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Utopia: Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat kürzlich seinen Entwurf zum „Deutschen Nachhaltigkeitskodex“ vorgestellt. Welche Grundsätze enthält er?
Susan Weide, wissenschaftliche Referentin in der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE): Der Entwurf sieht 22 Eckpunkte zu den Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung vor, mit deren Hilfe in Zukunft die Beurteilung des Nachhaltigkeitsmanagements eines Unternehmens erleichtert werden soll. Mit dem Kodex soll nachhaltiges Wirtschaften gestärkt werden. Unternehmen, die den Kodex anwenden, senden Signale an den Finanzmarkt. Dort wird die soziale und ökologische Leistung mehr und mehr nachgefragt und in der Bewertung der Unternehmen berücksichtigt. Belohnt der Finanzmarkt Unternehmen mit einer hohen Nachhaltigkeitsperformance, motiviert es Unternehmen, weiter zu machen, besser zu werden oder anzufangen.
Das Utopia Changemaker-Manifest richtet sich an Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit. Für wen soll der Deutsche Nachhaltigkeitskodex gelten?
RNE: Der Kodex soll für alle Unternehmen gelten - unabhängig von Größe und Branche und den schon erzielten Leistungen beim unternehmerischen Nachhaltigkeitsmanagement.
Sie geben also als Beratungsgremium der Bundesregierung einen Kodex für nachhaltiges Verhalten von Wirtschaftsunternehmen heraus, zu dessen Grundsätzen sich möglichst alle Unternehmen verpflichten sollten. Das klingt – milde gesagt – sehr fortschrittlich. Welche Resonanz erwarten Sie seitens der Unternehmen?
RNE: Die Resonanz wird sehr unterschiedlich ausfallen. Einige Unternehmen haben ihr Interesse bekundet, den Kodex bei sich umzusetzen und unterstützen das Vorhaben. Andere lehnen eine verbindliche Regelung ab, erkennen aber an, dass der Finanzmarkt gute Instrumente zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen braucht.
Auch wenn sich kein Unternehmen für den Kodex verpflichten muss, könnte eine Art Gruppenzwang entstehen. Rechnen Sie mit Widerstand?
RNE: Wir glauben, dass in vielen Unternehmen ähnlich über dieses Vorhaben gedacht wird wie im Rat. Aber es wird sicher auch andere Meinungen geben. Uns geht es ja gerade darum, alle Sichtweisen auf das Thema kennen zu lernen.
Wie wird das Einhalten der Grundsätze gewährleistet oder gegebenenfalls sanktioniert?
RNE: Der Entwurf regt eine Verankerung des Kodex im Aktiengesetz an. Für Unternehmen, die an der Börse notiert sind, entstünde daraus die Verpflichtung zu erklären, ob und wie sie die Punkte des Kodex umsetzen. Für nicht börsennotierte Unternehmen müssen noch vergleichbare Anforderungen entwickelt werden.
Der Kodex besteht bisher als Entwurf. Sie wünschen sich eine Diskussion über das, was darin steht. Was können Verbraucher und Unternehmen zur Entwicklung des Kodex beitragen?
RNE: Wir laden zum Dialog über den Entwurf ein, um verschiedene Ansichten von Unternehmen, Verbrauchern, allen Interesssierten zu sammeln und in die Weiterentwicklung des Kodex einfließen zu lassen. Verbraucher könnten dazu beitragen, indem sie uns beispielsweise schreiben, was fehlt, was sie für nicht so relevant halten oder was anders ausgestaltet werden sollte. Genauso hilfreich ist eine Rückmeldung zur Frage, wie verbindlich der Kodex werden soll. Wir freuen uns auf eine rege Diskussion.
Die Eckpunkte zum Entwurf finden Sie auf dem Utopia-Profil des Rats für Nachhaltige Entwicklung
Sie möchten mithelfen? Dann nehmen Sie an der Diskussion Teil und schreiben Ihre Anregungen!
Kommentare (6)
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steinbock06
schrieb am 17.12.2010 um 13:30 ¶Helmut Lay
schrieb am 16.12.2010 um 14:41 ¶Kommentar schreiben
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