Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Der (Bio-)Markt in Therapie (2)

Neue Chancen für neue Unternehmen


Einen respektvollen Umgang brauchen wir alle. Es ist ein Grundbedürfnis. Wenn der Respekt fehlt, macht uns das auf Dauer unglücklich oder krank. Oft aber sind die notwendigen Regeln für diesen respektvollen Umgang nicht allen Beteiligten klar.

Es geht um Ethik. Dem weiten philosophischen Feld "vom sittlichen Handeln", der Grundlage eines respektvollen Umgangs miteinander. Ich erlaube mir, das weite akademisch-philosophische Gebiet für diesen kurzen Überblick zu vereinfachen: Mich interessiert insbesondere, was sich in unserer Gesellschaftskultur an möglichen Fortschritten anbahnt und welche neuen Entwicklungen sich zeigen.

Wir befinden uns in einer bemerkenswerten Situation: Heutzutage gibt es mehr Angebote als je zuvor, unseren Horizont über alte Grenzen hinaus auszuweiten. Räumlich durchs Reisen, durch die Medien sowie die Internationalisierung. Und zeitlich durch zunehmende mittel- und langfristige Forschungen und Datenerhebungen. Selbst, wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind, vollzieht unsere ethische Lebenshaltung einen tiefgreifenden Wandel.
Produkt der Woche 41

Wenn wir beispielsweise heute etwas produzieren und den Nutzen davon haben, dann dürfen wir damit nicht Altlasten produzieren, deren Nachteile die nachfolgenden Generationen tragen müssen. Nirgends ist das so deutlich wie beim Giftmüll, der durch die Nutzung von Atomenergie anfällt. Unser Horizont sollte dahingehend geweitet werden, dass wir noch nicht lebende Generationen berücksichtigen.

Ein weiteres – räumliches – Beispiel bezieht sich auf die Existenzbedingungen von Menschen in uns fern gelegenen Erdteilen. Deren Bedürfnisse, ihr Mangelerleben, ihre vermeidbaren Beschränkungen betreffen uns und sind es wert, in unseren Entscheidungen berücksichtigt zu werden. Während die Motivation hierfür Werten entspringt, die uns zu einem rücksichtsvollen Handeln bewegen, erschließt sich die Umsetzungs-Kraft unserer Empathie.

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Urs Pohlmann
Foto: privat

Dr. Urs Pohlman studierte Medizin und Philosophie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Wäre er nicht Arzt geworden, wäre Bauer sein zweitliebster Beruf. Da er medizinisch viel mit der Verarbeitung von Sinnesreizen zu tun hatte, erkannte er aus dieser Perspektive die Notwendigkeit guter Hautpflege. Seine Freude an natürlicher Ästhetik und seine Begeisterung für Perfektion führten und begleiteten ihn durch mehrere Jahre der Produktentwicklung. Seit Herbst 2009 sind die Früchte dieser Arbeit in Form wirksamer, stilvoller Kosmetikprodukte unter der Marke "ananné" auf dem Markt. Als Gründer der Firma achtet er auf konsequente Nachhaltigkeit: Produkte, Prozesse, Materialien und Mitarbeiter sind auf respektvollen Umgang mit der Natur und dem sozialen Umfeld ausgerichtet.ananne

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Stand: 12.10.2010 von

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    schrieb am 19.10.2010 um 10:13
    Sicherlich ein interessanter Aspekt, von der Normethik zur Individualethik.
    Dass der Begriff der Ethik, des ethischen Handeln in der Wirtschaft wieder Fuss fasst ist an sich ja ein Zeichen, das Einzelne setzen, wie so schön beschrieben.

    Wir sehen ja auch die Versuche, die einige Unternehmen mit Utopia unternehmen, einer besseren Wirtschaftsethik wegen, hoffentlich.

    Die Frage ist, ob man eine richtige Normethik wirklich durch eine Individualethik ablösen müsste. Das erscheint mir so wie einige Politiker schärfere Gesetze verlangen, andere aber meinen die bestehenden Gesetze müssten nur konsequent angewandt werden.

    Ist Normethik nicht richtig gelebt oder nicht richtig definiert, bedeutet Individualethik immer automatisch ein höheres Ziel, eine höhere Wertigkeit im Handeln.

    Richtig jedoch ist, dass der Individualmensch auch als Unternehmer durch eine Belebung des ethischen Handelns bei sich, seinem unternehmen auch für andere Mass-Stäbe setzt.

    Das sollte aber dann wirklich dazuführen, dass die gesamte Kette von der Idee, über die Entwicklung/Fertigung bis hin zum Verkauf ethisch bedacht werden muss. Dazu gehört auch die Frage zu Beginn, macht es überhaupt Sinn meine Idee umzusetzen, brauchen wir das 100. Produkt einer Art? mehr weniger
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    schrieb am 14.10.2010 um 09:58
    Eine sehr interessante Sicht, die ich gut nachvollziehen kann. Ich wundere mich schon länger, dass von der Politik oder anderen normativen Organisationen kein Anstoß hinsichtlich der Gestaltung neuer gesellschaftlicher Werte unternommen werden, die wir doch so offensichtlich benötigen. So sind wir also alle zuerst selbst gefragt, für uns selbst eine Ethik zu gestalten, die den veränderten Anforderungen unserer Zeit genügt. Und dann mit anderen einen Konsens zu finden. Wirklich eine spannende Zeit. mehr weniger
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