Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Claudia Langer

Wir brauchen einen Green New Deal!


 

Es war doch spannend zu sehen, wie die Finanzkrise die Mächtigen der Welt im Rekordtempo an den Verhandlungstisch und dann – tatsächlich! – zu Ergebnissen gebracht hat. Bei Gefahr im Verzug funktionieren die Systeme offensichtlich sehr gut.
Nun ist die eine Krise zumindest ansatzweise beruhigt. Und wir sind um die Erkenntnis reicher: Es geht doch! Und damit ist jetzt der beste Moment, die andere, noch größere und in Wahrheit viel drängendere Krise anzugehen, die uns bedroht: die Klimakatastrophe.

Wenn die Politik so schnell sein kann, dann bedeutet das, wir haben die echte Chance, das Ruder noch herum zu reißen in den zehn Jahren, die uns nach Ansicht der Wissenschaftler maximal noch bleiben. Aber Teil zwei der Lehre ist auch: Gehandelt haben die Politiker erst, als es schon fast zu spät war. Und wir können uns nicht darauf verlassen, dass uns eine gnädige Beinahe-Klima-Katastrophe zu Hilfe kommt, die noch einmal auf die Dringlichkeit hinweist, ohne zu viel bleibenden Schaden zu hinterlassen. Nach Katrina und New Orleans sollte das nicht mehr nötig sein.

Aber wir haben etwas viel Besseres, um den schnellen Wandel effektiv voran zu treiben:
Wir haben Macht.

Utopia ist angetreten, Verbrauchermacht zu bündeln, zu einer starken Stimme zu machen und damit Veränderung zum Besseren zu bewirken. Also tun wir das! Jetzt! Uns Verbrauchern gehören ja nun dank des Rettungspaket Anteile an Banken, wir bürgen mit Steuergeldern für Interbanken-Geschäfte und mit unserem Konsum halten wir die Wirtschaft am Laufen.

Also müssten wir auch mitreden können, wie es zu laufen hat:

  • Wir wollen einen Green New Deal nach dem Vorbild von Roosevelts New Deal, der Amerika in den Dreißigerjahren aus der Depression führte. Wir wollen, dass die Banken in Zukunft das Grüne Wirtschaftswunder unterstützen – mit Krediten und Investitionen in solche Firmen, die Zukunftstechnologien entwickeln und produzieren und damit Jobs schaffen, die auch in vielen Jahren noch gute, qualifizierte Arbeit bieten, ohne dem Planeten zu schaden.
  • Wir wollen eine starke Wirtschaft auf einem starken Planeten, auf dem soziale Gerechtigkeit herrscht. In den letzten wir Wochen ist so viel Geld verloren worden, dass wir die 1.000.000.000 hungernden Menschen auf der Welt locker davon hätten ernähren können. Und jetzt, wo wir hunderte Milliarden Euro gerade in der Hand haben und an Banken verteilen, ist der perfekte Moment, mit der Umsetzung unserer Vision einer gerechten Welt anzufangen.
  • Und, nebenbei: Im nächsten Jahr ist Bundestagswahl. Und wir werden jeden Kandidaten daran messen, ob er diese Ziele ins Zentrum seiner Bemühungen stellt. Und wir werden nicht locker lassen.

Versammeln wir uns also und legen wir los. Aktuell tüfteln wir gerade daran wie der Green New Deal aussehen kann. Schicken Sie mir Ihre Vorschläge und Ideen, lassen Sie mich wissen, was Ihre Ziele und Vorstellungen sind: greennewdeal@utopia.de

Und gehen Sie jetzt los und werben Sie zwei Utopisten, die wieder jeder zwei werben. Denn wir müssen jetzt unsere Stimme erheben und die Politik und die Unternehmen zu Ergebnissen treiben. Und dazu muss unsere Stimme zwar freundlich sein – aber bitte auch sehr laut!

Wir können die Welt verändern, fangen wir an!

Ihre Claudia Langer

 

asdfasd

Stand: 23.10.2008 von

Kommentare (12)   abonnieren

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    schrieb am 23.10.2008 um 01:01
    Liebe Frau Langer,

    auch wenn ich sonst sehr begeistert bin, was auf und über Utopia alles bewegt wird - diese Ihre Ansicht halte ich (bei allem gebotenen Respekt) für ziemlich naiv.

    Die Politik war erstens nicht schnell und hat zweitens keine Ergebnisse erzielt. DAX heute 4.571 = -4,5% / Dow Jones -5,7%! Zinssenkungen: "verpufft" (meldeten Agenturen schon am 08.10.)!

    Das elende Hin-und-Her bei allen Maßnahmen (ob in den USA oder in der EU) hat zuviel Zeit gekostet und die Unwissenheit, Inkompetenz und Ohnmacht der Regierenden offenbart.

    Ihre gute Idee und Forderung in allen Ehren, aber das greift viel zu kurz. Hätten diese Regierungen wirklich Mut und MACHT etwas zu bewirken, würden Sie folgendes gemeinsam tun: den gesamten Globus ENTSCHULDEN!
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    schrieb am 23.10.2008 um 08:29
    am dax das ergebnis ablesen zu wollen,ist so nicht möglich.das ist kurzfristiges denken.ich denke claudia langer hat recht.die regierungen haben schnell gehandelt und dieses handeln war nötig und ist nicht darauf gerichtet den dax und andere börsen nach oben zu jagen,sondern eine wie ich meine lang-bis mittelfristige strategie zu entwickeln.die auswüchse,wie leerverkäufe,uferlose gehälter,abfindungen,gutsherrenart der banker werden jetzt stark beschnitten.ich fürchte nur in ein paar jahren wird das wieder vergessen sein.
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    schrieb am 23.10.2008 um 09:46
    hallo claudia, hello@all,

    auch ich halte diesen artikel für naive augenwischerei.

    wer sich mit unserem geldsystem ernsthaft befasst, weiß, wie es entstanden ist und auf welcher basis es funktioniert. der weiß auch, dass solche krisen bewusst gemacht und schon lange absehbar waren !

    so lange wir innerhalb dieses geldsystems agieren und darin wirtschaften, ist jeder cent, den wir in umlauf bringen, ein cent, der auf schulden, inflation, auf kosten anderer & negativ auf unsere umwelt einzahlt. denn genau darauf ist dieses system ausgerichtet und ergo baut es auch genau darauf. das problem an der sache ist, dass die meisten das nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen.

    FAZIT: mit der forderung nach krediten agieren sie kontraproduktiv auf ihre deklarieren ziele.

    viele grüße, christina :)
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    schrieb am 23.10.2008 um 09:47
    Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit dem Thema und unterstütze die "Global Marshall Plan Initiative", deren Ziel ist eine "Welt in Balance“.

    Dies erfordert eine bessere Gestaltung der Globalisierung und der weltökonomischen Prozesse: eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft.

    Es geht um einen besseren weltweiten Ordnungsrahmen, eine nachhaltige Entwicklung, die Überwindung der Armut, den Schutz der Umwelt, Gerechtigkeit und in der Folge ein neues Weltwirtschaftswunder.

    In "meiner Welt" hier auf Utopia habe ich eine ganze Reihe von Links und Quellen zusammengetragen.

    Zum Einstieg möchte ich einen Aufsatz von Prof. Radermacher empfehlen:

    "Wie der Markt zu einem Motor für eine humane und nachhaltige Entwicklung wird"

    http://www.utopia.de/node/71670
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    schrieb am 23.10.2008 um 09:47
    Hier ist die Chance am Schopf zu packen, durch die neue Definition von Werten. Ich kann Geld nämlich weder atmen noch trinken noch essen - Punkt. Wenn diese Erkenntnis endlich in den Köpfen der Menschen angekommen und verinnerlicht ist, dann kann, schon rein biologisch gesehen, auch Handlung erfolgen. Die Meldungen in den Medien zur Lage der Finanzen bezieht sich schon lange nicht mehr auf realistische Daten sondern auf die Spekulationen derjenigen wenigen die mit "Luftbuchungen" viel Geld scheffeln wollen auf Kosten vieler. Die Erzeugung (zielgerichtete Bündelung) von Energie durch Licht (Sonne) und Wind ist zustande gekommen weil es gewagt wurde zu "denken" und mutige, neugierige Tüftler einfach angefangen haben Technik zu entwickeln.
    Utopia ist ein Beginnen zur Umsetzung des Denkbaren.
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    schrieb am 23.10.2008 um 14:13
    sind die Verbraucher als schlafende Riesen, von deren wacherer Teil Utopia als Gong benutzt werden kann. Dies betrifft eben auch das Finanzsystem. Immerhin gibt es ja schon seit Jahrzehnten andere Banken (Öko/GLS usw.), aber wer als Verbraucher ist dort Kunde, wer von den 90% der Verbraucher, die gegen Atomausbau sind bezieht Ökostrom? Wer würde sein Geld auf ein Konto bringen, dass ein paar Zehntel Prozent weniger Zinsen bringt als ein anderes?
    Würden sich die Menschen im Sinne des strategischen Konsums entscheiden (nur schon beim Stromanbieter), wir hätten von heute auf morgen eine andere Wirtschaftsordnung, eine Sozialere ...
    Ich muss mich hier also den Beiträgen von Utopisten Amaij und Josh anschließen und darf in diesem Sinne meine Website: MenschundGesellschaft.de empfehlen ;-)
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    schrieb am 23.10.2008 um 21:11
    Den Politikern muß man auf die Finger schauen. Ich sammel jetzt z.B. politische Meldungen der Parteien und der Nachrichten zu diesem Thema:
    http://citizennet.wordpress.com/finanzkrisen-ticker/


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    schrieb am 24.10.2008 um 10:35
    Hallo Claudia,
    bei allem Respekt für Deine frommen Wünsche.Hast Du schon mal versucht in einen Fahrradreifen,dem es eine Blase herausgetrieben hat,noch mehr Luft reinzublasen..?Siehst Du,die aktuellen Ereignisse überholen unsere Statements schneller,als man sich dreht.
    Aber eigentl. müsste doch allen Utopisten klar sein,wie unser Geldsystem funktioniert:
    http://www.utopia.de/wissen/bildungsluecken/wie-funktioniert-geld-der-10-punkte-plan
    Möchte mal sehen,wie Millia.von Menschen mit Luft ernährt werden.
    Ich denke,wir brauchen jetzt erst einmal keine New Deals,sondern ein grundlegendes Umdenken.Rennen wir also weiter dem Geld hinterher wie die Bekloppten oder wollen wir auch etwas positives aus diesem einen Leben,daß wir haben,extrahieren?
    Googelt doch mal nach Silvio Gesell,viell.ein Ansatz
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    schrieb am 27.10.2008 um 09:34
    Ich finde Claudia hat Recht!
    Wir haben jetzt eine Chance die Politik dazu zu bringen
    endlich auf uns, die Utopisten, zu hören!
    Man kann Umdenken und gleichzeitig versuchen
    die Politiker auf Umwelt zu trimmen!
    Um den ganzen Leute auf der Bundestagswahl erst mal
    zu zeigen, was ihre Scheuklappen mit der Welt anrichten,
    sollte man ihnen vielleicht mal Al Gore zu einer Show schicken!
    (siehe "eine unbequeme wahrheit")
    Und selbst wenn sie wissen, dass der Klimawandel existiert,
    denken sie sich "auf mich einen kommt es jetzt auch nicht mehr an"
    DAS MUSS GEÄNDERT WERDEN

    Viele Grüße,
    Lena
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    schrieb am 11.11.2008 um 23:13
    die finanzkrise hat gezeigt, dass die politik die ultima ratio ist und nicht der deregulierte markt. und die politik hat gezeigt, dass sie bereit ist international vernetzt zu handeln. das ist letztlich das wichtigste an den vorgängen der letzten woche. die fürsprecher eines freien marktes ohne einbindung in einen gerechten sozialen rahmen lassen derweil dauerhaft die hosen runter: erst wollen sie hilfen, dann nehmen sie sie nicht, weil man ja ihre potenzprobleme wahrnehmen könnte, dann nehmen sie sie doch, dann fordern sie wieder freiheit vom staat (ackermann). jetzt wollen auch noch die anderen was haben (opel). das alles zeigt: nur die politik ist in der lage wirklich zum nutzen aller tätig zu werden. Adam Smiths unsichtbare hand ist unfähig allein 'the welth of nations' zu produzieren.
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    schrieb am 16.11.2008 um 00:48
    Wer hat da wem die Idee geklaut? Auf dem Parteitag in Erfurt forderten die Grünen einen "Grünen New Deal gegen die Wirtschaftskrise" - Es bedürfe "einer völlig neuen Finanzpolitik".
    Kurz gefasst, könne dieser Grüne New Deal in drei Bereiche gegliedert werden, sagte Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion: "stärkere Regulierung der Finanzwirtschaft, massive Investitionen in erneuerbare Energien und den sozialen Ausgleich." Dafür müsse zunächst der "Lobbyistenstall im Finanzministerium" ausgemistet werden.

    Mehr dazu unter http://www.gruene.de/cms/default/dok/258/258013.einen_gruenen_new_deal.htm
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    schrieb am 15.05.2009 um 22:35
    hey @ all,

    ich bin mir unsicher, was ich davon halten soll.
    ich glaube nicht, dass im kapitalismus ein 100% ökologisches (und faires) handeln möglich ist. wie soll das bei unbedingtem wachstum und profitmaximierung funktionieren? wir leben in einer überfluss- und wegwerfgesellschaft, von der der markt profitiert.

    allerdings denke ich, dass das "umsatteln" auf grüne wirtschaft natürlich erst einmal ein schritt ist, was nicht bedeutet, dass nicht noch mehr folgen können - sollen - müssen. ich denke vorallendingen, dass das ein schritt ist, der realistisch ist, der vielleicht auch global gesehen möglich ist.
    sich ein neues wirtschatfssystem auszudenken und das der menschheit zu verklickern halte ich erst mal für schwieriger.
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