Deutschland ist Umwelt-Vorreiter. Das haben wir noch letzte Woche im Artikel „Brauchen wir den Euro wirklich?“ geschrieben. Jetzt zeigt sich: Das trifft leider nicht auf ganz Deutschland zu. Denn die deutsche Automobil-Industrie hat offensichtlich dazu beigetragen, einen Entwurf der EU-Kommission zum Klimaschutz zu verwässern. In diesem Entwurf werden die Emissionsgrenzen festgelegt, die 2020 für Autos gelten sollen. 2011 stieß ein in der EU verkaufter Neuwagen durchschnittlich 135,7 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Bis 2020 soll dieser Schnitt auf 95 Gramm pro Kilometer sinken.
Der verwässerte Emissionsentwurf
Dieses Ziel war auch in der Urfassung des Entwurfs festgelegt. Doch jetzt, in der Endversion, steckt der Teufel im Detail: Das Gewicht der gebauten Autos wird nun mit eingerechnet. Das Resultat: Deutsche Autobauer mit ihren schweren Luxusmodellen müssen sich an weniger strenge Vorgaben halten. Hauptgrund für diese üble Änderung ist die Lobbyarbeit des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA). Dessen Präsident, Matthias Wissmann, beschwert sich obendrein auch über den schon aufgeweichten Entwurf: Die EU-Kommission sei nicht wirklich an einer Stärkung des Industrie- und Innovationsstandortes Europa interessiert.
Klimaschutz behindert Innovation
Schädigen wir mit kurzfristigen Klima-Regelungen am Ende die Umwelt mehr? Würgen wir damit wirklich die Wirtschaft ab, verhindern Innovation und beschneiden Gewinne, von denen der Natur hätte geholfen werden können? Eine hoch theoretische, aber wichtige Frage. Zumindest für Verbraucher kann sie klar verneint werden. Niedrigerer CO2-Ausstoß bei einem Auto bedeutet nämlich auch niedrigeren Kraftstoffverbrauch. Abgas sparen ist gleich Spritkosten sparen. Klingt doch gut, oder?
Die Anti-Klima-Produzenten
Manche Hersteller haben das leider noch nicht verstanden. Volkswagen beispielsweise wird trotz aller BlueMotion-Programme von Greenpeace immer wieder als Anführer der „Anti-Klima-Lobby“ gebrandmarkt. Der Geländewagenhersteller Jeep vermarktet seine neuen Modelle mit dem Slogan Never Adapt, zu Deutsch: Niemals anpassen. Die CO2-Emissionen der Wagen liegen deutlich über 200 Gramm pro Kilometer. Da stellt sich die Frage: Woran niemals anpassen? An den Umweltschutz-Gedanken? Liebe Jeep, liebe VW: Das geht besser! Gemeinsam können wir eine grünere Zukunft Wirklichkeit werden lassen!
Es geht auch nachhaltig
Mit gutem Beispiel voran geht dabei etwa BMW. Der Hersteller liegt schon jetzt mit geschätzten durchschnittlichen 100 Gramm pro Kilometer unter dem Richtwert, der für ihn erst in acht Jahren gelten soll. Auch den Dow Jones Sustainability Index führen die Münchner in der Autobranche seit sieben Jahren an. Damit ist zwar noch lange nicht genug getan; Umweltverbände fordern ein Emissionsziel für 2020 von 80 Gramm pro Kilometer. Doch BMW ist offensichtlich eines der Unternehmen, die „schon mal angefangen“ haben. Das verdient Respekt und lässt hoffen, dass auch anderen Unternehmen klar wird: Nachhaltigkeit muss wirtschaftlich kein Nachteil sein.


Kommentare (12)
abonnieren
www.xmile.net
Der Treibstoffverbrauch und der CO2- Ausstoß lassen sich auf einfachste Weise senken bzw. auf 0 stellen.
Mittels einer Wassereinspritzung - bekannt seit dem II Weltkrieg vom Flugzeugbau und selbst haben diese Herrschaften diese im Rennsport eingesetzt. Oder auch mit einer Wasserstoffgaszugabe, HHO-Einspritzung.
Beides führt dazu, dass der Spritverbrauch bis zu 50% gesenkt werden kann und durch die bessere Verbrennung der CO2-Ausstoß bei NULL ist!! Das ist diesen Leuten alles sehr wohl bekannt. Aber die Autos müssen ja Benzin/Diesel verbrauchen - mindestens über 4 Liter, sonst werden sie verboten, wie jüngst der Passat in den USA - eben, weiil er zu wenig verbraucht. Alles nur, damit der Profit der Ölmultis sprudelt ohne Rücksicht auf die Umwelt oder Gesundheit der Menschen. Und die Mediien machen diese perverse Lüge auch brav mit - weil die nämlich auch diesen Leuten gehören! mehr weniger
http://www.peakoil.ch/was-ist-peak-oil1.html
Es ist wie mit dem Autotank, wenn er leer ist ist er leer Punkt
Wenn wir nicht bald draufkommen, dass es mehr als zu schade ist, fossile Grundstoffe in der Heizung Auto zu verbrennen um 2Tonnen wertvollste Werkstoffe wie Alu,Glas,Stahl,Kunststoffe.... mit ein bisschen Mensch darin durch die Gegend zu kutschieren, ob´s Geigen oder sonst ein Unterricht oder Schnäppchenjagd oder Urlaub ist, werden wir ein größeres Problem als Antifa haben, dann werden nämlich alle BMW und sonstige CO2Produzenten einen ziemlichen Aufstand machen und "ihr Recht" fordern: Freie Fahrt für freie Bürger.
Dann Prost Mahlzeit. mehr weniger