Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Ökotest-Bericht

Der große Schwindel mit regionalen Lebensmitteln


Das Verbrauchermagazin hat 53 regionale Lebensmittel aus ganz Deutschland unter die Lupe genommen, lediglich 14 wurden von den Testern als "echtes Regionalprodukt" befunden. Denn laut Ökotest werden entweder die Lebensmittel in der Herkunfts-Region der Rohstoffe verarbeitet, dann aber bundesweit vermarktet oder sie werden tatsächlich regional hergestellt und angeboten, aber die Rohstoffe kommen nicht aus der Region.

Utopia stellt Ihnen zunächst drei Bespiele von unterschiedlicher Qualität aus der Ökotest-Studie vor und versieht sie mit einem kleinen Fazit.

1. Kaffee aus Norddeutschland

Der Hersteller Plaza/Sky (Coop) verkauft unter der Marke „Unser Norden“ unter anderem Reis, Kaffee und Rotbuschtee als regionales Produkt in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Brandenburg. Selbstverständlich wächst keiner der drei Rohstoffe auch nur annähernd in diesen Regionen. Das Unternehmen begründet das regionale Label damit, dass alle Lebensmittel entweder in Norddeutschland produziert, veredelt oder abgepackt werden.

Utopia Fazit: Wer drei klassische Import-Produkte als regionales Lebensmittel vermarkten möchte, hat nichts anderes im Sinn, als durch Verbrauchertäuschung Profit zu machen.

2. Heimat aus 1.000 Kilometer Entfernung

Die Regionalmarke von Lidl heißt „Ein Gutes Stück Heimat“. Unter dieser Bezeichnung verkauft der Discounter beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern einen Birnen-Johannisbeer-Direktsaft, der in dem rund 1.000 Kilometer entfernten Lindau hergestellt wurde. Auch die Absatzgebiete für die „Unsere Heimat“-Produkte von Edeka Nord und Südwest sind nach Ökotest viel zu groß für echte Regionalprodukte.

Utopia Fazit: 1000 Kilometer Entfernung entsprechen nicht dem allgemeinen Verständnis von Regionalität.  Und wer „Heimat“ auf einem Etikett liest, denkt wohl nicht an Deutschland, sondern an eine viel kleinere Region. In diesem Sinne handelt es sich auch hier um Verbrauchertäuschung. Aber dennoch ist ein Saft, dessen Früchte in Süddeutschland  angebaut und verarbeitet werden auch in Norddeutschland besser („regionaler“) als etwa ein Übersee-Produkt wie ein Bananen-Ananas-Papaya-Mix.

3. Regional aber doch nur nahe dran

Etikettenschwindel wurden nicht nur bei den großen Discountern festgestellt, auch die kleinen Regionalanbieter werden laut Ökotest den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Das Label der Initiative „Landmarkt Hessische Direktvermarkter“ etwa dürfen Hersteller laut eigener Aussage nur verwenden, wenn 100 Prozent der Rohstoffe aus Hessen stammen. Aber Ökotest hat beispielsweise herausgefunden: „Röhner Eiernudeln“, die bei Rewe verkauft werden und mit dem Label der Initiative gekennzeichnet sind, bestehen zu 70 Prozent aus Hartweizengrieß, der aus Baden-Württemberg stammt.

Utopia Fazit: Wer Röhner Eiernudeln kauft, will Eiernudeln aus der Rhön. Und die liegt nun mal nicht in Baden-Württemberg, aber auch nicht allzu weit weg. Der Etikettenschwindel ist nicht von der Hand zu weisen, aber genauso wenig, dass es sich nach regionalen Gesichtspunkten um kein schlechtes Produkt handelt.

Rechtliche Uneindeutigkeit

Eine Ursache für die chaotische Situation sind fehlende gesetzlich vorgeschriebene Anforderungen für regionale Produkte. Es ist nicht geregelt, wie "Region" zu definieren ist: als Bundesland, als Gebiet wie die Rhön, die sich über mehrere Bundesländer erstreckt oder als Entfernung z. B. „im Umkreis von 60 Kilometern“. Dass viele Lebensmittelhersteller das ausnutzen, ist leider genauso unzweifelhaft wie bedauernswert. Hier ist die Politik gefragt!

Ökotest-Ergebnis: ein richtiges Signal?

Das Ergebnis der Ökoteststudie ist für die Lebensmittelindustrie das richtige Signal: Für sie gilt es, Verbraucher mit Transparenz statt Etikettenschwindel zum Kauf zu bewegen. Saft aus Deutschland (der prinzipiell kein schlechtes Produkt ist) sollte auch als solcher deklariert sein und nicht als regionale Delikatesse, die er oftmals nicht ist. Ob das Ergebnis der Ökoteststudie auch das richtige Signal an die Verbraucher ist, ist fraglich. In den Medien wird es bereits aus dem Kontext gerissen und folgendermaßen zitiert: „Produkte aus der Region sind zumeist rausgeschmissenes Geld.“ (z.B. auf merkur-online). Solche Pauschalisierungen sind vermutlich nicht im Interesse von Ökotest, dennoch hat die eigene Formulierung des Testmagazins genau das provoziert.

Was Verbraucher von der Öko-Studie tatsächlich mitnehmen können

Viele als regional gekennzeichnete Produkte versprechen mehr „Region“ als sie letztlich einhalten. Trotzdem sind es im Grunde oft keine schlechten Produkte – vor allem für Supermärkte. Insbesondere bei denen liegt das eigentliche Problem: global handelnde und großflächig verbreitete Supermarktketten sind wohl nur in Ausnahmefällen mit der Idee des regionalen Konsums zu vereinbaren.

So können Sie richtig regional einkaufen

Wer wirklich die Umwelt durch kurze Transportwege schonen und die lokale Wirtschaft stärken möchte, sollte sein Geld besser im Hofladen oder auf dem guten alten Markt ausgeben. Dort bekommt man in der Regel frische Ware aus der Region. Die Bauern aus der Umgebung verkaufen dort ihre eigenen saisonalen Produkte. Aber auch hier gilt: achten Sie auf die Herkunftsangabe. Oder fragen Sie auch einfach mal den Verkäufer wo seine Ware herkommt.

 

Diskutieren Sie mit: Regionale Lebensmittel im Supermarkt – macht das doch Sinn? Wo kaufen Sie Ihre regionalen Lebensmittel, und welchen Anbietern vertrauen Sie?

Stand: 31.08.2011 von

Kommentare (42)   abonnieren

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    schrieb am 31.08.2011 um 16:56
    Kaffee aus Norddeutschland eine UNverschämtheit!
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    schrieb am 31.08.2011 um 17:32
    Es ist doch klar, dass in Norddeutschland kein Kaffee wächst. Für Verbrauchertäuschung halte ich das nicht. Schweizer oder Belgische Schokolade wird auch nur in dem jeweiligen Land hergestellt. Die Rohstoffe kommen natürlich woanders her.

    Der Etikettenschwindel bei „Landmarkt Hessische Direktvermarkter“ ist natürlich interessant.

    Leider wird es nun so aufgefasst, dass eine "Bio-Bombe" geplatzt sei. Das bestätigt viele VerbraucherInnen sicherlich in ihren Vorbehalten gegenüber Bio-Lebensmitteln. Dabei ging es einfach nur um die Begriffe "Heimat" und "Region" auf der Verpackung größtenteils konventioneller Produkte.
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    schrieb am 31.08.2011 um 17:59
    klasse Artikel, gut aufbereitet!
    (sch...Fakten, die zu erwarten waren - aber wieder mal kann fast nur die Politik was tun)
    Ich kaufe auch regionales aus dem Supermarkt, bei dem Gemüsebauern am Samstagsmarkt oder bei dem ein oder anderen Bauern in einer Hofeinfahrt im Wohngebiet. Vertrauen? Ich muss niemandem vertrauen, weil ich weiß, dass es fast unmöglich ist - ohne das Zeitkorsett (das des täglichen Wahnsinns) - sich völlig gesund zu ernähren. Ich hab gar nicht den 300%igen Anspruch an den Verkäufer, ich will gar niemand als Schuldigen sehen...

    und außerdem hab ichs irgendwie satt dass ich mich als Verbraucher darum kümmern muss...(erst hab ich vor 1-2 JAhren auf Utopia geschrieben, hurra, Leute, lasst uns voran preschen, die informierten Verbraucher sind die Zukunft - aber wir paar Hanseln krempeln doch nicht die Konzerne um...)

    und die Arbeitskräfte, die in den Lebensmittelketten arbeiten, die brauchen das Gehalt ja auch nur zum überleben... Politik, hast versagt. Wähler, hast versagt. Vielleicht protestieren wir immer noch zu wenig, in Deutschland. Engagement gibts eigentlich schon viel, Aufklärungsarbeit, Initiativen... es muss noch mehr werden - und daher ist der Artikel hier bombig, und sehr wichtig! (danke für die Arbeit)

    Es ist halt doch Zeit für die Tante Emma Läden. Kehren wir die Uhr um. Verlangsamen wir selber die Zeit.
    Essen wir weniger vielfältig...scheiß auf die Ettikettierung.
    Weg mit den Bananen, den Kiwis...was wächst hier gut bei uns?
    Fränkische Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Walnüsse, Bbeeren, Kohl, Kartoffeln, Salate, Zucchinis. Das reicht doch. Dieses geschiss mit der Produktvielfalt regt mich auf. Nicht nur bei Lebensmitteln.
    In meinem ganzen Leben.
    Es gibt von allem zu viel.
    Und für einzelne (Menschen) gibts immer zu wenig.
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    schrieb am 01.09.2011 um 09:59
    Übrigens schon vor einem Jahr in der ZEIT: http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2010-08/regionale-lebensmittel
    Der Gründer der Slow-Food Bewegung definiert Region so: Petrini: Es geht vor allem um ein kulturelles und historisch gewachsenes Gemeinschaftsgefühl. Geografie ist ein Faktor, doch entscheidend ist, dass die Menschen Dinge ähnlich wahrnehmen. Dass ihnen etwa das Gleiche schmeckt.
    Das ist viel weiter gefasst, als es die Öko-Tester tun.
    Wo jeder selber stehen will ist seine Sache. Ich finde es wichtig, zu wissen, wo die Sachen herkommen. Dafür müssen die Informationen fliessen und transparent sein!
    Es geht meiner Meinung nach nicht nur um Lebensmittel!!!
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    schrieb am 01.09.2011 um 11:54
    Guter Artikel - wir haben Öko-Test auch abonniert, so dass ich ihn bereits gelesen hatte. Was allerdings ein Schwindel bei der Regionalität mit einer "Bio-Bombe" zu tun haben soll, erschließt sich mir nun ganz und gar nicht (um Bio ging es hier schwerpunktmäßig gar nicht!).

    Daher Anmerkung an die Redaktion: Bitte Überschriften/Einleitungen von Artikeln etwas sorgfältiger abfassen.
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    schrieb am 01.09.2011 um 12:05
    Man muss schon ein Schwachkopf sein, um zu glauben, Kaffee könne in Deutschlands Norden angebaut werden. Sowas Idiotisches! Nur auf gesetzlich geschützte Siegel, die auch was aussagen ist Verlass. Bio-Siegel sind verbindlich, "Delikatess"-Blabla nicht. Wenn ich lese "Meine Heimat" dann klingt das für mich nach Kaffeefahrt und einfach nach Merketing. Wie sollen die großen Einzelhandelsketten denn auf die Reihe kriegen lokal einzukaufen, das geht im Prinzip gar nicht. In meinem Bio-Laden gibt's Obst und Gemüse von einem Hof aus dem gleichen Stadtteil, besser geht's fast nicht, aber die Konzerne können das nicht.
    Wenn man so hirnverbrannten Aufschriften Glauben schenkt, selber Schuld.
    Neulich hab ich ne Werbung gesehen, in der "Opa" sagt,"Diesen Kuchen gibt's nur auf dem Land." Was soll das heißen? Nur in Dörfern unter 1000 Einwohner, nur am Wegesrand im Feld? Das ist nur dahingeschwätzter Blödsinn. Und was ist an Mandarinen-Schmandkuchen denn bitte ländlich? Hab in Deutschland "auf dem Land" noch keine einzige Mandarine wachsen sehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Leute gibt, die das glauben. Ich mein, wer's essen will, bitte schön. Mir wird schon von der Werbung schlecht.
    Bei einem Hofladen, 5 min von mir, gibt es auch eine "große Vielfalt", was bedeutet, dass das italienische und spanische Produkte verkauft werden, also einfach IMMER genau schauen. Ich denk mir halt, gut, ess ich mal Trauben aus Italien. Wenn sie aus Südafrika kommen, dann kaufe ich sie nicht. Das ist mein Kompromiss. Zur Zeit gibt's ja deutsche Trauben und die kauf ich am liebsten. Ich könnte auch ohne Ananas und argentinisches Rindfleisch in den Regalen leben...
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    schrieb am 01.09.2011 um 12:12
    Mal grundsätzlicher: was bringt Regionalität denn? Meines Wissens hängen Ökoverträglichkeit und Energieeffizienzt nur zu einem Bruchteil von der Entfernung ab, die Lebensmittel reisen. Viel wichtiger ist, um was für ein Produkt es sich handelt - zB Fleisch oder Gemüse - und auf welche Weise das Produkt angebaut wurde.

    Ist regional kaufen reiner Lokalpatriotismus? Lieber Geld für den Bauern nebenan als für die Handelskette und den Bauern in Mexiko? Oder wie?
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    schrieb am 01.09.2011 um 12:26
    Denke ich auch... es gibt tolle demeter-Säfte aus exotischen Früchten, die sind mit Sicherheit besser als irgendein "Ich liebe mein Vaterland"-deutsches Schweinemastfleischstück. Ich denke auch, egal wo das Bio-Zeug her kommt, man sollte besser das unterstützen als konventionelle Produkte. Egal, wo es hergestellt wird, die Bio-Bauern machen's besser! Auch die in Ägypten und Südafrika...
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:55
    vergleichen Sie doch bitte nicht Äpfel mit Birnen bzw. Fleisch mit Obst, wenn es um das Thema Regionalität geht ;-).
    Mit energieeffizient hergestelltem Bio-Apfelsaft aus dem Landkreis muss es ein Bio-Fruchtsaft aus Übersee ökologisch erstmal aufnehmen ... .
    Und nicht nur Energieverbrauch sondern auch z.B. Flächenverbrauch und Lärmbelastung durch Flugverkehr müssen in die Ökobilanz einfließen, ebenso die mögliche Zurückdrängung von Urwald durch Lebensmittelanbau.
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    schrieb am 01.09.2011 um 14:02
    Ich wollte damit sagen, dass es wichtig ist bio zu kaufen, weil, egal wo es herkommt, es stärkt den Betrieb, der es produziert hat. Klar, ein Apfelsaft von hier hat ne bessere Bilanz als ein Saft aus Exoten aus Übersee. Mein erstes Ziel ist es, weil ich finde die Energieeffizienz lässt sich kaum überblicken, den Marktanteil zu erhöhen. Je mehr bio, desto besser.
    Hat in der Tat nix mit dem Thema hier zu tun, sorry.
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    schrieb am 01.09.2011 um 14:20
    Wenn man also Bio-Fruchtsaft Regional mit Bio-Fruchtsaft ovn außerhalb Europas vergleicht wäre regional besser weil

    - lokale Produzenten unterstützt
    - reduziertes Verkehrsaufkommen in Luft und Land
    - mögliche Zurückdrängung von Urwald durch Lebensmittelanbau in warmen Ländern

    Sie schreiben "Mit energieeffizient hergestelltem Bio-Apfelsaft aus dem Landkreis muss es ein Bio-Fruchtsaft aus Übersee ökologisch erstmal aufnehmen ... . "

    Das ist meines Wissens nicht so, weil eben der Transportweg nur einen geringen Anteil an Energie- und Umweltverträglichkeit ausmacht. Oder liege ich falsch?

    Regional wäre also nicht prinzipiell umweltfreundlicher und / oder energieeffizienter. Da müsste ich mir dann streng genomment angucken, wie das Produkt hergestellt wird, egal wo.

    In dem Fall wäre für mich regional nicht der ausschlaggebende Faktor.
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    schrieb am 01.09.2011 um 14:34
    Man müsste in der Tat wissen wieviel der Transport an der Gesamt-Ökobilanz ausmacht.

    Wenn sämtliche anderen Produktionsbedingungen allerdings gleich sind, ist der Transportweg ausschlaggebend.

    Auch ist mir wichtig, dass meine ganz konkrete natürliche Umwelt/Umgebung geschützt wird. Da bin ich Egoist. Und gehe davon aus, dass z.B. der Ägypter das für sich genau so sieht ...
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    schrieb am 01.09.2011 um 15:46
    "Wenn sämtliche anderen Produktionsbedingungen allerdings gleich sind, ist der Transportweg ausschlaggebend."

    Ausschlaggebend ist der Transportweg pro Produkt und die Transportweise. Es macht z.B. einen Unterschied, ob das Produkt als Teil einer riesigen Schiffsladung transportiert wird oder kleinteilig und mit Kleinfahrzeugen älterer Bauart. Da kann der Transport eines Lebensmitels aus Übersee günstiger sein als der eines Lebensmittels aus der Region.

    Hab nichts gegen Regionalvermarktung wenn das nachweislich sinnvoll ist und wäre auch dafür, die Entfernung zum Kriterium zu machen. Mehr noch aber bin ich für eine Kennzeichnung der gesamten Ökobilanz und danach gestaffelte Mehrwertsteuern bzw. Ökozölle.

    Der Markt darf Raubbau und Umweltbelastung nicht mehr systematisch belohnen.
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    schrieb am 01.09.2011 um 12:22
    Habe gerade Lust ein paar neue Produkte auf den Markt zu werfen...

    Wie wär's mit "heimisches Polkappeneis am Stiel" oder "Original Thüringer Kölsch" oder ein afrikanischer Spitzenwein namens "Baden's Bester". Auch "Nordsee-Schollen frisch für sie gefangen im Bodensee". Dazu noch eine peppige Werbung, die auch dem Dümmsten klarmacht, dass es sich um echte Qualität handelt:
    "Duu, Meister?! Warum heißen die original Nordsee-Schollen aus dem Bodensee eigentlich original Nordsee-Schollen aus dem Bodensee?"
    "Weil sie das Beste aus der Nordseeregion vereinen: Eier aus dem europäischen Ausland, weil man da noch hochwertige und unglaublich günstige Käfigeier bekommt, Panierbrösel aus Bayern, goldbraune Farbe für die Brösel aus dem schönen Ludwigshafen. Der Fisch wird aus Abfällen großer ausländischer Fischereibetriebe gepresst und das Ganze wird in Hamburg zu einem hochpreisigen Markenprodukt. veredelt."
    "Ahja, völlig klar... die schmecken auch wie bei Oma auf dem Land."
    "Na, logisch, das Pressen von Pseudofilets aus Fischresten wurde ja auch nach dem Krieg erfunden! Die wurden schon Oma als kleines Mädchen vorgesetzt!"
    Dann kloppen Meister und der spitzbübische Azubi ihren Bratfisch aneinander und es kommt ne heimelige Melodie.^^
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    schrieb am 01.09.2011 um 12:47
    Regionalität bedeutet im Grunde, dass eine "fast" Direktvermarktung stattfindet. Damit fördere ich die Produzenten in der Region, reduziere den CO2-Ausstoß, entzerre volle Straßen und freue mich auf frischere Produkte. Das sind meine Erwartungen an Regionalität.
    Im Supermarkt muss man genau analysieren, woher das Lebensmittel kommt. Die Edeka Südwest bietet viele Lebensmittel aus der Region an. Ich nehme das, was ich im Bioladen nicht bekomme. Insofern ist es auch gut, dass Supermärkte sich darum bemühen.
    Kontrolle von staatlicher Seite wäre sehr gut und eine Definition für Regionalität (100 km...).
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    schrieb am 01.09.2011 um 12:54
    Der Punkt mit den vollen Straßen entzerren ist sehr gut. Da dürfte mit Regionalprodukten wirklich was passieren.

    Aber "...reduziere den CO2-Ausstoß, ..."
    Das meinte ich in meinem Kommentar. Meines Wissens hängen Ökoverträglichkeit und Energieeffizienzt nur zu einem Bruchteil von der Entfernung ab, die Lebensmittel reisen. Oder bin ich Flasche falsch informiert?
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:01
    ja, das sind verschiedene Begriffe: Ökoverträglichkeit ist Umwelt, also CO2 betreffend und Energieeffizienz ist nach meinem (dürftigen) Wissen das Maß an Energie, das zur Herstellung eines Produktes benötigt wird.
    Ich denke auch, dass Bio erstaml nix mit Regionalität zu tun hat. Milch von der hiesigen Molkerei ist nicht automatisch Bio, weil sie aus der Region stammt. Den feinen Unterschied muss der Verbraucher noch selbst machen. Und lange Transporte von A nach B und umgekehrt sind sinnlos (außer Gewinnmaximierung) und verpesten die Umwelt. Was muss ich einen Joghurt aus Norddeutschland essen, wenn es den auch aus der Region gibt? Dieses Problem der Ökoverträglichkeit betrifft m.E. den gesamten Warenhandel. Da, meine ich,
    könnten die Verbraucher was dazu beitragen, indem sie Dinge aus der Nähe bevorzugen. Warum die allerdings oft mehr kosten sollen - das ist ein ganz anderes Thema, das mich aufregt!
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:49
    Richtig, nur beides zusammen ergibt wirklich Sinn: bio und regional. Bei uns (Berlin und Brandenburg) gibt es z. B. die Initiative "fair & regional": http://www.fair-regional.de
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:09
    Ganz ehrlich, was bilden wir uns eigentlich ein ? Glaubt die liebe Gemeinde wirklich, dass die Systemhändler extra 28 regionale Warenannahmen einrichten ? Nur damit die Verbraucher ganz bequem neben Ravioli auch das Öko-Gewissen befriedigen könnnen? Nein, gesunder Menschenverstand gehört nun mal dazu - eine Eigenmarke ist eine Eigenmarke - das Kaffee nicht regional in MeckPom wächst ist kl ar und einsichtig, hat nix mit Täuschung zutun. Fabriken für die hygienische Erzeugung von Fruchtsäften sind nicht überall rentabel, ergo ist Region = Deutschland. Wer wirklich vor Ort kaufen will, der möge sich bitte sellbst mit einbringen. Freizeit haben wir statistisch genug - fahre zum regionalen Fleischer, kaufe bei der Familienbäckerei, besuche die Mosterei um die Ecke - aber klar ist alles mit Zeit und Auto verbunden + Eigeneneergie.
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:34
    Selten solchen Unsinn gelesen. Deutschland ist keine "Region", wenn man die regionale Erzeugung/Herkunft ernst nehmen will (als Orientierung würde ich maximal einen Radius von 100 km um den Wohnort annehmen). Und ansonsten gilt aus Konsumentensicht: Raus aus den Supermarktketten (nicht nur Discountern), die sich in ihren Geschäftsmodellen (außer vielleicht tegut) mit dem regionalen Aspekt ohnehin unglaublich schwertun. Selbstversorgung und/oder Direktabnahme von lokalen/regionalen Erzeugern (möglichst Bio) muss die Maxime sein. Und überflüssige Autofahrten lassen sich vermeiden, indem man sich von einem regionalen Bio-Anbieter die Sachen vor die Haustür liefern lässt oder eine Food-Coop mit mehreren Bestellern bildet.
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:21
    Da muss ich Stefan69 entschieden widersprechen. Region ist nicht Deutschland!!!!! Dafür gibt es die Unterscheidung aus Deutschland oder aus einem anderen Land, das genannt wird.
    Region ist Region, wie das Wort schon sagt. Nachzulesen bei Edeka Südwest "Unsere Heimat" - dort sind die Lieferanten namentlich genannt! Ob das dann genau so ist, kann ich natürlich als Verbraucherin nicht beurteilen.
    Aber damit teile ich wieder die Meinung von Stefan69, dass es eh besser ist, wirklich zuerst einmal direkt vor Ort bei einem Bauern/Metzger etc einzukaufen und nur dort nicht erhältliche Produkte im Supermarkt zu kaufen und da bevorzuge ich dann eben "Unsere Heimat".
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:35
    "Aber damit teile ich wieder die Meinung von Stefan69, dass es eh besser ist, wirklich zuerst einmal direkt vor Ort bei einem Bauern/Metzger etc einzukaufen ..."

    Mit dem Auto? Das könnte die CO2 Bilanz allerdings so sehr verschlechtern, dass im Supermarkt gekaufte Ökowaren aus Neuseeland eine bessere hätten.
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    schrieb am 01.09.2011 um 13:36
    Der Regional-Begriff sollte immer mit Entfernungsangaben versehen sein. Also z.B. "Regional (50 km)" für Produkte bis 50 km Entfernung. Nur konkrete Angaben sind wirklich transparent.

    Oder man macht es ganz neutral und fügt ein "Entfernungs-Label" ein, ohne Verwendung irgendwelcher qualitativer Begriffe wie "Region" im Label. (was Hersteller sicher nicht hindern wird, die Begriffe dennoch woanders auf die Packung zu drucken).
    Beispiel Milch: wenn man in einer Region lebt in der es genügend Milch gibt, wird man bei einem Label "Herkunft: 250 km" sicher stutzig werden. Vor allem dann wenn daneben ein Produkt steht mit der Angabe "Herkunft: 50 km".
    Dagegen wenn man in einer Region lebt in der kein Wein wächst wird die Angabe "250 km" voll akzeptabel sein; im Vergleich dazu wird es sich der verantwortungsbewußte Verbraucher überlegen ob er Wein aus "2500 km" Entfernung guten Gewissens kaufen soll.

    Wobei am sinnvollsten, aber auch am schwierigsten wohl die Angabe einer Gesamt-Ökobilanz wäre, um z.B. im Winter Sauerkraut (zur Vitamin C-Versorgung) auf der einen Seite mit "Frisch-" Gemüse aus energieintensiven Kühlhausern sowie mit von weither transportiertem Gemüse vergleichen zu können.
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    schrieb am 01.09.2011 um 14:25
    Hallo Alle,
    ich weiss ja nicht wie das anderswo ist, aber ich kaufe min. 70% meiner Lebensmittel auf regionalen Märkten.
    Die finden in Düsseldorf an festen Tagen in der Stadt verteilt statt. Da sind Bauern und Erzeuger vom Niederrhein, die man auch da besuchen kann und sich vor Ort informieren kann. Das Angebot reicht von unpasteurisierter Milch, Käse von der Kuh und von der Ziege, Quark, Yoghurt, Butter, Brot, Kuchen, das ist 1 Stand mit verschiedenen Lieferanten, es gibt eine Forellenzucht die frische und geräucherte Fische anbietet, 2 Metzger, einer davon schlachtet nur Tiere vom eigenen Bauernhof, der Schafzüchter bringt das Fleisch seiner Tiere mit, die Eier sind ganz sicher "glücklich" und frisch und werden zusammen mit Honig und verschiedenen Marmeladen angeboten. Der Gemüsebauer bietet sein Sortiment zu sehr guten Preisen an und hat nur saisonale Ware.
    Man kann sich vorstellen, dass ich nur für wenige Einkäufe( Schokolade) einen Super- oder Biosupermarkt betrete und diese Märkte erfreuen sich einer grossen Beliebtheit. Der einzige Nachteil: er findetvon 9:00h bis 18:00h statt und als Berufstätiger, muss manm/frau die Mittagspause opfern oder Samstags mit Rad oder Auto ein wenig fahren.
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    schrieb am 01.09.2011 um 15:33
    "In der aktuellen Septemberausgabe lässt Ökotest eine Bio-Bombe platzen: „Regionale Lebensmittel sind bei Verbrauchern beliebt und sie sind bereit, dafür mehr zu bezahlen. Doch unser Test zeigt: Es ist zumeist rausgeschmissenes Geld“. "
    Stimmt, die Regional-Label taugen in der Tat oft nicht.
    Aber bitte korrigieren:
    Regional bedeutet nicht automatisch Bio und auch nicht andersrum.
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    schrieb am 01.09.2011 um 15:57
    Finde ich auch! Im gesamten Artikel geht es nicht um Bio. Nur um Regionalprodukte, zumeist aus Supermarkt oder Dicounter. Da wurde vielleicht etwas Stimmung gemacht, damit möglichst viele aufschrecken?
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    schrieb am 01.09.2011 um 15:53
    Wenn wir mal davon ausgehen, dass regional zumindest das eigene Bundesland bedeutet ( die Definition von Ökutest ist ja nicht klar), dann muss man den Test allgemein zustimmen, es wird hier auch viel gemogelt (Kavaliersdelikt?)
    Aber es gibt auch die, meiner Überzeugung nach, überwiegend regionalen Produkte, die "echt Region" sind.

    Davon überzeugen die vielen kleinen Landwirtschaftsbetriebe, die seit eh und jeh auf den Wochenmärkten zuhause sind. Dort ist Heimat, wer das so nennen will.

    Dennoch finde ich es gut, dass Ökotest oder andere Verbraucher-Organisationen auch gerade in diesem Bereich, inklusive Bio, unterwegs sind und den Finger zeigen!
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    schrieb am 01.09.2011 um 17:38
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    schrieb am 01.09.2011 um 18:06
    als biologisch wirtschaftender Landwirt kann ich nur sagen das der LEH kein intersse an regionalen Produkten hat , sondern nur seine Gewinnspanne im Auge hat .
    Ich habe das ganze Jahr schon größte Probleme meine Produkte zu verkaufen und das bei bester Qualität und niedrigsten Preisen .Aber scheinbar hat der Leh nur darauf gewartet bis die Situation so ist ,wie sie sich jetzt darstellt .In Deutschland gibt es mittlerweile ein Überangebot und das Ausland ,allen voran Israel und Ägypten
    haben sich ganz auf den Europäischen Markt eingestellt .
    Als Beispiel für derzeitige Erzeugerpreise seien hier Kartoffeln genannt für 0,23 Euro pro kg oder Zwiebeln für 0,30 Euro .
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    schrieb am 01.09.2011 um 18:32
    Das mit dem Ausland stimmt sicher, warum muss man grüne Bohnen aus Ägypten im Supermarkt kaufen, keine Zeit bis die Saison hier da ist.
    Es gibt da so einige negative Beispiele dieser Art, doch ich glaube, dass die regionalen Erzeugnisse hier immer noch die Masse ausmachen, meine erfahrungen (Kleinstadt) auf den Wochenmäkten belegen dies .
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    schrieb am 01.09.2011 um 19:18
    Bei den meisten Regionalprodukten handelt sich zum einen um unverschämte Schwindelei und Betrug, zum anderen aber auch um die Dummheit der Verbraucher.

    Sieht man z. B. sehr gut mit den von jordgubbe erwähnten Grapefruits aus Schweden. Mal abgesehen davon das die hier in Deutschland gar nicht als Regionalprodukt verkauft werden können.

    Persönlich ist für mich ein Regionalprodukt das, dessen Rohstoffe zum weitaus größten Teil aus der Region stammen und auch hier in der Region verarbeitet werden. Damit fällt aber schon alles aus dem Supermarkt aus, da dort Regionalprodukte über größere Flächen vermarktet werden.
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    schrieb am 02.09.2011 um 10:35
    In welchem Supermarkt kaufe ich? In keinem; das war ein schleichender Prozess, hat mehrere Jahre gedauert.
    Wo kaufe ich meine regionalen Produkte? Wochenmarkt, beim Erzeuger direkt, Bioladen; aber auch da gilt: prüfen und jeweils vor Ort entscheiden,bzw. nach Recherche ( zum Beispiel im Netz: Gespräch mit dem Anbieter, ggf.
    kein weiterer Einkauf).
    Welchem Anbieter vertraue ich? Grundsätzlich keinem; wenn ich gute Erfahrung gemacht habe, kaufe ich weiter; aber der Vorbehalt gilt weiter und wird gelegentlich überprüft.
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    schrieb am 02.09.2011 um 14:21
    Auch wenn die Handelsketten überregional einkaufen, ist es trotzem möglich individuell regionale Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Ein wunderbares Beispiel dafür ist unser REWE-Markt. Dort gibt es immer regionale Produkte aus dem Stadt- und Kreisgebiet, z.B. Apfelsaft, Honig, Rübenkraut, Gebäck und alkoholische Spezialitäten. Es kommt halt darauf an, ob die Filialleitung oder Geschäftsleitung sich die Mühe macht individuell das Sortiment zu ergänzen - aber nicht jeder bemüht sich darum und nicht überall ist das Angebot an regionalen Erzeugern gleich umfangreich.
    Ich finde es jedenfalls toll, dass ich in unserem Rewe die regionalen Produkte gesammelt mit einer Fahrt kaufen kann (überall einzeln hinfahren wäre viel zu aufwendig) und ergänze damit meinen Bio-Einkauf gerne um regionale Produkte. Insgesamt gilt für mich die Devise: beim Kauf überlegen, ob ich den Hersteller des jeweiligen Produktes unterstützen möchte oder nicht (dabei können regional und bio ebenso Kriterien sein wie soziales Engagement). Und genau dafür sind die Hintergrundberichte bei Utopia oft hilfreich - dafür danke an alle, die dabei mitmachen.
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    schrieb am 02.09.2011 um 15:28
    Richtig, ob und wie viele regionale Produkte es in Supermärkten gibt, ist oft abhängig vom Engagement der jeweiligen Filiale. Bei uns in Berlin und Umland gibt es aber auch die Kaisers-Märkte (Tengelmann), die ein ganzes Regal mit Produkten unter dem Regionallabel "VON HIER" präsentieren (meines Wissens alle Märkte). Viele der Produkte sind tatsächlich "echt" regional (Herkunft Berlin/Brandenburg).

    Allerdings versuche ich, Supermärkte und Discounter weitestgehend zu meiden, da ich die zugrundeliegenden Strukturen und Geschäftsmodelle nicht mehr unterstützen möchte.
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    schrieb am 07.09.2011 um 15:33
    einkaufen wird allmählich zu einer wissenschaft! oft ist nicht drin, was drauf steht und so verbringt man viel zeit, die produkte genauer unter die lupe zu nehmen. und dann die vielen zusatzstoffe, deren namen die wenigsten kennen. also heißt es oft ausprobieren und auch schlappen und geldverlust hin zu nehmen. manchmal hat man das gefühl, dass ständig versucht wird zu "bescheißen" - schade! eskönnte einfacher sein!
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    schrieb am 08.09.2011 um 11:13
    Ich habe bei Utopia nachgefragt, ob die Gleichsetzung Bio = Regional Absicht oder Versehen war.

    Martin_Tillich hat inzwischen Stellung genommen dazu.
    Da die Fragen an Utopia immer etwas untergehen, hier noch mal der Link:
    http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/war-das-absicht-oder-ein-versehen/antworten/30587

    Martin schreibt: "Wir haben – wie im Commen Sense und vielen Medien üblich – in diesem Fall "Bio" als Überbegriff für die grüne Nachhaltikeitsecke verwendet. Nicht mehr und nicht weniger."

    Und ich bleibe dabei, daß für mich damit der ganze Artikel -der ja ansonsten einen richtigen und wichtigen Punkt aufgreift- unglaubwürdig erscheint und daß solcher Art von reißerischer Schreibe unterstes BILD- Niveau ist.

    Ich habe keine große Hoffnung, daß das nachträglich editiert wird, aber in Zukuft fände ich es besser, die Worte etwas mehr auf die Waagschale zu legen.
    Ich trainiere das auch immer wieder ;-)
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    schrieb am 08.09.2011 um 11:17
    @Maria_L: Ich danke Dir für Frage und Anregung!
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    schrieb am 12.09.2011 um 11:18
    Ist auch meine Hoffnung! Da wurde die Bezeichnung "bio" zumindest für Lebensmittel endlich geschützt, und dann so etwas. Meines Erachtens sollte sich Martin Tillich und die Utopia-Redaktion lieber dafür einsetzen, dass in Zukunft auch Nicht-Lebensmittel Waren nur "bio" genannt werden dürfen, wenn sie aus kontrolliert biologischem Anbau sind als sich an irgendwelchen Mainstream-Gewohnheiten zu orientieren..
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    schrieb am 08.09.2011 um 13:21
    Schade dass die Korrekturtaste bei Utopia nicht funktioniert. Es geht doch einfach nur um die Entfernung des Wortes "Bio" vor Bombe. Oder ist das die altbekannte Beratungs-Resistenz?
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    schrieb am 16.09.2011 um 08:45
    Diese Woche lief in der Sendung Galileo eine Doku über Fang und Verarbeitung von Nordseekrabben. Die werden auch unter der Bezeichnung Nordseekrabben verkauft. Nun esse ich als Vegetarier zwar sowieso keine. Aber wer nun welche kaufen will, denkt vielleicht: Nehme ich doch besser die von unserer Nordseeküste als aus Übersee, das ist wenigstens noch etwas regional.
    Aber weit gefehlt: Die Krabben werden erst mal per LKW 3500 nach Marokko gekarrt und dort verarbeitet, dann werden sie wieder 3500 km zurück gekarrt und in Ostfriesland als regionales Produkt im Discounter verkauft.
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    schrieb am 16.09.2011 um 15:49
    Die Empfehlung, auf dem Markt / Wochenmarkt würde man regionale Produkte erhalten, kann ich so nicht uneingeschränkt stehen lassen.

    Es gib sicherlich auf den Wochenmärkten mehr regionale Produkte als woanders und auch Direktvermarkter.
    Diese kaufen jedoch auch viele Produkte auf dem Großmarkt zu, da kein Produzent alles an Obst und Gemüse bieten kann, was der Konsument so haben will.
    Manche Anbieter auf Wochenmärkten zeichnen das korrekt aus, andere aber auch wieder nicht.
    Dass "Eigene Erdbeeren" oftmals auch nicht "Erdbeeren aus der Anpflanzung des Verkäufers" sind kann der Käufer hier meist nicht mal unterscheiden.

    Vertrauen habe ich bei denen Ständen, die nur Dinge anbieten, von denen ich weiß, dass Sie derzeit in unserer Gegend wachsen. Solche Stände sind rar.
    Ansonsten ist man bei Hofläden vermutlich auf der sichereren Seite.

    Deshalb: Nachfragen! Immer wieder nachfragen....
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    schrieb am 16.09.2011 um 19:34
    Bei uns auf dem Wochenmarkt steht immer ein Gemüsegärtner aus dem Oderbruch, welches 60 km von uns entfernt ist. Dort wächst vom Boden her alles viel besser als bei mir auf dem Sandboden. Dementsprechend sieht sein Gemüse so viel prächtiger aus, dass ich mich gar nicht erst dazu stelle. Wer nicht nur regional sondern auch lokal einkaufen will, der kommt direkt zu mir in die Gärtnerei und sucht sich sein Gemüse direkt vom Beet aus. Frischer geht es nicht.
    Ich will damit bestätigen: Hofläden sind am regionalsten.
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