Wie alles begann...
Die Wurzeln samenhaltiger Angriffe auf Brachflächen sind in Japan zu finden und gehen auf eine Idee von Reisbauer Fukuoka Masanobu zurück. Mitte des 20. Jahrhunderts bestellte er nicht nur seine Felder mittels Samenbomben, sondern gab den Pflanzen überall die Möglichkeit zu gedeihen, auch am Straßenrand. Das alles geschah im Sinne der Nichts-Tun-Landwirtschaft. Diese besagt schlichtweg: Die Natur braucht uns nicht. Gartenarbeit, Dünger, Unkraut jäten, Chemikalien – alles unnötig. So waren auch die Samenbomben auf sich gestellt. Was wuchs, wurde geerntet, was nicht, wurde der Erde überlassen. Einfaches Prinzip, vielleicht nicht mit sehr großen Erfolgen, dafür aber nach einer vorbildlichen Philosophie. Die Methode der Seedbombs nutzte später auch Liz Christy, die Mutter des Guerilla Gardening. Der Künstlerin war es im New York der 1970er Jahre viel zu trist, grau und heruntergekommen. Mit den Samenbomben testeten sie und ihre Untergrundarmee ungenutzte Grundstücksflächen auf ihre Tauglichkeit zur Bepflanzung. Und tatsächlich trieben auf manchen von ihnen Blumen und Nutzpflanzen aus.
Guerilla Gardening
Was, „Gorilla Gardening“? Schon mal gehört, aber noch nie selbst probiert? Das sagen sich sicherlich viele von uns. Dabei ist Guerilla Gardening gar nicht schwer. Menschen, die Land kultivieren, das ihnen nicht gehört, nennt man heute Guerilla-Gärtner. Ob es sich um brachliegende Flächen, verlassene Grundstücke, Parkstreifen oder Verkehrsinseln handelt, Anhänger des Guerilla Gardenings möchten überall Grünes wachsen sehen. Deshalb werden, in meist nächtlichen Aktionen, Samen und Pflanzen an den unterschiedlichsten Orten gesät, eingebuddelt und beim nächsten Spaziergang unauffällig gegossen. Wollen Sie jetzt auch mal? Zur Vorbereitung hat Utopia für Sie das ABC des Guerilla Gärtnerns aufgelistet. Wer jedoch nicht auf Nachtpflanzen steht, kann sich auch einfach der Seedbomb bedienen. Für Guerilla-Gärtner übrigens schon längst eine beliebte Waffe.
Kleine Kugel, große Wirkung
An sich besteht so ein Samenball nur aus Erde, Tonpulver und natürlich Samen. Zusammen mit Wasser lassen sich ganz einfach Kugeln formen, die erst trocknen müssen und dann auf Flächen geworfen werden können, die Sie sich grüner und bunter wünschen. Komfortabel ist dabei, dass die Seedbombs nicht eingepflanzt werden müssen. Solange es nicht regnet schützt die Tonkugel die Samen vor Austreibung, Austrocknung, Wind und Tieren. Kommt dann der erste Schauer, quillt die Samenbombe auf, die Samen beginnen zu keimen und suchen sich schließlich ihren Weg durch die Kugelwand.
Quo vadis, Samenbombe?
Dahin, wo es (noch) nicht schön ist, wo Sie gerne ein paar Blumen hätten und wo Sie ein paar bunte Highlights in Ihrer Stadt vermissen. Und da fallen Ihnen doch sicherlich mehr als genug Plätze ein. Das Gute an der Samenbombe: mit ihr kann man auch Orte erreichen, die für normales Pflanzen nur schwer zugänglich sind, wie zum Beispiel eine ungenutzte Fläche hinter einem Zaun. Sie können die Bomben auf Ihrem Weg zur Arbeit verteilen, sie an Freunde verschenken und zusammen mit Utopia am Tag der Nachhaltigkeit am 4. Juni die Bomben platzen lassen. Mehr Infos dazu auch beim Utopia-Event auf Facebook.
Selber Bomben bauen
Haben Sie jetzt Lust, sich selbst am Seedbomben auszuprobieren? Dann lesen Sie mal unser Samenbomben-Rezept und erfahren Sie, wie Sie beim Attentat auf unbegrünte Flächen vorgehen sollten.
Internet-Granaten
Keine Zeit, Samenbomben selbst zu bauen? Zum Glück gibt’s mittlerweile auch einige Internetshops, die diese anbieten. Ein großes Sortiment an Guerilla Gardening-Ausrüstung bietet zum Beispiel Greenisfaction an, die es Utopia am 4. Juni 2012 gleichtun und in Hamburg Samenbomben verteilen werden. Oder schauen Sie mal in unserem Produktguide bei Aries und Kabloom vorbei und decken Sie sich mit ausreichend Samenbällchen ein.
Lassen wir das Bombardement beginnen! Viel Spaß dabei!


Kommentare (10)
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Meine Bitte: denkt auch daran, die sprießenden Pflanzen Eurer "Samenbomben" ggf. mit Wasser zu versorgen, damit sie die "besten" Chancen für ihr Wachstum bekommen-und versorgt nebenbei auch den Baum "nebenan".
Dazu eine indianische Weisheit, die für mich den Respekt vor dem aussagt, was die Natur uns gibt:
Behandele einen Stein wie eine Pflanze,
eine Pflanze wie ein Tier
und ein Tier wie einen Menschen. mehr weniger
Aber wieso verkauft Ihr die Mischung nicht online? Tonerde hat doch nicht jeder und auch keine Lavendelsamen!! Übrigens hätte ich ne andere Mischung vorgeschlagen, die alle sehr gut aufgehen:
Petersilie
Kosmee
Brennessel (ist auch gut für Schmetterlinge)
Kapuzinerkresse
Jetzt verschenke ich die (mit einer kleinen Anleitung dabei was man wie damit macht) und mit meinen eigenen............. da warte ich grad auf Regen.
Vielen Dank für den tollen Tipp !!!!