Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Kolumne "Gesagt, getan?"

Der Tanz ums grüne Kalb


Kaum eine Autowerbung kommt ohne „grüne Botschaften“ aus, Wirtschaftspresse und Automobiljournalisten überbieten sich mit „good news“ von der „Öko IAA 2009“. Haben Verbraucherwunsch und Klimawandel es also geschafft und wir steuern auf eine nachhaltige Mobilität zu? Nein, denn solange der Tanz ums Auto als „Goldenes Kalb“ nur durch den Tanz ums „Grüne Kalb“ ersetzt wird, nähern wir uns nicht wirklich der Lösung der Probleme.

Nur ein Beispiel: Wenn alle 80 Millionen Deutsche gleichzeitig mit dem Auto fahren möchten, bräuchte niemand auf dem Rücksitz Platz zu nehmen – bei mehr als 40 Millionen Pkw, die es bei uns gibt. Das ist das Problem, das auch dadurch nicht wirklich gelöst wird, wenn darunter immer mehr emissionsarme Autos sein werden. Zwar streiten sich die Experten, ob und wann es einen Massenmarkt für Elektroautos geben wird. Aber die nächsten Schritte scheinen klar:  staatliche Anreize, bessere Produkte, gute PR, wirksame Werbung – und die Zukunft des Automobils scheint gesichert.

Im Ansatz richtig, aber nicht zu Ende gedacht. Sicher brauchen wir attraktive, emissionsfreie Autos mit geringem Energieverbrauch. Und sie sollen bitte von den besten Werbern der Welt so phantastisch  beworben werden, dass sie mindestens so begehrenswert und sexy werden wie die in den preisgekrönten BMW- oder Mercedes-Spots: Marketing für die Zukunft des Automobils. Was wir aber noch viel mehr brauchen, ist Marketing für die Zukunft der Mobilität. Und die gibt es nur, wenn das gesamte Mobilitätssystem nachhaltiger wird. Dieses muss konsequent verbessert und durch exzellentes Marketing begleitet werden.

Hier sind drei Aufgaben, die meiner Meinung nach dazu gehören:

1.    Carsharing cool und sexy machen!

Zipcar, einer der großen Carsharing-Anbieter aus den USA, überzeugt mit frechen Anzeigenmotiven und gutem Zielgruppenmarketing. “Sex sells”, erst recht, wenn er gegen die Zeit aufgerechnet wird, die man bei der Parkplatzsuche verbringt.

Kalb

Wo sind unsere Carsharing-Anbieter, die witzig und frech ihre Vorzüge herausstellen? Wo sind die Campus-Kampagnen, um Carsharing an den Unis populär zu machen, dort, wo Trends im Mobiliätsverhalten gesetzt werden? Und wo sind noch mehr attraktive Carsharingangebote mit neuen Serviceideen? John Grant, britischer Green Marketing-Experte, rechnet vor, dass selbst ein Rund um die Uhr - Chauffeursservice für Carsharing-Mitglieder immer noch günstiger und “grüner” sei als das eigene Auto.  Eine snobistische Idee, aber ein interessanter Marketingansatz.

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Stand: 21.09.2009 von

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    schrieb am 25.09.2009 um 11:15
    Wir von der Redaktion des E-Mobilitätsmagazins www.solar-driver-online.de sehen die Problematik ebenso, die E-Mobilität bzw. die Firmen und Umsetzer haben enorme Schwierigkeiten mit der Öffentlichkeitsarbeit und noch mehr mit themenbezogener Werbung. Bei unserer täglichen Arbeit erleben wir die haarsträubendsten Dinge, so das wir manchmal denken, Öffentlichkeitsarbeit müsste für E-Mobilität neu erfunden werden. So warten wir darauf, dass endlich ein Kongress oder Workshop zum Thema E-Mobilität –Öffentlichskeitsarbeit & Werbung angeboten wird. Wir sind sogar schon so weit, dass wir überlegen einen solchen selbst anzuschieben – umzusetzen Gespräche mit dem ersten E-MobilitätsInstitut in Hanover laufen dazu. Bei Interesse bitte über projektleitung-krohn@dasreiseprojekt.de kontakten. Wir haben zum Thema E-Mobilität und Werbung auch eine entsprechende Rubrik auf www.solar-driver-online.de , da sind Texte zum Thema äusserst willkommen! mehr weniger
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    schrieb am 24.09.2009 um 16:30
    Der öffentliche Nahverkehr ist ungefähr so attraktiv wie Fußpilz oder Herpes!!!

    Zu unflexiebel viel zu teuer zu unbequem zu Zeitintensiv .

    Ich hab mal nachgefragt wegen einer speziellen Strecke.

    260€ mit öffentlicher Nahverkehr, alle 4 Fahrten am Tag (früh mittag nachmittag abend)
    3 Stunden hin und zurück für 40km einfach.

    Zeitersparnis mit dem Diesel meiner Frau 1,5 Stunden am Tag
    Geldersparnis mit dem Diesel über 140€

    und das trotz das der Sprit schon Schweine Teuer ist.

    Mit meinem E-Polo, fahr ich die Strecke für nicht mal 35€ im Monat

    Also müssten die mich praktisch umsonst mitnehmen, damit ich es überhaupt in Erwägung ziehe überhaupt mit den öffentlichen zu fahren !!

    Macht die öffentlichen vollsubventioniert, kostenfreie Benutzung für alle... dann und nur dann, überlegen sich einige (bei weitem noch nicht alle) die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen !!

    Von der Landbevölkerung hab ich jetzt noch gar nicht geredet. mehr weniger
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    schrieb am 24.09.2009 um 16:26
    Als Schweizer bin ich verwöhnt was Bahn und ÖV angeht. Wir haben hier das dichteste Eisenbahnnetz der Welt. Für ungefähr 2000 Euros kann man ein ganzes Jahr unlimitiert auf dem gesammten ÖV Netz fahren. Auch Carsharing ist sehr gut ausgebaut wir haben http://www.dasbesteautoderwelt.ch/. Und trotzdem werden immer neue Strassen gebaut und der Motorisierte Verkehr nimmt Jahr für Jahr zu. Bei der Bahn sind wir soweit, das mehr einfach nicht mehr geht, weil die Infrastruktur nicht mehr her gibt und zu spitzen Zeiten die Züge überfüllt sind. Ich galube nicht das wir die Probleme nur mit gutem Marketing und ökologischeren Autos lösen können. Mehr Kapazität beim ÖV ist auch nicht ohne weiteres machbar und schon gar nicht auf die schnelle. Wir müssen endlich wieder lernen das Reisen ein Luxus ist und es muss endlich wieder möglich sein dort zu wohnen wo man arbeitet. Denn egal wie wir es anstellen, es wir nie nachhaltig möglichsein, dass wir die Bewohner ganzer Städte frühmorgens quer durch das Land zur Arbeit transportieren und am Abend wieder zurück und dies womöglich für jeden einzelnen schön komfortabel. mehr weniger
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    schrieb am 23.09.2009 um 22:29
    Was wir brauchen: Fahrradwege, die breiter sind als Straßen, und in der Mitte eine Straßen-, S- oder Fernbahn. Autos auf die Bürgersteige! Aber nicht zum Parken...
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    schrieb am 23.09.2009 um 22:22
    Auf was Autofahrer am wenigsten verzichten möchten sind Flexibilität und Unabhängigkeit, die ihnen die Nutzung ihres Autos eröffnet. Kommen und gehen, wann man will, losgelöst von Fahrplänen oder Absprachen, kein Warten auf öffentliche Verkehrsmittel…, und bei all diesen Gedanken spielt Zeit mit die wichtigste Rolle – das knappste und wertvollste Gut im Alltag. So sehe ich jeden Tag aufs Neue, dass in (fast) jedem Pendlerauto nur eine Person sitzt, denn schließlich würden Mitfahrer die heißgeliebte Unabhängigkeit einschränken. Viele machen sich dabei gewaltig was vor, den scheinbaren „Zeitgewinn“ verlieren sie dann eben im Stau oder an der Ampel und erkennen nicht, dass das Auto erst ab 5 km Entfernung und bei Bergstrecken Zeitvorteile bringen KANN. Zeit, Flexibilität und Unabhängigkeit – und wie man diese auch ohne Auto erreichen und genießen kann - sind für mich entscheidende Faktoren, wenn es um die Kommunikation „mobil ohne Auto“ geht. mehr weniger
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