David de Rothschild - Plastiki

Traumschiff aus Plastikflaschen


Tüten, PET-Flaschen, Zahnbürsten, CD-Hüllen, Feuerzeuge, Einmalrasierer und anderer Plastikmüll machen laut Unep rund 80 Prozent des Abfalls in den Weltmeeren aus. Diese schwimmende Müllhalde im Nordpazikik wird auch “Great Pacific Garbage Patch” genannt. Das Phänomen wurde von Kapitän Charles Moore nach einer Pazifikfahrt 1997 erstmals beschrieben. Dies hat den Umweltaktivisten David de Rothschild auf die Idee gebracht: Moore war damals mit seiner Rennyacht in einen gigantischen Müllstrudel im Nordpazifik geraten, hatte ihn vermessen und weltweit bekannt gemacht. „Ich fragte mich, warum niemand über den Plastikmüll sprach", sagt David de Rothschild, der bereits die Arktis und Antarktis bereist hat, „und da nahm die Idee ihren Ausgang, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das Abfall als Ressource nutzt." Er fasste den Plan, den Pazifik auf einem Floß aus Altflaschen zu durchkreuzen und damit auf die riesigen Müllstrudel aufmerksam zu machen.

Es wurde ein Katamaran mit dem Namen Plastiki: "Sie besteht im Wesentlichen aus vielen Plastikflaschen sowie einer Menge Umwelt-Technologie und soll in den nächsten Wochen in San Franzisco ablegen, um nach Sydney zu segeln", gab der 31-jährige Abenteurer, Aktivist und Bankierssohn gegenüber den örtlichen Medien im kalifornischen Sausalito bekannt. Das 20 Meter lange Boot wurde nun am Fuß der Golden-Gate-Brücke erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Rothschild will mit der Reise nicht nur auf die wachsende Verschmutzung der Weltmeere durch Kunststoffe hinweisen, sondern ebenso auf die Notwendigkeit von Recycling. So ist fast alles an der "Plastiki" wiederverwertbar: Sie besteht vor allem aus alten leeren Plastikflaschen, die eingeschmolzen und zu einer Art Stoff verwoben wurden. Die zwei Aluminiummasten waren früher Bewässerungsrohre. Sogar der Klebstoff, der Teile der "Plastiki" zusammenhält, ist umweltfreundlich. Er enthält Cashewnüsse und Zucker.


Rothschilds „Plastiki" soll fast 18 000 Kilometer von San Francisco über San Diego, Hawaii, Midway, das Bikini-Atoll und Tuvalu nach Sydney zurücklegen. Er rechnet mit rund drei Monaten für die Reise von Kalifornien nach Australien. Da Rothschild selbst kein Segler ist, hat er eine sechsköpfige Crew angeheuert, darunter zwei Enkel des norwegischen Abenteurers Thor Heyerdahl, der 1947 mit der "Kon Tiki" den Pazifik durchquerte. Der Name seines Katamarans kommt nicht von ungefähr, er ist angelehnt an die „Kon-Tiki" des norwegischen Ethnografen Thor Heyerdahl. Daher wollte Rothschild auch am Jahrestag der Kon-Tiki-Expedition am 28. April 2009 aufbrechen, aber wie sich zeigte, war es nicht so einfach, sein Plastikfloß für die dreimonatige Tour seetüchtig zu machen. Um manövrierfähig zu sein, brauchte das Boot einen steifen Rumpf. Zudem mussten die 12 500 wabbeligen Plastikflaschen mit komprimiertem Kohlenstoffdioxid stabilisiert werden. Der Bau der „Plastiki" wurde mit Sponsorengeldern bewerkstelligt, bislang eine siebenstellige Summe. Nach weiteren Testfahrten in der Bucht von San Francisco soll die "Plastiki" bei geeignetem Wind in den nächsten Wochen in See stechen.

 

>> Mit dem Flaschenfloß zur Plastikmüllhalde

>> Fotos von Plastiki bei Flickr

>> Zur Webseite von Plastiki


Fotos: www.theplastiki.com

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    Sternenweg
    schrieb am 05.03.2010 um 16:58
    Schön, daß Herr de Rothschilds das böse Thema Plastikverschmutzung der Weltmeere in die Öffentlichkeit bringt und sein Hobby mit Altmaterial betreibt. Noch besser wäre es natürlich, wenn es die PET-Flaschen nie gegeben hätte. Ich fordere zu dieser Umweltverschmutzung die sofortige und verzinste...
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    charlynickel
    schrieb am 04.03.2010 um 12:11
    Und was macht er danach mit den Flaschen? Auch halten die Schraubverschlüsse, die nicht aus PET sind, nicht lange, besonders wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, sind sie spätestens nach einen Jahr dahin. Ich finde es ja schön, dass de Rothschild auf den Plastikmüll aufmerksam macht. Aber...
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