"Die Zeit ist reif" (Teil 2)


 

 

 

 

 

 

 

 




 

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Foto: essential media

"Man muss den Leser da abholen, wo er sich jetzt befindet und darf nicht versuchen ihn dahin zu drängen, dass er doch bitte auch mal an die Umwelt denken soll", erklärt Grett. Das sei in Deutschland eine echte Gratwanderung, weil das Thema Auto hier eine gigantische Rolle spielt und stark emotional besetzt ist. Selbst kleinste Fehler können da schnell das Aus bedeuten. "Wir haben zum Beispiel ewig über das Cover nachgedacht, ob es ein Logo geben sollte, welche Schrift, welches Bild. Wir haben uns dann bewusst für eine klassische, klare Optik entschieden, denn jedes Laubblatt, jede Natur-Assoziation auf dem Heft verleiht ihm wieder diese bestimmte Tendenz, mit der sich viele Autofahrer einfach nicht identifizieren wollen. Das kann man ja finden wie man will, aber die überzeugen Sie nicht mit 'grün ist ja so toll'." Grett ist ein Realist, der aber trotzdem an das ökologisch-technische Potenzial alternativer Motoren glaubt. Nur gut müssen sie eben sein. "Ecomobil" nennt sich nicht ohne Grund "das zeitgemäße Automagazin". Es geht um die Schaffung von neuer Relevanz und neuen Begehrlichkeiten auf einem recht konservativen Parkett. Für ein mutiges Projekt ist neben guten Kontakten vor allem Sensibilität gefragt. Eine Eigenschaft, der Peter Grett in seinem Metier eher selten begegnet.

Sensor am Puls der Automobilwirtschaft


Bei der Vermarktung neuer, sparsamer Modelle etwa seien schon gravierende Fehler gemacht worden, und wenn er einmal davon anfängt, dann redet sich Grett in Rage: "Mich ärgert es, wenn ich daran denke, wie viel weiter wir schon sein könnten. Von der Industrie kamen jahrelang Lippenbekenntnisse und Rechtfertigungen, man könne Sprit sparende Autos in Deutschland nicht verkaufen. Aber mit einem 'Lupo', diesem überteuerten Schuhkarton auf Rädern, zieht man doch auch keine Kunden! Der sah unmöglich aus, kein Wunder, dass den keiner gekauft hat. Aber eine prima Möglichkeit für die Hersteller, hinterher zu sagen: 'Tja, wir haben ja ein Dreiliter-Auto gebaut - wollte ja keiner haben. Aber Allradler laufen dafür super.' - Honda hat für das nächste Jahr drei neue Hybrid-Modelle angekündigt; Peugeot-Citroën sind Spitzenreiter bei den CO2-Einsparungen, und in Asien kaufen die Leute Elektro-Zweiräder wie geschnitten Brot! Exakt zur gleichen Zeit gibt's von deutschen Herstellern urbane SUVs für die Dame von Welt, die 'nur' 11 Liter im Stadtverkehr brauchen. Das können wir uns heute einfach nicht mehr leisten, und das begreifen die Hersteller gerade. Zähneknirschend."
Somit übernimmt "Ecomobil" dank seiner momentanen Alleinstellung die Funktion eines Sensors am Puls der Automobilwirtschaft. Hier wird schnell sichtbar, welcher Hersteller seine Hausaufgaben gemacht hat - und wer es dabei auch noch schafft, gut auszusehen.

Im zweimonatigen Rhythmus wird "Ecomobil" die Entwicklungen am Markt spiegeln und darüber hinaus alle Bedürfnisse befriedigen, die man an ein Automagazin stellt. Technik- und Finanzierungsratgeber sind geplant, Reise- und Lifestylethemen - selbst eine Story über die Bahn ist denkbar. "Warum auch nicht", sagt Grett. "Es geht hier um Mobilität, und die Bahn hat immenses Potenzial, Autofahrern neue Perspektiven aufzuzeigen, wie man Mobilität anders organisieren kann. Auch mit dem Auto. Ich will es schaffen, dass die Leute da mitmachen, weil es eben Spaß bringt, und nicht weil sie es müssen. Dann ändert sich nämlich nie was, und wir können's gleich vergessen."

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Eco Mobil Cover
Foto: essential media

Ecomobil Spezial ist seit Juli im Zeitschriftenhandel zum Preis von 5,90 Euro erhältlich. Im Oktober startet das Ecomobil-Magazin in zweimonatlicher Erscheinungsweise.

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Video: "Human Power Hybrid" - Utopia testet das "Powerbike" von Peter Grett

 



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Alle Bilder: Pressematerial der Hersteller, mit freundlicher Genehmigung durch essential media, München

 

Das grüne Rauschen Archiv

 

 

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    Formal Richtig
    schrieb am 09.08.2008 um 00:18
    Das "Power-bike-video" ist mir etwas zu hippig. Das Thema Elektrorad ist uralt und was das Neue an dem Rad, gegenüber den schon käuflichen Rädern sein soll, ist nicht klar. Folgender Aspekt wird nicht behandelt: Der Übergang von E-Fahrrad zum E-Kraftfahrzeug. Wenn das gezeigte Gefährt 45 km/h...
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    umweltbrief
    schrieb am 08.08.2008 um 01:25
    Es gibt noch andere Antworten: Der Umweltbrief berichtet schon seit Jahren über nachhaltige Mobilität und Elektrofahrzeuge; sogar solche, die man bereits kaufen kann. Doch es gilt auch bestehende Autos auf Elektrobetrieb umzurüsten, um nicht alle jetzigen Fahrzeuge einfach wegwerfen zu müssen...
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