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besser: wissen - machen - kaufen
Schritt eins: Abwägen
Doch, doch - man muss schon vergleichen, welches Fortbewegungsmittel ökologisch und ökonomisch am besten zu einem passt. Mein Arbeitsweg beträgt etwas über zehn Kilometer, dafür stehen mir die üblichen Anreisemöglichkeiten zur Verfügung: das Auto, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Hier in München ist Fahrradfahren eine wahre Freude, Busse und Bahnen sind dagegen teuer und lahm, und Autofahren ist schlicht die Pest. Da fällt die Wahl nicht wirklich schwer, obwohl der Fairness halber gesagt werden muss, dass die Autofahrt trotz zäh fließendem Verkehr am schnellsten geht. Betrachtet man dann aber die anfallenden Gesamtkosten (Anschaffung, Unterhalt, Wartung, Tarife usw.), gelangt man schnell zur Erkenntnis: Fahrradfahren siegt. So lange es nicht regnet.
Merken: Radfahren ist - wenigstens im Frühjahr und Sommer - die einzig wahre Art der Fortbewegung für Strecken ab zwei Kilometer im urbanen Erlebnisraum. Wer nach München zieht, sollte sein Auto verkaufen.
Schritt zwei: Vorbereiten
München macht glücklich. Und fett. Gar nicht nur wegen des Krustenbratens und des Weißbiers, sondern weil man hier allgemein gern oft und gut essen geht, und weil man so schön an der frischen Luft auf irgendwelchen Wiesen unter dreihundert Jahre alten Bäumen herumliegen kann. Sechs Kilo in nur drei Monaten nach dem Umzug, das nenne ich eine stattliche Gewichts-Zunahme (Gewichts-Tsunami).

Foto: kallejipp Quelle: photocase.com
Ich sage das deshalb, weil es sicher nicht ohne ist, völlig untrainiert eines Morgens den eigenen Körper mit zehn Kilometern Fahrradstrecke zu überraschen. Ich jogge daher am Vorabend des ersten geradelten Arbeitstages zum Fluss. Herrlich, dieser sportliche Ausgleich - ich spüre schon, wie sich meine Kondition an die eines Marathonläufers angleicht.
Als der Notarzt mich zuhause abliefert, fällt mir ein, dass mein Rad seit Monaten kein Tageslicht mehr gesehen hat. Um mein dickes Herz nicht weiter zu schockieren, steige ich vorsichtig die Kellertreppe hinab, um dort einen Reifen zu flicken, einen Lenkergriff zu kleben, zwei Bremsen und die Schaltung einzustellen, die Kette zu fetten und zur Krönung die Klingel abzureißen. Man kann ja schließlich auch schreien, wenn einer im Weg steht. Fahrradfahrer sind Anarchisten.
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Foto: florian geiger Quelle: photocase.com
Schritt drei: Losfahren
Ein fantastisches Gefühl: Mit dem Rad am Ampelstau vorbei heizen. Ein noch fantastischeres Gefühl: Mit dem Fahrrad am Ampelstau vorbei schleichen und trotzdem schneller sein. Das fantastischste Gefühl überhaupt: den Ampelstau erst verursachen, in dem man eine Bedarfsampel betätigt, und dann mit dem Fahrrad daran vorbei schleichen.
Auch die frische Luft und die naturbelassenen Radwege sind nicht zu verachten. Einmal tief durchatmen - wunderbar. Ich bin erst eine Viertelstunde unterwegs, aber schon mindestens drei Kilometer weit gefahren. Ich werde also etwa 50 Minuten für die gesamte Strecke brauchen. Und das ist nur der Hinweg. Ob Lance Armstrong ein Auto hat, denke ich. Wie sieht es eigentlich mit der CO2-Bilanz von Fahrradfahrern aus, denke ich. Ich vermisse mein Radio. Und meinen Kaffee.
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Kommentare (20)
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gokui
schrieb am 18.06.2010 um 21:36 ¶radler11
schrieb am 17.07.2009 um 21:17 ¶Kommentar schreiben
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