Von Romy Uebel
Die Modebranche ist voller schillernder Persönlichkeiten – Magdalena Schaffrin ist keine von ihnen. Die Designerin bleibt in jeder Hinsicht bodenständig und dass, obwohl sie sich auf nachhaltige Fashion im Premiumsegment spezialisiert hat. Den Green-Showroom, einen Branchentreff für grüne Premium-Produkte, veranstaltet sie im noblen Adlon-Hotel, ihr Atelier befindet sich im Berliner Studentenviertel Neukölln. Sie jettet zu Terminen in Mailand, Paris und New York, zu Hause fährt sie am liebsten Fahrrad. Über Luxuskleider und Pioniergeist.
Treffen in Berlin Mitte – Magdalena Schaffrin über ihren Werdegang
Es ist heiß in Berlin Mitte. Der erste Sommertag des Jahres macht es schwer, einen Platz in einem der zu jeder Tageszeit obligatorisch überfüllten Cafés zu ergattern. Zwischen Touristen, Freelancern und Projektplanern sitzt Magdalena Schaffrin in einem schlichten, schwarzen Etuikleid mit akkuratem Kurzhaarschnitt und nur ein bisschen erschöpft vom Tag. Sie hat gerade bei einem Workshop der Kreativbranche in der angesagten C/O-Gallery mitgewirkt und auf Einladung des Senats über ihren Green-Showroom referiert. Obwohl die junge Frau jetzt, nur wenige Wochen vor der Berlin Fashion Week, dem wichtigsten Termin der Branche, alle Hände voll zu tun hat, wirkt sie gelassen.
„Ich möchte die Mode entschleunigen, rausholen aus dem Strudel um noch mehr Trends und Kollektionen. Ich arbeite nicht in den klassischen Saisons, denn ein Hemd ist 2006 genauso gut wie 2008 oder 2010“, erklärt sie konzentriert. Dass sie nach ihrem Studium an der Burg Giebichenstein in Halle ein Trainee-Programm ausgerechnet bei H& M absolvierte, klingt in diesem Kontext merkwürdig. Aber die in Konstanz geborene Designerin wollte schon damals alle Seiten der Branche kennenlernen, sich selbst ein Bild machen. „Bei H & M wurde damals jeder gefragt, was er in Zukunft gern machen würde und nach diesen Interessen eingesetzt und gefördert. Mein Wunsch nachhaltige Mode zu machen, war damals allerdings zu gewagt und zu diesem Zeitpunkt überhaupt kein Thema – ich habe dann stattdessen in der Lizenz-Sparte Snoopy-Socken designt.“ Seitdem ist viel passiert. Als Ausgleich zur Billigkette schnupperte Schaffrin im Rahmen eines Praktikum Avantgarde-Luft bei einem kleinen Antwerpener Designer, 2007 gründete sie dann ihr eigenes Label.


Kommentare (4)
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Liebes Utopia!
Zu Green Fashion habt Ihr ja mal eine absolut krude Position.
Hier mal die Infos über Braintree, die Ihr doch kennt??
Das ist eine australische Marke, die ihre Designer und Personal nach Deutschland fliegt - einmal um den halben Globus! Die Sachen werden in China hergestellt, nochmal um den halben Globus.
Was Ihr selbst über Magdalena Schaffrin schreibt: "Sie jettet zu Terminen in Mailand, Paris und New York, zu Hause fährt sie am liebsten Fahrrad."
Das ist ein Witz, oder?
"Green"-Fashion - Das ist wohl hier nicht gerade zutreffend! mehr weniger
Bin eben durch die Galerie gestolpert - klasse Kleidung! Tolle Sachen!
Unabhängig davon stört mich bei Mode (Herren wie Damen) eigentlich nur, dass die Vorführmodelle sogut wie nicht käuflich sind, weil Einzelstücke oder zu teuer, weil in den Modehäusern in der Stadt wie in der Fäche nicht verfügbar.
Und mich stört das brutale Diktat, der Modemacher, die glauben nur so muss Frau,Mann herum laufen.
Und mich stört, dass das Farbgefühl, auch der Mut zu mehr Farbe, immer noch unterdrückt scheint, es sollen ja keine Farbkleckse sein, bunt durcheinander, aber eine feine Farbharmonie. Das gibt es bislang kaum, entweder schwarz oder weiss, einfarbig, höchstens zweifarbig. mehr weniger