Masdar-City: Ökopolis aus der Ölwüste
Ausgerechnet Abu Dhabi. Tonnenweise Erdöl strömt aus dem Emirat in alle Welt und heizt das Klima weiter an. Für 22 Milliarden Dollar bauen die Scheichs bis 2016 eine Stadt, die vollen Komfort bei null Emissionen verspricht. Wind- und Solaranlagen speisen Klimaanlagen, zusätzliche Kälte soll aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche gepumpt werden. Die arabische Sonne wird solarthermische Kraftwerke speisen, die 100 Megawatt Strom produzieren und tausende von Haushalten versorgen. In Flüssigsalztanks wird die Mittagshitze gespeichert, umgewandelt und auch nach Sonnenuntergang sicher in die heimische Steckdose geleitet. Der sechs Quadratkilometer große Ökospielplatz wurde von Stararchitekt Lord Norman Foster entworfen, der in Lybien auch die „Green Mountains“ als „erste Ökoregion der Welt“ mit einer Fläche von 550.000 Hektar entwickelt. Auch wenn die Aufträge von politisch fragwürdigen Ölmilliardären kommen - ein Blick auf den eigenen Kontostand lässt Herrn Foster sicher seelig vom nächsten Öko-Luftschloss träumen.
„Brooks Trance 8“: Der biologisch abbaubare Laufschuh
Die Mittelsohle des „Brooks Trance 8 Biodegradable Running Shoe“ baut sich 50 mal schneller ab als bei gewöhnlichen Laufschuhen. Wo früher die Langlebigkeit von Produkten für Qualität bürgte, soll der Brooks Trance 8 also schneller von der Bildfläche und damit aus der Ökobilanz verschwinden. Ab welcher Stückzahl diese Innovation einen Vorteil abgesehen vom Marketingeffekt bietet sei dahingestellt. In einer Branche, wo einem die Fachbegriffe um die Ohren fliegen wie seinerzeit beim Computerkauf, braucht es wohl immer noch ein neues Feature, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Was der abbaubare Laufschuh für 140 Dollar noch so bietet? Na, zum Beispiel „Rearfoot HydroFlow“, „Full-length MoGo“, „Progressive Diagonal Rollbar“ und nicht zu vergessen den „Engineered Stable Pod“.
„Poulsen Hybrid“: Elektromotor zum Anschrauben
Wer mit dem Verbrauch seines Wagens nicht zufrieden ist, aber nicht gleich einen Neuwagen anschaffen will, der könnte an dem System „Poulsen Hybrid“ Gefallen finden: Zwei Elektromotoren werden an den Hinterrädern installiert und sollen bis zu 85 Prozent der Motorleistung übernehmen. Der Benzinmotor würde demnach nur noch für den Start, Bergfahrten und die Beschleunigung gebraucht. Für 4.200 Dollar samt Installation soll der Hybrid zum Anschrauben im Herbst auf den Markt kommen. Optisch sieht er leider einer Wegfahrsperre sehr ähnlich.
„GreeNet“: Das öko-soziale Netzwerk
Entwickler aus aller Welt erfinden für die Community „facebook“ laufend neue Applikationen mit fraglichem Nutzwert. Der neueste Sprößling aus dieser Reihe heißt „GreeNet“: Nutzer können damit ihren Energiekonsum überwachen und einen virtuellen Garten anlegen. Je sparsamer, desto mehr digitale Blumen sprießen auf der eigenen Profilseite. Die kanadischen Entwickler setzen auf den Wettbewerb, wie man ihn auch aus dem echten (Spießer-)Leben kennt – je schöner der Garten des Nachbarn, desto mehr Einsatz vor der eigenen Haustür. Wie ein ausufernd grüner Lebensstil in „Öko-Stress“ umschlagen kann, erklärte zuletzt der berüchtigte Medienriese FOX News: „Treibt Sie das grüne Leben in den Wahnsinn? Zeit für eine Öko-Therapie“.
„River-Gym“: Tretboot der nächsten Generation
Auf dem Hudson River könnte sich den Touristen bald ein neues Schauspiel zeigen: Schwimmende Fitnessstudios. Die hektischen New Yorker können nach den Plänen des Designbüros „Mitchell Joachim“ ihr Workout mit dem Übersetzen auf einen anderen Stadtteil verbinden. Statt auf Bildschirme oder öde Häuserschluchten zu glotzen, bietet sich ein Panorama mit wechselnden Ansichten der Glitzerstadt. Die Fahrten an verschiedenen Ablegestellen sollen im Schnitt 15 Minuten dauern, das „River-Gym“ steuert per Autopilot von Hafen zu Hafen. Netter Nebeneffekt: Die Fitnessinseln sollen per eingebauter Kläranlage auch die Qualität des Flußwassers verbessern.
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