsweise günstig und leistungsstark sind:

    Habe mir für 17,95 eine E27 Birne mit 11 Watt gekauft, die 806 Lumen hat und 25.000 Leuchtstunden!
    Einzige Kleinigkeit: 3000 K Farbtemperatur sind für warm-white schön hell, wer es gemütlich, d.h. wärmer, haben will, sollte aber auf 2700 K achten.
    Die E14 Fassungen (leider vorab nur mit 3,5 Watt und 250 lument) gibt es sogar für 5,95 !!!

    Der Schritt zum Massenmarkt im Ladengeschäft ist also geschafft! Götz Werner sei Dank :-)

    2. QUECKSILBERFREIE ENERGIESPARLAMPEN! Haben einen durchgestrichenen Wassertropfen drauf mit einem Hinweis, dass Amalgam als Ersatzstoff verwendet wird. Ist sicher auch nicht so toll, aber es besteht wenigstens keine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch Dämpfe. ENTSORGEN muss man die Lampen sowieso ordnungsgemäß - bei dm z.B. :-)) mehr weniger
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    schrieb am 18.07.2012 um 18:31
    Vielleicht sollte jeder auch mal über seine eigenen Informationsdefizite nachdenken, bevor man sie anderen vorwirft....
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    schrieb am 18.07.2012 um 18:01
    kann katzecool nur zustimmen und verweise auf meinen blog bei utopia

    http://www.utopia.de/blog/schinderhannes/giftige-gefahr-aus-der-energiesparlampe
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    schrieb am 18.07.2012 um 11:15
    Mit der Eco-Glühlampe bin ich vollends einverstanden, geht mir ja auch nicht darum, dass Glühlampen billiger sind als ESL. Ich würde auch teure ESL kaufen, wenn sie nicht so toxisch wären. Die geben auch giftige Stoffe ab, wenn sie einfach nur brennen.
    Und wenn man sich ALLE Beiträge hier mal durchliest, dann sieht man auch, dass nicht nur Kompaktstoffleuchten mit der alten Glühlampe verglichen worden sind.
    Hinzu kommt noch die Entsorgung....auf Youtube gibt es eine Menge Videos darüber. Da kann man eigentlich nur noch sprachlos den Kopf schütteln!
    Die meisten wissen doch noch nicht einmal, dass die Dinger nicht in den Hausmüll gehören! Wer glaubt, dass jeder eine einzelne ESL auf eine Sondermülldeponie bringt, der ist fern jeglicher Realität. Ganz geschweige denn, dass viele ältere Menschen auch gar keine Möglichkeit haben, die dorthin zu bringen. mehr weniger
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