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Gut gemeint, aber: E10 und andere Öko-Flops

Die Welt hat eine Alternative für das schmutzige Erdöl gesucht, am Ende sind wertvolle Lebensmittel in den Autotanks gelandet. Zum Glück will die EU nun sinnvollere Reglementierungen für E10 festsetzen. Aber der Biosprit ist nur eine von vielen Öko-Ideen, die gut gemeint waren – aber weit fehlgeschlagen sind.


Das Öko-Bewusstsein gewinnt weiter an Aufwind, das beweisen tägliche Berichte in den Medien und steigende Verkaufszahlen biologischer Produkte. Mit manchmal noch ein wenig zaghaften, teilweise aber auch durchaus mutigen Veränderungen treiben vielfältige Initiativen den Wandel voran. Dass dabei nicht alles zum glänzenden Erfolg wird, liegt in der Natur der Sache. Ein Flop von größerem Ausmaß ist dabei der von Beginn an kontroverse Bio-Kraftstoff E10 gewesen.

Der Öko-Flop E10

E10 sollte zum Anfang vom Ende der Mineralöl-Kraftstoffe werden. Doch wie der berühmte Schuss nach hinten, so ist auch E10 nicht den Weg der Ökorevolution gegangen, sondern zum Sinnbild von streikenden, verunsicherten Konsumenten, Urwaldzerstörung und Hungerkrisen geworden. Gewonnen haben daran wieder einmal nur diejenigen, die man eigentlich zum Umlenken zwingen wollte: Die Mineralölkonzerne werden sich ins Fäustchen lachen. Letzte Woche ist nun bekannt geworden, dass die EU mit strengeren Reglementierungen gegensteuern und dem Kraftstoff seine zerstörerischen Nebenwirkungen nehmen will.

Energiesparlampen, Dosenpfand, etc. - die unrühmlichen Vorgänger

Zum Eingeständnis ihrer Niederlage kann den damals so entschlossen vorpreschenden EU-Politikern nur gesagt werden: Es ist nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal, dass eine eigentlich großartige, gut gemeinte Idee zu ernüchternden Resultaten führt. Die Förderung der quecksilberhaltigen Energiesparlampe nach dem Verbot von Glühbirnen, der Mehrweg-Killer Dosenpfand, die Geschichte hat einige solcher kapitalen Fehltritte zu verzeichnen. In unserer Galerie haben wir Ihnen die acht größten Öko-Flops zusammengestellt und geben Vorschläge für erfolgversprechendere Projekte.

Fällt Ihnen vielleicht einen weiterer Fehlschlag ein? Kommentieren Sie und lassen Sie uns Ihre Meinung wissen.

Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 24.10.2012 von

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    schrieb am 29.10.2012 um 09:48
    Regional und Saisonal ist natürlich richtig. Es gibt aber nicht immer regionale Bio-Kartoffeln. Dann müßte ich auf Kartoffeln verzichten. Bei Erdbeeren und vielem anderen ist das für mich kein Problem. Aber die "Grundnachrungsmittel" wie jetzt eben Kartoffeln oder in den Wintermonaten Gurken, Blattsalate usw möchte ich nicht verzichten, denn für eine gesunde und vielseitige Ernährung halte ich das für wichtig. Oftmals gibt es nur die Alternative Konventionell und regional oder Bio und nicht regional. Was ist jetzt besser ?

    Melony mehr weniger
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    schrieb am 27.10.2012 um 18:08
    Was mir grundsätzlich Sorge macht, ist ein Gedankengut wie das beispielsweise von Hans-Werner Neumann. Wenn irgendwelche Scheinerfolge wie Energieersparung beim Licht zu erzielen sind, dann koste es was es wolle. Sämtlichen Schaden den man damit anrichtet bleibt Nebensache und ist durch Verordnung, Reglementierung, Kontrolle und Bestrafung in die vermeintlich richtigen Bahnen zu lenken.
    Wer sich dem Diktat nicht beugt, der ist zu ächten. Noch sind wir aber keine Öko-Diktatur sondern eine pluralistische Gesellschaft mit all Ihren Vorzügen und Nachteilen. Bei uns ist es üblich Überzeugungsarbeit zu leisten und nicht zu verordnen und zu bestrafen. Und vor allem nicht mit allen Mitteln zu versuchen Untaugliches durchzudrücken. Reglementierungen funktionieren nur wenn sie durchsetzbar sind.
    Dabei ist die Beleuchtung um die soviel Aufhebens gemacht wirdnur ein sehr sehr geringer Teil des Energieverbrauchs im Haushalt. Viel wichtiger wäre die Überlegung: Wie bekomme ich den Teil der Bevölkerung dazu ihre alten energieintensiven Küchengeräte auszutauschen gegen Energiesparende, wenn sie sich das eigentlich gar nicht leisten können!
    Ohne gesamtgesellschaftliche Lösung eben keine Lösung. Das ist immer noch besser wie gigantische Flops die mehr verschlimmbessern und damit wirkliche Verbesserungen in Misskredit bringen oder sogar verhindern. mehr weniger
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    schrieb am 26.10.2012 um 15:51
    Aus Abfällen wie Stroh, Spelzen, Stallmist oder Abwässer, Biogas oder Sprit zu gewinnen, ist natürlich eine sinnvolle Sache!
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    schrieb am 26.10.2012 um 14:20
    Ich stimmte Hans-Werner Neumann (oben) ausdrücklich sehr zu.

    (hab dazu auch schon hier bei Utopia merhfach etwas geschrieben, z.B. zu E10 und andere Arten von Agrotreibstoffen - Beiträge sind ggf sicherlich über die Suchfunktion zu finden, falls sie jmd sucht)
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    schrieb am 26.10.2012 um 14:04
    Wenn man den Urwald kennt und dann die Agrarwüsten sieht, ohne einen Baum und Strauch dann ist man schnell anderer Meinung. Zudem ist der Verbrennungsmotor die ineffizienteste Methode, Energie umzuwandeln, beim Biosprit ist es sogar noch schlimmer, da wird mit einem Haufen fossiler Energie angebaut, geerntet, transportiert und verarbeitet. Bei der Umwandlung von Zucker in Biosprit geht nocheinmal die Hälfte verloren, dann wird Energie für die Destillation benötigt, dann muss der Alkohol dehydriert, gelagert und zum Verbraucher transportiert werden. Der Motor kann 30 % der Restenergie in Rotationsenergie umwandeln, das Getriebe verbraucht nocheinmal 20% und wenn am Ende ein Energieplus von 10 % herauskommt, dann ist das viel und dafür die Landschaft, Boden, Luft und Grundwasser zu verschandeln und zu verseuchen, lohnt sich ganz bestimmt nicht. Beim Biodiesel setzt alleine die Bodenbearbeitung sogar mehr CO2 frei als gebunden wird! mehr weniger
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