Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Utopia-Gründerin Claudia Langer im Interview

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    schrieb am 17.09.2012 um 16:25
    Ich würde gerne zur Buchvorstellung am 27. September in Berlin kommen. Wo wird das stattfinden und wie kann ich mich anmelden?
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    schrieb am 17.09.2012 um 16:31
    Am Donnerstag gibt's auf Utopia genauere Infos zur Buchvorstellung in Berlin. Mehr darf ich nicht verraten :)

    Gruß Christoph
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    schrieb am 17.09.2012 um 16:45
    Ich bleibe gespannt ;-)
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:14
    Ich gebe Claudia Langer ja völlig Recht. Auch ich koche vor Wut darüber, wie wenig passiert, um umzukehren. Vielleicht müssen wir es aushalten, die Welt nicht retten zu können - zu viele Menschen, zu viele Bedürfnisse. Nächste Woche erscheint "2052", der Folgebericht zu 40 Jahren "Grenzen des Wachstums"!

    Aber bei aller angedeuteter Selbstkritik: ich erinnere mich noch, als ich kurz nach Gründung von utopia.de in einem Blatt der Deutschen Bahn, das im Zug auslag, ein Interview mit Claudia Langer las, in dem sie berichtet, gerade von einer Kanadareise zurückgekehrt zu sein und schon wieder eine Südafrikareise zu planen.

    Flüge zu kritisieren ist tabu, ein heißes Eisen, wird daher von allen Nachhaltigkeitsexperten eher ausgeklammert. Aber was wir hier an CO2 erzeugen, stellt alles in den Schatten, was wir sonst an besserem Verhalten erzeugen. Da braucht man dann auch nicht die Zulassungsraten der Geländewagen kritisieren.

    Daher, bitte: hier schon mal selbst anfangen, den Zug nehmen, eher mal Videokonferenzen machen, nähere Urlaubsziele suchen etc.; und wer solch eine Streitschrift schreibt, macht sich nun mal angreifbar - und erhöht die Erwartungen an das eigene Verhalten. Da reicht es m. E. nicht zu sagen, dass man selbst immer noch viel zu viel fliegt.

    Ansonsten: wer frustriert und demoralisiert ist wegen der Umweltkrise, dem sei unbescheiden auch mein Werk dazu empfohlen - siehe www.mensch-was-nun.de. Aus der eigenen Ohnmacht heraus und vor meinem beruflichen Psycho-Hintergrund habe ich mir 'Strategien entwickelt, wie der Lauf der Welt erträglicher betrachtet werden kann.
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    schrieb am 17.09.2012 um 19:50
    Danke für den Buchtipp. Ich finde es auch einen guten Schritt von Dir, dass Du von den Einnahmen gleich einen Anteil an den BUND spendest.
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:30
    Gut - ich gebe es zu. Ich bin einer von denen. Einer von den Angeklagten. Ein bischen der etwas verbitterte Wissenschaftler. Ein bischen vergrämte Elite. Ich habe immer versucht zu tun, was ich tun kann. Ich bin vor Mauern gelaufen. Habe mir eine blutige Nase nach der anderen geholt. Ich habe versucht zu fördern. Früher auch mit Geld. Nicht wenig Geld. Ich habe Kampagnen unterstützt, geforscht, gelernt, Bücher geschrieben, mich (mit in der Tat auch viel zu viel Herumfliegerei) auf internationalen Konferenzen herumgetrieben. Ich habe im Rahmen eines Solarunternehmens meinen winzig kleinen Beitrag zur Energiewende zu leisten versucht (und wieder eine blutige Nase davongetragen). Ich versuche irgendwie, wie alle anderen auch, im sich immer schneller drehenden Hamsterrad am Leben zu bleiben und irgendwie meinen Kindern Werte zu vermitteln. Nachhaltigkeit. Vorsorge. Mitgefühl. Geduld. Toleranz. Selbstverständlichkeiten. Jahrzehnte Beschäftigung mit Umweltschutz - vom Vogelschutzverein und der Umwelt AG in der Mittelschule bis zu Umweltgutachten bei Parlamenten und geladenen Vorträgen auf NATO advanced research workshops und ähnlichem. In all dieser Zeit ist es mir nicht einmal gelungen meinen eigenen Vater davon zu überzeugen, daß man im Hobbygarten und wirklich auf den massenhaften Einsatz von Pestiziden und Herbiziden verzichten kann. Nach all den Jahren sprüht der seine Terrasse mit Roundup ein, ertränkt seinen Rasen in Kunstdünger und dreht das Thermostat auf 5, damit es schneller warm wird. Ich habe versagt. Und ich lebe auf dem Land, muß selber Auto fahren, besitze selber ein schlecht isoliertes altes Landhaus, was nur mittelmäßig mit Gasantrieb, Solarheizung und Solarstrom wieder wettgemacht wird. Und nicht einmal im eigenen familiären Bereich kann ich überzeugen. Obendrein bin ich selber ebenfalls kein Heiliger.

    Auf der anderen Seite sehe ich einerseits vermeintliche Selbstverständlichkeiten (nichts kann ewig wachsen...), auf der anderen Seite unvorstellbare Komplexitäten und Dimensionen. Sieben Milliarden Menschen. Die Mehrzahl davon hat sich über Nachhaltigkeit kaum je Gedanken gemacht. Ich komme ursprünglich aus der Astronomie und Astrophysik, und große Zahlen schrecken mich nicht, aber die psychologischen, soziologischen, ökonomischen und ökologischen Komplexitäten einer Welt aus 7, 8, 9 oder mehr Milliarden Menschen lässt mich erstarren. Es tut mir wirklich leid, aber strategischer Konsum ist in Angesicht dieser Größenordnung wie ein Schwarm aufgeregter Möwen der durch heftiges Flattern versucht einen Hurricane zu stoppen. Das Thema hier heißt Trägheit. Im Sinne von Systemträgheit. Inertia. Die Welt wird sich, wie ich fürchte, populationsbiologisch wieder stabilisieren. Wenn uns der Saft ausgeht. Auf etlichen Ebenen zugleich. Der Mensch verdient seinen Namen "Homo Sapiens Sapiens" nicht. Ich habe ihn für mich umbenannt in Homo Sapiens potentialis. Weisheit existiert in uns nur als entfernte Möglichkeit. Vielleicht ist Verbitterung in diesem Zusammenhang lediglich Realismus. Man kann die Zukunft nur schwer langfristig vorhersagen, aber es gibt mathematische Zwangsläufigkeiten...
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:38
    Schöner Kommentar!
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:57
    Ja so ist es.
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:04
    Wow - so viel Realismus tut schon fast weh! Aber wahrscheinlich hast du Recht... Dennoch bin ich nicht bereit zu resignieren, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein wird. Wer nicht kämpft, hat schon verloren... Es ist die Verzweiflung, die mich antreibt und die Angst vor der Ohnmacht, nichts zu tun.
    "Das Ökosystem Erde ist nicht in Gefahr. Wenn der Mensch erst ausgestorben ist, wird es sich sehr rasch wieder regenerieren. Die Frage ist nur, ob ein Aussterben des Menschen dafür nötig sein wird oder ob die Menschheit es schafft, sich so in die Ökosysteme einzugliedern, dass diese sich trotz und mit dem Menschen wieder erholen." (Hans-Peter Schmidt, Leiter des Delinat-Instituts für Ökologie und Klimafarming)
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:04
    Resignieren? Nein. Auch wenn ich kein Christ bin - ich mag ihn sehr, den Spruch vom Apfelbäumchen. Warum auch nicht? Und: es gibt sie, die Gegenbewegung. Seit Jahrtausenden! Allerdings: sie hat sich immer schon selbst pervertiert, wurde immer wieder selbst am Ende "Teil des Systems". Was immer man mit "System" auch meint. David Graeber's "Debt - the first 5000 years" hat bei mir (dem anthropologisch insgesmat eher Unbeleckten) eine Menge Erkenntnistüren aufgeschlagen. Und einige Hoffnungnstüren zugeschlagen. Aber eben nicht alle.

    Das Ökosystem Erde... wenn damit die Biosphäre gemeint ist - die wird uns vermutlich eine Weile überleben. Und sei es als feuchtwarmer Schimmelpilzplanet. Ich denke da eher an das Projekt Menschheit, das Projekt menschliche Zivilisation - vielleicht kann man ja die Entstehung der Intelligenz und technischer Fähigkeiten als eine Art "Projekt" oder einen Versuch der Natur betrachten. Ein Experiment. Intelligenz mit Händen kombiniert - geht das? Oder ists ein großer Griff ins evolutionäre Klo auf Kosten aller anderen Lebewesen? Ich fänds schön, wenn es irgendwie ginge. Als alter Science Fiction Fan und gelernter Weltraumheini träume ich noch von einer utopischen lebensfreundlichen Zukunft, die es irgendwie schafft, friedlich nach den Sternen zu greifen.
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    schrieb am 17.09.2012 um 20:10
    Ausschnitt aus einem Interview mit Eugen Drewermann:

    Was schlagen Sie also vor?

    Wir brauchen ein Gleichgewichtsdenken, ein Wirtschaftssystem, das der Natur nur das entnimmt, was wir ihr auch wieder restituieren. Aber wir haben ein Wachstumsmodell, was nichts anderes heißt als fortschreitende Zerstörung bei ständig steigendem Tempo. Das gilt heute als politisch korrekt.



    Sie klingen deprimiert.

    Ich bin überhaupt nicht deprimiert, weil ich religiös denke. Dächte ich als Politiker oder Umweltschützer, wäre ich wohl am Verzweifeln. Eine Veränderung ist auf lange Zeit nämlich nicht in Sicht.



    Inwiefern hilft Ihnen Ihre Religiosität?

    Sie ist für mich der wichtigste Trost. Man muss die Dinge sagen, weil sie richtig sind, sie tun, weil sie innerlich stimmen. Ob und wann man damit Erfolg hat, ist sekundär. Schön, wenn er sich einstellt, aber daraufhin kann man nicht leben. Eigentlich wünsche ich mir in diesem Zusammenhang nur eines.



    Das wäre?

    Dass wir auf Grundlage einer veränderten Ethik zulassen, was nach Schopenhauer jede Ethik trägt: allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht entgegenzubringen wie dem eigenen und Mitleid mit jeder leidempfindenden Kreatur zu haben. Damit ist ganz von alleine klar, was man tun darf und was nicht.

    http://diepresse.com/home/panorama/religion/1290837/Drewermann_Wir-sind-nicht-der-Mittelpunkt-der-Evolution?from=suche.intern.portal
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:14
    Ja - Eugen Drewermann hat natürlich recht. Die religiöse/spirituelle Tradition, zu der er gehört, ist eine der Gegenbewegungen zur jahrtausende alten Herrschaft der Gier (nach Macht?). Und zu dieser Bewegung gehören, wie ich das sehe, Menschen aus allen Epochen, Religionen, Kulturen und Traditionen. Das ist ein Teil der Hoffnung, finde ich. Und gerade die Zersplitterung sorgt für die diversen Dornen, oder eben Splitter, in diversen Augen. Aber der Gegner ist die Logik der inzwischen vollständig durchglobalisierten (und damit nationalen Kontrollen entzogenen) Finanzmaschinerie und ihres Grundprinzips, dem exponentiellen Wachstum. Eben das sorgt für die immer größer werdende Trägheit des Apparates gegenüber Veränderungen. Das wiederum relativiert und dämpft meine persönliche kleine, flackernde Flamme der Hoffnung.
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    schrieb am 20.09.2012 um 12:03
    Mit schön würd ich den Kommentar nicht belegen, wie emma, sondern mit sehr ehrlich, was Gut!!! ist und eben: ich würde Realismus nie Verbitterung nennen!
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    schrieb am 04.10.2012 um 12:25
    @Stefan_Thiesen: „ich gebe es zu. Ich bin einer von denen …Einer von den Angeklagten“ ?<du hast eine Menge getan und wie ich herauslese, tust du es eigentlich ständig, also fällst du sicherlich nicht unter „man müsste“. Nur die getanen Erfahrungen zeigen, wo wir uns Chancen haben zu bewirken und verwirklichen. Auch das „gegen Wände laufen“ gehört dazu, wie sollen wir sonst erfahren, wie dick sie sind, wo sie tatsächlich zu durchdringen und wo nicht. Ich sehe darin kein Scheitern sondern genau dort die Option, durch die Erfahrung gezieltere Wege zu finden. Danke für deine wohltuende, realistische Ausdrucksform!
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    schrieb am 04.10.2012 um 16:19
    @Evi: nun - danke. Aber ich kenne mich halt. Und ich bin widersprüchlich und bisweilen inkonsequent. Ich fürchte, das hat etwas mit der Natur der Spezies zu tun, zu der ich gehöre.

    Aus meiner Sicht ist die Wissenschaft eine starke Verbündete. Sobald wir uns hinsichtlich Ethik, Moral geeinigt habe - oder auch nur darauf, was ein Mindeststandard an global-gesellschaftlicher Fairness sein soll - kann sie helfen ein einigermaßen objektives Bild dessen zu liefern, was funktioniert, und was nicht. Man sollte meinen politische Entscheidungen würden auf der Basis von Fakten getroffen. Das ist aber in Wirklichkeit nicht der Fall. Mathematik ist ein mächtiges Werkzeug, aber es war - und ist - ja fast schon schickt von sich zu sagen man hätte von Mathematik keine Ahnung - und außerdem braucht man das eh in der wirklichen Welt nie. Tatsächlich fliegt uns die wirkliche Welt fast um die Ohren weil, wie Prof. Bartlett immer sagt "The greatest shortcoming of the human race is our inability to understand the exponential function". Die Naturwissenschaften, mit Mathematik als schärfstem Werkzeug, können dazu beitragen, daß wir die Diskussionen immer wieder von der Ebene unserer erhitzten Köpfe, unserer Wünsche, Träume, Ängste, Ideologien etc. auf die Ebene einer auf Fakten basierenden Sachdiskussion holen. Wie ich das sehe sollten wir mit all unserer Passion darüber diskutieren welche Art von Welt wir mehrheitlich wollen, und wenn wir das ausdiskutiert haben uns hinsetzen und mit kühlem Kopf austüfteln, wie wir dort am besten hin gelangen. Immer im Bewußtsein unserer eigenen Unzulänglichkeit, Fehleranfälligkeit und auch Korrumpierbarkeit. Es ist ja eine uralte Einsicht, daß die dicksten Mauern die wir einreißen müssen in uns selber stecken.
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    schrieb am 04.10.2012 um 16:36
    Stephan Thiesen Schrieb:

    "Aus meiner Sicht ist die Wissenschaft eine starke Verbündete. Sobald wir uns hinsichtlich Ethik, Moral geeinigt habe - oder auch nur darauf, was ein Mindeststandard an global-gesellschaftlicher Fairness sein soll - kann sie helfen ein einigermaßen objektives Bild dessen zu liefern, was funktioniert, und was nicht."

    Ok, aber wen meinst du mit "WIR"? Wir Menschen? Also die Weltbevölkerung. Die spannende Frage ist nur, wie genau es die Weltgbevölkerung anstellt, sich hinsichtlich Ethik, Moral oder Mondeststandards globalgesellschaftlicher Fairness zu einigen.
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    schrieb am 04.10.2012 um 17:25
    "Aus meiner Sicht ist die Wissenschaft eine starke Verbündete"
    Sagen Monstanto und die Rüstungsfabrik XY auch.
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    schrieb am 05.10.2012 um 01:59
    @MariaL: eben deswegen habe ich betont daß wir uns zunächst auf Ethik einigen müssen. Wissenschaft ist eine Methodik. Das Problem bei Monsanto und der Rüstungsfabrik XY ist, daß diese Organisationen keine freie Wissenschaft betreiben sondern - in gewisser Weise in verfassungsfeindlicher Weise (Forschung und Lehre sind frei) - das Wissen monopolisieren und patentieren. Ich spreche von freier Wissenschaft, deren Ergebnisse jedermann zugänglich sind. Unproblematisch ist das nie in der Welt, in der wir nun einmal sind. Noch problematischer wäre es, den Monsantos dieser Welt das wissenschaftliche Feld vollends zu überlassen. Wir leben in einer wirtschaftlich-technisch-wissenschaftlich geprägten Welt, und ohne Expertise in diesen Bereichen ist man inzwischen weitgehend machtlos. Ich selber bin alles andere als glücklich über die immer stärker von Unternehmen dominierte Forschungslandschaft, aber leider ist der Allgemeinheit die Bedeutung unabhängiger öffentlich finanzierter Forschung nur wenig bewußt. Ebensowenig wie die Tatsache, daß grad medizinische Forschung inzwischen fast vollständig kommerziell dominiert ist - mit den üblichen Interessenkonflikten.

    Wissenschaft kann ein starker Verbündeter sein, wenn man mit reproduzierbaren und empirisch untermauerbaren Methoden beispielsweise nachweisen kann, daß unser Finanzsystem eine Umverteilungsmaschine von unten nach oben ist. Wenn man das aus dem Bauch heraus sagt, dann wird einem Neid-Debatte vorgeworfen oder man wird in die Marxistische Schublade gesteckt. Wenn etwa ein Prof. Jürgen Kremer, Wirtschaftsmathematiker und Physiker, das hart vorrechnet, hat das ein anderes Gewicht. Und dann kehrt sich die Beweislast um. Die Karten sind anders gemischt 2012, als sie es noch vor 10 Jahren waren. Auch wenn es weder Medien noch Öffentlichkeit großartig gemerkt haben.
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    schrieb am 05.10.2012 um 07:37
    "daß wir uns zunächst auf Ethik einigen müssen"

    Das ist für mich eine absolut leere Formel.
    Bzw. das habe ich schon vor 35 Jahren im Schulaufsatz so geschrieben, ohne den geringsten Plan zur Umsetzung.

    Wie macht man das?
    Daß Du und ich uns auf mehr Ehtik einigen, mag ja noch einfach sein.
    Aber was machen wir mit dem Rest der Welt? ;-)
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    schrieb am 05.10.2012 um 12:12
    @Maria: ist die gemeinsame Ethik eine leere Formel, oder ein Jahrtausende altes ungelöstes Dilemma? Außerdem ist die Phrase vielleicht nicht so leer, wie sie sich vielleicht anfühlt. Es gibt in unserem Land in vieler Hinsicht einen breiten ethischen Konsens, aber der ist nicht statisch, und nicht stabil. Dennoch ist er typisch Deutsch, typisch für das Jahr 2012 in diesem Land - oder mehr noch: typisch westeuropäisch. Ein Beispiel: in den USA hat ein 14jähriges Mädchen seine Schwangerschaft verheimlicht, das Baby alleine im Badezimmer ihrer Eltern zur Welt gebracht und den Säugling dann getötet. Sie wurde wegen Mordes verhaftet, wie eine erwachsene Terroristin öffentlich in Handschellen abgeführt, ihr Photo ist überall im Netz zu sehen, es wird diskutiert, ob sie aufgrund der Schwere ihrer Tat nach erwachsenem Strafrecht angeklagt werden soll, und zahlreiche Stimmen geifern durch das Internet, die Schwere ihrer Tat sei durch nichts zu entschuldigen und durch nichts zu Übertreffen. Das geht bis zur Forderung nach lebenslanger Haft oder gar Hinrichtung.

    So. Sagen wir das wäre in Frankreich, Deutschland, Holland, Dänemark etc. passiert. Die Diskussion sähe anders aus. Die meisten von uns würden sich erschreckt die Frage stellen, wie so etwas Entsetzliches passieren konnte. Wieso konnte sich das Mädchen niemandem anvertrauen? Wieso hat die Familie, haben Lehrer und Mitschüler, nichts von der Schwangerschaft bemerkt? Wie konnte sie in einen so tief verzweifelten psychologischen Ausnahmezustand geraten, daß sie die Schwangerschaft geheim gehalten hat, einsam und alleine ihr Kind gebiert und es dann tötet? Was für fürchterliche Seelenqualen muß dieses Mädchen durchgemacht haben?

    Mein Punkt: wir haben in vieler Hinsicht in Europa ethisch-moralische Vorstellungen, die typisch europäisch sind, aber natürlich auch innerhalb Europas kulturelle Abweichungen zeigen. Dennoch gibt es bereits so etwas wie eine europäische Kultur und europäische Ideale. Sie spiegelt sich auch in unseren Verfassungen und Gesetzen wieder. In solchen Konzepten wie Menschenrechten, sozialer Absicherung, Umweltschutz und Tierschutz. Und all das ist das Resultat eines langen historischen Prozesses. Weltweit trägt dieser Gedanke nicht so sehr zu Hoffnung bei, weil schon in Europa bergen die (vergleichsweise kleinen) Abweichungen großes Konfliktpotential, und es gibt offensichtlich mächtige finanziell motivierte Gegenbewegungen zu Themen wie Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit.

    Wenn eine gemeinsame Ethik eine Worthülse ist - worauf sollen wir uns dann verständigen? Worauf soll unser (gemeint: Menschheit) weltweites Handeln fußen wenn wir nicht einmal entscheiden können wohin wir wollen? Auch eine Ayn Rand hat zahllose Anhänger mit Ihrer Philosophie der totalen Selbstverwirklichung auf Kosten aller anderen. Auch das ist eine Entscheidung. Meine wäre es nicht. Deine? Eure? Vermutlich ebenfalls nicht.

    Wenn wir sagen es geht sowieso nicht, daß wir eine gemeinsame ethische Grundeinstellung der Welt zuwege bringen, dann können wir die Diskussionen sofort einstellen und uns vertrauensvoll der "unsichtbaren Hand" des Marktes hingeben. Schließlich haben von Buddha bis Gandhi alle Versuche versagt die Menschen zu "erleuchten", und auch die Anhänger des Jesus Christus ergehen sich seit 2000 Jahren in Aktivitäten die sich meiner Vorstellung nach nicht wirklich mit den Lehren dieses Mannes in Verbindung bringen lassen. Aber dennoch - die ethischen Einflüsse der Weltreligionen, der philosophische Humanismus, die großen Sozialbewegungen - all dies findet sich in teils gescheiterten teils erfolgreichen Versuchen zu einer Weltethik doch wieder. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Tierschutz im Grundgesetz. Die Charta der Uno. Die zahlreichen global agierenden Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen. Vieles davon ist fehlerbehaftet, aber es ist eben nicht nichts, nicht völlig planlos. Es gibt Foren wie dieses hier. Und es gibt eben nicht nur die vertragsgebundenen Geldforscher die eingebunden sind in quasi faschistische Unternehmensstrukturen - es gibt auch Pugwash, es gibt die "Union of Concerned Scientists" und viele andere kleine und Große Vereine und Organisationen die nach einer gemeinsamen Ethik suchen, nach einem Rahmen für unser Handeln der absteckt was Menschenwürde bedeutet, was die gemeinsamen Werte sind, auf die wir uns einigen können. Gelingt uns das nicht, gehen wir eben den Weg der Bierhefe. Dann kommt irgendwann der Punkt an dem unsere Nachfahren mit Knüppeln und Schwertern eine ausgeplünderte, entwaldete, verseuchte Erde durchstreifen und sich gegenseitig auffressen. Ist die gemeinsame Ethik ist eine hohle Phrase) Oder ist sie eine Grundvoraussetzung für das Überleben der Menschheit, bevor diese an sich selber erstickt?
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    schrieb am 05.10.2012 um 12:54
    "Es gibt in unserem Land in vieler Hinsicht einen breiten ethischen Konsens, aber der ist nicht statisch, und nicht stabil."

    Da hast Du mich falsch verstanden, wenn Du verstanden hast, daß ich dieses bezweifle oder nicht dafür bin, ethisches und moralisches Handeln -wo immer- zu tun, zu propagieren und vor allem zu honorieren.

    Ich habe nur den Satz "wir müssen uns auf mehr Ehtik einigen" schon so häufig gehört, immer im Zusammenhang mit der Tatsache, daß jemand ratlos ist und zugeben muß, für dieses Problem gibt es keine schnelle Lösung.

    Der Satz bringts so schön auf den Punkt und danach ist Vakuum.
    Ehrlich zu sagen, "Für dieses Problem zeichnet sich keine schnelle Lösung ab und deshalb bin ich rat- und mutlos", kann vielleicht manchmal mehr Energie freisetzen.

    Wenn man über Ehtik spricht, ist es eine Worthülse.
    Wenn man ethisch handelt, dann ist das Tun.

    Puh...wie waren wir noch mal drauf gekommen?
    Ich habe irgendwie in diesem Thread den Faden verloren und gehöre ja auch zur "Man müßte mal etwas mehr labern"- Fraktion ;-)
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    schrieb am 05.10.2012 um 15:19
    Habe jetzt aber keinen Hinweis darauf gefunden, wie die Menschheit das anstellen soll mit der gemeinsamen ethischen Grundlage für das wirtschaftliche Handeln.
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    schrieb am 05.10.2012 um 15:22
    "Wenn man über Ehtik spricht, ist es eine Worthülse.
    Wenn man ethisch handelt, dann ist das Tun."

    Sollte das so sein, wäre es unverständlich, wieso du dir so eine Worthülse antust.
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    schrieb am 05.10.2012 um 16:33
    Das habe ich mich doch im Post drüber auch schon gefragt.
    Aber ich weiß doch auch nicht auf alles eine Antwort.
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    schrieb am 05.10.2012 um 19:42
    Naaja, wie soll man auch so ein unmoralisches Tun erklären, wie durch eigenes Reden über Ethik das moralische Postulat aufzustellen, dass über Ethik zu reden unmoralisch ist :-)

    Einig sind wir uns vielleicht in unserer Abneigung gegen Postulate über Ethik, bei der edle Wünsche vorgetragen werden ohne dass dabei ein Gedanke über die Möglichkeit bzw, über mögliche Wege ihrer Verwirklichung verschwendet wird.

    Moralisch hinreichend integer zu leben halte ich alledings innmitten einer Gesellschaft, die auf Grundlage einer Wirtschaftsordnung funktioniert, die unmoralisches Tun (nämlich Raubbau) belohnt, für unmöglich. Es gibt eben tatsächlich kein richtiges Leben im falschen. (Höchsten ein einigermaßen richtiges Streben).

    Ich meine: Sich weltweit auf ethische Grundsätze im Hinblick auf Produktionsstandards zu einigen, dafür auch Wissenschaft in Beschlag zu nehmen, dies zur Grundlage freier Übereinkünfte einer vereinigten Menschheit zu machen nach der die Weltwirtschaft zu funktionieren hätte, ist ein frommer Wunsch, der es verdient hätte nicht nur ernst genommen, sondern auch ernst gemeint zu sein.

    Wer aber über Weltkommunismus nicht reden will, d.h. über die Herstellung einer als solche handlungsfähigen Menschheit, sollte vielleicht auch nicht propagieren, dass WIR (?) UNS (?) erst einmal auf ethische Grundsätze einigen sollten.
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    schrieb am 05.10.2012 um 20:34
    " Es gibt eben tatsächlich kein richtiges Leben im falschen. (Höchsten ein einigermaßen richtiges Streben)."
    Das muß auch reichen.
    Wir sind Menschen und keine Götter und zeige mir jemanden, der von sich behauptet, moralisch vollkommen integer zu sein und ich zeige Dir einen Psychopathen.

    Was in unserem Kulturkreis selbstverständlich als ethisches 1x1 gilt, kann in anderen Kulturen absolutes NoGo sein und umgekehrt.

    Da hat sich Ikea vorsichtshalber entschlossen, alle Frauen aus dem Katalog für Saudi-Arabien zu retuschieren. Nach dem Motto, wenn wir keine Frauen abbilden, können wir schon nicht gegen irgendwelche saudiarabischen Moralvorstellungen verstoßen.
    Ausgerechnet der Botschafter Saudi-Arabiens hat jetzt allerdings Ikea schwer gerügt, das sei ja wohl Rufmord und selbstverständlich dürfen in Saudiarabien Frauen in Werbekatalogen abgebildet werden.
    Hähä...ätschbätsch...dumm gelaufen für Ikea.

    Wenn WIR (wer auch immer) glauben, ethische Mindestmaße aufstellen zu müssen, dann könnten WIR (wer auch immer) sehr leicht in den Ruf kommen, übergriffig zu sein.

    Es wäre wirklich mal interessant, was unterm Strich das ethisch/moralische Mindestmaß wäre, auf das sich alle Kulturen einigen könnten.
    Plus dazugehöriger Wirtschafts- und Produktionsstandards.

    " die Herstellung einer als solche handlungsfähigen Menschheit"
    Puh...Du kannst es aber auch mit den Worthülsen... ;-)
    Wie geht das?
    Ich stelle mir gerade den Lieben Gott mit dem Tonklumpen vor.
    Sowas wie die Herstellung einer handlungsfähigen Menschheit hat ihm vermutlich vorgeschwebt.
    Keine Ahnung woran es dann gescheitert ist.
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    schrieb am 05.10.2012 um 22:51
    @ Maria: "Da hat sich Ikea vorsichtshalber entschlossen, alle Frauen aus dem Katalog für Saudi-Arabien zu retuschieren. Nach dem Motto, wenn wir keine Frauen abbilden, können wir schon nicht gegen ..."

    Immerhin ist das besser für Ikea, als hätten sie Frauen abgebildet, und es hätte einen Aufstand gegeben!! Gerade in islamischen Ländern ist das explosiv...

    Ikea hätte ein bissi mehr Recherche tun können und voher fragen, oder?
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    schrieb am 05.10.2012 um 23:50
    @topist: Weltkommunismus ist vielleicht noch eine schlimmere Worthülse als gemeinsame Ethik. Obendrein eine die wahrlich nicht nur positiv besetzt ist. Schon die Benutzung des Wortes erstickt leider häufig jede Diskussion im Ansatz. Ich versuche Kommunismus als historische- und Gesellschaftstheorie aufzufassen, muß mich aber auch beim Wort Weltkommunismus erstmal schütteln, um das Bild eine globale Sowjetstaates und ein starkes vom-Regen-in-die-Traufe Gefühl loszuwerden. Abgesehen davon: löst Weltkommunismus das Problem des Bevölkerungswachstums? Oder löst Weltkommunismus das Problem des Wirtschaftswachstums und der Energieversorgung? Ich würde lieber als armer Mensch in Kuba leben als auf den nominell reicheren Philippinen, aber ist Kuba ein Modell für Kenia oder Kongo?

    Gestern habe ich eine Reportage gesehen über die Zwangsmästung kleiner Mädchen in Mauretanien. Die Kinder werden zwangsernährt mit fettiger Kamelmilch - zehntausend Kalorien am Tag. Das ist die reine Folter. Sie sollen schneller geschlechtsreif werden um schneller verheiratet werden zu können. Das ist dort Teil der Kultur, der Tradition. Ganz normal. Und unsere Welt ist voll von solchen Traditionen. Wie soll man da Weltkommunismus einführen? Ethische Minimalstandards wie "Du sollst nicht töten" sind schwierig genug.

    Vielleicht gibt es aber einen anderen Hebel. "It's the economy, stupid" meinte Clinton. Die Neoklassiker und Neoliberalen vergöttern die unsichtbare Hand, meinen die "Gesetze" des Marktes würden letztlich die Menschen zu ethischem, kooperativem Handeln zwingen. Ich sehe es genau umgekehrt, daß die meisten Menschen von Natur aus zumindest kooperativ sind und unser Wirtschaftssystem und dessen tägliche Lebenswirklichkeit sie davon abhält, sich ihrer Natur gemäß zu verhalten. Wenn ich mir die Arbeiten von Binswanger, Jürgen Kremer (Rhein Ahr Campus) David Graeber und auch Bernard Lietaer anschaue, dann bin ich mir sicher, daß fast alle unsere Probleme mit einem völlig falsch konstruierten Finanzsystem zusammenhängen - falsch zumindest, wenn es um die Interessen der Mehrheit geht. Das Geldsystem muß radikal reformiert werden. Aber - auch dafür braucht es einen ethisch-moralischen Konsens: wieso sollten die Privilegierten den weniger Privilegierten Privilegien abtreten? Dennoch ist wie mir scheint eine Reform des globalen Geldsystems eine vergleichsweise einfache Aufgabe verglichen mit Weltkommunismus. Das eine kann ich mir zudem vorstellen. Das Ende bleibt wolkig - und trotz Schütteln von Unbehagen begleitet...
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    gelöscht am 06.10.2012 um 00:43 von Stefan_Thiesen
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 06.10.2012 um 01:56
    Auch meiner Ansicht nach ist Wissenschaft eine starke Verbündete , aber Ethik und Moralbegriffe werden global gesehen aufgrund kultureller Andersarten und dem kollektiven geistigen Niveau einer Gesellschaft mit ihren regionalen Bedürfnissen vollkommen unterschiedlich interpretiert. Schon der Begriff "ein Mindeststandard an globalgesellschaftlicher Fairness" ist mit sovielen Variablen verbunden, dass eine einheitliche Formel nur sehr heruntergefahren möglich sein wird.

    Was ich komisch finde, ist, selbst die Wissenschaft entwickelt sich immer eher in Richtung Zerstörung als in Richtung Aufbau und Resourcenschonung! Neue gute Technologien werden solange von Lobbies unterdrückt, bis es nicht mehr anders geht und die Zeichen von Änderungsnotwendigkeit deutlich sind. Es werden Tiere und Pflanzen für neue Produkte solange ausgebeutet, bis die Uhr auf 1min vor 12:00 steht....
    Und das, obwohl "gute" Wissenschaft lange lange die Basis für "gute" Änderungen schon geschaffen und Technologien parat hat, kommt die "böse" Wissenschaft und schießt dagegen. Dafür gibts auch viele Beispiele.
    Und die Frage nach Ethik und Moral selbst rein in der Wissenschaft ohne die kollektiven geistigen Niveaus verschiedener Gesellschaften mitzubetrachten, ist gespalten!
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    schrieb am 06.10.2012 um 01:58
    > Es gibt eben tatsächlich kein richtiges Leben
    >im falschen. (Höchsten ein einigermaßen
    >richtiges Streben)." Das muß auch reichen.

    Reicht aber nicht. Und nun?

    >Wir sind Menschen und keine Götter und zeige
    >mir jemanden, der von sich behauptet, moralisch
    >vollkommen integer zu sein und ich zeige
    >Dir einen Psychopathen.

    Hüpsche Sprüche, die aber das Thema verfehlen nämlich derFrage nachzugehen, wie gloable Standards für ein faires und ökologisch korrektes Wirtschaften etabliert werden könnten (z.B. im Hinblick auf das notwendige Ausmaß der Redukrtion von Treibhausgasen) .

    >Was in unserem Kulturkreis selbstverständlich
    >als ethisches 1x1 gilt, kann in anderen Kulturen
    > absolutes NoGo sein und umgekehrt.

    So einen mystifizierenden Kulturrelativismus halte ich für einen Teil des Problems, das zu bewältigen ist. Keine Ahnung, was du mit "unseren" Kulturkreis meinst oder was du dir über "fremde Kulturkreise" zusammenreimst. Auch die Kulturkreise von uns beiden unterscheiden sich. Aber wir könnten trotzdem aufgewisse Standards einigen.

    >Da hat sich Ikea vorsichtshalber entschlossen,
    >alle Frauen aus dem Katalog für Saudi-Arabien
    >zu retuschieren. Nach dem Motto, wenn wir
    >keine Frauen abbilden, können wir schon nicht
    > gegen irgendwelche saudiarabischen
    >Moralvorstellungen verstoßen.
    >Ausgerechnet der Botschafter Saudi-Arabiens hat
    > jetzt allerdings Ikea schwer gerügt, das sei ja wohl
    >Rufmord und selbstverständlich dürfen in
    >Saudiarabien Frauen in Werbekatalogen abgebildet werden.

    Das Ölförderland Saudi Arabien ist in der Tat eines der großen Problemländer vorallem im Kampf um die Eindämmung des anthroprogenen Treibhauseffektes und als Finanzier faschistoider Islamisten. Aber gut, dass sich der UTOPIA-Changemaker IKEA da so blamiert hat. Das zeigt doch niur die Blödsinnigkeit von Kulturrelativismuius.


    >Wenn WIR (wer auch immer) glauben


    Wer bitte ist WER AUCH IMMER?

    >ethische Mindestmaße aufstellen zu müssen,
    >dann könnten WIR (wer auch immer) sehr
    >leicht in den Ruf kommen, übergriffig zu sein

    Es gibt offenbar Leute, die in deinem WIR nicht eingeschlossen sind. So ein untergründiges Geraune Teil des Problems.
    .
    >Es wäre wirklich mal interessant, was unterm
    >Strich das ethisch/moralische Mindestmaß
    > wäre, auf das sich alle Kulturen einigen könnten.
    >Plus dazugehöriger Wirtschafts- und Produktionsstandards.

    Kulturen? Derzeit sind Staaten und zwischenstaatliche Abkommen zustndig. Die Vereinten Nationen usw. Auf die allgemeinen Menschenrechte können sich im Prinzip alle einigen, dass alle 5 Sekunden ein Kind verhungert ist keine Frage einer falschen Kultur sondern eine der falschen Wirtschaftsstruktur. Auf eine Maß an Verringerung von Treibbahusgasemissionen, dass uns eine nicht mehr kontrollierte Klimaasuse inklusive Meeresversauerung beschert dürften sich die Menschen weltweit einigen können, wenns lediglich eine Frage der Kultur wäre.


    >>" die Herstellung einer als solche
    >>handlungsfähigen Menschheit"

    >Puh...Du kannst es aber auch mit den
    >Worthülsen... ;-)

    Das erscheint dir vielleicht so, weil dir deine kleinunternehmerischer Erfahrungswelt nicht gestattet, diesen Gedanken verstehen zu wollen. Wo ich herkomme kommentiert man eine solche Haltung mit dem Spruch: "Wat de Bur nich kennt, das fritt he nich".

    >Ich stelle mir gerade den Lieben Gott mit dem
    >Tonklumpen vor. Sowas wie die Herstellung
    >einer handlungsfähigen Menschheit hat ihm
    >vermutlich vorgeschwebt. Keine Ahnung woran
    > es dann gescheitert ist

    Es fehlte ihm vermutlich am Glauben.

    Um dahin zu kommen als Menschheit handeln und das gemeinsame Handeln aus dieser Perspektive bedenken können, ist Glaube zum Glück nicht notwendig. Logik und ein einigermaßen klarer Blick auf die Überlebensbedingungen für die nächsten Jahrzehnte schon eher.
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    schrieb am 06.10.2012 um 02:23
    @ Topist:zu deinem Ikea Niedergemetzel: deine Denkweise ist negativ. Ich hätte noch nicht mal so einen Kommentar wie Maria gedacht:"Hähä...ätschbätsch...dumm gelaufen für Ikea"
    denn ich bin FROH, wenn Ikea nicht einen universalistisch geprägten durch Schusseligkeit ausgelösten Fanatismus -Aktionismus bewirkt hat, der Menschen schädigen kann, sondern sich selber den kleinen Schmunzel- Kracher eingefangen hat.
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    schrieb am 06.10.2012 um 03:34
    >@topist: Weltkommunismus ist vielleicht noch eine
    >schlimmere Worthülse als gemeinsame Ethik.

    Weltkommunismus, verstanden als Entwicklung eines Miteinandesr auf Grundlage eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagements ist die Voraussetzung dafür, dass die Menschheit in der Lage ist, nach mitmenschlichen Maßstäben zu handeln.

    >Obendrein eine die wahrlich nicht nur
    >positiv besetzt ist.

    Falsch besetzt.

    >Schon die Benutzung des Wortes erstickt
    >leider häufig jede Diskussion im Ansatz.

    Da muss man leider durch, aber wer das nicht mag kann ja auch ein anderes Wort dafür erfinden..

    >Ich versuche Kommunismus als historische- und
    >Gesellschaftstheorie aufzufassen, muß mich aber
    >auch beim Wort Weltkommunismus erstmal schütteln,
    > um das Bild eine globale Sowjetstaates und ein starkes
    > vom-Regen-in-die-Traufe Gefühl loszuwerden.

    Von einem globalen Sowjetstaat ist nicht die Rede. Ich meine die Herstellung der Möglichkeit, gemeinsam formulierte Menschheitsziele zu erreichen. Ohne Meinungs-und Wissenschaftsfreiheit und Achtung basaler Menschenrechte ist das nicht möglic.h

    >Abgesehen davon: löst Weltkommunismus das
    >Problem des Bevölkerungswachstums?

    Vielleicht erst einmal das Problem, dass das Sterben auf der anderen Seite unseres Globus mit Gliechgültig quittiert wird. Derzeit ist nicht das Bevölkerungswachstum sondern der Konsum in den Wohlstandszonen der Welt das Problem, was nicht heißt, sich weltweit im Hinblick auf die Bevölkerungsdichte Ziele zu setzen. Wieviel Menschen sollten deiner Meinung nach in Deutschland leben?

    Es ist ein hochexplosives Thema, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich an dieser Frage einmal Endlösungsphantsaien ranken werden - und nicht nur Phantasien. Auf Grundlage weltgemeinschaftlicher Handlungsoptionen ginge so etwas natürlich nicht.

    >Oder löst Weltkommunismus das Problem des
    > Wirtschaftswachstums und der Energieversorgung?

    Weltkommunismus heißt in meinem Verständnis, dass sich die Globalisierten dieser Erde darauf einigen können, was wachsen und was schrumpfen soll damit weltweit alle gut leben können ohne das dies zugleich die Grundlagen des guten Lebens aller zerstört. Im Kapitalismus ist Wachstumszwang Naturgewalt (was diese Gesellschaftsform bisher ja auch so attraktiv gemacht hatte).


    > Ich würde lieber als armer Mensch in Kuba leben
    >als auf den nominell reicheren Philippinen, aber
    >ist Kuba ein Modell für Kenia oder Kongo?


    Nein, Kuba ist aber auch nicht weltkommunistisch.

    >Gestern habe ich eine Reportage gesehen über die
    >Zwangsmästung kleiner Mädchen in Mauretanien.
    >Die Kinder werden zwangsernährt mit fettiger
    >Kamelmilch - zehntausend Kalorien am Tag.
    >Das ist die reine Folter. Sie sollen schneller
    >geschlechtsreif werden um schneller verheiratet
    >werden zu können. Das ist dort Teil der Kultur,
    >der Tradition. Ganz normal. Und unsere Welt
    > ist voll von solchen Traditionen

    So etwas (wenn das denn so stimmt) ist in Auflösung begriffen. Regionale Land- oder Waldbaukulturen oder nomadische Lebensweisen werden nach wie vor in den globalen Warensinn hinein gezogen und darin aufgelöst wie Zucker im Tee. Sie könnten sich nur auf Basis weltweiter Abkommen halten, die ihr Überleben zum Teil eines - am Ende weltgemeinschaftlikchen - Nachhaltigkeitsmanagements macht. Das ginge aber nicht ohne dass sich menschenverachtende Praktiken dabei in allseitigem Wohlgefallen auflösen.

    > Wie soll man da Weltkommunismus einführen? Ethische
    >Minimalstandards wie "Du sollst nicht töten" sind schwierig
    > genug.

    Weltkommunismus ist ja kein Zäpchen, das man einfach so einführen könnte ;-) Das wird sich entwickeln eben damit die basalen Menschenrechte überall erfolgreich verteidigt und erweitert werden können.
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    schrieb am 06.10.2012 um 03:43
    >@ Topist:zu deinem Ikea Niedergemetzel: deine Denkweise ist negativ.

    Huch???

    Ich bin doch positivst denkende Mensch unter der Sonne. So denke ich etwa, dass sich die IKEA-Stiftung unter Umsätnden auch ganz ohne Gemetzel in eine Institution weltkommunistischer Wohnkultur verwandeln ließe :-)
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    schrieb am 06.10.2012 um 11:18
    @topist: natürlich ist mir klar, daß Du nicht von einem totalitären Sowjet Staat redest, aber Begriffe sind hartnäckig darin falsche Bilder heraufzubeschwören, wenn ihre ursprüngliche Bedeutung einmal zerstört ist. Mir ging es tatsächlich nur um den Begriff "Weltkommunismus". Das ist so ähnlich als würde einer ständig alle Leute mit "Heil Dir!" begrüßen und auf darauf pochen daß das ein alter als Glücks- und Segenswunsch, ein Trinkspruch, eine wohlwollenden Anrede ist die nichts anderes bedeutet als Grüß dich! oder Glück dir! Leider ist dieser Begriff historisch verdorben. In den USA wird bekanntlich schon die Krankenversicherung mit Kommunismus in Verbindung gebracht - mit nur ganz kleinen Schritten von dort zu Gulag, Eutanasie und Eugenik (die verwechseln sowas immer schnell). Aber die Gegner spielen eben sehr gerne mit solchen Tricks. Kommunismus = das Böse an Sich, Sowjet Staat, das Evil Empire. Wir brauchen dafür definitiv einen anderen Begriff.

    Inhaltlich sind wir uns dagegen sofort einig. Allerdings lieber topist: "das wird sich entwickeln" ist auch nicht unbedingt eine sonderlich ausgeklügelte Strategie... Nicht einmal Malthus und Marx konnten sich ausmalen, daß wir eines Tages einen derartig massiven Einfluß auf die komplette Biosphäre haben würden.

    Wieviele Menschen sollen in Deutschland wohnen... Sind Länder wie Deutschland in der Lage Ihren Lebensstandard und Ihre Versorgung aus eigener Kraft mit eigenen Ressourcen herzustellen? Im Rahmen einer gerechten Welt-Innenpolitik (wo wir von anderen Wörtern reden...) müßte die Ressourcenverteilung so sein, daß jedes Land den gleichen pro Kopf Anteil an Ressourcen zugewiesen bekommt. Das muß nicht Selbstversorgung bedeuten, sondern kann durch Ausgleich geschehen. Der Glaube an die freie Marktwirtschaft besagt daß würde der Markt von selber regeln. Zum einen glaube ich das nicht (ich denke zunächst freier Markt führt zwangsläufig immer zu massiven Konzentrationen und Kartellen), zum anderen gibt es so etwas wie einen freien Markt gar nicht. Wenn Deutschland mehr verbraucht, als ihr zusteht (ihr, weil Germania, ist ja, wie Brittania, ein Mädchen), dann muß D ausgleichen. Mit Know How etwa. Oder mit Transferzahlungen. Diese Eurokrise hat ja auch viel damit zu tun, daß die einen profitieren und die anderen zahlen dürfen. Hungerkrisen im Sahel oder Entwicklungsdesaster wie in Uganda haben ähnliche Ursachen. Ich hatte grad in einem britischen Forum genau diese Diskussion, die dann zu dem Totschlagargument führten meine Lösungsansätze hörten sich zu sehr nach Kommunismus an. Und einer meinte sinngemäß er wolle nicht, daß ich ihm vorschreibe ob er ein iPhone kaufen darf, oder nicht. Ich denke ansonsten nicht, daß Bevölkerungsschrumpfung in D ein Problem sein muß. Auch wirtschaftlich nicht, denn unser Wachstum beruhte auf Produktivitätssteigerung, nicht auf mehr Arbeitseinsatz. Allerdings beruht das Wachstum auch auf Kapitalverzinsung. Und das ist nicht gesund. Ich denke eben wir brauchen ein sehr viel intelligenteres und ausgewogeneres Steuersystem - und idealerweise ein bedingungsloses Grundeinkommen. Auch ein anderes Bankenrecht wäre toll, in dem z.B. die Banken die Risiken für ihre Geschäftskredite als gleichberechtigter Geschäftspartner mittragen und sie nicht komplett auf ihre Kunden - oder am Ende auf den Steuerzahler - abwälzen. Aber das ist wieder ein anderes Thema...
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    schrieb am 06.10.2012 um 14:07
    Zur Frage der Bevölkerungsentwicklung:

    Weltweit sinkt ja die Geburtenrate schon. Im Jahr 1960 hatte eine Frau z.B. durchschnittlich noch fünf Kinder, heute sind es im weltweiten Durchschnitt drei. Deutschland geht mit gutem Beispiel voran. Im Vergleich zum Jahr 2000 ging die Zahl der 18-Jährigen bis 2010 um 14 Prozent zurück. Was wäre aber ein umweltverträgliches Maß? Das wird immer noch von Ökologischen Fußabdruck bestimmt. Nmmt man den Ressourcenverbrauch pro Kopf, müsste die Bevölkerung in Deutschland um ca ein Drittel stärker schrrumpfen als in Rest der Welt, wenn die von Stefan T gewünschte Gerechtigkeitsmarke erreicht werden sollte.

    Was zeigt, dass die Sache zumindest komplizierter ist als im erstenMomant gedacht Vor allem wenn pragmatische (gangbare) Wege gefunden werden sollen, um Bevölkerungszahl, Ressourcenverbrauch pro Kopf, Naturschutz und ein Gutes Leben für alle weltweit miteinander ins Benehmen zu bringen.

    EinemBeitrag von Kritikern der Bevölkerungswachstumshysterie entnehme ich:

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Durch den Prozess wirtschaftlichen Wachstums und die eng damit zusammenhängenden Entwicklungen auf dem Feld technologischer Innovation hat sich das Leben der überwiegenden Mehrheit der Menschheit enorm verbessert. Viele alte Menschheitsträume sind heute Wirklichkeit, z.B. Flugzeuge, Tauchgeräte, Computer, Operationen am offenen Herzen, Verhütungspillen, das Elektronenmikroskop, Penicillin, Handys, Radargeräte, Fernseher, Spül- und Waschmaschinen. Das Wirtschaftswachstum hat breiten Bevölkerungsschichten Zugang zum Stromnetz, zu Bildung, zu moderner Gesundheitsversorgung sowie zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ermöglicht.

    Natürlich bleibt die Welt ein zutiefst ungerechter Ort. Obwohl der Lebensstandard stark angestiegen ist, auch für die meisten der Armen, haben viele Menschen immer noch keinen Zugang zu zahlreichen dieser Errungenschaften. Die Antwort darauf ist: mehr Wachstum, damit die gesamte Weltbevölkerung mindestens in dem gleichen Überfluss leben kann, wie die Menschen in Amerika oder Deutschland."
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Es folgent dann sehr technikoptimistische Einschätzungen zur menschlichen Erfindungsgabe die zum Teil allerdings recht gruselig und ideologisch verblendet sind wie die Behauptung, dass Ölschiefersände weiterhelfen oder AKWs zur Problemlösung beitragen könnten, Die Skeptiker ignorieren also tapfer die RISIKEN der Ergebnisse menschlicher Erfindungsgabe und mit Naturschutzfragen haben sie offenbar gar nichts am hut (Ich verzichte deshalb auch auf eine Quellenangabe)

    Stattdessen WIKIPEDIA zum Thema
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bev%C3%B6lkerungsentwicklung

    Was tun?!

    Das Thema Ressourcenverbrauch gehört insgesamt mit allen seinen Aspekten eingebracht in den Komplex "Festlegung von Nachhaltfgkeitszielen im Rahmen von Nachhaltigkeitsstrategien", die es auf (inter-)nationaler, regionaler und lokaler Ebene gibt und die zu einem wirklichen, d.h. wirksamen Instrument nachhaltiger Entwicklung ausgebaut gehören. Dafür müssten sie zur Grundlage der Inanspruchnahme finanzieller Mittel .für nationale, regional und lokale Umbauprogramme werden , die inernartional finanziertwerden etwa durch von der WTO zu erhebene Ökozölle, die auch verhindern dass sich Raubbau lohnt. .


    Es muss jedenfalls im Sinne der Mitmenschlichkeit rationaler Umgang mit dem Thema gefunden werden. Wo sich Kapitalismus entwickelt gibt es immer das Problem, dass mehr Menschen von ihren Existenzmitteln getrennt werden als in die neuen Strukturen eingegliedertwerden können. Historisch wurde das immer wieder durch Auswanderung bzw.Besiedlung neuer Gebiete gelöst. Nazideutschland plante, die Hälfte der Bevölkerung in den eroberten Ostgeberten auszurotten und den Rest entweder einzudeutschen oder zu versklaven. Die Triebfedern für solche "Endlösungen der Bevölkerungsfrage" gibt es immer noch (die gibt es, solange es Kapitalismus gibt). Es ist sehr stark eine Sache des Wissens um eine solche Möglichkeit auch für die Zukunft, ob das bis jetzt zum Glück Undenkbare dorch irgendwann in die einschlägigen Think Tanks Einzug beschäftigt
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    schrieb am 06.10.2012 um 14:44
    >In den USA wird bekanntlich schon die Krankenversicherung
    > mit Kommunismus in Verbindung gebracht

    Was allerdings klar für den Kommunismus spricht, oder?

    > mit nur ganz kleinen Schritten von dort zu Gulag, Eutanasie
    > und Eugenik (die verwechseln sowas immer schnell)
    >. Aber die Gegner spielen eben sehr gerne mit solchen
    >Tricks. Kommunismus = das Böse an Sich, Sowjet Staat,
    >das Evil Empire.


    Das zeigt doch deutlich die irrationalen Quellen des Antikommunismus. Wie der Antisemitismus ist Antikommunismus vor allem Ausdruck innerer Nöte für deren Entlastung eine Projektionsfläche gesucht und gefunden wird. Feinbilder sind geistig-moralische Krückentechnologien von Menschen, die in Verhältnissen leben, die keine gesamtgesellschaftliche (weltgemeinschaftliche) Vernunft bzw. Ethik erlauben. Gerade bei sehr gestrengen Moralisten, die sich manchmal urplötzlich zu unmoralischem Tun genötigt sehen, baut das Selbsthasspotenziale auf, die sich gut auf Feindbilder projizieren und so entladen lassen. Bietet die zur Schuldabwehr auserchorene Gruppe auch noch willkommene Beispiele, um so besser. Und die hat der so genannte "reale Sozialismus" im Überfluss geboten. (Ich meine allerdings gute Gründe für die Behauptung zu haben, dass der Realsozialismus nicht am Überfluss sondern am Mangel an Kommunismus zugrunde gegangen ist).

    >Wir brauchen dafür definitiv einen anderen Begriff


    Um rational über (welt-)kommunistische Perspektivenn reden zu können, muss klar sein, was die am Diskurs Beteiigten darunter jeweils verstehen. Ich mache das mehr oder minder deutlich und so könnte man über die Inhalte reden und nicht deren Hülsen. Essteht aber jedem wie gesagt frei andere Begriffe zu wählen, die ihm /ihr sympatischer sind.

    Trotzdem sei mir gestattet, die Definitionagewalt über die marx/engelschen Perspektiven nicht den Zeremonienmeisterclowns des "Realsozialismus" und deren Todfeinde zu überlassen. Ich halte auch das für einen Akt sozialer Emanzipation (wenn auch nur einen ganz nebensächtlichen).

    Siehe auch http://oekohumanismus.wordpress.com/about/
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    schrieb am 06.10.2012 um 15:08
    @topist: ganz schnell (es sind jetzt Ferien und die Kinder verlangen nach Aufmerksamkeit...):

    Stimme mit allem überein. Allerdings sehe ich nicht, daß wir die WTO dazu überzeugen können ökologische Zölle zu erheben. Der Glaube (denn das ist es) an die "Irgendwie" Lösungen der Zukunftsprobleme durch die menschliche Genialität ist sehr penälerhaft. Unreif. Als ich 18 wahr dachte ich auch, ich sei allmächtig und könnte schier mit der Kraft meines verbrannten Hirns alles erreichen. Meine Antwort auf die Fortschrittsbehauptung ist immer, daß sich eben heute mehr Menschen in absoluter Armut befinden, als es vor 200 Jahren überhaupt gab. Somit ist Fortschritt nur relativ gegeben, nicht aber in absoluten Zahlen, wenn ich Fortschritt als Verminderung von Leiden betrachte - zumal als nachhaltige. Der Technik- und Fortschrittsglaube unterschlägt zudem bestimmte Nebenwirkungen des "Fortschritts". Von den Weltkriegen bis zu den diversen Industriekatastrophen - und z.B. den zahllosen Opfern des Straßenverkehrs. Daneben führt der Wachstumszwang zu immer mehr Risiko - finanziellem und realem Risiko (letztlich sind beide verknüpft). Deine Beispiele zeigen es ja. Wir verspielen das natürliche Kapital und nennen das daraus resultierende Pseudo-Wachstum Fortschritt.

    Was den Begriff angeht: verstehe Deine Emanzipationswünsche, aber ich sehe das rein pragmatisch. In Diskussionen mit angloamerikanischen Menschen blockiert der Kommunismus Begriff von vorn herein sogar dann alles, wenn man mit Menschen redet, die in der Sache zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen wie wir.

    Auf die Wissenschaft habe ich übrigens deshalb verwiesen, weil meiner Beobachtung nach viele der Menschen die am Neoklassischen Wirtschaftsmodell festhalten nicht bösartig sind, sondern tatsächlich fest davon überzeugt davon, daß es bei allen Problemen doch die beste aller möglichen Welten hervorbringen kann. Und da kann man vielleicht etwas bewirken, wenn man störrisch mit harten Fakten gegensteuert. Die gibt es ja. Aber das Dickschiff ist gigantisch und sehr, sehr träge.
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    schrieb am 06.10.2012 um 16:57
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Allerdings sehe ich nicht, daß wir die WTO dazu überzeugen können ökologische Zölle zu erheben. Der Glaube (denn das ist es) an die "Irgendwie" Lösungen der Zukunftsprobleme durch die menschliche Genialität ist sehr penälerhaft. Unreif. Als ich 18 wahr dachte ich auch, ich sei allmächtig und könnte schier mit der Kraft meines verbrannten Hirns alles erreichen.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    So gegensätzlich kann also das WIR von nur zwei Personen sein. Ich halte nämlich eine statische Sicht auf diese Dinge für ein sicherers Zeichen von Unreife, und ich frage mich, welche Rechtfertungungsbedürfnisse und -regelkreise da im Gange sind.

    Es ist eine Sache der Logik, d.h. von Erfolgsbedingungen. Ominpotenzfantasien sind nicht im Spiel und schon gar kein Glaube. Ich glaube an gar nichts. Suche nur nach gangbaren Wegen der Entwicklung sozial bzw. ökologisch zukunftsfähiger Produktionsbeziehungen die an bestehende Ansätze anknüpfen.

    Omnipotenzfantasien wären mit Sicherheit im Spiel, wenn ich behaupten würde, dass wir beide oder wir Utopianer die WTO Regeln umstülpen könnten. Voraussetzung ist, dass wesentliche Persönlichkeiten und Institutionen der Zivilgesellschaft, der Parteienlandschaft oder des UN-Systems zur Einsicht gelangen, dass ohne eine ökologische Reform der Welthandelsregeln die zugleich der Finanzierung (inter-)nationaler bis lokalen Umbbauprogramme dienen, nicht einmal das Zwei-Grad-Ziel erreichbar ist (das bekanntlich noch viel zu viele Risiken übrig lässt)

    Es ist ja nicht so, dass sich in eine solche Richtung nichts bewegt. Wobei natürlich erst einmal Zwischenschritte im Visir sind wie etwa der Abbau umweltschädlicher Subventionen, die Sonderkonditionen von Stromfresserbetrieben bei der Steuer usw., strengere bzw. vernünftigere Richtlinien beim Emissionsrechtehandel und nicht zuletzt die Finanztransaktionssteuer. Auf der anderen Seite hängen Nachhaltigkeitsstrategien in einem relativ machtleeren Raum und sind deshalb auch in der Krise.

    Was ist die Alternative? Warten auf die reinigende Katastrophe? Sich mit hilflosen Apellen zu beruhigen?
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    schrieb am 06.10.2012 um 20:27
    "Das erscheint dir vielleicht so, weil dir deine kleinunternehmerischer Erfahrungswelt nicht gestattet, diesen Gedanken verstehen zu wollen."

    Bei soviel Impertinenz werden wir dann wohl auf das hier noch ne Weile warten müssen:

    "Weltkommunismus, verstanden als Entwicklung eines Miteinandesr auf Grundlage eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagements ist die Voraussetzung dafür, dass die Menschheit in der Lage ist, nach mitmenschlichen Maßstäben zu handeln."
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    schrieb am 06.10.2012 um 23:37
    @topist: ich bezog mich zuletzt auf den Glauben daran, daß die wachstumsorientierte neoklassische/neoliberale Welt die beste aller Welten sei und die durch sie hervorgerufenen Sozial-, Umwelt und Ressourcenprobleme innerhalb dieses Systems durch die in Zukunft zu erwartende menschliche Genialität mit technischen Lösungen aus dieser Welt geschaffen werden können. DAS halte ich für naiv. Sätze wie "Die Steinzeit ging nicht aus Mangel an Steinen zuende". Verweise darauf, daß "es" noch immer eine (technische) Lösung gab. Daß sich bei den Institutionen und den Einstellungen einzelner Entscheidungsträger durchaus etwas tut - inklusive etwa der Weltbank - sehe ich ebenfalls so. Habe etwas Ähnliches auch in diesem inzwischen recht unübersichtlichen Thread geschrieben. Ich denke nicht, daß wir sooo schrecklich weit voneinander entfernt sind. Allenfalls reden wir etwas aneinander vorbei.
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    schrieb am 08.10.2012 um 16:06
    >Bei soviel Impertinenz werden wir dann wohl auf das hier noch ne Weile warten müssen:

    >>Weltkommunismus, verstanden als Entwicklung eines
    >>Miteinandesr auf Grundlage eines weltgemeinschaftlichen
    >>Nachhaltigkeitsmanagements ist die Voraussetzung dafür,
    >>dass die Menschheit in der Lage ist, nach mitmenschlichen
    >> Maßstäben zu handeln."

    Das ist keine Vorhersage sondern die logische Bedingung der Möglichkeit, dass WIR (die Globalisierten dieser Erde) UNS auf ethische Grundlagen des Weltwortschaftens einigen könnten dergestalt, dass weltweit alle gut leben können sollen ohne dass dies zugleich die Grundlagen des guten Lebns aller zerstört. .

    Dasso viele Menschen sich bisher nicht vorstellen können, darüber auch nur ernsthaft nachzudenken und nur"Worthülsen" sehen, ist Teil der in dieser Ekenntnis steckenden Herausforderung. Aber die Vorstellung, dass man mit individuellem Gutmenschtum und moralistischen Apellen substanziell weiterkommt, ist doch schon dabei, sich heftigst zu blamieren.

    Siehe auch:

    http://www.utopia.de/magazin/claudia-langer-buch-generation-man-muesste-mal?all#comment-357491
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    schrieb am 08.10.2012 um 20:32
    Topist, ich habe ja nicht das Ansinnen als solches als Worthülse betrachtet, sondern habe mich über die Wortwahl "Herstellung einer Menschheit" mokiert bis amüsiert.

    Das ist jetzt schon das zweite Mal, daß Du Dich sehr unsachlich und abwertend über meine "kleinunternehmerischer Erfahrungswelt" äußerst.
    Wenn das gegen mich persönlich gerichtet ist, dann kann ich damit leben (ich wüßte auch nicht, was ich dagegen tun sollte).

    Ich neige aber eher dazu, das nicht persönlich zu nehmen, weil ich ja als Objekt Deiner Neigung zur Be- und Abwertung durchaus nicht alleine stehe.
    Du bist da ja ziehmlich gerecht im Rundum-Verteilen.

    Was mich wesentlich mehr beschäftigt, ist die Frage, wie ein gemeinsamer Ansatz jemals zustande kommen soll, wenn alle Diskussionen sich vor allem um den Punkt drehen:
    "So wie's Du machst, ist es aber Scheisse".

    Ich beobachte das sehr oft in solchen Diskussionen mit weltverbesserndem Anspruch - nicht nur hier:
    Je motiverter die Menschen zur Veränderung, desto ungeduldiger und abwertender gehen sie miteinander um.
    Ist das nur meine Beobachtung?

    Ich bin selbst nicht frei davon und dachte früher, so ein rauher Umgangston ist einfach notwendig, damit sich was bewegt.
    Mein Ex-Chef sagte mal wörtlich, er würde doch nur so rumtoben, um die Effektivität zu erhöhen...Naja, hat nicht wirklich funktioniert.

    Und ich sehe auch nicht, daß in unseren Diskussionen hier etwas so funktioniert, daß daraus echte Handlungsfähigkeit entsteht.
    Wo fehlts da eigentlich?

    Müßte man mal klären.
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    schrieb am 08.10.2012 um 21:12
    Puh, das ja mal gar nicht leicht den richtigen sub-sub-thread zu treffen...

    "Je motiverter die Menschen zur Veränderung, desto ungeduldiger und abwertender gehen sie miteinander um. Ist das nur meine Beobachtung?"

    Das beobachte ich auch, und gelegentlich auch bei mir selbst. Ich bin auch nicht überrascht dass die, die mir am aller nächsten leben, am wenigsten "abschauen" oder aus "man müsste mal" "ich mach jetzt mal"machen. Abgesehen von den "Konvertierten", da reichen oft kleine Anstöße, die auch gleich zurück funken. Aber je vorinformierter die Frage, desto einfacher die Bezugnahme... Ertpol hat das hier iiirgendwo mal so schön gesagt, mit den Menschen die man trotzdem liebt oder gerade weil... usw. finds nicht mehr... Jedenfalls muss ich auch nicht bei jedem gemeinsamen Abendessen die Inhaltsstoffe und Herkunfts- und Weiterverarbeitungsländer diskutieren. Wenn ich mit Menschen zusammen bin, die mir etwas bedeuten (oder auch die ich noch gar nicht kenne) ist mir das in diesem Moment auch einfach weniger wichtig.

    Es gibt da aber so bestimmte Trigger bei denen die Trotzkisten schnell ausgepackt werden, wenns all zu ökorrekt und weltverbesserisch daher kommt. Da werd ich dann auch ungeduldig. "Bio" und "öko" gehört unbedingt dazu, "grün/ green" schon längst, von "vegetarisch/ vegan" ganz zu schweigen. Aber auch "kinderarbeit", "Armut", "Krieg" . Als Claudia Langer während der Buchvorstellung zum 10. mal "die Zukunft unserer Kinder" in den Mund nahm, stießen die Damen und Herren an meinem Tisch (mich eingeschlossen) ein tiefes Seufzen aus und meine Freundin wäre am liebsten raus gegangen um sich ne Cola zu kaufen. Als wenn's nur um "die Kinder" ginge... Verkauft sich immer noch gut? Wahrscheinlich... Andere sind abgeschreckt, weil's so ein konservativ-enges Weltbild hat, als wenn's nur Familen mit Kindern gäbe, als wenn nur Männer mit Frauen in Partnerschaften lebten, als wenn sich jeder reisen überhaupt leisten könnte....

    Nun sind das zwar alles ernste Themen hinter diesen Trotz-Triggern, aber es scheint sich auch eine Art Resistenz einzustellen, wenn Begriffe (auch "Worthülsen" genannt) nicht auch mit Taten verbunden werden. "Kommunismus" ist übrigens wohl auch so ein Trigger... "Nachhaltigkeit" ist ebenfalls schwer im kommen.

    Was tun? Genau, was tun. Und nicht so viel Spielraum für Konjunktive und nervige Trigger lassen. Ich für meinen Teil bin ja hart gesotten was akribische Definitionsdiskussionen angeht. Aber am Ende des Tages konzentriere auch ich mich lieber auf diejenigen die mit mir - im wörtlichen Sinne ;-) ins Boot steigen und die Paddel in die Hand nehmen (oder wahlweise die Segel hissen). Da kann mensch dann auch mal wieder über Post-Wachstumsökonomie (klingt schöner als Kommunismus) philosophieren und im Hafen wird dann am Ende vielleicht doch kein Fischbrötchen verdrückt ;-)

    P.S. von wegen "kleinunternehmerische Erfahrungswelt" (das ist wirklich frech), der kann ich mehr abgewinnen als auf den globalen Turnaround zu warten. Letztendlich müsen globaltheoretische Konstrukte ja dann auch lokal funktionieren. Wüsste jetzt nicht warum Maria L. da irgendwie weniger Sachkompetent wäre...
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    schrieb am 08.10.2012 um 21:19
    @Maria_L
    "Je motiverter die Menschen zur Veränderung, desto ungeduldiger und abwertender gehen sie miteinander um.
    Ist das nur meine Beobachtung?"

    Diese Beobachtung drängt sich auf, aber ich teile sie sooo nicht. Im Falle der Übermotivation schon.

    Meine Schlüsse im Falle des Utopisten @topist sind andere. Ihm geht es - meiner Lesart nach - stets um Größeres, nichts Göttliches abgehoben vom Menschen, jedoch in ähnlicher Weise um etwas In-sich-Reines, das nicht vom Menschen direkt erreicht werden kann. Sonst wäre es ja erreicht.

    Auf dem Weg dorthin ist mancher Vertreter dieser "Lehre" bereit Opfer zu bringen, wie in einer Ideologie. Die Opfer sind Menschen und menschliche Kommentatoren, die Zweifel äußern. Und nicht verstehen wollen. Tja, entweder man will die Menschen auf seinem Weg mitnehmen oder man lässt sie links liegen. Ich denke es macht Sinn, den Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen, ein Stück mit Ihnen zu gehen, gleich wie lange der Weg sein wird und welche Abzweigung man später nehmen möchte. Auf Augenhöhe kann man einen Streit (ich muss das nicht Diskurs nennen) in der Sache MIT auf den persönlichen Weg nehmen, daran arbeiten und jeder für sich davon profitieren, früher oder später.

    Wird man persönlich, verletztend im Sinne einer Kategorisierung aufgrund äußerer Umstände (Geburt und Herkunft, Geschlecht und Alter, Lebenssituation im weiteren Sinne, wie im Falle der Berufstätigkeit) dann spricht das Bände. Die ich gelernt habe zu lesen. Für meinen Teile habe ich meist ein Modus gefunden, mich wieder zurückzunehmen, aus dem Feuer, das man spüren sollte, wie ein Stück Stahl.... [O.k. diesmal verzichte ich meine Bildinterpretation, dann erspare ich mir auch den Auslass darüber, wo der Mensch nicht mit Stahl zu vergleichen ist.]

    Ich denke nicht, dass uns theoretische Konstrukte, abgehobene Ziele, akribische Wort- und Satzanalysen oder Generalisierungen von realen Situationen in der Sache weiterhelfen. Was uns weiterhilft ist die Rückbindung zur NATUR. Solange es sie noch gibt. Arbeiten wir wieder täglich in und mit der Natur, ist alles weitere nebensächlich. Weil es sich fügen wird. Nicht durch göttlichen oder transzendenten Eingriff, sondern wir Menschen finden in uns und innerhalb kleiner sozialer Gefüge jene Regeln, die unser Leben lebenswert, befriedigend und zugleich wertvoll im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung machen.

    Dafür benötige ich - für meinen Teil - keinen Weltkommunismus. Mir genügt die Zielsetzung Frieden und Gerechtigkeit. Weil ich glaube, dass diese Zielsetzungen elementar sind.

    Ein politisches System gleich welcher Facon halte ich nicht für elementar. Es ist ein Mittel zum Zweck, nicht Endzweck, wir benötigen schlicht ein politisches System, um nach innen, mit anderen Gesellschaften und politischen Systemen zu kommunizieren und zu kooperieren. Egal ob wir uns einer Globalisierung öffnen oder verschließen sollten, in einer nachhaltig konzipierten Zukunft.
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    schrieb am 08.10.2012 um 22:04
    >Deiner Neigung zur Be- und Abwertung

    Ich weiß nicht, was dich zu dem Pauschalurteil über mich drängt das jawohl ziemlich be- und abwertend ist, oder?. Ich habe nur mit einer Vermutung auf deine (übrigens nicht wenig be- und abwertende) Bezeichnung "Worthülse" für eine durchaus ernst gemeinte Anmerkung reagiert.

    Ich verstehe ja den impuls, sich lustig zu machen , wenn da jemand meint, dass eine Menschheit, die als solche (also als Menschheit) handlungsfähig ist, erst hergestellt werden muss, man kann auch sagen, dass die kapitalistisch Globalisierten sich erst zu einer Menschheit formieren müssten wenn sie in die Lage kommen wollen, gesellschaftliche Ziele die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts einigermaßen gerecht werden und Wege sie zu erreichen, (mit) zu bestimmen. Ich lache ja auch gern. Aber manchmal nervt übertriebene Lustigkeit auch.

    Sollte das in einem Buch vertiefen (Projekt Menschheit?) Aber wie man sieht, ist nicht einmal sicher, dass das ein Bestseller wird. :-)

    >Was mich wesentlich mehr beschäftigt, ist die Frage,
    > wie ein gemeinsamer Ansatz jemals zustande
    >kommen soll, wenn alle Diskussionen sich vor
    >allem um den Punkt drehen:
    >"So wie's Du machst, ist es aber Scheisse".

    Ja, das muss aufhören.

    >Ich beobachte das sehr oft in solchen Diskussionen
    > mit weltverbesserndem Anspruch - nicht nur hier


    Also ich sage so etwas mit Gewissheit nicht. Denke das nicht einmal.
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    schrieb am 08.10.2012 um 22:23
    "Aber manchmal nervt übertriebene Lustigkeit auch"
    Ja, das stimmt.
    Ich mache da leicht den Fehler, daß ich nicht damit rechne, jemanden mit einem flapsigen Spruch nerven zu können, der selbst meist recht flapsig schreibt.

    "Denke das nicht einmal."
    Denken und sagen vielleicht nicht, aber Schreiben??? ;-)

    Jetzt ist wieder gut, weiter im Theater...wir haben ja noch viel vor.
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    schrieb am 08.10.2012 um 22:37
    >Denken und sagen vielleicht nicht, aber Schreiben??? ;-)

    Nein, das hast du missverstanden.Finde ja gut, was du machst.
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    schrieb am 09.10.2012 um 00:01
    >Ihm geht es - meiner Lesart nach - stets um Größeres,
    >nichts Göttliches abgehoben vom Menschen, jedoch
    >in ähnlicher Weise um etwas In-sich-Reines,

    Schon interessant, was für ein Unsinn die Unlust hervorbringt, mit Argumenten auf meine Anmerkungen gegenüber Stefan Ts Behauptung einzugehen, dass WIR UNS erst einmal auf ethische Grundlagen (des Wirtschaftens) einigen müssten. Nichts liegt mir ferner, als "etwas in sich Reines" zu propagieren. Und nichts von dem, was ich jemals hier und anderswo geschrieben habe, legt eines solches Urteil über mich nahe.

    >das nicht vom Menschen direkt erreicht werden kann.
    >Sonst wäre es ja erreicht.

    Was für ein Satz! Als meine Großmutter geboren war (1900) hätte genau dies jemanden geantwortet, der gemeint hätte, dass es gut möglich sei, dass einmal Menschen zum Mond fahren werden.

    >Auf dem Weg dorthin ist mancher Vertreter dieser
    > "Lehre" bereit Opfer zu bringen

    Von was für eine Lehre reden Sie? Welche Opfer?

    >Die Opfer sind Menschen und menschliche
    > Kommentatoren, die Zweifel äußern.

    So? So langsam beginne ich zu verstehen, warum für so viele Jugendlichen "Opfer" ein Schimpfwort ist.

    >Und nicht verstehen wollen.

    Wer will was nicht verstehen?

    >Tja, entweder man will die Menschen auf seinem Weg mitnehmen
    >oder man lässt sie links liegen.

    Und so weiter. Widerwärtige Stimmungsmache statt Argumente.


    >Ich denke nicht, dass uns theoretische Konstrukte,

    Das Wort "Konstrukt" sagt schon eine Menge aus über ihre Bereitschaft, sich mit Überlegungen auseinanderzusetzen, die Ihren fremd sind und die Sie - warum auch immer - nicht auf Anhieb verstehen.

    >abgehobene Ziele

    Genau. Würde es Ihnen um eine Diskussion gehen, würden Sie verraten, von was genau sich wer mit der Formulierung welcher Ziele abhebt.

    >Was uns weiterhilft ist die Rückbindung zur NATUR.

    Um zu verhindern, dass diesem Satz Abgehobenheit bescheinigt werden kann, müsste der Frage nachgegangen werden, wie diese Rückbindung aussehen soll. Und da sind wir auch schnell beim "Konstrukt" Ethik und dem, was es notwendig und möglich macht, über das Wohin mitbestimmen zu können. Mit allem was man tut, rückbindet man sich zwangsläufig mit der Natur. Etwa durch den Kauf eines Baumwollproduktes.

    Sollte die Frage nicht sein, mit welchen Methoden wo welche Mengen Baumwolle produziert werden damit das nachhaltig ist, also Baumwollprodukte nicht mehr Unmengen an verbrauchte Wasserressourcen, degenerierte Böden und überdüngte Gewässer bedeutet? Hieße einr vernünftige Rückbidung zur Natur dann nicht auch, darüber nachzudenken, wie damit umzugehen sei, wenn dann nur noch halb so viel Baumwolle produziertwerden könnte und die doppelt so teuer wäre, und die in der Chemieindustrie arbeiten, ihre Existenzgrundlage verliehren, wenn nur noch Biobaumwolle hergestellt wird usw.?


    >Dafür benötige ich - für meinen Teil - keinen
    >Weltkommunismus. Mir genügt die Zielsetzung
    >Frieden und Gerechtigkeit.

    Und was wenn die Etablierung eines am Ende weltgemeinschaftlichen Ressourcenmanagements die notwendige Voraussetzung für die Sicherung von dem ist, was Sie "Frieden und Gerechtigkeit" nennen?


    >Ein politisches System gleich welcher Facon (...) ist ein Mittel
    > zum Zweck, nicht Endzweck,

    Das sehe ich auch so. Von einem Endzweck hatte ich auch nirgends geschrieben.

    .
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    schrieb am 09.10.2012 um 02:35
    @ Topist: versuchst du auch mal "EMPATHISCH", die Kommentare der anderen einfach positiv an-aufzunehmen und dann eine Art weiterentwickelnden zusammenhängenden Kommentar zu schreiben? Ich habe das Gefühl, du nimmst jeden Satz des "Streitens" wegen auseinander? Empfinde ich etwas ermüdend zu lesen, dabei will man sich doch auseinandersetzen, und teils deine auch guten Argumente überdenken.
    Ich stimme sehr mit Robinson und Emmas schönen Kommentaren von heute überein. Und auch Marias Worten. Möchte das von Robinson wohl unterstreichen, finde ich total wichtig:

    "Ich denke nicht, dass uns theoretische Konstrukte, abgehobene Ziele, akribische Wort- und Satzanalysen oder Generalisierungen von realen Situationen in der Sache weiterhelfen. Was uns weiterhilft ist die Rückbindung zur NATUR. Solange es sie noch gibt. Arbeiten wir wieder täglich in und mit der Natur, ist alles weitere nebensächlich. Weil es sich fügen wird. Nicht durch göttlichen oder transzendenten Eingriff, sondern wir Menschen finden in uns und innerhalb kleiner sozialer Gefüge jene Regeln, die unser Leben lebenswert, befriedigend und zugleich wertvoll im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung machen."
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    schrieb am 09.10.2012 um 03:39
    >@ Topist: versuchst du auch mal "EMPATHISCH",

    Sei sicher, dass ich in der Hinsicht keine Belehrungen benötige. Das utopianische Empathietheater ist allerdings eh nicht meine Welt und wird es auch nicht. War jetzt sowieso nur ein kurzes Intermezzo.

    >die Kommentare der anderen einfach positiv an-aufzunehmen

    Ne, geht nicht. Denn ich kann zum Beispiel in Bemüghungen anderer, Wege anzudeuten, auf denen es gelingen könnte, die Ebene des hilflosen und auch ein wenig selbstgerechten Moralismus hinter sich zu lassen, nur Worthülsen sehen.. (Das war ironisch)

    > Ich habe das Gefühl, du nimmst jeden Satz des "Streitens" wegen auseinander?

    Dein Gefühl trügt.

    >Empfinde ich etwas ermüdend zu lesen,

    Ich auch.

    >dabei will man sich doch auseinandersetzen,

    Ja? Nur zu!
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    schrieb am 09.10.2012 um 07:43
    maria-l:

    >Jetzt ist wieder gut, weiter im Theater...wir haben ja noch viel vor.


    Ich sehe, wir verstehen uns. Es hatte ja auch eigentlich ein Ironiesmily an meine "freche" Bemerkung gesollt. Aber ich hatte echt gegrollt wegen der "Worthülse" :-).
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    schrieb am 09.10.2012 um 08:22
    "Aber ich hatte echt gegrollt wegen"..
    Ja ich auch...und nachtragend kann ich auch sein (ich sag nur Käsetheke ;-))
    Aber auf der anderen Seite weiß ich, wie leicht es im Eifer des "Gefechts" passieren kann.

    Inzwischen habe ich gesehen, daß Du gar nicht als erster die Keule mit der Worthülse geschwungen hattest.
    Hatte ich verwechselt....

    Robinson hat schon recht, ich muß wieder mehr in die Natur...
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:34
    Ich wünsche dem Buch und Claudia Langer viel Erfolg, viele Diskussionen, ein Aufrütteln. Jeder von uns hat noch Hausaufgaben zu machen - auf die ein oder andere Weise - aber den ersten Schritt wirklich TUN, das ist das wichtigste.
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:47
    Endlich!

    "Empört Euch!" wurde uns unlängst empfohlen. Und je prominenter der Empörte, desto besser für die Sache!

    Wut richtet sich gegen Strukturen, die öhnmächtig machen. Gut so!

    Die hypothetische Frage meiner Kinder, was ich dagegen getan habe, die treibt mich bereits seit meiner Jugend um.

    Willkommen im Club!
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:15
    <<Die hypothetische Frage meiner Kinder, was ich dagegen getan habe, die treibt mich bereits seit meiner Jugend um. >>

    Ja. Mich auch.
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    schrieb am 04.10.2012 um 18:22
    Mich erst,
    seit mir die Verweigerung unserer Väter + Mütter auf ihr NIchtsTun während des "Tausendjährigen Reiches" bewusst wurde.
    Und ich nie in solch eine Situation kommen möchte.
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    schrieb am 17.09.2012 um 17:50
    Es läuft vieles schief, ja. Doch die Erdkugel braucht den Menschen nicht. Und die Natur wird überleben. Das hat sie immer schon getan - auch wenn der Mensch noch so darin rumgepfuscht hat.

    Warum sich die jetzige Generation aber darum kümmern soll, dass es der nächsten Generation besser geht, halte ich für aberwitzig. Denn der aktuellen Generation geht es phantastisch. Warum soll es unseren Kindern besser gehen? Der jetzigen Generation geht es zu gut - das ist das Problem. Und wir haben den Respekt vor den Tieren verloren. Wir gehen mit ihnen um, als gehörten sie uns - und als hätten sie keine Seele. Das ist das nächste Problem. Mitgefühl, (Selbst)Verantwortung, soziale Kompetenz - das kommt vielen allmählich abhanden. Und die Politiker sorgen dafür, dass es fröhlich so weitergeht.

    Geld, Macht und Sex - das sind die Werte, die heute zählen. Bedauerlicherweise. Ethik ist ein Wort, das zwar noch in Wörterbüchern zu finden ist, gelebt wird sie nur von Wenigen. Denn sie ist zu unbequem! Scheinbar. Denn wer sich mal die Mühe macht, danach zu leben, wird feststellen, wie befriedigend es ist, seine Ansprüche nicht nur an andere zu stellen, sondern ihnen selbst gerecht zu werden.

    Beste Grüße
    Renate Blaes
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:07
    aus dem Herzen geschrieben, danke. Dem ist nichts hinzu zufügen
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:27
    Der jetzigen Generation geht es fantastisch? Wenn man schon von der Erdkugel spricht, sollte man auch die Erdkugel betrachten. Heute leben weltweit mehr Menschen in absoluter Armut, als es vor gut 150 Jahren überhaupt insgesamt auf der Erde gab. In Slums, ohne Zugang zu sauberem Wasser. In ländlichen Regionen ohne jegliche Ärztliche Versorgung, abgeschnitten von der modernen Welt und den Traditionen der eigenen Vergangenheit. Bereits vor mehr als 20 Jahren sagte in David Wheatley's Film "der Marsch" ein afrikanischer Flüchtling auf dem Weg nach Europa: "Lasst uns eure Haustiere sein. Wir sind zufrieden mit dem, was von euren Tischen herabfällt." (Gedächtniszitat). Im "Paradies" Hawaii, wo ich eine Weile leben und lernen durfte, können sich normale Menschen heute keine Wohnung, kein Haus mehr leisten. Ein Automechaniker oder Assistenzarzt verdient soviel wie hier in D. Ein Häuschen mit 3 Zimmern rund um Honolulu - einer unfassbar reichen Stadt - kostet inzwischen eine Million Dollar. Wie soll sich das eine Familie mit 30 tausend Dollar Einkommen z.B. eines Lehrers leisten? Diese Logik findet sich rund um die Welt. Ich bin auch für Tierrechte etc., aber die "es geht uns besser als je zuvor" Rhetorik zeugt von Scheuklappen die von hier bis zum Mond reichen.
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:42
    "Der jetzigen Generation geht es fantastisch? Wenn man schon von der Erdkugel spricht, sollte man auch die Erdkugel betrachten."

    Hatte genau den gleichen Gedanken. Daran merke ich wieder, dass das mit dem "wir" nicht nur retorisch schwierig ist. Dieses "Wir" wird nämlich auch institutionell immer wieder reduziert auf "die 1. Welt", "die Industrieländer" oder gar "der Westen", wenn internationale Organisationen oder Regime (UN, IWF, UECD) versuchen die Welt statistisch in Unterwelten aufzugliedern. Ein "Eine-Welt-Begriff" wird also gar nicht erst vorgelebt. Die Folge sind dann vereinfachte Sichtweisen wie "uns geht es doch gut, oder zu gut" etc. Gemeint sind aber nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung. Der Rest wird, wenn auch nicht vorsätzlich aber fahrlässig, schnell ausgeblendet oder verschwimmt zumindest.

    Ich beklage diese "uns'" und "wirs" einschleißlich der immer wieder benutzen 3-Welten-Kategorien auch auf U immer wieder und nicht selten wurde das als Haarspalterei bezeichnet. Kategorien helfen zwar komplexe Phänomene zu benennen, aber das Problem bleibt, dass sich diese Kategorien manifestieren können (wenn sie nicht hinterfargt werden) und zu einer Komplexitätsreduktions führt, bei der Menschen und ganze Landstriche plötzlich überhaupt nicht mehr auf den mentalen und realen Landkarten mehr auftauchen.

    Nachtrag: Dennoch stimme ich Etanera (und Claudia Langner) zu, wenn sie beklagt, dass viele unter uns (Deutschen?) zu träge oder zu ignorant oder zu beschäftigt sind um sich diesen komplexen Problemstellungen zu befassen. ich behaupte aber auch, nicht wenige tun es dennoch, nur stehen sie möglicherweise nicht so sehr in der Öffentlichkeit.
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    schrieb am 17.09.2012 um 22:07
    @emmaradio: sehr viele beschäftigen sich mit alledem, sehen alldies, engagieren sich... und reiben sich irgendwann auf, irgendwo zwischen Amt und Arbeit, Arzt und Anspannung, Kindergarten und Kindergeburtstag. Ich muß manchmal an diese merkwürdige Cartoon Serie denken: Teenage Ninja Turbo Turtles. Das Tempo steigert sich immer mehr (das ist die grundlegende "Natur" des exponentiellen Wachstums), und es wird verlangt/erwartet daß wir sind, was wir nicht sein können. Turbo Schildkröten. Turbo Menschen. Zugleich Verwalter (Neudeutsch Manager) und Kreativer. Zugleich Forscher und sozialkompetent. Zugleich Chef/In und eigener Sekräter/Sekretärin. Ich sehe in meinem Umfeld weniger Bequemlichkeit als völlige Überforderung. Und letztlich streckt man die Waffen vor, nun, "dem System". Und gründet eine GmbH. Oder macht eine fremdbestimmte Restrukturierung.

    Ich persönlich zumindest habe das uns und wir und 3 Welten Problem nicht. Ich bin intellektuell an einem kosmologischen Institut erwachsen geworden (sofern ich das bin). In diesen Kreisen ist der "Wir" Begriff sehr, sehr weit gefasst ;-). Ich bin nicht sicher, ob man von jedem eine Intuition dafür erwarten kann, daß er sich auf einem kleinen Ball im All befindet. Obwohl es bei einigen genau diese Intuition seit Jahrtausenden immer wieder gab. Und heute bei mehr als je zuvor. Denke ich. Hoffe ich!
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    schrieb am 19.09.2012 um 12:22
    Könnte gut sein, dass es mir in 20 Jahren ähnlich geht mit der Zermürbtheit. Aber mir fällt es zugegeben auch jetzt schon nicht immer nur leicht optimistisch zu bleiben. Eigentlich ist es ein tiefsitzender Pessimismus, der mich antreibt dennoch mitzugestalten an der Gegenwart und Zukunft. Ich war schon immer ein bisschen trotzig und ich habe genug Ehrgeiz gegen meinen eigenen Pessimisms anzureden, nach dem Motto, wenn mein alter Ego sagt 'Es geht nicht, es hilft nix', dann mach ich erst recht. Oder so ähnlich ;-)

    Aber ich bin auch noch nicht ganz erwachsen, glaube ich. Und daran ist übrigens meine kosmologische Erziehung schuld, die mich immer wieder daran erinnert, dass ich noch eine Million unbeantworteter Fragen im Bauch habe. Die Neugier und das Mitgefühl eines Kindes habe ich mir jedenfalls bis jetzt bewahrt. Mal sehen wohin mich das bringt.

    Ob die Menschheit eine Institution braucht, die ihr sagt, dass das Menschsein ein gemeinsamer Nenner ist, ich weiß es nicht. Irgendwie neigten und neigen Menschen immer wieder dazu nach (An-)Führung statt Begleitung zu rufen, wenn ihnen das Selbstvertrauen ausgeht und der eigene Kompass kaputt geht. Ja und wenn die Führung dann doch nicht hält was sie verspricht, dann vertraut niemand mehr niemandem. Oder wählt NPD. Oder einen Matt Romney. Turbo-Ninjas gibt es ja leider nicht ;-)

    Ich wär jedenfalls sehr dafür eine Sprache der Solidarität und nicht der Abgrenzung zu etablieren. Und damt meine ich eben auch eine Überwindung der statistischen und/oder politischen Weltenteilungen, der wirs und die anderen, ohne die Vielfalt einer Weltgesellschaft zu ignorieren. Ein weitgefasster Wir-Begriff wäre dann sehr in Ordnung.
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    schrieb am 18.09.2012 um 14:07
    Bezogen auf die Meisten (nicht alle) der Mittel-Europäer ist diese Aussage absolut richtig.

    Wer auf die Probleme anderer Menschen, in anderen Regionen lenkt, vergisst dabei vollkommen, dass Diese sich nicht mal den Luxus erlauben können, sich solche Gedanken, wie wir sie haben, zu machen.

    Erreichen wir das Buch auch nicht viel. Diejenigen die das Lesen, wissen das schon alles und tuen/versuchen sicherlich schon Einiges.

    Die Anderen (um die es geht) werden weder etwas davon erfahren, noch sich dafür interessieren - nicht anders, wie bei tollen TV-Dokus & Co. - die irgendwie auch nur für "Insider" gemacht sind...

    Daher bin ich eben schon sehr lange der Meinung, dass die ganze liberale Freiwilligkeit/Selbstverpflichtung/gut vormachen nicht viel mehr, als "fast nichts" bewirkt. Ich bevorzuge den erhobenen Zeigefinger und manchmal mehr. Auch wenn man damit einige völlig ausklammert, erreicht man bei Anderen insgesamt mehr - vor allem dass sie den Arsch (das sollte keine Gefahr für die Netiquette darstellen) hoch bekommen!
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:05
    Gut dass Dich die Wut packt, der Druck so gross wird, dass auch Du mal unverblümt das aussprichst, was viele Utopisten in der community immer wieder tun.
    Dass es dabei eben auch oft zu Streit kommt, muss toleriert werden.

    Was unterscheidet z.B. Utopia von PeTA oder Green Peace oder andere kleinere, aber nicht minder wichtige Initiativen. Das dort das "Man müsste mal" in die Praxis umgesetzt.

    Auch wenn die Utopa GmbH nach Deinem Bekunden in Sachen Nachhaltigkeit so einiges erreicht hat, gerade in grösseren Unternehmen, scheint es Dir dann doch wieder zuwenig zu sein. Was konnte in den 5 Jahren erreicht werden, ich finde es war nicht wenig. Natürlich kein Grund da auszuruhen, was Ihr als Team sicherlich nicht tut.

    Der andere Teil des Interview und vermutlich kommt das in Deinem Buch zur Sprache, betrifft ja die Gesellschaft insgesamt. Da läuft uns in der Tat die Zeit weg, der Zug steht meistens. Da muss Wut und/oder Resignation aufkommen.
    Aber wie den Zug in Fahrt bringen, Antworten wie das geschehen kann, gibt es viele, auch gut fundierte.
    Aber es fehlt die Einsicht, die Erkenntnis bei den Konsumenten, die Notwendigkeit zur Veränderung.

    Genau, wie schafft man diese Veränderung in den Köpfen, da liegt das Kardinalsproblem.

    Wäre ja schön, wenn das Buch Anlass für die Maischberger wäre Dich zum Talk einzuladen und über das Problem zu sprechen wie denn Veränderung praktisch umzusetzen sei.
    vielleicht lösst dies dann doch einen kleinen Hype bei den anderen Sendern aus.

    Aufgeben dürfen wir nicht, weitermachen, d.h. auch weiter an uns zu arbeiten, gutes Beispiel sein, das registriert die nähere Umgebung und führt zum Nachdenken.
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:15
    Ohne das Buch gelesen zu haben (Kunststück) hoffe ich, dass es viele erreicht. Dass die nächste Anti-Bio-Debatte vielleicht mal den Blick aufs Große Ganze und die Zukunft einschließt. (Dann ist Bio nämlich definitiv gesünder). Das Problem ist doch der Egoismus der Menschen. Und den kann man nicht direkt abschalten. Gibts vielleicht ein Anti-Egoismus-Gen? Dann würd ich mir das mit der Gentechnik-Gegnerschaft nochmal überlegen ;-)
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:36
    :) Anti-Egoismus-Gen.. schön wärs... so wie das Risiko-Gen. Und dann mittels Gentechnik in alle pflanzen, damit es nicht jahrtausendedauernder Prozesse der Anpassung bedarf. Im positiven Sinne wäre die Gentechnik dann gut...das was Gentechnik-Befürworter als Grundidee im Kopf haben.
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:18
    Vollste Zustimmung, aus ganzem Herzen. Danke.
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:22
    Claudia Langer spricht mir mit diesem Buchtitel aus der Seele. - Und wie gut das tut!
    Ich spüre wie mein eigener Kampfgeist wieder entfacht wird und wie meine Hoffnung steigt, Weggefährten zu finden hin zu einem wirklich anderen Lebensstil. Und gute Weggemeinschaft die halte ich für fundamental notwendig um etwas voranzubringen.
    Danke Claudia Langer!
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:24
    Der Denkansatz " Die Generation Man müsste mal" entspricht der Istzeit, unser tägliches Brot seit Jahren, rundherum in jeder Altersklasse in jedem Land "Dogmen".
    Forest of Peace-team & Bhikku Philipp Sumangkalo - Unerhört vorgedacht in und fuer Generationen, den im wesentlichen hat die Utopia-Gründerin Claudia Langer RECHT, wir gehen nur einen Schritt weiter und beobachten das Zeitgeschehen und multiplizieren es in und mit der Natur, so:
    Forest of Peace stellt erstmalig weltweit sicher, dass mit der zukunftsweisenden und 100% nachaltigen Symbiose:
    "Mensch, Natur und Kultur"
    iCTET - intelligente Kind Teak Education Trust, ein Kind, das heute geboren wird in der Lage sein wird: eine berufliche oder Hochschulstudium morgen zu bezahlen - alle oder teilweise die anfallenden Kosten, je nach Ausbildung oder Träger und Land der Ausbildung und nicht abhängig von den Wechselkursen oder gar Aktienmarkt.
    Hingeschaut oder weggesehen "Drei Fliegen mit einer Klappe"
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:25
    Warum können wir nicht für Facebook eine kleine Anwendung entwickeln, womit ich alle meine Freunde fragen kann:
    - hast Du grünen Strom oder nicht?`
    - bist Du bei einer nachhaltigen Bank oder nicht?
    - bist Du Banker oder nicht?
    - machst Du Carsharing oder nicht?
    etc.

    und dann einfach die Kontakte beenden oder rausfiltern, die sich unverantwortlich verhalten.

    Dieser Sozial-Druck sollte am Ehesten helfen, die Mitmenschen zum Handeln bewegen, wenn Sie merken, dass Freundschaften, Kontakte und soziales Ansehen davon abhängen, dass man sich verantwortlich gegenüber den nächsten Generationen verhält.

    Und das wär relativ technisch einfach umsetzbar.

    Ist Dich dran an der Idee von http://www.avoidplugin.com/ (Browser-Plug-In), die bei Online-Shops bei der Kleidungssuche die Produkte rausfiltern, wo Kinderarbeit vorliegen könnte bzw. vom Hersteller nicht angegangen wird (auf Basis von 4-5 Fragen an die Hersteller bzw. Daten).

    Analog kann man für Facebook ein Browser Plug-in bauen, wo die Freunde rausgefilter werden, die bei Nachhaltigkeit die vier bis fünf Fragen oben nicht oder negativ beantwortet haben, quasi ein Sozialkontakte-Filter hinsichtlich Nachhaltigkeit.

    Das würde passen zu dem "Unfriendly" Buch von Claudia Langer und einer Empört Euch-Stimmung, die notwendig ist und am Ende auf einzelne soziale Beziehung zurückfallen muss, denn wenn meine Freunde und Mitmenschen alle gleich phlegmatisch sind, wie krieg ich das geändert? Doch nur unter Druck, in dem ich androhe, den Sozialkontakt zu beenden.

    Und man verlangt ja nun fast nichts von einem Menschen, wenn er zu Ökostrom oder zu einer nachhaltigen Bank wechseln soll, da ist eigentlich gar kein Verzicht erforderlich und aus meiner Wahrnehmung oft nur Faulheit/Desinteresse/Unwissenheit im Spiel, dass Leute nicht wechseln.

    Von daher, wer baut den Nachhaltigkeitsfilter für Sozialkontakte als Plug-In oder Direkt Facebook/Xing-App?
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:31
    ....ich gebe es zu, bei den ersten Zeilen juckte es mir arg in den Fäusten. Aber so im nachhinein...

    Hallo in die Runde,

    schade das Claudia Langer zwar die Auwirkungen erkannt hat, was ja nun wirklich nicht so schwer ist, aber leider nur "...mit den Mitteln einer Streitschrift spielen, überspitzen, polarisieren, vereinfachen und Thesen in den Raum stellen. Darum ist das Buch der Versuch, jetzt einen Gang zuzulegen. ..."

    Die Sache wird die sein, daß das Buch duchaus seine Leserschaft finden wird, aber es werden eben nur Utopisten und deren engster Wirkungskreis sein und es wird nur ein Verusch sein.

    Ich bin inzwischen soweit wenn ich gefragt werde, meine oft bissige Sichtweise und Meinung zu sagen. Gott, wenn man mich schon fragt... .
    Da muß ich mich doch fragen warum Fr. Langer das nicht auch macht ?

    Ich für meine Fälle habe recht schnell erkannt das Utopia eine gute Plattform ist, sich aber vieles nur in einem bestimmten Wirkungskreis abspielt.
    Die Infos aus dem Forum, wie auch das Buch von Fr. Langer, solten vielmehr ein Puplikum außerhalb des üblichen Wirkungskreises suchen.

    Machen wir uns doch nichts vor, wir werden nicht jene 13 % jener Bundesbürger erreichen, die für ihre Kinder eine besser Zukunft sehen. Denn das werden zum größten Teil jedenfalls, jene sein, die nicht nur dem Konsum fröhnen, sondern ihn auch produzieren. Und das in einer Form, die man durchaus schon als vorbehaltlos und unverantwortungslos bezeichenen kann. Der Kapitalismus lässt grüßen.

    Auf der anderen Seite stehen Menschen, die sich wohl kaum von einer Plattform wie Utopia berieseln lassen werden. Es werden hauptsächlich Menschen sein, die um ihres täglichen Überlebenwillen zwei oder drei Jobs für ein Hungerlohn abrackern, um sich dann nach dem unbestritten wohverdienten Feierabend wenigstens eine klitzekleine Portion jenes Wohlstandes gönnen werden, den sie sich verdient haben. Das wird die breite Masse der Menschen sein, die eigentlich für die Messages unserseits empfänglich sein sollten. Doch sie werden still gehalten duch billigen und zu einem größten Teil auf Pump gelieferten Konsums.

    Brot & Spiele - hat schon im alten Rom ganz gut funktioniert.

    Wann sich etwas ändern wird kann niemand von uns sagen ? Ich warte auch auf den Tag, wo es knallt. Denn auch unsere Volksvertreter, jene also die es zumindest zu einem erheblichen Teil in der Hand haben, mutieren genauso zu jenen Knallchargen die uns immerwährend, vorzugsweise Samstagsabend als "Stars" präsentiert werden.

    Die Gesellschaft ist fett & korrupt, machen wir uns nichts vor. Werte wie Verantwortung, Ethik und Menschenwürde zählen heute nichts mehr.
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    schrieb am 17.09.2012 um 18:34
    jo, "man müsste mal" (frau auch!) und zwar geld nicht anders, sondern gar nicht anlegen. weil vielleicht geld ein problem ist!? das sieht mensch aber wohl schlecht, wenn das konto immer prall gefüllt ist.
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    schrieb am 17.09.2012 um 19:18
    "Man müsste mal" Da hätte ich mir einen anderen Titel gewünscht. Man könnte mal, man müsste mal, man sollte mal und es passiert nichts. Ich verstehe sehr gut Frau Langers Anklage angesichts der Trägheit so vieler Menschen, die es sich, weil sie einen einigermaßen guten Lebensstandard haben, leisten könnten auf einiges zu verzichten. Z.B. Flugreisen und wenn sie noch so billig sind, exklusive Schlemmermenüs, spritfressende Autos, ach der Beispiele gibt es viele. Aber es bedeutet immer etwas ändern zu müssen, auch verzichten " Verzicht" ein höchst ungeliebtes, unbequemes Wort.
    Manchmal packt mich der Horror angesichts dessen was alles zu tun wäre. Menschen, die sich engagieren, wissen oft nicht, wo zuerst anpacken, strampeln sich ab, brennen aus, sind verzweifelt weil sie keinen Erfolg sehen, werden angefeindet, belächelt, nicht verstanden.
    Wer ist die Generation "man müsste mal" ? Guck ich in meine Generation, stimmt da gibts wenige, sehe ich mir die Generation vor mir an, die haben viel geschafft und sind nur noch auf Ruhe aus. Wenn ich eine Generation tiefer schaue, ist da die Generation Facebook, viele Kontakte und wenig Gehaltvolles.Ich weiß, das ist jetzt auch verallgemeinert aber so kommt es mir manchmal vor.
    Also welchen Titel hätte ich mir gewünscht? Auf jeden Fall einen der aktiviert wie "Jetzt! Höchste Zeit anzupacken!" Was wir unbedingt jetzt ändern müssen!
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    schrieb am 17.09.2012 um 20:30
    Ja,
    Man müsste mal,
    OHNE
    man müsste mal,
    leben können,
    ohne Bücher schreiben,
    ohne Firmen gründen,
    ohne am Wachstumskurs mit machen
    ohne vom Buchvertrieb abhängig sein,
    ohne Rechtfertigungszwang vor seinen Kindern
    zu müssen..........

    Diese Tastatur vor mir,
    in die ich meine Gedanken schreibe
    ist bereits Teil dieser "man müsste mal" Bewegung.
    Eine Woche ohne sie,
    ohne die tägliche Flut
    von Emails und Neuerscheinungen,
    von Wichtigem, Unaufschiebbarem,
    das muss ich noch......
    aber dann wirklich!
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    schrieb am 17.09.2012 um 20:32
    ;-)) Gut.
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:40
    Ich möchte mich meinen Vorschreibern anschliessen...der Titel "Man müsste mal ...." hat irgendwie gleich einen schalen Beigeschmack , nämlich eine Anklage in gewisser Weise, und gleichzeitig die Aussage dass es aber nicht verpflichtend ist , denn wenn man nur müsste anstatt muss verliert das ganze irgendwie an Wichtigkeit.
    Auch wenn die Autorin vollkommen recht hat, mit dem was sie sagt wird sie jedoch die Menschen besser erreichen, wenn sie aufzeigen würde, wie wichtig es ist, dass JEDER bei sich selbst beginnt um der kommenden Generation nicht ein Ruinenfeld zu hinterlassen.
    Außerdem wär es auch wichtig dabei im Fokus zu haben, dass es nicht nur um kommende Generationen geht, sondern auch um die im heute und jetzt, nämlich uns selbst.
    Gerade bei solch elementaren Themen ist es wichtig, dass man nicht anklagend daher kommt, sondern eher aufklärend, wie es auch aussehen könnte, wenn man so anstatt so agieren würde.
    In einfachen Worten eine einfache Wahrheit rüberbringen, wäre sicher der besserere Weg als der der Anklage.
    Letzteres würde viele auf Mukschkurs innerlich bringen, was menschlich ist, und auf unserem Ego beruht.
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:45
    Gebe gokui auch recht, das wichtigste wäre dass die Menschen endlich sich selbst kennen lernen und ihre Menschlichkeit wieder entdecken, alles andere käme dann nämlich automatisch hinterher.
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    schrieb am 17.09.2012 um 21:48
    Ob ein Buch das richtige Medium ist? Das vermag ich nicht zu beurteilen.
    So undendlich viel "Weltverbesserungsliteratur" staubt in den Bücheregalen vor sich hin.
    Das Wissen ist im Universum vorhanden, ob aufgeschrieben oder nicht. Es mangelt an der Umsetzung.
    Aktiv sein ist das Motto. Laßt uns mit gutem Beispiel vorangehen, wissend, daß es nur wenige Menschen sind, welche die Energie, Überzeugung und auch die Courage haben, voranzugehen und natürlich immer Vorbild zu sein.
    Ich brauche kein neues Buch um zu wissen, daß ich immer noch viel mehr tun kann und werde.
    Während die Einen noch philosophieren, wie man die Welt retten könnte, haben die Anderen längst angefangen!
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    schrieb am 09.10.2012 um 00:15
    für mich war eigentlich nur das Thema selbst interessant und der Gedanke der damit aufgeworfen wurde "...man müsste mal: ............."
    geredet, geschrieben ........ wird endlos, getan zu wenig, was sich ja wieder im Grundgedanken bzw in der Überschrift findet
    weniger labern, mehr umsetzen und wie du auch signalisierst @Montesol bzw noch einige andere direkt oder indirekt.... wenn ich etwas direkt mache, dann nicht mit einem Buch in der Hand, oder auch nicht hier kommentierend :)
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    schrieb am 17.09.2012 um 22:23
    Montesol:
    Absolutes dito !
    Man sollte vielleicht viel mehr Vorbildfunktion für Andere einnehmen, als Bücher über das Thema zu lesen.
    Letzteres kann man schnell wieder ins Regal stellen, während ich meinen Nachbarn z.B ständig vor Augen habe.
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    schrieb am 17.09.2012 um 22:51
    Mir fällt ein


    Auf die Bäume ihr Affen

    von Hans A. Pestalozzi


    http://www.videogold.de/auf-die-baume-ihr-affen-hans-a-pestalozzi-interview-1981/
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    schrieb am 17.09.2012 um 22:56
    Yep. Das habe ich zu Schulzeiten gelesen. Exzellent. Es hieß ja schon des Öfteren, daß seit 2000 Jahren nichts wirklich bedeutend Neues mehr gedacht wurde...
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    schrieb am 17.09.2012 um 22:53
    Ja "man müsste mal..."
    aus diesem Grund habe ich meine Initative Hannover zeigt Flagge eingestampft. Meine Mitstreiterinnen und ich waren sehr enttäuscht, das selbst bei den sogenannten "Aktiven Gruppen" in Hannover soviel Ego- und Selbstdarstellung vorhanden ist. Streiterein und Frustation sind uns begegnet, ...
    Auch "alte" Bekannte und Freunde von mir haben die gleichen Erfahrungen gemacht.

    Es gibt für jede Herausforderung IMMER mehrere Lösungen.

    Um nicht in Wut zu leben, habe ich mein eigenes Leben mal angeschaut, wie war ich früher, wie bin ich heute, was hat sich bei mir verändert und vorallem WARUM?

    Mit Anfang 20 war ich ein überzeugter Motorradfahrer und konnte mir mein Leben ohne Motorrad nicht vorstellen. Mit Mitte / Ende 20 hatte ich mein Geld mit Taxifahren und LKW-Fahren verdient, mit Anfang / Mitte 30 war ich im Aussendienst. Also alleine beruflich gesehen habe ich mein Geld überwiegend mit dem Auto verdient und so selber viel dazu beigetragen das Klima zu schädigen. etc.

    Und heute?
    Kein Motorrad, kein Auto, kein Hamsterrad mehr.
    Ökostrom seid 3 Jahren, nachhaltige Bank seid 1/2 Jahr und meine Einkäufe habe ich auf das Nötigste befreit und in unserem Nutzgarten (Traumgarten) wird die Ernte immer mehr.

    Warum ist das heute so bei mir?
    Weil ich Glück hatte immer wieder Menschen, Filme und Bücher kennen zu lernen, die Mich angestoßen haben, wie z.B. beim LKWfahren habe ich ein Interview von Stefan v. Jankovic gehört. Dabei ging es um todesnahe Erlebnisse.
    Glück bedeutet in dem Fall, das Leben hat mir Möglichkeiten geboten, die ich annehmen konnte oder auch nicht.

    Warum ist das bei den vielen anderen Menschen nicht auch so gelaufen?
    (Ausnahmen bestätigen die Normalität)
    Brot und Spiele sind da nur fordergründig die Ursachen. Bildung und Liebe, bzw. das wenig bis garnicht vorhanden sein, das begrenztsein im Denken und Handeln sind da eher die Ursachen.
    "Angst essen Seele auf". Viele Menschen wurden durch Gewalt und Angst "erzogen" (sehr viel mehr als allgemeinhin angenommen wird). Wir Menschen sind keineswegs freie und aufrechte Individuen, eher Krüppel. Das beschreibt unter Anderem Friethjof Bergmann sehr gut in seinem Buch Neue Arbeit, Neue Kultur.
    Auch die menschliche Ur-Eigenschaft:
    Ich lebe, also ist alles was ich bisher gemacht habe gut, jede Veränderung ist eine Gefahr. Die Zukunft ist unentdecktes Land voller Gefahren, damit ich überlebe mache ich alles so wie bisher.
    Nur wenige Menschen sind innovativ veranlagt. Es gibt dazu noch vieles zu sagen, würde hier aber den Rahmen sprengen. Eines vielleicht noch: Wir Menschen sind wie Raucher, wir wissen das wir immer wenn wir uns eine Zigarrette anstecken uns etwas schlechtes antun und um Ausreden, wenn wir mal wieder so richtig abhusten, sind wir nicht verlegen.

    Was ist also zu tun?
    Es wird alles noch viel schlimmer kommen, bevor es gut wird. Schneller als die Meisten von uns denken.
    Ich persönlich bin dabei maximale Selbstversorgung für mich und meine Kinder zu betreiben, um die wirren Jahre des Wandels möglichst gut zu überstehen. Meine Kinder (15 und 17 Jahre) wissen was ich denke. Ehrlichkeit ist sehr wichtig!
    Aktiv und kommunikativ sein und Ziele haben ist für jeden Menschen wichtig, gerade wenn er/sie sich Gedanken über unsere Situation macht.
    Zum Thema Zukunft werde ich sobald ich Zeit finde meine Gedanken zu "Papier" bringen und auch in meinem Blog hier auf Utopia veröffentlichen. Schon mal vorweg: Ich sehe die nahe Zukunft positiv.
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    schrieb am 17.09.2012 um 23:04
    Du hast leider recht. Und der Rückblick auf mich selbst lässt mich auch erschaudern. Als junger Mann mit Testosteron vernebelter Weltsicht träumte ich (eine kurze Weile) von Sportwagen und.. und was? und spekulierte an der Börse herum. ICH war das wichtigste Wort dieser Zeit. ICH und immer wieder ICH. I auf Englisch. Ei! Irgendwann bin ich dann wohl geschlüpft! :-) Aber vergessen wir nicht: damals stand die totale nukleare Vernichtung im Raum. Ende der 80ger war man in Europa dann erstmal froh, daß es überhaupt eine Zukunft gab...
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    schrieb am 18.09.2012 um 12:40
    Hallo Uwe, das mit den Ursachen sehe ich ähnlich. Die meisten von uns wurden mit Angst, Einschüchterung, Schuldgefühlen und Kritik erzogen. So sind wir zu ängstlich, haben zu wenig sichere Bindung, zu wenig sicheren Hafen in uns um das alte zu verlassen, vor allem auch die Sicherheit in der Gruppe und wirklich Neues zu wagen. Hoffen wir, dass unsere Kinder hier eine bessere Basis haben.
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    schrieb am 17.09.2012 um 23:14
    Ich finde die Richtung, die Claudia Langer einschlägt, absolut richtig. Wir brauchen mehr Streit, müssen lauter und unbequemer Nachhaltigkeit einfordern und dadurch Verantwortung übernehmen. Diese Verantwortung sollte aber eher zukunftsgerichtet sein und nicht zu viel Zeit damit verschwenden, mit Fingern auf Schuldige zu zeigen. Schuldige sollten eher zu verantwortlichem Handeln (von nun an) aufgefordert, vielleicht sogar gezwungen, werden.

    Was mir nicht so sehr gefällt, sind Claudia Langers Beispiele, was wir besser machen können. Die sind lahm. Sie scheinen eher der Generation "Man müsste mal" zu gehören, die sie ja kritisiert. Fairerweise muss ich aber zugestehen, dass sie sich selbst ja ausdrücklich mit dazuzählt.

    Aber was ist lahm? Lahm ist es, ein "kleineres Auto" und "weniger zu fliegen" einzufordern. Adäquat wäre es kein Auto zu besitzen und so gut wie nie Auto zu fahren (Umzug ist ne Ausnahme). Ok, man kann lange über lokale Ungleichheiten und die Schwierigkeit im ländlichen Raum ohne Auto zu sein diskutieren. Aber das ist auch lahm - denn auch das geht, wenn man will. Wenn nicht sollte man sich überlegen, ob man nicht besser in der Stadt aufgehoben wäre, da geht es aber-sowas-von (und immerhin leben ja über 70% der Deutschen im städtischen Raum - die paar Landeier kriegen wir also mit E-Autos, Fahrrädern und Rikschen versorgt - außerderm geht ÖPNV rein physikalisch gesehen auch auf dem Land).

    Tja, und weniger fliegen? Rechnen wir's doch einfach aus - wieviel darf ein Mensch in seinem leben fliegen, damit wir im klimaverträglichen Bereich bleiben? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass wir uns Gedanken darüber machen und einen Grenzwert festlegen können. Claudia Langer dürfte dann vielleicht gar nicht mehr fliegen. Oder - weil "gar nicht mehr" klingt fast so gemein, wie Todesstrafe - sie müsste dann den zigfachen Preis zahlen und könnte einfach fast gar nicht mehr fliegen.

    Wie auch immer, ich würde gerne wenn wir schon Streitschriften verfassen, dann wenigstens auch hoch angesetzte Forderungen aufstellen. Ich würde gerne die Klimaschädlichkeit jedes Produktes ausrechnen von der Produktion zur Konsumtion und die Preise danach gestaffelt über höhere oder geringere Steuern beeinflussen (scheiß auf "den Markt"). Ich würde gerne ein Mindesteinkommen und Mindestsozialstandards festlegen, die jeder Mensch, der an der Warenkette in der Produktion beteiligt ist, bekommen soll, global. Wir sollten uns nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Kakaobauern im Fairen Handel einen Lohn bekommen, der nicht mal ansatzweise mit dem, was die meisten in Europa so verdienen vergleichbar ist. Ich will nicht den Ansatz des Fairen Handels diskreditieren, sondern nur deutlich machen, dass die Verhältnisse selbst dann, wenn alle Leute GEPA-Schocki kaufen würden nicht annähernd gerecht wären. Ich hätte deshalb auch gerne einen Maximallohn und eine Umverteilung, die schon bei Menschen ansetzt, wie meinem Vater, der vielleicht so 3000€ Netto verdient. Von einem Teil des Geldes habe ich als Student gelebt. Ich liebe meinen Vater, aber warum geht der Staat nicht zu ihm und zwackt ihm 700€ Steuern davon ab und etabliert damit ein Gehalt, das ich als Student bekomme?

    Ich für meinen Teil nehme mir fest vor, wenn ich demnächst ein Gehalt bekomme, von dem ich mehr als gut leben kann (jetzt würde ich vielleicht sagen ab 1000€ aufwärts), dann will ich nicht sukzessive meinen Lebensstandard erhöhen und mir mehr und mehr Dinge leisten. Ich kann stattdessen auch einen großen Teil davon als "Eigensteuer" erheben (wenn der Staat es schon nicht für mich macht) und es anderen, die weniger haben, zur Verfügung stellen. Das klingt jetzt etwas muttertheresahaft, aber so ist es nicht gemeint. Wir können auch einfach und ehrlich umverteilen.

    ICH WILL GROßE WIRKUNG, JETZT SOFORT
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    schrieb am 18.09.2012 um 13:25
    Gut, dass du in der Lage bist, von außen auf deine finanzielle Situation zu achten - eine tolle Idee mit dem Lebensstandard unten halten.
    Hast du auch konkrete Vorstellungen, wie internationale Standards durchgesetzt werden könnten? M.E. geht das nur über politische Vorgaben.
    Eine Anmerkung zur Fairtrade-Schoki: Die Fairtrade-Preise sind natürlich ein Kompromiss. Gepa würde liebend gern den Kleinbauern mehr zahlen. Die Preisdifferenz zur konventionellen Schokolade darf aber nicht zu hoch werden, sonst sinkt die verkaufte Schokomenge - was den Bauern dann auch wieder nichts bringt. Gäbe es hingegen keine konventionelle, sondern nur noch faire Schokolade, dann könnte der Preis auch höher ausfallen.
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    schrieb am 17.09.2012 um 23:16
    Hallo Claudia,
    Du bist bekehrt, hast Dich verwandelt sozusagen vom Saulus zum Paulus. Du hast für Deutsche Bank, Eon und Burger King Werbung gemacht, das Dir viel Geld eingebracht hat und uns mit dahin geführt hat, wo wir jetzt stehen. Wahrscheinlich hast Du es für Deine Kinder getan, damit es denen einmal gut geht. Und jetzt bescwerst Du Dich darüber, dass man sein eKinder in eine ungewisse Zukunft schickt. Den Menschen in unserer Gesellschaft ist der eigene Vorteil schon immer das Wichtigste gewesen, das neue Auto, der Besitz, das immer "mehr" haben müssen als die Anderen. Wer denkt da schon an Morgen. Da hast Du, wir und die Werbung Jahrzehnte lang gute Arbeit geleistet. Jetzt ist der Karren im Dreck. Und Millionen von Menschen überall auf der Welt wollen auch Burger essen. Deine Aufregung ist nachvollziehbar. Deine Empörung richtig. Aber hast Du die Legitimation dafür? Bist Du glaubwürdig genug, diese (berechtigte) Anklage zu führen?
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    schrieb am 17.09.2012 um 23:31
    Ich sehe es trotz meines persönlichen Pessimismus differenzierter (kann nicht ganz aus meiner naturwissenschaftlichen Haut heraus). Vor allem sehe ich unsere Gesellschaft nicht gar so negativ. Dafür kenne ich zuviele Menschen die bestimmte Dinge NICHT tun, obwohl sie ansonsten sehr viel mehr Geld verdienen könnten. Es gibt sehr viel Engagement, sehr viel Idealismus. Von Umweltschutz bis zur freiwilligen Feuerwehr, DLRG, etc. - wir haben zig tausend ehrenamtliche Rettungsschwimmer. In den USA läuft das praktisch nur gegen Bares. SO SCHLECHT SIND WIR NICHT! Im Gegenteil. Aber... die Sachzwänge engen den Bewegungsraum des Einzelnen immer mehr ein. Nehmen uns die Luft. Die Kraft. Hirnerweichende Konzepte wie Basel II, III, IV.... Wer wenig hat muß mehr zahlen. Selbsterfüllende Prophezeiungen, unsichtbare Elektrohalsbänder um die Hälse eines jeden. Das ist keine Bösartigkeit, das ist keine Schwäche, das ist nur Nachgeben gegenüber einer psychopathisch anmutenden totalen Macht, die sich hinter transnationalen Nebelschleiern jedem Zugriff entzieht.
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    schrieb am 18.09.2012 um 08:12
    Irgendwer hat mal gesagt: Erzähle den Kindern von Deinen Träumen! Mehr kannst Du Ihnen für eine "bessere" Welt nicht mitgeben.

    Und da ist was dran: Ich behaupte mal, dass mich der "Räuber Hotzenplotz" heute noch mehr beeinflusst als jede Streitschrift! ;-)
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    schrieb am 05.10.2012 um 23:37
    Und mich der starke Wanja...:)
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    schrieb am 18.09.2012 um 09:06
    Guter und passender Kommentar, Stephan Rieping.

    "Man" müßte mal.....! Wer ist "man"?

    Dieses "man" trägt die Schuld immer und überall und nun wird ihm noch ein Buch gewidmet.?
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    schrieb am 18.09.2012 um 09:31
    Beim letzten Unternehmerinnen-Netzwerkabend gab es einen Vortrag
    ""Worte und ihre Wirkung".
    Da ging es genau um das Thema "müßte" und "man" und soweiter.
    Es wurde auch ein Buch und die zugehörigen Sprachkarten vorgestellt:
    http://www.trainerbuch.de/de/Die-Kraft-der-Sprache-80-Karten-fuer-den-taeglichen-Sprachgebrauch,tb-4748

    Das war sehr interessant und ich achte tatsächlich mehr auf dieses Thema, weil ich auch viel zu viele solcher Wörter verwende, die nicht wirklich zielführend sind.
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    schrieb am 19.09.2012 um 17:37
    Danke, Bada! Dieses "man" schafft so eine Distanz, eine Art Unbetroffenheit. Eigenlich ist jeder und keiner gemeint. Ich bemühe mich immer um klare Benennung, wer gemeint ist. Da wo ich diesen Terminus trotzdem nicht vermeiden kann (will) tausche ich "man" gegen "mensch" aus.

    Andererseits trifft der Terminus "man" für dieses Buch ja eigentlich genau den Kern der Streitschrift. Wenn ich es richtg verstanden habe, dann geht es gerade um Menschen, die gern "man" statt "ich" sagen.
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    schrieb am 18.09.2012 um 09:36
    Die Aussagen treffen für die Masse leider zu:
    - Auto und Geldanlage ohne Verantwortung
    - Burnout der Menschen geht einher mit Burnout der Erde
    - Hoffnung auf rettenden technischen Fortschritt, statt selbst aktiv (nachhaltig) zu handeln - usw.

    ABER: Das ist gerade der Grund , warum wir den Turnaround nicht schaffen! Die M a s s e interessiert nur der eigene Hintern und das eigene kurze Leben! Nach mir die Sintflut!

    Ich bin froh, dass ich nicht zu dieser Massen gehöre. Auch wenn mein tun nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

    UND: Unsere Kinder können wir nur erziehen - was sie am Ende zu tun bereit sind (oder ob sie der Masse folgen) liegt nicht in unserer Hand!
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    schrieb am 18.09.2012 um 10:01
    Nicht Bücher, Blogs, Foren, Visionen, Wahlversprechen, Welt-Clubs usw.usw. werden etwas für die Nachkommen bewirken. Es gibt nur einen Weg; siehe Hölderlins Gebet für die Unheilbaren:

    Eil, o zaudernde Zeit, sie ans Ungereimte zu führen,

    Anders belehrest du sie nie, wie verständig sie sind.

    Eile, verderbe sie ganz, und führ ans furchtbare Nichts sie,

    Anders glauben sie dir nie, wie verdorben sie sind.

    Diese Toren bekehren sich nie, wenn ihnen nicht schwindelt,

    Diese... sich nie, wenn sie Verwesung nicht sehn.
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    schrieb am 18.09.2012 um 10:05
    Es ist schon deprimierend.
    Seit über einem Vierteljahrhundert wissen wir, dass es auf vielen Gebieten und in vielen Bereichen so nicht weitergehen kann.
    Ich erinnere nur an "Global 2000" und die Filme von Peter Lustig.

    Nur - geändert hat sich nicht viel.
    Es gab und gibt bei vielen Mensch in meiner Umgebung schon ein Umdenken, aber das ist bei der Masse der Menschen nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein.

    Interessierte Kreise kochen dabei immer wieder die Mär von der Bio-Lüge hoch (http://www.utopia.de/magazin/ard-reportage-wie-billig-kann-bio-sein-bio-betrug-bleiben-sie-unkonventionell?p=2&amp;all)
    und viele glauben noch an diese Märchen.

    Wenn ich nachhaltig leben möchte, muss ich keinen Verzicht leisten, ich muss bewusst anders leben und das wird ein Gewinn sein. Ein Gewinn für mich, für meine Umgebung und wohl auch für einen winzigen Teil der Erde.

    Leider lassen sich ökologische Ignoranz und umweltpolitische Dummheit nicht per ordre de mufti verbieten.

    Claudia hat recht, wenn sie nun Anklage erhebt.
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    schrieb am 18.09.2012 um 10:19
    Ich bin leider noch nicht dazu gekommen das Buch zu lesen - vielleicht liegt es daran, dass es einfach noch nicht komplett veröffentlicht wurde, sondern erst die ersten fünf Seiten!
    Es gibt aber anscheinend einige Mitglieder, welche das Buch bereits komplett gelesen haebn und somit eine hochqualitative Aussage über dessen Inhalt, Interpretationspotenzial und Sinnhaftigkeit machen können. Bis auf die ersten 5 Seiten mit Titel, Gedicht und Anklageschrift war dem Ganzen nicht mehr zu entlocken. Vielleicht passt der Titel ja doch, vielleicht steht ja ganz was anderes drin als viele hier prophezeien und kund tun...
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    schrieb am 18.09.2012 um 10:24
    Die Frage, "warum leben die meisten von uns nicht nachhaltig?", ist eigentlich der Frage sehr ähnlich, ob wir Verantwortung übernehmen oder ob wir davon ausgehen einen freien Willen zu haben. Deshalb zwei Inputs für die Diskussion:

    1. Statt einem Verantwortungsmodell der Schuldzuweiseung, das "social connection model of responsibility" von Iris Young 2003: http://dissentmagazine.org/article/?article=504
    ...es geht darin u.a. um die Frage, wie wir in einer sich globalisierenden Welt Verantwortung für "unbekannte Fremde" übernehmen und uns von der territorialistischen Vorstellung, wir trügen nur für unsere räumlich und sozial Nächsten Verantwortung, verabschieden können.

    2. In der modernen Physik bzw. der Stringtheorie geht man davon aus, dass es mehr Dimensionen gibt als die vier (drei räumliche und eine zeitliche), die unsere Raum-Zeit ausmachen und die wir mit unseren Sinnen gut wahrnehmen können. Es gibt z.B. die many-worlds-interpretation in der Quantenphysik, die davon ausgeht, dass es neben unserer von "Ego" wahrgenommenen Wirklichkeit noch viele andere parallel existierende Wirklichkeiten geben kann, in die wir nur nicht gehen können. Und dabei ist "gehen" vielleicht das richtige Wort, denn wir gehen durch die Raumzeit, indem wir Entscheidungen treffen (und entscheiden uns daher gegen die anderen möglichen Wirklichkeiten, in die wir von einem Ausgangspunkt A hätten gehen können). Wenn wir unsere Welt so sehen, nämlich, dass die 4. Dimension, also Zeit, die aneinandergereihte 3. Dimension ist, dann wäre die 5. Dimension solche Aneinanderreihungen nebeneinander. Man kann auch sagen unserer freier Wille ist es uns in eine bestimmte Richtung der Raumzeit zu gehen. Besser erklärt ist der Gedanke hier: http://www.youtube.com/watch?v=MN4KC_zlW4g&feature=related

    Jedenfalls hat der Gedanke, dass wir einen freien Willen haben und selbst dafür verantwortlich sind, uns in die Wirklichkeit in der Raum-Zeit zu bewegen, die uns gefällt, viel damit zu tun, ob wir bereit sind selbst Verantwortung für nachhaltige Entwicklung zu übernehmen. Das heißt nämlich weder, dass wir allmächtig sind, also uns in jede beliebige Raum-Zeit/Wirklichkeit bewegen können (die Physik und unser Bewusstsein setzen uns Grenzen), noch dass unser Leben bereits determiniert wäre oder - wie in der Neurobiologie gerne gesagt wird - wir keinen freien Willen hätten, also dass wir von unserem Hier-und-Jetzt nicht mehrere Möglichkeiten hätten, das nächste Hier-und-Jetzt zu wählen.

    Die Betrachtungsweise ist natürlich sehr theoretisch und philosophisch, aber unsere Wirklichkeit so zu denken, hat finde ich viel Potential über unsere persönliche Verantwortung nachzudenken. In den meisten (Sozial-)Wissenschaften gab es ja in den letzten Jahrzehnten die Abkehr von der absoluten Wahrheit hin zu vielen Wirklichkeiten von vielen verschiedenen Menschen. Meine Theorie ist, dass dieser Paradigmenwechsel noch nicht ganz vollzogen ist, noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, bzw. dass viele Menschen noch zu eindimensional bzw. zu dreidimensional, kurz: zu einfach denken, bzw. noch ein Wirklichkeitsbild von absolutem Raum, absoluter Zeit und absoluter Wahrheit haben, das der klassischen newton'schen Physik entspringt, aber eigentlich überholt ist.

    Ein Bsp.: Atomkraftbefürworter sprechen gerne von einem "Restrisiko" und meinen damit die extrem geringe Wahrscheinlichkeit, dass zu diesem Zeitpunkt in diesem AKW ein GAU eintritt. Das ist sozusagen dreidimensional gedacht. Wenn wir nämlich alle Raum-Zeiten von den 1960ern bis 2012, also alle vierdimensional akkumulierten "Restrisiken", nehmen, dann haben wir eigentlich nur noch ein "Restglück", dass der GAU nicht eintritt. Die zeitliche Dimension mitzudenken beinhaltet nämlich auch die gehäuften Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten von Erdbeben sowie den Zerfall von Bausubstanz am AKW und die Häufung menschlicher Fehler,... Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass dieses Restglück nicht immer eintritt. Zu diesem Raum-Zeit-Punkt können wir schon sagen "Atomkraft, nein danke!". Aber wenn wir nun noch die fünfte Dimension hinzunehmen, haben wir auch die Gewissheit, dass wir uns tatsächlich mit unserem freien Willen und Handeln in eine Raum-Zeit begeben können, in der es keine AKWs mehr gibt. Mit dieser Art von Denken können wir also tatsächlich in eine für unsere Kinder bessere Zukunft gelangen.

    Übertragen wir das Bsp. doch auch auf andere Bereiche der Nachhaltigkeit! Kritik und Rückmeldungen zu meiner Betrachtungsweise sind sehr willkommen, besonders von Physiker_innen (und nochmehr von Bundeskanzler_innen_Physiker_innen).
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    schrieb am 18.09.2012 um 13:13
    zum Punkt Restrisiko: Risiko ist im Kontext der Ingenieurwissenschaften und Umweltwissenschaften definiert als Eintrittswahrscheinlichkeit pro Zeit multipliziert mit dem zu erwartenden Schadensmaß. Die Zeitdimension ist somit im Begriff Risiko bereits enthalten. Natürlich geht zwangsläufig damit die Eintrittswahrscheinlichkeit eines beliebig unwahrscheinlichen Ereignisses gegen 1, wenn man die Zeit nur genügend lang wählt. Das ist aber, streng genommen, nicht realistisch, weil ein Kraftwerk ja nur eine begrenzte Lebensdauer hat (30 bis 50 Jahre).

    Der Begriff Restglück gefällt mir. Zumal neben der Zeit ja global betrachtet die Anzahl der Kraftwerke mit eingeht. Der (etwas neben die Spur geratene) Physik Nobelpreisträger Robert Laughlin sieht die Plutoniumwirtschaft als einzigen Ausweg aus dem Energiedilemma. Er geht davon aus daß in Zukunft der Hunger nach Energie so extrem sein wird, daß wir die Zerstörung einer größeren Stadt pro Jahrzehnt dafür in Kauf nehmen werden. Ich halte die Kernkraft für völligen Wahnsinn.

    Die Sache mit den Dimensionen in der String Theorie, der viele Welten Theorie etc... Uha. Es wird immer haarig, wenn man theoretische Physik auf Psychologie oder menschliche Erfahrungswelten übertragen will. Das verlinkte Video macht für mein Dafürhalten schon den Fehler die Dimensionen linear fortzusetzen, während jede mir bekannte aktuelle Theorie die höhere Dimensionen einschließt (Superstring, M-Brane etc.) davon ausgeht, daß diese Dimensionen auf Sub-Quantenebene gefaltet (curled up) sind. Es handelt sich um geometrische mathematische Konstrukte mit denen man versucht das (stabil stehende) Standardmodell zu erklären - seine zugrunde liegenden Mechanismen. Der Weg ist noch weit bis die String Theorie auch experimentell untermauert werden kann. Hier eine Brücke zu schlagen zu Psychologie et al ist aus meiner Sicht derzeit nicht einmal eine sinnvolle Metapher. Das Thema "Willensfreiheit" würde ich in unserer Zeit auch am ehesten im Fachgebiet "Neurowissenschaften" verschlagworten. Das ist auch ohne halbgare Ansätze aus der theoretischen Pop-Physik schon kompliziert genug. Und auch da steht die Wissenschaft erst am Anfang. Komplexität hat übrigens nicht zwingend etwas mit der Anzahl der Dimensionen zu tun, sondern viel mehr mit der Anzahl der interagierenden Untereinheiten. Siehe n-body problem. Das ist klassische newtonsche Physik (in der Principia zuerst veröffentlicht), die beliebig komplex werden kann. Ich würde deshalb einen Schritt weiter gehen: selbst Newton ist noch nicht in den Köpfen angekommen. Newton war der, der als erster formal integrativ dachte und Komplexitäten mittels Differentialgleichungen darstellte und so reduzierte und zugänglich machte.
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    schrieb am 18.09.2012 um 22:39
    Danke für die Rückmeldung!

    Dazu: "Das verlinkte Video macht für mein Dafürhalten schon den Fehler die Dimensionen linear fortzusetzen, während jede mir bekannte aktuelle Theorie die höhere Dimensionen einschließt (Superstring, M-Brane etc.) davon ausgeht, daß diese Dimensionen auf Sub-Quantenebene gefaltet (curled up) sind."

    - ich dachte man kann die Extra-Dimensionen sowohl für den Mikrokosmos bzw. die Sub-Quantenebene, als auch für den Makrokosmos denken, also z.B. über unser Universum, mit seinem Urknall und seinem noch vor uns liegenden Zusammenfall, hinausgehend.

    Hmm... ich war und bin mir auch nicht sicher, wie seriös Rob Bryanton, der das Video gemacht hat, ist. Immerhin zitiert er auch wirklich häufig die wichtigsten zeitgenössischen Physiker_innen wie Brian Greene oder Lisa Randall - wüsste gerne, was die zu seiner Interpretation sagen. Insgesamt erscheint mir die Darstellung aber logisch und schlüssig - auch wenn ich kein Physiker bin und mir auch klar ist, dass es sich dabei um eine Interpretation handelt, die wahrscheinlich nicht empirisch zu belegen ist.
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    schrieb am 19.09.2012 um 13:33
    @ertpol: Ich habe zwar Physik und Astrophysik studiert, bin aber beileibe kein Experte für String Theorie et al. Das ist und bleibt ein recht esoterisches Gebiet und wurde auch in unseren Vorlesungen zur theoretischen Kosmologie einerseits und zur Kern- und Quantenphysik andererseits (90gern) nur sehr am Rande berührt. Grundsätzlich setzten aber die bekannten Beobachtungen enge Grenzen für die Möglichkeit zusätzlicher makroskopischer Dimensionen. Das kann man prinzipiell vielleicht vergleichen mit der relativistischen Zeit- und Massendilatation. Diese Phänomene sind Newton nicht aufgefallen, weil das bei "normalen" Geschwindigkeiten (sehr viel kleiner als Lichtgeschwindigkeit) eben keine Rolle spielt. Die Effekte sind extrem klein. D.h. die Beobachtungen setzen eine Grenze für die Größe des Effektes - in dem Fall ab welchen Geschwindigkeiten er eintritt. Bei den höheren Dimensionen der String Theorie sind es Kollisionsenergie Niveaus in Teilchenbeschleunigern, die die Grenze setzen, weil es bestimmte Vorhersagen gibt welche Phänomene sonst eintreten müßten - die eben noch nicht beobachtet wurden.

    Ansonsten... prinzipiell nicht falsifizierbare Theorien oder Hypothesen bewegen sich arg an der Grenze der Wissenschaft. Welche Bedeutung hypothetische zusätzliche Dimensionen die über Urknall und Zerfall des Universums hinausgehen sollen (was ist das?) für die Lebenssituation der Menschen hier und jetzt haben, ist sicher schwer darzulegen. Insbesondere wenn wie gesagt sicher weit über 99% der Menschheit die normale, etablierte, solide Newtonsche Mechanik nicht verstehen.

    Tja - ich selber bin leider völlig unfähig auf Sub-Quantenebene zu denken - geschweige denn über Anfang und Ende des Universums hinausgehend ;-). Ich lese derzeit David Graeber. Debt - the first 5000 years. Das ist in Hinblick auf die menschliche Situation in der Welt m.E. weit bodenständiger!
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    schrieb am 18.09.2012 um 10:51
    Ich glaube, wenn die Menschen anfangen würden zu verstehen, dass JEDER mit seinem Tun, und sei es noch so gering etwas zur Energie auf diesem Planeten ERDE beiträgt es ihnen auch automatisch leichter fallen würde, VERANTWORTUNG dafür zu tragen.
    Ohne jetzt unbedingt auf die Religion verweisen zu wollen, sollten wir uns doch alle klar werden (zumindest diejenigen an die Claudia ihr Buch gerichtet hat !--die anderen haben dies ja bereits erkannt--), daß die Menschheit tatsächlich ein Kollektiv ist, und wo immer etwas negatives oder positives hinzugefügt wird, durch Handeln oder auch nur duch Worte, es eine entsprechende Reaktion gibt.
    Wir sollten uns jeden TAG klarmachen, dass wir nicht ewig hier leben, und es jeden TAG sein kann, an dem wir diese Erde verlassen müssen und Rechenschaft darüber ablegen werden, was wir im Leben getan haben.
    Und an alle ungläubigen (was das weiterleben der seele angeht) möchte ich noch folgenden Satz hinzufügen :
    Wenn Ihr glaubt, dass es ein Leben nach dem Tode nicht gibt, weil es keine Beweise dafür gibt, frage ich EUCH wo sind die Beweise, dass es sie NICHT GIBT ?

    Wir sollten unseren Kindern die Wunder der Welt und der Natur wieder nahe bringen, und weg vom ewigen materiellen was heutzutage ja scheinbar ALLES darstellt.
    Nur so können wir auch wieder Verantwortung lernen, die wir Menschen für diesen Planeten zu tragen haben.
    Wie wärs einfach mal zu einem Naturvolk zu fahren, um sich von diesen Menschen mal etwas beibringen zu lassen ?
    Wir umgeben uns zu sehr mit der ganzen Technik (allein das sitzen vor dem PC ist schon ein kl.Bspl.) und gehen zu wenig raus zum Lebendigen und wirklich existenziellen.
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    schrieb am 18.09.2012 um 11:29
    Ich sehe die menschliche Tendenz an Dinge zu Glauben, für deren Existenz es außerhalb der menschliche Vorstellungskraft keine Anzeichen gibt, als eine der Hauptursachen für alle unsere Probleme. Auch Smith's unsichtbare Hand gehört schließlich in diese Kategorie. Oder der Glaube an die Verheißung des ewigen Wachstums. An erfundene Dinge zu glauben ist deswegen gefährlich, weil sich damit kein Konsens erzielen lässt. Nichts woran man auf diese Art glaubt ist auch nur entfernt objektivierbar. Jeder behauptet etwas anderes. Und am Ende einigt man sich auf gar nichts, weil jeder eine andere vermeintliche Wahrheit besitzt. Deswegen ist eines meiner liebsten Zitate ein Ausspruch von Philip K. Dick: "Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away".
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    schrieb am 18.09.2012 um 12:46
    Super Kommentar!
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    schrieb am 20.09.2012 um 12:26
    Brain-erfrischende absolute Wahrheit! Ich finde es so lustig, das man auch im kleinen sehen kann, das mehrere Menschen in einer Gruppe einen Zustand diskutieren und jeder versucht das gleiche anders auszudrücken, weil jedes Ego sich bestätigen möchte. Anstatt gleich zu verstehen, der oder die hat gutes wahres gesagt, das entwickeln wir jetzt weiter. Am Ende ist die Energie, wirklich etwas zu tun, verpufft, weil alle verwirrt nur dasselbe geredet haben in immer anderen Varianten der Beschreibung, anstatt gleich die eine oder andere Idee so aufzugreifen, wie gesagt und weiterzuentwickeln.Schaut man sich vermeintliche Wahrheiten an, entdeckt man, das viele dasgleiche meinen und nicht dasselbe verstehen, weil ihre Wort- und Assotiationstendenz im Kopf anderen Mustern folgt.
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:02
    @gruenebine: und das, obwohl die Muster hier in diesem Forum sich im großen und ganzen stark ähneln dürften...
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    schrieb am 18.09.2012 um 11:20
    Die Kernfrage wird sein:
    Wie kann man Menschen dazu bringen, Verantwortung für künftige Generationen zu übernehmen, wenn die meisten Menschen nicht mal Interesse am eigenen Leben haben?

    Schaue ich mich um, dann sehe ich so viele Menschen, die sich nicht im Geringsten um sich selbst sorgen:
    Die übergewichtig sind, sich falsch ernähren, sich nicht bewegen, Suchten frönen, in ungeliebten und ausbeuterischen Jobs oder Partnerschaften verharren bis zur Selbstaufgabe.

    Ich höre oft, daß es egoistisch ist, für sich selbst gut zu sorgen.
    Aber für mich ist das der Anfang, darauf muß (schon wieder dieses blöde Worte - wer muß soll aufs Klo gehen ;.-) ) - sollte alles aufbauen.

    Liebe Deine Nachwelt wie Dich selbst.
    Mehr können wir kaum erwarten und mehr kann ich persönlich auch nicht bieten.
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    schrieb am 18.09.2012 um 11:29
    Natürlich, Maria. Nur wer selber stark ist kann anderen helfen. Denke ich.
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    schrieb am 18.09.2012 um 11:44
    WIR und die Natur sind erfundene Sachen ? ? ?

    Interessanter Denkansatz ...
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    schrieb am 18.09.2012 um 11:48
    Ich denke Stefan hat sich eher auf das hier bezogen
    "Wenn Ihr glaubt, dass es ein Leben nach dem Tode nicht gibt, weil es keine Beweise dafür gibt, frage ich EUCH wo sind die Beweise, dass es sie NICHT GIBT ?"

    Ein Leben nach dem Tode ist ja schön und gut.
    Damit (mit den Jungfrauen im Paradies) lockt man auch Selbstmordattentäter.

    Auf der anderen Seite sollte uns der Glaube daran nicht davon abhalten jetzt und hier und in diesem Leben aktiv zu werden. Eh....allerdings nicht als Selbstmordattentäter ;-)
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    schrieb am 18.09.2012 um 13:39
    Muss es immer Beweise geben, damit man reagiert, sich verändert. Abgesehen von den dogmatischen und dummen Glaubensansätzen der Religionen (Himmel,Hölle, Jungfrauen im Paradies u.ä.), kann einem die Vorstellung eines universellen Lebenssystems, welches weit über ein gegenwärtiges Leben hinausreicht erst recht die Kraft und Verantwortung geben, in diesem Leben über den Tellerrand des Ego hinauszuschauen und sich für das, über welches wir Utopisten sogerne diskutieren auch eigene Wirklichkeit werden lassen.

    Ist man mal vertraut mit dem Gesetz der Ursache-Wirkung lernt man auch, dass nie andere Schuld haben an etwas, sondern dass immer das auf einem zukommt und dass jede Wirkung ihre individuelle Ursache hat. Summa sumarum kann dies natürlich dann zu einem solchen System führen, in dem wir gerade leben. Nur dadurch, dass wir zuerst an uns arbeiten, uns verändern, wirken wir auch in andere hinein.

    Deswegen sehe ich auch das permanente Gerede "wir müssen unseren Kindern eine Zukunft schaffen" nicht sinnvoll. Dieser Lebenszweck ist zu kurzsichtig und in weiteren Sinne ebenso egoistisch.

    Wir sollten uneigennützig unsere Versäumnisse in diesem Leben korregieren, Anzufangen, dazu ist immer Zeit.
    Anderen zu helfen zu solchen Erkenntnissen zu kommen, neben der eigenen Aufarbeitung, das sehe ich als die wichtigste Aufgabe an.
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:00
    @Gerfi: Hier ist was ich glaube (nein - weiß!): Die Welt ist unfassbar komplex. Egal wieviel ich weiß - oder theoretisch wissen kann - es ist immer nur ein bedeutungsloser Bruchteil dessen was die Wirklichkeit ausmacht. Jedes Ereignis (und damit jede Handlung) ist zugleich Wirkung und neue Ursache (natürlich!). Und diese Ursachen entfalten Wirkungen weit in die Zukunft hinein, gehen also über unser gegenwärtiges Leben weit hinaus. Kann es sein, daß es mystische Phänomene, unsichtbare Kräfte, Geister, Götter, Morphische Felder oder wer weiß was sonst noch gibt? In meiner Phantasie kann ich mir allerlei vorstellen. Und sicher gibt es auch merkwürdige Beobachtungen und plausible Argumente für bestimmte Hypothesen oder Phänomene (ich habe mal Sheldrake interviewed - der Mann kam mir sehr vernünftig vor). Ich benötige aber für das Vorsorgeprinzip, für umweltgerechtes Verhalten, für Ethik derlei gar nicht, weil das bisschen was wir wissen schon ausreicht, um sich ein Bild des von Dir beschriebenen Lebensnetzes zu machen. Wir wissen, daß die Natur ständig im Sinne des Wortes durch uns hindurchfließt und wir uns in ständigem Energie- und Stoffaustausch mit ihr befinden. Das Gefühl von der Um-Welt getrennt zu sein anstatt ein Teil schlicht der Welt zu sein ist doch eine sozio-kulturelle Illusion. Eine komplette Fehlwahrnehmung. Die Mehrzahl der hier Schreibenden ist sich dessen bewußt. Die Mehrzahl der Weltbürger meiner Wahrnehmung nach nicht.

    Ich möchte indigene Völker nicht allzusehr idealisieren, habe aber gerade heute einen Kommentar zu alten hawaiianischen Schöpfungsmythen gelesen. Dort wurde beschrieben wie die Lebewesen eins nach dem anderen aus Luft und Wasser, erst im Meer, und dann auf (und aus) dem Land entstanden bzw. geschaffen wurden. Und ein Satz lautete: Das Meer und das Land gehörten zur selben Familie wie der Mensch. Das ist poetischer ausgedrückt, als es ein moderner Ökologe sagen würde, aber die Einsicht ist dieselbe. All things are connected. Auf die Biosphäre trifft das faktisch zu. Völlig ohne jede Esoterik. Das wieder und wieder zu erklären und weiterzutragen genauso wichtig, wie einem Kind beizubringen, kein Wasser aus der Kloschüssel zu trinken.
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    schrieb am 18.09.2012 um 12:40
    .. es ist wirklich zum verzweifeln, es wird immer nur eine verschwindend kleine Gruppe sein die verantwortlich handelt. Die große Masse kann man nicht erreichen, ich bin da sehr pessimistisch.
    Meine Frau sagte die Tage dass keiner unserer Freunde, denen wir schon seit Jahren Nachhaltigkeit vorleben, mit auf den Zug aufgesprungen sind, keiner ...
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    schrieb am 18.09.2012 um 12:48
    Viele kleine Dinge, an denen man merkt das wir noch nicht soweit sind.
    z.B. bei Spritpreiserhöhungen kommt keiner auf die Idee weniger zu fahren.
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    schrieb am 18.09.2012 um 13:06
    Exakt!
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    schrieb am 18.09.2012 um 15:51
    ...wer erwartet, wird enttäuscht, verzweifelt, bekommt Wut und so weiter. Oder?
    Wenn ich mit dem Fahrrad fahre, kann der Hummer-Besitzer (diese große, schwere Kiste, die eine US-Amerikanische Firma für den "zivilen" Straßenverkehr "weiter entwickelt" haben) trotzdem dieses Teil fahren.
    Brauchen wir Enttäuschung, um uns zu lähmen.
    Ich versuche mich davon, also von Erwartungen, Enttäuschung zu verabschieden und versuche mit meinen 1/82 millionsten Teil in Deutschland oder - wenn diese Zahl den stimmt - meinen 1/7,5 Milliardstel Teil auf dieser Welt einigermaßen regional, biologisch, umweltbewußt einzusetzen und wenn es mir nicht gelingt oder nicht immer gelingt, sehe ich mir das nach.
    Was mache ich noch?
    Ich rede mit dem einen oder anderen darüber; was dann der eine oder andere daraus macht, ist seine respektive ihre Sache.
    Ich benutze das Internet, um mit zu protestieren und habe mit anderen anscheinend doch das eine oder andere erreicht. Das ist gut.
    Ich benutze auch das Internet und versuche mich zu informieren und danach zu handeln, immer in kleinen Schritten. Denn das ist einfach und das darf es auch sein. Es ist für mich wiederum nicht so einfach, wenn es ideologie- und dogmatikarm , -frei geht wahrscheinlich nicht, sein soll, das vermeintlich Richtige daraus zu machen.
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    schrieb am 18.09.2012 um 16:08
    PRIMA! - So ähnlich mache ich es auch.
    Zum Nachmachen empfohlen!
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    schrieb am 18.09.2012 um 16:21
    Gut auf den Punkt gebracht!
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    schrieb am 18.09.2012 um 16:54
    Natürlich. Das ist das Einzige, was man machen kann. Und halt doch reden, schreiben etc. Es ist nicht so, daß man gar nichts bewegt. Viele vormals "grüne" Standpunkte sind heute Mainstream. Und selbst die Mehrzahl eher konservativer Zeitgenossen sieht inzwischen ein, daß irgend etwas nicht stimmt an diesem Wachstumsgefasel und mit diesem durchgeknallten Finanzsystem. Aus meiner Sicht geht es nicht so sehr um Erwartungen, sondern um realistische Einschätzungen. In den USA läuft grad eine finanziell bestens ausgestattete Kampagne in der Atmosphärenwissenschaftler mit Terroristen gleichgesetzt werden, und eine banale öffentliche Krankenversicherung ist das Böse an sich. Zugleich drehen in anderen Ländern massenhaft Menschen wegen eines wirklich unwichtigen Videos durch. Wie soll man bei derartig unterschiedlichen Wahrnehmungen und Prioritäten erwarten können, daß sich irgend etwas ausgerechnet in die Richtung bewegt, die ich (und ein paar millionen andere halt) für richtig halten?
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    schrieb am 18.09.2012 um 23:34
    Liebe und Zorn sind Geschwister. Ich teile den Zorn der aus deinen Zeilen springt und möchte gerne noch etwas neues Öl aufs Feuer gießen.
    Ich bin fassungslos und unendlich zornig was unseren Kindern zugemutet wird. Nicht nur, dass Ihnen der Lebensraum gnadenlos unter den Füßen zerstört wird. Sie werden auch in immer schamloserer Weise manipuliert und genau zu den passiven Konsumenten gemacht, die mitverantwortlich sind, für den erbarmungswürdigen Zustand unseres Planeten..und alle sehen zu. ..alle machen mit. Niemand will dass seine Kinder „Außenseiter“ sind. Wer heute glaubt, selbst seine Kinder zu erziehen, befindet sich in einem folgenschweren Irrtum. Die Werbung hat schon längst das Zepter in der Hand und wirbt ganz ungeniert damit., dass Eltern die „Dummen“ sind. Bildungssponsering ist das neue Zauberwort, dass es Konzernen, u.M. erlaubt, unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit, eine neue Käuferschicht zu binden. Unter dem Rotstift der Einsparungen werden immer mehr Wege auch In Kitas und Schulen erlaubt, die z.B. in Amerika Gang und Gebe sind. Eine freie Bildung sieht anders aus. Zukunftsfähigkeit auch! Ich hoffe als Utopist auf neue Wege...und empörte Eltern:)
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    schrieb am 19.09.2012 um 08:32
    Sehr geehrte Frau Langer,

    der „Aufschrei“ Ihres Utopia-Interviews bezüglich der Buchvorstellung Ihres Buches hat mich erreicht und sehr bewegt.

    Vielleicht kann ich Sie durch meine eigenen Erfahrungen ermutigen - siehe mein Utopia-Blog „Mensch im Aufbruch“ ?!

    Seit ich mich vor wenigen Wochen (wieder) auf den Weg gemacht habe und mich für das bundesweite Netzwerk „Aufbruch – anders besser leben“ stark engagiere, begegne ich immer wieder Menschen, denen ein nachhaltiger, spirituell-bewußter Lebensstil wichtig ist; Menschen, die viele Schritte in Richtung einer nachhaltigen Lebensweise gegangen sind und weiter gehen werden. Das hat mich ermutigt, meinerseits weitere Schritte zu gehen …

    Hilfreich - aus meiner persönlichen Sicht – ist folgende „Ermutigungsstrategie“: Die Mitwelt, das Mit-Lebendige, das Lebensbejahende wahrnehmen und wertschätzen >> Verzweiflung, Wut, Schmerz wahrnehmen und ausdrücken >> Mit neuer emotionaler Klarheit und Frische „die Welt“ wahrnehmen >> Sich mit Lebensbejahendem, mit Menschen, die sich für einen nachhaltigen Lebensstil engagieren, verbinden >> Gemeinsam, mit vielen anderen, aus dem Herzen kommend, in einem neuen Bewusstsein, zum Handeln für eine zukunftsfähige, lebensfördernde Welt kommen.

    Diese Ermutigungsstrategie habe ich persönlich als sehr wirksam, sehr wohltuend erlebt. Sie stammt aus dem Bereich der „Tiefenökologie“ und wird u.a. von Joanna Macy in mehreren Büchern beschrieben. Spüren konnte ich diese Ermutigung - gemeinsam mit ca. 200 anderen Menschen - 2008 auf der „Konferenz des Lebens“ sowie 2010 bei „Inseln im Chaos“, beides Veranstaltungen mit Joanna Macy; organisiert durch die „Gesellschaft für Angewandte Tiefenökologie“.

    Es würde mich freuen, sie in diesem Sinne ermutigen zu können, Ihre klasse Arbeit für Utopia, für einen nachhaltigen Konsum weiter so engagiert fortzuführen.

    Ich danke Ihnen für Ihre emotionalen, klaren Worte und drücke Ihnen die Daumen dafür, dass Ihr Buch, Ihr „Weckruf“ seine Adressaten möglichst breit erreicht.

    Richard Martini
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    schrieb am 19.09.2012 um 13:07
    Danke, Frau Langer. Der "historische Paradigmenwechsel" wurde gestern Abend schon brühwarm diskutiert. Meine Sichtweise deckt sich doch sehr mit Ihrer, was ich aus dem Interview herauslese. Aber da gab es noch eine andere Sichtweise, bezüglich der Definition, was damit auch gemeint sein könnte, dass es die Kinder später einmal besser haben: Wer selbst sehr darunter gelitten hat, mit 18 noch kein eigenes Auto zu besitzen, stellt dem Sprössling nun eines hin, damit sie / er es besser hat, nicht auch unter einem so dramatischen Verzicht zu leiden. Die Frage ist dann eben, was der Nachwuchs daraus macht. Bei jungen Erwachsenen, die in deutschen Großstädten leben, sind Autos als denkbar unpraktische Statussymbole leider ziemlich out - laut Timescout-Studie. Ich hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass diese jungen Erwachsenen einen entbehrungsreichen Verzicht üben. Sie haben nur einen deutlich clevereren Weg gefunden, mobil zu sein. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie mit Ihrem Buch einen Bestseller landen. Mein Thema sind übrigens Burnout-freie Arbeitswelten. Nur leider habe ich keine Sandra Maischberger im Kreuz, das Buch dazu dann zu promoten. Da bin ich Ihnen schon ein bisschen neidisch.
    Herzliche Grüße, Ruth Tröster.
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    schrieb am 19.09.2012 um 15:17
    Es gilt also die Massen zu begeistern für eine nachhaltige Verhaltensweise zur Erhaltung der Erde.
    Denn: Wer begeistert ist von einer Idee, der ist zu allem in der Lage, sagt die Hirnforschung (ziemlich am Ende des Vortrags): ... wir haben kein Problem mit unserem Gehirn, wir haben ein Begeisterungsproblem ...
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=MrYcRzN91eE
    Es heißt also Ideen zu entwickeln (Anreize zu schaffen?), damit sich die Masse für Fairness und Nachhaltigkeit begeistert (anstatt für große schnelle Autos und das größte Stück Fleisch auf den Teller!
    NUR WIE?
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    schrieb am 19.09.2012 um 21:23
    Liebe Alle!

    ***Wow***
    Danke für den Zuspruch und die wunderbaren Gedanken rund um mein Herzensthema.
    Ja, die Masse begeistern, das ist der Weg, den wir bei Utopia gehen, aber manchmal geht mir die Luft aus, wenn ich erlebe, wie schwer die Leute zu begeistern sind.
    Wie träge und bequem sie sind, wie unfassbar gut im Verdrängen des Offensichtlichen.......
    Wir suchen noch nach der Gebrauchsanleitung, um diese Leute zu berühren.

    Mein Buch ist darum so etwas wie ein Versuch, es einmal anders zu versuchen.
    Und ich kann jede Unterstützung brauchen, die ich bekommen kann, denn ich bin noch nicht so sicher, ob das Buch ein Kassenschlager wird.
    Wer lässt sich schon gerne die Leviten lesen.
    So kann ich nur hoffen, möglichst viele Menschen zu erreichen und möglichst viele Verbündete zu finden.

    Ihr seid solche Verbündeten und das gibt mir ebenso Kraft, wie vielen anderen hier auch.
    Von Herzen Danke dafür!!!
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    schrieb am 20.09.2012 um 08:21
    Du sagst an einer Stelle in Deinem Interview: "Wir können anfangen, weniger Öl zu verbrauchen. Und das ist der Schlüssel für alles!" Da kann ich nur sagen: Chapeau, genau das ist es! Nicht mehr und nicht weniger. Es ist eine einfache und richtige Orientierung.

    Das Öl (und seine Derivate) mit seiner ungeheuerlichen Macht ("der schwarze Verführer") überfordert uns Menschen offensichtlich, treibt Allmachtsphantasien und unendlichen Wachstumswahn in die Köpfe (z.B. Massentierhaltung). Wir haben das passende Wirtschaftsystem dazu erfunden, dass es möglich macht, das irrsinnige Energiepotential mit einer unglaublichen Geschwindigkeit freizusetzen Und jetzt, wo klar wird, dass uns der "Stoff" ausgeht, hängen wir daran wie ein Junkie an der Nadel.

    Wir müssen schleunigst auf Entzug!

    Sonnige Grüße
    Stephan

    PS: "Liebe Alle!" find ich schön! :-)
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    schrieb am 20.09.2012 um 08:28
    PS: Das freut mich, wir schreiben uns das im Büro auch öfter, aber ich war mir nicht, wie es bei Menschen ankommt, die mich nicht persönlich kennen. Und: Mir gefällts auch :-)))))))

    Einen schönen Tag Dir und uns allen. Ich friere und mag mich so gar nicht vom Sommer verabschieden, brrrrrr.....
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    schrieb am 20.09.2012 um 09:41
    Hallo Stephan,
    wirklich schön dargestellt, darf ich das auf Facebook unter meinen Freunden veröffentlichen?
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    schrieb am 20.09.2012 um 09:42
    Tja, das habt Ihr Südler nun davon! Wir Nordler dagegen brauchen uns vom "Sommer" gar nicht zu verabschieden . . . . ;-)

    Wünsch Dir einen schönen, warmen Resttag!
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    schrieb am 20.09.2012 um 09:47
    @axelb: Was möchtest Du denn verbreiten? Das mit dem Öl oder das mit der Liebe? ;-)

    Ach verbreite einfach alles! Kann nicht verkehrt sein! :-)
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    schrieb am 20.09.2012 um 09:53
    Ja und die Liebe schon gar nicht :-)
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    schrieb am 20.09.2012 um 10:21
    So isses. Das mit dem Öl meine ich. Öl ist neben dem Zinseszinssystem das Hauptproblem. Letzteres treibt die Wachstums Notwendigkeit innerhalb der geschlossenen Logik dieser Religion, ersteres hat den Irrsinn erst ermöglicht. Es ist ein wenig ein Huhn-und-Ei Thema.Und der Irrsinn geht weiter: Nobelpreisträger Robert Laughlin malt in seinem Buch "Powering the Future" die Vision einer vollelektrisch betriebenen Plutonium Weltzivilisation, in der wir die Vernichtung einer größeren Stadt pro Jahrzehnt durch Unfälle als Preis für die Energieversorgung akzeptieren werden. So ein Schwachsinn verschlägt mir beinahe die Sprache. Er malt an einer Stelle seines Buches das Bild eines gemütlichn Hauses im verschneiten nordamerikanischen Winter, voll elektrisch beheizt mit Plutoniumstrom. Natürlich ist das alles in 200 Jahren alternativlos, meint er. Der Mann ist Physik Nobelpreisträger und hat scheinbar noch nie von Passivhäusern gehört. Und die Logik des exponentiellen Wachstums blendet er ebenfalls vollständig aus. Also ja: Öl- (und sonstiger Energie-) verbrauch runter, zinsbasierter Wachstumszwang weg, Rating Logik (wer weniger hat muß mehr zahlen! Wer schwächer ist, muß mehr leisten!) ab in die Tonne. Dann pasts schon. Dummerweise stehen dem multi Billionen Euro Finanz- und Machtinteressen entgegen.
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    schrieb am 20.09.2012 um 10:57
    .. als Kind glaubte ich das Freizeit (Freiheit) das erstrebenswerte Ziel ist. Ich dachte wenn ich in einer Fabrik arbeite, mache meine Arbeit ordentlich und der Fabrik geht es gut, dann werden mehr Leute eingestellt und ich muß für das gleiche Geld weniger arbeiten und habe mehr Freiheit.
    Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und mußte immer viel mitarbeiten, daher war selbstbestimmte Zeit rar und ein hoher Wert.
    Heute bin ich Selbstständig und lege immer noch großen Wert auf soviel selbstbestimmte Zeit wie möglich, das gelingt mir sehr gut. Das hat auch noch andere positive Effekte.
    Ich lebe selbstbestimmt und verantwortungsvoll und bin in der Lage zu reagieren,
    es fällt mir leichter Dinge in meinem Leben zu verändern statt sie zu verdrängen.
    In meinem Umfeld sehe ich das es vielen Menschen nicht gelingt.

    Das ist das Fatale, man sieht das etwas nicht in Ordnung ist, schafft es aber auch nicht etwas daran zu ändern.

    Ich weiß nicht ob das hinher gehört .. ist mir so spontan eingefallen (-:
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    schrieb am 20.09.2012 um 13:49
    Und ob das hierher gehört @axelb! Die gefühlten und echten Abhängigkeiten sind schon auch ein wichtiger Grund dafür, dass es bei Vielen beim Konjunktiv bleibt!
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    schrieb am 20.09.2012 um 13:52
    doch, doch axelb,
    das gehört absolut hier her.
    Es hat was mit dem zu tun, was ich auch irgendwo gefragt habe:
    Wie soll man Menschen überzeugen, für künftige Generationen Verantwortung zu übernehmen, wenn sie das nicht mal für sich können/ wollen /machen?
    Ein selbstbestimmtes Leben ist der erste Weg raus aus der "Ich kann doch eh nix tun"- Haltung.
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    schrieb am 20.09.2012 um 10:56
    Es scheint mir auch sehr viel Verdrängung im Spiel zu sein. in seinem Buch "Collapse" beschreibt Jarred Diamond einen solchen Mechanismus am Beispiel von Menschen die an einem Fluß unterhalb einer Staumauer leben. Menschen die sehr weit weg von der Staumauer leben machen sich relativ wenig Sorgen darum, daß etwas mit dem Damm passieren könnte. Je näher man sich bei einer Befragung an die Mauer bewegt, desto mehr Sorgen machen sich die Menschen. Aber das stellt sich als ein lokales Maximum heraus: am wenigsten Sorgen machen sich die, die direkt unter dem Damm wohnen. Gewohnheit. Verdrängung. Bei Kernkraftwerken ist es ähnlich. Die Verdrängung des ungeheuerlichen. Zwei gute Bücher zu diesem Thema: Lebenslügen (Vital Lies) von David Goleman und "Die Blindheit der Gesellschaft" von Hans Jochen Luhmann. Ebenfalls empfehlenswert die EU-Studie "Late Lessons from Early Warnings" (frei im Netz). Die Fakten liegen alle auf dem Tisch. Sehr, sehr lange bereits. Anders als im Falle der Titanic steuern wir bei klarem Wetter und hellem Sonnenschein geradewegs auf einen Eisberg von obszönen Ausmaßen zu... Man müßte mal... die Frage ist: kann man, wenn man sich außerhalb der Kommandokette der Crew ist Einfluß auf den Kurs nehmen? Egal ob wir in der dritten Klasse streiten oder in Salons des Schiffes gepflegt debattieren - und selbst wenn wir beim Dinner am Tisch des Kapitäns sitzen: haben wir wirklich Einfluß auf den grundsätzlichen Kurs?
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    schrieb am 20.09.2012 um 12:40
    Basierend auf Diamond's Bestseller ist diese (p)reentacted Doku entstanden: Kollaps - Kein Weg zurück http://www.youtube.com/watch?v=hvSH6_bHs1g&feature=related

    Ähnlich konzipiert (Rückblick aus der Zukunft) ist auch die Spielfim-Doku "Age of Stupid" mit Pete Postlethwaite: http://www.youtube.com/watch?v=rqCxjnFSZrc
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:27
    @emma: Das erste Video kannte ich bereits. Ich finde es ist noch optimistisch: immerhin ist noch wer da, der unsere Hinterlassenschaften untersucht. In meinem eigenen Buch "Rabenwelt (1999) schrieb ich damals (etwas weniger optimistisch):

    "Ich stelle mir manchmal vor, in ferner - oder auch nicht so ferner - Zukunft wird die Erde von einem außeridischen Raumschiff entdeckt. Dichte braungelbe Wolken aus heißem Kohlendioxid und schwefeliger Säure umhüllen träge wabernd den leblosen Planeten. Das kam von dem Runaway Treibhauseffekt. Totaler Kollaps. Wie auf der Venus. Tote Schönheit. Aber es ist auf der Erde nicht ganz so heiß, wie auf der Venus. (...)

    Die fremden Raumfahrer finden jedoch lauter intakte Strukturen. Riesige Glastürme recken sich scheinbar anklagend dem mitleidlosen Himmel entgegen. In ihnen gehen gigantische Maschinen einer unbekannten und unverständlichen Tätigkeit nach. (...) die Maschinen enthalten scheinbar nur Unfug. Zahlen, die von Maschine zu Maschine verschoben und aufaddiert wurden, seltsame dynamische Programme, denen komplizierte aber zugleich vollständig sinnlose synergetisch-mathematische Strukturen zugrunde lagen. Die Werte, die die Programme produzierten, schwankten und wogten und strebten scheinbar danach, sich virtuell zu vermehren. Zufällig kamen die Außerirdischen, kurz bevor auch das allerletzte Speicherbit ausgenutzt war und das riesige planetenweite Maschinennetz schlicht kaputtging.
    Der Zweck dieser an sich recht beeindruckenden Anlage würde nun für immer im Dunkeln bleiben, und im Dunkel des Vergessens versank auch die fremde Welt. Immerhin konnten die Außerirdischen noch die Namen von drei Völkern herausfinden, die offenbar diesen toten Planeten einst bewohnten und Opfer einer schreckliche Katastrophe wurden. Sie hießen Yen, Dollar und Euro. Niemand würde je herausfinden, was aus den Völkern der Yen, der Dollar und der Euro geworden war, wie sie aussahen, was sie bezweckten."

    The age of stupid schaue ich mir noch an. Ist etwas mühsam mit meinem "Dorf DSL".
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:32
    Würd ich gern mal lesen dein Rabenbuch, magst du es mir mal ausleihen?
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    schrieb am 20.09.2012 um 13:20
    OMG.......! :-(

    Zitat CL: "Und ich kann jede Unterstützung brauchen, die ich bekommen kann, denn ich bin noch nicht so sicher, ob das Buch ein Kassenschlager wird."

    Liebe Claudia Langer,
    wie kann ich Dir helfen? Deine Worte haben mich zutiefst bewegt..... Ist Dir geholfen, wenn ich Dein Buch kaufe? Bestimmt hilft das Dir ein bisschen. Geld ist was Feines und ich denke auch, dass nach 5 Jahren Utopia, wo es ja doch sehr ruhig geworden ist, Zeit für einen Paukenschlag ist (zumal man Dich ja auch kaum mehr in der Presse und so gesehen hat und die Utopia-Stiftung auch nicht so richtig bedeutend geworden ist und überhaupt....)

    Du willst ja "die Massen begeistern", die so "träge und bequem" ist, so "unfassbar gut im Verdrängen des Offensichtlichen" und da stehe ich Dir wirklich gern zur Seite.

    Vielleicht ginge es aber viel einfacher, Dir ganz persönlich und direkt zu helfen auf Deinem Weg und das ganz ohne Dir dafür Geld zu geben?
    Du leidest ja offensichtlich darunter, wenn Du schreibst: " Ich esse zum Besipiel noch Fleisch und fliege zu viel, auch wenn ich das drastisch reduziert habe."

    Hier auf Utopia sind so viele Leute versammelt, die tatsächlich hinbekommen haben, was Du jetzt schon seit Anbeginn von Utopia, d.h. über 5 Jahre nicht geschaffst hast - obwohl es ja eigentlich Dein Herzensthema ist....und ich kann Dir sagen, dass auch Du das hinkriegen kannst, wo Du doch so viele Verbündete hast.
    Vielleicht fängst auch Du einfach mal an? Du kannst z.B. einfach aufhören, Fleisch zu essen... ist schwer zu glauben, aber machbar.

    Ich finde es ein bisschen merkwürdig, dass Du allen Anderen "die Leviten lesen" willst, aber so ´was Banales über Jahre nicht packst. Tut mir leid, Dir das sagen zu müssen, aber da gibt´s echt überzeugendere Leute, von denen auch schon einige richtig gute Bücher zum Thema gechrieben haben.
    Ich gönn´s Dir ja, wenn´s ein Kassenschlager werden sollte, aber ´was mach ich dann mit meiner wachsenden Verzweiflung über die unfassbare Blödheit der Leute?
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    schrieb am 20.09.2012 um 13:46
    Nadeshda, vielleicht täusche ich mich, aber an ein paar Stellen hab ich echt das Gefühl, der Kommentar ist in einem bitterbösen Stil verfasst. Schwer tue ich mich auch mit deiner Forderung nach dem "banalen" Verzicht auf Fleisch, den Claudia deiner Meinung nach leisten sollte, um glaubwürdig zu sein. Demnach wären dann nur Vegetarier und Veganer berechtigt, sich lautstark und öffentlich im Nachhaltigkeits-Bereich zu äußern? Dann sind wir ganz schnell im kleinen Kreis der "Perfekten" und zeigen auf die anderen, die noch nicht so weit sind. Und das halte ich für kontraproduktiv.
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    schrieb am 20.09.2012 um 13:46
    Nadeshda,
    Danke!

    P.S.: Lieber Christoph,
    Ich denke, dass du dich nicht mit deinem echten Gefühl täuscht. Aber es geht nicht darum dass nur Vegies+Nachfolger berechtigt sind oder nur mehr aus einem kleinen Kreis auf andere zeigen, sondern, dass es wirklich, richtig gute Bücher und Beiträge gibt, die kein "Kassenschlager" werden wollen. Und dass die Gründerin von Utopia das mit der Fliegerei noch nicht längst geschnallt hat finde ich ehrlich ein bisschen dürftig. Wie immer scheinen die Mitglieder schon ein bisschen weiter zu sein, als die Oberen (wie in der Politik).
    Und es könnte auch ein allgemeiner "Wohlfühlverhaltenskodex" kontraproduktiv sein - bis dann endlich der "Aufschrei" ertönt.
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    schrieb am 20.09.2012 um 14:32
    @christoph: Du täuschst Dich sicher...bitterbösen Stil nenne ich das nicht und war auch nicht beabsichtigt (wenn ich das gewollt hätte, sähe es anders aus), aber ein ganz klein wenig Ironie mag mitgeschwungen haben? Ja, wahrscheinlich... ich glaub´außerdem, ich war so beeindruckt von Claudia Langers Stil, dass ich vielleicht unbewußt versucht habe, ihn zu kopieren....

    Abgesehen davon muß ich Dich leider korrigieren - eine "Forderung nach .. Verzicht auf Fleisch" habe ich keineswegs erhoben - wer wäre ich, dass ich dies von Claudia Langer oder sonstwem fordern könnte?
    Ich denke auch, dass Du sehr genau verstanden hast, was ich meine - und dass es eine (bewußte?) Fehlinterpretation und Schlußfolgerung meines Beitrages ist, was Du da schreibst:
    "Dann sind wir ganz schnell im kleinen Kreis der "Perfekten" und zeigen auf die anderen, die noch nicht so weit sind."

    Ich nehme aber mal Deinen Satz, wie er da steht und frage mich, wie Du denn dann das Verhalten von Frau Langer nennst, die der "Masse" die "Leviten lesen" will, weil sie so "unfassbar gut im Verdrängen des Offensichtlichen" ist? Frau Langer zeigt damit genau auf die anderen, die noch nicht so weit sind.... aber Du meinst, es ist in dem Falle ganz in Ordnung, weil sie selbst ja auch nicht schafft, was sie in ihrer "Streitschrift" den anderen vorwirft?
    Und die, die´s schon geschafft haben, den Worten auch Taten folgen zu lassen, sind die "Perfekten" und das ist per se eher "kontraproduktiv"? Verquere Logik...
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:15
    Clevere Taktik, meinen Kommentar jetzt als "verquere Logik" zu bezeichnen und zu schreiben, ich hätte dich "bewusst" (natürlich mit Fragezeichen, zwinker zwinker) fehlinterpretiert. So könnten wir jetzt ewig über Mehrdeutigkeiten, angedeutete Ironie und all die sprachlichen Nuancen diskutieren und nie werden wir zum Punkt kommen, weil jederzeit noch mal elegant eine Volte gedreht und gesagt wird: Aber so war es doch nicht gemeint. Da mache ich nicht mit, sorry :-)

    Du schreibst:

    "Vielleicht fängst auch Du einfach mal an? Du kannst z.B. einfach aufhören, Fleisch zu essen... ist schwer zu glauben, aber machbar. Ich finde es ein bisschen merkwürdig, dass Du allen Anderen "die Leviten lesen" willst, aber so ´was Banales über Jahre nicht packst"

    Ich nenne es Forderung, man kann es auch Vorschlag oder Empfehlung nennen. Aber deutliche Worte sind es allemal und eine sehr persönliche Kritik ebenso.

    Claudia schließt sich übrigens selbst in den Kreis der "man müsste mal" - Menschen ein, das sagt sie auch im Video.
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:19
    Nunja, der Titel des Buches ist zugeben absichtlich provokant gewählt. Da darf die Autorin eben schon auch mit einer provokanten Re-Aktion rechnen. Ich denke, dass es war zu erwarten, dass nicht wenige diese streitbaren Maßstäbe an die Autorin selbst anlegen wollen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass auf dieser Plattform eben die Erkenntnisse der Autorin lebhaft diskutiert werden, auch in bezug auf die Ziele der Plattform. Insofern kann ich Nadeshda's Zynismus schon gut nachvollziehen. Aber darf nur kritisieren, wer pefekt ist? Da fällt mir ein Beitrag von Simon ein... http://www.utopia.de/blog/sowas-von-mitte/der-engelskomplex

    Nun beruhigt es mich von Claudia Langer selbst zu lesen, dass auch ihr der ausbleibende "globale Turnaround" Unbehagen bereitet. Ich möchte nicht vorweggreifen, bevor ich das Buch gelesen habe, aber kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch nicht nur ein erhobener Zeigefinger sein soll. Und damit sehe ich CL auf der Seite, derjenigen die etwas bewegen wollen und auch bereits viel bewegt haben. Sie ist also auf unserer Seite, auch wenn sie "nicht perfekt" ist. Und vielleicht wirkt es auf viele eben gerade überzeugender oder authentischer, wenn jemand der selbst ehrlich zugibt Teil der "Generation man müsste mal" zu sein, die Maximalforderungen stellt. Wer kennt den psychologischen Effekt der Verweigerung des Umfelds nicht, wenn die "Richtigmacher" mal wieder "belehren", selbst wenn sie damit recht haben. Natürlich brauchen wir auch diejenigen die Tacheles reden und Alternativen vorleben. Und wer übernimmt die anderen?

    Viellecht erreicht CL mit ihrem Buch nicht diejenigen, die sowie so schon an Bord sind, verschreckt die sogar. Aber an die richtet sie sich vermutlich auch nicht. Ich schätze, dass die die sie meint durchaus eine kritische Masse sind, die genug Geld, Zeit und Einfluss haben zu handeln. Da wäre viel gewonnen, wenn die sich die Streitpunkte zu Herzen nehmen und anfingen sich über ihre eigene Verantwortung Gedanken zu machen.
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:34
    @Christoph: Ich gebe mich geschlagen - Du hast mich erkannt: "deutliche Worte" sprach ich, "persönliche Kritik" war auch dabei, und ich gab eine "Empfehlung" ab bzw. machte einen "Vorschlag"..... und ob Du es glaubst oder nicht, ich habe das alles tatsächlich so gewollt. Clevere Taktik nennst Du das.... danke für "clever", nicht für "Taktik", weil die brauchte ich da gar nicht einzusetzen.

    Und diese wunderbare Aussage von Dir, wonach "Claudia sich übrigens (? wieso "übrigens"?) selbst in den Kreis der "man müsste mal" - Menschen ein(schließt),...."
    - tja, da darf und kann man wirklich nichts mehr sagen. Diese unfassbare Ehrlichkeit, einzuräumen, dass man nicht zu den "Perfekten" gehört, verdient Bewunderung und Hochachtung.... Da zieht jemand aus, die trägen Massen zu begeistern und ist gleichzeitig auch nicht weiter und gibt auch zu, dass er es irgendwie einfach nicht schafft... - also ich find´ das dann doch toll und werde jetzt auch keinerlei weitere Kommentare hier mehr abgeben, das wär´echt kontraproduktiv.
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:41
    Nadeshda, auch wenn ich deine Bewertung nicht ganz teile, fände ich es gut, wenn du bleibst.

    @Christoph: Ich finde nicht, dass du Nadeshda kontraproduktivität vorwerfen kannst. Nadeshda's Kritik unterscheidet sich so sehr nicht von der Claudia Langer's. Nadeshda spiegelt an die Autorin zurück, was die Autorin mit etwas mehr Auflage verbreitet: Eine Streitschrift mit moralischen Maßstäben. Also lass uns doch streiten. Fair natürlich. Und am liebsten über die Inhalte des Buches (das ja bis jetzt keiner hier gelesen hat).
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:42
    Vielleicht ein wenig zu empfindlich reagiert, lieber Christoph, wegen dem Fleisch-Absatz von Nadesha.
    Wir Menschen sind natürlich alle nicht perfekt. Mein erster Gedanke, als ich das Selbstbekenntnis Claudias zum Thema Fleisch las, etwas dazu zusagen, habe es aber dann unterdrückt. Das Claudia es selbst moniert, gehe ich davon aus, dass sie sehrwohl weiss, dass da zumindest aus Umwelt-Sicht ein umkehrbares Potential dahintersteckt.
    Da es kein Angriff von Nadesha war, sondern einfach mal ein gut gemeinter Rat, fand ich Deine vorschnelles Einhaltgebieten doch etwas eben vorschnell (vermutlich wolltest Du jetzt eine Fleisch, bzw. Vegetarier-Diskussion verhindern, was sicherlich hier auch nicht passend wäre, da es um nichts spezielles, sondern um das allgemeine Pflegma von Menschen geht).

    herzl. Gruss
    Gerhard
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    schrieb am 21.09.2012 um 09:27
    @Nadeshda
    Danke für die klaren Worte. Habe selbst oft nicht mehr die Geduld so rücksichtsvoll und verständnisvoll zu formulieren, dabei dennoch ins Schwarze zu treffen.

    @all
    Dem Buch wünsche ich Erfolg auf der gewünschten Linie. Meine persönliche Buchempfehlung bleibt vorerst das Buch von Jaenicke "Wut allein reicht nicht", das kann ich jedem Interessierten in die Hand drücken und weiß, am Ende findet der Wut-Empfindende eine Kanalisierung seiner Energien.

    Flugzeug fliegen oder anderer "schädlicher" Konsum sollte stets in Relation gesehen werden, vielen wahrhafte Aktivisten sollten m.E. jeden notwendigen Konsum tätigen, um unser aller Ziele zu erreichen. Aber nicht die Gärtnerin, Hausfrau und Kindererzieherin. Geschlechtsneutral zu verstehen, bitte. Hätten wir eine Rollenumkehr von Frauen und Männern in der Wahrnehmung öffentlicher Ämter und nachhaltiger Bildungsarbeit, die Frauen würden es besser machen.
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    schrieb am 04.10.2012 um 10:11
    Ich sammle seit Monaten Deckel und Plastiflaschen. Meine Idee ist es, damit Spiele zu entwicken, die Menschen locken, es anders miteinander zu versuchen! Auf den Deckeln sind oft Markennamen.
    Wie heißt das tolle Kapitalismusspiel, das außer mir alle gern spielten und spielen, mit Schlossallee und bedingungslosem Grundeinkommen im Knast?
    Wenn man die Idee aufgreift und an die Stelle des Gegeneinanders ein Miteinander setzt, was würde das mit den Menschen ge_MACHT haben?
    Würde mich freuen, wenn wir in Berlin dazu zusammenkommen könnten!
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    schrieb am 19.09.2012 um 23:08
    Liebe Claudia Langer,

    wie bin ich froh über dieses Buch! Wie sehr hoffe ich, dass es einschlagen wird, wie eine Bombe in unsere Gesellschaft!
    Leseprobe und Video auf der Utopia-Seite sprechen mir Wort für Wort aus der Seele, ich habe schon wild weitergeleitet, ausgedruckt und verlinkt. Das Buch wird das neue Kundengeschenk in unseren Lieferungen werden und zu Geburtstagen und zu Weihnachten und zu sämtlichen anderen NichtGelegenheiten.
    Ich bin endlich nicht mehr alleine (fühlt sich manchmal so an...) mit meinen "Provokationen", Forderungen, mit meinem verschrobenen Langsam-Fahren und der Ansicht, dass meine 5L Diesel und kein neues Auto auch noch zu viel sind.

    Also - nicht so viele Worte: ich bin ehrlich dankbar für den angeschlagenen Ton!


    Mit herzlichen Grüßen!
    Dirk-H Otto
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    schrieb am 20.09.2012 um 14:19
    Das Buch ist ein guter Ansatz, aber ich glaube nicht, dass die meisten Menschen wissen, was wir wirklich mit unserer Zukunft anstellen. Ja, wir alle in der Utopia- und Umweltbewegungsblase, vielleicht auch noch ein paar Menschen aus der (ich sag das jetzt mal polemisch) Ober- und Mittelschicht, wissen das. Aber der Rest weiß es eher nicht. Da ist es doch einfach, die Klimakrise als Dummschwatz ab zu tun und sich darüber zu freuen, dass die Kleiderspenden nach Afrika gehen. Wer weiß schon, dass diese dort unter Umständen zur Unselbständigkeit, Betriebsaufgabe und Armut führen? Steht das etwa in der Zeitung? NEIN!! Mal ganz ehrlich. Fast niemand, der jeden morgen das Käseblatt seiner Gemeinde liest und sich darüber aufregt, dass die Benzinpreise schon wieder teurer geworden sind WEIß, was mit unserer und der Lebensgrundlage unserer Kinder genau des Öl's wegen gerade passiert!
    Ich würde mir einen Aufklärungsunterricht in Sachen Nachhaltigkeit in der Schule wünschen. Aber Mülltrennen hilft eben nicht völlig. Dann ist es am Ende immer noch Müll. Es würde helfen WENIGER Müll zu produzieren, oder GAR KEINEN mehr. Denn das ist ja eigentlich das Grundproblem der Menschheit: die Ausbeutung der Ressourcen um danach aus denselbigen soviel unverwertbaren Müll zu produzieren, dass nur von den Müllbergen in Europa Luxemburg JETZT SCHON unter einen 7 Meter dicken giftig-stinkenden, Methangasproduzierenden Müllschicht begraben wäre. Komplett. Und unserer kapitalistisches System will ja so viele Ressourcen wie möglich "an den Mann" bringen. In Form von Autos, Toastern, Plastikbechern, Atomkraftanlagen, Einmalpoabwischtüchern, Plastikwindeln, Porzellan, Handys und anderem Elektrokram den keiner braucht...
    Und am Ende, hätten wir es vielleicht trotzdem geschafft, dass Europa nachhaltig wird und ist, wäre es nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn Europa ist klein und der Rest der Welt noch viel weniger "erziehbar".
    Aber trotzdem Danke für das Buch. Ich werde es meiner Mutter schenken und dann selbst lesen.
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:01
    zum Impuls von Nadeshda: ich stimme ihr da völlig zu, siehe auch meinen Beitrag fast ganz zu Beginn dieses inzwischen so langen Baumes.
    Daher auch die Frage: wie kommt Claudia Langer nächsten Donnerstag nach Berlin zur Vorstellung nach Berlin? Mit dem Zug? mit dem Flieger? ...

    Natürlich muss sie nicht perfekt sein, keiner von uns muss das. Aber wer so ein (berechtigtes) Wut-Buch schreibt, muss auch die entsprechenden Maßstäbe an sich selbst anlegen lassen. Und alle Bemühungen um bißchen Nachhaltigkeit und CO2-Einsparen sind mit einem Flug gleich wieder mehr als gegenkompensiert (SZ-Wissensteil heute: Eisschmelze an der Arktis so stark wie nie zuvor!).

    Ich selbst fliege seit 2006 nicht mehr, bin also auch noch nicht so lange ein "Nicht-Flug-Heiliger". Ich vermisse nichts, kein Abtasten an Intimregionen am Flughafen, kein Rumsitzen zwischen grauen Männern mit ihren Laptops, keine Angst über den Wolken. Dafür: sich Zeit nehmen zum Reisen, Nachtzüge nehmen, nähere Ziele wählen, nicht überall auf der Welt gewesen sein müssen (dafür sind mir allerdings auch so manche Nachrichten aus aller Welt egal, die die Globalisierung mir aufdrängt), etc.

    Wie wäre es mit einem ganz praktischen Projekt? Plastikfreies München!!! Dafür könnte sich utopia doch mal einsetzen, mit der österreichischen Familie als Vorbild, die das schon gut umsetzt (siehe Buch: "Plastikfreie Zone").

    Falls noch jemanden mein Buch zur Krisenbewältigung interessiert: www.mensch-was-nun.de
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:24
    Andreas, ganz München kriegen wir alleine sicher nicht plastikfrei. Aber im Utopia Büro haben wir erst vor kurzem ziemlich erfolgreich müllfreie Wochen durchgezogen...mit kleinen Ausrutschern natürlich. Aber es war schon spannend zu sehen, wie es auch das Umfeld beeinflusst, wenn man z.B. mit dem Teller zum Bäcker geht und darauf besteht, dass man nicht einmal eine Papier-Tüte als Verpackung haben möchte: http://www.utopia.de/blog/lohas-plattform-portal-forum-fur-strategischen-konsum-nachhaltigkeit-oekologische/tag-2-projekt-muellfreies-buero
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:27
    "Natürlich muss sie nicht perfekt sein, keiner von uns muss das. Aber wer so ein (berechtigtes) Wut-Buch schreibt, muss auch die entsprechenden Maßstäbe an sich selbst anlegen lassen."

    Muss sie das? Ist sie wirklich dadurch weniger glaubwürdig? Sie hat ja kein politisches Amt, darf also menschlich bleiben ;-) Wenn keiner perfekt sein muss, wer darf dann noch Bücher schreiben? Vielleicht warten wir doch mal ab, was sonst noch in dem Buch drin steht. Un wenn du schon ihre Maßstäbe an sie selbst anlegst, wieso siehst du dann nicht dass auf der anderen Seite der Waage schon eine ganze Menge Aktionismus liegt? Wiegt der Prozentanteil des Unperfeken so viel schwerer als das was sie bereits bewegt hat? Wieviel Legitimation braucht es um ein Buch zu schreiben?
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    schrieb am 20.09.2012 um 15:45
    Liebe Nadeshda, liebe (r) juwolf, lieber Andreas Meißner,
    die Diskussion überrascht mich ein wenig.

    Ich habe in den letzten Jahren in meinem Leben eine ganze Menge verändert und kann bestätigen, dass vieles davon deutlich mehr Gewinn, als Verzicht in sich trägt.
    Ich fliege sehr wenig, auch wenn man mich lockt, dass sich die Reise lohnen würde, weil ich hier oder da "doch soooo viele Meinungsmacher erreichen würde".
    Und es geht mir gut damit.
    Zur Buchvorstellung aber fliege ich, weil ich nur so, meine Kinder morgens noch wecken, küssen und in die Schule schicken kann und dann ab dem frühen Nachmittag schon in Berlin sein muss.
    Ich esse Fleisch, aber deutlich weniger und bewusst.
    Ich ziehe Kinder groß und versuche Ihnen eine gute Welt zu hinterlassen.
    Ich bewirtschafte meinen Garten, aus dem ich zunehmend mehr ernten kann.
    Ich gleiche nicht nur meine Flüge aus, sondern das gesamte Leben meiner Familie, einschließlich Wohnen/Heizen/Mobilität/Ernährung etc.
    Ich mache Utopia, halte Vorträge und versuche möglichst viele Leute anzustecken.

    Ich bin einfach so, wie die meisten hier:
    Ich tue eben das, was ich kann und das mit großer Freude.

    Wenn jeder das tut, was er kann, dann kommen wir hoffentlich ein Stück voran.
    Ich tue alles, was ich kann. Mehr geht nicht. Zumindest nicht in diesem Moment.

    Allen, die noch mehr tun, und davon gibt es hier ja glücklicherweise einige, gilt mein größter Respekt. Ihr seid tolle Vorbilder und für uns alle inspirierend.
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    schrieb am 20.09.2012 um 17:34
    Hallo Claudia,

    ich bin wirklich gespannt auf das Buch und hoffe, dass es viele erreichen wird. Mir geht es nicht um Legitimation ein Buch zu schreiben, nur darum, wie es von Leuten aufgenommen wird. Zumal es doch gerade gut ist, wenn Menschen ihren Lebensstil ändern. Und ich denke, auf Menschen wie Dich wird leichter gehört, als auf welche, die "schon immer" "öko" waren. Weil sich die Menschen einfach leichter identifzieren können.

    Falls Du im Buch allerdings die Leute dazu aufforderst, weniger zu fliegen, wird es nicht gut ankommen, wenn du zur Vorstellung geflogen bist (innerhalb Deutschlands). Hoffentlich kommt die Frage nicht.
    Besser gesagt, deine Aufforderung wird nicht ernst genommen werden. Klar kannst du dann sagen, du wolltest deine Kinder früh noch sehen - aber das wollen die anderen ja auch. Deswegen fahren die Leute auch Auto statt Bahn, weil das 10 min schneller geht. Deswegen kaufen sie billigere Nahrungsmittel, weil sie ihren Kindern dann xy kaufen können. Man hat immer Gründe und Kinder sind die besten, die kann jeder nachvollziehen. Aber so kommen wir leider nicht weiter.

    Aber vielleicht forderst du ja garniemanden zum weniger-fliegen auf. Bin also mal gespannt, was man "mal müsste".
    viele Grüße,
    mela
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    schrieb am 20.09.2012 um 21:40
    Ergänzend zu meinem Kommentar unten von 16:02 doch noch eine Anmerkung:

    auf dem Heimweg kam mir auch, dass es ganz so einfach eben nicht geht, wie Claudia schreibt. Stimme da Mela zu.
    Erst war ich ganz gerührt davon, dass Du, Claudia, noch die Kinder früh sehen willst. Aber das ist genau das Problem der Generation "man müsste mal": alles unter einen Hut kriegen, früh die Kinder, nachmittags der Talk in Berlin. Genau dieses Viele, Schnelle, gerade noch hier und jetzt schon dort macht die Umwelt (und uns auch - Stichwort "burn out" - !) kaputt.

    Denke, Du müsstest Dich entscheiden: entweder Du läßt Dich aus München zuschalten (geht doch heute eigentlich alles!), oder Du verzichtest auf das morgendliche Familienritual, erklärst den Kindern vorher aber, für welch gute Sache das ausfällt. Dann fährst Du gemütlich nach Berlin, früh um 7 mit dem Zug, oder am Abend vorher mit dem Nachtzug, und nimmst die Reise als Erlebnis noch mit.

    Ich erinnere mich an einen Vortrag in Rostock, wo ich den ganzen Tag im Zug dorthin unterwegs war, abends den Vortrag hielt, und mir den Folgetag dort noch gegönnt habe, um eine mehrstündige Wanderung an der Ostseeküste zu machen - im Dezember bei kaltem Wind, war aber toll!

    Sollen alles keine Vorschriften sein, jeder macht es, wie er will und kann. Nur bitte nicht wundern, wenn sich nichts ändert! Erst wenn wir bewußter, langsamer, nicht mehr hektisch von Termin zu Termin leben, das Einzelereignis schätzen, würdigen und genießen, kann sich etwas ändern. In diesem Sinne: gute Reise nach Berlin, viel Erfolg dort, viel Spaß in der Stadt, und gute Rückfahrt!

    Gruß, Andreas
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    schrieb am 20.09.2012 um 22:38
    Kann euren Standpunkt gut nachvollziehen und kann nur sagen, dass ich an fast allen Punkten meines Lebens versuche runterzuschalten und meinen Rucksack zu verkleinern.
    Bin früher von Konferenz zu Konferenz gefahren (ja auch sehr viel mit dem Zug) und habe das um ungefähr 90% reduziert. Meine Lebensqualität ist dadurch nicht um 90, sondern vermutlich 200% besser geworden

    Wenn das nicht euren Ansprüchen genügt, dann kann ich dem wenig entgegensetzen.

    Ja, wer eine Streitschrift schreibt, muss Kritik aushalten können. Da stimme ich euch zu.

    Aber wer macht sich zum Richter über das, was richtig ist. Über das richtige Maß.
    Ich hab es selbst angesprochen, weil es mein Dilemma ist:
    Ich weiß schon selbst, dass Fliegen ein großes Problem ist und ich tue alles, um möglichst wenig zu fliegen, mache Video- und Telefonkonferenzen und reise weniger, als jeder andere im Nachhaltigkeitsbereich und Umweltbereich, den ich kenne.

    Eine 1000% Asketin kann ich aber nicht werden. Das bin ich nicht.

    Wie gesagt: Ich glaube wirklich ich tue, was ich kann.
    Und ich finde, soviel Selbstverantwortung müssen wir uns gegenseitig zugestehen.

    Ich z.B. habe ein immer größeres Problem mit meinen Mitmenschen, die sich große Autos kaufen (Im Buch sage ich das so: "Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ein Porsche Cayenne ist asozial").
    Und ich sage Ihnen das auch.
    Trotzdem muss ich letztlich Ihre Entscheidung respektieren.

    Ich versuche, sehr transparent und aufrichtig zu sein und versuche auch niemandem etwas vorzumachen, was ich nicht halten kann.
    Hoffe, ich habe diesen Eindruck nicht vermittelt.
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    schrieb am 21.09.2012 um 17:18
    Hallo Claudia,

    da hast du ein passendes Wort gefunden, ein Porsche Cayenne ist asozial - SUV-Fahrer sind für mich die personifizierte Verhöhnung jeglicher Bemühungen um Einsparungen fossiler Energie. Danke, dass du den Leuten Deine Meinung dazu auch mitteilst.

    Neulich habe ich dann im Internet mit einem überzeugten SUV-Fahrer diskutiert. Seine Argumentation: Er fahre sehr gesittet und will sich und seine Familie nicht durch die ganzen verrückten Raser gefährden, deswegen ist er überzeugt von seinem SUV. Ansonsten hat er sein Haus isoliert und spart Strom und fliegen tut er auch nicht. Immernoch asozial? Ist sein SUV nun asozialer als Inlandsflüge? Oder ist nur das asozial, was man nicht "vernünftig" begründen kann? Oder was die anderen machen?

    Ich meine das nicht als Angriff auf Dich oder Deine Bemühungen, die ich toll finde. Es ist nur ein Diskussionsbeitrag.

    Du schreibst weiter, man muss die Entscheidungen der anderen respektieren. Ich würde ehr sagen, man muss sie akzeptieren. Man kann sich drüber ärgern oder aufregen, man kann argumentieren, man kann mit den Schultern zucken, man kann es selbst anders machen, aber man muss es akzeptieren, wenn andere es anders machen. Und das ist m.E. das große Problem des "nachhaltigkeits-orientierten" Handelns der aktuellen Generation. Menschen verhalten sich tendenziell nicht sozial (im Sinne des Gemeinwohls/ oder der zukünftigen Generation), wenn sie sich dabei in der Minderheit fühlen.
    Ich denke dabei an das Beispiel mit dem See und den Fischern: Die meisten Fischer halten sich daran, ihre Fischmenge auf einem nachhaltigen Level zu halten, einige wenige nicht. Die paar Ausreißer werden akzeptiert, alle sind zufrieden. Sobald die Menge an nicht-nachhaltig-arbeitenden Fischern aber über eine kritische Grenze steigt, schlägt die Stimmung um und nur noch wenige halten sich an die "Nachhaltigkeitsgrenze". Und dort befinden wir uns gerade.

    Das positive ist, wenn wir die Masse dazu bekommen, sich sozial zu verhalten, tun die Leute es auch gerne und sind genauso zufrieden. Sie sehen es nur nicht ein, "die einzigen" zu sein, die sich sozial verhalten sollen.

    Die Einzige Aussicht auf eine echte und breite Veränderung ist meiner Meinung nach deshalb die Änderung politischer Rahmenbedingungen. Verbote. Gebote. Und auf die sollten wir hinarbeiten, für die sollten wir uns eine Mehrheit erkämpfen und kommunizieren. Und dazu wird bestimmt auch dein Buch beitragen.

    viele Grüße und alles Gute für die Vorstellung,
    mela
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    schrieb am 22.09.2012 um 09:24
    @mela
    Akzeptieren ginge mir zu weit. Tolerieren reicht. ;-)

    Das Problem mit den SUVs ist nach meiner Beobachtung weiter im Zunehmen, waren es früher einzelne, ist es heute schon die Regel, nicht mehr in einen Parkplatz zu kommen, weil flankiert von SUVs höchstens ein italienischer Klassiker hineinpassen würde.

    Ich kenne aus der Nachbarschaft SUV-Besitzer, die entweder der Bequemlichkeit / des Geldvermögens halber diese Kutschen kaufen oder konkret wegen der höheren Anhängelast gezielt ein 4x4 Auto suchen, das in der restlichen Nutzungszeit Fahrkomfort bietet. Vielleicht ist das auf dem Land vielschichtiger.

    Manchen Besitzern kommt man nicht mir Ge- und Verboten, die suchen ihre Schlupflöcher, machen hinten die Fenster dicht und melden das Motor-/Raummonster als LKW an, als Nutzfahrzeug für gewerbliche Zwecke. Sei es nur zum Transportieren eines Bündels Prospekte. Ich beobachte sogar eine schleichende Invasion von amerikanischen Pritschenwagen (Pickup) für den europäischen Markt, als ob neuerdings die Viehzucht in Deutschland ausgebrochen wäre, siehe Erfolg des VW Amarok.

    Meine Hoffnungen lege ich darin, dass es "cool" wird sich elektrisch und mit weniger Fahrzeugmasse fortzubewegen. Leider wird diese Attraktivität (noch) durch Leistungsparameter erkauft sein müssen, um Absatz zu finden.

    Gegenwärtig scheint der Trend zum SUV nicht aufhaltbar, da hilft kein Downsizing der Motoren und Verschärfung der Abgasnormen, es sind die Lobby und kluge Werbestrategien wie beim Dacia Duster, die den SUV im Niedrigpreissegment etablieren und so Standards setzen, wie die Zukunft an AutofahrerInnen Verkehr wahrnimmt. Hoch vom Ross herab. Wer steigt da noch einen unübersichtlichen Kleinwagen.

    Die Fahnen der Liegeräder und Kinderanhänger reichen kaum mehr über die Dachlinien. Sollte sich überhaupt noch jemand dieser neuen/alten Risikogruppe auf diesem Weg auf die Straße trauen. DAS ist schmerzlich, die Verdrängung guter + nachhaltiger Fortbewegung durch ein einziges KFZ-Segement. Weshalb ich der Bewertung "asozial" zustimmen kann.

    Der Trend zur Abkapselung im gemeinsam geteilten Privatverkehr ist kontraproduktiv, wo kein Sichtkontakt, wo klimatisierte Abschirmung, wo zu hohe Geschwindigkeitsdifferenzen - dort ist kein Austausch, weniger Rücksichtnahme, weniger Verständnis für die Mobilitätssituation der Anderen, der Schwächeren zu erwarten.

    Sind durch Auto- und SUV-Besitztümer diese Fronten verhärtet, hilft kein Apell, helfen keine Tempo-Limits, keine Spritpreiserhöhungen mehr, diese Unterschiedlichkeit der Verkehrsteilnahme prägt die mögliche Kommunikation in der Verkehrssituation auf ungedeihliche Weise.

    Vielleicht erleben wir ein ähnliches Auseinanderdriften zwischen Radfahrern und E-Fahrzeugen auf zwei Rädern, für den Alltag und berufliche Pendelstrecke wird es m.M. zu einer "Abkapselung" in Form wetterfester Schutzverkleidungen und Motorisierung kommen, einzig die Geschwindigkeitsdifferenzen bleiben niedrig.

    Nettes Grüßen zu den Senioren, die ich mit dem Rad überhole, ist mir kaum mehr möglich, die überholen mich auf ihren E-Fahrrädern, in der Ebene bzw. am Berg, dass es nur so rauscht. Abgehängte Generation ? :-)
    Diesen Ausblick füge ich an, um die o.g. Prognose nicht gar so düster und mit einer humorvollen Note abzurunden. Die Gesellschaft ist stetig in Bewegung, solange sie im Kontakt bleibt, Anderen zuhört und sich argumentativ bis streitbar aus-einander-setzt, sind Besserungen möglich, hin zu einer Gewichtung auf ÖPNV und echter nachhaltiger Mobiltität auf gemeinsam genutzten Flächen.

    Es bräucht mehr WEGE STATT STRASSEN. Dann "könnte man mal" zu Fuß, zu Rad, mit dem Jogger, mit dem Kinderwagen raus, ohne sofort in Konkurrenz zu Motorverkehr zu treten. Gäbe es keine Parkplätze in Wohngebieten, wäre die Versuchung geringer, man müsste nicht in den SUV steigen, um Gefahr von Leib und Leben abzuwehren. Die Motive für bestimmten Verhalten und Konsum sind uns bekannt, es fehlt noch an Strukturen, das gewünschte, richtig erkannte Leben vollziehen zu können.
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    schrieb am 21.09.2012 um 10:56
    Die Sache mit den Flügen und z.T. auch Autobenutzung ist ein riesen Dilemma. Ich bin seit Jahren gar nicht mehr geflogen, aber ich merke auch, daß das Konsequenzen hat. Wenn ich zu einem Advanced Research Workshop der NATO in Afrika eingeladen werde zum Thema Erneuerbare Energie und Wasserversorgung weiß ich, daß ich dort im kleinen Kreis Leute treffen kann, zu denen ich sonst niemals Zugang bekommen würde. Dann fliege ich hin. Man hält einen Vortrag, man bleibt im Gespräch. Man kann vielleicht die eine oder andere Richtungsänderung in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsebenen Bewirken oder zumindest dazu beitragen, daß Dinge hinterfragt werden. Zugleich ist es so, wenn man eingeladen wird und zu oft absagt, wird man nicht mehr eingeladen. Dann ist man RAUS. So läuft das eben.

    Wenn jemand zum Haaremachen durch die Gegend jettet und zugleich öko-logisches Verhalten predigt (wie von Bada unten beschrieben), dann gehört dieser Person (im übertragenen Sinne) der Hintern versohlt. Ich fahre Auto, weil ich nicht sehe, wie wir es anders organisieren sollen hier auf dem Land ohne ÖPNV mit 3 Kindern, Einkäufen, Schule, Sport, Musik etc. Es gibt einen Schulbus, aber um die Haltestelle zu erreichen müssten unsere kleine eine extrem viel befahrene überregionale Landstraße überqueren, an deren Rand gegenüber unserer Einfahrt 4 Kreuze stehen die an 4 Jugendliche erinnern, deren Körperteile ich nach einem mörderischen Unfall selber mit vom Feld aufgesammelt habe. Das ist die Wirklichkeit. Sie ist so. Und ich bringe meine Kinder nicht in unmittelbare Lebensgefahr, um meinen CO2 Rucksack weiter zu reduzieren. Aber wichtiger ist vielleicht, daß wir z.B. unseren fossilen Energieverbrauch - Strom, Heizung, Fahrerei - insgesamt über die letzten 10 Jahre mit Verhaltensänderung und cleverer Technik mehr als halbiert haben. Man kann auf das schauen was man nicht schafft und mit den Zähnen knirschen, oder aber auch auf das schauen, was man schafft. Wenn das Geld da ist wird unser altes Bauernhaus als nächstes komplett neu Isoliert. Aber es hängt eben am Geld. Und auch dessen Logik verlangt von mir daß ich mich bewege. Auch das Internet schluckt übrigens Energie - und zwar reichlich. (Ich könnte jetzt fragen, ob sichergestellt ist, daß zumindest die Utopia Server alle mit Ökostrom betrieben werden, lasse das aber mal....vielleicht stehts ja auch irgendwo). :-)
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    schrieb am 22.09.2012 um 13:58
    Stefan, ganau solche Vorträge sollten vermehrt virtuell abgehalten werden.
    Nicht nur der Umwelt zu liebe, sondern weil man so viel Geld sparen könnte, das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt wäre....gerade z.B. in Afrika.
    Es wäre wünschenswert, wenn einflussreiche Institutionen vorleben würden, daß es auch anders geht, als der von Dir beschriebene Automatismus, daß der an Einfluss verliert, der nicht fliegt.
    (Wobei ich das nicht in Frage stelle...ich bin sicher, daß es momentan so ist)
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    schrieb am 22.09.2012 um 15:08
    Hallo Stefan.
    Ja, diese Form der Mobilität ist ein Riesenproblem, aber nur bis zu jenem Moment, an dem der oder die Einzelne für sich beschließt, an diesen Formen NICHT mehr teilzuhaben. Dann merkt man, dass es relativ viele Möglichkeiten gibt, die zwar einige Nachteile aber nebenbei meist auch Vorteile haben.
    Unsere Denken muss oftmals die Schere zwischen technischer Machbarkeit und kultureller Selbstbeschränkung schaffen. Und da entscheiden wir uns oft für die bekannte, oft mittelalterliche Methode.
    Eines der größten Probleme dabei sehe ich im Verlust unseres Gefühles für den Energieeinsatz. Wer einmal mit dem Fahrrad über einen Pass gefahren ist, weiss wie viel Energie solch eine Aufgabe benötigt, während einen die Motorrad und Automobilisten mit einem kleinen Druck auf´s Gaspedal scheinbar mühelos mit 2000kg Zusatzgewicht überholen.
    Es gibt eine einfache Rechnung die mir dabei hilft: 1e Pferdestärke sind ca. 10Menschen stärken - ein Fahrzeug mit 120 PS wird also von 120 Pferden oder 1200 Menschen den Berg hinaufgezogen. Das ist die eine Seite.
    Die andere ist, für was wird diese Energie denn eigentlich verwendet. Wenn ein Rettungsauto zur Rettung von Menschenleben unterwegs ist, OK. Aber nur weil man zu bequem ist, oder die falsche Kleidung, oder sich halt einfach etwas gönnt?
    Das scheint nur auf den ersten Blick ein persönliche Entscheidung zu sein, nein es ist eine gesellschaftliche. Eine Gesellschaft als politische Kraft muss entscheiden, ob es sich selbst diesen Umgang mit Energie zugesteht. Und die Diskussion darüber ist der Beginn einer Änderung, dafür möchte ich Utopia+CL auch danken.
    Ach noch etwas, ich betrachte Geld auch als eine Form der Energie. Die Bewertung bzw. die Relation dieser beiden Formen muss diskutiert werden. Wenn die fossile Energieform real bewertet werden würde, wir müssten nur den Flugbenzin besteuern....., oder den Preis über die letzten 4oder 5 Jahrzehnte mit dem Index berechnen, dann würden wir ganz anders diskutieren können.
    Aber zum Schluss doch nochmals mein eigentliches Anliegen:
    Notwendig ist eine Reduktion des persönlichen Energieverbrauches, bzw. der Einsatz von Fremdenergie und ein Erfahren der eigenen Ressourcen und deren Grenzen.
    Auto - Fahrrad - Fussgänger
    Motorrasenmäher - Handrasenmäher
    Einsatz Energie für Hausisolation - zu Einsparungsmöglichkeiten
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    schrieb am 22.09.2012 um 18:22
    @ juwolf: Geld als Form der Energie... Energie ist real, Geld ist virtuell - ein kulturelles Kunstprodukt des Menschen. Wenn ein Ölfeld versiegt und an irgend einem Punkt die Energie die zur Förderung nötig ist den Energiegehalt des geförderten Öls überschreitet, kann kein Geld der Welt die Energiebilanz ändern. Aber als Metapher ist das treffend, finde ich. Geld als Möglichkeit etwas zu bewegen.

    Flugbenzin besteuern: Natürlich! Wo kann ich unterschreiben? Die EU ist doch sonst so pingelig bei vermeintlichen "Marktverzerrungen"!?

    Ich habe mir einen Elektrorasenmäher mit Lithiumbatterien gegönnt, der von Solarenergie gespeist wird. Funktioniert ganz gut. Der Handmäher kollidiert bei unseren Rasenflächen mit der Wirklichkeit meiner Zeitplanung.

    @Maria: es wird bereits viel virtuell gemacht. Ich z.B. arbeite weitgehend im Heimbüro. Das findet seine Grenzen z.T. aber schon darin, daß wir bei uns nur ein Spar-DSL bekommen mit maximal 2000 kbit/s - vor einigen Monaten waren es noch maximal 380. Da ist nicht viel mit virtuellen Konferenzen. Auch ists so, daß es immer Sinn macht, wenn sich bestimmte Leute mal in die Augen gucken. Ich weiß nicht genau ob man ohne weiteres Drohnenangriffe auf Leute fliegen würde, die man persönlich beim Abendessen getroffen hat. Nur als Extremfall. Das macht viel aus. Aber es gibt natürlich eine Konferenzitis, die verdächtiger Weise die Infizierten gerne an Orte wie Bali, Rio, Capri, Hawaii etc. führt. Eine Zeitlang war ich auch infiziert. Z.T. ist das persönliche Treffen und sich-Kennenlernen sicher wichtig, aber man lässt sich einlullen, trifft vermeintlich wichtige Leute, fühlt sich auf einmal als junger Mensch selber ein klein bischen wichtig. Und erinnert sich gerne an die aus unerfindlichen Töpfen finanzierten "Gala Dinners" zurück.

    Und morgen gehts weiter... Seminar über die Zukunft der Energie. In der exotischen Stadt Flensburg. Ohne Flugzeug. Ohne Gala Dinner. Dafür mit Bionade. Ha! :-).
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    schrieb am 22.09.2012 um 21:02
    "daß wir bei uns nur ein Spar-DSL bekommen mit maximal 2000 kbit/s"
    Oh...mein Beileid, wir hatten bis vor kurzem auch nur die ganz kleine Spar-DSL.
    Damit geht tatsächlich keine dieser Techniken.
    Aber selbst über Email und Telefon kann man sehr gut Virtuelle Geschäftskontakte pflegen zu Menschen, die man noch nie gesehen hat.

    " Ich weiß nicht genau ob man ohne weiteres Drohnenangriffe auf Leute fliegen würde, die man persönlich beim Abendessen getroffen hat"
    Ich habe den leichten Verdacht, daß Menschen, die Drohnenangriffe fliegen, da nicht so sonderlich zimperlich sind, nur weil sie schon mal am gleichen Büffet gestanden haben.

    Daß das Spaß machen kann - zumindest für eine zeitlang- galube ich sofort.
    Ich hatte das ja auch schon - wenn auch nicht mit Afrika und Bali, sondern nur in der Schweiz.
    Und von Zeit zu Zeit ist es eine echte Vitaminspritze mal raus zu kommen in andere Umgebung und sich dort angeregt zu unterhalten.
    Es muß ja nicht alles virtuell laufen, aber vieles könnte man schon...
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    schrieb am 21.09.2012 um 15:14
    "Ich versuche, sehr transparent und aufrichtig zu sein und versuche auch niemandem etwas vorzumachen, was ich nicht halten kann." Eines der wichtigsten Dinge, zu überzeugen. Transparent zu sein und aufrichtig, eben nicht Lüge in die Welt setzen und damit Menschen nur zu manipulieren.
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    gelöscht am 21.09.2012 um 17:17 von mela
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 20.09.2012 um 16:02
    Liebe Claudia,

    danke für Deine Antwort, die einmal mehr deutlich macht, dass Du mit großem und ernst gemeinten Engagement dabei bist. Das wollte ich übrigens auch nicht in Frage stellen!

    Da laufen parallel mehrere Filme bei mir ab: zum Einen vielleicht der Neid (oben schon mal von jemanden angesprochen worden), dass Du Dein Buch jetzt gut bewerben kannst durch diesen Premierentermin. Für book-on-demand und Selbstvermarktung bin ich mit meinem zwar auch relativ weit gekommen, aber hätte mir natürlich trotzdem noch v i e l mehr Interesse gewünscht.

    Dann denke ich wieder: ist das alles nur Show? Wieder ein Buch mehr auf dem großen Markt, wieder ein schönes Thema für eine Talkshow, nächste Woche dann ein anderes Thema, alles nur oberflächlicher Medien-Hype (siehe Bettina Wulff)? Nur große Showbühne, um sich zu präsentieren? (bitte nicht persönlich nehmen; ich ertappe mich selbst bei meinen narzißtischen Tendenzen!)

    Dann: ich war jetzt lange weg von utopia; all die vielen Diskussionen, all das, was jeder da so in die Tastatur reinhaut, im Grunde doch fast immer das Gleiche über all die Jahre hinweg. Trotzdem wichtig und wertvoll, aber es bleibt oft so im Theoretischen stehen.

    Dann meine eigene Ungeduld und Wut. Ich sehe uns auch blauäugig auf den Eisberg zufahren, und weiß nicht, wie umzusteuern wäre. Etwas Hilfe bot mir gerade das Buch "Unglücklich sein. - Eine Ermutigung" von Wilhelm Schmid, der philosophisch, dabei aber sehr anschaulich sich mit alltäglicher Unzufriedenheit, "Depressionen", echter Depression und zum Schluss auch - sehr erfreulich! - mit der "kommenden Zeit der Melancholie" beschäftigt - der Ökokrise!

    Dann denke ich an Studien, die belegt haben, dass Umweltschützer genauso viel zur Krise beitragen wie Nicht-bewußte-Umweltschützer (Studie mit Bund-Naturschutz-Leuten).

    Und und und ... . Soweit mal. Bin etwas nachdenklich und "ökologisch-melancholisch".
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    schrieb am 20.09.2012 um 17:06
    Hallo Andreas,
    hast du einen Link zu der Studie? Würde mich mal interessieren.
    viele Grüße!
    mela
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    schrieb am 20.09.2012 um 21:32
    Hallo Mela,

    die Studie ist von Michael Bilharz, und veröffentlicht in dem Buch "Key points nachhaltigen Konsums". Relativ gut zu lesen, aber doch mit über 300 Seiten umfangreich!

    Gruß, Andreas
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    schrieb am 20.09.2012 um 21:43
    Kann ich sehr empfehlen!
    Wie ich übrigens wirklich großen Respekt vor Michael Billharz gesamter Arbeit habe.
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    schrieb am 20.09.2012 um 16:21
    hallo und was nun!?

    mal luft machen; mal klar ansagen, was absolut nervig ist. gut so!
    über 40zig jahre gibt es ein sich stellen den tatsachen, dem sich konfrontiert fühlen mit politik und wirtschaft,
    mit mitbürgern die lieber blind bleiben, die lieber den lügen der obrigkeiten glauben, anstatt selbst zu denken. körnerfresser, ökos, spinner, wutbürger usw...noch die nettesten titulierungen, die da über einem
    zusammenprallten. dennoch dran geblieben!? heute mit über 40zig wieder auf demos, aktionen, dem sohn beifiebern auf den gleisen bei gorleben, sich dem bürger stellen....
    ganz ehrlich, wir alle hatten zeiten in unserem leben, da wir das leben mehr in vollen zügen genossen haben.
    koste es, was es wolle.
    wir wussten um die konsquenzen. aber auch wirklich voll bewusst?
    heute sehen wir die ausmasse. wer will hier wem etwas an schuld oder an unvermögen ankreiden.
    das ist und wäre blödsinn.

    ein wachrütteln, ein eignes vorbild leben, wort- und tatkräftig sich gehör und auge und wenns gut läuft, hirn
    verschaffen.

    wir sind alle auf dem weg. der eine fängt erst an, der andere ist länger schon auf dem weg.
    das gemeinsame macht es doch aus.

    veränderungen annehmen, herausforderungen bestehen.

    hey und wir selbst sind es, die aus grauer theorie, lebbare materie gestalten.
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    schrieb am 20.09.2012 um 16:47
    Echt ein interessantes Interview mit neugierig machendem Buchtip. Danke. Von dem vielen das ich dazu sagen könnte, erstmal nur folgendes: Dieses "man müsste mal" geht mir auch oft auf den Wecker; und zwar v.a. wegen dieses unbestimmten "man" (das allzuleicht konkret von einem selbst als möglichen Handelnden ablenkt), nicht so sehr wegen des Konjunktivs ("müsste"), denn es gibt halt nunmal leider Vieles was niemand allein tun kann (sogar das meiste), was nicht heißt, dass eine/r dann .n.i.c.h.t.s. tun kann, z.B. kann eine/r zumindest versuchen, dass möglichst viele andere mitmachen.

    Bewusster(er) persönliches Kaufverhalten und sonstiges Verhalten im persönlichen Umfeld, privat oder soweit möglich auch am Arbeitsplatz, ist dabei tatsächlich oft der Bereich, wo es noch am ehesten geht, dass jemand einfach mal selbst handelt, ohne dass auch viele andere das tun müssen - freilich auch hier geht es genau besehen oft erst wenn es viele ähnlich tun, z.B. muss erstmal eine ökologischere Alternative angeboten werden, ehe sie de facto durch Kauf nachgefragt werden kann - außer freilich eine/r ist selbst der Anbieter/die Anbieterin oder wird dazu (durch Gründung eines Unternehmens, z.B. einer Energiegenossenschaft u.s.w. was wiederum freilich besser mit Hilfe anderer geht, andere Mitbegründer/Genossenschafter und/oder eine Bank die das unterstützt etc.).

    Zugegeben, auch politisches Handeln beginnt immer auch mit Aktionen vieler einzelner, bevor etwas eine große Mehrheit findet.

    Daher: Nie aufgeben! Ob beim "Konsum" oder beim Protestieren, Wählen oder sonstwo. Und immer wieder auch natürlich offen bleiben für kritische Einwände, soweit sie gut begründet sind oder auch 'nur' intuitiv etwas für sich haben.

    Einen schönen bunten Herbst, trotz aller grauen Wolken, wünsch auch in dieser Hinsicht uns allen, auch, dass wir nicht bloß "man müsste mal ..." sagen !
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    schrieb am 20.09.2012 um 17:02
    Ich bin mal so frei und frech und lenke die Aufmerksamkeit auf diesen Beitrag, keine Streitschrift, aber auch viele UtopistenInnen beschäftigt das selbe Dilemma: http://www.utopia.de/blog/leben-mit-schweinehunden/schweinehunde-in-der-matrix
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    schrieb am 20.09.2012 um 23:46
    Liebe Claudia Langer,

    war hin-und her gerissen bez. Fliegerei. Nun, wie ich irgendwann mal schrieb, jeden bzw. jede zu lassen und daher es ist gut so, wie Sie respektive Du das machst. Habe großen Respekt davor, Familie mit Kindern, Utopia. Öffentlichkeit und und und, unter einen Hut zu bringen.
    Gut ist, dass Erfolg trägt.
    Wünsche alles alles Gute.
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    schrieb am 21.09.2012 um 07:37
    Ich will nicht auch noch mit Steinen werfen, weil ich mit Sicherheit auch im Glashaus sitze (nicht was Fliegen angeht, aber andere Sünden, wie z.B. Fleischkonsum gibt's genug) und habe für das Buch ja gerne einen Lesenswert-Punkt vergeben.
    Einfach aus der lockeren Hand raus ohne es zu kennen, weil ich mich inwischen -trotz aller Disrepanzen, die es schon gab- der Utopia-Community so zugehörig finde, daß es mich einfach freut, wenn Du -Claudia- etwas Tolles machst, wie z.B. ein Buch schreiben, was ja immer erst mal eine Leistung ist.

    Das mit dem Fliegen zur Buchvorstellung ist allerdings schon etwas ungeschickt, inklusive der Begründung mit den Kindern.
    Das ist wirklich das klassische Beispiel:
    Die anderen sollen machen und für sich selbst findet man eine gute -wirklich sehr gute- Ausrede.
    Kinder sind ja auch super geeignet als Ausreden-Objekt.
    Meine Mutter konnte z.B. gar nicht erst wieder in ihrem studieren Job arbeiten, weil sie ja drei Kinder hatte und sie hat das oft genug betont.
    Deswegen bin ich da vermutlich etwas empfindlich.

    Und dabei kommt natürlich gleich die Frage über die Wertigkeit auf.
    Ist so eine Buchvorstellung wirklich ein guter Grund? Ist das Buch wichtig genug, daß es das braucht?
    Ich habe in den letzten 30 Jahren so gefühlte 1000 Bücher mit der Botschaft "Man müßte mal" gelesen und jedes tief motiviert aus der Hand gelegt und geseufzt "Stimmt ,man müßte mal".
    Und am nächsten Tag hatte ich es vergessen.

    Ganz anders gehts mir mit Bücheren, die konkrete Tipps bringen.

    Claudia, weißt Du, welches Buch ich mir als nächstes von Dir wünschen würde?
    Eines über Online-Konferenzen, Virtuelle Buchvorstellungen ect.
    Da ist derart viel Potential dahinter und der Gag ist, daß es ja technisch schon längst möglich wäre.

    Es ist mehr ein kulturelles Problem, daß noch sehr viele Entscheider der Meinung sind, man muß sich Face -to-Face gegenüber sitzen, um spruchreife Lösungen zu erarbeiten.

    Da bräuchte es eine charismatische Persönlichkeit, mit Erfahrung aus der Wirtschaft und der Vision es anders zu machen, die mit diesen Vorurteilen aufräumt.
    Evt. mit einem Co-Autor der kurz die technischen Möglichkeiten skizziert.

    So, an der Verlosung nehme ich nicht teil, da ich momentan nicht die Zeit hätte, gemütlich per Bahn nach Berlin zu fahren.
    Aber ich hoffe, es werden ein paar virtuelle Register gezogen, so daß wir uns Teile davon hinterher ansehen können?

    Jetzt wünsche ich dem Buch und Dir erst mal viel Erfolg und lass Dich nicht von uns Nörglern den Flug madig machen. Gebucht ist Gebucht und etwas Neid ist ja auch dabei.
    Es ist bestimmt ein tolles Gefühl, ein eigenes Buch vorzustellen.

    Wie sagte meine Coaching-Dame immer?
    Hinten business as usual - vorne neue Wege suchen.
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    schrieb am 21.09.2012 um 08:10
    ... so kann man's stehen lassen. Das grundsätzliche Engagement sei nicht in Frage gestellt! Bin auch schon gespannt auf das Buch, werde mich bestimmt darin wiederfinden. Wenn man schon sonst die Welt nicht umkrempeln kann, muss man wenigstens mal den Dampf rauslassen.
    Gruß, Andreas
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    schrieb am 21.09.2012 um 10:20
    Dicken Lesepunkt für diesen Kommentar, liebe Maria_L,
    aber bitte liebe Claudia, zukünftig keine Inlandsflüge mehr, versprochen ?
    Dann wird aus dem "Man müßte mal" ein "Ich mach das schon" und das ist ein wirklich gutes Gefühl.


    PS: Eine bekannte Dame, die in unserer Stadt lebt, hatte immer einige Beiträge in einem Umweltmagazin geschrieben, sehr kritisch, sehr engagiert.
    Das ging alles gut, bis bekannt wurde, diese Dame fliegt von XY nach Berlin, 14tägig, um sich dort von Udo Walz frisieren zu lassen.
    Das kam nicht gut an.
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    schrieb am 21.09.2012 um 12:22
    HIhi, danke für den guten Witz.
    Achso ist keiner, dumm gelaufen ;-)
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:31
    Würg, Witz? Bada beschreibt gerade das, was, bei ganz Vielen Gang und Gebe ist: ihre eigenen propagierten Prinzipien untreuest wirklich zu leben...
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    schrieb am 21.09.2012 um 11:14
    Die Relationen - genau das wäre mir an dieser Stelle auch wichtig. Aber was verrechnen wir nun dabei? In bezug auf das Fliegen, ich denke nicht dass es an den Claudia Langners dieser Welt liegt, dass der Flugverkehr so eine gefährliche Dimension erreicht hat. Was einen aber nicht daran hindern sollte, schon mal anzufangen es besser zumachen. Ich habe ja ein ähnliches Problem, fliege zwar grunsätzlich nicht im Inland dafür aber in weite Fernen. Auch ein Hannes Jaennike wird zu seinen Expeditionen in den Regenwald geflogen sein. Und vielleicht auch zu der ein oder anderen Vorstellung seines Buches "Wut reicht nicht".

    Meine eigenen Reisen haben mir auf der anderen Seite eine Weltsicht eröffnet, die ich von meinem Fernseher aus kaum entdeckt hätte. Natürlich sehe ich es als meine wichtigste Verantwortung meine Erfahrungen zu teilen. Ich habe mir einen Beruf gesucht, der auch vom Reisen lebt, was nicht gleichzeitig Fliegenmüssen bedeutet. From Priviledge comes Responsibilty. Doch ich trage diese Dilemma ebenfalls mit mir herum.

    Es stimmt übrigens sicher auch dass CL wirklich bereits viel konsequenter ist als die meisten in meiner und ihrer Branche. Für mich gibt es da aber oft auch nur Teillösungen, die meine Gesamtbilanz dann leider nicht wesentlich verbessern. Ich fürchte hier müssen mittelfristig zu den Einschränkungen auch noch technische Lösungen her um den Flugverkehr und die Emmissionen insgesamt (die ja nur zu einem, wenn auhc nicht kleinen Anteil durch Kerosinverbrennung in die Athmo gelangen) entscheidend zu senken. Aber das nur am Rande.

    Vor diesem Hintergrund war ich zunächst ebenfalls gerührt von den sozialen Aspekten, die die Autorin nun zum Fliegen veranlasst. GLeichzeitig würde ich, wenn ich so ein Buch geschrieben hätte, trotzdem oder erst recht lieber den ICE nehmen (grob 6,5h plus ca. 20 min zum Veranstaltungsort gegenüber 3,5h inkl. Check-in-and-out plus gute 45 min bis zum VA). "Ich mach schon", wäre eine tolle Fortsetzung...

    Ich bin sicher das die Autorin das alles genau abgewogen hat. Vielleicht ist es besser wenn sie uns nicht die weiteren Details verrät. Das mit der Glaubwürdigkeit ist ein kostbares gut. Ich jedenfalls gehe zur Buchvorstellung (fahre mit dem Fahhrrad) und bin sehr gespannt.
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    schrieb am 21.09.2012 um 12:22
    "Ich habe ja ein ähnliches Problem, fliege zwar grunsätzlich nicht im Inland dafür aber in weite Fernen. "
    Du hast definitiv den besseren Grund dafür. ;-)

    Womit wir wieder beim Thema Relationen sind.
    Vermutlich sollten wir uns in Fällen, wo etwas hohe (subjektive) Relevanz hat, gar nicht groß rechtfertigen und keine Gründe vorschieben, sondern einfach im Tun bleiben.

    Ich will das jetzt machen....Punkt. Dann klappts auch mit der Toleranz gegenüber dem Nachbarn.
    Nur mit dem "Man müßte mal" klappts dann nicht mehr so gut.
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    schrieb am 21.09.2012 um 12:23
    Wie immer gibts mehrere Ebenen. Die Makroperspektive ist leider vergleichbar mit der Leistung einer Lenzpumpe bei einem leckgeschlagenen Boot. Wenn wir uns freuen über die gesteigerte Lenzleistung hilft das wenig, wenn die Pumpe weniger pumpt, als durch das Leck nachläuft. Und es gibt zahllose solcher Lecks. In den Philippinen etwa verbraucht ein Mittelstandshaushalt doppelt soviel Strom wie in Deutschland. Und die absolute Anzahl an Mittelstandshaushalten wächst. Auch die ärmste Hütte hat einen Fernseher und, wenn es eben geht, wird eine Klimaanlage angeschafft. Das wird durch meine Solaranlage und die Bäume die ich pflanze global nicht ausgeglichen.

    Nein - ich denke die meisten, die sich hier tummeln, sind nicht das Hauptproblem, aber auch nur bedingt Lösung. Wenn wir von uns einen Durchschnitts-Fußabdruck bilden würden und den mit 7.x Milliarden multiplizieren würden, dann sähe es vermutlich düster aus.

    Man wird als Wissenschaftler/in nur selten um die Jeteritis und Konferenzitis herumkommen. Das ist Teil des Spiels. Es sei denn man arbeitet im lokalen Umweltamt, oder beim Technologiekonzern um die Ecke.
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    schrieb am 21.09.2012 um 12:24
    Schönen Gruß, Maria_L, an deine Nachbarin, unbekannterweise. Meine Tomatenernte war dieses Jahr übrigens ziemlich ordentlich! Und das in meinem Fenstergarten! ;-)
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:35
    kleiner Witz: von München nach Berlin mit dem Fahrrad?....Wäre ein guter PR-Ansatz!
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:39
    verlockend :-)
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:43
    Wie gern würde ich damit prahlen, grünebiene. Der "Heimathafen Neukölln" (so heißt der Veranstaltungsort ;-) ist zufällig auch mein Heimathafen ;-) Ich bin mal zu einem Festival mit dem Fahrrad 90 Kilometer gefahren für eine Zero Carbon Kampagne und freie Festivaltickets ;-) Den Rückweg bin ich dann aber mit ner Mitfahrgelegenheit gefahren, mein Hintern...aua aua aua.

    Nachtrag: Coole Sache wär das aber München-Berlin mit dem Rad.
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:25
    "Das mit dem Fliegen zur Buchvorstellung ist allerdings schon etwas ungeschickt, inklusive der Begründung mit den Kindern." das finde ich auch! Zumal, wenn solch ein Termin nicht die Regel ist, und die Kinder einen Tag ihr Küsschen dann am Abend oder am nächsten Tag wieder bekommen. Aber Claudia wird auch der Zeitfaktor wichtig sein! Und das kann ich verstehen.
    ZEIT! ein in dieser Gesellschaft sehr traktiertes Gut bei dem, was "erfolgreiche Familienunternehmen":) ich muss gerade an so eine Werbung denken, oder erfolgreiche Karrieremacher dieser Gesellschaft denn tun.

    "Claudia, weißt Du, welches Buch ich mir als nächstes von Dir wünschen würde?
    Eines über Online-Konferenzen, Virtuelle Buchvorstellungen ect.
    Da ist derart viel Potential dahinter und der Gag ist, daß es ja technisch schon längst möglich wäre."
    Ganz gute Lösungs- Idee!!!!!!!!!!!!!!!
    Sogar für Menschen, die als Zuschauer an der Veranstaltung teilnehmen.
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    schrieb am 21.09.2012 um 15:34
    Wenn alle mal überlegen, dass Fliegen erst seit ca. 40 Jahren die Welt stark verschmutzt!
    Lacheinlage Assotiation Fliegen-Online Konferenzen:
    Raumschiff Enterprise hatte doch für die gestressten Weltraumkämpfer so einen 3-D- Raum, wo sie in alle Urwaldwelten abtauchen konnten, die ihnen so beliebten! Und wo sie sich ganz real in diesen Welten mitsamt Duft und allem Vergnügen erholen konnten.
    Ich selber brauchte es nie, in ferne Welten mit viel Geld zu sprinten, nur um angeben zu können, was tolles ich schon gemacht. Natürlich hat man real sehr persönliche Eindrücke, von denen man auch zehren kann. Aber alles ist in jedem nächsten Moment Erinnerung, genauso wie, wenn ich Realerholung in nahen Wäldern habe oder ein gutes Buch lese, was meine Fantasie anregt, oder wenn ich einen schönen Film anschaue.... Den kann ich sogar öfter sehen!
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    schrieb am 21.09.2012 um 17:49
    Nun - ich denke mit den Erfahrungen ist etwas anderes gemeint. Wenn ich durch einen Slum in Manila laufe und den Menschen begegne ist das etwas anderes, als sich Statistiken anzugucken. Wenn wir in Afrika vor Ort mit Deutschen Schülern zusammen Solaranlagen auf Schulen oder Krankenhäusern aufbauen wachsen da Menschen mit vollkommen anderen Eindrücken heran, als wenn sie nur Simulationen begucken oder im Unterricht lernen würden. So etwas prägt. Aber sowas von. Es geht doch auch darum, aus dem Kokon der eigenen kulturellen Begrenzung auszubrechen. Aber zugegeben - nicht jeder sollte und muß das tun. Das Reisen aus Langeweile. Das Sitzen-am-Pool in Bali oder in der Karibik in irgend einem Luxushotel, in irgend einer gated community, all inclusive, ist auch nichts anderes als das "Holodeck" aus Star Trek. Ich persönlich reise nicht gerne (jedenfalls nicht mit dem Flugzeug), aber ich komme gerne an neuen Orten an und bleibe dann am liebsten lange da. Und ich bin zugleich etwas schizophren, weil ich Fernando Pessoa mag der von sich meinte er würde seine mentalen Reisen lebhafter erleben als so manch einer seine wirklichen. Aber vielleicht auch nur deshalb weil er zuvor selber viel gereist ist? Reisen kann bilden. Oder es ist einfach nur wieder eine andere Ablenkung von sich selbst. Je nachdem wer da reist.
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    schrieb am 21.09.2012 um 21:05
    Das "Holodeck", siehste,war mir entfallen, ich hab nur das Prinzip abgespeichert, was denke ich am wichtigsten ist.
    "Nun - ich denke .......So etwas prägt. Aber sowas von"das halte ich im Zuge neuer Techniken auch nur für bedingt richtig. Würde man in der Schule schon Art Videokonferenzschaltungen machen mit Menschen vor Ort, die die Videokamera gut führen, und viel mehr Live-Schaltungen und Möglichkeiten des direkten Kommunikations-Austausches, prägt das auch. Allerdings streite ich nicht solche prägenden Erfahrungen eines Schüleraustausches ab. Das sind aber Projekte, in deren Genuss nicht allgemein alle Schüler kommen.
    Genau, ich sprach die Allgemeinreisegelüste der großen Masse an!

    Fernando Pessoa? kenne ich nicht, aber die Portugiesen sind mit Melancholie und Gefühlsbetontheit belegt... nein, man muss nicht reisen um mental reisen zu können. Man muss die Fähigkeit besitzen, sich in alles empathisch hereinzufinden.

    Übrigens: apropos umweltfreundliche Treibstoffe für Flugzeuge, dann würde das Fliegen ja nicht mehr zu den schlimmsten Sünden gehören:
    http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-6216/10226_read-22147/
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    schrieb am 21.09.2012 um 22:02
    Wenn wir schon bei Sternenschiffen sind, Teleportation (Beamen) wäre doch auch eine prima Alternative zum Fliegen ;-)
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    schrieb am 22.09.2012 um 02:37
    @gruenbine: synthetische Treibstoffe können umweltfreundlicher in der Hinsicht sein, daß sie reiner sind als Kerosin und somit rückstandsfreier verbrennen. Sie sind aber energetisch immer eine Katastrophe, weil etwa die Herstellung aus Kohle und Wasser erhebliche Energiemengen benötigt. Das heißt auf alle Fälle sehr, sehr viel mehr CO2.

    @emmaradio: oh ne - bloß nicht beamen. Es wird ja beschrieben als komplette Auflösung der Materie des zu beamenden Objektes (des Opfers...) und Umwandlung in gerichtete Strahlung. Man kann sich leicht ausrechnen, wieviel Energie dieser Beamstrahl dann enthält. E=mc^2...halt. Welche Antenne soll den auffangen? Würde ein ordentliches Stück des Planeten einfach verdampfen, fürchte ich. Außerdem - ein Mensch, den man in seine subatomaren Bestandteile zerlegt, ist: tot. Obendrein wäre der Energieverbrauch phänomenal ;-). Ich denke derlei gehört eher in die Kategorie "Man sollte nicht".
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    schrieb am 22.09.2012 um 03:24
    Jetzt sei doch nicht nur immer pessimistisch. Vielleicht enthält unser Köper irgendwann einmal soviel BPA, dass ein van Haagen gar nicht mehr soviel zuspritzen müsste um unsere Körper zu konservieren. Und vielleicht ist es dann auch unerheblich ob unser Köper dematerialisiert wird. Das geht natürlich erst, wenn wir alle ethischen Grenzen der Jetztzeit über Bord geworfen haben. Die Energieeinsatz jedoch... ja schwer vorauszusagen. Du bist der Physiker. Wahrscheinlich hast du recht.
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    schrieb am 22.09.2012 um 11:19
    Ich hatte an Gas to Liquid gedacht, bzw. gelesen! Mit Kohle,jetzt sehe ich, sag mal, was bilden sich gebildete Wissenschaftler ein , das dann umweltfreundlich zu nennen. Das ist doch Lüge.
    Aber auch auf dem Gebiet müsste es doch wirklich umweltfreundliche Forschung geben?

    @ emma: da beamen doch die realitätsharten Wissenschaftler die schönen so praktischen Zukunftsutopien einfach ins Nirwana...aber, Stefan, deine Antworten sind interessant!
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    schrieb am 22.09.2012 um 18:03
    Gas to liquid:natürlich wird das alles energetisch optimiert werden. Und man kann sich auch vorstellen: Wasserstoff aus solarer Elektrolyse, dann Herstellung von Methan aus H2+CO2, und dann das ganze hoch-raffinieren hin zu hoch verdichtetem flüssigem Treibstoff. Allerdings spielen hier uns auch die Größenordnungen wieder einen Streich. Jedem, der es ertragen kann, empfehle ich aus diesem Grund dieses Buch von Robert Laughlin (Powering the Future). Es leidet etwas an neoliberalen Scheuklappen, aber die Physik - vor allem wo es um die Größenordnungen der verschiedenen Energieformen und ihrer tatsächlichen, möglichen und unmöglichen Anwendungen geht - die sind alle korrekt und sehr plastisch beschrieben. Das hatte ich derartig gedrängt bisher noch nirgends gefunden.

    Was das umweltfreundlich angeht: wie gesagt - die rückstandsfreie Verbrennung (kein Feinstaub, kein Schwefel etc.) kann man durchaus als umweltfreundlich bezeichnen. Es ist aber nur ein Teil des Gesamtbildes.
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    schrieb am 21.09.2012 um 12:54
    Nach all diesen wunderbaren Meinungen und Vorschlägen, möchte ich auch noch mal kurz etwas einwerfen : Ich denke, daß es nicht unbedingt darum geht, ob jemand Vegetarier oder Veganer ist, oder eben nicht sondern vielmehr um die Art, wie wir mit den Tieren und unserer Umwelt umgehen.
    Schauen wir einfach mal 100 Jahre zurück, zu dieser Zeit wurde auch Fleisch gegessen, was dann aber ein Festtag war, also etwas besonderes, und das kam von Tieren die natürlich gehalten wurden, so etwas wie Massentierhaltung ist ja erst aufgekommen mit der Industriealisierung und die gilt es meiner Ansicht nach, nicht mehr zu unterstützen !
    Ich sehe es schon als einen Unterschied an, ob ich Fleisch von einem Bauernhof kaufe, wo ich genau weiss wie es den Tieren dort geht, oder ob ich in den Supermarkt gehe, der mich nicht nur weniger Weg kostet sondern auch weitaus weniger Geld für das Fleisch, wo ich aber überhaupt nicht weiss wie diese Tiere gelebt haben und geschlachtet wurden.
    Ein weiterer Punkt : wir schmeissen noch viel zu viele Lebensmittel unbedacht einfach weg, tonnenweise !
    Ich versuche selbst an diesem Punkt noch zu arbeiten !
    Trotzdem ernähre ich mich wirklich fast ausschliesslich von weggeworfenen Lebensmitteln, von der Tafel und kleide mich ebenso von ausrangierter Kleidung (Ebay; Kleidercontainer etc..), und so halte ich es auch mit elektronischen Dingen, kaufe vorwiegend aus zweiter Hand (wobei ich leider auch schon oft Pech hatte, weil man mir defekte Dinge verkauft hat).........ich denke, wenn aber JEDER so handeln würde, also viel mehr nachhaltiger leben würde, dann wäre die Industrie arm dran und die ganze Produktion auf Masse sinnlos.
    Natürlich denke ich auch manchmal....ach, ich hätte doch auch gern mal wieder etwas neues...bei mir gehts aber vorrangig darum, dass ich ein technisches Problem habe, und deshalb oft draufzahlen muss, weil ich wieder mal Dinge errungen hab, die defekt sind und da mein Lebensgefährte gestorben ist, hab ich damit keinerlei HIlfe mehr, bin also auf mein eigenes Gutdünken angewiesen.
    Was Autofahren angeht, denke ich mir auch oft wieso sitzt in jedem Wagen eigentlich nur 1 Person (weil die Leute nicht in der Lage sind, sich zusammen zu tun ?), ganz zu schweigen von den ganzen Landrovers und Porsches etc...oder warum sieht man immer noch viel zu wenig Elektroautos hierzulande ?
    Hat denn niemand Interesse an solchen Autos ?
    ICh glaube, wenn JEDER seine Sachen so lange benutzen würde, bis sie wirklich nicht mehr brauchbar sind, dann wären wir alle schon ein riesiges Stück weiter, aber leider lässt sich die Masse der Menschen doch immer wieder "unbewusst" suggerieren : Hast du was, dann bist du was ! Besitz macht glücklich und erfolgreich und bringt Ansehen usw....
    Die wenigen die da nicht mitmachen werden als Querulanten oder gar Asoziale beschimpft, aber das macht mir nichts aus, denn ich bin wirklich sogar stolz drauf, ein sogenannter Querulant zu sein.

    Vielleicht hilft es einem einfach mal, die Medien um sich herum (vielleicht auch einfach mal inkl. PC) für eine gewisse Zeit abzustellen, wegzustellen ........denn das führt unweigerlich dazu, dass man sich wieder mit sich selbst beschäftigt, oder ein Buch zur Hand nimmt, man kommt eher ins Nachdenken und auf andere Ideen...kurzum, man merkt dann nämlich wie sehr man davon vereinnahmt wird (teilweise ohne es sogar zu wollen), die Ablenkung in unserer Welt dient nämlich einzig und allein diesem Zweck : NICHT MEHR NACHZUDENKEN !
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:41
    Bewundernswert, was Du, mouhtaram, schon alles machst.

    Zu den Elektroautos: die haben eine kurze Reichweite (100 - 150 km), fahren nicht schnell und sind teuer. Alles klar, warum sie keiner kauft?
    Und: sie sind nicht die Lösung! Wir glauben immer, durch neue Technik die Probleme lösen zu können, die ihre Wurzel woanders haben. Für die Batterien in Elektroautos werden Unmengen Ressourcen, z. B. seltene Erden, benötigt, die mit vielen Umweltschäden irgendwo rausgeholt werden müssen (nicht bei uns natürlich, also nicht sichtbar), und zudem zu Ende gehen!

    Nochmal zum Fliegen: wirkt etwas penibel, andauernd darauf rumzuhacken, gebe ich zu. Aber es ist das Wenige, was man machen kann. Ich kann dem Plastik beim Einkaufen kaum oder nur mit größtem Aufwand aus dem Weg gehen, fahre doch mal mit dem Auto in die Berge (hier von M aus), trinke Kaffee, dessen Herstellung viel Wasser benötigt, habe nicht nur fair bzw. ökologisch hergestellte Kleidung, etc. Aber fliegen - muss ich nicht. Andere aus beruflichen Gründen vielleicht schon. Aber es wäre zu hinterfragen - jedes Mal: ist es wirklich unabdingbar.

    Fazit: es muss erst ein Druck da sein, damit sich was ändert. Wenn vieles nicht mehr geht, dann geht es eben nicht mehr. Dann wird "man" sich umstellen müssen. Dann heißt es "Man muss", und nicht "man müsste mal". Fairerweise sollten wir das noch erleben, und nicht erst die Kinder und Kindeskinder.
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:53
    Hoffentlich heißt es dann irgendwann statt "man" muss "ICH muss". "ICH will" finde ich auch gut ;-)

    Hinterfragen - jedes Mal...das wäre konsequent ja.
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:58
    ODER: ... ischbrauchdatt ...
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    schrieb am 22.09.2012 um 10:00
    @Andreas & mouhtaram Elektroautos sind sicher nicht DIE Lösung, vor allem weil es DIE Lösung nicht gibt. Zumal wenn DAS Problem auf der tiefsten Ebene ein exponentielles Wachstumsprinzip ist und die letztendlich unvermeidliche Kopplung dieses exponentiellen Wachstums virtueller Werte (Geld) an reale Ressourcen. Wenn da nicht angesetzt wird hilft alles nicht. Unsere globalisierte Wirtschaft ist eine mathematische Gier-Maschine. Alles gut gemeinte Man müßte mal (denken wir an Faktor Vier) hilft da auf Dauer gar nichts.

    Dennoch: Elektroautos. Für uns persönlich denke ich darüber nach. Was wir bräuchten wäre eine Art Elektrokutsche für den täglichen 3-Kinder-und-Einkaufs Taxiverkehr. Wir leben in einer westfälischen Bauernschaft nördlich des Ruhrgebietes. Zu Schule und Kindergarten sind es 5 Kilometer in die eine Richtung. Zum Einkaufen 5 in die andere. Und dann kommt der Kinder-zu-Freunden/Musikschule/Sportverein/Schwimme/etc-Taxiverkehr. Wir brauchen kein schnelles Auto, sondern eine bessere Kutsche mit viel Platz. Schnell fahren brauchen wir für die Pendelei nicht, da ohnehin fast überall 50 oder 70 ist. Zudem haben wir eine 12,5 KW Solaranlage die beim nachhaltigen Nachladen hilft und genug Platz um das zu erweitern und noch einen kleinen Windgenerator dazuzupacken. Eigenverbrauch ist schließlich unabhängig von der Politik. Was die Batterie Rohstoffe angeht: das ist wahrhaftig ein Problem. Das relativiert sich aber etwas, wenn ich mich eben auf eine Batterie-Kutsche für regionalen Pendelverkehr konzentriere anstelle von Hochleistungsfahrzeugen mit "Sport"-Wagen ähnlichen Eigenschaften. Das Zauberwort heißt Nickel Eisen Akku. Die sind unbeliebt in der Batterieindustrie weil sie so unangenehm lange halten. 50 Jahre und mehr. Es gibt ein über hundert Jahre altes Elektroauto mit noch funktionierenden NiFe Akkus. Und weder bei Nickel noch bei Eisen droht derzeit eine Verknappung. Mithin: keine Lösung, aber einer von vielen Ansätzen die Zeit verschaffen. Ich finde auch es ist ein friedliches Bild - leise dahingleitende elektrische Pendelkutschen anstelle der dröhnenden Fahrzeuge gehetzter Pendler, die morgens mit 120 an unserem Haus vorbei rasen.
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:41
    Hallo, liebe Frau Langer,

    vielen Dank für ihr sehr authentisches Buch. Sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich die ausführliche Leseprobe hören, technisch derzeit bei mir nicht möglich - das Interview ist vielversprechend...darf ich mir die Frage erlauben, ob sie inzwischen in Gorleben waren? Wenn nicht, bitte besuchen sie doch einmal die Menschen, die inzwischenals Senioren im Wendland weiterhin konstruktiv arbeiten aus der anfangs sehr umstrittenen Widerstandsszene.
    Herzliche Einladung auch nach Ladekath zum Widerstandsprojekt CONMIR an der Gorlebenscheune.

    Liebe Grüße aus der Wendland- und Salzwedeler Widerstandsszene Altmark
    H. Anne Sophie Held-Kaplan
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    schrieb am 21.09.2012 um 13:58
    ich empfinde diesen Kommentar als ein wenig unproduktiv! Man bedankt sich doch erst für ein Buch, das man, wenn man es gelesen hat, als authentisch bewerten kann.
    Gorleben ist nur eines der Szenarien, an denen man engagiert teilnehmen kann mit Gedanken und dem Tun, das Claudia in die Welt bringt!
    Und ich finde das, was Claudia schon aufgebaut hat, ziemlich gut!
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:02
    Mir scheint, sobald jemand anfängt mit seinem Engagement öfffentlichkeitswirksam zu werden, dann bleibt es nicht aus, dass sich einige wünschen diejenige wäre Supergirl ;-)
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:17
    @Meissner Andreas : Vielen Dank für die Aufklärung, denn davon wusste ich noch gar nichts, womit ich jetzt die Reichweite meine bei den Elektroautos, man lernt ja bekanntlich nie aus.
    In Zukunft werde ich mir also solche Infos nicht mehr von einer Elektroautoanbieterseite holen, sondern z.B hier !
    Schlussendlich möchte ich noch etwas einwerfen, was mir vielleicht viele nicht glauben werden aber wir befinden uns in einer Zeit, die schon vor vielen tausend Jahren vorrausgesagt wurde (Endzeit) und die einem dringenden Wandel unbedingt bedarf, und dieser Wandel steht nun kurz bevor.
    Das weiss ich nicht nur von meinem Sufimeister (lebender Heiliger, der auch so agiert, also kein Sektenführer oder dergleichen ist) und aus sämtlichen anderen Quellen.
    Wir werden zwangsweise wieder zur Natur zurück geführt werden, weil bald die gesamte Elektrizität stoppen wird.
    Dann gibt es keine Autos mehr, und Kühlschränke und Fabriken etc etc etc...

    Das Leben auf Erden wird sich dann grundlegend ändern, und es wird NIEMANDEN mehr geben der den anderen unterdrückt oder benachteiligt.
    Leider ist es aber auch eine Vorraussetzung dafür, dass die Welt von gewissen Individuen gereinigt und befreit werden muss, was heisst daß viele das nicht überleben werden.
    Es werden diejenigen sein, die sozusagen "über Leichen gingen" um zu ihrem eigenen Wohle zu handeln.
    Vorrangig sind das natürlich diejenigen, die unsere Welt hauptsächlich zu dem gemacht haben, Regierende, Kriegstreiber etc ....

    Das ganze hat bereits begonnen und ist bis jetzt nur im arabischen Raum zu sehen, bald wird es auch uns erreichen.
    Wenn die Türkei nach Aleppo einmarschieren wird, ist es soweit und unser Sufimeister "rechnet" noch in diesem Jahr damit.

    Ich hoffe, ich trete jetzt hier nicht eine neue Diskussion über Glauben oder nicht Glauben los, denn darum gehts nicht ...

    ES geht darum, im ANDEREN etwas Eigenständiges, Gutes und Seelisches zu sehen und ganz nach dem Motto : Was ich nicht will, dass man mir tu das füg ich auch keinem Anderem zu ! zu leben.

    ICh glaube die Nachhaltigkeit kommt dann auch ganz von allein, denn der ganze Konsumzirkus ist nur ein Ausdruck unseres eigenen Egos (der immer nur das beste für sich selbst will), und wenn wir letzteres in den Griff bekommen, kommt das andere von selbst !
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:23
    sorry mouhtaram, die Diskussion musst du dir jetzt Gefallen lassen. Glaub was du willst, aber ab hier geh ich nicht mehr mit:

    "Leider ist es aber auch eine Vorraussetzung dafür, dass die Welt von gewissen Individuen gereinigt und befreit werden muss, was heisst daß viele das nicht überleben werden."

    Sozialdarwinismus lässt grüßen.

    "Es werden diejenigen sein, die sozusagen "über Leichen gingen" um zu ihrem eigenen Wohle zu handeln. Vorrangig sind das natürlich diejenigen, die unsere Welt hauptsächlich zu dem gemacht haben, Regierende, Kriegstreiber etc ...."

    Da kann ich ja jetzt froh sein, oder?

    "Das ganze hat bereits begonnen und ist bis jetzt nur im arabischen Raum zu sehen, bald wird es auch uns erreichen."

    Woher weißt dein Sufimeister das denn? Das ist blanker Zynismus, weil auch Menschen sterben, die nichts verbrochen haben. Oder gehört das mit zur "Reinigung"?
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    schrieb am 21.09.2012 um 18:07
    @Mouhtaram: Stell Dir vor, ich würde Dir die Geschichte erzählen, meine verstorbene Astrophysik Professorin kannte persönlich mehrere Außerirdische von mehreren Welten, mit denen sie sich regelmäßig zu Konferenzen traf - zusammen mit einer geheimen Gruppe weiterer Wissenschaftler - wo über das Schicksal der Welt beratschlagt wurde. Das können wir beliebig weiter spinnen.

    Würdest Du das glauben? Nein? Wieso nicht? Wir kennen mindestens ein Beispiel für einen Planeten der Lebewesen hervorgebracht hat. Wir sehen Millionen von Arten. Aber wir haben noch keinen einzigen echten Gott, Engel, etc. nachweisen können. Wir kennen mindestens ein Beispiel einer Spezies die auf einem Planeten entstanden ist und ziemlich komplizierte Technik erfunden hat - inklusive Raumfahrzeugen die zu anderen Planeten fliegen können. Wir haben inzwischen einige hundert extrasolarer Planeten entdeckt die sich in den Lebenszonen Ihrer Sonnen befinden. Mithin sind eine Menge Grundannahmen die mindestens die theoretische MÖGLICHKEIT meiner Behauptung stützen erfüllt. Trotzdem würde mir KEIN MENSCH so einen Quatsch glauben. Wieso nicht?

    Oder nehmen wir das "Simulation Argument" das die Möglichkeit untersucht, daß wir selber nur Teil einer Simulation sind. Das ist NICHT FALSIFIZIERBAR! Und es passt wunderbar mit allen möglichen mystisch-religiösen Ideen und Anschauungen zusammen. (Prof. Nick Bostrom, Simulation Argument, Oxford University). Das sind alles Glasperlenspiele. Selbst wenn es wahr wäre, ja was dann? Wir müssen uns dennoch auf eine gemeinsame Ethik verständigen. Und Religion oder mystische Erfahrung (oder Stories von Begegnungen mit Göttern, Engeln, Aliens oder Elvis) sind nicht hilfreich dabei. Das ist Privatsache. Teil der eigenen Selbstfindung. Man KANN darüber nicht diskutieren.

    Übrigens erwarten nicht nur Sufi Meister Unruhen im Kontext von Überbevölkerung, Ressourcenverknappung, Wasser- und Nahrungsmangel, ethnischen Konflikten und Massenarbeitslosigkeit junger Männer in obendrein korrupten und instabilen Staaten... Mich wundert, daß ein Sufi Meister solche plakativen Aussagen macht. Meiner Wahrnehmung nach ist der Sufismus eher von mystischer Kontemplation und Mitgefühl geprägt.
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    schrieb am 21.09.2012 um 18:31
    "Unruhen im Kontext von Überbevölkerung, Ressourcenverknappung, Wasser- und Nahrungsmangel, ethnischen Konflikten und Massenarbeitslosigkeit junger Männer"
    Haben wir ja auch heute schon und hat es bekanntlich auch schon immer gegeben.
    Damit kann man nun wirklich niemanden mehr hinterm Ofen vorlocken, der es dort schön warm hat und sagt, da müßte man mal was machen.
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    schrieb am 21.09.2012 um 19:10
    Nun - was sich geändert hat sind die Größenordnungen. Heute leben mehr Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, als es vor 200 Jahren insgesamt gab. Es gibt mehr Arbeitslose und potentiell wütende junge Männer auf der Welt, als es vor 200 Jahren Menschen gab. Das wird gerne unter den Teppich relativer Anteile gekehrt. Vor 100 Jahren waren soundso viele Prozent arm, heute nur noch soundso viele. Die absolute Zahl wächst dagegen weiter. Quantitative Änderungen können qualitativ die Spielregeln völlig ändern. Das liegt in der Natur komplexer dynamischer Systeme. Und hier sehe ich auch meine Hauptprobleme mit dem "Man Müßte Mal". Die Größenordnungen. Die Diversität. Die völlig unterschiedlichen Wahrnehmungen und Werte unter den 7+ Milliarden...
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    schrieb am 21.09.2012 um 19:40
    Die Größenordnungen.
    Ja, das macht mich oft schwindlig.
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:19
    Und dass Flüge inzwischen billiger als Bahnfahrten oder Autofahrten sind, finde ich auf deutsch gesagt : Pervers !
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    gelöscht am 21.09.2012 um 14:27 von inaktiver User 7264
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:43
    @emmaradio:
    Da brauchst du auch gar nicht mit zu gehen, denn das sind nicht meine Ansichten oder Worte, sondern etwas was festgelegt wurde, und was WIR ALLE ob wir wollen oder nicht dann erleben werden oder eben nicht.

    Ich glaube daran, denn es ist ein Prinzip in der Natur, dass wenn etwas vergiftet ist, vom Gift gereinigt werden muss.
    So auch mit den Tyrannen in dieser Welt !
    NEIN, es werden KEINE unschuldigen Menschen sterben, sondern nur diejenigen die schuldig sind, und zu einer Umkehr nicht willig, denn selbst diejenigen werden noch mehrere Chancen bekommen, sich zu ändern/bekehren !

    HIer kommt es allein auf das an, was du im Herzen trägst.....ist es Hass und Gewalt, und Eigennutz zum Unwohle Anderer oder sind es gute Absichten ?
    Alleine das, und NUR DAS wird der Grund sein, ob wir überleben werden oder nicht !
    Das hat im geringsten nichts mit Sozialdarwinismus zu tun, auch nichts mit Darwinismus.
    Diese Wahrheit wird z.B von der katholischen Kirche schön versteckt im Vatikan geheim gehalten, auch andere Wahrheiten.

    Mein Sufimeister weiss das, weil er himmlische Kontakte hat, tja wie soll ich das nun Menschen erklären, die ohnehin nicht daran glauben ?

    Ich denke, das dies ein vollkommen müssiges Unterfangen wäre, denn Leute die nicht an einen Schöpfer glauben, sind nicht zu überzeugen, selbst dann nicht wenn man ihnen tausende von Wundern und Beweisen vorführen würde, und deshalb lasse ich jede weitere Erklärung darüber sein.

    Die 33 chilenischen Bergarbeiter, die unser Sufimeister einen Tag, nachdem gesagt wurde, sie wären vor Weihnachten auf keinen Fall einer Rettung nahe, dort heraus geholt hat, wissen WER er ist.
    Ich habe sie 2009 im Dezember nämlich auf Zypern, wo unser Sufimeister wohnt, getroffen und konnte mit ihnen darüber sprechen, sie haben einen bleibenden Eindruck von ihm bekommen und konnten einem lebenden Heiligen Menschen begegnen.
    Die 33 Familien werden heute noch Monat für Monat von unserem Sufimeister finanziell unterstützt, damit sie nie wieder in die Grube hinunter müssen.
    9 von ihnen haben den Bund bei unserem Sufiweg genommen, heisst : sie sind Schüler unseres Sufimeisters geworden.

    Wie wärs, ich lade dich ein ihn kennen zu lernen, denn das hätte 99%ig zur Folge, dass du ganz anders über diesen Menschen denken würdest.

    Man kann eigentlich erst eine Meinung bilden, wenn man sich etwas genau angesehen hat, oder nicht ?
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    schrieb am 21.09.2012 um 14:54
    "Man kann eigentlich erst eine Meinung bilden, wenn man sich etwas genau angesehen hat, oder nicht ?"

    Stimmt. Danke für die Einladung. Da ja eh festgelegt ist wie alles sein soll, werde ich also entweder irgendwann mal in Zypern auftauchen oder auch nicht. Wenn ja, sag ich gern kurz "Hallo". Ansonsten möchte ich gerne festhalten, dass meine Bedenken bzgl. deiner o.g. Aussagen daher rühren, dass in Verangenheit und Gegenwart immer wieder von höheren Wesen Gesandte oder in Kontakt stehende behaupteten dieses oder jenes sei von einem Schöpfer festgelegt und vorbestimmt, wieder andere Menschen ihnen das glaubten und zur Legitimation von wirklich schlimmen Dingen missbrauchten. Dies als Teil eines Reiniungsprozesses zu sehen fällt mir schwer.

    Aber ich stimme dir darin zu, dass jeder auf seine eigene Stimme hören sollte. Und so tue ich das auch. Was zählt ist, und auch da gebe ich dir recht, ist was du letzendlich tust (und auch was du nicht tust). Aber ich habe einfach das dringlich Bedürfnis gehabt mich von einigen deiner Aussagen abzugrenzen. Damit können wir sicher beide gut leben.
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    schrieb am 21.09.2012 um 15:32
    Der Ansatz ist hier vollkommen falsch, weil das was mein Sufimeister lehrt und sagt kann man gar nicht zu schlimmen Dingen tun, legitimieren.....das einzige was hier passiert, und missbraucht wird, ist z.B dass einige meinen, sie wären nun auch halbe Heilige und ihre Mitmenschen von oben herab behandeln, ausgerechnet was absolut gegen die Lehre der Sufis ist, passiert auch in unserer Gemeinschaft und nicht zu knapp !

    Wieder ein schöner Beweis für das menschliche EGO !

    Wirklich schlimme Dinge gibt es da aber nicht zu legitimieren, weil man sich erst mal die Lehre angucken sollte, und da gibt es keine einzige Stelle die zu irgendwas negativ schlimmen legitimieren würde.
    Es geht IMMER und EINZIG darum das eigene Ego in die Schranken zu weisen um das innere Licht zu erkennen, zu nähren und so zu handeln, kurzum in Liebe und Eintracht mit der Natur und der Schöpfung zu leben, daraus ergibt sich bei den Sufis auch die Nachhaltigkeit mit den Dingen, denn alles was in irgendeiner Weise verletzt, ob es die Natur oder Menschen/Personen sind, versuchen wir zumindest tunlichst zu meiden/unterlassen.

    Natürlich kommt es da auf jeden Einzelnen drauf an, eigentlich sind es nur eine Handvoll Leute, die wirkliich und wahrhaftig mit all ihren Sinnen und ihrem Herzen diesen Weg gehen, die anderen wollen nur sein..

    Zu deinem letzten Satz : Und wie ich damit leben kann, denn das macht doch unsere Welt aus, die Verschiedenheit, wie langweilig wär sie wenn alle gleich denken würden ?!
    Ich wehre mich nur endschieden gegen Äusserungen die man erst dann machen kann, wenn man sie auch wirklich gesehen/erlebt/kennen gelernt hat.

    Wir werden bald ALLE die Wahrheit erfahren, das sagt mir nicht nur mein Sufimeister sondern auch meine innere Stimme, und auf diese konnte ich mich immer schon 100%ig verlassen.

    Schade nur, dass auch die die meisten Menschen nicht mehr hören/merken/spüren, weil sie sich einfach zu sehr aufs Äussere konzentrieren.
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    schrieb am 21.09.2012 um 15:36
    @mouhtaram: wir kommen leider zunehmend vom eigentlichen Thema ab. Es ging hier um ein Interview und eine Buchvorstellung. Gerne kannst du z.B. in deinem eigenen Blog auf Utopia über deinen Sufimeister schreiben, aber hier gehört es unserer Meinung nach nicht hin. Bitte respektiere das.
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    schrieb am 21.09.2012 um 15:41
    utopia :

    Gern, ich respektiere eure Bitte !

    Nichts desto trotz hat diese bevorstehende Situtation auch sehr und gerade mit diesem Thema des Buches zu tun, denn sie ist der Grund warum diese Änderung kommen muss.

    Leider sind die Menschen aber überwiegend an spirituellen Themen, selbst wenn sie das Thema selbst betreffen nicht interessiert, weil sie glauben alles spiele sich nur im materiellen und greifbaren Rahmen ab.
    Der Mensch besteht aber aus Körper und Seele, das erste nähren wir und letzteres lassen wir brach liegen und verkümmern.

    Deshalb sind überhaupt diese Umstände entstanden, die wir auf Erden haben jetzt.
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    schrieb am 21.09.2012 um 23:19
    Da fällt mir noch etwas auf: Ich würde vor dem " Hintern nicht hochbekommen" was doch angesichts so vieler Aktivitäten von Menschen objektiv nicht stimmt,eher den Satz unterstreichen:"Wir wissen genau, dass es so nicht weitergehen kann, aber wir wollen es nicht sehen"..also:"Verdrängung"
    Ich denke, es gibt große Unterschiede zu früheren Generationen, wenn man die ganzen Prozesse der industriellen Revolution betrachtet, und realisiert, wieviel mehr neue sich ständig schnell verändernde Eindrücke heutzutage ein Mensch verarbeiten muss gegenüber einem Menschen aus früheren Generationen.

    Und das verarbeiten an Unmengen von Eindrücken verschiedenster Art hindert ihn auch, was zu tun, denn die klare Sicht fehlt für das Wichtige!

    Noch verstärkt hat sich das für die Generationen seit ich würde sagen den 70er Jahren. Das die Welt so "klein" geworden ist für jeden Einzelnen durch diverse neue technische Errungenschaften, Informationen aus aller Welt, also das sie global so bunt,transparent,erfahrbar und zusammengerückt für jeden Einzelnen wird, setzt sich im Bewusstsein einfach schwerer..
    Morgen ist schon wieder etwas anderes hipe als heute! Die Märkte klicken jeden nur an mit höher, schneller, weiter, neuer! Wie soll bei der Vielfalt Übersicht und Tiefe entstehen.
    So ist "phlegmatisch" für meine Begriffe ein die Realität nicht objektiv beschriebener Zustand. Ich würde unsere Generation eher die nicht erkennende oder verblendete nennen, wenn denn noch mehr AKWs hochgehen würden, wäre "die verstrahlte Generation" eine zweideutig eindeutige Begriffsbezeichnung.

    Bin übrigens auch gespannt auf das Buch und wünsche Claudia eine erfolgreiche Buchvorstellung und viele Denk- und Umsetz-angestoßene Leser.
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    schrieb am 22.09.2012 um 11:02
    Liebe gruenebine,
    das mit der Verdrängung beschäftigt mich immer mehr, weil ich glaube, dass wir dafür einen hohen seelischen Preis zahlen.
    Weil wir immer ein ungutes Gefühl und eine Ahnung mit uns herumtragen, auch wenn sie uns nicht bewusst ist.
    Ich bin sicher, dass es kein Zufall ist, dass das Thema Burnout so zunimmt und ich sehe echte parallelen zwischen dem Planeten, der ausbrennt und uns, die wir immer mehr Stress empfinden und auch ausbrennen.

    Vielen Dank für die guten Wünsche. Ich bin so gespannt.
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    schrieb am 22.09.2012 um 11:34
    Ja, meiner Erfahrung nach kannst du das Prinzip der Verdrängung in jeglicher Form auch im kleineren Kreis finden, und meiner Ansicht nach hat alles mit dem zu schnellen Wachstum der letzten Jahrzente zu tun. Nichts kann sich mehr erholen und "setzen", Blick und seelische Kräfte für wirkliche Übersicht sind blockiert.

    Das zu schnelle Wachstum in den Schwellenländern mit wenig Anpassung an die realen Umweltverhältnisse ist auch ein Problem. Sie holen rasent das nach, was wir Privilegierte in 150 Jahren mit viel weniger Menschen gemacht haben: die Natur ausbeuten ohne direkt an sofortige Regenerationsmechanismen oder das Gleichgewicht der Natur zu denken.

    Ich werde, um nur ein Bausteinchen zu nennen, wütend, und erkenne dieses"Nach mir die Sintflut" Gefühl, weil Kämpfen sich oft als ein "Tropfen auf den heißen Stein" entwickelt, wenn andere Länder AKWs neu bauen, sogar mit unserem Now How ,wo wir sie gerade abschaffen, Deutschland ist keine Oase, die verschont bleibt, nur weil hier umwelttechnisch schon auf mehr Verantwortung und Sauberkeit geachtet wird. Es gibt so viele Bausteinchen...
    nachzutragen: und der größte Witz ist, gute alternative Technologien gibt es längst! Es hapert an der Umsetzung gegen die konventionellen Lobbymächte...
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    schrieb am 22.09.2012 um 12:09
    Deswegen ist mein Garten für mich so wichtig geworden.
    Nach Jahren des Rasens und "Powerns" endlich entschleunigen, in die Erde greifen und warten lernen.
    Hat mich gerettet.
    Ist meine Seelennahrung und Erdung.
    Und Übung in Demut.
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    schrieb am 22.09.2012 um 12:25
    Ja! Sollte ein Muss und Möglichkeit für ganz viele Menschen werden... auch in großen Städten...und ohne viel Geld ...
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    schrieb am 04.10.2012 um 10:20
    Ja, Claudia, ich auch...
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    schrieb am 22.09.2012 um 10:07
    Bin hier bislang nur mitlesend unterwegs gewesen, was sehr interessant und gedankenanstoßend für mich war und ist. DANKE an alle!

    Am meisten staune ich allerdings, wie viel hier geschrieben werden kann über etwas, wovon die Schreiber auf Grund eines bisher lediglich kleinen bekannten Ausschnitts allenfalls den Hauch einer Ahnung erhaschen konnten.

    Da hier aber offenbar so viele zum Teil tiefgründige Gedanken formuliert und zusammengetragen werden, kann man nur jedem, der vorhat, ein Buch zu schreiben, empfehlen, im Vorfeld hier auf dieser Plattform ein Pool für Ideen und Gedanken zum Thema (die gute alte Stoffsammlung) zu installieren.
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    schrieb am 22.09.2012 um 11:04
    Liebe Dagmar,
    da kann ich Dir nur Recht geben. Das ist eine tolle Diskussion mit vielen guten Anregungen!



    Liebe Alle!
    Danke dafür!!!!!
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    schrieb am 22.09.2012 um 21:21
    "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger." ( genialer Titel mMn.:-))
    Frisches aus der arschlochfreien Zone“. Erscheinungstermin ist der 1. Oktober.... von Dieter Moor

    Es tut sich was im Bücherland - gibt das eventuell einen heissen Herbst? Alle, die bisher auf dem Sofa sitzend, konsumiert haben, beteiligen sich an der Weltenrettung. Die Hoffnung stirbt zu letzt.
  • gelöscht am 23.09.2012 um 16:49 von inaktiver User 88571
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 23.09.2012 um 16:51
    !LOB! Kraftvoller Aufschrei und dem-entsprechende Kommentare. Schlüsselsatz für mich u.a. "Denn tief in uns drin hat uns die Ahnung fest im Griff, dass das dicke Ende noch kommt. Und so wie Burnout in meiner Generation zunimmt, so nähert sich auch unser Planet dem Burnout."

    Der Ansatz des Grundproblemes ist auch meiner Ansicht nach, das verdrängte Bewusstsein. Dort ist, wo ich ansetze ebenso aufzeigend, mahnend aber gleichzeitig auch Wege aufzeigend dazu. Ohne verändertes Bewusstsein wird sich gar nichts ändern und die Verdrängung weiter zunehmen. Der Masse ist sich des Ausmasses des fehlenden Handelns nicht einmal klar. Der Aufruf bislang hieß "vorwärts". Ich erkenne ihn umgekehrt, nämlich "rückwärts" zu den wahren Werten, dort wo der Knotenpunkt das wahren "vorwärts".
    Sammeln wir Kraft für verstärkt gezieltes Aufschreien.
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    schrieb am 24.09.2012 um 09:29
    Ich würde nur gerne an den Formulierungen feilen - um ins Bewusstsein von anderen zu dringen, ist es nämlich auch wichtig WIE wir über die uns beschäftigenden Probleme reden.

    Es ist meiner Meinung nach sehr unglücklich, immer von "dem Planeten" zu sprechen - "der Planet hat Burnout" oder sogar "der Planet ist in Gefahr". Wenn wir es uns genau überlegen, sind solche Aussagen absurd, weil der Planet ja unabhängig von uns noch Milliarden von Jahre weiter existieren wird. Das eigentliche Problem ist ja, dass wir die Lebensgrundlagen der an eine gewisse Konstanz der Umweltbedingungen angepassten Spezies auf diesem Planeten, uns eingeschlossen, zerstören (oder negativ verändern), so dass Leben immer schwieriger und damit konfliktbehafteter im Materiellen wie im Sozialen wird.

    Da wir in einem System leben, in dem es normal ist, sich in aroganter Weise auf die Menschen/sich selbst zu konzentrieren, können wir die Masse wohl kaum erreichen, indem wir ständig vom "Planeten" sprechen. Der Planet ist für viele doch nur ein abstrakter Fremder. Wenn wir hingegen sagen, dass es vordergründig um die Menschen geht, um unsere Lebensgrundlage (was nicht heißt, dass wir andere Lebewesen damit ausschließen müssen), dann müsste es denjenigen Menschen, die sich ansonsten von diesen Diskursen abkoppeln, also sie erfolgreich ignorieren, etwas deutlicher werden, worum es geht - nämlich auch um sie selbst und ihre Kindeskinder.
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    schrieb am 24.09.2012 um 10:38
    Ja, ich denke auch, der Planet ist unkaputtbar und es wird immer Lebensformen geben, die mit dem, was wir hier anrichten gut zurecht kommen.
    Nur der Mensch wird halt evt. nicht gut mit dem zurecht kommen, was er anrichtet.
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    schrieb am 24.09.2012 um 13:01
    Hallo ertpol,

    evtl. gibt es da eine kleine Hilfe zum Thema Worte und Formulierungen unter:
    http://www.utopia.de/blog/flagge-zeigen/neues-woerterbuch-schreiben#comment-558289

    Desweiteren ist es auch wichtig die Menschen mit denen man/frau spricht möglichst gut ein zuschätzen. Ein akademisch gebilderter Mensch kann mit solchen Texten und Wörtern, wie sie hier oft gebraucht werden etwas anfangen, ein Arbeiter, eine Verkäuferin, ein(e) Verwaltungsangestellte(r), etc. fühlt sich NICHT angesprochen!

    Bei einem direktem Gespräch, also wo auch Sichtkontakt besteht, spielt das Auftreten eine wichtige Rolle (Kleidung, KÖRPERHALTUNG, Gestik, etc.).
    Besserwisser? Lehrerhaft? Oder Freund?
    Auch ein wichtiges Thema:
    Durch Zeugen überzeugen. Also durch Zeitschriften, durch Prominente, durch anerkannte und beliebte Fachleute.
    z.B.
    Prof. Dr. Harald Lesch - Zinssystem: Das perfekte Verbrechen...
    über Banken:
    http://www.youtube.com/watch?v=FoD4hbQzMZ0
    oder
    LESCH UND WIR - Banken und Skrupel
    http://www.youtube.com/watch?v=uyzbpoY83yU

    Manchmal erreicht man/frau mehr, wenn "Andere" für einen reden, bzw. Dinge aufzeigen und erklären.

    Zum Schluß noch eins:
    Es gibt keine PROBLEME, es gibt HERAUSFORDERUNGEN. Und für jede Herausforderung gibt es immer mehrere LÖSUNGEN.
    (Ich hoffe das war jetzt nicht zu schulmeisterhaft?)
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    schrieb am 25.09.2012 um 16:46
    @Uwe-Sievers:

    ...schulmeisterhaft formuliert, finde ich nur den Schluss - ansonsten vielen Dank für den Link zu dem interessanten Duden der Nachhaltigkeit -, weil ich es zu simpel finde, zu sagen, es gäbe keine Probleme, nur Herausforderungen. Ich gehe doch stark davon aus, dass es Probleme grundsätzlich gibt, und zwar überall dort und dann, wo und wenn sie empfunden werden. Wenn der oder die ein Problem Empfindende es dann versucht zu lösen, ja dann steht er/sie vor einer Herausforderung.

    Wahrscheinlich ist meine begriffliche Diskussion hier aber gar nicht so wichtig. Wenn ich deine Aussage richtig interpretiere, ist sie gar nicht wörtlich zu nehmen, wie ich es oben getan habe, sondern mit einer gesunden Portion Optimismus versehen, der vielmehr - ganz nach Art eines guten Schulmeisters ;-) - zur Tatkraft anregen soll. Die Existenz von Problemen an sich zu leugnen ist also gar nicht deine Absicht, oder doch?
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    schrieb am 24.09.2012 um 12:32
    Und doch, wir tun schon vieles damit unsere Kinder in einer guten (nicht besseren) Welt leben werden können. Und statt anzuklagen finde ich positive Ansätze wichtiger und besser. Als Beispiel möchte ich nur den aktuellen ARTE Zeitschrift Haupttitel zitieren: "Bio kann die Welt ernähren". Ich bin gespannt auf die dazugehörige Sendung am 16.10. von der Journalistin Marie-Monique Robin. Sie behauptet es ist möglich die Welt ohne Einsatz von Pestiziden zu ernähren. Das ist gut und positiv.
    Da fühle ich mich bestätigt darin, dass ich nur mehr Bio Produkte esse.
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    schrieb am 24.09.2012 um 12:39
    Wie EviMariposa richtig schreibt :
    Denn tief in uns drin hat uns die Ahnung fest im Griff ..........

    bloss unser EGO steht uns dabei ständig im Weg !

    Wenn wir beginnen die Schöpfung als solche zu sehen, und zu ehren dann kommt alles andere ganz von selbst.
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    schrieb am 24.09.2012 um 19:07
    danke Mouhtaram, ich hatte lediglich den Text von Claudia dazu nochmals zitiert hervorgehoben, was "..tief in uns drin hat uns..." betrifft. Das finde ich von dir auch gut gesagt "Schade nur, dass auch die die meisten Menschen nicht mehr hören/merken/spüren, weil sie sich einfach zu sehr aufs Äussere konzentrieren." .. naja "kommt alles andere von selbst", dazu bin ich anderer Ansicht... es gehört ständig erarbeitet, aber ich weiß, wie du es meinst. Vieles was heute stimmt, stimmt morgen bereits nicht mehr. Immer wieder von div. Seiten anschauen und prüfen, das meine ich generell, wobei es in allem Grundstrukturen gibt natürlich.

    Ich habe hier das 1. x kommentiert, dies aufgrund des Artikels zu Claudia's Buch, der mich motiviert hat, auch hier mal etwas zu kommentieren, nachdem ich euer aller Kommentare gelesen hatte und empfunden, dass hier sehr wohl sehr reife Ansichten zu finden sind.

    So bitte ich u.a. Ertpol um Nachsicht zu meinen persönlichen Formulierungen und seiner Aussage " Ich würde nur gerne an den Formulierungen feilen"... anfangs hatte ich Claudia's Satz wie bereits erwähnt hervorgehoben, der auch das Wort "Planeten" beinhaltete. In meinem Verständnis, hat sie aber weit mehr als beschränkt "Planet" gemeint. Warum sich also am Wort "Planenten" aufhängen ("können wir die Masse wohl kaum erreichen, indem wir ständig vom "Planeten" sprechen…") sowie "Es ist meiner Meinung nach sehr unglücklich, immer von "dem Planeten" zu sprechen - "der Planet hat Burnout" oder sogar "der Planet ist in Gefahr". Wenn wir es uns genau überlegen, sind solche Aussagen absurd, weil der Planet ja unabhängig von uns noch Milliarden von Jahre weiter existieren wird."... wenn damit vermutich die Welt, Erde und ihre Bewohner gemeint sind oder waren? Wenn wir es uns genau überlegen, dann...geht es um den Kern eines Kontextes, an dem ich eigentlich nichts sah, was zu Kritik aufrief. Aber das ist ja lediglich mein Empfinden.
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    schrieb am 25.09.2012 um 17:25
    "So bitte ich u.a. Ertpol um Nachsicht"... @EviMariposa:

    Nachsicht meinerseits wird absolut gewährt :-) Es war auch weniger persönliche Kritik an der Formulierung, als eine Anregung für die gesamte "Nachhaltigkeitsbewegung" (wenn ich sie so nennen darf) mehr darüber nachzudenken, in welcher Art und Weise wir über Nachhaltigkeit reden und welche unterschiedlichen Konnotationen und Symbolismen unsere Formulierungen möglicherweise enthalten.

    Ein Beispiel: Ich habe schon öfter Geologen kennengelernt, die nicht viel davon halten, etwas gegen den Klimawandel zu tun, weil sie (mit Einschränkung zurecht) sagen, dass sich das Klima über die Erdzeitalter hinweg schon immer verändert habe. Natürlich stimmt das - es gibt nicht "DAS Klima", sondern nur eine ständige raumzeitliche Dynamik des Klimas. Trotzdem ist es strutzeblöd von ihnen, daraus zu folgern, wir müssten nichts gegen den Klimawandel tun, denn wir können ja unter einer zusätzlich angeheizten Dynamik der Klimaveränderungen leiden. Besagte Geologen betrachten also nur "den Planeten", der sich für sie dadurch ausreichend definiert, dass die Erde existiert, und klammern dabei, die Belange der Menschen kategorisch aus. Über sprachliche Abstraktion, wie "der Planet wird immer weiter existieren", gelangen sie dann zu einer Schlussfolgerung (weiterzumachen wie bisher), die - ich sage es gerne nochmal - strutzeblöd ist. Wir, die wir mit einer weiter gefassten Perspektive gesegnet sind - bin ich heute mal wieder arrogant ;-) -, sollten vorsichtig sein, diese Vereinfachung sprachlich zu übernehmen, weil sonst viele Leute mittels dieser allzu sehr vereinfachenden Formulierungen zu noch simpleren Folgerungen gelangen, die der Komplexität unserer Wirklichkeit nicht gerecht werden.

    Dass Du und auch Claudia Langer den Kontext vestehen, der die Formulierung "Planet vor dem Burnout" umgibt, wollte ich also nie in Frage stellen. Ich bin nur der Meinung, es würde der Klarheit dessen, was mit Nachhaltigkeit gemeint ist, dienen, wenn wir auch den sprachlichen Fokus auf die Lebensgrundlage der Menschen richten, nicht auf den Planeten. Und von "Lebensgrundlage" zu sprechen erfordert schließlich keinen großartig komplexeren Gedankengang, als von "dem Planeten" zu sprechen - aber es ist präziser in Bezug auf unser Problem (ein durchschnittlicher Mangel an gelebter Nachhaltigkeit).
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    schrieb am 26.09.2012 um 12:17
    Danke @erpol :) Kann der Beschreibung zu deinen ausführlich geschilderten Gedankengängen gut folgen. >Lebensgrundlage< ist wesentlich treffender ausgedrückt.
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    schrieb am 24.09.2012 um 22:13
    Liebe EviMariposa, das ist nicht nur DEIN Empfinden....sondern da denken wir zwei, so glaube ich sehr gleich !

    Und du hast vollkommen recht : man muss sich ständig mit seinem inneren Schweinehund auseinander setzen, und aufmerksam sein mit allem und dem was man denkt und tut, und das ist es was z.B spirituelle Meister wie unser Sufimeister u.a lehren (um ihn nochmal ganz "ungewollt" ins Spiel zu bringen), aber sie vermitteln eben auch das Empfinden von Liebe für alles Lebende um uns herum.

    Und je grösser die Liebe für die gesamte Schöpfung/alles geschaffene/Natur wird, desto einfacher werden wir es haben weil wir uns dann nicht mehr alles von unserem Ego "vorschreiben" oder einreden lassen.

    Mit LIEBE kommt alles von andere von selbst ....
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    schrieb am 24.09.2012 um 22:16
    Denn Liebe bedeutet auch niemanden verletzen zu wollen ,aber das tun wir indirekt, wenn wir die Natur helfen zu zerstören, oder die Massentierhaltung unterstützen mit unseren Discountereinkäufen etc....um nur einige wenige zu nennen..

    Ganz zu schweigen was wir der kommenden Generation hinterlassen werden, also unseren unschuldigen Kindern, wie Claudia das in ihrem Buch so schön anschreibt .
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    schrieb am 25.09.2012 um 13:52
    Mouhtaram, die Grundhaltung bzw -einstellung ist dieselbe ja und vlt auch das wiederholte Aussprechen, was eine gute Grundhaltung anbelangt. Ich gehe davon aus, dass alle die sich besorgt zeigen, permanent Gedanken machen über die Zustände, möglichen Veränderungshaltungen und Schritte dazu, mit einer liebevollen Grundhaltung generell ausgestattet sind. Ohne das Empfinden zu direkter Besorgnis, fehlt auch der Wille, um tatsächlichen Veränderungen beizusteuern.
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    schrieb am 25.09.2012 um 14:29
    @EviMariposa :

    Danke, ich kann dein geschriebenes hier nur doppelt und dreifach unterstreichen !
    So ist es !
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    schrieb am 26.09.2012 um 12:18
    danke ebenso
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    schrieb am 26.09.2012 um 19:58
    Ich finde ja, "man müsste mal" nach 5 Jahren Utopia endlich vom Fleischkonsum wegkommen. Ist ja schließlich kein Meisterstück, sondern - vor allem in Zeiten wie diesen - eine Selbstverständlichkeit ... - wenn wir noch alle Tassen im Schrank haben ...
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    schrieb am 26.09.2012 um 20:18
    So, so - auf Utopia wird immer noch weiterhin nach Lust und Laune zensiert. Ich habe eine Worthülse zitiert, die Frau Langer selbst in Ihrem Beitrag schreibt: "wenn wir noch alle Tassen im Schrank haben." Interessant, dass in einem Zitat derlei Worte als "Unsachlichkeit" ausgelegt werden. Alles beim Alten hier, gell?

    P. S.:
    Nun staune ich aber - aber danke für's Korrigieren meines (vorher zensierten) Beitrags. Ich meine jedoch. Wenn wir jetzt noch die Anführungsstrichlein ergänzen (so wie es vorher war, was meines Erachtens ein Hinweis auf erwähntes Zitat war), wär's perfekt. Noch einen amüsanten Abend.
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    schrieb am 26.09.2012 um 20:28
    du hast Recht, die "Tassen im Schrank" sind tatsächlich ein Zitat aus dem Artikel. Das hatten wir zunächst übersehen und wir werden es daher auch nicht weiter ausblenden in deinem Kommentar.
    Bedenken haben wir trotzdem weiterhin, wenn Fleischesser pauschal abgestempelt werden. Dir ist klar, dass du damit ca 90% der Bevölkerung abstempelst?

    Update bezüglich des P.S. von ElisaJane2005: Es stimmt nicht, dass dein ursprünglicher Beitrag von 19:58 Anführungszeichen enthielt. Wir haben ihn genauso online gestellt, wie er ursprünglich war.
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    schrieb am 26.09.2012 um 20:39
    2. P. S.: "Anführungszeichen" - ok, mein Fehler. Ich schreibe quasi "blind", weil es z. T. 1 - 2 Minuten dauert, bis die Seite sich aufbaut. Jedenfalls sind wir uns nun bezüglich des Zitats ja einig. [entfernt; Anmerkung Utopia: bitte keine privaten Nachrichten hier diskutieren]
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    gelöscht am 26.09.2012 um 22:10 von Utopia-Team
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 27.09.2012 um 20:27
    @ElisaJane2005:
    Ich finde das gar nicht, ich finde man müsste bewusster und wissender mit Dingen umgehen. Ich finde NICHT, es ist ein Muss, ganz wegzukommen vom Fleischkonsum, sondern das WENIGER! ist ein Muss. Und das denke ich liest man überall bei Utopia und anderswo.
    Es gibt stoffwechselphysiologische Unterschiede beim Menschen, und da gibt es Menschen, die krank wurden, weil sie auf extrem Vegan umstellten!!, für diese Menschen ist es wichtig, AB UND ZU !!, ein bisschen Fleisch zu essen. Und es gibt Menschen, denen die vegane Lebensweise totalst gut tut! Für die ist das natürlich besser.
    Aber das allgemeine alle Gruppen einschließende Verhalten und Credo sollte ein WENIGER!! nicht ein so etwas:
    "Ich finde ja, "man müsste mal" nach 5 Jahren Utopia endlich vom Fleischkonsum wegkommen."
    sein.
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    schrieb am 28.09.2012 um 12:21
    @gruenbine und @utopia:

    Ich finde auch "man müsste mal" vom Fleischkonsum wegkommen. Ich finde auch vom Autofahren und von vielen anderen Dingen. Ich finde aber auch, dass ich als Teil dieser Welt den freien Willen anderer Menschen berücksichtigen muss. Ich finde aber auch, dass ich moralische Urteile über das Denken und Handeln der anderen fällen darf. Ich finde auch, dass ein solches moralisches Urteil 90% der Bevölkerung betreffen darf.

    Ich heiße nicht alles gut, was meine Mitmenschen machen. Auch wenn ich einige Menschen (und einen Menschen ganz besonders) sehr liebe, liebe ich nicht alles was sie tun, z.B. Fleischessen. Sie trotzdem zu lieben funktioniert, weil sie soviel anderes Liebenswertes an sich haben - und es ist mit einer Verdrängungsleistung meinerseits verbunden; der Verdrängungsleistung ebenbürtig, die sie beim Fleischessen machen, wenn sie sich sagen, es ist wichtig Fleisch "bewusst" zu konsumieren. Verdrängt wird der Andere, in dem Fall das ebenfalls leben wollende Tier, ihm wird seine Gleichwertigkeit abgeschrieben, ihm wird seine Existenzberechtigung entzogen zum Zweck des "bewussten Konsums". Das ist auch eine Moral, aber sie ist aus meiner Sicht, nun ja, - böse - und ich habe den Verdacht, dass sie den Menschen auch das Mitgefühl und die Verantwortung gegenüber anderen Menschen und unseren Lebensgrundlagen im Allgemeinen erschwert, so dass ich finde, dass sie dem Ideal der Nachhaltigkeit entgegen gesetzt ist.

    Kurzum: Manche Menschen essen Fleisch, so ist es, und es liegt leider nicht in meiner Macht es zu verhindern! Ich finde diese Praxis trotzdem nicht mit Verantwortung - wie ich sie mir vorstelle - vereinbar. Trotzdem oder gerade deshalb sehe ich meine Verantwortung darin, mich eindeutig davon zu distanzieren.

    Genau das macht auch inaktiver User 44732, indem er sagt, dass er findet, "man müsste mal" - auch bei Utopia - vom Fleischessen wegkommen. Darin liegt keine Abstempelung der Fleischesser_innen, sondern lediglich eine Adressierung - eine Nachricht an sie, dass das, was sie tun, aus seiner Sicht nicht in Ordnung ist. Das ist schlichtweg Kommunikation, keine Pauschalisierung. Das pauschale Urteil, dass Fleischessen generell eine verwerfliche Praxis ist, ist doch ein vollkommen legitimes moralisches Urteil, das ein Mensch vertreten kann, das ist Meinungsfreiheit. Es beeinträchtigt auch nicht die Meinungsfreiheit anderer.

    In unserer in letzter Zeit sehr pluralistisch und handels- und handlungsliberal gewordenen Gesellschaft ist aber leider ein Mangel an moralischer Diskussion. Ich habe aber den Eindruck, dass genau diesen Mangel Frau Langer mit ihrem Buch auch angehen will. Das begrüße ich sehr und sehe auch mit Freude, dass hier eine Menge Diskussion stattfindet. Es liegt in unserer aller Verantwortung, dass zu tun, was nötig und im Rahmen unseres Handlungsspielraums möglich ist, um uns in die Wirklichkeit zu bewegen, die wir haben wollen - das geht nur in wirklicher Interaktion mit und durch Anerkennung des oder der Anderen, auch wenn er oder sie moralische Urteile fällt, die mit den eigenen nicht vereinbar sind (durch Interaktion können sie theoretisch aber miteinander vereinbar werden).
  • gelöscht am 27.09.2012 um 19:50 von Utopia-Team
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 27.09.2012 um 22:55
    Hallo Utopia Team.

    hätte gern gewußt, wann Ihr Beiträge hier löscht und ist es das Team oder ein Einzelner/ Einzelne, die löschen. Und dies hätte ich gerne hier in diesem Forum öffentlich dargelegt

    Geht das!
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    schrieb am 28.09.2012 um 08:04
    Diesem Ansinnen möchte ich mich anschließen und ausserdem die "Löschpraxis" in Frage stellen.
    Beiträge sollten vom Netzwerk nicht gelöscht, sondern nur kommentiert werden. Ich denke, dass die Mitglieder reif genug sind, mit divergierenden Meinungen umzugehen und keine Aufpasser und Zensoren im Hintergrund benötigen.
    Danke!

    Falls diese Löschpraxis weiterhin betrieben wird, werde ich mich genötigt sehen die utopia.de zu verlassen.
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    schrieb am 28.09.2012 um 09:04
    Ich "begleite" Utopia nun schon ein paar Jahre und habe dennoch bloß einen begrenzten Einblick in die sog. Löschpraxis bzw. Umsetzung des Regelwerkes.

    Es macht m.E. keinen - wirklich keinen - Sinn, das Regelwerk innnerhalb eines Themas zu diskutieren*. Es gilt wie überall im Internet das Hausrecht. Die Zulassung von Kritik ist vorhanden und hier auf Utopia erwünscht, aber bitte an Ort und Stelle (siehe einschlägige Gruppen zu diesem Thema) bzw. in interner Diskussion über Persönliche Nachricht oder eMail.

    Der Aufruf zu öffentlicher Darlegung kommt regelmäßig was ihn nicht konstruktiver macht. Die Anspielung auf Zensur kommt gleichermaßen regelmäßig. An verschiedener Stelle stehen auf Utopia persönliche Anfeindungen und Beleidigungen, die niemand beabsichtigt hat, niemand gewünscht hat, die jedoch aus der Situation heraus so entstanden sind. Diese will doch niemand Jahre später - ob kommentiert oder nicht - nachlesen. Woraus ich umkehrt keine übertriebene "Löschpraxis" abgeleitet verstanden haben will. Augenmaß gilt überall.

    Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, im direkten Austausch mit dem Utopia-Team (durchaus wechselnde Ansprechpartner ja nach Themengebiet) wird jegliche Anfrage, Kritik und sei es die noch so belangloseste Rückfrage Ernst genommen und ggf. intern diskutiert, bis es zu einer Entscheidung kommt. Trotzdem muss manchmal schnell entschieden werden, siehe der Sachverhalt oben, der hat sich m.M. aufgeklärt. Zitation ist ein Punkt, den ich selbst öfter ins Spiel bringe, falsche Zitation verursacht Mißverständnisse.

    Mein Rat: wer bewusst grenzwertige Formulierungen verwendet, der sollte sich - wie überall im Internet - eine Kopie bis Bildschirmkopie machen - um spätere Klarheit zu schaffen sowie die Option zur Wiederherstellung zu erhalten.

    Im vorliegenden Magazin-Artikel sind die Emotionen öfter mal hochgekocht, dass dann genauer hingesehen wird und Äußerungen kritischer bewertet werden, ist normal. Insbesondere die Fleischfrage führt auf Utopia mit derselben Regelmäßigkeit vom Vorwurf über die Anklage zur Agitation.

    *Was ich selbst vermeiden wollte, aber manchmal mag es helfen aus Perspektive des Utopisten einen Beitrag zur Wogenglättung zu bringen statt auf das "Machtwort" zu spekulieren. Utopia versteht sich selbst als Gemeinschaft, nicht das Gegeneinander, sondern das Miteinander steht im Zentrum.

    P.S. Back to topic ?
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    schrieb am 28.09.2012 um 09:16
    Danke Robinson, dem schließen wir uns an. Wir sollten hier in den Artikel-Kommentaren beim Thema bleiben. @wimprowin, juwolf: wir melden uns per Email bei euch und geben euch gerne eine ausführliche Stellungnahme. Das ganze jetzt öffentlich zu diskutieren wird nichts bringen, außer dass es sich negativ auf die eigentliche inhaltliche Diskussion zum Artikel-Thema auswirkt.
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    schrieb am 29.09.2012 um 22:10
    Ich habe das Rezensionsexemplar, dass ich vom Verlag bekommen habe jetzt gelesen und auch eine Rezension geschrieben. Darf ich die jetzt schon veröffentlichen und in die Diskussion einbringen oder erst nach Erscheinen des Buchs am 1.10?

    Gruß Martin Schmitz
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    schrieb am 29.09.2012 um 22:30
    Da es schon andere Buchbesprechungen gibt veröffentliche ich dann auch schon mal.

    http://strongwalker.blogspot.de/2012/09/die-generation-man-musste-mal-eine.html
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    schrieb am 01.10.2012 um 02:01
    Jepp, man muss bei sich anfangen was zu ändern.

    Ich weiß nicht, warum man dafür immer ein Buch schreiben muss.

    Lieber versuche ich etwas in meinen Umfeld zu ändern.

    Btw, die Bank meines Vertauens habe ich noch nicht gefunden.

    VG
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    schrieb am 01.10.2012 um 08:34
    Stimme voll zu! Wenn jeder bei sich im Kleinen sein Stück beiträgt, nur dann ändert sich etwas auch im großen Ganzen!
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    schrieb am 01.10.2012 um 12:41
    Hi Babett, kenst du diese vier schon? http://www.utopia.de/ratgeber/gruenes-banken-brevier-alternative-bankinstitute

    Woran genau hakt es denn?

    @Babett und poweruser: Dass sich mit kleinen Schritten das große Ganze bewegen lässt, da stimme ich nur zum Teil zu. Jedenfalls erreichen wir mit strategischem Konsum nur bedingt einen nachhaltigen Systemwandel.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann geht es in dem Buch zwar auch darum, dass die Mehrheit der Deutschen nicht mal die kleinen Schritten geht (effektivste Schritten hier: Bankwechsel, echte Ökostromanbieter, Fleischreduzierung, Konsum- und Müllreduzierung, weniger fliegen und autofahren, Wiederverwertungsstrategien...), aber darüberhinaus müssen auch größere Schritte gegangen werden. Und zwar von jedem im Rahmen seiner Einflussmöglichkeiten (Position, Geld, Netzwerke) und Kompetenzen (Profession und Leidenschaften). Und nicht wenige haben davon viel und tun noch weniger (oder gar nichts) als sie eigentlich könnten oder "müssten".

    Das soll jedoch auf keinen Fall entmutigen weiter bei sich auch im Kleinen anzufangen. Ab einer kritische Masse stößt das weitere Schritte an. Es braucht aber beides, die die an den großen Hebeln ansetzen, und die die es im Kleinen umsetzen, vorleben. Warum darüber ein Buch schreiben? Weil die Autorin es kann und die Mittel hat es zu verbreiten. Und dafür wünsche ich ihr viel Erfolg.

    Gruß Emma
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    schrieb am 01.10.2012 um 09:39
    Claudia Langer hat ja für sich schon einiges geändert, auch wenn Sie sich selbst im Buch mit angklagt. Aber auch Sie ist ja noch keine Vegetarierin und fliegt noch mit Flugzeugen durch die Gegend.

    Von mir aus kann man ja auch ein Buch schreiben. Über die eigenen Zweifel am eigenen Tun und ob das alles reicht. Darüber mag man trefflich nachdenken und schreiben. Nur ob dann die Anklage gegen ALLE das richtige ist? Nur sehr wenige Personen werden am Ende des Buches sozusagen als "Gutmenschen" gelobt. Alle Anderne sind irgendwie noch voll blöde und unvollkommen und

    1 (eine Seite)
    2 (zweite Seite)
    3 (dritte Seite)
    4 (vierte Seite)
    5 (fünfte Seite)

    und schon wieder ein Kind tot....

    Jaaaaa ist verstanden und bekannt... und nun?

    In die Politik gehen und sich mehr Engagieren lese ich bei Frau Langer raus. Und das sollen wir alle man so machen. Na gut...
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    schrieb am 02.10.2012 um 13:02
    Hallo,

    ich habe mir heute das Buch von Claudia Langer gekauft, von dem ich sehr angetan bin, und das ich sehr gut finde. Aber zwei Begriffe habe ich total vermißt. Und das sind die Begriffe Überbevölkerung und Bevölkerungswachstum. Das Allermeiste, das im Buch steht (ich habe es aber bisher nur überflolgen) kann ich voll und ganz unterschreiben. Mein großes Aber ist jedoch: selbst wenn man alle positiven Ansätze völlig selbstlos und perfekt umsetzt kommt unsere Mutter Erde halt trotzdem nur mit einer bestimmten Anzahl Menschen zurecht. Und diese Anzahl ist nach Meinung von Experten bereits erreicht, wenn nicht überschritten. Deshalb muß, auch in Hinblick auf die Kinder der Welt dieses Thema zumindest angesprochen werden. Ganz einfach ausgedrückt, wenn die Menschheit so weiterwächst wie bisher nützen uns alle übermenschlichen Anstrengugen nichts. Wir fahren trotzdem gegen die Wand! Warum hört man von diesem Thema so wenig? Ich denke viel darüber nach, aber ich verstehe es einfach nicht. Für mich ist es ähnlich wie wenn man in einem lecken, sinkenden Boot sitzt, und alle schöpfen wie wild, aber keiner kommt auf die Idee das Leck zu stopfen. Ich kapiers einfach nicht! Wenn ihre eine Antwort darauf wißt, ich bin sehr gespannt.

    Herzliche Grüße, Albetinus.
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    schrieb am 02.10.2012 um 14:07
    Ja, das ist ein echtes Problem.
    Selbst wenn sich der Anteil der Weltbevölkerung, der sich sehr ressourcenfressend verhält, um die Hälfte (fiktiver Wert) einschränken würde, dann gäbe es noch ein Problem, wenn der Anteil der Bevölkerung, der jetzt weniger als diese Hälfte beansprucht, auf diesen Wert aufstocken würde.

    Und wer will schon sagen, NEIN IHR KRIEGT UNSEREN LEBENSSTANDARD NICHT?

    Vielleicht redest Du mal mit dem Pabst bezüglich Verhütung.
    Was anderes fällt mir auf die Schnelle auch nicht ein...
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    schrieb am 03.10.2012 um 10:18
    ...naja, viele Kinder zu haben ist eigentlich weniger eine religiöse oder kulturelle Frage, als eine wirtschaftliche bzw. eine der Armut.

    Wenn Kinder noch ein wirtschaftlicher Überlebensfaktor sind, weil sie mit auf dem Feld oder mit am Steinbruch arbeiten können (und doch weniger Nahrung verbrauchen als Erwachsene) und weil sie später mal eine gewisse Altersvorsorge sind, anstelle einer staatlichen Rente, dann lohnt es sich eben rein ("betriebs-"/familien-)wirtschaftlich welche zu machen (volks- oder globalwirtschaftlich aber nicht).

    In "westlichen", reichen Ländern ist das meist umgekehrt. Kinder sind ein finanzieller Klotz am Bein. Das heißt, wir können uns weniger materielle Dinge und Dienstleistungen kaufen, wenn wir noch ein Kind mehr zu versorgen haben. Deshalb haben Menschen in den reichen Ländern eben 1,3 Kinder statt 4 oder 8.

    An sich wäre das mit 1,3 Kindern ja aus Gründen der Sparsamkeit auch gut so (aber 2 auch völlig in Ordnung), wenn nicht die restlichen finanziellen Ressourcen meist in einen hohen Lebensstandard investiert würden (Flugreisen, ein oder zwei Autos, Haus bauen, pervers-geiler Fernseher, etc.), der natürlich in aller Regel mit Nachhaltigkeit nich viel zu tun hat.

    Meine Schlussfolgerung: Ohne staatliche finanzielle Absicherung werden Kinder in armen Ländern weiter ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein; ohne globale finanzielle Umverteilung werden die armen Länder keine soziale Absicherung etablieren können und wird die Überbevölkerung nicht gestoppt werden, ohne globale finanzielle Umverteilung werden die meisten Menschen in den reichen Ländern ihr Geld weiter in hohen, nicht nachhaltigen Lebensstandard investieren. Vielleicht reden wir mal mit dem Papst bezüglich eines globalen bedingungslosen Grundeinkommens, finanziert durch die Kirche. Vielleicht würde ich dann - ganz pragmatisch - am Ende sogar noch gläubig werden :-)
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    schrieb am 03.10.2012 um 11:35
    " wirtschaftlicher Überlebensfaktor"

    Gilt das wirklich in den armen Ländern noch heute in so hohem Maße?

    Kann ich mir gar nicht vorstellen.
    Wenn es so einfach wäre, die Mäuler zu stopfen und familienwirtschaftlich mehr bei rauskommt, als es kostet, dann würde das ja bedeuten, daß keine echte Not herrscht.

    Solange es nicht mal möglich ist, die Kinder mit dem lebensnotwendigsten Essen zu versorgen, geht die Rechnung doch eindeutig nicht auf.

    Ich denke, es fehlen einfach die Alternativen.
    In Brasilien hat sich diesbezüglich viel geändert in den letzten Jahren.
    Und ausgerechnet die ekligsten Ami-Soaps waren der Auslöser.

    Sie zeigen den Frauen alternative Lebensentwürfe:
    bildung und Arbeiten statt Kinder kriegen und dann ist auch Geld für den pervers-geilen Fernseher da.
    Mit all den Folgen, die eigentlich global nicht wünschenswert sind.
    Aber das Beispiel zeigt, das es sehr schwierig ist, Änderungen zu bewirken, weil man nie weiß, in welche Richtung genau die sich entwickeln.

    "Vielleicht reden wir mal mit dem Papst bezüglich eines globalen bedingungslosen Grundeinkommens, finanziert durch die Kirche"
    Hähä...dann wäre der Pabst vermutlich schnell bereit, Verhütung zu propagieren.
    Wann fahren wir los? Nach Rom...meine ich? ;-)
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    schrieb am 03.10.2012 um 14:05
    Ich würde auch mit nach Rom fahre, wenn es um das globale bedingungslose Grundeinkommen geht.

    Aber um nochmal auf das Bevölkerungswachstum zu kommen. Was mich wirklich wundert ist die Tatsache,daß es in den Medien praktisch nicht stattfindet. Ja, wenn man danach googelt findet man schon Sendungen mit Harald Lesch oder Scobel, aber wenn man es mal damit vergleicht wie häufig in den Medien die Klimaerwärmung und der CO2 Ausstoß behandelt wird ist es für mich eigentlich unfaßbar, wie wenig das Bevölkerungswachstum thematisiert wird. Der einfache, aber sehr folgenreiche Zusammenhang, daß mehr Menschen halt auch mehr CO2 produzieren wird nicht hergestellt. Das will mir einfach nicht in den Kopf. Natürlich ist das Problem der Überbevölkerung sehr schwer zu lösen, genau wie das Problem des CO2 Ausstoßes. Aber über das eine wird diskutiert, es finden Konferenzen statt, man überlegt sich Lösungen, aber das ander scheint in den Medien praktisch nicht zu existieren. Woher kommt das?
    Heinz Haber, der früher viele populärwissenschaftliche Sendungen gemacht hat bezeichnete die Überbevölkerung als größtes Übel der Menschheit. Wenn die Erde ein Organismus wäre hätte sie die Krankheit Krebs. Und dieser Krebs ist der Mensch. Warum? Weil sich Krebs in erster Linie durch ungezügeltes Wachstum auszeichnet. Dieser Vergleich ist nicht von mir sondern soweit ich weiß von Heinz Haber.
    Man muß aber ein Problem zunächst einmal erkennen und ihm die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen, bevor man es lösen kann. Warum sieht offenbar fast niemand die Tragweite dieses Problem? How can you sleep while the beds are burning?
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    schrieb am 03.10.2012 um 14:46
    Also ich kann jetzt nicht sagen, dass das "niemand" thematisiert. Haben wir doch gerade erst in diesem Jahr die 7 Mrd.-Marke überschritten, das war doch ziemlich prominent in allen Medien kann ich mich erinnern. Liegt viell. aber auch an meinem Job, das mir das auffällt.

    Wenn ich das Stichwort Weltbevökerung bei "Ecosia" eingebe, bekomme ich jedenfalls so einige Treffer mit jüngeren Berichten aus den Medien.

    Andererseits können wir das Thema Bevölkerungswachstum auch nicht wirklich gleich behandeln wie z.B. Klimawandel. Denn wie könnte da eine politische Lösung aussehen? Ein-Kind-Politik? Zwangssterilisierung? "Selektion"? Ich musste gerade an Aldous Huxley's "Schöne Neue Welt", wo Menschen keinen Sex mehr haben und stattdessem Soma zur Befriedigung einnehmen und Nachkommen mit guten Genen im Reagenzglas gezeugt werden. Monsanto & Co. sind ja schon da....

    Die Berechnungen für die Prognosen von Weltbevölkerungsentwicklungen sind im übrigen nicht ganz unpoblematisch. Manche sagen 12 Mrd ist die Grenze, andere sagen 10 Mrd. wieder andere 15 Mrd. Mit diesen magischen Zahlen wird viel gespielt und spekuliert, einige Unternehmen bekommen da leuchtende Augen, bei all den potentiellen Konsumenten.

    Das Weltbevölkerungswachstum hat viele Aspekte. Z.B. dass die durchschnittliche Lebenserwartung höher und die Kindesterblichkeit niedriger geworden sind. Und das finden die meisten ja wahrscheinlich auch gut so. Die Pharmaindustrie freut's auch. In Einigen Ländern und Regionen wächst die Bev. schneller in anderen geht sie zurück. Beides hat Auswirkungen, positive wie negative. Interessant sind die Bevölkerungsstrukturen, also die Zusammensetzung (jung, alt, status, etc.) Die gilt es zu thematisieren. Und wird ja auch. s gibt ganze Forschungseinrichtungen dazu (Stichtwort: Bevölkerungsgeographie).

    Die wirtschaftlichen, aber auch kulturellen Aspekte Kinder zu bekommen sind ja schon genannt worden und spielen auch heute noch eine nicht unerhebliche Rolle, insbesondere da wo die soziale Absicherung durch staatliche DIenstleistungen fehlen. Das wurde ja schon angeführt. Nicht zu vergessen, dass es wohl auch einfach an einem Arterhaltungtrieb liegt, dass auch Menschen sich grundsätzlich fortpflanzen. Dass wir darüberhinaus als Individuen entscheiden können, da mitzumachen oder eben nicht, ist eine besondere Freiheit. Nach Rom würde ich schon mitfahren, dem Papst hätte ich auch einiges zu sagen...

    Wie dem auch sei, das Thema rührt an naturgegebenen, kulturellen und wirtschaftlichen Grundfesten. Ich sehe aber nicht, dass das deswegen tabuisiert wird. Ich kann deine Skandierungsansinnen zwar nachvollziehen. Das Ziel für eine Handlungsanweisung an die Gesellschaft oder Politik gerichtet ist aber auch etwas schwierig zu formulieren. Zumindest wenn diese lauten sollte "Kriegt weniger Kinder".... Das würde die Probleme der Welt nicht so einfach lösen, und in einigen Regionen noch verschlimmern, je nachdem welche Dimension wir da betrachten (psycholog., sozial, kulturell, wirtschaftl....).
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    schrieb am 03.10.2012 um 20:38
    Es ist ein schwieriges Thema mit vielen Aspekten, das stimmt auf jeden Fall. Und ein Patentrezept gibt es nicht, da sind wir uns einig. Die Aussage <Die Berechnungen für die Prognosen von Weltbevölkerungsentwicklungen sind im übrigen nicht ganz unpoblematisch. Manche sagen 12 Mrd ist die Grenze, andere sagen 10 Mrd. wieder andere 15 Mrd.> in dem Posting von emmaradio möchte ich aber kommentieren. Wir müssen ja, wie auch andere schon erwähnt haben davon ausgehen, daß alle Menschen den Anspruch auf einen gewissen Lebensstandard haben. Und wir Deutschen sind ja bekanntlicherweise nicht so resourcenhungrig wie die Amis. Wenn wir jetzt aber davon augehen würden, daß jeder Erdenbürger so viel verbraucht wie einer von uns wäre das Ende der Fahnenstange schon jetzt erreicht. So realistisch muß man einfach sein. Und welche Auswirkungen bereits 7 Milliarden Menschen die meist durchaus bescheidener wie wir leben auf die Erde haben sehen wir ja.
    Heinz haber meinte dazu 1990: "Nach meinen Überlegungen und Berechnungen kann unser "Raumschiff Erde" etwa eine Milliarde Menschen tragen. Eine größere Zahl von Menschen beginnt, eine Verschmutzung für unsere Erde zu werden. Zwei Milliarden sind noch zu ertragen, vier Milliarden sind furchtbar, heute sind wir fünf, werden demnächst sechs und zehn Milliarden Menschen auf der Erde sein. Das kann nur eine Katastrophe geben."
    Ich sage nicht, daß das meine Meinung ist.

    Aldous Huxley sagte übrigends auch: "Das Problem der Überbevölkerung, ungelöst, wird all unser anderen Probleme unlösbar machen."

    Na ja, ich freue mich daß wohl doch mehr Menschen über dieses Thema nachdenken, als ich dachte. Und ich bin über eine sehr interessante Webseite gestolpert, die mir auch Hoffnung macht:
    http://www.weltbevoelkerung.de
    Darin findet man wirklich sehr interessant Informationen und Ansätze. Es tut sich wirklich was, und es wird auch gezeigt, wie man etwas verändern kann, ohne das Selbstbestimmungsrecht der Menschen zu verletzen. So eine Ein-Kind-Politik wie in China will wohl keiner von uns. Aber es gibt andere Möglichkeiten.

    Auf der Seite von von weltvevoelkerung.de ist übrigens so einen aktueller Bevölkerungszähler. Der rattert ganz schön. So über den Daumen sind es pro Sekunde 3 Menschen mehr, die auf der Welt leben.
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    schrieb am 03.10.2012 um 21:25
    Hallo Albertinus,

    danke, das ist eine wirklich informative Seite, die viele Aspekte anspricht.

    "Eine der Ursachen für das starke Wachstum ist der beschränkte Zugang zu Aufklärung und Mitteln der Familienplanung. Viele Frauen bekommen dort mehr Kinder, als sie es sich wünschen, da sie oft keinen Zugang zu wirksamen Verhütungsmitteln haben."

    Ja, ich denke auch, das hier das Hauptproblem liegt und weniger im Wunsch, sich im Alter abzusichern.
    Für die Mädchen, die mit 10 Jahren verheiratet werden und mit 20 schon sechs Kinder haben, ist die Frage der Altersversorgung vermutlich weniger akut...

    Verhütung hätte ja viele positive Wirkungen: z.B. mehr Selbstbestimmung für die Frauen, Schutz vor Geschlechtskrankheiten u.s.w.

    Sicher ist der Zugriff auf Verhütungsmittel nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Gesinnungsfrage.
    Denkt doch nur mal dran, wie verpönt das bei uns noch vor ein paar Jahrzehnten war.
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    schrieb am 03.10.2012 um 23:42
    Das Thema Bevölkerungswachstum steht letztlich immer im Hintergrund. Selbst wenn wir das fast Unmögliche schaffen und jedes Jahr weltweit 1% effizienter werden bei allem, was wir tun wird das sofort wieder von einem Bevölkerungswachstum von 2% und einem globalen Wirtschaftswachstum von 4 bis 5% mehr als aufgezehrt. Wie total bescheuert dieser Wachstumsirrsinn ist wird klar, wenn man die Zahlen einfach mal für 100, 200, 500 und tausend Jahre in die Zukunft rechnet. Und als Spezies werden wir global exakt das erleben, was andere Spezies die Ihre Beute dezimieren oder Ihr Weideland kahlgefressen haben auch. Es ist das alte Bierhefe Beispiel von Karl Amery. Ein paar technische Tricks retten uns nicht vor den grundlegenden Naturgesetzen. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wie die Welt zu den Zeiten aussieht, an denen die hübschen logistischen Kurven für das Bevölkerungswachstum abflachen und dann von einer kontinuierlich steigenden Kurve in eine Schwingung übergeht.
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    schrieb am 04.10.2012 um 00:25
    Ich bin ja begeistert, dass ich schon so viele Mitfahrer_innen nach Rom habe! Da bekommt der Papst ja einiges zu hören.

    @emmaradio: Danke für den ausführlichen und sehr differenzierten Überblick! In deinem Kommentar fiel ja auch das Stichwort "Bevölkerungsgeographie" und deine Perspektive wirkt auf mich ebenfalls sehr geographisch. Sind wir etwa Berufsgenossen (oder wie ich das nennen soll), falls die Frage nicht schon zu privat ist? - würde mich jedenfalls freuen.

    @Maria_L: Maria_L schrieb: "Ja, ich denke auch, das hier das Hauptproblem liegt und weniger im Wunsch, sich im Alter abzusichern." - Da hast du sicher recht und ich möchte meine Aussage ein bisschen korrigieren: Ich denke zwar, dass Kinder unter bestimmten Umständen ein Wirtschaftsfaktor und eine Altersvorsorge sein können, aber das ist sicherlich nicht das Hauptproblem bzw. nur ein Aspekt unter vielen, der für Überbevölkerung relevant ist. Entscheidender ist dann schon eher, dass in den armen Ländern einfach soziale Absicherung durch den Staat fehlt, was ja auch dazu führt, dass sich Paare mit allem anderen nur nicht mit Verhütung beschäftigen, ganz zu schweigen von der Finanzierung der Verhütung.

    An der Stelle sind wir wieder beim globalen bedingungslosen Grundeinkommen und bei "uns", also den Menschen in den reichen Ländern (ich würde sie auch ganz gerne die "Fehlentwicklungsländer" nennen, weil hier ebenso Entwicklung notwendig ist, wie in den so genannten Entwicklungsländern, um hier mal als Rächer dieser ungerechten Terminologie aufzutreten). Tja, man müsste mal....
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    schrieb am 04.10.2012 um 13:59
    Ein aktuelles Beispiel ganz in unser aller Nähe, das die Komplexität des Aspekts "Bevölkerungsentwicklungen" verdeutlicht: Heute startet der erste Demografie-Gipfel (=Gipfel zur Bevölkerungsentwicklung) in Berlin. Thema: Demografischer Wandel in Deutschland - Wir werden Älter und Weniger. Was folgt daraus für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

    ein kurzer Beitrag auf Deutschlandradio: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/10/04/dlf_20121004_1314_eac818f2.mp3

    ..und auf Radio Bremen: http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/audio97256-popup.html

    Politik und Gesellschaft fangen gerade erst an eine Haltung gegenüber einer definitiv Älterwerdenden und z.Z. noch schrumpfenden Bevölkerung zu entwickeln. Die Entwicklungen der kommenden 30 Jahre gelten als einigermaßen gesichert, jetzt geht es um Gestaltung. Konkret geht es um die Zukunft sozialer Grundsicherungs- und Versorgungssysteme, von Arbeitsmarktstrukturen, von Mobilität in der Stadt und auf dem Land. Diese Entwicklungen sind keineswegs nur mit Sorgen behaftet sondern bieten auch Chancen für eine vielleicht solidarischere Gesellschaft, wenn die Themen behutsam und partizipativ angepackt werden.

    Nachtrag: Diese Ausgangssituation in Deutschland schafft jedenfalls einen gewissen Planungspielraum, den Kommunen mit explosionsartigem Bev.wachstum beispielsweise kaum noch haben. Letzere müssen umgehen mit u.a. der Expansion urbaner Räume oft einhergehend mit der Ausdünnung ländlicher Räume, informelle Siedlungen, Verlust von Naturräumen (so es die noch gibt), extreme Unterschiede in der Ausstattung mit Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen, etc. Die regionalen Herausforderungen und Chancen sind entsprechend unterschiedlich zu bewerten. Allgemeingültige Empfehlungen zum Weltbevölkerungswachstum kann es hier also nicht geben.
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    schrieb am 04.10.2012 um 14:21
    "Diese Entwicklungen sind keineswegs nur mit Sorgen behaftet sondern bieten auch Chancen"
    Das glaube ich auch.
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    schrieb am 02.10.2012 um 15:15
    zur information:

    http://www.youtube.com/watch?v=WHMyf6J6xlg&feature=player_embedded

    und ich möchte schon sagen, dass WIR uns sagen müssen - diesen Lebensstandard dürfen wir uns nicht mehr leisten, bevor andere nicht mehr können.

    ....wie hieß nur das Buch.... man müsste oder sollte.
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    gelöscht am 03.10.2012 um 12:34 von inaktiver User 88571
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 04.10.2012 um 09:45
    Zum Thema Weltbevölkerung:
    http://www.weltbevoelkerung.de/

    Die Grundherausforderung besteht meines Erachtens nach in der Bildung aller Menschen.
    Eine möglichst umfassende Allgemeinbildung und eine möglichst große Herzensbildung sind der Schlüssel zu einer friedlichen und gerechten Welt.

    Da haben wir noch viel zu tun, sehr viel!
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    schrieb am 04.10.2012 um 09:51
    Weißt du was eine "möglichst umfassende Allgemeinbildung" für alle Menschen (=Weltbevölkerung) kostet ? Wir haben noch nicht mal eine einfache Schulausbildung für alle diese Menschen ! Die ist schon gar nicht in Sicht.

    Solche Ansätze halte ich für unrealistisch, so wünschenwert sie sein mögen. Utopisch ? Ja in bestem Sinne, ich wüsste aber gern wie der erste Schritt einer allgemeinen Schulbildung erreicht werden soll.

    Ohne diese Basis bleiben alle weiteren Bildungsmaßnahmen Wunschdenken. Auf dieser Basis wären die Menschen in den betroffenen Ländern wenigstens in der Lage zu partizipieren, egal ob für den eigenen Lebenslauf oder in Beteiligung an politischen Prozessen für die Durchsetzung der "höheren" Bildungsstrukturen.
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    schrieb am 04.10.2012 um 10:03
    Ja, das ist ein wirklich großer Brocken mit der Bildung.
    Vor allem, wenn man sieht, daß auch in den westlichen Ländern der Bildungsstandard zurück geht.

    Oder wie soll man das interpretieren, daß Romney nun die Nase vorne hat?
    Und bei uns die Merkel?

    Was will man da von anderen Ländern erwarten.

    Das sind dann die Punkte, wo mein Pessimismus die Überhand bekommt.
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    schrieb am 04.10.2012 um 10:55
    Für Robinson:
    Ich stelle mir die Frage nach der Ursache eines Themas und der Lösungsmöglichkeit.
    An Syntomen "herum zu doktern" ist reine Zeitverschwendung, es lohnt keinerlei Mühe!!

    Wenn die Lösung der Grundherausforderung auch noch so unglaublich zu sein scheint, ziehe ich diese Arbeit vor, es geht darum das Richtige zu tun, auch wenn es aussichtslos erscheint. Mit der Zeit wird sich vieles verändern:
    Z.B.
    Die o.g. Stiftung ist 1991 vom Unternehmer Erhard Schreiber ( http://www.schreiber-awatec.at/index.htm ) gegründet worden, dazu kam später Dirk Rossmann.
    Es steht die Hilfe zur Selbsthilfe durch die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen im Vordergrund der Stiftungsarbeit.

    noch ein Beispiel:
    15. September 1971: Eine kleine Gruppe von Friedensaktivisten des Don't Make a Wave Committee macht sich mit der Phyllis Cormack auf den Weg zu den Aleuten-Inseln. Vor der Küste Alaskas wollen sie einen US-amerikanischen Atomtest verhindern. Für die Aktion finden die Organisatoren einen Namen, der das Programm der Expedition verdeutlicht: Green + Peace = Greenpeace.
    Seit Ende der sechziger Jahre sind Irwing Stowe, Jim Bohlen und Paul Cote in der Friedensbewegung aktiv. Über ihr gemeinsames Engagement gegen die US-amerikanischen Atomtests lernen sich die Mitbegründer von Greenpeace kennen. In Vancouver gründen sie mit weiteren Frauen und Männern das Don't Make a Wave Committee, die Keimzelle von Greenpeace.
    http://www.greenpeace.de/ueber_uns/geschichte/die_gruender/

    Meinen kleinen bescheidenen Beitrag zur "Hilfe zur Selbsthilfe" an unserer Welt, an uns Menschen, etc. kann man/frau ab ca. Feb. / März 2013 unter
    www.wiys-beratungen.de sehen und bei Bedarf nutzen.
    Hier ein Link zur Information über "walking in your shoes"
    http://www.wiys.de/

    Das ist das was ich tun werde, um meinem Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.
    Das ist das was ich leisten kann und auch will.

    Was Du willst und kannst und was Du machst, das bleibt Dir überlassen. Wenn es für Dich das Richtige ist, dann mache es.
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    schrieb am 03.10.2012 um 12:37
    was wir auch tun, es ist im gesamten gesehen eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein und dennoch ist es unerlässlich, dass wir versuchen uns jeden Tag noch mehr dazu anzustrengen, vor allem was das Konsumverhalten anbelangt.

    ergänzend informativ:
    http://kurier.at/wirtschaft/4513334-jean-ziegler-hunger-ist-ein-verbrechen.php

    "Was haben die Spekulationen auf den Rohstoffmärkten mit dem Hunger zu tun?
    Die Tigerhaie, also die großen Hedgefonds und Spekulanten, sind von den Finanzmärkten auf die Agrarrohstoffmärkte umgestiegen und machen dort astronomische Profite. Der Preis für Mais ist in den letzten Monaten um 63 Prozent gestiegen, Reis um 43 Prozent, die Tonne Weizen hat sich verdoppelt ..."

    http://www.youtube.com/watch?v=VpI72GiucYY&feature=share&list=PL39476073340EAF35
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    schrieb am 04.10.2012 um 00:14
    Da in der privilegierten Position, tagtäglich nach Anzeichen von Bewegung suchen zu können, die vielleicht hilft, Kapitalismus Geschichte werden zu lassen, sehe ich in Cladia Langers Unbehagen am kapitalistischen Alltag Besserkonsumierender natürlich ein Hoffnungszeichen. So wie die Occupy-Bewegung immerhin die Möglichkeit andeutet, dass Marx Perspektive der AUFHEBUNG des Widerspruchs zwischen dem (WELT-)GESELLSCHAFTLICHEN Charakter des Produzierens und der PRIVATEIGENTÜMLICH bornierten Aneignungsweise (also die Frage nach neuen weltgesellschaftlichen Formen der Aneignung) für zunehmend viele Mitmenschen zumindest in den Bereich des Ahnbaren gelangt.

    Frage mich aber, was am Ende gewonnen ist, wenn dem Satz "man müsste mal" nun ein "wir sollten aber unbedingt" beiseite gestellt wird. Die auf der Buchpräsentation vernommene Beschwörung deutscher Tugenden, CLs Sorgen um Überbevölkerung und Staatsverschuldung (die ja nur die Kehrseite des Überflusses an privateigentümlicher Verfügungsgewalt ist) zeigt zwar, wie weit die Verzweifung am Kapitalismus inzwischen gesellschaftlich reicht, (was auch Hoffnung macht) aber ein paar strategische Überlegungen wären schon notwendig.

    Etwa daheingehend wie der in Rio beschlossene Prozess zur Formulierung von Nachhaltigkeitszielen bis 2014 kritisch begleitet werden könnte, oder wie sich UmFAIRTeilen (mittels Richensteuer) kombinieren ließe mit einer ökologischen Reform der Mehrwertsteuer und der Welthandelsorganisation WTO. Also Maßnahmen, die dazu führen, dass Raubbau (also nicht nachhaltige Produktion) wenigstens nicht länger am Markt bevorteilt wird.

    Gruß vom Topisten, der dem Buch trotzdem viel Erfolg wünscht


    Siehe auch: http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2012%2F09%2F29%2Fa0208&cHash=b0db84eadd0150baa2aa4de4b32734c2

    http://www.taz.de/!102565/

    PS. Als äußerst unbefriedigend empfand ich die während der Buchpräsentation gegebene Antwort auf die Frage nach einer politischen Perspektive. Man erfuhr lediglich dass CL kein Fan von CR (Claudia Roth) ist, und dass CL nicht weiß, wen sie wählen sollte.

    Da müsste CL mal genauer hinsehen. Warum den strategischen Politikkonsum nicht zumindest ähnlich angehen wie den strategischen Konsum von Möbel- oder Bauhausprodukten - meinetwegen mit einer Changemaker-Manifest für Bundestagsparteien.
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    schrieb am 04.10.2012 um 00:45
    @topist: UmFAIRteilung ist auch ein Thema, das mich sehr beschäftigt.

    Hier eine überhaupt nicht ausgearbeitete und noch nicht gut durchdachte Idee (vielleicht sogar eine Schnapsidee), aber immerhin eine Idee:

    Ich würde mein Einkommen vollkommen transparent machen und auf einer Website eines zu gründenden Vereins, erstens, offen legen, wieviel genau ich verdiene und, zweitens, sagen wir ca. 30-40% meines Einkommens (ist jetzt eine willkürlich rausgegriffene Spanne, die zu diskutieren wäre) dort zur Verfügung stellen. Und zwar jedem/jeder Beliebigen, der oder die das gleiche auch tut. Die Summe der Selbstbesteuerung wird dann fair durch die Beitragenden verteilt. Allen ist dabei klar: Wer mehr als der Durchschnitt verdient, wird, wenn er diesem Verein beitritt, Geld verlieren; wer weniger hat, wird gewinnen. Aber alle sind der Überzeugung, dass es so, angesichts der weltweiten strukturellen Ungleichheit, nur gerecht wäre, und dass es neben Geld ja auch noch andere Dinge zu verlieren und zu gewinnen gäbe. Könnte das - oder besser: sollte das - Wirklichkeit werden?
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    schrieb am 04.10.2012 um 12:42
    Gemeinsam sind wir stark!
    Wenn wir unser Ziel einer besseren, gerechteren Welt erreichen wollen, dann sollten wir uns nicht gegenseitig niedermachen!! Wir sollten uns auf unser gemeinsames Ziel konzentrieren und uns gegenseitig unterstützen!!
    Keiner der Anwesenden ist perfekt geboren worden ODER? Ich jedenfalls nicht.

    Vergleichen wir das Ganze mal mit einem 1000 Meterlauf.

    Das Ziel ist eine gerechte, friedvolle Welt.
    Der Start ist die aktuelle Situation, ALLE Menschen sind am Start.
    Wie sieht dann das Ganze aus??

    Viele Menschen bleiben stehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
    Einige Menschen tun alles dafür, das diese Menschen möglichst lange stehenbleiben und sie sind auch bemüht die Menschen, die bereits losgelaufen sind zu behindern.
    Dennoch gibt es auch SEHR VIELE Menschen, die schon ein ganz schönes Stück vorwärts gekommen sind. Der Eine mehr, der Andere weniger. Auch dafür sind die Gründe vielfältig.

    Was bringt nun eine möglichst große Anzahl an Menschen ins Ziel?
    Gegenseitige UNTERSTÜTZUNG und gegenseitiges MUTMACHEN
    oder
    ist es besser die Menschen, die evtl. hinter mir sind zu kritisieren, zu fragen warum sie immer noch nicht so weit sind wie man selber??

    Eine freundliche Kommunikation mit Tips zum besseren Laufen und eine Aufmunterung hier und da ist für mich persönlich die weitaus bessere Variante!

    Ein 1000 Meterlauf ist auch garnicht so einfach. Man/frau ist enormen Streß ausgesetzt, die "Stationlautsprecher" tun auch alles dafür, uns zu entmutigen.
    Dann sind wir ja nicht nur 1000 Meterläufer, sondern auch noch Vater oder Mutter, Arbeiter oder Angestellter, etc.
    Haben also auch noch außerhalb des 1000 Meterlaufes noch viele Dinge im Kopf und zu erledigen.
    Hinzu kommen noch solche Gefühle, wie z.B. die Angst. Die Angst davor evtl. selbst einen Krieg miterleben zu müssen, oder die eigenen Kinder. Gründe für solche Ängste gibt es genug.
    Überstreßt sein macht uns aggressiv. Hilft uns das ??
    Meine eindeutige Antwort NEIN.

    Was hilft uns also?
    - das WIR-Gefühl
    - Mitgefühl
    - Weitergabe von Wissen
    - positive Beispiele
    - Tips zum selber besser werden
    - ...
    Was fällt EUCH ein, für einen gemeinsamen ERFOLGREICHEN 1000 Meterlauf?
    Speicherplatz ist genug vorhanden, also los ran an die Tasten, meine lieben Freunde.
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    schrieb am 04.10.2012 um 13:48
    Frieden als 1000 Meter Lauf ? Diese Ziel vergleiche ich lieber mit einem Geländelauf, dessen Ziel einzig in GPS-Daten vorgegeben ist.

    (1) Die meisten laufen erst gar nicht los, weil sie nicht einig werden wie die Daten zu interpretieren sind.

    (2) Die Aktivisten laufen blind los wie aufgescheuchtet Hühner, sie befürchten Beschuss von hinten und wollen sich absetzen und IRGENDETWAS tun, Hauptsache es/sie/wir bewegen uns.

    (3) Viele schauen sich in die Augen und suchen Gleichgesinnte, es bilden sich Grüppchen, diese beratschlagen sich und kommen zu eigenen Gruppen-Regeln, welche Zielrichtung, welche Hindernisse zu erwarten sind, welches Tempo für alle machbar ist. Ob und wann sie dann tatsächlich loslaufen, hängt von vielen Faktoren ab. Das gründliche Diskutieren könnte spätere Diskutieren an Wegscheiden ersparen. Oder die Kraft zum Aufbruch nehmen, die Neigung erhöhen lieber zu bleiben und sich zu orientieren, ein Auseinderfallen von Gruppen und Neuordnungen nehmen mit der Zeit zu. Bis sich diese zurückgebliebenen Gruppen irgendwann nicht mehr voneinander unterscheiden.

    (4) Die noch einzeln Herumstehenden zögern, zweifeln, sehen in ihren Rucksäcken nach und glauben nicht an die Chance, das Ziel je erreichen zu können: auf ein paar GPS-Daten soll ich loslaufen, ohne Gewißheiten, ohne Sicherheiten, ohne Taschenlampe ? Ein paar von ihnen finden sich zusammen und planen die Nacht am Lagerfeuer zu beratschlagen. Morgen kann man ja weiterschauen.

    (5) Die Intellektuellen/Seelsorger des Geistes beobachten die Szenerie und entdecken ihr Mitgefühl für die Sorgen und Nöte der Gestrandeten bereits vor Antritt der Reise. Sie nehmen sich ihrer an, denken aber mitnichten daran, selbst den Weg zu bestreiten. Man hat ja genug hier zu tun, am Start, es gilt die Sorgen und Ängste wahr- und ernst zu nehmen, das Lagerleben zu koordinieren, eine Stelle für den Beauftragten für Friedensforschungssuchende einzurichten, das will finanziert werden, da müssen Gelder beantragt werden, da müssen Studien über den Verlauf der Aktion angestellt, da müssen Podiumsdiskussionen ganz nahe dran an den Betroffenen organisiert werden, Berichte geschrieben und ... Jahre später über die Entwicklung des Ganzen nachgefragt und -geforscht werden.

    (6) Die Esoteriker laufen jedenfalls los, sie deuten die GPS-Daten als "Zeichen", identifizieren am Himmel, am Sonnen- wie am Schattenstand die beabsichtigte Richtung, die vermeintliche Wasserquelle für die Erfrischung, wo sie ggf. eine Person der Gruppe zurücklassen, um spätere Gruppen in die richtige Richtung zu weisen. Unbedacht des Umstandes, dass diese Quellen-Meister niemals am Ziel angekommen sind, ihnen genügt die Wasserquelle und die vorbeireisenden Suchenden um zu weisen. Immerhin haben sie selbst es zu dieser ersten Quelle geschafft.

    (7) Die Altgewordenen auf dieser Friedenssuche sagen, niemals hätte sie den Zielort, den Frieden gefunden, und behaupten, es gäbe ihn gar nicht. Die Suche sei umsonst, der Weg dahin zwar spannend und aufschlußreich gewesen, man müsse dort bleiben, wo es einem gefällt, man eine Familien gründen und versorgen könne.

    (8) Die Weisen, die die Aufgabe verstanden haben, befinden sich auf allen Wegstrecken, am Start, am Wasserloch und im Dickicht. Sie beobachten die Läufer und warten darauf angesprochen zu werden, um zu helfen. Nicht jeder Reisende sucht wirklich das Ziel. Manche haben sich einer Gruppe angeschlossen, um nicht alleine bei den Zweiflern zu bleiben. Aufbruch statt Abwarten hätte sich besser angehört, also sei man mit. Man müsse vielleicht gar nicht das Ziel suchen, sondern sich entscheiden, welche Art von Reise oder welche Art von Stellungnahme man der Zielformulierung entgegensetzen kann. Die Weisen enthalten sich solcher Antworten, sie geben keine neuen Zielpunkte vor, sie loben nicht für das Erreichte oder raten zum baldigen Aufbruch. Sie hören zu und versuchen die Fragen zu verstehen und dem Fragenden zu verdeutlichen, welche Fragen noch offen sind.

    Bestimmt habe ich viele Typen unterschlagen, der Platz und die Leserschaft zwingt zur Kürze, welche Art von Friedenslauf mir persönlich vorschwebt, sollte jedoch nachvollziehbar geworden sein. Unter Ausblendung des sozialen und kulturellen Gedächtnisses, wie wir es kontinuierlich mit uns herumtragen und weitergeben, der Friedenslauf als 1000 Jahre Lauf wäre eventuell angebrachter, um der tatsächlichen Situation näher zu kommen.
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    schrieb am 04.10.2012 um 15:17
    Uwe Sievers schrieb.

    "Wenn wir unser Ziel einer besseren, gerechteren Welt erreichen wollen, dann sollten wir uns nicht gegenseitig niedermachen!! "


    Hat hier irgendjemand irgendwen niedergemacht?
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    schrieb am 06.10.2012 um 01:22
    Vielleicht gibt es beim GPS Lauf noch eine Gruppe 9 die los läuft und gemeinsam alle anderen in die Irre führt, damit einer der ihren zuerst im Ziel anlangt. Der verlangt Maut von jedem, der durch das Ziel will, mit Ausnahme der Mitglieder aus der eigenen Gruppe (von der natürlich einige als Weise und andere als Quellenmeister getarnt waren). Den durstigen Läufern wurde das komplette Geld abgenommen und unter den Läufern der "Gruppe 9" aufgeteilt. Diese kaufen damit alle Getränke am Ziel und es herrscht endlich Frieden, denn die nach Wasser lechzenden Läufer bekommen nur etwas zu trinken, wenn sie sich friedlich verhalten... Oh - und wie sich herausstellte gehörten einige der Organisatoren des Rennens ebenfalls zur Gruppe 9. Neben Ärger herrscht über deren Motivation allseits große Verwunderung.
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    schrieb am 06.10.2012 um 09:34
    Ja, meine "Geschichte" über den Friedenslauf ist notwendigerweise fortzuschreiben, es kommen ja kontinuierlich neue Menschen nach, die sich auf Startposition einfinden. Es gibt Irrungen und Wirrungen, wie auf einer Theaterbühne, Mitspieler finden Gefallen an Rollen, die frei werden, das Wetter, die Götter, Legenden und Mythen spielen in das Geschehen hinein, es kommt zu persönlichen und gruppenbezogenen Krisen bis zu gewaltsamen Konflikten und neuen Zeiten der Besinnung und Sinnsuche.

    Frieden als Zielmarke ist für mich nicht vorstellbar, ebenso wenig wie eine "nachhaltige Welt" als erstarrter Zustand. Die Menschen sind erfindungsreich, sie tüften, sie erfinden und stellen dabei die unglaublichsten Sachen an, ob zum Positiven für die Mitmenschen und die Umwelt muss sich erweisen. Der Umgang jedoch miteinander, Kritikfähigkeit und Mitarbeit an beschworenen Zielvorgaben bildet uns Menschen aus, prägt unser soziales Leben und wirkt zurück die Motivation weiter zu machen, den Widrigkeiten unterwegs oder am Ruhe-/Start- und sogar Zielpunkt (ob Frieden im Herzen oder Nachhaltigkeit in Praxis) nicht in Stasis zu verfallen, sondern aktiv die Welt um uns herum zu sehen und anzunehmen.

    Eine leistungsorientierte Betrachtung von großen Zielen betont das Leistungsvermögen, trainiert einseitig auf Geschwindigkeit, "Performance" und vernachlässigt andere, wichtige menschliche Eigenschaften auf dem Friedensweg bzw. solchen Wegfindungen, die mehr brauchen als einen Tag oder ein Jahrhundert. Und die Generationen kommen nach, erfinden sich neu, durchleben die gleichen Störfaktoren von Pubertät und Hormonsteuerung, Entdecken ihren Ehrgeiz, die Abgründe menschlichen Denkens, die Leichtigkeit und den flow-Effekt im guten wie im schlechten Verhalten.

    Über solch übergreifende Zielvorstellungen nachzudenken, benötigt m.M. einen sehr langen Atem. Den jeder für sich einüben muss, falls wir verstehen oder bloß ahnen wollen, warum sich andere Menschen so schwer damit tun, in ihren jeweiligen Lebensphasen, in ihren zum Zeitpunkt der Aufgabenstellung wie -bewältigung anders gesetzten Prioritäten.

    Was in meinem o.g. Geländelauf verschwiegen wurde: von wem kam die Aufgabenstellung, wer gab die Daten durch ? Beherrscht jemand das Spiel, findet es auf mehreren Spielfeldern statt, ist GPS ein Koordinatensystem, das Bestand hat und in zukünftigen Generationen (falls das Spiel so lange braucht) noch verfügbar ? Sollten wir uns auf unserem Weg ins Dickicht Marken setzen, die Welt planieren bzw. einebnen, um die Weitsicht zu erhöhen, Flüsse u.a. Gefahrenstellen begradigen, weil zu viele Mitstreiter verloren gingen ? Die wilden Tiere töten oder Zoos als Lehranstalten für die noch nicht Aufgebrochenen einrichten ? Für die Weisen ein Umschulungsprogramm auflegen, weil sie die Spieler zu lange vom Spiel abhalten, auf diese Weise die Gruppenstabilität unterwandern und so gefährliche Berufswünsche bzw. Rollenwechsel fördern ?

    Vom 1000 Meter Lauf über Gelände-, Marathon-, Ultramarathonlauf bis hin zum generationen umspannenden Jahrhundert- und Jahrtausendlauf wachsen sich die Spielregeln aus und erfordern ganz neue Beobachteraufgaben und "Niederschriften" über den Spielverlauf. Monumente aus vergangenen Zeiten stehen uns heute zur Verfügung, sie stehen für den Zwischenstand von Spielergebnissen, wir besuchen sie als Touristen, diese Wegmarken aus früherer Zeit haben Kriege und Naturkatastrophen überdauert.

    Ob es unsere Bücher und Datensicherungen ebenfalls schaffen, zukünftigen Generationen wertvolle Hinweise über "das Spiel" zu geben ?
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    schrieb am 06.10.2012 um 00:40
    @ Uwe Idee und Robinson: schon mal vorab, bin noch am Lesegenießen... Kommentar ist einfach nur mega cool, kaum zu toppen gut, Robinson....!! Ich finde solche bildsequenzreichen Darstellungen sehr wichtig, um Inhalte nicht nur zu bereden, sondern vielleicht etwas Power in Köpfe und Beine zu zaubern...

    Und so ganz nebenbei: die GPS (8)Weisen können nicht alle sein, aber ein paar mehr davon wär doch schön!
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    schrieb am 06.10.2012 um 03:48
    Na das läuft doch alles ganz prima. Claudia Langer bräuchte sich eigentlch keine Sorgen machen
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    schrieb am 04.10.2012 um 14:22
    ...und dann dachte ich, es geht ums Verändern ums tun, um zu bündeln, "schlagkräftig" zu werden, auch um den anderen zu lassen, den anderen annehmen!
    Oder?
    ...ums debattieren, sich darstellen, heraus heben, den anderen zurecht weisen, vom anderen zu fordern, zu unterlassen?
    Oder? Interpretiere ich falsch, fühle ich falsch?
    Oder?

    Es gibt Lichtblicke - für mich - in diesem Forum. Da gibt es Leute, die bringen Vorschläge, ob ausgegoren oder nicht.
    Große Klasse und danke!
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    schrieb am 04.10.2012 um 15:23
    "...heraus heben, den anderen zurecht weisen, vom anderen zu fordern, zu unterlassen?"


    ?

    Was und wer ist gemeint?
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    schrieb am 04.10.2012 um 16:34
    Als ich den TItel zuerst las dachte ich flüchtig an die taoistische Philosophie des Wu Wei. Das "Nicht Tun". Das ist in gewisser Weise das Gegenteil von "Man müßte mal". Wenn wir es genau betrachten, geht es weniger darum, Dinge zu tun, als Dinge zu unterlassen. Es ist (wie jeder hier weiß - ich weiß) unsere ständige Aktivität, die massiv zu den Problemen beiträgt von denen wir hier alle reden - oder die sie überhaupt er verursacht. Das Herum-sausen, Geld verdienen, Fort-bilden (wohin?) und tausend Freizeitaktivitäten... Man müßte weniger müssen. Man müßte weniger das Gefühl haben, ständig etwas müssen zu müssen - weil eigentlich muß man es gar nicht...
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    schrieb am 04.10.2012 um 23:05
    Mein Gedanke geht eher dahin, soviel wie möglich Tun- Müssen gerne zu tun. Was meint, wenn ich nicht empfinde, dass das, was ich tue, unangenehmes Müssen und Stress ist, bin ich hochleistungsfähig, motiviert und aktiviert. Wenn ich aber zugeballert mit man-müsste-mal Stressoren konfrontiert bin, in falschen Filmen stecke oder mich von der Negativität der Gesellschaft anstecken lasse,lechze ich nach dem Wu Wei. Das Wu Wei halte ich für "Pause-Tun--Snacks" als konstruktiv, aber allgemein ist jegliche Bewegung die man gerne macht, ob geistig oder körperlich, doch am erstrebenswertesten.
    Es ist schwierig auch unangenehme Dinge als "gerne machend" zu empfinden, aber auch diese Einstellung kann man mit Bewusstheit zumindest üben!
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    schrieb am 05.10.2012 um 12:24
    Ich kämpfe seit langem mit der Interpretation von "Wu Wei". Es heißt ja auch "geschehen lassen", wobei es dann wenig hilfreiche quasi Koan gibt wie "was tut der Fluß, um zu fließen?" Aber gemeint ist wohl nicht, sich einfach "dem Strom", aka der Schwerkraft, den Ergebnissen passiv zu überlassen, sondern gemäß seiner innersten Natur eben natürlich zu reagieren. Aber bevor man mir wieder Worthülsen Phrasendrescherei vorwirft: schwierig erst herauszufinden was die eigene Natur ist. Mancheiner sieht uns als natürlichen Homo Ökonomikus, der in allem und jedem seinen wirtschaftlichen Vorteil sucht (glaube ich keine Sekunde). Nietzsche sieht uns als das undefinierte Tier. Ich kann nur sagen, daß ich nicht dafür gemacht bin, Dinge zu verkaufen, die ich nicht verkaufen will (bin da völlig unbegabt), oder dafür 8 bis 10 Stunden vor einem Computerbildschirm zu sitzen (was ich im Grunde seit Jahrzehnten aber tue). Aber Obstbäume pflegen fühlt sich sehr natürlich an. Oder Solaranlagen auf Dächer schrauben. ;-). Und mit Freunden komplizierte Probleme diskutieren - möglichst in einer lauen Sommernacht bei einem Glas Wein. Oder mit meinen Kindern im Meer zu schwimmen - sowas scheint mir in der Natur des Menschen zu liegen. Jedenfalls in meiner. :-)
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    schrieb am 05.10.2012 um 13:25
    Ja, ich würde dir nie Phrasendrescherei vorwerfen, ich finde deine Kommentare gut und differenziert!
    Im Prinzip ergänzt das meinen Ausdruck des: Dinge gerne tun. Wenn ich Dinge gerne tue, bin ich im Fluß!
    Man muss sich beschäftigen mit dem Wu Wei, der Ausdruck" Nicht Tun" impliziert ja erstmal, bewegungslos zu werden, was aber doch damit nicht gemeint ist. Es ist eher gemeint, die Bewegung der Stressoren , also kräfteraubende ungerne nicht der eigenen Natur entsprechende Dinge abzustellen und zu fühlen , was absolute Aufmerksamkeit in dem Moment heißt. Erstmal nur bewusst zu fühlen ohne schlechtes Gewissen für das: man müsste dies und das.
    So ordnet sich der eigene Geist selbst wieder und entwickelt spontan in Freiheit ohne Druck Bewegung.
    Das dann Bewegte Tun ist das fließende Gerne-Tun! oder wie du schreibst:
    "...seiner innersten Natur eben natürlich zu reagieren"
    Nur machen das so wenige Menschen bewusst.
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    schrieb am 05.10.2012 um 09:06
    "geht es weniger darum, Dinge zu tun, als Dinge zu unterlassen"
    Ja, das ist richtig.
    Da muß ich an mir auch ständig arbeiten.
    (Alleine der blöde Ausdruck zeigt schon die Problematik ;-))
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    schrieb am 04.10.2012 um 17:06
    Wer nicht müssen will, sondern tun können möchte, gucke sich doch mal den Film "Kulturimpuls Grundeinkommen " an:
    http://www.kultkino.ch/media_player_grundeinkommen/index.html
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    schrieb am 04.10.2012 um 17:12
    Warum heißen Re_GIER_ungen Re_GIER_ungen? Ein Projekt in Namibia, das Menschen aktivierte und Diebstahl wegen Hunger zurückgehen ließ:
    http://www.az.com.na/lokales/big-in-namibia-ein-ernchterndes-kapitel-deutscher-entwicklungshilfe.126464.php

    Und die Menschen werden von den Re_GIER_Enden ausgebremst...
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    schrieb am 15.10.2012 um 15:44
    Ich bin Claudia Langer regelrecht dankbar dafür, dass sie dieses Buch geschrieben hat. Ich stehe bei allem Bemühen um ein nachhaltiges Leben immer wieder an dem Punkt, an dem ich denke: Macht das jetzt wirklich Sinn, wenn ich als Einzelperson an weiteren Stellschrauben in meinem Leben auf "nachhaltig" umstelle. Und für genau diese Momente ist das Buch gut. Es ermutigt dazu weiterzumachen, auch wenn es manchmal anstrengend ist. Weiterzumachen, auch wenn man belächelt wird. Weiterzumachen, auch wenn man beschimpft wird. Ich empfehle es uneingeschränkt als Mutmacher.
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    schrieb am 17.10.2012 um 20:40
    Ich bin ein leidenschaftlicher Podcast-Hörer und habe gestern eine Sendung gehört, bei der der Trucker und Journalist (finde ich ehrlich eine tolle Kombination) Jochen Dieckmann aus seinem Berufsleben erzählt.. Er hat auch ein Buch geschrieben: "geschlafen wird am Monatsende". So, und was hat das nun mit Utopie zu tun? Mir sind die Haare zu Berge gestanden als er erzählt hat wieviel km ein reguläres Frühstück auf dem Buckel hat. Da werden Kartoffeln zum Waschen nach Polen gefahren etc.. Die Erzählung dieses Hirnrisses ließe sich beliebig fortsetzen. Kurz gesagt geht es um Subventionen. Es gibt in Deutschland ca. 800 000 aktive LKW Faher, die meist schlecht bezahlt sind. Das heißt: Die Kosten die unterschiedlichsten Güter, ob sinnvoll oder nicht durch die Gegend zu karren sind sehr gering. Hauptsache irgendwelche Unternehmer verdienen Geld damit.
    Und noch was anderes. Vor kurzem war doch die Durchfallwelle. Als Erreger hat man den Norovirus ausgemacht. Die Erdbeeren stammen aus China. Mal ehrlich, die haben sie doch nicht mehr alle. Muß man die Erdbeeren aus China herkarren? Muß man das ganze Jahr Erdbeeren essen? Und ich habe erfahren daß bei Tiefkühllebensmitteln offenbar keine Pflicht besteht das Herkunftsland zu deklarieren. Der leckere Spinat kann also ebenfals aus dem Reich der Mitte stammen. Und als Kunde weiß ich nichtmal welchen CO2 Rucksack irgendwelche Lebensmittel oder sonstige Waren mit sich rumschleppen. Ich finde, das gehört deklariert. Vielleicht läuft da ja schon was in der Richtung. Bin nicht so voll im Thema. Aber mein Traum vom Glück wäre es, wenn man bei den Inhaltsangaben auch lesen könnte, wieviel CO2 in die Luft gepustet wurde bis die Ware erzeugt und im Laden ist. Daß man das nicht ganz genau ausrechnen kann weiß ich, mir würde eine ungefähre Zahl reichen. Dann hätte ich als Verbraucher ein Entscheidungskriterium. Das müßte doch machbar sein. Diese Zahlen wären mit Sicherheit heufig ziemlich erschreckend.
    Ich hoffe ich renne offene Türen ein und die Sache ist ein ganz alter Hut und schon lange am laufen.
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    schrieb am 17.10.2012 um 21:36
    Ja offene Türen findest Du hier bestimmt.
    Zum thema Subventionen:
    Insgesamt umfasst der EU-Agraretat jährlich mehr als 50 Milliarden Euro - Deutschland zahlt rund neun Milliarden Euro ein und erhält 5,4 Milliarden Euro zurück.
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/agrarbsubventionen104.html
    Agrarsubventionen: Großkonzerne kassieren ab
    Die deutschen Großkonzerne haben im vergangenen Jahr Agrarsubventionen in Millionenhöhe erhalten - wie im Jahr zuvor kassierten die Firmen die höchsten Agrarbeihilfen der Europäischen Union (EU). Am meisten Geld überwies die EU dem Münchner Baywa-Konzern, der rund 13,4 Millionen Euro erhielt. Das geht aus einer neuen Liste der Subventionsempfänger hervor, die die Bonner Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlichte.

    Damit machten die Subventionen, die zwischen Mitte Oktober 2009 und Mitte Oktober 2010 an den Baywa-Konzern flossen, rund ein Fünftel seines Gewinns aus: Das Mischunternehmen erwirtschaftete eigenen Angaben zufolge im Jahr 2010 einen Gewinn von 66,8 Millionen Euro, der Umsatz lag demnach bei 7,9 Milliarden Euro.
    Südzucker, RWE und Bayer bekommen EU-Geld

    Der größte deutsche Milchkonzern Nordmilch erhielt rund neun Millionen Euro EU-Unterstützung. Nordmilch verzeichnete eigenen Angaben zufolge 2009 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Europas größter Zuckerhersteller Südzucker wiederum bekam rund 2,7 Millionen Euro von der EU. Das Mannheimer Unternehmen erwirtschaftete in seinem Geschäftsjahr 2009/2010 nach eigenen Angaben unterm Strich 276 Millionen Euro. Der Umsatz betrug demnach 5,7 Milliarden Euro.

    Auch der Energiekonzern RWE erhielt EU-Subventionen. Sie beliefen sich auf insgesamt 514.000 Euro. Der Leverkusener Chemieriese Bayer bekam für seine Immobilientochter Bayer Real Estate den Angaben zufolge 135.000 Euro Direktzahlungen.
    http://wirtschaft.t-online.de/agrarsubventionen-grosskonzerne-kassieren-ab/id_46052220/index

    Wäre doch auch gut, wenn auf jedem Produkt die Höhe der Subvention für das jeweilige Produkt drauf stehen würde. Sind ja schließlich die Gelder der Steuerzahler, also auch der Konsumenten, die dann das Produkt kaufen.
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    schrieb am 18.10.2012 um 14:12
    Hallo Uwe!

    Ich hätte nichts dagegen, wenn auch noch die Höhe der Subventionen auf den Waren stehen würde. Aber ehrlich gesagt wäre mir die CO2 Angabe in Gramm wesentlich wichtiger. Ich könnte einfach mehr damit anfangen. Und ich denke es geht vielen "einfachen" Konsumenten so. Wenn ich vor der Wahl stehe für die gleiche Menge eines Lebendsmittels einen wesentlich höheren Preis zu zahlen oder nicht finde ich die Größe der CO2 Rucksäcke sehr hilfreich. Dann kann ich entscheiden, ob die Differenz für mich den Preisunterschied rechtfertigt.
    Und mit offene Türen einrennen meinte ich, ob entsprechende Gesetzesvorlagen schon auf dem Weg sind. Ich bin da nicht so sicher. Der Großteil der Industrie wäre davon mit Sicherheit nicht begeistert.
    Um nochmal auf die Erdbeern aus China zurückzukommen. Ich finde es ganz besonders erschreckend daß es in der Öffentlichkeit einfach als ganz selbstverständlich hingenommen wird daß die Erdbeeren aus China stammen.
    Darüber daß die Kinder davon Brechdurchfall bekommen gibt es einen berechtigten Riesenaufschrei, aber daran daß ein solches Konsumverhalten dazu führt daß wir die Zukunft unserer Kinder ruinieren nimmt niemand Anstoß.
    Mich würde jetzt wirklich interessieren ob irgedwie geplant ist bei allen Waren den CO2 Rucksack zu deklarieren. Ich fände das wirklich sehr hilfreich.
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    schrieb am 18.10.2012 um 18:39
    Hallo Albertinus,

    den CO2 Rucksack zu deklarieren hat bestimmt schon jemand mal geplant. Entscheident ist ob er in die Nähe einer Umsetzung jemals gelingt. Lebensmittel werden leider Zurzeit über Konzerne gehandelt, bzw. eingekauft.

    Leider entscheiden sich zu wenige Verbraucher auf einen regionalen Wochenmarkt, oder in einem Bioladen einzukaufen. Es besteht auch die Möglichkeit der Selbstversorgung, oder kleine andere Lebensmittelproduzenten zu unterstützen.

    Wenn es ein Verbraucher ernst meint, mit seinem Konsum, dann hat er Möglichkeiten so zu handeln, wie er das für richtig und/oder vertretbar hält.
    Leider ist die Produktpropaganda sehr groß und mächtig.
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    gelöscht am 18.10.2012 um 21:59 von topist
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 18.10.2012 um 21:54
    >Muß man die Erdbeeren aus China herkarren?

    Ja, das muss das Cateringunternehmen - solange nämlich wie

    * Erdbeeren aus China unschlagbar billig sind,

    * die staatlichen Vorgaben für das Schulessen nicht an Kriterien einer
    nachhaltigen Entwicklung geknüpft und für das Schulessen nicht mehr
    Geld zur Verfügung steht also solange nicht mehr Steuermittel
    eingenommen und dafür beteit gestellt werden (können)

    * Bücher gefragt sind, die einem individualistischen "Man müsste mal"
    ein scheinkollektives "Wir sollten aber endlich" entgegenhalten, von politischen
    Kampagnen, ökologische Steuerreform usw. aber nichts wissen wollen

    Es spricht alles für ein am Ende weltgemeinschaftliches Nachhaltigkeitsmanagement als Basis des Weltwirtschaftens UND für jeden Zentimeter in diese Richtung gegangenen bzw. möglich gemachten Weges.

    http://blog.zeit.de/china/2012/10/12/chinas-gewaltiges-erbeeren-geschaft/

    Dort heißt es u.a.

    80 Prozent aller in der Nahrungsindustrie verbrauchten Erdbeeren aus der Volksrepublik. Ein Großteil des Apfelsaftkonzentrats in Deutschland stammt ebenso aus China wie Dosenmandarinen, Knoblauchknollen und Blattspinat. Chinas westliche Grenzregion Xinjiang hat sich bereits seit einiger Zeit zum weltweit zweitgrößten Tomatenproduzenten gewandelt und ist weltgrößter Hersteller von Ketchup und Tomatenmark. Das Reich der Mitte ist inzwischen größter Obst- und Gemüseproduzent.

    Mit gut gemeinten Apellen an das individuelle Kaufverhalten wird da nicht viel gehen.


    .
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    schrieb am 19.10.2012 um 07:17
    Zu ergänzen wäre noch, solange die Eltern nicht mal bereit sind, für das Schulessen 50Cent mehr auszugeben.

    http://www.ag-schulverpflegung.de/downloads/12-spiegel-0130.pdf
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    schrieb am 19.10.2012 um 21:44
    Ein sehr guter Beitrag im Spiegel.

    19 % Mehrwertsteuer aufs Schulessen, 7 % auf Hundefutter. Das zeigt doch: UTOPIA MÜSSTE MAL für eine ökologische Reform der Mehrwertsteuer eintreten (die dann auch helfen könnte, die in Deutschland für ein Schulessen guter Qualität zusätzlich nötigen 2 Milliarden Euro aufzubringen).
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    schrieb am 22.10.2012 um 12:38
    @Topist: Stimmt. Das verursacht wirklich alles Hirnkrämpfe. Die Anreize sind vollkommen aus der Bahn gelaufen. Erdbeeren aus China, weil es sich z.B. mehr lohnt, in D Energiepflanzen anzubauen - und der Strom wird dann als Ökostrom verkauft. Die ganzheitliche Betrachtung sieht mal wieder völlig anders aus.

    Interessant ist allerdings, daß China trotz der großen Bevölkerung anscheinen in der Lage ist, Überschüsse zu erwirtschaften, ohne daß es zu großen Hungersnöten kommt. Das wird kaum so bleiben. Und dann stehen wir da und müssen auf unseren Feldern wieder Kartoffeln und Erbeeren selber anbauen statt Pflanzen für die Synfuel und Strom Produktion.

    19% MwSt auf Schulessen - 7% für Business-Übernachtungen im Hotel? Sehe ich das richtig?

    @Maria: Habe das ebenfalls erlebt auf einer Elternrats-Sitzung - da wurde um Cents gefeilscht und gemault wegen einer moderaten Erhöhung der Kosten für das Schulessen. Dabei ist für 2,5 Euro kaum damit zu rechnen, daß das Essen hochwertigen Ansprüchen genügt. Und die Grundschule unserer Kinder ist in einer sogenannten bessergestellten Gegend - das ist kaum jemand arbeitslos oder verarmt. Die lautesten Meckerer fuhren mit dem SUV nach Hause. Außerdem: zumindest bei uns in NRW ist das Schulessen gestaffelt bezuschusst, und wer z.B. Kinderzuschlag erhält braucht gar nichts zu bezahlen. Wer mehr bezahlen muß ist somit zwangsläufig immer auch der, der mehr hat.

    Ein anderes Thema ist die Frage: was passiert denn dem Importeur der vergifteten Erdbeeren? Geht der 10 Jahre in den Knast für fahrlässige massenhafte Körperverletzung von Kindern? Oder muß er 200 Millionen Schadenersatz bezahlen, wie das in den USA für einen solchen Fall realistisch wäre? Nein? Solange bei falschen Anreizen die Risiken erwischt und abgestraft zu werden extrem gering sind, wird sich da wenig ändern, und es besteht die Gefahr, daß höhere Kosten nicht zu besserer Qualität sondern lediglich zu höheren Gewinnen bei den "Dienstleistern" führen. Vielleicht wären hier Strukturen auf der Basis gemeinnütziger Vereine eine Lösung (der Träger unserer OGS ist z.B. ein solcher
    Verein). In unserem alten Kindergarten in Marburg hatten wir Essen nach Demeter Standard, und die Kinder durften selber mitkochen. Aber das ist natürlich die totale Ausnahme.
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    schrieb am 22.10.2012 um 12:58
    Zwischenrein mal ein Beispiel, daß es auch anders geht.
    Ich war gestern bei einer Messe von dem Unternehmerinnen-Netzwerk, dem ich auch angehöre.
    Die hat in einer Montessori-Schule statt gefunden, hier:
    http://www.montessori-kaufering.de/index.php?id=98

    Wie schaffen die das mit dem Preis?
    Bei 4 Tagen/Woche Verpflegung beträgt der Monatsbeitrag 48.00 Euro.
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    schrieb am 22.10.2012 um 20:27
    >19% MwSt auf Schulessen - 7% für Business-Übernachtungen
    > im Hotel? Sehe ich das richtig?

    Ja. Und sollte UTOPIA deshalb nicht mal initiativ werden für eine ökologische Reform der Mehrwertsteuer? Und müsste UTOPIA den politische Parteien nicht sowieso einmal ein paar utopische Fragen stellen? Die nächsten Bundestagswahlen kommen bestimmt.
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    schrieb am 22.10.2012 um 12:49
    Es passt auch zu diesem Thema.
    Ich hab diesen Film vor Monaten bei einer Veranstaltung zu einer anderen Nahrungsmittelproduktion gesehen und möchte alles tun, dass er die Chance zur weiteren Verbreitung erhält.
    Ein kurzer Trailer und die Unterstützungsmöglichkeit findet ihr unter:

    http://www.startnext.de/voices-of-transition

    Nur wenn wir den örtlichen Alternativen zum Durchbruch verhelfen, werden sich die globalen Beziehungen verändern.
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    schrieb am 28.10.2012 um 17:29
    Hallo Frau Langer,

    ich kenne Ihr Buch nicht, aber ich denke, dass der Frust, dass sich nichts ändern/zu ändern scheint, sehr tief sitzt. Das allerdings hängt mit denen zusammen, die mit ihrem Geld die Geschicke dieser Gesellschaft lenken. Wenn die nicht wollen und da kann es in unserer breiten Gesellschaft so viele Menschen geben, die etwas verändern wollen, wird es nicht klappen. Schauen Sie sich unsere Stromkonzerne an und wie sich gegen die Alternative zu wehren wissen. Einige Wenige haben alles in der Hand. Allerdings und da denke ich anders, muss man alles verballhornen und vor allem genusssüchtig machen. Auf Schweiss, Blut, Lebenserfüllung, auf Genuss, der geteilt wird. Der Genuss am Feierabend, der auch mal da ist. Die Einreissung der sozialen Grenzen, des Teilens ist wichtig; der Verhältnisse von Einnahmen zueinander. Es reicht aus, wenn einer 10 x soviel wie ein normaler Arbeiter verdient. Der Rest wird gespendet.
    Einfach Obdachlosen zuhören, sie in ihren kleinen Schritten bestärken, damit man sozialen Frieden schafft. Schauen Sie sich an zu was die Steuersparerei geführt hat. Wir, das gemeine Volk, werden 60% der eingezahlten Rente erhalten. Toll. Wir müsen mit Wertschaffung und Verkauf poportional etwas ändern. Einfach von der Massenproduktion zu mehr Qualität hin; weniger Recoucenverbrauch. Ich bin Punkrocker und ich stehe für eine soziale Revolution ein. Aber nicht wo irgendeiner geopfert wird, damit es der Masse gut geht. Wir haben viel, sehr viel zu tun. Vor allem unser eigenes Verhalten müssen wir ändern. Wir lesen uns Frau Langer.
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    schrieb am 09.11.2012 um 12:18
    Na, eines hat die Frau Langer ja auf jeden Fall geschafft: eine kontroverse Diskussion auf Utopia :-)

    Da möchte ich doch nicht fehlen und auch noch meinen Bio-Senf dazugeben. Das Problem ist ja, dass es so einfach ist, Missstände zu erkennen und anzuprangern. Aber doch so schwer für uns alle, diese auch individuell durchzusetzen. Das Thema Vielfliegerei kommt mir gerade recht!

    Konzerne, die Mitarbeiter entlassen aber gleichzeitig ihren "oberen " zig Hundert Mitarbeitern erlauben, unkontrolliert in der Weltgeschichte umherzufliegen. Meistens doch in Wahrheit aus eigennützigen Zwecken: Selbstdarstellung, Meilen-Sammeln oder Networking. Man muss sich das mal vorstellen: Bonusmeilen, die auf Geschäftsflügen gesammelt werden, dürfen in Deutschland privat genutzt werden! Da kann man sich auf Kosten der Firma und der Umwelt schnell mal einen Urlaubsflug sonst wohin "verdienen". Das alleine ist kaum auszuhalten!

    Ich behaupte, die überwiegende Zahl der Geschäftsflüge in Deutschland könnte durch Telefonate, Webinars oder Videokonferenzen oder auch Bahnfahrten ersatzlos gestrichen werden. Aber was ist schon ökonomisches und ökologisches Denken wert, wenn der Vielfliegerstatus in Gefahr ist oder man den nächsten Urlaub von einem 6-stelligen Gehalt selber zahlen muss? DA werden die Manager nervös! Nicht beim Thema Klimawandel und Hungersnöte.

    Das sagt allerhand aus über unsere Leitbilder und unsere Bereitschaft, mit gutem Beispiel voran zu gehen.
    "Weniger" reicht nicht, um ein Exempel zu statuieren!

    SIE wären eigentlich prädestiniert, Ihren namhaften Kontakten zu zeigen, dass es auch weitgehend OHNE geht. In diesem Sinne! Guten Flug, Frau Langer ;-)
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    schrieb am 09.11.2012 um 16:07
    Ich glaube das auch "Ich behaupte, die überwiegende Zahl der Geschäftsflüge in Deutschland könnte durch Telefonate, Webinars oder Videokonferenzen oder auch Bahnfahrten ersatzlos gestrichen werden"... bzw wenn man noch die gesamten - eigentlich unnötigen - Geschäftsfahrten dazu zählt, ergibt sich diesbzgl genügend trifftiger Grund, dazu aufzurütteln
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    schrieb am 12.11.2012 um 09:50
    Ein Grund, warum ich die freundliche Einladung von OTTO nach Hamburg abgelehnt habe, auch wenn es durchaus seinen Reiz hätte und ich natürlich Bahn gefahren wäre.
    In diesem Thema steckt ein ganz enormes Spar-Potential.
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    schrieb am 09.11.2012 um 12:45
    Auf was für ein Papier wird das Buch eigentlich gedruckt?
    http://www.utopia.de/gruppen/wald-563/diskussion/papierverbrauch-180921
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    schrieb am 12.11.2012 um 09:22
    Grade gestern wiederentdeckt und es lohnt sich sehr, ihm zuzuhören! Watzlawick: „Wir legen uns Bedingungen auf, die das Problem nicht hat!“ Genialität geht über Grenzen hinaus!
    http://www.youtube.com/watch?v=M7aMmiMrYmU&feature=youtu.be
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    schrieb am 20.11.2012 um 18:05
    Vielen Dank für Ihren Anstoß. Selbst wenn es um den eigenen Geldbeutel geht und die Verteilung innerhalb einer Altersgruppe ungerecht ist, reagiren die Verlierer nicht.
    Mei Beispiel sind das Verhätnis von Pensionären und Rentnern. Die Organisation der Beamten ist stark, die meisten Beamten sind in den Parlamenten und so setzen sie gute Altersversorgung auf Kosten der Allgemeinhait durch und dies ohne jemals einen Beitrag zu leisten (außer zu arbeiten). Den Rentnern hat man mit gezinkten Karten klar gemacht, dass sie für die Gesellschaft finanziell nicht tragbar sind. Dabei haben sie währen ihrer Berufstätigkeit Beiträge in die Rentenkasse gezahlt, in der Hoffnung, einmal einen auskömmlichen Lebensabend zu haben. Die öffentliche Diskussion und die im Bundestag zeigen, dass dem nicht so ist.
    Weitere Informationen dazu kann man bei www.adg-ev.de lesen. Hier wird beschrieben, wie sich die Regierungen auf Kosten der Rentner politische Vorteile (Wahlgeschenke) verteilt.
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    schrieb am 25.11.2012 um 20:59
    Neben der oben verlinkten ersten Leseprobe ist es möglich, bei amazon noch etwas mehr zu lesen:
    http://www.amazon.de/Die-Generation-Man-m%C3%BCsste-mal-Streitschrift-ebook/dp/B008B1TISK/

    Die Generation »Man müsste mal«

    Wir sind die Generation »Man müsste mal«.

    Wir sind umgeben von Freunden, Bekannten und Kollegen, die gebetsmühlenartig Sätze sagen wie »Man müsste mal zu einem Ökostromanbieter wechseln, gerade jetzt nach Fukushima und dem ganzen Wahnsinn«, »Man müsste mal zu einer ethischen Bank wechseln, die Finanzbranche macht doch ihr Geld mit Waffen und Ausbeutung«, »Man müsste sich mal endlich politisch einmischen!«, »Man müsste mal wieder Urlaub in Deutschland machen; ist doch gar nicht nötig, immer in den Flieger zu steigen«, »Man müsste mal endlich aussteigen aus dem verdammten Hamsterrad, das Tempo bringt einen noch zum Burnout.« Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ich verzweifle an meinen Freunden, ermuntere und motiviere sie und kann sie dennoch verstehen. Denn ich kenne das Phänomen nur allzu gut von mir selbst. Mal ist es der innere Schweinehund, dann sind es vermeintliche Sachzwänge, die Hektik des Alltags, der Job, die Geldsorgen, die uns vorgeben, was wichtig ist und was man problemlos auf die lange Bank schieben kann.

    Eigentlich wissen wir doch genau, dass wir handeln müssen. Wir leben in einer Welt, die kurz vor dem Kollaps steht: Das Bevölkerungswachstum nimmt drastisch zu, der Lebensraum nimmt ebenso drastisch ab. Es ist nur nicht so, dass diese Dinge wie von Geisterhand allein zu- oder abnehmen. Die Geisterhand, das sind wir. Sie und ich.
    Unsere Welt ist geteilt. In dem einen Teil verblöden Kinder in einem gestrigen Bildungssystem und werden überernährt mit billigen Lebensmitteln, in dem anderen verhungern Kinder, weil wir es nicht schaffen, eine Welt zu gestalten, die alle teilhaben lässt. Wir, die es schaffen, eine komplette Bibliothek auf unser Smartphone zu packen, lassen Kinder verrecken. Ja, Sie haben richtig gelesen, und ich schreibe es noch einmal ganz deutlich: Wir lassen Kinder verrecken. Wir treiben unter anderem durch die Anlagepolitik unserer Lebensversicherungen die Preise an den Rohstoffmärkten und die Nahrungsmittelpreise in die Höhe; wir ruinieren mit unserer Gier nach billigem Palmöl die Existenzgrundlage anderer; unsere Pharmaindustrie verhindert die günstige Weitergabe von Medikamenten an Bedürftige. Wir sind süchtig nach Erdöl. Süchtig nach Fett. Süchtig nach Zucker. Süchtig nach allem. Unser Wachstum frisst die weltweiten Ressourcen. Wir hängen am Tropf der Ölkonzerne. Unsere Wirtschaft, unsere Mobilität, unser Lifestyle sind ölgemacht. Und wir machen mit – obwohl wir den Zusammenhang ganz genau kennen.
    Rohöl wird immer teurer, weil es immer weniger gibt. Das macht es für die Konzerne wirtschaftlich, noch mehr Aufwand zu betreiben, um an Öl zu kommen. In Kanada werden inzwischen unter enormem Wasserverbrauch Ölsandvorkommen abgebaut, in Australien setzt die Ölindustrie Farmer unter Druck, ihr Ackerland für Bohrungen zu verscherbeln. Aus Agrarflächen werden verseuchte Wüsten. Im Golf von Mexiko wurde in einer Tiefe von beinahe 1300 Metern nach Öl gebohrt. Die Welt hängt am Öl wie ein Alki an der Flasche – was zählt, ist nur noch die Beschaffung.

    Wir leben ständig auf Pump, in Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie.

    Wir nehmen der Erde mehr, als wir zurückgeben. Unsere Schulden müssen andere zurückzahlen. Wir sind dann längst nicht mehr da.
    Ich bin mir als Teil meiner Generation bewusst, dass der ökologisch und sozial Handelnde heute immer noch der Doofe ist. Er zahlt freiwillig mehr für Lebensmittel, für Kleidung, für Energie. Er ist oft nicht so mobil. Er nimmt Nachteile in Kauf.
    Und ich weiß, dass die Themen Ökologie, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit derart komplex sind, dass viele sich so verunsichern lassen, dass sie lieber Augen und Ohren zumachen. Motto: Das sollen die anderen machen. Ich weiß, dass jedes gute Argument für einen nachhaltigen Lebensstil in unserem Land gern mit dem Totschlagsatz »Wenn erst die Chinesen alle Auto fahren, kann man eh nichts mehr machen« im Keim erstickt wird. Ich weiß, dass viele sich moralisch überfordert fühlen und das einzige Gefühl, das ihnen bei diesen Themen bleibt, ein schlechtes Gewissen ist.

    Und wissen Sie was? Ich kann es nicht mehr hören.

    Wir stecken den Kopf in den Sand und setzen darauf, dass es so schlimm schon nicht werden wird. Hauptsache, wir können unseren Lebensstandard halten – oder am besten noch steigern. Auf wessen Kosten, das ist uns ziemlich egal. Wie oft haben wir von unseren Eltern den Satz gehört: »Ihr sollt es mal besser haben.« Tatsächlich sind wir eine Generation, über den Daumen gepeilt die Jahrgänge 1960 bis 1985, die es so gut hat wie kaum eine vor ihr. Wir sind gut ausgebildet, verdienen ganz ordentlich, konsumieren fleißig. Während unsere Eltern noch in die Zukunft geblickt haben, haben wir uns der Gegenwart ergeben.

    [Fortsetzung folgt]
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    schrieb am 25.11.2012 um 21:00
    [Fortsetzung]

    Verantwortung? Für mich selbst – aber ja!

    Eingeimpftes Lebensziel: Karriere machen. Wer nicht mindestens einmal stationär wegen Burnouts in der Klinik liegt, tut einfach nicht genug.
    Für mehr reicht es nicht. Keine Kapazitäten mehr.
    Weil uns die Zeit oder die Energie fehlt, delegieren wir unsere Verantwortung an Organisationen wie Greenpeace, die Wirtschaft oder die Politik, die es richten sollen. Verdrängung bringt uns aber nicht weiter.

    Wir bestehlen unsere Kinder tagein, tagaus und bürden ihnen Lasten auf, gegen die sie sich nicht wehren können.

    Wir stehlen ihnen die Zukunft, weil wir nicht einmal genug für unsere eigene Altersvorsorge zurücklegen und ein Rentenproblem vor uns herschieben, unter dem sie zusammenbrechen werden. Wir enthalten ihnen den wichtigsten Rohstoff vor, den wir in diesem Land zur Verfügung haben, nämlich Bildung. Wir rauben ihnen ihre natürlichen Lebensgrundlagen, indem wir die Natur zerstören.
    Wie immer wir es gestalten: Wir müssen unser Leben besser führen. Erinnern Sie sich noch an die Studie »Zukunftsfähiges Deutschland« des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie? Sie erschien 1996. Erinnern Sie sich noch an die Konferenz über Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro? Sie fand 1992 statt und ist damit 20 Jahre her. Dieses Jahr fand sie erneut statt. Was haben Sie damals gedacht, vielleicht sogar geschworen? Was haben wir erreicht? Wo stehen wir heute im Vergleich zu damals? Was ist aus all den anderen Umweltkonferenzen geworden, aus Al Gores viel beachteter »Unbequemer Wahrheit«? Wer erinnert sich noch an Leonardo DiCaprios »11th Hour – 5 vor 12«, an die weltweiten Live-Earth-Konzerte?

    Die Aufbruchstimmung ist verflogen, sie wurde geschluckt von der Finanzkrise und unserem Unwillen, uns wirklich zu verändern, und unserer schier unendlichen Fähigkeit zu verdrängen.
    Ich bin deshalb mehr als froh, dass Sie mir zuhören. Denn um nichts anderes geht es mir, als mit Menschen ins Gespräch zu kommen, seitdem ich mich mit Haut und Haar dem Thema Zukunft verschrieben habe. Völlig beseelt von meinem Anliegen, glaube ich fest daran, dass dies ein notwendiges Buch ist.

    Ich kann Ihnen aber nicht versprechen, dass es ein bequemes Buch wird, denn ich will Sie aufrütteln.

    Unser größtes Problem ist unsere Ohnmacht. »Was soll ich denn schon tun?«

    Es ist mir mit Verlaub egal, was Sie tun, Hauptsache, Sie tun etwas!

    Lesen Sie dieses Buch. Vielleicht werden Sie es nach wenigen Seiten weglegen, weil es Sie nervt, weil es nicht guttut, zu lesen, dass Sie verantwortlich sind – und alles wird so bleiben wie bisher. Oder lesen Sie dieses Buch und lassen Sie sich aufregen. Seien Sie genervt, aber trauen Sie sich. HALTEN SIE DURCH. Sie können – das verspreche ich Ihnen – die Bequemlichkeit, die faulen Ausreden, den Zynismus und auch die Ohnmacht überwinden. Ich hoffe, Sie werden eine Entscheidung treffen. Denn wissen Sie was? Ich glaube an Sie. Ich glaube an uns. Dies ist vielleicht kein angenehmes Buch. Aber es ist auch keine angenehme Situation, in der wir da gerade leben. Und wenn ich Ihnen in den nächsten Kapiteln etwas zumute, dann nur deshalb, weil wir gar keine andere Wahl haben, als jetzt ehrlich mit uns zu sein.

    Die Zukunft ist unausweichlich.
    Wie also wollen wir sie gestalten?
    Unbekannt

    Wer ich bin und warum ich dieses Buch schreibe

    Jetzt bin ich schon mittendrin, dabei wollte ich Ihnen erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass Sie heute dieses Buch in den Händen halten. Ich bin 47 Jahre alt und dreifache Mutter. Ich bin aufgewachsen als Tochter eines Pfarrers und einer Sozialpädagogin zwischen betonierter Trabantenstadt München-Neuperlach und Wochenend- und Ferienbesuchen in der Bauernhofidylle meiner Onkel und Tanten; Landwirte seit Generationen. Mit dreizehn habe ich zum ersten Mal einer Kuh das Fell über die Ohren gezogen, mit vierzehn Jahren konnte ich Traktor fahren und die Felder bearbeiten. Das prägt fürs Leben.
    Am Ende der Ferien kam ich zurück in die feindlichen Häuserschluchten von München-Neuperlach, und ich habe es leidenschaftlich gehasst. In diesem Spannungsfeld bin ich groß geworden. Mit zwei debattenstarken Eltern, die sich viele Gedanken über Wohl und Wehe dieser Welt gemacht haben. Während mein Vater nächtelang mit uns die Analysen seiner Beobachtungen teilte und seinen Beitrag in der Gemeinde leistete, hatte meine Mutter entschieden, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, und engagierte sich hochpolitisch in einer Frauengruppe. Eines haben mir beide Eltern von klein auf mitgegeben: dass man sich einsetzen muss. Dass man Dinge nicht hinnehmen darf. Dass man etwas ändern kann. Und: muss!

    Es waren politisch gesehen übersichtliche Zeiten: Es gab zwei Blöcke, einen im Osten und einen im Westen. Was gut und was schlecht war, erklärte die »Tagesschau«. Dann kamen der saure Regen und der NATO-Doppelbeschluss. Die Sache wurde komplizierter und meine Stimmung düsterer.
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    schrieb am 25.11.2012 um 21:01
    Ich wurde auf Demos erwachsen, stellte mich in Menschenketten und bepflasterte meine Umwelt mit »Atomkraft? Nein danke!«- und »Stoppt Strauß!«-Aufklebern. Ich war hochpolitisiert und besorgt über den Gang der Dinge. Diese Besorgnis wich irgendwann dem übermächtigen Gefühl, dass am Untergang der Welt nichts mehr zu ändern sei. Ich war sicher, dass in wenigen Jahren der saure Regen den Wald vernichten würde und dass die Raketen der Supermächte Amerika und damalige Sowjetunion, die auf Deutschland gerichtet waren, irgendwann aus Versehen gezündet würden.
    Als am 26. April 1986 Tschernobyl in die Luft flog, wich mein letztes Fünkchen Hoffnung auf ein einigermaßen gutes Leben. Ich entwarf mit meiner Familie Fluchtpläne, verfolgte den Weg der Wolke, rief dauernd das Institut für Strahlenschutz an und ging mit einem Geigerzähler in den Englischen Garten, wo die Menschen unbeeindruckt vom Piepen des Geräts im strahlenden Gras ihr Sonnenbad nahmen. Hatte mein Engagement irgendetwas gebracht? War irgendetwas besser geworden? Es schien nicht so. Ohnmacht ist ein schlimmes Gefühl. Ich entschied mich damals für den direkten Rückzug. Frustration pur.

    Ich legte von einem Tag auf den nächsten das Palästinensertuch ab und ging in die Werbung. Für meine Eltern die maximale Höchststrafe. Für mich einfach nur logisch. Wenn schon Weltuntergang, dann bitte vorher noch mal ordentlich auf dem Vulkan tanzen. Einfach nicht mehr an die drohende Apokalypse denken, sich nicht mehr das Leben schwermachen, die anderen tun es ja auch nicht, und es hat ohnehin keinen Sinn. Und so lebte ich bewegt und oft sehr glücklich ein Leben, das mich in die Ferne zog, flog mit Helikoptern nach Manhattan und düste mit Speedbooten über den Lake Powell (Marlboro-Feeling). Das war nicht wirklich schlecht. Wir waren jung, wir waren abenteuerlustig, wir wollten Spaß haben und das Leben auspressen wie eine Zitrone. Und das haben wir auch getan.
    Ich bereue nichts.

    Aufgewacht bin ich am 6. Januar 1999. Da hielt ich meinen erstgeborenen Sohn im Arm und wurde überschwemmt von so starken Gefühlen, einer so bedingungslosen Liebe, dass es mich schier überwältigte. Ich versprach meinem Sohn, was vermutlich alle Eltern ihren Kindern versprechen: Ich werde immer für dich da sein. Ich werde immer auf dich aufpassen. Du kannst dich auf mich verlassen. Damit begann meine Phase des Wiederaufwachens.
    Mittlerweile habe ich drei Kinder und mein Mantra dreimal wiederholt. Wenn meine Kinder heute mit mir am Tisch sitzen, wenn wir spielen, wenn wir streiten, wenn wir kuscheln, geistert in meinem Kopf immer ein Gedanke herum: Was ist ein gutes, sinnvolles Leben? Was will ich ihnen ins Leben mitgeben?

    Meine Kinder waren noch klein, als die weltweite Sensibilisierung für das Thema schlagartig zunahm. Fast muss man dankbar sein, dass die Naturkatastrophen zu Anfang des neuen Jahrtausends den Klimawandel endlich zum Thema machten.
    Ich beschloss mit meinem damaligen Mann, unsere Werbeagentur zu verkaufen und ein Sabbatical einzulegen. Wir wollten mehr Zeit für unsere Kinder haben, Neues lernen und überlegen, mit welcher Unternehmensidee wir auf unserem nächsten beruflichen Weg unseren Beitrag für unsere Community, unsere Gesellschaft, leisten konnten.
    Wir planten eine Reise nach Kanada. Mit einem Wohnmobil fuhren wir durch das Land. Es war ein Urlaub mit Schockwirkung. Wir erlebten, wie Baumaschinen Wege in Bergmassive sprengten, um Versorgungswege für die Holztransporter zu bauen; wir sahen Flugzeuge, die auf gigantische gerodete Waldflächen Grassamen streuten, die alles schnellstmöglich wieder begrünen und den Raubbau vertuschen sollten – um den Preis, dass dort jetzt statt Bäumen nur noch Heidekraut wächst. Wir fuhren Hunderte von Kilometern durch abgestorbene Waldgebiete, vorbei an Flüssen, in denen Tausende Baumstämme trieben.
    Und wenn ich mir heute meine Fotos ansehe, dann weiß ich noch, wie unfassbar mir das alles schien, so unfassbar, dass ich reflexhaft alle diese Narben der Natur mit meiner Kamera festhalten wollte. In Kanada habe ich die Erde bluten sehen. Es war kaum auszuhalten.
    Gedanken können quälend sein: Wenn wir jetzt schon so dastehen, wie soll da die Zukunft unserer Kinder aussehen? Was hinterlassen wir da? Wes Geistes Kind sind wir, bin ich? Je länger wir durch die kanadische Wildnis fuhren, desto mehr Angst bekam ich. Nachts, während der schier endlosen Fahrten, diskutierten mein Mann und ich, was zu tun sei. Und weil ich nie mehr in die Angststarre meiner Jugend zurückfallen wollte, begann ich nach einer Möglichkeit zu suchen, mich einzubringen, mich nützlich zu machen. Ich wollte einen neuen Weg finden, der Menschen für die Frage nach einem nachhaltigen Leben in jeder Hinsicht begeistert. Ich fing an, ganze Bibliotheken zu verschlingen, las alles über nachhaltiges Wirtschaften, über gesellschaftliche Utopien und Systemdenker. Und kam zu der Einsicht: Du musst dich wieder zu Wort melden.

    Ende der Vorschau für dieses Kindle eBook.
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    schrieb am 25.11.2012 um 21:17
    Apropos Kindle eBook... amazon schreibt:

    In weniger als einer Minute können Sie mit dem Lesen von
    "Die Generation Man-müsste-mal: Eine Streitschrift"
    auf Ihrem Kindle beginnen.

    Sie haben noch keinen Kindle? Hier kaufen.

    Nachtrag am 26.11.2012 um 14:44:
    Habe die Formatierung geändert und den Titel des Buchs in Anführungszeichen gesetzt.
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    schrieb am 26.11.2012 um 13:59
    Sehr schöne Textstelle, leicht und flüssig zu lesen, könnte mir vorstellen auch das ganze Buch zu lesen.

    Was mich allerdings interessieren würde, ist der letzte Kommentar.

    amazon schreibt: "In weniger als einer Minute können Sie mit dem Lesen von Die Generation Man-müsste-mal: Eine Streitschrift auf Ihrem Kindle beginnen.

    Warum schreibt amazon vom Verfassen einer "Streitschrift". Gibt es Menschen denen der ganze beschriebene Zusammenhang noch nicht klar vor Augen steht, die das alles für Erfunden halten, Überbewertet oder einfach weil es ihnen am Arsch vorbei geht und sie lieber in Ruhe gelassen werden?

    Eine Beobachtung, die ich in letzter Zeit immer wieder mache ist das Bekämpfen oder das Streiten von alternativen Ideen mit anderen alternativen Ansätzen um des Rechthabens willen. Wer ist der Bessere in der alternativen Scene. Anstelle Gemeinsamkeiten hervor zu kehren und in Kooperation die Dinge sich entwickeln lassen werden die Gegner denunziert, auf die gleich Ebene gehoben gegen die sie ankämpfen.

    Wir sind geprägt vom Dogma der Konkurrenz, es zählt nicht, dass eine Sache gut ist, nein man muss darstellen das die eigene Sache besser ist. Im herunterdrücken einer Position wird allerdings die eigene auch nicht besser.

    Die meisten dieser Diskussionen werden nicht auf sachlicher Ebene geführt sondern auf einer emotionalen Ebene nur um des Besserseins willen. Und das finde ich schade. Da geht ein Gutteil von konstruktiven Ansätzen verloren weil man seine Energie dafür aufwendet die Rechtfertigungen seines Handelns zu liefern.

    Ich bin ja gespannt ob in dem Buch auch auf den Satz
    " In dem einen Teil verblöden Kinder in einem gestrigen Bildungssystem" näher eingegangen wird. Aus dem Grund, weil das genau die Beweggründe sind, die meine Frau und mich unteranderem zum Handeln zwingt. (Also muss ich wohl das Buch lesen :-))

    Wir gehen davon aus und dafür gibt es zahlreiche Fürsprecher in der Fachliteratur das genau das einer der Knackpunkte für unser derzeitiges Handeln sind.
    Die Schulung zur Hervorhebung der eigenen Leistung, pures Konkurrenz denken, die Mittel dazu sind zB Belohnung und Bestrafung (extrinsische Motivation), die Standardisierung von Menschen durch Notengebung von 1-5. Welche Werte legt mit diesem "gestrigen" System die Schule in den Heranwachsenden an?
    Anstelle eines Pisatest wäre es gesund im Bildungssystem die Frage: " Was lernen Kinder in der Schule" zu bewegen.
    Wie kann man Menschen zeigen sich intrinsisch zu Motivieren.
    Ja die Frage ist nach dem eigenen Antrieb.
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    schrieb am 26.11.2012 um 14:17
    Der Teil, um den es mir in meinem Kommentar ging:
    "Sie haben noch keinen Kindle? Hier kaufen."

    Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es in dem Buch auch um das "Immer-Mehr-Haben-Wollen" in der Konsum-Waren-Glitzerwelt.

    amazon wird diesen Satz bei allen eBooks einstellen. Bei diesem eBook kommt es allerdings einem Test gleich: Na, wer kann dieser lockenden Aufforderung widerstehen?

    PS. Ich habe keinen eKindle, ich werde mir keinen kaufen und ich kaufe auch sonst nur noch Bücher, die ich nicht in der Stadt-Bibliothek finde. Dieses Jahr habe ich noch kein Buch für mich gekauft und trotzdem sehr viel gelesen. Geht auch.

    PPS. Leider weiß ich immer noch nicht, auf was für ein Papier das Buch eigentlich gedruckt wird... http://www.utopia.de/magazin/claudia-langer-buch-generation-man-muesste-mal?all#comment-360125

    Nachtrag: "Eine Streitschrift" ist der Untertitel des Buchs. Amazon hat damit nix zu tun.
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    schrieb am 26.11.2012 um 14:34
    Meine Interpretation und das geht, denke ich, aus meinem Text hervor, dass es sich um eine Streitschrift gegen das Buch und dessen Inhalt handelt. Dass es sich um eine banale Werbebotschaft von amazon handelt, wird mir aus deinen Zeilen klar.
    Das mit dem Bücher kaufen liegt bei uns etwas anders frei nach Cicero

    "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen."

    Den Garten gibt es schon und Bücher für die Bibliothek sind auch schon in Massen vorhanden. Meist aus Antiquariaten und Nachlässen auch einige gekauft. Bloß der Raum für die Bibliothek muss erst gebaut werden.
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    schrieb am 26.11.2012 um 14:57
    Ja, ich mag Bücher und doch frage ich mich gerade, wie das funktionieren kann: jeweils ein eigener Raum für eine private Bibliothek für 7 Milliarden Menschen...
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    schrieb am 26.11.2012 um 16:04
    Nun nach dem ich denke, dass es sich bei dem Spruch nicht um ein allgemeines Glücksdogma handelt und möglicherweise nur einige Menschen betrifft dürfte das kein als zu großes Problem sein. Ich kenne zum Beispiel Menschen, die sich damit Brüsten noch nie ein Buch gelesen zu haben, da würden auch nur die Einbände reichen:-)
    Wir leben ja in einer Gegend, wo sich Fuchs und Henne Gute Nacht sagen, die nächste vernünftige öffentliche Bibliothek ist 70 km von uns entfernt. Nun stelle ich mir vor, dass diese Bibliothek eine willkommene Abwechslung für Woofer (das planen wir für das nächste Jahr) darstellen könnte. Abgesehen davon würde, ohne unsere Bibliothek, die Statistik in unserer Gegend nicht stimmen (3 Bücher / Haushalt ausgenommen Telefonbuch).
    Wir oder vielmehr meine Frau hat die traurige Erfahrung gemacht, dass selbst in einer Bildungseinrichtung (Schule) die Bibliothek, die sie über Jahre aufgebaut hat keinen nachfolgenden Betreuer gefunden hat. Die Bücher die sie von Verlagen kostenlos gegen eine Rezension für diese Bibliothek erstanden hat wären also der Vermoderung preisgegeben.
    Nicht jeder ist für das Landleben geboren auch wenn es oft so kolportiert wird, dass die einzige Glückserfüllung in einem Leben auf dem Land oder in einer Berghütte gefunden werden kann. Zum Glück gibt es Menschen mit verschiedenen Begabungen und Anlagen, Zielen und Ideen.
    Viele urban lebende Menschen können sich ein Leben auf dem Land nicht vorstellen und umgekehrt, das ist auch gut so, denn wenn jeder dasselbe anstreben würde wäre es mit der Vielfalt bald vorbei.
    Unser ganzes arbeitsteiliges Wirtschaftssystem müsste den Bach runter gehen, wenn plötzlich jeder auf die Idee käme alles selber machen zu müssen.
    Man könnte ja die gesamte Menschheit mit einem Organismus vergleichen. Jeder trägt im besten Fall sein Ding zum Gelingen des Ganzen bei. Die Lunge kann auch nicht zum Herz sagen "Hey tauschen wir mal, du scheinst es besser zu haben"
    Ja und so wie es in manchem Organismus zu Geschwüren kommt, die unter Umständen auch bösartig sein können, so hat der Organismus Mensch auch mit einem Geschwür zu kämpfen, dass es zu heilen gilt.
    Man könnte ganz einfach sagen "das vorliegende Buch ist eine Anamnese des Organismus Mensch".
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    schrieb am 26.11.2012 um 18:20
    Ja, wahrscheinlich ist es nicht der Wunsch eines jeden Menschen eine eigene Bibliothek zu besitzen. Das mag schon stimmen :-)

    Und dennoch irritiert mich ein wenig die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung...

    Zitat Claudia Langer: "Wir planten eine Reise nach Kanada. Mit einem Wohnmobil fuhren wir durch das Land. Es war ein Urlaub mit Schockwirkung. Wir erlebten, wie Baumaschinen Wege in Bergmassive sprengten, um Versorgungswege für die Holztransporter zu bauen; wir sahen Flugzeuge, die auf gigantische gerodete Waldflächen Grassamen streuten, die alles schnellstmöglich wieder begrünen und den Raubbau vertuschen sollten – um den Preis, dass dort jetzt statt Bäumen nur noch Heidekraut wächst. Wir fuhren Hunderte von Kilometern durch abgestorbene Waldgebiete, vorbei an Flüssen, in denen Tausende Baumstämme trieben."

    ... und Handlung.

    Was passiert wohl mit den Bäumen, die aus Kanada geholt werden?

    Wäre es nicht eine Option gewesen, das Buch auf diese Art zu veröffentlichen?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand

    Oder auf diese Weise?
    http://www.kanope.de/ascent.html

    Aber vielleicht haben beide Varianten ja auch ihre Nachteile in ökologischer Hinsicht...
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    schrieb am 27.11.2012 um 07:37
    "Aber vielleicht haben beide Varianten ja auch ihre Nachteile in ökologischer Hinsicht."

    Genau das würde ich erst unvoreingenommen untersuchen, losgelöst ob das Buch nun auf Papier oder Elektronen gedruckt ist.

    Dabei stellt sich mir allerdings eine weitere Frage.

    Ist die Glaubwürdigkeit einer Aussage in einem Buch oder auch in einem Gespräch abhängig vom Schreiber bzw. Leser?

    Würde das vorliegende Buch Franz von Assisi geschrieben haben, wäre es dann glaubwürdiger?

    Wenn es um irgendwelche Behauptungen geht, die für den Leser nicht nachvollziehbar sind, spielt der Schreiber selbst in seiner Glaubwürdigkeit eine Rolle.

    Bei Informationen, die ich rund um mich sehen und spüren kann stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit nicht, außer man vertraut sich selbst nicht.
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    schrieb am 27.11.2012 um 14:49
    "Würde das vorliegende Buch Franz von Assisi geschrieben haben, wäre es dann glaubwürdiger?"

    Vielleicht hätte Franz von Assisi ein solches Buch erst gar nicht geschrieben...

    "Wenn es um irgendwelche Behauptungen geht, die für den Leser nicht nachvollziehbar sind, spielt der Schreiber selbst in seiner Glaubwürdigkeit eine Rolle."

    Was ich z.B. als Behauptung empfinde, sind pauschalisierende Vereinnahmungen durch ein ominöses WIR einer Generation - "über den Daumen gepeilt die Jahrgänge 1960 bis 1985". Die Autorin unterstellt diesem WIR so einiges, klagt dieses WIR an und schließt damit sämtliche Utopisten ein. Das nehme ich als sehr undifferenziert und dadurch für mich wertlos wahr.

    Da denke ich gerade wieder an diesen Blog-Beitrag von ihr:
    http://www.utopia.de/blog/unterwegs-nach-utopia/wir-muessen-reden

    Mein persönliches Fazit damals:
    http://www.utopia.de/blog/unterwegs-nach-utopia/wir-muessen-reden#comment-533251

    "Bei Informationen, die ich rund um mich sehen und spüren kann stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit nicht, außer man vertraut sich selbst nicht."

    Dem kann ich mich anschließen. Wobei ich mich vielleicht tatsächlich nicht immer auf meine Sinnesorgane verlassen kann... http://www.utopia.de/blog/beitrag/wahrnehmung
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    schrieb am 27.11.2012 um 16:08
    ".....Das nehme ich als sehr undifferenziert und dadurch für mich wertlos wahr."

    Dazu fällt mir das ein Zitat aus der Bibel
    "Wer von euch ohne Sünde ist werfe den ersten Stein"

    Wirft Claudia Langer mit ihrem Buch den ersten Stein?
    Ich denke nicht, vielmehr sehe ich, zumindest in dieser Textstelle, dass hier einer Ohnmächtigkeit Luft oder Gehör verschafft werden solle.
    Das da ein allgemeiner undifferenzierter Rundumschlag passiert ist für mich nichts Neues, da ich jahrelang ebenfalls so agiert habe. Für mich ist es insofern nicht weiter schwierig gewisse Dinge auszublenden und dadurch meinen Anteil an diesem WIR zu finden. Ich sehe mich nach wie vor als Teil einer Gemeinschaft oder eines Systems aus der/dem man nicht einfach Aussteigen kann. Auch wenn meine derzeitige Lebensweise als Aussteiger interpretiert werden könnte.
    Zu deinen beiden Link auf den dazugehörigen Blog "Wir müssen reden"
    Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit mit Schülern aus unterschiedlichen Anlässen Diskussionen in der Art "Wir müssen reden" injizierte. Dabei war es mir nicht Wichtig meinen Standpunkt zu deponieren, sondern zum Entsprechenden Thema die verschiedenen Zugänge der Schüler zu hören. Mein Mitwirken beschränkte sich meist auf das nach Fragen nach von mir Unverstandenem. Durch diese Methode stieß ich unweigerlich auf wunderbare Dinge, die so in den Köpfen der Schüler herumgeisterten.
    Wie weit das auf die von dir verlinkte Diskussion zutrifft kann ich nicht beurteilen, da müsste ich sie erst lesen, ich weiß auch nicht ob ich mich damals an der Diskussion beteiligt habe.
    An der Diskussion, die dem ganzen vorausgegangen ist, beteiligte ich mich jedenfalls und kann bis heute noch nicht nachvollziehen warum diese von Claudia Langer gelöscht wurde.
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    schrieb am 03.12.2012 um 17:05
    lukita, deine Frage ist wohl zunächst untergegangen, tut mir leid. Folgendes ist im Buch vermerkt:

    FSC Mix
    Papier aus verantwortungsvollen Quellen
    FSC C006701
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    schrieb am 03.12.2012 um 18:49
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    schrieb am 26.11.2012 um 18:51
    Jetzt muss ich doch noch was schreiben.
    Diese Schockwirkung hätten sich die Familie Langer sparen können - die Informationen liegen überall schon auf den Büchertischen, wurden auf entsprechenden Fernsehsendern schon verbreitet und auch "das Netz" ist voll davon.
    Die Verbreitung von Information kann über das Netz erfolgen, jedoch sollte berücksichtigt werden, dass nicht alle über diese Quelle verfügen - und das schwächste Glied sollte der Massstab sein.
    Für dieses Buch, wäre es allerdings das richtige Medium gewesen, da ein grosser Teil der Leser wahrscheinlich in diesem Medium unterwegs ist.....und die Halbwärtszeit diesem Medium entsprechen könnte.

    Ökologisch bedeutet für mich Kreislaufwirtschaft, das heisst, dass der Einsatz der Mittel in einem ausgeglichenen Verhältnis zum Ergebnis sein sollte. Ob dies dem Buch gelingen wird, wäre für mich die Frage die ich mir als Produzent(in) stellen würde.

    Es gibt schon so viele tolle und wichtige Bücher.....und auch ich bin ein ziemlicher Leser und muss mir oft eingestehen, dass es in meinem Leben einige wenige Bücher gibt, ohne die mein Leben wirklich ärmer wäre - aber andererseits musste ich vielleicht alle Bücher lesen....?
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    schrieb am 26.11.2012 um 20:48
    "die Informationen liegen überall schon auf den Büchertischen, wurden auf entsprechenden Fernsehsendern schon verbreitet und auch "das Netz" ist voll davon."
    Offensichtlich ist noch zu wenig davon unterwegs, denn sonst wüßte es schon alle und würden ihre erlernten Handlungsmuster ändern. Davon ist aber leider noch nichts wirklich zu bemerken.
    Die Ladentische sind voll von Konsumgütern und werden Wagenweise noch immer aus den Kaufhallen gekarrt, als ob es die letzte Möglichkeit wäre seinen Konsumrausch zu befriedigen.
    Die Massentierhaltungsbetriebe gehen auch noch nicht reihenweise in Konkurs und die Autobahnen sind noch immer voll mit Autos. Dem Fluglärm nach zu schließen dürfte sich auch am Flugreisekonsum nichts Wesentliches geändert haben und nach wie vor hungern Menschen in der 3.Welt.
    Ich sehe das so wie bei der Erziehung von Kindern. Wie oft wiederholt man Aussagen die scheinbar doch nicht gehört werden. Wenn sie dann Erwachsene sind, tritt wie von Geisterhand alles Mögliche an "guten Sitten" zu Tage von denen man längs geglaubt hat alles Reden wäre umsonst gewesen.

    "dass der Einsatz der Mittel in einem ausgeglichenen Verhältnis zum Ergebnis sein sollte"
    Wie könnte man das Ergebnis eines Buches messen um es bewerten zu können? wenn man das monetäre Ergebnis weglässt.
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    schrieb am 26.11.2012 um 21:07
    zu eins - würden unsere erlernten Handlungsmuster ändern - das ist gerade das Problem, dass unsre erlernten Handlungsmuster dies zu verhindern wissen....
    zu zwei - wir sind alle in die Produktion dieser Konsumgüter eingespannt und müssen, zumindest solange wir nicht mit den Folgen einer Abkehr bereit sind zu leben, als Arbeitskräfte mitspielen...

    ....dann müssen wir erst erwachsen werden.....allerdings sind wir wahrscheinlich bereits am regredieren.

    und die Einschätzung liegt einerseits auf der Seite der Leser/KäuferIn (um nicht zu sagen KonsumentIn),
    aber auch auf der Seite der, in diesem Fall, SchreiberIn.
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    schrieb am 27.11.2012 um 07:28
    erlernte Handlungsmuster verändert man am besten durch üben. Es gibt ja viele Kurse in denen man heute versucht seine Handlungsmuster zu ändern
    Das ständige vorsagen des immer Gleichen (Mantra oder Gebete) soll zB etwas bewirken.
    In einem Yoga Kurs lernt man zB mit seiner Atmung umzugehen damit man in Stresssituationen auch zur Ruhe kommen kann usw. usw.

    Vielleicht ist das Buch einfach ein weiteres Mantra?

    " wir sind alle in die Produktion dieser Konsumgüter eingespannt und müssen"
    Aus dem Satz spricht Belastung?
    "zumindest solange wir nicht mit den Folgen einer Abkehr bereit sind zu leben"
    Also wäre die Folgen einer Abkehr eine Entlastung?
    Was sind diese Folgen einer Abkehr für dich?
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    schrieb am 27.11.2012 um 09:38
    Entschuldige Richard, aber gesellschaftliche Bedingungen können nicht durch ein persönliches Übungsprogramm ge- bzw. verändert werden. Mein Biogarten ist im Falle eines Supergaus zumindestens ramponiert....Das mantraartige Wiederholen ist mir nicht fremd - im Gegenteil, leider mache ich dies schon seit Jahrzehnten :-)) und die Flieger nehmen nicht ab, und die Radfahrer werden nur langsam mehr (und auch nur weil der Benzin so teuer ist).

    Meiner Atmung geht es bestens, sofern man das mit einer zum guten Glück hinter mir liegenden, Jahrzehnte langen Raucherkarriere behaupten kann (zumindest der Grossglockner war heuer als Highlight drin:-) ...
    Wir sind Teil dieses unseres Kulturkreises und also auch Teil dieser Arbeitswelt und wenn es nur die Arbeit meines Kindes oder des Instrumentenbauers, oder des Gemüsegärtners ist, die mehr oder weniger unter glücklichen Verhältnissen "produzieren".
    Meine Belastung hält sich in Grenzen - ausser dass ich mir einfach einen Existenzsicherung wünschen würde, um nicht um meine Grundbedürfnisse im Wettbewerb stehen zu müssen (bin "Selbständig")
    Das wäre ein Teil der Entlastung, um so inmitten von Gleichgesinnten, das heisst unter den gleichen Voraussetzungen lebenden mein Leben leben zu können, ohne Kondensstreifen über mir, oder energiefressenden Maschinen rings um mich....
    Die Folge wäre, dass mehr Menschen auf gleicher Augenhöhe sind.....
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    schrieb am 27.11.2012 um 09:48
    @ juwolf

    Mein Beispiel war ja nur als Metapher gemeint sorry :-)
    Aus deinen Zeilen entnehme ich, das du eigentlich nur ein schönes Leben führen willst, dass ist ja schon was gutes, will schließlich so ziemlich jeder. Hindern daran tun dich neben den Kondenzstreifen, auch noch der Zwang deine Grundbedürfnisse über Wettbewerb befriedigen zu müssen und vielleicht noch anderes.
    Und was wäre jetzt dein Vorschlag, das man dagegen tun könnte
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    schrieb am 27.11.2012 um 06:29
    JUwolf: Du hast Recht. Und ich wiederhole mich wie ein Idiot: Die hier (Utopia) unterstützenden Grossunternehmen sollten mal anfangen und sich mal auf kleinere Flächen, bessere Arbeitsbedingungen etc. besinnen. Darf ich mal IKea oder Otto nennen. Und wir müssen neue Kapitalismus erfinden. Es gibt das Schwundgeld, das fliessende Geld etc. Aber es scheint so, als wenn die Banken und Globalplayer dieser Welt alles kaputtrocken werden. Ich halte dagegen, indem ich etwas vorlebe und mich bewusst um etwas kümmere. Bis heute hat Frau Langer sich zu keiner Offerte gemeldet. Aber was soll es? Wahrscheinlich wirke ich zu durchgeknallt etc. Egal einfach weitermachen, bis alles nicht mehr da ist. Muss alles vollgemüllt werden?
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    schrieb am 27.11.2012 um 06:31
    Wir brauchen keine Politiker, sondern wie Herr DM Unternehmer die etwas schaffen und aufbauen und es ändern.
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    schrieb am 27.11.2012 um 08:49
    Wir brauchen mutige Menschen, die wirklich erkennen, das unser jetziges Gesellschaftssysten / unser jetziges Wirtschaftssystem in die Katastrophe führt. Die erkennen das Ihr eigenes Handeln diese Systeme unterstützt und dann den Mut haben sich selbst zu verändern.
    Diese Menschen brauchen Mut ihr eigenes Leben zu verändern, sie brauchen Motivationshilfen und erfolgreiche Beispiele.
    Veränderungen sind immer mit Ängsten besetzt und Menschen neigen dazu lieber ein schlechtes Leben zu führen und zu hoffen Irgendwer wird schon..., als ihr Leben selbst zu verändern, es könnte ja noch schlimmer kommen und dann hätten sie die Verantwortung dafür.
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    schrieb am 27.11.2012 um 14:05
    Ich hab jetzt alles nochmal druchgelesen und?
    "Berthild Lorenz
    schrieb am 04.10.2012 um 10:11
    Ich sammle seit Monaten Deckel und Plastiflaschen. Meine Idee ist es, damit Spiele zu entwicken, die Menschen locken, es anders miteinander zu versuchen! Auf den Deckeln sind oft Markennamen.
    Wie heißt das tolle Kapitalismusspiel, das außer mir alle gern spielten und spielen, mit Schlossallee und bedingungslosem Grundeinkommen im Knast?
    Wenn man die Idee aufgreift und an die Stelle des Gegeneinanders ein Miteinander setzt, was würde das mit den Menschen ge_MACHT haben?
    Würde mich freuen, wenn wir in Berlin dazu zusammenkommen könnten! "

    Wer von den Weltverändern_Wollenden_man _Müsst_Mal-Beredenden ist darauf eingegangen??
    KEINE_R...


    Und noch was: Ich lese im Auszug aus dem Buch u.a.: „Wir lassen Kinder verrecken. Wir treiben unter anderem durch die Anlagepolitik unserer Lebensversicherungen die Preise an den Rohstoffmärkten und die Nahrungsmittelpreise in die Höhe; wir ruinieren mit unserer Gier nach billigem Palmöl die Existenzgrundlage anderer; unsere Pharmaindustrie verhindert die günstige Weitergabe von Medikamenten an Bedürftige. Wir sind süchtig nach Erdöl.“

    Und weiter: „Unsere Wirtschaft, unsere Mobilität, unser Lifestyle sind ölgemacht. Und wir machen mit – obwohl wir den Zusammenhang ganz genau kennen.“

    „Wir leben ständig auf Pump, in Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie.“


    Wer sind diese „WIR“?


    Auch lese ich: „Ich bin mir als Teil meiner Generation bewusst, dass der ökologisch und sozial Handelnde heute immer noch der Doofe ist. Er zahlt freiwillig mehr für Lebensmittel, für Kleidung, für Energie. Er ist oft nicht so mobil. Er nimmt Nachteile in Kauf.“


    Was tust du dafür, dass wenisgtens einer nicht mehr die/der DOOFE ist?
    Erzählt hab ich hier schon sehr viel über mien Überleben in der "Freiheit" der Marktwürgschaft...
    Wem hat das welchen Nutzen geb8?



    Und ich lese auch: „Tatsächlich sind wir eine Generation, über den Daumen gepeilt die Jahrgänge 1960 bis 1985, die es so gut hat wie kaum eine vor ihr. Wir sind gut ausgebildet, verdienen ganz ordentlich, konsumieren fleißig. Während unsere Eltern noch in die Zukunft geblickt haben, haben wir uns der Gegenwart ergeben.“


    Aha, bis auf die paar Menschen, die mit Hartz IV sanktioniert und schikaniert werden, wenn sie die sogenannten Einglierungsvereibarung, die sie in marktwürgschaftliche Lebenszeitdiebstahlsplätze pressen, nicht unterschreiben wollen... Die Menschen, die dies Welt, dazu zählen für mich alle Lebewesen - zerstörende Tun nicht mitmachen wollen, werden hier geknebelt und? Was ist mit Solidarität mit diesen Menschen, die dieses ? Da wird genauso drüber hiweggeschrieben, wie über meine praktische Idee vom Spiele anders herstellen...
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    schrieb am 27.11.2012 um 14:22
    Dann las ich auch: "Wer ich bin und warum ich dieses Buch schreibe

    Jetzt bin ich schon mittendrin, dabei wollte ich Ihnen erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass Sie heute dieses Buch in den Händen halten. Ich bin 47 Jahre alt und dreifache Mutter. Ich bin aufgewachsen als Tochter eines Pfarrers und einer Sozialpädagogin zwischen betonierter Trabantenstadt München-Neuperlach und Wochenend- und Ferienbesuchen in der Bauernhofidylle meiner Onkel und Tanten; Landwirte seit Generationen. Mit dreizehn habe ich zum ersten Mal einer Kuh das Fell über die Ohren gezogen, mit vierzehn Jahren konnte ich Traktor fahren und die Felder bearbeiten. Das prägt fürs Leben.
    Am Ende der Ferien kam ich zurück in die feindlichen Häuserschluchten von München-Neuperlach, und ich habe es leidenschaftlich gehasst. In diesem Spannungsfeld bin ich groß geworden. Mit zwei debattenstarken Eltern, die sich viele Gedanken über Wohl und Wehe dieser Welt gemacht haben. Während mein Vater nächtelang mit uns die Analysen seiner Beobachtungen teilte und seinen Beitrag in der Gemeinde leistete, hatte meine Mutter entschieden, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, und engagierte sich hochpolitisch in einer Frauengruppe. Eines haben mir beide Eltern von klein auf mitgegeben: dass man sich einsetzen muss. Dass man Dinge nicht hinnehmen darf. Dass man etwas ändern kann. Und: muss!"

    Tja, das geht tief unter die Haut, Claudia, danke!

    Ich las auch:
    "Es waren politisch gesehen übersichtliche Zeiten: Es gab zwei Blöcke, einen im Osten und einen im Westen. Was gut und was schlecht war, erklärte die »Tagesschau«. Dann kamen der saure Regen und der NATO-Doppelbeschluss. Die Sache wurde komplizierter und meine Stimmung düsterer.“

    Und:

    „Als am 26. April 1986 Tschernobyl in die Luft flog, wich mein letztes Fünkchen Hoffnung auf ein einigermaßen gutes Leben. Ich entwarf mit meiner Familie Fluchtpläne, verfolgte den Weg der Wolke, rief dauernd das Institut für Strahlenschutz an und ging mit einem Geigerzähler in den Englischen Garten, wo die Menschen unbeeindruckt vom Piepen des Geräts im strahlenden Gras ihr Sonnenbad nahmen. Hatte mein Engagement irgendetwas gebracht? War irgendetwas besser geworden? Es schien nicht so. Ohnmacht ist ein schlimmes Gefühl. Ich entschied mich damals für den direkten Rückzug. Frustration pur."

    Genau an dem Tag zog ich in Ostberlin mit dem am 28.7.1984 geborenen Sohnemann, einen Kinderwagen mit Matratzen schiebend in die erste anständige Wohnung... Bis dahin hatten wir 4 Treppen hoch, im Seitenflügel, also rundum kalt und direkt unterm Dach, in einem Zimmer und Küche, in die ein Klo eingebaut worden war und einem Zwergenflur gelebt - ja, die Kohlen für beide Räume musste ich immer die 5 Treppen hochschleppen und die Asche runter...
    Es kam die Ansage, von Tschernobyl - was tun? Tja, weitermachen - was sonst?
    Pervers - ich will endlich leben können und muss jetzt hierbei durch die Straßen laufen...
    Ich kann es nicht einschätzen, was wirklich passieren kann...



    Dann schreibst du: "Ich entwarf mit meiner Familie Fluchtpläne.."

    Tja, in der selben Situation im selben Land entwarf ich endlich LEBENSPLÄNE, denn ich hatte bis ich fast 35 Jahre alt war, mit einem Kind wie in den Fünfzigern gelebt...
    Ich entwarf erst Fluchtpläne, nachdem ich im Gerichtssaal der DDR Hauptstadt erleben musste, wie eindeutig im Gesetzbuch der Arbeit Geschriebenes lediglich fürs Papier geschrieben worden war...
    Und am 2.8.1989 durfte ich dann mit eben 5 Jahre "alt" gewordenem Sohn an der Hand die DDR verlassen...

    Dann steht da noch: "Hatte mein Engagement irgendetwas gebracht? War irgendetwas besser geworden? Es schien nicht so. Ohnmacht ist ein schlimmes Gefühl. Ich entschied mich damals für den direkten Rückzug. Frustration pur."

    Tja, passt auf mein jahrelanges Engagement in Utopia, Claudia...
    Ich hab viele, viele Stunden meines Lebens hier investiert, um Wortprügelnde mit ins Boot zu nehmen und?
    Sie wurden ausgegrenzt...
    So wird Veränderung nicht gelingen...

    Veränderung gelingt, wenn ALLE im Boot sind...
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    schrieb am 27.11.2012 um 14:47
    Hallo Berthild,

    Ich möchte "deinen" letzten Satz leicht ändern...

    Veränderung gelingt, wenn Alle erkennen, dass sie im selben Boot sind....

    Und jetzt ist mir auch auf+eingefallen, was mich an diesem Buch etwas stört (ohne es gekauft+gelesen zu haben)

    UTOPIA ist für mich eine tolle Versammlung von verschiedensten Bewegten. Und eigentlich hätte es ein Buch(?) aller geben können, mit allen Diskussionen und Abwägbarkeiten und und und. Eine Schrift die Utopia würdig und die Kraft die hinter den Einzelnen steht, sichtbar werden lässt.

    Aber was hindert uns denn eigentlich??
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    schrieb am 27.11.2012 um 15:03
    Hey, das gefällt mir! Ja, was hindert uns denn eigentlich?!

    Vielleicht ist das ein Thema für die Gruppe "Weitermachen". Dort hatten wir mal angefangen, zu sammeln, was wir selbst tun, um unseren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern mit der Frage "Können wir selbst Vorbild sein?"

    http://www.utopia.de/gruppen/weitermachen-509/diskussion/vorbild-sein-187439

    Vielleicht braucht es noch die Frage, was hindert uns daran, noch weiter zu gehen?
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    schrieb am 27.11.2012 um 15:07
    Das würde ein langes Buch geben. Ein sehr langes. Und ganz ehrlich gesagt: es würde vermutlich nicht viel drin stehen, das nicht schon unzählige Male anderswo sehr ausführlich und hoch kompetent gesagt und geschrieben wurde. Letztlich sind die Foren hier ja etwas Ähnliches - in anderer Form. Freiform. Muß das im Regal stehen? Selbst ex-Präsident Köhler schrieb Anfang 2010 "Vielleicht werden sich kommende Generationen mit Verwunderung an eine relativ kurze Phase in der Geschichte der Menschheit erinnern, in der ständiges Wirtschaftswachstum für möglich und nötig gehalten wurde". Einsichten, wo man sie nicht erwartet. Wieviele tausende - wenn nicht zehntausende - von Büchern sind zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit etc. im weitesten Sinne geschrieben worden? Und wieviel bleibt an echtem Inhalt üblich, vor allem wenn man nur das Sachbuch Genre ohne echte Fachliteratur heranzieht? Nicht viel, fürchte ich. Es wird immer wieder dasselbe Rad gedreht. Das Problem ist ganz gewiss nicht, daß die Fakten nicht auf dem Tisch liegen, oder daß zuwenig Information zur Verfügung steht. Die Probleme liegen anderswo.
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    schrieb am 27.11.2012 um 15:40
    Darum hab ich ja "Schrift" geschrieben, da ich denke, dass es wahrscheinlich kein gedrucktes Buch werden wird.

    Ich glaube nicht, dass es ein sehr langes werden würde, eher sogar sehr kurz, so in Richtung 10 Gebote.
    Aber die Diskussion und die Beschäftigung würde und wird eher länger dauern - aber das ist der eigentliche Sinn hinter so einem Projekt, dass die Beschäftigung vielleicht schon der Erkenntnisprozess ist. Ich erinnere mich, bei einem deiner Texte über das WuWei gelesen zu haben......
    Eigentlich brauchts nicht viel mehr.....da gibt es genug zu "tun":-))


    Ich muss es nochmals anfügen, denn es ist fast geschafft:

    http://www.startnext.de/voices-of-transition/
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    schrieb am 27.11.2012 um 16:45
    @juwolf: Wu Wei... ja. Die Kunst es sein zu lassen ;-). Nein. Ich bin ja immer dafür, das diskutiert wird und Austausch stattfindet. Zudem sitze ich (als notorischer Vielschreiber) selbst im Glashaus. Ich meinte es wird viel, wenn jeder hier seinen Beitrag leistet. Und sehr heterogen. Schön bunt. Genau betrachtet - ob es so etwas als Buchprojekt bereits gibt weiß ich gar nicht. Womöglich wäre es doch etwas ganz Neues. Schrift, Buch, multimediales Projekt auf allen Ebenen. Wer weiß was sich da entwickeln könnte.
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    schrieb am 27.11.2012 um 16:49
    "Aber die Diskussion und die Beschäftigung würde und wird eher länger dauern - aber das ist der eigentliche Sinn hinter so einem Projekt“,

    Sehe ich auch so, das Ergebnis ist Nebensache, da es letztendlich einen Status quo darstellt, einen momentanen Standpunkt an dem die Diskussion angehalten wurde um ein Ergebnis (Buch oder Schrift) zu erzielen.
    Ich habe einst an einem Leitbildprozess teilgenommen, der über zwei Jahre intensiver Diskussion, Einbeziehung der Öffentlichkeit (Schulgemeinde, Eltern, Schüler Lehrer) wieder Diskussion der Ergebnisse usw. Also ein ständiges Öffnen und Komprimieren. Am Ende kam ein Leitbild auf einer DIN A4 Seite heraus, das Papier war eigentlich zu schade um es darauf zu drucken aber der Prozess hatte damals einiges in Gang gesetzt.

    Es ging auch nicht um das Leitbild, sondern um das in Gangsetzen eines ständig weitergeführten Prozesses, der seinen Anfang im Dialog fand letztendlich aber ohne das Umsetzen in konkretes Handeln nur warme Luft produziert hätte.

    Als erstes könnte man sich darauf einigen welche Schwerpunktfelder einer Diskussion bedürfen.

    Da fällt mir als erstes, wie sollte es anders sein, das Bildung System ein.
    Ich finde hier auf Utopia sehr wenige sachliche Diskussionen obwohl ich meine, dass jeder, auch wenn er kein Lehrer ist zu dem Thema etwas beitragen kann, da wir alle dieses System durchlaufen haben.
    Ein weiteres Thema wäre die Landwirtschaft, da gibt es schon wesentlich mehr fruchtbares zu finden.
    Ein anders Thema ist Energie und alles was damit zusammen hängt.
    Und so gäbe es noch zahlreiche Felder in denen wir uns alle mehr oder weniger bewegen.

    Die Schwierigkeit ist daraus tatsächlich die Diskussion in eine Form zu bringen, die auch im Handeln sichtbar wird.

    Nicht das ich meine, dass das nicht versucht würde. Ich denke da an den Stromwechsel in 5 Minuten oder andere Geschichten.

    Wie kann uns hier auf Utopia, eine im Verhältnis kleine Gemeinde von engagierten Mitdiskutanten gelingen Exzerpte aus den Diskussionen zu erzielen, die geeignet sind Menschen zum Handeln zu bringen?
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    schrieb am 27.11.2012 um 17:01
    Kleine Frage aus Neugier: Warum geht Ihr nicht auf meine zwei Beiträge mit konkreten Vorschlägen ein?
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    schrieb am 27.11.2012 um 17:19
    Auf deine Beitrag
    http://www.utopia.de/gruppen/weitermachen-509/diskussion/vorbild-sein-187439

    Gehe ich gerne ein, haben ihn wohl etwas überlesen, da es nur ein Link ist :-(

    Finde ich gut.
    Die Frage ist, wie könnte man diese Beispiele und kommende so in die Struktur der Plattform integrieren, dass sie auch von außen ohne langes Suchen sichtbar werden.
    Eine Möglichkeit wäre es in den standardisierten Suchbegriffen zu installieren.
    ZB als Neue Wege& Anders Leben oder so.
    Auf jeden Fall wäre ein Suchbegriff wünschenswert, der klar erkenntlich macht, dass es hier um andersartige Lebensprojekte von Menschen geht.
    Ein Such Begriff wie etwa "Bauen und Renovieren" kann schließlich alles enthalten.
    Für mein Dafürhalten wäre das auch recht unkompliziert umsetzbar.

    Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass man bei diversen Themen mehr als die Standardisierten Suchbegriffe eingeben kann.

    Wenn ich zum Beispiel einen Blogbeitrag über das Selbermachen von Sauerkraut schreibe ist der Suchbegriff " Gesundheit & Ernährung " etwas dürftig. Das Selbermachen steht da für mich Vordergrund oder auch anderes.

    Im Übrigen bin ich durch diesen (Link) Eintrag dazu gekommen meinen eigenen Blog zu schreiben danke übrigens noch mal :-)
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    schrieb am 27.11.2012 um 16:24
    Gut aufgepasst, völlig richtig, danke, juwolf!
    Wir schwimmen alle im selben Boot in diesem Weltall(e) eben...
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    schrieb am 27.11.2012 um 17:08
    Ich werde auf Jedenfall ein Buch schreiben, in ca. 30 - 35 Jahren, dann bin ich 80 - 85 Jahre jung/alt.
    Dann nehme ich mir die Zeit, weil ich dann warscheinlich körperlich nicht mehr so aktiv sein kann, wie heutzutage. Das Buch hat den Titel: Geboren 1963 und gibt meine persönliche Sicht der Dinge, der Welt und der Menschen wieder. Bis dahin werde ich aktiv in unseren Garten sein und hoffentlich viel "gewalkt" haben.

    Jetzt noch ein Buch zu schreiben und seien es nur mit 10 Geboten halte ich für nicht sinnvoll, es gibt schon genug Bücher in denen alles schon gesagt wurde, was zu sagen ist. Es gibt auch schon genug Filme.

    Die Herausforderung besteht darin, wie werden die Menschen erreicht, die immer noch dem alten Denken und Handeln angehören.
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    schrieb am 27.11.2012 um 18:01
    @ hallo lukita,
    Ich hab mir beide Beiträge angesehen, auch alle Schritte durchgeklickt und bis auf zwei alle mit Häckchen versehen können......
    aber mir geht es dabei so, dass wie auch sichtbar, jeder so seinen blog hat, seine netzverweise einträgt....

    Leider (?) ist es ja wirklich so, dass es eigentlich keiner neuer (na ja, die in unserem Hinterkopf sind halt schon irgendwie besetzt) 10 Gebote bedarf.

    Mir würde die Menschenrechtskonvention als Grundlage allen menschlichen Tuns genügen.
    Vielleicht benötigt es eine Gruppe von Menschen die alle Handlungen und Gesetze auf diese Konvention hin untersuchen und erst nach Unterordnung unter diese gemeinsamen Regeln in Kraft treten dürfen.

    Nebenbei stellt sich mir immer die Frage nach der Form in der solch ein gemeinsames Vorhaben auftreten kann. Darum bin ich ja dem Buch einerseits, aber auch der reinen Netzverfügbarkeit gegenüber manchmal skeptisch - wobei die Punkte die diskutiert werden am stärksten die "Netzverfüger" betreffen :-))
    Die "Netz"abhängigkeit unserer Gesellschaft ist mE ein riesiges Problem, das siehe Sandy/USA innert kurzer Zeit unser Leben ziemlich auf den Kopf stellen kann. Also denke ich, dass wir immer eine zweite, ich sag mal so "Stromlose" Option nebenbei uns erhalten müssen.....

    jetzt muss ich auch noch Beispiele bringen zwischen denen es sich mE abspielen kann.

    http://www.storyofstuff.org/movies-all/story-of-stuff/
    und
    http://www.informationisbeautiful.net/visualizations/
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    schrieb am 28.11.2012 um 15:12
    Ich habe jetzt einfach kurzerhand eine Gruppe umbenannt, die ich vor zwei Jahren gestartet hatte, Aus "Konsum-Fasten" wurde "Aktionsplan: Mein ökologischer Fußabdruck".

    http://www.utopia.de/gruppen/aktionswoche-konsum-fasten-833/forum

    Wäre das eine Möglichkeit, die eigenen Aktivitäten an einem Ort sichtbar zu machen und auf diese Weise auch andere zu motivieren?

    Zur Netz-Abhängigkeit: Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Ich sehe es so: Jetzt nutze ich das Netz noch, um mich dadurch mittelfristig davon unabhängig zu machen. Hier habe ich schon so viele Anregungen bekommen, die ich offline umsetzen konnte, dass ich mir das auf diese Weise gut vorstellen kann.
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    schrieb am 28.11.2012 um 16:47
    Boa, da hast du aber ordentlich geschuftet! Ich habe das Forum und die Themen nur schnell überflogen, aber ich denke das wäre ein toller Anfang. Wenn es sich nun auch noch mit "Leben" füllt, ist das ein Sammelort an dem für jeden eigentlich etwas für die tägliche kurzfristige oder auch langfristige Umsetzung dabei ist.
    Vielen Dank !
    Für ein ganzes Forum kann man ja leider keinen Daumen geben :-)
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    schrieb am 29.11.2012 um 01:31
    Ja, super,lukita!
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    schrieb am 04.12.2012 um 12:23
    Danke für Eure Rückmeldungen! Allerdings scheint die Gruppe nicht zum Mitmachen zu animieren... Was fehlt?
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    schrieb am 05.12.2012 um 20:02
    Was fehlt? Vielleicht fehlt nur das Gewinnspiel, "Für einen Kommentar gibt es eine lebenswerte Zukunft zu gewinnen!"
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    schrieb am 05.12.2012 um 20:33
    Na, das könnte schwierig werden mit dem Versprechen einer "lebenswerten Zukunft"... nicht dass es nachher Reklamationen gibt!

    Weiter oben schreibst Du: "Die Frage ist, wie könnte man diese Beispiele und kommende so in die Struktur der Plattform integrieren, dass sie auch von außen ohne langes Suchen sichtbar werden."

    Daher hatte ich die Idee mit der Gruppe.

    Mal sehen, vielleicht machen wir noch mal eine Konsum-Fasten-Woche nach Aschermittwoch... :-)
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    schrieb am 06.12.2012 um 14:07
    "Für einen Kommentar gibt es eine lebenswerte Zukunft zu gewinnen!"

    Kann ich auch 3 oder 4 mal teilnehmen und dem endsprechend mehrfach eine lebenswerte Zukunft gewinnen? Also für meine Jungs, meine Freundin, ...
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    schrieb am 06.12.2012 um 07:02
    "Konsum-Fasten-Woche"
    Vielleicht sind die meisten Utopisten schon zu Konsum-kritisch unterwegs und wollen nicht noch mehr Fasten?
    Im Non-Foodbereich brauche ich jedenfalls nicht zu Fasten.
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    schrieb am 06.12.2012 um 10:47
    Hier war ja jetzt die Frage, was fehlt, um zum Mitmachen in der Gruppe zu animieren.

    Eine begrenzte Zeit von einer Woche sieht vielleicht nicht so anspruchsvoll aus wie die Ambition, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern... http://www.utopia.de/gruppen/aktionswoche-konsum-fasten-833/diskussion/warum-eine-aktionswoche-187973

    Naja, die Gruppe ist jetzt da und alle die, die aus einem "man müsste mal" in ein "ich mache jetzt" kommen wollen oder bereits gekommen sind, sind herzlich eingeladen, dort Beiträge zu schreiben!

    Aktionsplan: Mein ökologischer Fußabdruck
    http://www.utopia.de/gruppen/aktionswoche-konsum-fasten-833/forum

    Nachtrag:
    Wer von sich behaupten kann, schon alles optimiert zu haben, findet hier eine Motivation, sich dennoch zu beteiligen: http://www.utopia.de/gruppen/aktionswoche-konsum-fasten-833/diskussion/ich-habe-schon-alles-optimiert-187977
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    schrieb am 27.11.2012 um 19:23
    Wir treffen uns in Berlin seit einigen Jahren an jedem Montagabend, meist auch an sogenannten Feiermontagen und sind aktiv. Das Thema: "Ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Menschen weltweit..."
    Neulich haben wir beschlossen nach dem Thema "Einkommensagentur" und den "Rosenmontagen" und der "Krönungswelle" können wir doch als nächste Aktion Lose an die Passanten der Stadt verteilen...

    Einkommenslos, Arbeitslos, Erwerbslos, Wohnungslos...

    Ich bin ja der Ansicht, dass die Zeit gekommen ist, Buttons mit Nummer drauf anzustecken!
    Wenn ich in irgendeinem Amt etwas erreichen will udn meinen Namen sage, wird ÜBERALL nach der Kundennummer gefragt. Das erinnert mich so an seltsame Zeiten bei uns...
    Wollen wir sowas?

    Zu den Themen: "Einkommensagentur" und den "Rosenmontage" und "Krönungswelle" solltet ihr mal googeln; es lohnt sich. Veränderung geschieht durch sicht- und erlebbare Anstöße...
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    schrieb am 28.11.2012 um 23:00
    Alles schön und gut, aber ich denke, man müsste jetzt mal diesen Apell unterschreiben

    Gruß vom Topisten

    Stoppt den Blockade-Kasper!

    Die Klimakonferenz in Doha droht an Wirtschaftsminister Rösler zu scheitern. Er verhindert, dass die EU mit einem ambitionierten Angebot wieder Bewegung in die Verhandlungen bringt. Jetzt muss Merkel ihn zur Vernunft bringen. Unterzeichnen Sie unseren Eil-Appell!

    USA, Kanada, Indien, China und Russland - bisher waren das die Blockierer bei internationalen Klimakonferenzen. Doch diesmal droht die jüngste Verhandlungsrunde, die vorgestern in Doha begann, an Deutschland zu scheitern! Wirtschaftsminister Rösler verhindert, dass die EU mit einem ambitionierten Angebot wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringt.

    Letzte Woche eskalierte der Streit zwischen Rösler und Altmaier. Der Umweltminister will stärkeren Klimaschutz in der EU. Doch ohne Röslers Einwilligung muss er mit leeren Händen nach Doha reisen. Nächste Woche Donnerstag fliegt Altmaier los - bis dahin muss Merkel Rösler zum Einlenken bewegen. Spätestens nächsten Mittwoch wollen wir deshalb 50.000 Unterschriften an Merkel im Kanzleramt überreichen.

    Unterzeichnen Sie unseren Eil-Appell an Merkel!
    https://www.campact.de/klimagipfel-retten/appell/?_mv=4U8EQkoU8TA2mHa0UrMb8p

    Seit Jahren geht es beim Ringen um einen internationalen Klima-Vertrag kaum voran. Jetzt wollen EU-Kommission und viele Mitgliedsstaaten wieder Bewegung in die Verhandlungen bringen: mit einem ehrgeizigeren Klimaschutzziel. Bis 2