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Der globale Glücks-Index
Das Land, in dem die Menschen am längsten, am gesündesten und am "grünsten" leben, ist dem Index nach Costa Rica. Auch im nachhaltigen Verbrauch seiner Ressourcen liegt das kleine mittelamerikanische Land aufgrund der Messung des ökologischen Fußabdrucks ganz vorne. Der Happy Planet Index 2.0. (HPI) ist ein Ergebnis des britischen Öko-Thinktanks The New Economics Foundation (Nef). Berechnet wurde der Happy-Planet-Index anhand von Daten, die im Auftrag der Vereinten Nationen in 143 Ländern erhoben wurden und 99 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren.
Die Verfasser der Studie versuchen messbare und vergleichbare Kriterien für ein gutes, erfülltes und nicht zuletzt langes Leben zu finden, das außerdem der Bedingung der Nachhaltigkeit entspricht: Optimal ist daher laut der Nef-Studie nur, wenn alles, was für den eigenen Bedarf einer Person gebraucht wird, auf natürlichem Weg erneuerbar ist. In diesem öko-politischen Konzept sind deshalb eine hohe Lebenserwartung, persönliche Zufriedenheit und ein maßvoller "ökologischer Fußabdruck" für eine zufriedene Gesellschaft die ausschlaggebenden drei Kriterien einer optimalen Balance. Leider, und dennoch wenig überraschend, ist für den Leser der Studie, dass dieses dynamische Gleichgewicht des Glücks bislang in keinem Land erreicht wurde – selbst Costa Rica hat nur 76,1 von 100 möglichen Punkten erreicht.
Wie bereits beim ersten globalen Glücks-Index, der vor drei Jahren veröffentlicht wurde, führt der zweite, vor kurzem heraus gegebene Bericht die klassische Vorstellung vom Heilsbringer ökonomisches Wachstum ad absurdum. Weshalb Costa Rica auf Platz eins der HPI-Liste als "glücklichstes Land der Welt" landete – dank zufriedener Bürger, einer hohen Lebenserwartung und einem relativ niedrigen "ökologischen Fußabdruck". Und neben der Zufriedenheit der Bevölkerung, muss die Lebenserwartung der Costaricaner erwähnt werden, die nach Kanada die Zweithöchste von Nord- und Südamerika hat.
Neun weitere Länder Südamerikas sind nach Costa Rica aufgelistet. Während am Ende der Skala – im Grunde keine Überraschung – zehn Staaten in Afrika genannt sind, und mit Zimbabwe auf dem 143 Platz endet das Ranking. Die reicheren Nationen rangieren im mittleren Feld: Zunächst belegen die Niederlande den Platz 43, während Deutschland auf Rang 51 kommt, die Vereinigten Staaten allerdings kommen aufgrund ihrer extrem schlechten Öko-Bilanz gerade mal auf den 114. Platz!
Was zeigt dieses Ranking letztendlich? Eine längere Lebenserwartung, Wohlstand und Konsummöglichkeiten müssen nicht zwangsläufig auf Kosten der Umwelt gehen – wie Lateinamerikas Länder verdeutlichen. Um jedoch eine Lobby dafür zu gewinnen, muss noch stärker in die Aufklärung der Massen über ökologische und soziale Zusammenhänge investiert werden – und unser gesellschaftlicher Fokus muss sich ganz generell verlagern. Dann müsste der Titel der Studie wohl The Happy People Index 1.0. lauten.
Die xls-Liste “The Happy Planet Index 2.0: Why good lives don’t have to cost the Earth“ gibt's hier – bitte blättern!![]()


Kommentare (4)
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Mario_Sedlak
schrieb am 16.07.2010 um 09:52 ¶nichess
schrieb am 19.08.2009 um 10:57 ¶Kommentar schreiben
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