Claudia Langer: In Ihren Interviews haben Sie in letzter Zeit häufig angemerkt, jetzt komme es auf den Verbraucher an. Warum?
Hannes Jaenicke: Mittlerweile bin ich seit 30 Jahren für NGOs aktiv und ehrlich gesagt vermisse ich Erfolgsgeschichten. Wenn man sich anschaut, wie lange es NGOs schon gibt – Greenpeace beispielsweise seit 1971 – und wogegen diese anrennen, muss man leider immer noch von Don-Quijoterie allertraurigster Sorte sprechen. Ich denke, die Kampagnenarbeit muss sich in Zukunft weniger gegen Politik und Industrie richten, sondern im positiven Sinne an den Konsumenten. Denn offensichtlich haben Industrie und Politik überhaupt kein Interesse daran, wirklich sozial und umweltverträglich zu denken, zu arbeiten und zu produzieren. Die Windmühlen, die wir daher adressieren müssten, sind wir selber – die Konsumenten.
Der Konsument lässt sich einlullen
C. L.: Der Konsument gibt sich nun aber eher träge. Er hat lange Zeit die Warnschüsse gehört und sich nicht bewegt. Liegt zwischen Absichtserklärungen und tatsächlichem Handeln eben doch ein weiter Weg?
H.J.: Natürlich ist der Konsument durch die heftige Industrialisierung der letzten 50 Jahre traege und bequem geworden. Und zwar durch Werbung, Kommerzialisierung, Globalisierung und allen voran die Politik. Wann fällt die Politik denn die unbequemen Entscheidungen? Im Sommerloch während der Fußball-WM. Die Politik möchte ja gar nicht, dass wir wirklich mitdenken und die Industrie möchte das noch viel weniger. Dem muss man konsequent entgegenarbeiten.
C.L.: Nun gibt es viele Leute, die sagen, der Konsument hat kein Erkenntnisproblem. Jeder weiß, dass die Klimaerwärmung stattfindet, zumindest zwei Drittel erkennen es an. Wenn man den Zahlen der Marktforschung Glauben schenkt, sind 60 Prozent der Deutschen gegen Atomstrom, trotzdem nur acht Prozent zu Ökostromanbietern gewechselt. Es liegt also ein weiter Weg zwischen Erkenntnis und Handeln. Warum passiert noch so wenig?
H.J.: Es ist vor allem die Bequemlichkeit. Der Mensch ist ein bequemes Wesen, was mich natürlich einschließt. Es ist angenehmer in einer warmen, beheizten Wohnung im Winter zu sitzen, anstatt in zwei Pullis eingepackt zu frieren. Dazu kommt der schon angesprochene Mangel an Information, der durch die Industrie drastisch verstärkt wird. Mein liebstes Negativ-Beispiel ist hierfür die Lebensmittelindustrie. Man kann von Strukturen einer Mafia sprechen, die den Konsumenten bewusst täuscht. Wüssten die Verbraucher, was sie jeden Tag konsumieren, würden sie anders shoppen und essen. Aber Studien, die belegen, dass die Leukämie-Rate bei Kindern in der Nähe des Atomlagers Asse erhöht ist, werden eben auch nicht veröffentlicht. Und ein großer Teil der Gutachten wird schlicht und einfach erkauft.




Kommentare (43)
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Politische Rahmenbedingungen müssten und könnten die Veränderung noch viel mehr beschleunigen, z.B. weil sie das Bewusstsein der Leute zu schärfen helfen könnten, sogar durch Verbote, zumindest von extrem unsozialen und extrem umweltschädlichen Produkten (immerhin ist ja auch Mord, Totschlag und anderes extrem schädliche Verhalten verboten; freilich mit Rückhalt einer absoluten Mehrheit, was in diesem Fall leider nicht so ohne weiteres gegeben wäre - macht doch z.B. sogar das öffentlich rechtliche Fernshen Werbung für so manche solcher Produkte, z.B. solche, bei denen extrem ausbeuterische Kinderarbeit im Spiel ist und andere ...)
Ich persönlich kenne auch Menschen, die gerne in Supermärkten einkaufen, die unterm Jahr am Essen sparen, dafür aber öfter im Jahr teure Urlaube, viel Elektronik, Autos gehobener Klasse bevorzugen und viel Geld für Kleidung lassen (als Beispiele, nicht unbedingt in Summe zu sehen)
denn Ja, es stimmt, dass es - neben dem Engagement für bessere politische Rahmenbedingungen - viel bewirken würde, wenn noch viel mehr Menschen auf Kriterien wie 'bio' und 'fairtrade' achten würden, vom Stromanbieter bis zum Reinigungsmittel, und überhaupt auch öfter auf eigtl. unnötiges Zeug verzichten würden (Müllreduktion, Ressourcensparen)
Ich frage mich manchmal, ob das Problem nicht z.T. in einer gewissen Übermotivation liegt.
Es entstehen NGOs ohne Ende.
Alleine die Internet-Plattformen zum Thema sprengen meine Bookmark-Sammlung.
So viele Leute fangen etwas Eigenes an, wenn sie sich engagieren wollen, statt zu gucken, was es schon gibt.
Und die Leute, die sich irgendwo anschließen wollen, sind dann ganz verunsichert, wo sie sich jetzt am Besten einbringen können bzw. ihre Spenden, Mitgliedsbeiträge, Zeit, Kraft, Energie ect. loswerden sollen.
Was mir da oft abgeht, daß ist eine Konzentration, ein Ziehen am gleichen Strang, Bündeln der Kräfte.
Da wäre die Marktmacht des Konsumenten noch um Vieles höher.
Während ich das frage, muß ich mich aber gleichzeitig an der eigenen Nase fassen, weil ich ja auch so ein Nischen-Einzelkämpfer-Typ bin und an den großen NGOs meistens irgendwas auszusetzen habe. Was mich dann bewegt, lieber im kleinen individuellen Stil mein eigen Ding zu machen.
Auja...eine neue Regierung, das wär schon mal kein schlechter Anfang, da kann ich gut konform gehen ;-)
Es geht weniger darum, dass die einzelnen Aktionen nicht wirklich etwas in Bewegung bringen, was fehlt ist das gemeinsame große (und ausgesprochene) Ziel.
Mit dem "Traum der 10" (www.Traumder10.de) möchte ich alle Aktiven bündeln unter dem Gesamtziel "Eine lebenswerte Zukunft für alle und alles auf der ganzen Welt".
Viele der Aktiven arbeiten so hart für Ihre Sache, dass es kaum Platz gibt ganz locker mit anderen gemeinsam weiterzugehen.
Dann werden so viele Dinge GEGEN irgendetwas gestartet, dass keine Energie mehr FÜR etwas bleibt.
GEGEN führt zu Protesten - FÜR bewegt zum Handeln.
Ich warte nicht auf eine neue Regierung - ich versuche dass sich Menschen als Menschen treffen, mit dem Knowhow des Fachmannes/der Fachfrau aber in erster Linie als Mensch der für seine Menschen (Kinder, Enkel, Nichten, Neffen, ...) eine gute Zukunft möchte.
Jeder der sich erst als Mensch und dann in seinem Beruf (als Angestellter einer Firma, als Unternehmer, ...), in seiner Funktion (als Politiker, Vorstandsmitglied, Aktivist von, ...) sieht, wird seine Entscheidungen anders überdenken.
Wer einfach als Mensch mit anderen Menschen FÜR das Gesamtziel die Welt in Bewegung setzten will ist herzliche willkommen.
Das ist der Kernsatz, danke dafür ;-)
GEGEN führt zu Protesten - FÜR bewegt zum Handeln!
Das ist die Haltung, die mich und viele andere hier trägt.
Danke!
Das bringt es exakt auf den Punkt. Danke, Maria!
es ist schön Deine Worte zu lesen!
Sehe es ganz genau so!
Habe mit ein paar Menschen vor kurzem einen Verein gegründet (also noch eine kleine Zelle - wie Maria L. ja schon kommentiert hat) mit dem Ziel, Lösungswege für ein lebensbejahendes Leben auf diesem Planeten auszuarbeiten, zu recherchieren, auszuwerten und zu publizieren.
Wir müssen geistig davon weg von dem was ist und eher dahin was sein wird, wenn wir uns zur menschlichkeit hin verändern!
Hannes Jaennicke hat den Nagel auf den Kopf getroffen - der Verbraucher hat die Macht - die Unternehmen tun nur alles mögliche diese Tatsache nicht in das Bewusstsein des Verbrauchers einsickern zu lassen!
Es liegt an uns ALLEN!
Wie können wir die KLeinen und die Großen Zellen miteinander verbinden?
Folgend kopiere ich noch einmal meinen Kommentar, den ich eben zum Artikel Klimawandel ein Schwindel, verfasst und eingestellt habe.
Dieser Kommentar passt zu fast jedem Thema, wenn man anstatt Klimawandel ein aktuelles Thema einfügt!
Kommentar zu Klimawandel durch CO-2 26.10.10
Vor ein paar Tagen habe ich schon einmal etwas zu diesem Artikel geschrieben und bin überrascht, mit welcher Akribie dieses Thema weiter auseinander genommen wird.
Vielleicht habe ich den Sinn der Seite Utopia falsch verstanden, aber ich bin hier gelandet weil ich es wichtig finde, Dinge die passieren oder in irgendeiner Form öffentlich dargestellt werden zu hinterfragen und dabei ganzheitlich und nachhaltig zu betrachten.
Das fehlt mir hier bei dieser Diskussion!
Aus meiner Sicht haben beide Seiten, sowie pro und contra, in irgendeiner Form recht.
Es kommt doch immer darauf an, aus welchem Blickwinkel ich die Dinge betrachte, oder nicht?!
Das ein hoher CO-2 Ausstoß nicht gerade ein förderndes Element in Unserem, sowie aller anderen Lebewesen und Lebensformen Lebensraum ist, dürfte hier doch eigentlich klar sein!
Wenn es denn also klar ist, dann steht doch nicht mehr die Frage im Raum, was bewirken diese hohen CO-2 Ausstöße auf dieser Erde, sondern welche Betrachtungsweise steht auf dieser Welt an erster Stelle, oder anders ausgedrückt, wonach strebt der Mensch der heutigen Zeit?!
Inwieweit ist jeder Einzelne von uns davon beeinflusst und trägt sein Teil dazu bei?
Welche Betrachtungsweise sollte an erster Stelle stehen, oder anders ausgedrückt, wonach sollte unsere Rasse streben?
Steht Ganzheitlich- und Nachhaltigkeit nicht immer in Beziehung zu dem was wir sind oder vorgeben zu sein!
Also wozu benötigen wir wissenschaftliche Erkenntnisse?
Nicht das ich es nicht gut finde, das es diese gibt!
Es ist einfach interessant, fantastisch, traurig usw. zu sehen und zu erkennen, welche vielfältigen, möglichen Auswirkungen unser Handeln in allen Lebensbereichen auf diesem Planeten bewirken kann!
Ist dies aber ganzheitlich betrachtet?
Bestehen wir nur aus einem Verstand?
Was ist Wahrheit, was ist Realität?
Hiermit erlaube ich mir folgend meine Sichtweise darzustellen:
Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit, dementsprechend herrschen auf dieser Erde ca. 7 Milliarden Wahrheiten. Fantastisch oder?
Die größte Schnittmenge aller Wahrheiten, stellt in ihrem Ergebnis die Realität dar!
Was haltet Ihr von dieser These?
Es ist ganz interessant wenn man SELBST zu dieser Aussage, sich im Ganzen, mit seinen eigenen Urteilen zu seinen für sich wahrgenommenen Themen, in Verbindung mit den Betrachtungsweisen der Anderen, in seinem persönlichen Umfeld, danach in seinem Regionalen, dann im Nationalen und zum Schluss im Globalen, betrachtet!
Wir sollten, aus meiner Sicht, nicht mehr auf den Problemen herumreiten, sondern mehr Lösungswege (einige Ansätze sind ja auf Utopia schon vorhanden) für ein lebensbejahendes Leben für alle möglichen Lebensbereiche ausarbeiten, zusammentragen und publizieren.
Schafft Perspektiven und Frohsinn!!!!
Utopia könnte dabei helfen!
Wie seht Ihr das?
VlG
HaJoWei
Maria Donner hat es richtig formuliert, es gilt zum FÜR zu bewegen, das ist ein guter Ansatz. Danke auch für den Link.
Jeder, der sich für die "Weltrettung" einsetzt, ist natürlich zu begrüßen, aber sein Engagement würde noch mehr Wirkung haben, wenn er sich gezielt für die dringendsten Weltprobleme einsetzt. Natürlich liegt genau da der Hund begraben: Was sind die dringendsten Probleme? Das wird viel zu wenig diskutiert und die wenigen Experten, die einen umfassenden Überblick haben, kommen nicht gegen emotionale Argumente an; ihnen fehlt die "Begeisterungsfähigkeit".
Ich wäre vermutlich die Erste, die sich drüber aufregen würde, wenn mir jemand vorschreiben würde, welches die Themen sind, für die ich mich gefälligst einzusetzen habe.
Begeisterung ist dermaßen wichtig, weil sonst die Gefahr des Ausbrennens und der Frustration viel zu groß ist.
Auf der anderen Seite ist schon viel gewonnen, wenn wenigstens von Grabenkriegen innerhalb der "Weltrettungs"-Bewegungen Abstand genommen wird.
So wie MariaDonner das gut formuliert mit der Konzentration auf das FÜR.
Ich strenge mich inzwischen auch sehr an, diese Grabenkriege nicht weiter anzuheizen (z.B. Vegan contra weitgehend artgerechte Tierhaltung).
Ich schaffe es zwar nicht immer, aber immer öfter ;-)
Genau dieses Vorschreiben fällt aus, wenn das große Ziel (lebenswerte Zukunft für alle - wie es auch immer ausgedrückt wird) gemeinsam getragen wird.
Den jeder hat seine Prioritäten und das hat seinen Grund- der eine hat selbst Erfahrungen gemacht, bei anderen hat es gerade dabe KLICK gemacht und andere sind einfach über ein Thema gestolpert.
JEDE EINZELNE AKTION ist wichtig.
Die Veränderung ist aber nur dann wirklich effektiv und verändernt, wenn diese im Gesamten eingeschlossen ist.
Letztendlich geschieht eine Beschleunigung nur über den Geldbeutel, welches sich über die Politik mit entsprechenden Mehrheitsverhältnissen nicht umsetzen lässt. Und schon sind wir wieder bei dem sich negativ verstärkendem Regelkreis, wie der Wissenschaftler es formuliert.
Erneuerbare Grüßchen!
Wilhard
Es personifiziert sich als Vorbild, dank oder trotz seines Promis-Bonuses kann er ein klein wenig mehr dazu beitragen, dass unsere Welt wieder für alle lebenswerter wird, auch für die Tiere.
Natürlich hat H.J. recht, der Konsument hat es in der Hand, es muss ihm nur bewusst werden. Wir alle, die wir schon einwenig auf dem Wege sind, wissen auch wie schwer es ist sich aufzuraffen, bei sich anzufangen. Bequemlichkeit, Ausreden....Bis es mal Klick macht. Kennt jeder von uns.
Wichtig ist auch daran zu glauben, dass noch jede so kleine Aktion/Mitaktion bei sich selbst oder mit anderen zusammen in der Betrachtung des Ganzen eine Wirkung zeitigt, nicht immer sichtbar, aber sie tut es.
ist da ein extra artikel geplant
für Emanzen gibt es Emma.
Thema verfehlt, 6 setzen.
Sie scheinen ja echte Komplexe zu haben.
Die wahren Hintergründe zu durchschauen, was die Produktion vieler Produkte an Umweltschäden und gesundheitlichen Belastungen bringt, ist sehr komplex und schwierig. Da ist der Durchschnittsbürger schlicht überfordert.
Es ist jedoch Aufgabe des Staates, für seine Bürger zu sorgen.
Wir brauchen `erhrliche Preise`. Damit meine ich, daß auf jedes Produkt/Leistung eine Steuer fallen muß, welche die Kosten abdeckt, die der Allgemeinheit zufällt durch Umweltgifte/Umweltbelastungen.
Hätten wir solche `ehrlichen` Preise, wären vermutlich Bio-Lebensmittel, oder Ökostrom usw. nicht teurer als herkömmliche Angebote. Dies betrifft auch die Verkehrspolitik.
Auch würden solche `erhlichen` Preise ziemlich schnell den Verbrauchern die Augen öffnen über die tatsächlichen Hintergründe. Denn auf Geld reagieren die meisten ziemlich schnell. Leider nicht auf gute Argumente.
- In wieweit hänge ich selbst mit den Herausforderungen unserer Zukunft zusammen, wenn ich z.B. Fisch
kaufe, wenn ich mobil bin, etc.?
- Was kann ich als NGO tun um mein Ziel zu erreichen?
Da muss man Herrn Jaenicke recht geben, wenn er nach den Erfolgsgeschichten fragt!!
Was ist also zu tun ?
Jeder muss bewußter handeln!
z.B. beim Stromkauf
Jede NGO muss professioneller Arbeiten!
z.B. beim überzeugen der nachhaltigkeitsfernen Menschen!
Mit Belehrungen wird sich nicht wirklich etwas tun.
Vor Jahren habe ich Kochkurse gegeben unter dem Thema „Essen nach der Jahreszeit“ – die Leute waren gut zufrieden und merkten erst im Laufe des Abends, dass alle Gerichte vegetarisch waren. Sie haben das zweite Halbjahr auch noch gebucht, also hat denen an den Abenden nichts gefehlt. Hätte ich den Kurs damals „Vegetarisch durchs Jahr“ genannt, hätten sich sicherlich die Hälfte der Personen nicht angemeldet. Unter beiden Titeln ist klar, dass es mit saisonalen Zutaten zubereitet wird. Und das ist das Hauptthema. Ich hatte mich für die vegetarische Version entschieden und denen neue Möglichkeiten aufgezeigt sich zu ernähren. Ausprobiert, für gut befunden und nach Jahren die Metzgerstochter gesehen, die mit Begeisterung erzählte, dass sie die Gerichte damals so gut fand und immer noch wieder zubereitet.
Bei der Nachhaltigkeit ist erst mal auch nur wichtig, dass es um eine lebenswerte Zukunft geht. Die verschiedenen Richtungen, die wir gemeinsam - auf verschiedenen Wegen – gehen, um dies zu erreichen sind die Etappenziele.
Ich finde es wichtig, dass wir in vielem aktiv Entscheidungen treffen - Ernährung, Energie, Mobilität, Müllvermeidung, ...
Nur solange wir nebeneinander Ziele festlegen, werden wir eben in diesen einzelnen Bereichen unterwegs sein. Wir werden nicht als Gemeinschaft wahrgenommen, nicht als Menschen, die ihren Weg FÜR ein Ziel gemeinsam ebnen.
::?:: Wo soll sich der nachhaltigkeitsferne Mensch denn einklinken, er verliert ja die Übersicht.
::?:: Wonach "müssen" sich die Politiker richten, wenn die Dinge alle mit anderen Titeln ausgestattet sind, obwohl das Grundziel das gleiche ist.
::?:: Wodurch sollte sich ein Unternehmer zum Umdenken bereitfinden, wenn er nur seine Unternehmerische Seite sehen muss.
All die Menschen werden dann, wenn sie als Mensch zum Handeln angesprochen werden, weiterdenken und entsprechend handeln.
Es ist so wichtig, erst das Gesamtziel auszustrahlen und dann die einzelnen Schritte festzulegen/zu gehen.
BEISPIEL:
Erst wenn ich entschieden habe den Führerschein zu machen, werde ich mich daran setzten und alles dafür lernen, vorher ist es nicht wirklich interessant.
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Erst möchte ich wissen:
WIR gemeinsam werden die Weichen für eine lebenswerte Zukunft stellen, denn das ist das Ziel was WIR gemeinsam erreichen wollen!
Dann kann ich schauen, was ist für mich wirklich wichtig, wie kann die Veränderung für mich persönlich sein. Und dann ist es auch möglich frei von Vorurteilen sich mit anderen auszutauschen. Und im Austausch mit anderen, die genauso vorurteilsfrei auf mich zugehen, ist der Weg zum echten Dialog offen. Ich kann meine Sicht mit den neuen Anregungen überdenken und dann aktiv HANDELN.
Und durch das eigene HANDELN wird jeder Vorbild sein, Wege öffnen, Vorreiter und gleichzeitig Gruppenmitglied sein.
Nicht heute und morgen werden wir das Ziel erreichen!
Aber den Weg können wir schon heute beginnen - Je früher, desto besser.
Genau das was Du beschreibst, setzte ich gerade in Hannover um (Hannover zeigt Flagge).
Ich habe damit begonnen die NGO's aus Hannover an zusprechen, um gemeinsam aufzutreten.
Und mein Kommentar soll auch nicht als Belehrung verstanden werden, sondern als Idee, als positive Kritik!
Die vielen guten Ideen und Lösungen der NGO's müssen ja an den Man bzw., an die Frau gebracht werden und um das professionell zu machen fehlt häufig das Wissen, wie ich "Verkaufsgespräche" führe, was ein
4-Schritt ist, etc..
Mit einer größeren Gemeinschaft bekommt man auch mehr Aufmerksamkeit, darüber hinaus macht es mehr Sinn mit 200 Menschen nachhaltigkeitsferne Menschen an zusprechen, als mit 10 Leuten, es ergeben sich viel mehr Möglichkeiten was Interessantes "Aufregendes" auf die Beine zu stellen und das ganze auch dauerhaft durch zuführen.
Es ist auch gut, dass es an ganz vielen Stellen getan wird.
Das was mich momentan so richtig beschäftigt ist - wie können wir alle Aktiven so zusammenbringen, dass sich keiner in seiner Priorität angegriffen fühlt.
Denn jede dieser Aktivitäten ist wichtig, nur - wie oben beschrieben - mit den einzelnen Titeln werden wir nicht als Einheit auftreten können.
Das Ziel "Lebenswerte Zukunft für alle und alles" (und es geht hier um die Aussage, nicht um den genauen Wortlaut) würde sicher von den allermeisten als Gesamtziel passen. Da jedoch jeder viel Arbeit in seinen Verein, seine Organisation, sein Projekt gesteckt hat, ist es etwas kniffelig, die Aktiven für das eine Ziel zu bündeln. Denn nur, wenn wir alle unter einer neutralen Flagge alle Aktionen laufen lassen sind WIR wirklich als WIR wahrzunehmen.
Und die Flagge steht nur für das Ziel - also kein Verein, keine Spielregeln, keine ...
Einfach das Gefühl WIR wollen gemeinsam das Ziel erreichen und WIR werden dies durch unsere verschiedenen Facetten und Prioritäten für unser gemeinsames Ziel in Bewegung bringen und uns nicht aufhalten lassen.
Die Zeit ist reif - dass merke ich immer wieder und die Aussagen hier und woanders sagen genau das gleiche. WIR wollen so nicht weitermachen, wir wollen die Weichen stellen.
Ich freue mich auf viele die sich verbinden und HANDELN.
Ob das darauf zurückzuführen ist, dass Politik und Industrie uns "einlullen", wage ich zu bezweifeln: Wenn man den Leuten erzählt, wie die Lebensmittel hergestellt werden, kommt i. A. *nicht* das große Aha-Erlebnis. Die Leute wollen keine unangenehmen Nachrichten, die ihr Leben scheinbar verkomplizieren und ihren Profit schmälern, hören. *Das* ist das Problem. Sonst gäbe es eine Wissenschaftlerpartei, die unabhängig von allen Lobbys das tut, was nach dem Stand der menschlichen Erkenntnis am besten wäre, um die gemeinschaftlich definierten Ziele zu erreichen.
Die erwähnten 8% Ökostrom-Kunden sind sogar noch ziemlich hochgegriffen, nämlich inklusive zahlreicher zweifelhafter Billig-Angebote. Bei den vier von Umweltorganisationen empfohlenen Anbietern sind nur ca. 2% Kunden.
http://www.utopia.de/blog/sedl/oekostrom-kunden-verzweifelt
Strom aus Wasserkraft ist nicht automatisch Ökostrom!
Informationen sind Ware, die gehandelt wird. Auch die Informationsindustrie steht im Wettbewerb und deshalb sind Kaufanreize als Botschaft interessanter, weil sie besser bezahlt werden, als Informationen die zur Aufklärung beitragen.
Es ist viel bequemer sich von "Heiler Welt" Slogans zu berieseln, als damit anzufangen seine Lebensgewohnheiten zu ändern. Um die eignen Gewohnheiten zu verändern, muss ich zunächst über diese nachdenken. Das wirklich Wichtige geht dabei schon mal schnell im alltäglichen Sumpf von Ablenkungen verloren. Diesen Kreis in kleinen Schritten zu durchbrechen, ist dabei die Kunst.
Wie acte weiter oben schreibt, muss auch ich feststellen, dass es schwer ist, andere von der Notwendigkeit von Verhaltensänderungen zu überzeugen. Ich will auch nicht wie ein Prophet auftreten. Denkanstöße und sachliche Argumente kann ich liefern, der Rest muss auf der anderen Seite passieren.
Den Optimismus nicht zu verlieren, ist wirklich wichtig. Wenn ich zwanzig Jahre zurückblicke und sehe wie sich was wohin entwickelt, dann sehe ich schon auch Fortschritte, zufrieden bin ich jedoch nicht.
Beim Thema Rückgang der Artenvielfalt und Klimaveränderung werde ich müde. Unsere Gesellschaft lebt immer noch im Denken und Handeln in einer Welt, die gestern war und verhindert damit die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Unser Problem: Wir sind zu satt!
Aber viele Probleme, gerade auch was die Umweltzerstörungen angeht (dabei ist die Klimaerwärmung nur 1 Punkt von vielen), sind so komplex, daß unser Verstand nicht in der Lage ist, alles zu durchdringen und zu verstehen.
Aber wir haben ein `inneres Wissen`, Intuition ist zu wenig um es so zu bezeichnen. Dieses `innere Wissen``weiss alles`, was nötig ist zu tun.
Zugang zu diesem `inneren Wissen`, kann man z.B. durch Zen-Meditation bekommen, oder durch andere `gegenstandslose Meditationen`.
Zen-Meditation verändert `von innen her` und verändert so auch `das Tun im Außen`. Gläubige würden sagen, es geht dabei um `eine götliche Wahrheit`.
Nach `Jean Gebser` "Ursprung und Gegenwart", Hugo Lasalle "Wohin geht der Mensch?", Ken Wilber
"Eros, Kosmos, Logos", usw. kann die Menschheit die aufgetürmten globalen Probleme nur lösen durch ein `Neues Bewußtsein`, das `Integrale Bewußtsein`. Dieses `Neue Bewußtsein` geschieht einfach als evolutionärer Prozeß. Die Frage ist jedoch, ob es noch rechtzeitig geschieht. Dafür gibt es keine Garantie. Durch Zen-Meditation o.ä. kann man dazu beitragen, zum `inneren Wandel`, der sich dann `Im Außen`, im Alltag, im Handeln niederschlägt.
Für mich habe ich vor nicht allzu langer Zeit die "Transition Town Initiativen" entdeckt.
Dort finden sich gleich mehrere hier erwähnte Punkte:
1) positive Zukunftsvision (vgl. GEGEN führt zu Protesten - FÜR bewegt zum Handeln)
2) innerer Wandel und äußerer Wandel bedingen sich gegenseitig
3) jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten in der Gemeinschaft ein
... und noch ein paar andere.
Die Seite der Initiativen in D/A/CH: www.transition-initiativen.de
ich hatte auch darüber gelesen.
Dies ist einer der vielen Initiativen, die so wichtig sind.
Für mich ist es wichtig, dass das gemeinsame Ziel - unter dem alles gebüdelt wird - unabhängig ist.
Ich habe mich dort gemeldet und angeboten (was ich hiermit auch allen andern anbiete) sich zumindestens in die Liste einzutragen - damit wir die einzelnen Aktionen wenigstens auf einer Liste und mit einer kurzen Erklärung bündeln.
http://www.ideenfinderin.de/td10/15/wir/
Es wird dort auch eine Konferenz im nächsten Monat stattfinden. Ich würde mich freuen, wenn davon in der Presse wirklich etwas erwähnt wird.
Am Wochenende war das große Treffen in Turin (Terra Madre) davon habe ich nichts gelesen oder gehört. Und auch vom Utopiatreffen habe ich in der Presse nicht s mitbekommen, ich lasse mich aber gerne positiv überraschen.
Der Traum ist das Gefühl "WIR" und wenn WIR nicht mehr übersehen werden, dann haben wir erreicht, dass auch die Menschen, die noch unschlüssig sind, bzw. sich noch nicht aus der Deckung trauen zu uns stoßen.
Die meisten Menschen wollen es nicht mehr so wie es ist.
Die wenigsten Menschen stehen aber öffentlich dazu, da sie mit Problemen in Familie, Bekanntenkreis und besonders im Berufsleben rechnen.
Wen WIR genug sind, braucht keiner mehr weglaufen.
Also weitermachen und weiter bündeln.
Wenn da noch Zen-Meditation hinzu genommen wird, klingt das schon sehr ganzheitlich (grins).
ÜBrigens besteht eine Zen-Praxis nicht nur aus der Meditation. Dazu gehört auch `die Achtsamkeit u nd das bewußte tun im Alltag`. Ein Leben im `HIer und Jetzt` weitet das Bewußtsein und erhöht die
Lebensqualität.
http://www.wut-allein-reicht-nicht.de/do-it-yourself-liste/
Passt vielleicht auch zu der Sammlung "Vobild sein?" in der Gruppe "Weitermachen":
http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/187439
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen."
Behaupten wir nicht heutzutage, wir seien AUFGEKLÄRT?
danke fuer das gediegene zitat
das wort "aufgeklaert" habe ich lange nicht mehr gehoert ausser im zusammenhang mit sexualitaet
heute sind wir doch "cool" oder "flexibel" und sollen uns "gut verkaufen"
"sei schlau und stell dich dumm" sei eine der grundregeln zeitgenoessischen erfolgs - habe ich heute gehoert
schien mir ganz plausibel zu sein
Du hast vermutlich noch nicht gelesen, was nachfolgend noch alles steht:
http://www.utopia.de/blog/menschenfotografin/selber-denken
Und..2.
Die meisten Menschen finden Bio immer noch zuuuuuu gesund, ihre Geschmacksnerven sind verpeilt. Aber Du kannst nur anhand deines eigenen Vorbildes (beständig) wirklich etwas ändern. Oder aber es muß ein deftiger Dioxinskandal her, auch so ändert sich ein wenig.
...ich plane gerade ein Transition Town Treffen zum Thema "Macht des Konsumenten". Danke für die wertvollen Hilfestellungen dazu. Ich habe mir fast alles durchgelesen.
Bei der Vorbereitung ist mir klar geworden das man nicht im Haushalt spart, sondern mit dem Haushalt.
Z.B indem das Mittagessen für eine Person aus Kartoffeln besteht anstelle von Hamburgern, spart man so viel Wasser, wie man in ca. 2 Wochen für den gesamten Haushalt benötigt (bei nur einer Portion!)
Siehe: http://www.waterfootprint.org/?page=files/productgallery&product=potato
Bei der Energie und den Rohstoffen, die in die Produktion einfließen, ist es ähnlich.
Übrigens verschlingt alleine die Produktion der Energie weltweit, 25% der "Primär-Energie".
Wenn man sich die Effizienz der Energieerzeugung für den Energiemix der Industrie-Nationen anschaut kann man sagen: Für jede Kilowattstunde die wir durch Konsumausstieg sparen werden tatsächlich fast 3 Kilowattstunden gespart (wegen dem Primär-Energieaufwand in der Produktion)
...das sind so die Fakten, die mich im Moment am meisten motivieren
und das in meinem 3-Personen Haushalt wesentlich mehr frische Ware über den Tisch geht seit dem ich den Kühlschrank ausgeschaltet habe (20% Einsparung der gesamten Stromkosten).
Dadurch gehört mein Haushalt jetzt ohne weiteres Rumtingeln und Bahnschienen blockieren zu den gefährlichsten Atomkraftgegnern (Nachtstrom)...
viel Spaß damit :-)
Gruß Nico
alles gute fuer das wiesbadener transition town project
wenn du schon lieber kartoffeln statt hamburgern essen willst
empfehle ich dir das buch von helmut wandmaker
willst du gesund sein? vergiss den kochtopf!
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gruss
kali