Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Die Bessermacher (6) Patrick Hohmann

Geht doch! – Faire Bio-Baumwolle


Utopia: Seit 20 Jahren produziert Remei jetzt schon Textilien aus fairer Bio-Baumwolle. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?

Patrick Hohmann: Als wir anfingen, standen wir am Anfang einer Bewegung. Wir wussten nicht worauf man beim Bio-Anbau von Baumwolle  und ihrer Verarbeitung genau achten muss . Trotzdem haben wir den Versuch gewagt – eine gute Entscheidung, wie wir jetzt wissen. Damals war die Remei eine Garnhandelsgesellschaft wie jede andere. Der Bioanbau hat uns alle verändert. Wir haben uns zu einem Netzwerkmanager entwickelt, der die ganze Produktions-Kette koordiniert und dafür Sorge trägt, dass jeder im richtigen Maße honoriert wird, vom Baumwollbauern bis zur Schneiderin.
Heute arbeiten wir mit 48 Betrieben zusammen, das bedeutet etwa achtzig- bis hunderttausend Menschen, gegenüber denen wir in der Verantwortung stehen –  an vorderster Stelle die über 8.000 Farmer in Indien und Tansania. Zahlreiche Projekte wurden dort schon erfolgreich bewältigt, wie der Bau von 2.560 Biogasanlagen, 2.500 geschlossene Feuerstellen, 20 Dorfschulen und von je einem Ausbildungszentrum für Biolandbau in Indien und Tansania.


Was sind Ihre größten Erfolge, was macht Remei besser als andere?


P.H.: Unser grösster Erfolg ist, dass wir die ganze Produktionskette kontrollieren und  sowohl Einfluss nehmen können auf die Anbau-Art wie auch auf die Arbeitsbedingungen. Da hat sich vieles entwickelt und entwickelt sich noch. Inzwischen haben wir  eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit für jedes unserer Produkte und produzieren mit langjährigen Partnern. Auf was ich ganz besonders stolz bin, ist die Bauernbeteiligung im Entscheidungsprozess sowohl beim Aufkaufpreis als auch der gesamten Anbauorganisation.
Was uns zudem von anderen Bioanbietern unterscheidet ist, dass wir zusätzlich zur Bauernprämie eine Abnahmegarantie geben und somit die Risiken mittragen; des Weiteren unser innovatives CO2-Projekt, mit dem wir in den Anbauländern sämtliche CO2-Emissionen der Remei AG bis 2013 kompensieren werden. Momentan sind wir schon bei ca. 80 Prozent angelangt.

Was sind die größten Schwierigkeiten bei nachhaltigem Baumwoll-Anbau?

P.H.: Die größte Schwierigkeit ist es, die Bauern zu überzeugen, dass es einen anderen Weg gibt, als denjenigen, die Schädlinge zu vernichten, beziehungsweise zu vergiften. Aber auch, dass sie sich bewusst um ihre Umwelt bemühen müssen, denn es ist ihr Land, ihre Zukunft,  ihr Umfeld und dadurch auch die Grundlage ihres sozialen Lebens.

Stand: 07.12.2011 von

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    schrieb am 10.12.2011 um 19:28
    Unser Sohn ist auch immer sehr für Biobaumwolle. Vielleicht sollte man wirktlich noch viel mehr darauf schauen, dass die Sachen, die man anhat, aus Biobaumwolle sind und auch sonst menschenwürdig hergestellt sind
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    schrieb am 31.10.2012 um 14:29
    Da hat man wirklich nur das Problem etwas zu finden, dass dann auch modisch was her macht. Aber man kann es finden. Ich würde nie etwas kaufen/anziehen was super aussieht, gar noch billig ist, auf Kosten der Angestellten. Stichwort Massen-Auslandsproduktion + Billiglohn. Bei dem Audi Leasing achten alle auf beste Qualität und sauber Herstellung aber bei der Kleidung ist es egal?

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    http://www.gute-rate.de/Fahrzeuge/Marken/Audi/
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