"Der am wenigsten vernetzte Mensch"
12Seine Firma gilt als leuchtendes Vorbild in Sachen Umwelt- und... mehr
Liebe Utopisten,
in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" hat die Autorin Susanne Amann einen sehr spannenden Artikel unter dem Titel "Verwelkender Ahorn: Unter Verbraucherschützern wächst der Widerstand gegen "Öko-Test"” geschrieben.
Die Diskussion, die sich daran erhitzen wird, ist längst nötig und überfällig. Denn seit einigen Jahren bewegt uns die Frage nach der Aussagekraft des "Öko-Test"-Siegels. Wie irreführend oder relevant ist es wirklich? "Öko-Test" konzentriere sich laut "Spiegel" nach eigener Aussage meist auf Inhalts- und Schadstoffe, nicht aber auf irgendein Kriterium der Nachhaltigkeit. Dennoch wird es bundesweit von Verbrauchern als Bio-Siegel gesehen: 81 Prozent aller Deutschen kennen das "Öko-Test"-Siegel mit dem roten Ahorn laut einer Studie, schreibt Autorin Amann. Es klebe inzwischen auf Tausenden Produkten. Viele würden ihm sogar mehr als jedem anderen Bio-Siegel vertrauen – und diese Falscheinschätzung muss einmal diskutiert werden!
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin die Letzte, die irgendjemandem etwas Böses will. Und ich war mir lange selbst sehr unsicher, ob wir bei "Öko-Test" nicht lieber den Mund halten sollten, um den Verbraucher nicht zu irritieren. Wir wollten nicht der ganzen Biobranche schaden, weil wir einen der Hauptakteure (oder vermeintlichen Hauptakteure) in Frage stellen. "Öko-Test" ist nicht perfekt, aber es war und ist der Leuchtturm.
Viele Jahre war "Öko-Test" meine Bibel: Ich habe mich nach der Geburt meiner Kinder nahezu sklavisch an "Öko-Test" gehalten und extrem vertraut. Unser erster Kinderwagen war, Sie erraten es: der "Öko-Test"-Gesamtsieger! Kaum zu bewegen, super unpraktisch, aber was tun Eltern nicht alles für die lieben Kleinen. Jede Kindermatratze seitdem war eine Empfehlung von "Öko-Test". Und dann erst der Hausbau: "Öko-Test" war mein Bauplan. Ich habe einen erheblichen Mehrpreis in Kauf genommen, um meine Kinder in einem gesunden Haus aufwachsen zu lassen... Wandfarben, Baumaterialen, Dämmstoffe, Heizung, Türen, sämtliche Details - alles "öko-getestet".
Hier schreibt also jemand, der "Öko-Test" zutiefst vertraut hat und daher gut kennt. Aber auch jemand, der spätestens mit dem "Nutella"- und "Actimel"-Test angefangen hat zu denken, zu zweifeln, nachzufragen und dabei zunehmend enttäuscht war. Oder der Energiesparlampen-Test vom Herbst 2008: Sie seien kein wirklicher Fortschritt, hieß es damals aus dem Hause "Öko-Test". Doch es war ausschließlich Billigware unter die Lupe genommen worden. Deshalb schlug ein berühmter Experte des Kuratoriums der Utopia-Stiftung auch Alarm: Rainer Grießhammer.
Das kanadische Magazin „Adbusters“ machte ihn 2008 zur „Person des Jahres“: Herman Daly, ...
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Kommentare (58)
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athi
athi
schrieb am 29.03.2010 um 07:06hissting
neugieriger Koch
hissting
schrieb am 28.03.2010 um 16:23Anfang März hat Öko-Test ein Spezialheft zu Gütesiegeln herausgegeben. "Über 300 Label im Test" wird vollmundig geworben. Eines fehlt allerdings... das Öko-Test Zeichen. Die Redaktion geht mit anderen Siegeln scharf ins Gericht und nennt z.B. das neue "Ohne Gentechnik" Siegel eine "Mogelpackung", weil es sein kann, dass eine Milch mit einer solchen Auslobung von einer Kuh kommt die z.B. vor 5 Jahren die letzte Portion Gen-Soja gefressen hat. Öko-Test gibt sich unbarmherzig und verlangt die lebenslange Fütterung ohne Gentechnik, bevor ein Produkt dieses Siegel verdient; ganz gleich welche Anstrengungen die Bauer einer Molkerei heute betreiben.
Wenn das eine Mogelpackung ist, wie müsste dann ein Siegel bezeichnet werden, das Nachhaltigkeit suggeriert und auf Milchprodukten (z.B. von Weihenstephan) prangt, die nachweislich ständig mit Gen-Soja im Kuhfutter erzeugt werden?
Ach ja hätte ich beinahe vergessen: Weihenstephan Butter ist von Öko-Test mit sehr gut bewertet worden!
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