Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Im Interview

Meditation als „grüner“ Weg


Utopia: Sie sind in den 60er Jahren ähnlich wie Bob Dylan mit Gitarre in der Tradition eines Protestsängers aufgetreten und waren für viele – Musiker wie Zuhörer – ein Vorbild, das den Zeitgeist „Flowerpower“ und „Make Love not War“ verkörperte. Heute erleben die Ideen der Hippies in neu adaptierter Form ein Revival – auch aufgrund des Drucks durch den rasant voranschreitenden Klimawandel. Macht Sie diese Entwicklung glücklich?

Donovan: Ja, natürlich. Denn es ist die Konsequenz zu damals. Die Folklore, aus der Bob Dylan und ich hervorgingen, war nicht die erste Bewegung, die es gab. Vor uns gab es die großen Poeten wie Michael McClure, Allen Ginsberg und andere. Diese Künstler waren sehr daran interessiert, ihre Poesie aus der Bohemian- in die allgemeine Pop-Kultur zu bringen.

Ohne diese Szene, zu der auch ich dazu gehörte habe, wäre es nicht zu dieser Wiederbelebung durch Proteste, Lieder, grüne Themen und des Themas Ökologie gekommen. Warum aber Folklore? Weil diese Musikrichtung schon immer einen sozialen Kontext hatte. Und als 1965 dieser soziale Aspekt die Popkultur erreichte, konnten erstmals wichtige Themen von einer ganzen Generation  diskutiert werden. 43 Jahre später sind die großen Fragen immer noch ungelöst – es hat lange gedauert, doch jetzt diskutieren die Menschen wieder darüber. Und das ist gut so.

Waren Sie damals eher “Utopist” als heute?
Donovan: Damals gab es einen utopischen Traum. Ich glaube, dass der utopische Traum immer da war, er hat sich nur bis 1965 in Bohemien Cafés versteckt. Das „Bohemian Manifesto“ von 1958 lebt wie eh und je, es war nie anders, gerade weil in solchen Kreisen diese Themen diskutiert wurden. In ihnen wurden utopische Themen debattiert, die sich damit beschäftigten, wie die Zukunft des Planeten aussehen könnte? Ihre Frage war nur, wie bekommt man alle Menschen dazu, darüber zu reden, denn niemand außer ihnen redete darüber? Wenn Sie sich die Probleme der Welt anschauen, so werden Sie feststellen, dass der Kern des Problems in der Kommunikation liegt. Wie kann man also miteinander kommunizieren und diese Probleme verstehen lernen? Hier kommt die Kunst ins Spiel. Kunst wurde zur Musik, Musik zum Radio, Radio zum Fernsehen und Fernsehen zum World Wide Web. Was wir also heute haben, ist eine wesentlich „utopischere“ Welt als damals. Sehen Sie, jede Idee aus jedem Buch und aus jeder Geschichte ist mittlerweile online zu finden. Denn Sie können heutzutage mit dem gesamten Planeten kommunizieren.

Warum ist das Web für Sie spannend?
Donovan: In den 60igern habe ich John Lennon gefragt, wie wir mit allen Menschen weltweit kommunizieren könnten. Heute ist dies möglich. Worum geht es also? Es geht darum, dass nahezu jede(r) Schüler(in) auf diesem Planeten einen Laptop mit Internetzugang hat, als auch dass jede(r) Schüler(in) auf diesem Planeten meditiert. Dies wiederum würde zur Folge haben, dass die Zukunft ein sehr anderes Bewusstsein haben könnte. Unser jetziges Bewusstsein ist nämlich für die Probleme von heute verantwortlich. Unser Bewusstsein hat sich noch nicht erweitert. Das mag sich vielleicht nach Science Fiction anhören (was es auch ist), doch wenn das Bewusstsein erweitert ist und das geht nur, wenn man durch Meditation und ein Mantra tief in sich hineinhorcht, gilt es als medizinisch bewiesen, dass die Leistungsfähigkeit von Schüler(innen) dramatisch ansteigt und dass sie sich untereinander besser verstehen. Das ist der Plan.

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Stand: 18.01.2010 von

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    schrieb am 31.01.2010 um 12:08
    Leider habe ich selbst erlebt, wie in den 70er 80er Jahren die guten Bemühungen für Naturschutz wenig bis kein Fleisch, Frieden etc zu wollen, die Grundlage bildeten um in eine Sektnenähnliche Struktur zu geraten.
    Da aber weinig Geld vorhanden war gab es keinen finanziellen Verlust ,als ich es schaffte auf Abstand zu gehen. mehr weniger
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    schrieb am 25.01.2010 um 19:29
    Die meisten Arten der Meditation sind mir einfach viel zu ideologisch dogmatisch.

    Ich "meditiere" beispielsweise, wenn ich mit meinem Pferd durch den Wald reite.

    Dazu brauche ich z.B. keine Lehrgänge bei irgendwelchen "fernöstlchen" Gurus u.s.w.

    und übrigens, Donovan möge es mir bitte nachsehen, auch seine Musik nicht. mehr weniger
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    schrieb am 25.01.2010 um 15:16
    Diese Meinung daß man mit Meditation alle Probleme lösen kann und auf einer anderen Bewußtseinsebene lebt, teile ich ganz und gar nicht. Entspannung für gestresste Schulkinder mittels Sport, Meditation (?) etc. finde ich gut und sinnvoll. Aber: Meditation, die als Allheilmittel verkauft (!) wird,lehne ich strikt ab! Besonders, wenn sie auf TM fusst. Für mich ist das Sektiererei, besonders in der Anhängerschaft von Maharishi. Hier wird eine Abhängigkeit erzeugt, Menschen ausgebeutet und Ihre Selbstbestimmung geraubt.
    Daß auf dem Konzert TM-Broschüren von Maharishi rumlagen, fand ich befremdlich. Ich bitte um Aufklärung, ob das alles konkret von dieser org. ausgeht oder da Zusammenhänge bestehen! Die würde ich NIE unterstützen wollen!
    Götz Kerger mehr weniger
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    schrieb am 24.01.2010 um 12:40
    Meinen bisherigen Kommentar möchte ich noch ergänzen. Ich wußte bisher nicht, daß hinter der David Lynch-Stiftung die TM steckt, also die Transzendentale Meditation. Vor ca. 30 Jahren habe ich selber 2 Jahre lang TM praktiziert und es war ziemlich gut. Dann aber habe ich davon Abstand genommen, da sich tatsächlich eine sektenähnliche Entwicklung ergab und vor allem wurde es sehr, sehr teuer, was nicht nachvollziehbar war, außer damit, daß irgendwelche Leute viel Geld verdienten.
    Meiner Meinung nach wurde dadurch eine eigentlich gute Meditationsmethode kaputt gemacht.

    Neben TM gibt es nur sehr wenige `gegenstandslose Meditationen`, wie z.B.
    Zen (aus dem Zen-Buddhismus) , oder Integrales Yoga (aus dem Hinduismus).
    Die `Gegenstandslose Meditation zielt direkt und ohne Umege in die Leere, in den Urgrund, zu unserem `wahren Selbst`, oder wer will: zu Gott.

    Heinz Rieger mehr weniger
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    schrieb am 23.01.2010 um 21:30
    Meditation ist sicher etwas, das zu mehr Frieden und Gesundheit im Leben der/des Einzelnen und - auf breiter Ebene praktiziert - in der Gesellschaft führt.
    Leider beruft sich David Lynch bei der Motivation seiner Stiftung auf seine 30jährige Praxis der Transzendentalen Meditation, die ohne die dahinterstehende Organisation nicht erlernbar ist. Diese wiederum hat einen zumindest umstrittenen Ruf (sektenähnliche Struktur) und möglicherweise auch gesellschaftlich zweifelhafte Zielsetzungen, abgesehen davon, dass allein der Einführungskurs normalerweise über 2000 € kosten soll. Nähere Infos incl einer Reihe Links auf kritische Seiten sind unter http://de.wikipedia.org/wiki/Transzendentale_Meditation zu finden, kritische Texte auf Englisch auch unter http://www.minet.org/. Donovan scheint sich schon länger für die Verbreitung der TM einzusetzen (siehe gut belegt bei Wikipedia und http://www.donovan.ie/en/lifeline/).
    Meine Frage an die Utopia-Redaktion: war euch dieser Hintergrund bekannt???
    Ich bin sehr für Meditationskurse an Schulen, aber die TM halte ich nicht für die geeignete Methode und Organisation und wünsche mir, dass sich Bibliothomas' Wunsch nach Erfolg der Aktion nicht erfüllt. mehr weniger
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