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Der krisenbeständige Markt für Protzmobile

Deutschland. Dicke Autos – kleine P...?

Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise und zunehmender Umweltprobleme kaufen die Deutschen Autos mit mehr PS als je zuvor. Was kompensieren die Deutschen mit dieser vernunftbefreiten Kaufwut? Wir haben nachgedacht und bei der Antwort ist uns vor lauter Schock ein Teil der Überschrift abhanden gekommen.


Wir haben einen entscheidenden Fehler gemacht: Bei den Bestenlisten zur VCD Umweltliste haben wir nicht die Leistung der einzelnen Wagen angegeben. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt nämlich, dass die PS der Deutschen wichtigstes Kaufargument sind. Noch nie wurden Neuwagen mit so viel PS gekauft wie in den ersten sieben Monaten des Jahres 2012.  Unsere Listen ohne Pferdestärken werden also kein Schwein interessieren, auf gut Deutsch gesagt.

Der Grund für den deutschen PS-Rausch

Da fragt man sich doch: Wofür die ganzen Pferdestärken? Wollen wir etwa damit etwas kompensieren? Wir sahen, dachten und fanden: Brauchen die Deutschen dicke Autos um damit ihre kleinen P...e...rsönlichkeiten zu kompensieren? Vielleicht sind wir außerhalb der Fahrersitze ja ein total unauffälliger Haufen. Müssen wir dafür vielleicht umso mehr „Straßencharakter“ beweisen? Das Leben meint es manchmal wirklich hart mit uns.

Morgens, halb acht, die Auspark-Automatik war auch schon mal schneller - warum muss hier eigentlich jeder so verdammt eng parken? Eine Limousine braucht nun mal ihren Platz, kann das denn keiner respektieren? Und jetzt findet das Navi den blöden Satelliten nicht, das fängt ja gut an. Die letzte grüne Ampelwelle liegt so weit zurück, dass in der Erinnerung schon Spinnweben dran hängen. Durchstarten bei grün ist natürlich auch nicht, weil Mutti im Vorderwagen schön langsam den ersten Gang ausfährt. Und dann am Ortsausgang auch noch Schulkinder. Der Tag ist ruiniert.

Vielleicht haben deutsche Modelle ja eine eingebaute Humorblockade, die sicher stellt, dass wir die einzigen sind, die nicht über kleine Persönlichkeiten in lächerlich riesigen Protzmobilen schmunzeln müssen.

Deutsche Logik – Auto vor Verstand

Eigentlich wäre das ja schon bedenkenswert, dass wir uns nebenbei auch noch in einer ökonomischen und vor allem ökologischen Krise befinden. Shell und Co. arbeiten mit Hochdruck daran, der Arktis einen schmucken Schwarzanstrich zu verpassen. Der Klimawandel beschert uns jedes Jahr mehr humanitäre Katastrophen. Und deswegen jetzt ernsthaft aufs geliebte PS-Zählen verzichten? Sind wir mit Tempolimits und Senioren am Steuer nicht schon genug gestraft?

Ganz ehrlich: Es will uns nicht in den Kopf. Wir haben versucht und versucht, zu verstehen, wie und warum so viele Leute solche Gedankengänge entwickeln. Vor lauter Grübeln haben wir die Teile der Überschrift vergessen, das Kaffeekochen zu einer Ausdauerdisziplin perfektioniert und reihenweise besorgte Blicke von den Kollegen geernet. Am Ende hat es alles nichts genützt. Es ist wie zu Anfang: Er ist teuer, der gute Rat. Haben Sie vielleicht einen für uns?

Thema: Auto & Elektromobilität, Stand: 28.08.2012 von

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    schrieb am 12.09.2012 um 13:01
    @Christoph:

    Selbstverständlich "ermahnst" du nur mich, also denjenigen mit der "abweichenden" Meinung. Woran liegt das? Kannst du mir das bitte mal erklären? Fairness sieht anders aus, oder?

    Vielen Dank.
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    schrieb am 11.09.2012 um 15:07
    @Simon Reichel:

    Nein, lächerlich ist eher, wie du sofort reflexartig zum "weißen Ritter" mutierst, dich vor deine "armen unterdrückten Frauen" wirfst und - vor allem - mit welch aggressivem "Diskussionsstil" du auftrumpfst. Komm mal runter. Vielleicht solltest etwas weniger taz und Bild lesen, was deine quantitativen "Fakten" angeht (die Mär von den 23% - bei dir sind es sogar 25% - ist lange widerlegt, sogar das Ministerium, damals noch unter von der Leyen, hat das lange zugegeben http://manndat.de/feministische-mythen/lohndiskriminierung/lohndiskriminierung-das-frauenministerium-klaert-auf.html

    Frauen verdienen in gleichen Positionen weniger? Naja. Aber nicht, weil die "pöööhsen Männer" so pöööhse sind. Frauen arbeiten öfter halbtags, arbeiten oft gar nicht die gleiche Anzahl an Stunden. Natürlich verdient man dann nicht gleich viel - ob und das System schmeckt oder nicht, noch funktioniert das so.

    Machismo, pffft. Is klar. Gewalt ist heute weiblich - nicht männlich: Häusliche Gewalt geht heute knapp zur Hälfte von Frauen aus, sexueller Missbrauch zu ca. 25% ("Aktenzeichen XY", "Zartbitter": http://e110.de/index.cfm?event=page.detail&cid=3&fkcid=3&id=194), fast jede Woche ein Kindsmord in den Nachrichten.

    Guck dir Werbung an, Serien, Kino etc. Jungen und Männer werden als Deppen dargestellt, Mädchen und Frauen als toughe Amazonen. Peinlich und männerfeindlich.

    Jungs werden in der Schule benachteiligt, was keine Sau kümmert, die meisten Gefahrenjobs (über 90%) machen immer noch Männer - wo bleibt da dein "Sinn für Gleichberechtigung"?

    Nicht böse gemeint aber ganz so naiv ist die Wahrheit nun mal nicht ... mehr weniger
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    schrieb am 05.09.2012 um 20:07
    Hallo zusammen,

    @peter1946:
    Berlin ist eine der Städte, neben HH, wo ich gerne wohnen würde. Ich war schon oft dort und habe mir viel angesehen, vor allen Dingen Gegenden außerhalb des üblichen.

    Aber nun zu Deinen Inhalten: ich kann das gut verstehen so wie Du es gemacht hast. Einen 3l Lupo hätte ich mir damals auch gerne gekauft. Das war ein Auto für mich, so wie ich es brauchte.
    Neben dem A2 und dem Smart, welches es dann auch geworden ist, waren und sind das Fahrzeuge die richtungsweisend sind. Leider sieht man sie heute zu wenig und was noch viel mehr schade ist, die Automobilindustrie hat sich bisher kaum an den damaligen Umsetztungen orierntiert, siehe UP!.

    @Fuzzler:
    natürlich kenne auch ich die Vorzüge der Mobilität. Geflogen bin ich schon, als ich gerade laufen konnte, viel mit dem Auto unterwegs sein, war für mich immer normal. Als Erwachsener Handwerker in sachen Ladenbau war Mobilität alltäglich. Als Logistiker hatte ich einen Job. Auch zur Zeit findet mein Arbeitsalltag am Steuer statt und das auch noch für einen Sache die weitesgehend für die menschliche Gesundheit sehr wichtig ist.

    Denoch hinterfrage ich oft, was bringt mir bzw. uns das ? Mir bringt Mobilität auch oft Stress und das nicht etwa wegen dem Job, sondern schlichtweg einfach so. Außerhalb des Jobs fahre ich fast gar kein Auto, selbst die Fahrten zum Job hin und wieder zurück lege ich mit dem Fahrrad zurück ( 40km/ Tag ). Es hat sich einfach zu viel verändert. Jeder will schneller sein, das größere Auto haben, bedrängt mich, überholt mich, wenn ich Auto fahre nur um dann an der nächsten Ampel wieder vor mir zu stehen.

    Dabei versaut er mir nicht nur meine Laune, sondern noch die Umwelt und von den Verkehrsregeln brauchen wir erstmal gar nicht zu sprechen. Wenn ich schon das vorgeschriebene Tempo halte bin ich der Spinner.

    Und so kann man dann nahtlos zu...

    @Robinson:

    ...übergehen. Denn Mobilität schaftt nicht nur gefährlich irreparable Eingriffe in die Natur und die Seele der Menschen, sondern bringt auch tötliche Gefahren in Umlauf. Flugzeuge sind prädistniert dafür Krankheiten in nur wenigen Flugstunden weltweit zu verbreiten. Da hilft uns auch der ganze Frieden nicht mehr.

    Mobilität ansich ist nicht schlecht, ja sie hat vorteile. Aber gerade im Rahmen der Globalisierung, wurde sie nur ein Mittel zum Zweck und somit auch zum Gewinnfaktor für wenige. Aktuell versucht man uns ja wieder weißzumachen, daß alles zu unserem besten sei.
    Ich schätze mal "zu unserem besten" ist mehr einen Aussage für die Gewinner der Globalisierung. Wir sind damit leider nicht gemeint.

    Schönen Abend noch. ;-) mehr weniger
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    schrieb am 05.09.2012 um 14:48
    Onkel.Tom
    gott sei dank gibt es viel interessantes in Berlin. Eine Menge Kultur,Museen,Geschichte,Musikscene.
    Von unseren Bildungspolitikern wird beklagt,das viele nur noch die vor ihrem Computer sitzen und sich mit Ballerspielen beschäftigen. Ich hoffe "Onkel Tom" gehört nicht dazu!
    Nach dem Kommentar liegt der Verdacht nahe.
    Das er noch nie Berlin richtig besucht hat. Die Stadt hat eine Abmessung von ca. 40 x 40 km ,mit vielen verschieden Stadtteilen, Wäldern und Seen.
    Leider finden die Touristenführungen meist nur in Stadtmitte statt. oder in Scenenbezirken.
    In den 70 Jahren wurde von "schwäbichen,oder bayerischen streng katholischen Bürgern " Berlin als Sumpf bezeichnet. Da gab es noch kein Farbfernsehn und Internet.
    Die Bürger glaubten was der Pfarrer auf der Kanzel erzählte und das man vom Küssen Kinder bekommt. mehr weniger
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    schrieb am 05.09.2012 um 13:14
    ich sage mal, wer in Berlin wohnt ist selber schuld...

    Das ist keine Stadt, das ist ein Sumpf.
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