Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Claudia Langer im Interview mit "Fluter"

„Die Wirtschaft ist weiter als der Konsument“


So kann man es auch machen: Claudia Langer hat früher eine eigene Werbeagentur gehabt, bei deren Verkauf sie viel Geld verdiente. Anstatt sich damit ein schönes Leben zu machen, gründete sie das Webportal utopia.de, das das Leben vieler besser machen soll. Utopia setzt darauf, dass Verbraucher mit strategischem Konsum für mehr soziale Gerechtigkeit und ein besseres Klima sorgen können. Bisher funktioniert das recht gut: Drei Jahre nach der Gründung hat Utopia mehr als 55.000 Nutzer und berät inzwischen große Unternehmen in Fragen der Nachhaltigkeit.

Fluter: Hallo, Frau Langer. Herr Leggewie ist ganz angetan von den Möglichkeiten, die sich einem politisch denkenden Bürger bieten, die Welt durch seinen Konsum zu verbessern. Sehen Sie das ähnlich optimistisch?
Claudia Langer: Ja und nein. Ich sehe vor allem den Unterschied zwischen dem, was möglich ist, und dem, was tatsächlich getan wird. Der Verbraucher ist ein unsicherer Verbündeter und unsicherer Wähler,
er schickt widersprüchliche Signale an Unternehmen und Politik. Er könnte die Welt verändern, aber er tut sicher nicht genug.

Meinen Sie all die Menschen, die grün wählen, aber jedes Wochenende mit Billigfliegern irgendwohin fliegen?
C. L.: Klar gibt es viel Hedonismus, an dem ich verzweifeln könnte. Aber wir leben alle mit unseren Widersprüchen. Viele meiner Freunde z. B. haben „das Projekt“, in diesem Jahr „endlich“ zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, aber keine Zeit für die drei Minuten, die man dafür benötigt. Die Masse der Menschen ist leider träge und so desinteressiert, dass sie die Welt nur noch im Privatfernsehen an sich ranlassen. Mich ärgert das aber jeden Tag. Dass die Bewussteren, die theoretisch alles wissen, auch viel zu wenig tun, ist fast noch schlimmer.

Ist der Klimaschutz nicht auch eine Frage des Geldes?
C. L.: Null. Die Diskussion stehe ich locker durch. Tiefkühlpizzen und Wurst in der Plastikverpackung sind letztlich nicht viel billiger als vernünftiges Essen. Wir haben auf unserem Portal extrem viele Leute, die nicht so viel Geld haben – Hartz-IV-Empfänger, die viel bewusster leben als das Akademikerpaar in Prenzlauer Berg oder Schwabing, das einen viel höheren CO2-Fußabdruck hat.

Sie reden viel mit Managern über die Entwicklung nachhaltiger Produkte. Gibt es in den Unternehmen ein Umdenken?
C. L.: Absolut. Ich spüre in Teilen der Wirtschaft einen grundlegenden Wandel im Bewusstsein. Viele Manager leben mit einer Ahnung, was da auf uns alle zukommt. Das Internet ist ein zusätzlicher Treiber, weil das Web 2.0 in kürzester Zeit die Reputation eines Unternehmens zerstören kann. Wenn sich früher ein Konsument beschwerte, hat man ihm eine Entschuldigung und eine Kiste Freibier geschickt. Heute ist der Unmut öffentlich. Das führt dazu, dass Unternehmen sich dem Dialog stellen und reagieren müssen.

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Stand: 14.07.2010 von

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    schrieb am 23.07.2010 um 16:28
    Leider konnten in der Vergangenheit weder Religion, Wissenschaft, Philosophie, Esoterik, Menschenliebe, Politik, Gesellschaftsstrukturen, Technik, Rückgewandtheit, Menschenführer, Diktatoren, Hilfsorganisationen,...eine Veränderung in dem Sinne herbeiführen, über das wir hier in sehr kleinem Maßstab diskutieren.

    Nun den, um die Hoffnung nicht ganz aufzugeben, bin ich der Gemeinschaft "UTOPIA" beigetreten.

    Ich hoffe nun, dass UTOPIA nicht einem kleinen Kreis von Intellektuellen vorbehalten bleibt, sondern in der Nutzung der Vielfalt seiner Mitglieder zu einem konkreten Veränderungsprozess (Wobei ich hier nicht von der absoluten Wahrheit spreche) führt.

    Sollte sich am Ende der "Menschheit" herausstellen, dass genau der Prozess, der gelaufen ist und laufen wird, der Sinn der "Menschheit" war, wäre ich auf sehr zufrieden, ein Teil dieses Prozesses gewesen zu sein.

    ;-) mehr weniger
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    schrieb am 21.07.2010 um 20:58
    Schon mehrfach habe ich die Meinung gehört, dass gegen den übertriebenen Konsum andere/wahre Werte, wie menschliche Beziehungen/Gemeinschaften, Kunst oder Religion, auch helfen können.
    M.E. ist da etwas drin.
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    schrieb am 21.07.2010 um 10:38
    Hallo,

    Das ist voellig richtig, weil der eine Konsument sich vom andern unterscheidet.
    Weniger Geld, egal was ich esse, nur bio nur eins versteh ist nicht.
    Konsument 6 macht alles, situativ gesteuert......

    Die Leute in Afrika haben auch zu essen, aber die Europaeische Union macht
    die Preise kaputt...... sie verkaufen Ihre Produkte billig und die heimischen Erzeugnisse
    der Bauern werden sie nicht los weil die EU billiger ist.......
    So etwas sollte und muesste verboten werden.........

    mctobi mehr weniger
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    schrieb am 21.07.2010 um 10:21
    - Konsument 1: muss billig kaufen
    - Konsument 2: will billig kaufen
    - Konsument 3: weis nicht was er kauft
    - Konsument 4: egal was
    - Konsument 5. nur Öko
    - Konsument 6: macht alles, situativ gesteuert

    "Philosophische, Wissenschaftliche und Psychologische" Betrachtungen der "Welt" beschreiben nur den Status Quo.
    Leider zementiert diese Art der Betrachtung meistens nur den aktuellen Zustand.

    Wenn ich einkaufen gehe, fällt mir immer nur die einfache Beschreibung des "Konsumenten" ein.
    Egal in welchem politischen, wirtschaftlichen System sich der Konsument aufhält, sind die Verhaltensmuster gleich. mehr weniger
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    schrieb am 20.07.2010 um 23:32
    Ok, mit `Westlicher Welt` meine ich natürlich den Kapitalismus und den gibt es auch, wenngleich in geringerem Ausmaß, inden nicht westlichenLändern.

    Ansonsten: Wenn dich die von mir angesprochene Thematik interessiert: lies Gebser!
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