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EHEC-Infektion

Soll ich wegen EHEC auf Bio verzichten?


Die wichtigsten Fakten direkt auf den Punkt gebracht: Bisher gibt es keinen Grund, speziell auf Bio-Lebensmittel zu verzichten.  

Dass EHEC-verseuchte Gülle auf Gemüse, insbesondere auf Bio-Gemüse, gespritzt worden sei, gilt inzwischen als abwegig. Diese Art der Düngung wird nur zur Bereitung der Felder ausgebracht, nicht zur direkten „Kopfdüngung“ der gewachsenen Früchte. Derzeit sind vorportionierte Salate als Keimquelle unter Verdacht, doch auch das ist noch nicht geklärt.

Bis die Ursache gefunden ist, empfiehlt Utopia die Hygiene-Hinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung zu beachten:

  • Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70°C für zwei Minuten im Inneren des Fleisches)
  • Rohmilch, also unbehandelte Milch direkt vom Bauernhof, vor dem Verzehr abkochen
  • Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen (mindestens vor der Zubereitung von Speisen, nach Kontakt mit Tieren oder rohem Fleisch und vor dem Essen)
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen (auch beim Grillen)

  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit rohem Fleisch, dessen Verpackungen oder Tauwasser sofort gründlich reinigen und abtrocknen
  • Lappen und Handtücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60°C waschen
  • Rohes Gemüse und Obst vor dem Konsum schälen oder zumindest gründlich waschen.

Hinweis: Kinder sind weit aus empfindlicher gegenüber dem Darmbakterium. Entgegen der Meinung von Verbraucherministerin Ilse Aigner rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aus Wiesbaden allen Eltern, ihre Kinder kein rohes Gemüse mehr essen zu lassen, bis die Quelle der EHEC-Infektionen ausgemacht ist. Gerade bei Kindern könne das Darmbakterium zu schweren Folgeerkrankungen führen. „Wenn ein Kind in diesen Tagen Durchfall oder Bauchkrämpfe bekommt, müssen Eltern sofort zum Kinderarzt fahren”, sagt Professor Ulrich Fölsch (DGIM).  

Ergänzung: Am Mittwoch Abend haben das Robert Koch Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlen, IN Norddeutschland auf Tomaten, Gurken und Salate zu verzichten. Wenn Sie sich fragen, was es genau mit dem unspezifischen "IN Nordeutschland" – heisst es dort angebaut oder importiert? – auf sich hat, können Sie hier unsere Nachfrage nachlesen.

>> Achtung! <<

Am Donnertag Mittag hatten wir gerade unseren Newsletter abgeschickt – da machte folgende Nachricht die Runde: Das Hamburger Hygiene-Institut hat jetzt Salatgurken aus Spanien als Träger der gefährlichen Ehec-Erreger ausgemacht. Die Salatgurken von zwei Herstellern sollen nun aus dem Handel entfernt werden. Verbraucher sollten auf den Verzehr von Salatgurken verzichten (laut den neuesten Meldungen war unter den drei Proben eine Bio-Gurke). Es ist aber noch nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen.

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Thema: Bio, Stand: 25.05.2011 von

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    schrieb am 20.09.2013 um 19:11
    Updates:

    Quelle: http://mailings.foodwatch.de/m/6595101/39939-619963fb847512e464c5869c4a3a8a09

    20.09.2013

    Erinnern Sie sich noch an EHEC? An dem gefährlichen Darmkeim erkrankten 2011 in Deutschland fast 4.000 Menschen. Bei 855 kam es zu lebensbedrohlichen Komplikationen, viele leiden noch heute unter den Folgen. 53 Personen starben.

    Und die Bundesregierung? Erklärte nach Wochen der Verunsicherung, man habe die Krise "erfolgreich bewältigt" und die Ursache identifiziert: Sprossen aus einem kleinen Betrieb in Niedersachsen wurden für die Infektionen verantwortlich gemacht.

    Eine über 13 Monate andauernde Recherche von foodwatch beweist jedoch, dass die Bundesregierung uns Bürgerinnen und Bürger belogen hat: Fast 90 Prozent der Erkrankungsfälle sind bis heute ungeklärt - und wurden trotzdem zu den Akten gelegt. Die EHEC-Krise ist also alles andere als aufgeklärt!

    foodwatch meint: Wir wollen von unserer Regierung nicht getäuscht werden! Unterstützen Sie deshalb jetzt unsere E-Mail-Aktion. Fordern Sie von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), dass sie sich endlich zu den Tatsachen der EHEC-Krise bekennen. Bis zur Vereidigung einer neuen Regierung sind beide im Ministeramt.

    Setzen Sie ein Zeichen - machen Sie jetzt mit bei unserem E-Mail-Protest:

    www.foodwatch.de/aktion-ehec

    Ausgangspunkt der foodwatch-Recherche war ein Hinweis im offiziellen EHEC-Abschlussbericht des Verbraucherministeriums. Angeblich hätten die Behörden eine Gesamtliste aller Erkrankungen und ihrer Verbindungen zu dem Sprossenbetrieb aus Niedersachsen erstellt. Komisch nur: Diese Liste wurde nie veröffentlicht.

    Deshalb stellte foodwatch im Mai 2012 Antrag auf Akteneinsicht. Nach langem Hin und Her stellte sich heraus, dass es eine alle 3.842 Erkrankungsfälle erfassende "Gesamtliste" nie gegeben hat. Die erstellte Auflistung kann nur maximal 500 Ausbruchsfälle erklären. Auf Nachfrage von foodwatch gab das Robert-Koch-Institut, das an der EHEC-Aufklärung beteiligt war, unumwunden zu: Bis heute ist völlig unklar, wie viele der Erkrankungen tatsächlich mit dem niedersächsischen Sprossenhersteller in Verbindung gebracht werden können. Rund 3.300 - also fast 90 Prozent! - der Erkrankungsfälle sind ungeklärt zu den Akten gelegt worden.

    Liebe foodwatch-Förderer/innen, waren auch Sie erleichtert als damals Sprossen als Ursache für die Epidemie bekanntgegeben wurden? Haben Sie auf die Arbeit der Bundesministerien vertraut? Fühlen auch Sie sich von der Regierung getäuscht?

    Wir bei foodwatch wollen das der Regierung nicht durchgehen lassen - und haben daher heute eine Protestaktion gestartet. Unterstützen Sie uns: Fordern Sie Ilse Aigner und Daniel Bahr dazu auf, zu den Tatsachen zu stehen. Die EHEC-Krise 2011 wurde bis heute nicht aufgeklärt. Ein Hinters-Licht-Führen der Bevölkerung durch die Bundesregierung schadet unserer Demokratie.

    Machen Sie dies klar und unterzeichnen Sie unsere E-Mail-Aktion:
    www.foodwatch.de/aktion-ehec



    Wir danken Ihnen für die Unterstützung,

    Ihr foodwatch-Team mehr weniger
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    schrieb am 10.05.2012 um 16:14
    Updates:
    Quelle: http://foodwatch.de/e10/e51045/

    04.05.2012

    Ein Jahr nach der EHEC-Krise mit 53 Todesfällen im Frühsommer 2011 ist die Epidemie noch immer völlig unzureichend aufgearbeitet. Anders als in der gestern publizierten gemeinsamen Bilanz der Bundesministerien für Gesundheit und Verbraucherschutz dargestellt, ist weder der EHEC-Ausbruch aufgeklärt noch wurden die Schwachstellen in Lebensmittelüberwachung und Infektionsschutz offen analysiert, geschweige denn behoben.

    foodwatch hat am 4. Mai 2012 eine 29-seitige Analyse zur EHEC-Krise unter dem Titel „Im Bockshorn“ veröffentlicht. Fazit: Die EHEC-Bilanz der Minister Bahr und Aigner ist ein Fall von Geschichtsklitterung: Sie stellen ägyptische Sprossensamen als quasi-erwiesene Quelle der Keime dar, obwohl es dafür keinen einzigen Tatsachenbeleg gibt. Sie sprechen von einer erfolgreichen Bewältigung der Krise, obwohl ein untaugliches Meldesystem das Ausmaß der Epidemie nicht erkannt hat. Und sie loben die Zusammenarbeit von Bund und Ländern, obwohl es dazu erst kam, als der EHEC-Ausbruch seinen Höhepunkt längst überschritten hatte.

    Frühwarnsystem und behördliche Zusammenarbeit funktionierten nicht

    Zu Beginn der EHEC-Epidemie Anfang Mai 2011 hat weder das Frühwarnsystem funktioniert noch die behördliche Zusammenarbeit. Am 23. Mai, als sich bereits 3.500 Menschen und damit 90 Prozent aller Erkrankten infiziert hatten, lag dem zuständigen Robert-Koch-Institut des Bundes lediglich eine einzige Erkrankungsmeldung vor. Die zentrale Bund-Länder-Task-Force wurde vom Bundesverbraucherministerium am 3. Juni eingesetzt und konnte damit kaum noch Einfluss auf den Verlauf der längst abgeschwächten Epidemie nehmen. Die erste öffentliche Warnung vor Bockshornklee-Sprossen erfolgte in Niedersachsen am 5. Juni, bundesweit erst am 10. Juni.

    Kein Beleg für Bockshornklee-Theorie

    Für die These, dass der EHEC-Erreger über verunreinigte Bockshornklee-Samen aus Ägypten importiert und über einen Bio-Sprossenerzeuger im niedersächsischen Bienenbüttel verbreitet wurde, gibt es zwar Hinweise, aber keinen Beleg. Es besteht viel Grund zu Skepsis:

    - Die These stützt sich auf nur rund 300 der mehr als 3.800 Erkrankungsfälle, die an 41 Orten auftraten und auf den Bienenbütteler Sprossenhof zurückzuführen waren, in dem Samen aus Ägypten ausgekeimt wurden. Die Übersicht über alle Fälle hat die von der Bundesregierung eingesetzte „Task Force EHEC“ nie veröffentlicht.

    - Gerade einmal 75 von 15.000 Kilogramm der mutmaßlich kontaminierten Samen-Chargen aus drei ägyptischen Farmen – also 0,5 Prozent – wurden an den Bienenbütteler Sprossenhof geliefert. Offen ist, weshalb die an andere Händler in Deutschland, Österreich, Spanien oder Schweden gelieferten Samen aus denselben Chargen nicht zu EHEC-Infektionen führten (lediglich aus Frankreich ist ein Ausbruch bekannt, der in Verbindung mit den ägyptischen Samen gebracht wurde).

    - Weder auf den betroffenen Samen noch auf den ägyptischen Farmen konnte der Keim je nachgewiesen werden.

    foodwatch kritisiert, dass mit der Festlegung auf die unbewiesene Ägypten-These den Verbrauchern vermittelt werde, der Fall sei gelöst und die Ursache des Problems liege im fernen Ägypten. Dabei ist völlig unklar, woher der Erreger kam und ob er wieder virulent werden kann.

    Sprossen-Betriebe unzureichend kontrolliert

    In der heute veröffentlichten EHEC-Analyse weist foodwatch nach, dass die Behörden das bekanntermaßen von Sprossen zum Roh-Verzehr ausgehende Risiko unterschätzt haben. So stuften die niedersächsischen Behörden den Sprossenhof in Bienenbüttel als „Gartenbaubetrieb“ und nicht als Lebensmittelhersteller ein – mit der Folge, dass er niedrigeren Hygienestandards und weniger strengen Kontrollen unterworfen war. mehr weniger
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    schrieb am 09.12.2011 um 15:50
    Stand 16.08.2011: Keine Probe vom "Gärtnerhof" in Bienenbüttel war mit Ehec kontaminiert.
    http://www.utopia.de/blog/beitrag/keine-probe-war-ehec-positiv
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    schrieb am 11.07.2011 um 14:06
    http://www.youtube.com/watch?v=G11EewQcGpk&lc=metPSvO4TuipgiSut_85qAI00xT2mtns1BWUOTGja1A&feature=inbox

    FREIHEIT aushalten und selbstständig denken hilft!

    Und sich die Szene mit "Der Frau in Rot" aus MATRIX nochmal verdeutlichen.

    Anthamak, Weckersteller
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    schrieb am 11.07.2011 um 13:55
    http://www.spiegelblog.net/jahrelange-desinformation-wie-der-spiegel-nun-endlich-realisiert-dass-die-spanische-grippe-von-1918-nicht-allein-durch-ein-virus-verursacht-worden-sein-kann.html

    https://astrologieklassisch.wordpress.com/2011/05/27/dem-deppenblatt-spiegel-laufen-die-leser-davon/

    http://www.freitag.de/community/blogs/sebastianus/wege-zur-desinformation-

    http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2009/12/grippepanik-jahrelange-desinformation.html

    Den SPIEGEL gleich neben der Schwurbelschmonzette BILD zu platzieren, hieße,
    der WAHRHEIT eine Ehre zu erweisen.

    Es gibt tatsächlich Menschen, die berufen sich auch noch auf den Gesinnungs-Müll der Gehirn Ersatz Zentrale, der im TV ( Totale Verblödung http://www.youtube.com/watch?v=jitdvJ5U3I4 ) verbreitet wird.

    http://www.youtube.com/watch?v=W832WwZla80

    Nichts liegt weiter von der WAHRHEIT entfernt als ABERGLAUBE, Meinungen, der SPIEGEL und die BILDerberger-SARRAZIN-Tröte.

    Und noch eines. Ein Paradoxon.
    TV ist nicht das Gegenteil von VT. Im Gegenteil. mehr weniger
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