In einer Seitengasse des Münchner Altstadtviertels "Im Tal" gelegen, ist "Iki-M" zum grünen Geheimtipp unter Modebewussten avanciert. Seit der Eröffnung im Juli 2008 empfangen Bätty Mete und Cristina Morcego ihre Kunden mit kreativem Enthusiasmus; die lichtdurchfluteten Räume sorgen für den natürlichen Wohlfühlfaktor – und die außergewöhnlichen Designs zum Bleiben. Der Laden ist dabei so einzigartig wie seine Besitzerinnen selbst: Bätty Mete, die in Istanbul Modedesign studierte und seit zehn Jahren in München arbeitet, traf auf die reiselustige Cristina Morcego – eine Sprachwissenschaftlerin aus Barcelona, die zunächst als Stylistin in einer Münchner Moderedaktion tätig war. Beiden ist die Liebe zur Natur gemein, beide wollen Verantwortung und Stilempfinden unter einen Hut bringen – und so verwirklichen die Modestylistinnen ihren gemeinsamen Traum in der Bayernmetropole. Utopia hat mit den Macherinnen von "Iki-M" gesprochen.
Starten Sie links die Bildstrecke, um bei "Iki-M" herein zu schauen!
Utopia: Was ist anders an "Iki-M"?
Cristina Morcego: Typisch an Iki-M ist, dass die Leute nicht sofort erkennen, dass unsere Auswahl an Mode ausschließlich ökologisch und fair produziert wird. Die Stücke sind ziemlich modisch, aber wir führen auch viele Basics bekannter Öko-Labels. Außerdem lassen wir uns viel Zeit bei der Beratung unserer Kunden. Denn unser Job ist, Menschen "sauber" einzukleiden. 
Bätty Mete: Witzig sind auch die Aktionen, die wir in unserem Laden anbieten: Dabei geht’s immer um "umfunktionieren, modernisieren oder umgestalten". So unsere Aktion "bring your shirt & take a bag", bei der wir die alten Lieblings T-Shirts unserer Kunden zu Taschen umnähen - und das ganz umsonst. Adé Plastiktüte!
Jobbedingt sind Sie in Sachen Mode weit rum gekommen. Inwieweit waren die Reisen Inspiration für Sie, Umweltbewusstsein, soziales Gewissen und Fashion unter einen Hut zu bringen?
C. M.: Wir haben gesehen, unter welchen Bedingungen die Näherinnen in manchen Ländern arbeiten müssen. Das können und möchten wir nicht vertreten. In Westeuropa haben wir das große Glück, uns verantwortungsbewusstes Einkaufen leisten zu können. Wir sind so privilegiert!
Wie ist das denn in Ihren Heimatländern Spanien und Türkei? Wie weit ist man dort mit "Öko-Fashion"?
B. M.: Für die Türkei kann ich das nicht sicher beantworten, da ich das Einkaufsverhalten der Endverbraucher nicht kenne. Das Land ist aber auf einem guten Weg – so gibt es etwa das deutsch-türkische Umweltprojekt. Interessant ist, dass die Türkei weltweit führend ist im ökologischen Baumwollanbau und bei der Herstellung ökologischer Baumwollprodukte.
C. M.: In Spanien gibt es einige gute Labels, aber ich kenne keine Läden, die nur Öko-Mode verkaufen. Generell ist dort das Umweltbewusstsein noch nicht so weit verbreitet wie in Deutschland.
Wo steht Ihrer Meinung nach Deutschland in Sachen "Öko-Fashion"?
C. M.: Wenn's um eine "Öko-Fashion-Platzierung" in Europa geht, würden wir Holland, Deutschland, England und zuletzt Frankreich nennen. Persönlich sehr beeindruckt hat mich übrigens Portugal - so sauber, wow! Dort gibt es an den kleinsten Ständen Aschenbecher und Schilder, die darüber informieren, dass Kaugummis vier Jahre und Plastiktüten 400 Jahre bis zu ihrer vollständigen Verrottung benötigen. Und das Ganze ist ohne Zeigefinger-Mentalität.
In Ihrem Laden gibt's an die 15 Labels. Wie gehen Sie sicher, dass die alle "sauber" sind?
B. M.: Die meisten Labels finden wir auf den Modemessen, die ja immer öfter eine „Green Area“ anbieten. Aber einige Labels finden auch uns: Die mit kleinen Kollektionen anfangen und Wert darauf legen, wie sie produzieren. Wenn die Mode zu uns passt, nehmen wir sie gerne in unser Sortiment.
Und wer kauft bei Ihnen ein?
B. M.: Unsere Kunden sind sehr unterschiedlich. Die einen suchen ganz bewusst nach Organic-Fashion, die anderen finden beim Vorbeigehen den Laden ansprechend. Unsere Aufgabe ist es dann, aufzuklären.
Spätestens seit der nachhaltigen Modemesse "TheKey" wird von einem "grünen Boom in der Modewelt" gesprochen. Wie sehen Sie das?
C. M.: Wir sind total begeistert. Je mehr Menschen darauf achten, was sie anziehen, um so mehr Labels werden ihre Einstellung zu diesem Thema überdenken.
Dann wird aber auch die Konkurrenz größer. Beunruhigt Sie das?
C. M.: Nein, im Gegenteil. In Sachen Nachhaltigkeit gibt es keinen Platz für Konkurrenz. Es gibt nur ein Miteinander für unsere Umwelt. Und je mehr Auswahl wir an tollen Öko-Labels haben - um so besser!
Haben Sie einen "Iki-M"-Modetipp für den Frühherbst?
B. M.: Unsere Hals-Tücher mit gehäkelter Spitzenumrandung. Ein Handwerk, das leider durch die Massenproduktion verdrängt wird. Wir geben den Kundinnen die Möglichkeit, diese aufwendige Handarbeit zu honorieren.
Wir haben glore und Iki-M in München vorgestellt, weil uns beide Läden gut gefallen – das ist also eine subjektive Auswahl. Um jedoch umfassender zu informieren, finden Sie auf den nächsten zwei Seiten eine Liste von A bis Z mit den Anlaufstellen in München, wo Sie Öko-Mode noch finden. Viel Spaß beim Einkleiden!


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